bumi bahagia / Glückliche Erde

Startseite » AUTOREN » GASTAUTOREN » LUKYHANS » Luckys Copyleft » Essays » Unabhängig? Separat?

Unabhängig? Separat?

Wie verspeist man einen Elefanten“ – diese Handreichung hatten wir hier schon dargelegt: immer schön stückchenweise.
Also ein Stück abhacken und verspeisen, dann das nächste Stück und so weiter…
Wo dieses Rezept aktuell überall Anwendung findet, wollen wir mal untersuchen.
Luckyhans, 2. Oktober 2017
—————————————–

Ein „Elefant“, der in jüngster Zeit auf diese Weise zerlegt wurde, war die Sowjetunion (SU) – ein Multivölkerstaat, der im Ergebnis der von den jüdischen Weltbeherrschern angezettelten und promoteten sog. Oktoberrevolution, die am 7. November 1917 im damaligen Petrograd stattfand, und den darauffolgenden sog. Bürgerkriegen – in der Tat eine Intervention der Weltmächte gegen die junge Rätemacht – entstanden war.

Nach der Zerschlagung der äußeren Feinde machte sich die sog. Kommunistische Partei der SU an die Beseitigung der inneren Feinde (1920 – 30er Jahre), währenddessen wurde in beispielloser planwirtschaftlicher Aufbauarbeit eine Industrialisierung des vorwiegenden Agrarstaates durchgezogen, welche die SU zu Beginn des sog. 2. Weltkrieges zu einem Industriestaat herangewachsen sah, der im Ergebnis des von den Angelsachsen herbeiintrigierten Krieges mit der größten und schlagkräftigsten Armee zu den Siegern gehörte.

Osteuropa bis zur Elbe wurde praktisch Einflußgebiet der SU.

Die Blitzentwicklung der Atombombe, auch mit Hilfe deutscher Fachleute, brachte ein „Gleichgewicht des Schreckens“ in die Nachkriegspolitik, so daß zwischen den Großmächten kein offener Krieg mehr möglich war – es wurde ein „Kalter Krieg“ geführt – ein „Balancieren am Rande eines Krieges“, ein Kampf mit allen Mitteln – außer großen Militäroperationen.

Allerdings hatten die Architekten der SU bereits 1917 mit den sog. Unions-Republiken eine Zeitzündermine an den Riesenstaat gelegt, die mit dem Mord an Stalin und der Machtergreifung durch die Chrustschow-Clique langsam scharfgemacht wurde.
Nachdem 1961 mit dem Bau der „Berliner Mauer“ ein „Roll-back“ des Westens vorerst verhindert worden war und bei der Karibik-Krise ein Atomkrieg geradeso vermieden wurde, brachte die Machtübernahme durch die „graue Mittelmäßigkeit“ der Brezhnjew-und-Nachfolger ab Mitte der 1960er Jahre dem Westen die Chance, durch Bestechung der „Eliten“ und die hollywood-gefakte „Mondlande-Show“ wieder in die politische Vorhand zu kommen.

Die Nato wurde immer mehr zum Instrument der „Vereinigung“ des Westens unter der bedingungslosen Führung der VSA – Westeuropa wurde per Montanunion, später Europäische Gemeinschaft und EU, wirtschaftlich zusammengeführt und Schritt für Schritt an die Transnationalen Konzerne der VSA veräußert.
Heute sind es etwa 400 transnationale Großbanken und -konzerne, welche über vielfältige Beteiligungs-Modelle fast die gesamte westliche Wirtschaft (Großunternehmen) vereinnahmt haben und steuern.

Mit dem Verrat eines Teils der „Nomenklatura“ (der Sowjet-Partei-Elite) in den Machtorganen, vor allem im KGB, die ohne wirtschaftliche Notwendigkeit ihre Machtpositionen aufgaben, um am Tisch der westlichen Mächtigen Platz nehmen zu dürfen – was ihnen selbstverständlich NICHT gewährt wurde -, wurde der Zerfall der SU durch den gekauften Verräter Jelzman, unter Nutzung der Unfähigkeit Gorbatschows, mit dem Abkommen zur Bildung der G.U.S. – ohne jegliches Mandat dazu und entgegen den Ergebnissen der Volksabstimmung für den Erhalt der SU, bei der die absolute Mehrheit der Bevölkerung in allen Landesteilen FÜR den Erhalt gestimmt hatte – juristisch formal angeschoben werden.

Die politischen Gegner wurden 1993 blutig weggeputscht, die Wirtschaft wurde in einem beispiellosen, juristisch sehr fragwürdigen Par-force-Ritt an eine Reihe von jüdischen Oligarchen zwangsprivatisiert, die Masse der Menschen durch eine Hyperinflation innerhalb weniger Jahre vollständig ihrer Ersparnisse beraubt, ein Großteil der Wehrtechnik-Industrie wurde bankrott gemacht und „ausgelutscht“.
Wie nach 1945 aus Deutschland, wurden die Forschungs- und Entwicklungsergebnisse des Militär-Industrie-Komplexes der SU, soweit sie verfügbar gemacht werden konnten, kostenlos in die VSA transferiert und die Betriebe verschrottet. Die Mitarbeiter wurden auf die Straße gesetzt und gezwungen, zwecks Überleben sich mit Handel und Wandel über Wasser zu halten.

Bis heute gelten die 1990er Jahre in Rußland mit als die finsterste Zeit ihrer Geschichte – fast so schlimm wie die deutsche Okkupation. Die damals von VSA-Anwälten geschriebene Verfassung der RF ist bis heute das Hauptmittel des Kampfes des Westens gegen das russische Volk – vor allem die „unabhängige“ (Rothschild-eigene) Zentralbank verhindert mit ihrer Geldpolitik seit Jahren systematisch die wirtschaftliche Gesundung des Landes.

So hatte es die Welt-Finanz-Mafia geschafft, mit Hilfe der „Republiken“ den Elefanten Sowjetunion zu zerlegen – in handliche kleine Stücke, die sich leicht verspeisen ließen, und den immernoch Vielvölkerstaat „Russische Föderation“.
Der auch wieder aus einer ganzen Reihe von „Subjekten der Föderation“ besteht, die nun zur nächsten Aufspaltungsetappe in Stellung gebracht werden.
Nicht umsonst haben die vielen Hundert VSA-“Diplomaten“ (fast alle Kader-Mitarbeiter der Geheimdienste) in Rußland vor allem in den Provinzen (Sibirien!) ihre Hauptaktivitäten entfaltet.
Aber auch in Moskau wurden bei den Munizipal-Wahlen vor einigen Wochen mehrere zentrale Stadtbezirke für die neoliberalen „Westler“ gewonnen – alles mit westlichem (Globalisten-)Geld finanziert.

Zwar widersetzen sich einige ehemalige Sowjet-„Republiken“ den Bemühungen des Westens, aber es gelingt immer wieder, sie per Ideologie von der RF fernzuhalten – so entsteht wenig Gefahr für die Globalisten.
Und da die meisten patriarchalischen Diktatoren keine richtigen Nachfolger haben, ist es nur ein Frage der Zeit, bis die mittelasiatischen Zwergstaaten endgültig in den Händen der globalistischen Finanzmafia sein werden.
Am Durcheinander dort wird schon fleißig gearbeitet…


In der Ukraine wurde bereits eine ganze junge Generation mit dem Gift des Russenhasses infiltriert, so daß dort nicht nur ständig neue Spione „gekauft“ werden können, sondern auch diverse „False-Flag-Gruppen“ herangezogen werden, die weltweit mit ihren Aktionen den allgemeinen Russenhaß jederzeit auf die Spitze treiben können.

Soweit ein kurzer schematischer Abriß der Geschichte der Entstehung und des Zerfalls der Sowjetunion.
Ich hoffe, es ist damit gelungen, deutlich zu machen, daß wir es hier mit einer „üblichen“ Methode der NWU (Neue-Welt-Unordnung) zu tun haben, Staaten nicht nur in Firmen zu verwandeln, sondern diese auch noch so in handliche Stückchen zu zerteilen, daß man sie problemlos unterwerfen kann – ggf. auch mit Gewalt.
Denn nur kleine Länder können – wenn nötig – dauerhaft besetzt werden…
– – – – – –

Kommen wir nun zur Frage des Verhältnisses von Unabhängigkeit und Separatismus.

Wie wir sehen, wird die Methode der Zerstörung „unliebsamer“ Staaten kontinuierlich weitergeführt.
Unter Ausnutzung der völkischen Heterogenität wurde der Irak inzwischen unregierbar gemacht, ebenso durch die Ermordung des integren Führers Muhammar Al-Gadaffi der libysche Staat; selbiges wird im Jemen praktiziert.
Es wurde in Ägypten solange „gefrühlingt“, bis ein dem Westen genehmes Regime zusammengezimmert war; neuerdings wird das jetzige Regime auf Sinai mit den Resten des Daesh erneut unter Druck gesetzt.

Die Kurden werden im Irak, in der Türkei und in Syrien, wie auch im Iran, dazu benutzt, um die jeweiligen Staaten zu destabilisieren.
Ein neues Kurdistan wird wohl zuerst im Irak entstehen, weil dort der von den VSA installierte „Staat“ von Anfang an so schwach gehalten wurde, daß er sich dem kaum widersetzen kann – siehe die fast unbedrängte Durchführung des „Referendums“ über die kurdische Eigenstaatlichkeit.
Ebenso wird versucht werden, die von der Peschmerga eingenommenen Gebiete Syriens dem Kurdenstaat anzugliedern.
Bitte: ich gönne den Kurden von Herzen ihren eigenen Staat, aber doch bitte auf der Basis von Vereinbarungen mit den existierenden Staaten und auf dem Wege von politischen Prozessen, und nicht mit Waffengewalt.

Insgesamt ist die auch gewaltsame Zerlegung der (heute meist schon als Firmen organisierten) früheren Nationalstaaten in kleinere, handlichere Stücke, die leichter zu beherrschen und gegeneinander auszuspielen sind, eine allgemein übliche globalistische Strategie.

Praktiziert – nach der Sowjetunion – dann ab 1998 mit starker deutscher Unterstützung („Rot-Grün“) im ehemaligen Jugoslawien, das inzwischen in sechs Zwergstaaten (Slowenien, Serbien, Kroatien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina und Kosovo) zerlegt wurde.

Insofern ist auch der so sehr unterschiedliche Umgang mit den verschiedenen Separatismus-Bestrebungen (Kosovo – Krim, Schottland – Katalonien, Südtirol – Venetien) auch „nur“ ein Spiegel des üblichen westlichen „Messens mit zweierlei Maß“ – je nachdem, wie die „Interessen des Westens“ (sprich der globalisierten Finanzoligarchie) gerade liegen.

Wenn man mit gleichem Maßstab an alle diese Prozesse herangehen würde, dann müßte man zuerst einmal die historische Dimension der jeweiligen Bestrebung untersuchen, die jeweils sehr unterschiedlich sind.

Ebenso ist die formal-juristische Ausgangslage zu beachten, die sich im Bezug auf die „Verfassungsmäßigkeit“ in beiderlei Hinsicht unterscheidet, d.h. ob eine Separation von der geltenden Verfassung zugelassen wird, aber auch wie „völkerrechtlich korrekt“ ebendiese Verfassung zustande gekommen ist bzw. einzuschätzen ist.
Und ob überhaupt ein einheitliches, völkerrechtlich legitimiertes Subjekt vorliegt…

Sodann müßte man die Triebkräfte und Unterstützer des heutigen Separatismus offenlegen – da würde man bei den meisten „Bewegungen“ auf dieselben Hintergrundkräfte stoßen wie bei den sog. „Farben-Revolten“ oder dem sog. „Arabischen Frühling“.

Denn überall mischen sog. „internationale“ (obwohl deren Finanzzuwendungen fast alle nur aus EINEM Staat kommen), sich selbst als „nichtstaatlich“ oder „nichtkommerziell“ bezeichnende Organisationen mit, die sehr wohl kommerziell und im Interesse bestimmter überstaatlicher Kräfte in jeweils ganz bestimmter Richtung tätig sind.
Man denke nur an das Symbol der „Otpor“-Faust, das unlängst bei den „Separatisten“ in der Charlesville/VSA zu sehen war!

Bevor sich also jemand in die gewiß prinzipiell löbliche Bewegung zur „Nationalen Befreiung unseres Volkes“ in Schottland, Katalonien, Südtirol oder wo auch immer einreiht, möge doch bitte jeder mal nachfragen, wo denn das Geld herkommt, mit dem diese „Bewegung“ finanziert wird.
Folge dem Geld, und du wirst die Interessen kennenlernen, denen gedient wird.

Zumal ein großer Teil der sog. Separatismus-Bewegungen gar keine echten Separatisten sind: sie wollen gar keine grundlegende Neupositionierung ihres Volkes, sondern nur eine Statusänderung, von der sie sich wirtschaftliche Vorteile versprechen.

Keiner – wie bei der Krim – stellt sich die Aufgabe, aus dem bisherigen Verbund (z.B. der EU) auszutreten und sich einem anderen Staat anzuschließen, oder die „Wertegemeinschaft“ zu verlassen – alle wollen nur ihre Position innerhalb des jeweiligen Gebildes „verbessern“.

Daher kommen mir einige dieser „Separatisten“ ein wenig vor wie die meisten „Asylbewerber“, die tatsächlich nur Wirtschaftsmigranten sind: die in ihren Heimatstaaten gar nicht verfolgt, bedroht und geknechtet werden (sonst würden sie wohl kaum dorthin so intensiv „auf Urlaub fahren“) – also auch in dieser Hinsicht KEINE „Flüchtlinge“ sind, von der klaren rechtlichen Situation (sowohl Asylrecht als auch UNHCR) ganz abgesehen.

Was lernen wir nun aus dieser ganzen Gemengelage?

1. Was oberflächlich betrachtet „gut“ erscheint – „ein Volk geht in die Selbstbestimmung“ –, kann sich bei näherer Betrachtung als von außen gesteuerter, zielgerichteter Prozeß entpuppen, der GEGEN die Interessen des jeweiligen Volkes gerichtet ist.
Denn je kleiner die Firmen-“Staaten“, desto leichter sind sie erpreßbar und beherrschbar, desto leichter sind deren „Eliten“ zu beeinflussen und zu kaufen.
Und desto leichter sind sie auch militärisch zu besiegen…

2. Oft hilft der Blick, wer denn die „Separatisten“ unterstützt – wer sie finanziert und wer ihnen politische Unterstützung gibt (wie z.B. die BRvD für die katalanische Bewegung).
Dadurch wird klar, wessen Interessen der Separierungsprozeß tatsächlich dient.

3. Und auch die konkreten Ziele der „Separatisten“ sind sehr genau zu prüfen – welches sind die nächsten Etappen, wie realistisch sind sie, wie sollen sie erreicht werden, usw.
Daraus kann man recht gut ablesen, wo tatsächlich im Interesse und aus der Tiefe des Volkes agiert wird, und wo „kleine Oligarchen“ ihr eigenes Süppchen kochen wollen – auf Kosten ihres eigenen Volkes.
Denn manch einer träumt ja auch wieder nur davon, bei den „Großen“ mit am Tisch sitzen zu dürfen… 😉


8 Kommentare

  1. Birgit sagt:

    Ich habe mich auch schon gefragt, ob ich das Katalanische Referendum gut oder schlecht finden soll. Aber dass es Bestrebungen gibt, sich danach der NATO anzuschließen und auch der Bericht, dass Soros die Hände mit im Spiel hat:
    http://www.voltairenet.org/article198105.html
    finde ich deine Bedenken und Warnungen mehr als berechtigt.

    Alles Liebe

    Birgit

    Gefällt mir

  2. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

    Gefällt mir

  3. Luckyhans sagt:

    Für alle, die immernoch begriffsstutzig sind, was da vor sich geht und wohin das führen wird:
    http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59689

    Gefällt 1 Person

  4. ziegenlippe sagt:

    Ein für mich sehr komplexes Thema, einerseits kann ich die Katalanen relativ gut verstehen, andererseits wäre die Folge einer Abspaltung ein noch kleineres Stück vom Elefanten, unter Umständen erheblich leichter händelbar (für die bisherigen Nutznießer) als ein großes Spanien. Vielleicht aber auch nicht?
    Würde sich die Regierung eines kleinen Staates Katalonien anders für die eigenen Bürger einsetzen als die jetzige Zentralregierung in Spanien?
    _
    Heute ist der Verdruss der Bürger vieler Länder am Zentralismus (insbesondere durch den EU Wahnsinn) so groß, dass einiges den Bach runter gehen kann und die Bürger das mit aller Kraft auch so wollen.

    Als nächster Kandidat hat sich ja schon Venetien gemeldet.

    Gefällt mir

  5. Pace sagt:

    Ziegenlippe:
    „Würde sich die Regierung eines kleinen Staates Katalonien anders für die eigenen Bürger einsetzen als die jetzige Zentralregierung in Spanien?“

    Eine gewichtige Frage – wahrscheinlich eine der zwei ausschlaggebendsten. Falls die Frage mit Ja beantworten werden könnte, würde sich gleich die nächste aufdrängen:

    Würde sich eine pro Volk eingestellte und agierende katalanische Regierung gegen die im Hintergrund orchestrierte Stossrichtung (Madrid, EU, NATO, Lauernde und Hinterhältige) behaupten können?
    In dieser Frage gehen die Geister bekanntlich auseinander: die einen sind (mittel- bis langfristig) optimistisch, die andern äh eine Mischung aus (kurz- bis mittelfristig) realistisch oder pessimistisch.

    Bereits mehrmals in der Geschichte wurde versucht, die Katalanen in Spanier zu verwandeln, indem Lesen & Schreiben, sich PRIVAT und öffentlich unterhalten, unterrichten, Bücher lesen und Theater spielen in katalanischer Sprache verboten wurde.
    Während diesen Phasen wurden jeweils Orts-, Strassen- und sogar Personennamen hispanisiert – ein massiver Übergriff. Die Geschichte, Sprache und Politik der Katalanen kann man nicht voneinander trennen. Katalanen fühlen und denken nicht wie Spanier, haben aber auch NICHTS gegen ihre Nachbarn!
    Nach Francos Tod, 1975, dauerte es ca. drei Jahre, bis die sprachlichen Verbote aufgehoben und die Beschränkungen in der Folge rückgängig gemacht wurden. Genau zu dieser Zeit lebte ich im Sprachgebiet.

    Am Tag der Verhaftung von separatistischen Akteuren, am 20. September, traf ich an der Kasse eines Einkaufszentrums zufälligerweise ein Paar aus Barcelona. Sie waren in ihrem Urlaub in den Bergen unverzüglich über die Vorgänge in ihrer Heimat informiert worden und befürchteten, dass die Abstimmung nicht stattfinden würde. Die Frau trug ein T-Shirt mit einem Aufdruck des Klosters Montserrat. Auf Wikipedia habe ich soeben entdeckt, was es damit auf sich hat. Während den offiziellen Katalanischprohibitionen war im Kloster Montserrat trotz aller Verbote català gesprochen worden…

    Zurück zu den zwei oben dargelegten Fragen:
    Da a) das wache Volk, b) das schlafende Volk, c) die gewählten, d) die ungewählten Politiker, e) die einen Hintergrundmächtigen und f) die anderen Hintergrundmächtigen ganz unterschiedliche Paar Schuhe sind, ist zu befürchten, dass die seriösen und harmlosen Autonomiebestrebungen der Katalanen – wie andernorts auch – unseriös und erbarmungslos missbraucht werden.

    Gefällt mir

  6. luckyhans sagt:

    zu Pace um 17:29
    „die seriösen und harmlosen Autonomiebestrebungen der Katalanen“ –
    sei es so, obwohl für mich die Frage wäre: wo wollen die Katalanen denn hin?
    Raus aus Spanien?
    Und dann?
    In der EU verbleiben?
    Dann kämen sie vom Regen in die Traufe… je kleiner, desto machtloser im gegenwärtigen System…

    Und die Separierung geht überall voran.
    Sie wird von der EU gefördert, solange die Abspalter dann in der EU verbleiben wollen – bestes Beispiel ist Schottland, das gegen den Brexit unterstützt wird.
    Aber sobald einer sagen würde: „ich will auch raus aus der EU“, wäre sehr schnell Schluß mit lustig – dann würde die EU mit dem Gegner der „Separatisten“ gemeinsame Sache machen.
    Es ist alles nur ein Schauspiel, und es wird immer mehr zu einem Trauerspiel.

    Wird Zeit, daß wir endlich die Bühne verlassen… ein jeder gehe seiner Wege, eigenverantwortlich – und rücksichtsvoll allen anderen gegenüber.
    Jeder pflege seine Volksmusik, Volkstänze, Gedichte und Sprache und Gebräuche seines Stammes.
    Das wird Kultur. Das wird Leben. Daraus erwächst Gemeinsamkeit, nicht aus einer „politischen“ Separierung… 😉

    Gefällt mir

  7. Pace sagt:

    „Wo wollen die Katalanen denn hin?“

    🙂 Sarkasmus ein
    Das müsste ich ‘auspendeln‘ oder besser noch ‘auf dem Pic del Canigó am 23. April mit einer Rose in der Hand und einer Senyera im Köcher den Sant Jordi channeln‘.
    Sarkasmus aus 🙂

    Was wir an Stelle anderer denken und für gut befinden, entspricht oft nicht der(en) Realität. Manche Dinge sind für andere angemessen und klar, auch wenn sie für uns nicht plausibel sind – und manche Dinge sind für uns stimmig und wahr, auch wenn sie für andere weder nachvollziehbar noch zugänglich sind. In dieser Sache unterlasse ich es, im Namen Dritter für oder gegen ein bestimmtes Szenario zu plädieren, weil es weder ihnen noch mir etwas bringt. Im gedanklichen Austausch bin ich mehr der Erkenntnis Suchende und Teilende als der Stammtischmensch, der mit hypothetischen Einwürfen Ping Pong spielt.

    DIE Katalanen gibt es für mich trotz eigener Verallgemeinerung nicht, deshalb mein obiger Versuch einer zwar überlegten, aber doch sehr groben und unvollständigen sozialen Unterteilung. Nicht jeder wird dasselbe wollen und nicht jeder wird sämtliche Konsequenzen durchdacht haben. Zum Titel: Weitestreichende Autonomie liegt ihnen energetisch gesehen wohl näher als abkapselnder autistischer Separatismus. Spanier sein zu müssen ist aus historischer und sprachlicher Sicht für die meisten Katalanen etwas Übergestülptes, Unechtes – auch mit spanischem Ehepartner (eine Statistik, die mich interessieren würde) und ohne Feindbild. Das hat mich dazu veranlasst zu denken, die Autonomiebewegung komme zu einem grossen Teil aus der Bevölkerung. Wir wissen mittlerweile aber auch, wie erbarmungslos Strömungen aus dem Hinterhalt angezettelt und/oder ausgenutzt werden.

    Diese ganzen Einteilungen in Länder und Fraktionen, ungeachtet natürlicher Landschaften und gewachsener Ethnien, wurden ursprünglich sowieso mit der Absicht des Teilens und Herrschens vorgenommen. Das Rückgängigmachen oder neu Durcheinandermischen geschieht mit derselben Absicht, d.h. man ist nun bereits einen Schritt weiter.

    Ein hoffentlich bald merklich ansteigender Teil der Bevölkerung ist sich der Theaterkulisse mehr oder weniger gewahr, der abgelenkte Teil mitnichten. Ablenken können wir uns aber auch mit schönfärberischen oder gramerfüllten Theorien oder indem wir jedes erdenkliche Detail zu jedem aufkommenden Thema laut und breit bis zum Gehtnichtmehr auswalzen, vom Hundertsten ins Tausendste mit Einwänden bewerfen – und darob die gegenwärtige Genese auf der Erdoberfläche inkl. Handlungsbedarf völlig verschusseln.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: