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Die Flucht – ein Zeitdokument des "Kalten Krieges" / Teil 8 / U-Haftanstant Schiessgasse und Zuchthaus Cottbus

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Abtransport in die „Schießgasse“

Drei Tage darauf, am Freitag‚ wurde ich dann geholt‚ musste meine Bettwäsche zusammenpacken, das Besteck abgeben, und nach einer genauesten Leibesvisitation, bei der ich mich wieder völlig nackt absuchen lassen musste‚ wurde ich in eine andere Zelle gesperrt‚ in der ich auf den Abtransport in die Kripo-U-Haft „Schießgasse“ warten musste. Von dort, so hatten mir andere Häftlinge erzählt‚ würde es dann in wenigen Tagen weiter in ein Zuchthaus gehen, wo ich dann meine Strafe absitzen müsste.

Nach einigen Stunden warten holte mich dann auch der Posten, drückte mir ein Paket mit Schmalzstullen in die Hand, und ich musste wieder im bekannten Spezialtransporter vom Staatssicherheitsdienst Platz nehmen. Beim Einsteigen hörte ich, dass noch andere Häftlinge mit mir in die „Schießgasse“ transportiert wurden, und während der Fahrt versuchte der Mann in meiner Nebenzelle gleich, Kontakt aufzunehmen. In der „Schießgasse“, die ihren Namen nach der dresdener Straße vor der U-Haft bekommen hatte, habe ich dann erst mal einen richtigen Knast kennengelernt. Schon nach wenigen Stunden sehnte ich mich zurück in meine Stasi-Einzelzelle. Während in der Stasi-U-Haft, abgesehen von den ersten Tagen, eigentlich immer ruhig mit mir gesprochen wurde, hörte ich hier in der Kripo-U-Haft nur noch Geschrei. Ich war noch gar nicht richtig aus dem Transporter ausgestiegen, da wurde ich schon angebrüllt und rumgeschubst.

Foto vom Internet: Untersuchungshaftanstalt „Schiessgasse“ in Dresden

Außer mir war von der Stasi-U-Haft noch Wilhelm und „Caro“‚ von dem ich noch vor kurzem dachte, dass ich mit ihm nie in eine Zelle zusammenkommen möchte, hierhergebracht worden. Wir Drei wurden dann auch gleich in eine Zelle zusammengesperrt.

Als ich nach einiger Zeit einmal rausgeholt wurde aus der Zelle, erkannte ein Wachposten auf meinem Anorak (wir hatten zum Transport unsere eigene Zivilkleidung an) mein „Great Britain“-Wappen auf dem Ärmel, das mir Karli mal aus Polen mitgebracht hatte. Blitzschnell war eine Schere geholt, und, damit mir der Posten den Ärmel nicht zerreißt, musste ich das Abzeichen entfernen.

Wie schon erwähnt‚ habe ich mich bald nach meiner Einzelhaft im Stasi-Knast zurückgesehnt. Hier in der „Schiessgasse“ wurde ich nur angebrüllt‚ dann zum Duschen in den Keller gejagt, dort wieder lautstark zur Eile angetrieben und wieder in die Zelle gesperrt. Vor allem machte mir die Umstellung zu schaffen: Ich hatte jetzt ungefähr ein halbes Jahr Einzelhaft hinter mir, konnte in dieser Zeit und besonders zuletzt kaum noch mit Jemandem ein normales Gespräch führen und hatte mir in meiner Zelle den Tag so eingeteilt, wie es mir gefiel. Jetzt war ich auf einmal wieder mit anderen Häftlingen zusammen, alle wollten ihre in der Einzelhaft angestauten Gespräche loswerden, und so meldeten sich bei mir nach kurzer Zeit die Kopfschmerzen.

Auch das Stasi-Essen lernte ich jetzt schätzen. So einen Fraß, wie wir ihn hier bekamen, hatte ich noch nie gesehen. Morgens gab es für jeden abgezählt vier Scheiben trockenes Brot und Marmelade für etwa eine Scheibe‚ zu Mittag einen undefinierbaren Eintopf‚ wobei der oft nur aus lauwarmem Wasser mit ein paar wenigen Weißkohlblättern bestand‚ die vereinzelt darin rumschwammen, und abends dann wieder vier Scheiben Brot mit entweder Margarine für eine Schnitte oder Sülze‚ aber nie beides zusammen.

Natürlich wurde hier auch gleich wieder durchs Klo gesprochen‚ zumal sich unter uns die Frauenabteilung befand. Doch schon nach wenigen Minuten hatte uns der „Graue Wolf“, so wurde der Stationsleiter genannt, erwischt. „Caro“ bekam gleich einen Schlag vorgesetzt, der ihn quer durch die Zelle fliegen ließ‚ und Wilhelm wurde an den Ohren in die “Steh-Zelle“ geschleppt, wo er den restlichen Tag verbringen musste. Ich hatte Gott-Sei-Dank ziemlich weit hinten in der Zelle gestanden‚ so dass die Wut des „Grauen Wolfes“ an den beiden Anderen verpuffte. Mein einziger Trost war hier, dass der Aufenthalt in der „Schießgasse“ in wenigen Tagen beendet sein würde‚ denn bald‚ so hatten mir die anderen Häftlinge erzählt, würde es ins Zuchthaus abgehen, wo es wieder ruhiger zugehen sollte.

In der nächsten Woche wurde ich eines Tages am Nachmittag völlig unerwartet aus der Zelle geholt und durch mehrere Gänge, Gitter und Schleusen in einen Raum geführt, wo meine Eltern saßen. Nachdem ich im Januar einmal meinen Vater gesehen hatte, saß jetzt auch meine Mutter vor mir. Beide Eltern machten einen sehr niedergeschlagenen Eindruck; sie hatten inzwischen von meiner Verurteilung zu 4 Jahren, 3 Monaten gehört. Jetzt wollten sie natürlich wissen, wie es zu so einer hohen Strafe kam, denn sie wussten ja noch nicht einmal so richtig, warum ich überhaupt verhaftet worden war. Doch gleich machte mich der „Graue Wolf“, der mit am Tisch saß, darauf aufmerksam, dass ich über meine „Straftat“ nicht sprechen dürfte. Auch ein Netz voller Äpfel und Apfelsinen hatten mir meine Eltern mitgebracht, doch das konnte ich mir nur angucken. Jeder Empfang von Geschenken war verboten. Nach 20 Minuten war dann auch schon wieder die Sprechzeit zu Ende, und damit sah ich meine Eltern zum letzten Mal.

Ein paar Tage darauf wurde ich wieder aus meiner Zelle geholt. Diesmal musste ich die Bettwäsche mitnehmen und ich dachte schon, dass die Zeit in der „Schießgasse“ überstanden sei. Doch eine Etage tiefer musste ich schon wieder in eine Zelle eintreten. Wenige Minuten danach wurde aufs Neue die Zellentür aufgeschlossen und ein anderer Häftling betrat die Zelle mit den Worten:

„Guten Tag‚ mein Name ist Kolansky.“ 

„Nanu“ dachte ich, „Den Namen kenne ich doch. Hieß nicht Raimund aus dem Stasi-Knast auch so?“ Also fragte ich:

„Ich bin aus der Stasi-U-Haft. Kommst Du auch von dort?“

„Ja, ich war in Zelle 52.“ 

“Mensch, dann bist Du ja der Raimund, mit dem ich ein halbes Jahr durchs Klo geredet habe. Ich bin Uwe.“ 

Natürlich erinnerte sich Raimund an mich; ich war ja erst ein paar Tage raus aus dem Stasi-Knast. Beide mußten wir feststellen, dass sich jeder den Anderen nach unseren langen Klo-Gesprächen völlig anders vorgestellt hatte. Auch die Stimme klang durch die Klosettrohre ganz anders, doch nachdem wir uns eine Weile unterhalten hatten, konnte man eine Ähnlichkeit mit der Stimme aus dem Klo feststellen. Jetzt konnten wir uns endlich mal richtig unterhalten‚ denn vorher durchs Klo musste ja immer ein unerwünschter dritter Hörer einkalkuliert werden. Raimund sagte mir noch mal genau alles, was er über die Ausweisung wusste‚ berichtete von seiner „Republikflucht“ und wie er in der CSSR geschnappt wurde, und ich erzählte ihm etwas über meine „Straftat“. 

Bald wurde unsere angeregte Unterhaltung aber schon wieder gestört, denn es ging die Zellentür auf und ein dritter Häftling wurde zu uns hineingesteckt. Dieser Häftling, so stellte es sich heraus, war hier wegen „Sitte“, das heißt‚ er hatte seine Tochter vergewaltigt und bekam dafür eine Strafe von zwei Jahren. Sein Rechtsanwalt hatte ihm aber schon versichert, dass er spätestens nach einem Jahr wieder draußen sein würde.

So etwas zu hören war für uns „Politische“ ziemlich bitter‚ denn das war kein Einzelfall. Während die Leute mit „Sitte“ fast immer vorzeitig entlassen wurden, gab es das für „politische“ Häftlinge so gut wie nie. Für uns blieb nur die Hoffnung, auf die Ausweisung‚ von der jedoch die meisten Häftlinge nichts Genaues wussten, und somit auch kaum einer damit rechnete.

Nach zwei Tagen wurden Raimund und der andere Häftling wieder raus aus meiner Zelle geholt und statt ihrer kamen richtige „Berufsverbrecher“ oder BVer, wie sie hier auch genannt wurden‚ zu mir. Der eine saß auch wegen „Sitte“. Er hatte ein 8-jähriges Mädchen vergewaltigt und saß wegen dieses Deliktes inzwischen zum vierten Mal. Der andere war wegen Diebstahl hier‚ allerdings auch bereits zum dritten Mal. Mit diesen beiden konnte ich so gut wie kein vernünftiges Wort sprechen. Meistens zankten sie sich gegenseitig, und mir gegenüber behaupteten sie natürlich, dass sie „unschuldig“ seien und völlig zu Unrecht hier im Knast saßen. Um zu vermeiden, dass beide ihre Zankereien an mir auslassen, gab ich ihnen immer Recht und schimpfte mit ihnen auf die Ungerechtigkeit heutzutage.

Inzwischen war ich schon zwei Wochen hier in der Kripo-U-Haft und es gab noch kein Anzeichen, dass ich bald auf Transport gehen würde. Von verschiedenen Häftlingen hörte ich, dass es mit dem Transport wahrscheinlich noch lange dauern würde‚ denn sämtliche Zuchthäuser seien total überfüllt. Überall‚ so berichteten die Häftlinge aus verschiedenen Zuchthäusern, die während ihres „Strafvollzuges“ vorübergehend hier in der „Schießgasse“ waren, sei in den Gefängnissen der ganzen DDR ein totales Chaos wegen Platzmangel.

Zwei Wochen waren die BVer jetzt schon in meiner Zelle, da wurden sie zum Transport abgeholt. Ich war auch diesmal nicht dabei. Noch am selben Tag kamen zwei andere Häftlinge zu mir in die Zelle, wieder richtige „Berufsverbrecher“. Ihre einzigen Gesprächsthemen  waren „Knacken“ und Saufen. Beide hatten auch schon öfter gesessen und natürlich waren sie auch wieder völlig „zu Unrecht“ bestraft. Im gleichen Atemzug redeten sie aber, was sie beim letzten Mal falsch  gemacht hatten und was sie beim nächsten „Knack“ anders machen müssten.

Auch hier in der „Schießgasse“ hatten wir täglich „Rundgang“. Draußen im Gefängnishof mußten alle Häftlinge einer Station hintereinander mit zwei Metern Abstand im Kreis herumlaufen. Dabei traf  ich Dirk wieder‚ der auch auf den Abtransport in ein Zuchthaus wartete. Wenn die Wachposten mal wegschauten‚ konnten wir uns etwas unterhalten, doch eigentlich gab es nichts mehr zu bereden. Beide warteten wir auf die Ausweisung, alles Andere war nebensächlich.

Abtransport ins Zuchthaus in Cottbus

Nach fünf Wochen sollte ich dann endlich auf Transport gehen, das Ziel war jedoch weiterhin unbekannt. Nachmittags musste ich meine Sachen packen und anschließend ging es in die Effekten-Kammer, wo meine Privatsachen überprüft wurden.

Unterwegs dorthin kam ich an einem zwar vergitterten‚ jedoch geöffneten Fenster vorbei und dort bot sich mir ein unvergessliches Bild: Nachdem ich jetzt über ein halbes Jahr nur noch graue Zellenwände‚ matt schimmernde Glasziegel und trostlose Gefängnishöfe gesehen hatte, konnte ich jetzt einen Blick auf das Dresdner Stadtgetümmel werfen. Die Kripo-U-Haft „Schießgasse“ befindet sich nämlich mitten im Zentrum von Dresden. Ich sah die Hauptstraße mit den Menschen und den Autos‚ die Leute waren sommerlich bekleidet‚ die Sonne schien und überall waren Grünanlagen. Schon nach wenigen Sekunden wurde ich vom Fenster weggejagt‚ doch noch viele Stunden danach beeindruckte mich dieses Bild.

Abends wurde ich dann in die Transportzelle gesperrt‚ wo ich mit noch anderen Häftlingen auf die Abfahrt warten musste. Wir sollten‚ so erzählten andere Häftlinge, mit dem „Grotewohl-Express“ (Otto Grotewohl war der Ministerpräsident der DDR) Richtung Norden, also Richtung Bautzen-Cottbus-Berlin fahren. Dieser „Grotewohl-Express“ war ein Spezialwagon zum Transport von Häftlingen, der von außen wie ein Eisenbahnwagen der Post aussah, und angehängt an D-Züge ständig zwischen allen größeren Orten der DDR pendelte. Innen war er in kleine Zellen unterteilt. 

Abends‚ wir hatten schon über fünf Stunden gewartet‚ wurde ich wieder in meine Zelle zurückgeführt. Der Transport fiel aus, da der „Grotewohl-Express“ schon überfüllt war.

Also wartete ich wieder auf den nächsten Transporttermin‚ der endlich nach einer weiteren Woche dran war. Wieder saß ich stundenlang in der Transportzelle, und gegen 22.00 Uhr stellte sich dann raus, dass auch dieser Transport schon überfüllt war. Inzwischen hatte ich schon über zwei Wochen Tag und Nacht die gleiche Unterwäsche an‚ denn da ich auf Transport gehen sollte, bekam ich keine neue mehr. Auch zum Essen konnte ich mir nichts mehr dazu kaufen, denn mein Geld war schon längst abgerechnet und für mich nicht mehr zugänglich. 

Zwei Tage nach dem letzten Transport-Versuch wurde ich dann endlich mit noch drei anderen Häftlingen in ein Spezial-Auto‚ das ähnlich dem vom Staatssicherheitsdienst war, gesperrt. In einer Zelle‚ in die ich zusammengekrümmt geradeso hineinpasste, kam ich nach etwa fünfstündiger Fahrt im Zuchthaus Cottbus an.

Zuchthaus Cottbus

In Cottbus empfing mich ein furchtbar trostloser Anblick. Durch mehrere Schleusen mit riesigen, mittelalterlichen Toren wurde ich auf einen mit Kopfsteinen bepflasterten Innenhof geführt. Umgeben war dieser Innenhof von roten‚ unverputzten Häusern mit vergitterten und undurchsichtig gemachten Fenstern.

Fotos vom Internet: Zuchthaus Cottbus

Mit den Häftlingen, die mit mir aus Dresden gekommen waren‚ wurde ich dann in eines der abstoßenden Gebäude gebracht. Hier war unser Erstaunen vollkommen. Der Anblick der „Transportzelle“ in Cottbus, in die man uns gesperrt hatte, übertraf alles was wir bisher gesehen hatten. In einer Zelle von 6 mal 10 Metern waren ungefähr 50 Häftlinge untergebracht. Zum Teil in zerlumpter Häftlingskleidung‚ zum Teil in Zivil saßen und lagen die Häftlinge auf Tischen, Bänken‚ unter den Tischen‚ auf dem Fußboden oder auf dem einen Fensterbrett. Dieses Bild erinnerte mich an einen nächtlichen russischen Bahnhof‚ wie er in Filmen über die Revolution immer dargestellt wird. Ein paar Häftlinge schliefen auf dem Fußboden‚ andere würfelten, und wieder andere diskutierten angeregt. Für die 50 Häftlinge stand eine kleine Toilette zur Verfügung, die verstopft war und wo auf dem Fußboden die Scheiße regelrecht rumschwamm.

Fotos vom Internet: Im Erdgeschoss befand sich die „Transportzelle“ vom Zuchthaus Cottbus

Die ersten Fragen, die man uns stellte‚ waren:

„Wo kommt ihr her? Wieviel habt Ihr mitgebracht?“ (Gemeint war damit die Höhe des Strafmaßes)

Uns dagegen interessierte, wie lange wir in dieser dreckigen, überfüllten Zelle bleiben müssten. Nicht wenig staunten wir, als wir erfuhren, dass Viele schon über drei Wochen hier in dieser Zelle warteten. Das Zuchthaus, so berichteten uns die Anderen, sei total überfüllt. Nur ganz vereinzelt würden manchmal Häftlinge von dieser Transportzelle auf die Zugangsstation geholt werden, wo es dann schon etwas angenehmer sei.

Etwas Positives stellte sich aber bei diesem Gespräch auch heraus: Hier in Cottbus saßen nur „politische“ Häftlinge‚ also keine „Kriminellen“. Das war mir ein großer Trost‚ denn von den BVern hatte ich noch von der „Schießgasse“ genug, vor denen hatte ich mich im „Strafvollzug“ am meisten gefürchtet.

Dann kam die erst Nacht in Cottbus. Viele Häftlinge‚ zu denen auch ich gehörte, mußten auf dem Fußboden schlafen, denn die Betten im abgesonderten Schlafraum reichten längst nicht mehr aus. Übrigens stand der Schlafraum am Tage abgesperrt und leer‚ während wir uns in der Transportzelle fast tottrampelten.

Schnell war Kontakt zu den anderen Häftlingen gefunden‚ denn es herrschte‚ wie ich es schon in der Stasi-U-Haft kennengelernt hatte, bis auf wenige Rabaukentypen ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl und Kameradschaftssinn. So erfuhr ich auch von anderen Häftlingen Genaueres über die Ausweisungen in den Westen und vor allem, wie ich mich verhalten müsste‚ damit es auch bei mir klappt. Wie mir schon damals Robert und Raimund erzählt hatten, betonten auch hier alle, dass ich jetzt stets zu erkennen geben müsste, dass ich immer noch in die Bundesrepublik will. Bei dem Aufnahmegespräch, das mit jedem Häftling geführt wird‚ der im Zuchthaus ankommt, äußerte ich mich dann auch in diesem Sinne.

In der Transportzelle lernte ich viele prima Leute kennen‚ mit denen ich mich gut verstanden habe, zum Beispiel den Arzt Friedhelm, den Chemiker Wolfgang, den Archäologen Sigfried, Uwe aus West-Berlin und Carsten, ein Student aus Halle.

Was mich übrigens auch sehr verwunderte, war der Ton, in dem hier die Gefangenen mit den Wärtern redeten. Die Posten wurden von den Häftlingen frech angebrüllt und oft mit „Eierköppe“‚ „Bullen“ oder „Scheißköppe“ betitelt‚ doch darauf reagierten die Wachposten kaum. Was es in einem Knast mit „Kriminellen“ nie geben würde war hier möglich. So erfuhr ich sogar von einem einwöchigen Hungerstreik, der vor einigen Wochen hier wegen des katastrophalen Essens erfolgreich durchgeführt worden war. Ich hatte vorher nie gedacht, dass es so etwas auch in der DDR gibt. Auch war vor kurzer Zeit eine Gruppe hochgegangen (erwischt worden), die einen Tunnel nach draußen gebaut hatte. Nur noch wenige Meter sollten gefehlt haben, als er von den Wachposten entdeckt wurde.

Nach drei Wochen Transportzelle kam ich dann endlich auf die Zugangsstation. Jetzt‚ so hoffte ich‚ würde man mich bald zur Arbeit einteilen und dann könnte ich mich mal wieder etwas freier bewegen. Auch hier im Zuchthaus waren wir ja ständig eingeschlossen, doch bei der Arbeit konnte man dann wenigstens in der Werkhalle herumlaufen.

Auch Raimund aus der U-Haft traf ich hier auf der Zugangsstation wieder, doch er kam gleich am nächsten Tag auf ein Arbeitskommando, so dass ich ihn von da an nicht mehr sprechen konnte. 

Inzwischen war es schon Juli geworden und wir bekamen die Hitze furchtbar zu spüren. In der Zugangszelle‚ die nur ein vergittertes und mit durchscheinendem Drahtglas verdecktes Fenster hatte‚ brüteten wir wie in der Sauna. Die einzige Kühlung, die es noch gab, war die Wasserleitung, doch dadurch wurde die Luft nur noch feuchter und unerträglicher. In diesem Zustand verbrachte ich dann auch meinen 24. Geburtstag. In diesen Tagen nahm ich mir damals fest vor, das ganze Erlebte einmal, wenn alles überstanden ist, aufzuschreiben.

Am meisten hatten die Raucher unter der Arbeitslosigkeit zu leiden. Wir verdienten ja noch kein Geld und hatten somit keine Einkaufsmöglichkeit. Das Geld‚ das die Häftlinge aus ihrer U-Haft mitgebracht hatten‚ durfte hier nicht mehr angerührt werden. So wurden den Rauchern die Zigaretten immer knapper, ihre Laune immer unerträglicher und jeden Tag gab es mehr Streitereien. In ihrer Sucht stopften einige dann sogar das Seegras der Matratzen in die Pfeifen, und andere versuchten es mit getrocknetem Kaffeesatz.

Als Erleichterung empfand ich es jetzt, wenn ich manchmal zum Kartoffelschälen eingeteilt wurde‚ für das es natürlich nichts gab. Allein die Tatsache, endlich nach einem halben Jahr mal wieder einen Handschlag zu tun, war eine Befriedigung, und außerdem konnte ich bei solchen Gelegenheiten aus der Zelle verschwinden, wo sich die bald schon wahnsinnigen Raucher gegenseitig das Leben schwer machten.

Arbeitskommando

Nach zwei Wochen Zugangszelle kam ich dann in das Arbeitskommando „Entgraterei“. Meine neuen Zimmergenossen waren alles prima Kerle….

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Die Flucht – ein Zeitdokument des "Kalten Krieges" / Teil 7 / Menschenhändler, Einzelhaft und Gerichtsprozess

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Anklage als Menschenhändler

Als ich wieder mal zur Vernehmung geholt wurde, legte mir mein Vernehmer ein Schreiben auf den Tisch, das ich unterzeichnen sollte. Total schockiert war ich, als ich darin las, dass ich neben den Paragraphen 100 und 213 nun auch noch wegen „staatsfeindlichem Menschenhandels“ (Paragraphen 105) beschuldigt wurde. Was, so dachte ich, habe ich denn mit Fluchthilfe, oder, wie es offiziell heißt, „Menschenhandel“, zu tun? Ich wollte doch selber in den Westen und habe doch nicht Leute gegen Geld nach drüben befördert! Wie kommt denn der Staatsanwalt nur auf so etwas?

„Ja Thobias, nun tuen Sie doch nicht so unschuldig“, sagte mein Vernehmer, „oder wollen Sie jetzt etwa abstreiten, dass Sie damals, ich glaube es war am 15. Oktober, mit dem VW die Effi und das Ehepaar nach Michendorf befördert haben, diese dem ”Muck‘ übergaben und dann das Fluchtmittel VW zurück nach Berlin brachten. Das ist doch eindeutig ‘staatsfeindlicher Menschenhandel‘.“

„Aber nach Michendorf bin ich doch nur gefahren, um den VW am nächsten Tag für meine Flucht zur Verfügung zu haben. Wenn ich den VW nicht gebraucht hätte, wäre ich doch nie mit der Effi und dem Ehepaar zusammengekommen. Die hätten doch auch ganz allein nach Michendorf fahren können.“

„Hören Sie mal, Thobias, wir sind hier kein Spekulanten-Verein, sondern ein Untersuchungsorgan! Wir ermitteln die Wahrheit und leiten diese dann weiter an den Staatsanwalt. Was der dann daraus macht, ist nicht unsere Sache. Erzählen Sie diese Ausreden Ihrem Staatsanwalt. Der wird Sie sowieso in der nächsten Zeit aufsuchen. Ob der Ihnen dann Ihre Ausreden abkauft, bezweifle ich allerdings.“

Völlig fix und fertig wurde ich wieder in meine Zelle abgeführt. Jetzt ärgerte ich mich über meine Dummheit, damals alles ehrlich erzählt zu haben. Hätte ich doch bloß die Sache mit Michendorf ausgelassen! Dass die Stasi-Leute davon nichts gewusst hatten, ging ja aus der Tatsache hervor, dass die Flucht von Effi und dem Ehepaar geklappt hatte und dass von ‘staatsfeindlichem Menschenhandel‘ in meinem Haftbefehl nichts vermerkt war. Also hätte ich mir doch bei der Vernehmung irgend etwas Anderes für den Tag in Michendorf und die Herkunft des VW, den ich ja für die Fahrt nach Michendorf gebraucht hatte, ausdenken können. Auch Gabi und Dirk hatten nichts gewusst von der Aktion in Michendorf, so dass auch ihre Aussagen mich nicht hätten belasten können. Aber jetzt war es zu spät. Damals war ich zu fertig gewesen, mir so klare Gedanken zu machen, und jetzt konnte ich meine Aussagen nicht mehr widerrufen. Ich musste mich also damit abfinden, dass sich mein Strafmaß um mindestens ein Jahr, also auf drei Jahre, erhöhte. Hoffentlich, so sagte ich mir, klappt es mit der Ausweisung. Das ist der einzige Hoffnungsschimmer aus dem ganzen Schlamassel, und dann brauche ich ja wahrscheinlich auch nicht die ganze Strafe voll abzusitzen.

Inzwischen machte ich mir aber wegen einer anderen Sache furchtbare Sorgen. Bei meinem Geständnis am Anfang meiner Haft, es war in der zweiten Nacht, hatte ich doch nicht erwähnt, wie wir rüber geschleust werden sollten. Und jetzt wollte mein Vernehmer dauernd etwas darüber erfahren, doch ich blieb hartnackig dabei, es nicht zu wissen. Hoffentlich, so dachte ich, plaudern Gabi und Dirk auch nichts darüber aus. Wenn erstmal einer von den Beiden etwas darüber zugibt, bin ich bei den Stasi-Leuten als Lügner verschrieben, und dann kann ich mich auf eine andere Vernehmungsart gefasst machen. Bis jetzt verliefen die Vernehmungen immer noch ganz ruhig, aber das konnte sich schnell ändern. Einen kleinen Einblick erhielt ich ja am Anfang, als ich fast nur angeschrienen wurde. Auch die Autonummer des VW vom „Muck‘ in Michendorf hatte ich verschwiegen, mit der Begründung, sie vergessen zu haben. Doch einmal löcherte mich mein Vernehmer plötzlich, doch endlich die Autonummer zu sagen, ich blieb aber dabei, sie nicht zu wissen.

„Na, nun sagen sie uns schon die Nummer. Oder soll ich ein bisschen nachhelfen?“

„Ich weiß die Autonummer wirklich nicht mehr“, erwiderte ich.

„War es nicht eine Autonummer mit der Zahl 555?“

Nanu, staunte ich. Woher weiß der denn die Nummer, die wirklich stimmt! Aber da erinnerte ich mich, diese Zahl Dirk und Gabi genannt zu haben, als wir in Magdeburg auf „Muck“ warteten und sie auch mit Ausschau halten sollten. Also musste einer ausgeplaudert haben, und ich hatte jetzt zu tun, weiterhin zu beteuern, dass ich diese Nummer vergessen hatte. Doch die Buchstaben der Autonummer, die der Vernehmer jetzt auch noch wissen wollte, konnte ich wirklich nicht sagen, denn die hatte ich mir nie gemerkt. So musste ich jetzt Einiges über mich ergehen lassen, bis der Vernehmer und der Hauptmann endlich einsahen, dass ich die Buchstaben wirklich nicht wusste. Wie leicht konnten also auch Gabi und Dirk über die Art und Weise, wie wir rüber geschmuggelt werden sollten, Auskunft gegeben haben, da wir das ja alle wussten!

Da ich von zu Hause immer noch keinen konkreten Hinweis hatte, dass für meine Ausweisung alles eingeleitet war, und mir Raimund durchs Klo aber sagte, dass die Ausweisung nur klappt, wenn der Rechtsanwalt Bescheid bekommt, direkt oder über Umwege, dass man rüber will, schrieb ich an Dr. Vogel einen Brief, damit er mich hier in Dresden aufsucht und ich ihm dann meinen Entschluss selber mitteilen konnte. Ich erhielt jedoch keine Antwort und versuchte es darum ein paar Wochen später noch mal. Diesmal antwortete mir Dr. Vogel, dass er seinen Vertreter aus Dresden, den Rechtsanwalt Völzke, zu mir schicken würde. Ich malte mir daraufhin schon in Gedanken aus, was ich ihm sagen würde. Ein paar Tage darauf kam er dann auch in die U-Haft, doch sein Besuch ergab sich für mich als völlig sinnlos. Über meinen Fall durfte ich nicht sprechen, da er noch nicht abgeschlossen war und der Rechtsanwalt darum noch nichts über meine „Straftat“ wusste, und über die Ausweisung reden ging auch nicht, denn mein Vernehmer saß daneben und der durfte ja nicht wissen, wie ich wirklich dachte. Dass beim Besuch des Rechtsanwaltes mein Vernehmer dabeisitzen würde, hatte mir vorher keiner gesagt, so dass ich darüber total erstaunt war. So konnte der Rechtsanwalt gerade fragen, ob ich genug zu Essen hätte und wie ich mich gesundheitlich fühle. Auch in der Frage der Einzelhaft konnte er mir nicht helfen.

Eines Tages erzählte mir mein Vernehmer so ganz nebenbei, dass auch Konrad aus West-Deutschland hier in der U-Haft wäre. Ich dachte, meinen Ohren nicht trauen zu können, als ich das erfuhr. Konrad war also‚ wie er uns damals gesagt hatte, drei Wochen nach dem letzten missglückten Fluchtversuch, wieder nach Ost-Berlin gekommen, um sich mit Gabi zu treffen. Dabei hatte man dann die Beiden verhaftet. Einerseits gab mir das natürlich einen ganz schönen Schock. Doch andererseits nahm mir das auch wieder eine große Sorge ab, denn ich sagte mir: Wenn Konrad gleich zwei Tage nach meiner Verhaftung nicht mehr nach West-Berlin zurückkam‚ dann können die sich drüben auch ausrechnen, dass ich ebenfalls verhaftet sei. Also hatte man Regina auf keinen Fall in den Osten locken können‚ um sie auch noch  zu ergreifen. Dann hatte mein Bruder Dieter also bestimmt auch so schnell nach meiner Verhaftung veranlasst, dass ich Dr. Vogel als Verteidiger bekam und meine Ausweisung war beantragt. Auch von meinen Eltern erhielt ich einen Bescheid in dieser Richtung. Mein Vater teilte mir in einem Brief ungefähr sinngemäß mit, dass „die Sache mit den roten Cord-Jeans geregelt sei‚ ich würde sie wiederbekommen“.

Weiterhin in Einzelhaft

Inzwischen war schon Februar und ich hatte immer noch mehrmals in der Woche Vernehmungen. Ich staunte nur über mich selbst, was mir im Laufe der Zeit doch alles für Einzelheiten einfielen‚ und die wollten die Stasi-Leute wissen. Auch zeigte mir mein Vernehmer einmal Fotos, auf denen ich mit Dirk und Mali zu sehen war. Im gleichen Atemzug jedoch stritt mein Vernehmer dann wieder ab, dass ich jemals beschattet worden war. Ich war aber schon so weit abgestumpft, dass ich mir darüber nur noch meine Gedanken machte, ihm aber immer Recht gab. 

Da die Stasi-Leute unbedingt rauskriegen wollten, wer sich hinter dem Namen „Muck“ verbarg, legten sie mir Fotografien von sämtlichen Bundespässen vor, die am 14. Oktober, als „Muck“ mir die Anweisungen für Michendorf gab, die Grenze nach Ost-Berlin passierten. Inzwischen war aber schon zu viel Zeit vergangen‚ und ich konnte ihn wirklich nicht mehr herausfinden.


Anmerkung von heute: Oft ist in den Medien die Rede von physischer Folter in der Haft, um ein Geständnis zu erpressen. Ich bin der Meinung, dass eine physische Folter überhaupt nicht nötig ist, um einen Häftling zum Sprechen zu bringen. Eine langzeitige Einzelhaft, bei der man nur mit einer bestimmten Bezugsperson (Vernehmer) sprechen darf, reicht völlig aus, um ein ausführliches Geständnis zu bekommen. Der Mensch hat ein wahnsinnig starkes Bedürfnis danach sich mitzuteilen. Nach einer langen Einzelhaft wird man nicht nur gesprächig, sondern man kann das Mitteilungsbedürfnis nur noch mit grösster Anstrengung zurück halten. Damit will ich die Grausamkeit der Einzelhaft nicht herunterspielen. Die Folgen von so einer langen Isolation sind langfristig und psychisch. Für den Vernehmer hat die Einzelhaft den grossen Vorteil, dass im Allgemeinen keinen offensichtlichen Beweisen für eine Folter vorliegen. Wenn also von physischer Folter in Gefängnissen die Rede ist, ist das nur das Resultat sadistischer Eigenschaften der Peiniger, oder die Ermittler stehen unter einem extremen Zeitdruck.


Durch die lange Einzelhaft war es für mich ein großes Bedürfnis, mich irgend jemandem mitzuteilen. Die Klo-Gespräche wurden aber immer seltener und so blieb mir nur der Vernehmer‚ der ja immer korrekt und manchmal sogar freundlich zu mir war. Natürlich war ich mir darüber im Klaren, dass das seine Taktik war, doch ich wurde bei ihm immer gesprächiger.

lm März erschien mein Staatsanwalt in der U-Haft‚ der sich mit dem Namen Zöllner vorstellte. Nicht nur sein äußerst fieses Aussehen ließ ihn mir gleich unsympathisch erscheinen. Auch seine Art, mich ständig spüren zu lassen‚ wie sehr er mich hasste, und dass er in mir den größten Verbrecher sah, machte ihn auch mir verhasst. Trotzdem fragte ich ihn‚ warum ich immer noch in Einzelhaft sei, und darauf antwortete er mir:

„Machen Sie sich keine Hoffnungen, mit jemandem zusammen in eine Zelle zu kommen. Ihre Einzelhaft habe ich angeordnet und sie wird auch bis zum Gerichtsprozeß beibehalten.“

Da hatte mich also mein Vernehmer ständig angelogen‚ als er sich bei mir dauernd mit der Ausrede von „keinem entsprechenden Fall für mich“ herausredete. Aber inzwischen hatte ich mich schon an die Einzelhaft gewöhnt, so dass mich die Auskunft des Staatsanwaltes Zöllner gar nicht mehr so beeindruckte. Ich hatte einige Beschäftigungen gefunden, mit denen ich die Zeit ganz gut über die Runden bringen konnte. So zeichnete ich mit einem Nagel auf Schokoladen-Silberpapier (Papier und Bleistift waren in der Zelle streng verboten), entwarf eine komplette Modelleisenbahn-Anlage bis in die kleinsten Einzelheiten, konstruierte Häuser und malte noch vielen anderen Blödsinn. So verging die Zeit eigentlich recht schnell und ich konnte es kaum fassen, dass ich nun schon über vier Monate in Einzelhaft eingesperrt war.

Die lange Einzelhaft wirkte sich allmählich auch auf meine Sinnesorgane aus. Da ich schon seit Monaten nicht mehr in die Ferne schauen konnte (die weiteste Entfernung zum Gucken war von einem Ende der Zelle zum anderen Ende, also nicht mehr als 3 Meter), versuchte mein visueller Sinn diese Einschränkung zu kompensieren. Wenn ich in der Zelle auf und ab lief und dabei auf die ungepflegten Wände schaute, erschienen diese Wände, als wenn sie weit entfernt waren. Die fleckigen Wände gaben mir das Gefühl, als wenn ich mit einem Flugzeug über einer Landschaft flog.

Ein anderes Phänomen erlebte ich mit der Musik, oder besser gesagt, mit der nicht vorhandenen Musik. Da ich schon monatelang keine Musik mehr gehört hatte, versuchte mein Gehirn auch diesen Zustand zu kompensieren. Bei jedem anhaltendem Geräusch in der Ferne hörte ich irgendeine Musik darin. Ich erinnere mich, zum Beispiel, dass irgendwo in der Ferne jemand mit einem Presslufthammer viel Lärm machte. In meinem Gehirn wurde aus diesem Lärm Musik. Ich hörte im Geräusch des Presslufthammers Melodien. Auch hatte ich während dieser Zeit viele Ideen für neue Melodien. Leider konnte ich davon nichts aufschreiben, denn ich kann keine Noten schreiben, und Papier und Bleistift waren ja verboten.

Inzwischen war Raimund in eine andere Zelle verlegt worden, doch die Klo-Verbindung blieb weiterhin bestehen. Wir waren inzwischen schon regelrecht Vertraute geworden, denn mit ihm hatte ich von allen Häftlingen die längste Zeit Verbindung. Ich kannte seinen Nachnamen Kolansky, unsere Adressen hatten wir ausgetauscht und ein Treffen im Westen war auch schon ausgemacht. Auch andere Leute hatte ich inzwischen kennengelernt, zum Beispiel zwei Zellen neben mir einen Andreas‚ schräg über mir Rudi, dann noch Olaf, Titus, Bernd, Wilhelm, Christine, Heidi und den 17-jährigen „Caro“. Dieser „Caro“ war ein furchtbarer Spinner und ich dachte mir, dass ich doch lieber in Einzelhaft sei, als mit so Einem zusammen in einer Zelle.

Gerichtsprozess

Als man mir im April sagte, dass die Ermittlungen abgeschlossen seien und in den nächsten vier Wochen mit dem Prozess zu rechnen sei, verging die Zeit wieder so langsam wie in den ersten Tagen. Jetzt fühlte ich mich dauernd krank, mal hatte ich Durchfall und Bauchschmerzen, dann wieder Verstopfung, und auch das Alleinsein nahm mich mächtig mit. Da keine Vernehmungen mehr waren, kam ich kaum noch aus meinen vier Wänden raus und die Zelle wurde mir immer kleiner. Abends bildete ich mir manchmal sogar schon Gespenster ein, das heißt‚ Lichtreflexe und Schatten sah ich um mich rum huschen, für die ich bei genauem Hinsehen keine Erklärung fand. Diese Wochen waren keine angenehme Zeit und ich hoffte nur, dass der Prozess bald beginnt und ich in eine andere Umgebung komme.

Ende April, nach ungefähr 6 Monaten Einzelhaft und Vernehmungen, erhielt ich dann endlich die Anklageschrift‚ das bedeutete, in der nächsten Woche war der Prozess. Als ich mir diese Anklageschrift durchlas dachte ich, mich trifft der Schlag. Nach den Worten des Staatsanwaltes war ich der schlimmste Verbrecher, den es jemals gab, und ein Mörder war in seinen Augen bestimmt besser angesehen. Andererseits nahm ich die Anklageschrift aber gelassen hin, denn ich wusste ja, dass Alles für meine Ausweisung veranlasst war und mich jetzt das Urteil sowieso nichts anging; ich musste nur noch auf den Abtransport gen Westen warten.

Jetzt durfte ich auch mit einem Rechtsanwalt, der inzwischen meinen Fall übernommen hatte‚ unter vier Augen sprechen. Dr. Vogel‚ der sich selber nicht mit der Verteidigung seiner Klienten abgab, hatte meinen Fall an Rechtsanwalt Völzke aus Dresden übergeben. Der musste jedoch für mich noch einen anderen Rechtsanwalt besorgen, den Rechtsanwalt Hamann, da er schon Gabi und Konrad zu verteidigen hatte. Diesem Rechtsanwalt Hamann, der einen recht sympathischen Eindruck auf mich machte, beauftragte ich, um ganz sicher zu gehen, Dr. Vogel unbedingt mitzuteilen, dass ich weiterhin in die Bundesrepublik möchte und er alles für meine Ausweisung tun soll. Mein Rechtsanwalt versicherte mir, dieses Dr. Vogel auszurichten, doch selber tat er so, als wüsste er nichts über die Ausweisungsmöglichkeit. Seinem lächelnden Gesicht konnte ich aber ansehen, dass alles für mich getan wurde.

Vom Dienstag dem 24. April bis zum Donnerstag dem 26.4. erstreckte sich dann der Prozess gegen Konrad‚ Gabi‚ Dirk und mich. Zum Gericht wurden wir in einem Spezialauto hin transportiert‚ das außen wie ein normaler Lieferwagen aussah und innen in kleine Zellen unterteilt war. Während der Fahrt wurde mir furchtbar schlecht‚ denn nach einem halben Jahr in der Zelle sitzen machten mir das Autofahren und die Auspuffgase sehr zu schaffen. Dazu kam noch, dass ich rückwärts sitzen musste und die Zelle so klein war, dass ich gerade hineinpasste, mich aber nicht mehr bewegen konnte. Nicht viel hatte gefehlt, und ich hätte mich übergeben müssen; doch da hielt das Auto Gott-Sei-Dank wieder an und wir Vier wurden‚ jeder von einem Posten an einer „Knebelkette“ gehalten, ins Gerichtsgebäude abgeführt.

An den Prozess kann ich mich, wegen der Fülle der neuen Eindrücke nach der langen Einzelhaft, nur noch sehr schwach erinnern. Alles kam mir wie ein Alptraum vor. Gabi, Konrad und Dirk konnte ich jetzt auch wiedersehen‚ wobei ich Konrad kaum erkannte. Ihn hatte die Einzelhaft wohl am meisten von uns Vieren mitgenommen. Obwohl wir nicht miteinander sprechen durften – ein Posten stand ständig daneben – konnte ich mir doch durch Flüstern Gewissheit schaffen, dass die Anderen nicht über die Durchführung der Flucht gesprochen hatten. Diese Sache konnte also nicht vor Gericht besprochen werden. Damit war eine große Sorge von mir genommen‚ denn ich hatte mir schon in allen Farben ausgemalt, wie ich dastehen würde, wenn mir der Richter plötzlich vorhält, dass ich der Einzige sei, der sich noch immer „gegen unseren Staat und unsere Gesellschaft stellt und den Aufklärungsorganen bis zum Schluss Schwierigkeiten macht, indem er weiterhin der Schleuser-Organisation Vorschub leistet und nicht darüber spricht, wie er geschleust werden sollte“. Doch soweit konnte es also nicht kommen, da alle dichtgehalten hatten.

Der Prozess verlief dann wie eine perfekte Theatervorstellung‚ natürlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Den Vorsitz führte eine Richterin und neben ihr saßen zwei Rentner als Schöffen. Dann waren noch von Dirk‚ Gabi und mir je ein „gesellschaftlicher Ankläger“ und ein „Gesellschaftlicher Beobachter“ anwesend‚ die Anklage führte der Staatsanwalt Zöllner und zur Verteidigung waren mein Rechtsanwalt Hamann, für Gabi und Konrad Rechtsanwalt Völzke und für Dirk noch ein unbenannter Rechtsanwalt mit Parteiabzeichen bestimmt worden.

Es begann mit der „Beweisaufnahme“‚ bei der jeder von uns vier Angeklagten noch mal alles erzählen musste‚ wie die letzten Monate vor der Verhaftung verliefen. Dabei stellten die Richterin und die beiden senilen Schöffen ab und zu solche Fragen wie zum Beispiel:

„Angeklagter Thobias, haben Sie sich denn auch mal Gedanken darüber gemacht, dass in dem VW, mit dem Sie die Schleusung in Michendorf durchführten, von der Schleuserorganisation eine Bombe eingebaut sein konnte, mit der man Sie töten wollte? Aus Rundfunk, Presse und Fernsehen sind Ihnen doch sicher die Praktiken solcher Verbrecher-Organisationen bekannt.“

Einmal wurde ich auch ermahnt, das Gericht nicht für dumm zu verkaufen. Ich wollte doch unbedingt noch mal versuchen‚ den „Menschenhandel“-Paragraphen los zu werden. Darum brachte ich wieder meine Ausrede an, die Fahrt nach Michendorf nur gemacht zu haben‚ um für meine eigene Flucht ein Auto zu haben. Doch damit verärgerte ich die Richterin nur noch mehr und sie ermahnte mich mehrmals zur Disziplin.

Während dieser „Beweisaufnahme“ sagten die Verteidiger fast kein Wort, denn sie wussten ja, dass sie das schon längst feststehende Urteil doch nicht mehr ändern konnten. Und den Mund wollte sich von den Anwälten ja auch keiner verbrennen.

Am dritten Tag wurden dann die Schlussreden der Ankläger und der Verteidiger gehalten. Während die Rechtsanwälte lediglich unsere ‘“makellose, sozialistische Lebensweise vor Beginn der Straftat“ hervorheben konnten, die Staatsanwalt Zöllner jedoch gleich als „geschickte Tarnung der Angeklagten“ auslegte, tobten sich die „gesellschaftlichen Ankläger“ so richtig ihre Aggression an uns aus. Mein gesellschaftlicher Ankläger“‚ ein Dr. Backmeister von der TU Dresden, forderte für mich sogar die Höchststrafe‚ wobei für den Paragraphen 105 („Menschenhandel“) nach dem Strafgesetzbuch kein Höchstmaß angegeben ist; „lebenslänglich“ wäre ihm also noch zu wenig gewesen.

Staatsanwalt Zöllner hatte dann die Gelegenheit, eine mehrstündige Rede zu halten‚ die von Gestik und Mimik unterstrichen‚ kein Schauspieler hätte nachmachen können. Ungefähr drei Viertel seiner „Anklagerede“ bezogen sich auf den „Unruheherd West-Berlin“, „Die Bonner Brandt-, Strauß- und Barzel-Clique“ und der „Imperialismus als Hauptfeind“, während er im restlichen Viertel dann auf uns Angeklagte wetterte. 

Der Strafantrag des Staatsanwaltes gab uns dann einen mächtigen Schock, denn mit so hohen Strafen hatte keiner – auch nicht in den schlimmsten Vermutungen – gerechnet. Für mich beantragte er 4 Jahre und 3 Monate, für Konrad sogar 4 Jahre und 8 Monate, Dirk sollte 3 Jahre und 4 Monate bekommen und Gabi 2 Jahre und 6 Monate.

Nachdem für den 2. Mai die Urteilsverkündung vereinbart war‚ wurden wir dann wieder‚ eingepfercht in das Spezial-Stasi-Auto, in die U-Haft zurückgebracht.

Dass ich zu über vier Jahren verurteilt werden sollte‚ konnte ich einfach nicht fassen. Erhofft sich denn der Staatsanwalt, so fragte ich mich, dass ich nach vier Jahren anders denke und ein „sozialistischer Staatsbürger“ werde? Weiß denn der Staatsanwalt überhaupt‚ was vier Jahre für eine lange Zeit sind? Wenn ich mir vorstellte, dass ich zum Beispiel vier Jahre lang zur Oberschule gegangen war, und an die Länge dieser Zeit dachte‚ war es einfach unfassbar, dass ich jetzt zu so einer Strafe verurteilt werden sollte. Das mußten auch die Richterin und die Schöffen einsehen, und sicher würden sie das Urteil‚ so hoffte ich, doch nicht ganz so hoch festlegen.

Am 2. Mai war dann die Urteilsverkündung. Gespannt lauschten Konrad‚ Gabi‚ Dirk und ich auf das Urteil des Gerichtes. Doch alle Illusionen wurden zerschlagen‚ als nach endlosem Gesülze, ähnlich dem des Staatsanwaltes, „im Namen des Volkes“ verlesen wurde:

„Das Hohe Gericht verurteilt die Angeklagten

      Dr. Konrad Engelhard zu 4 Jahren 8 Monaten,

      Uwe Thobias zu 4 Jahren 3 Monaten,

      Dirk Polski zu 3 Jahren 4 Monaten und

       Dr. Gabi Krätschmar zu 2 Jahren 4 Monaten

strengen Strafvollzug.

Außerdem werden als Tatwerkzeuge eingezogen:

        1 PKW VW der Eveline Lading (nicht anwesend)

        1 PKW BMW (Mietwagen vom Dr. Konrad Engelhard aus West-Berlin)

         1 PKW Trabant vom Angeklagten Thobias

         Bargeld in Höhe von 2900 Mark, ebenfalls vom Angeklagten Thobias.“

Das Gericht hatte also alle Anträge, bis auf den von Gabi‚ der um zwei Monate herabgesetzt wurde, angenommen. Meinen Trabant hatten sie mir als „Tatwerkzeug“ weggenommen, weil ich im Juni damit mal nach Berlin fuhr, als ich mich dort mit Regina traf, und der BMW, mit dem Konrad aus West-Berlin am Tage seiner Verhaftung in den Osten kam, war auch „Tatwerkzeug“‚ da Konrad bei dem Treff mit Gabi noch mal mit ihr über die geplatzte Flucht sprach.

Über dieses hohe Urteil waren natürlich auch alle Häftlinge erstaunt, die ich durchs Klo davon unterrichtete; damit hatte keiner gerechnet‚ wobei die Leute allerdings auch nicht genau wussten‚ was ich eigentlich gemacht hatte. Über Einzelheiten der „Straftaten“ unterhielten wir uns dort doch lieber nicht, da ja die Stasi-Leute leicht unsere Gespräche abhören konnten und das auch schon oft vorgekommen sein soll. Berufung gegen dieses Urteil einzulegen rieten mir alle ab, da sonst  die Ausweisung nur verzögert würde. Auch der Rechtsanwalt meinte, dass es sinnlos wäre. Das Gericht würde den Berufungsantrag ganz bestimmt ablehnen oder meine Strafe nur noch erhöhen. So wurde das Urteil nach sieben Tagen Berufungsfrist rechtskräftig und ich musste täglich mit dem Abtransport in eine Strafvollzugsanstalt (Zuchthaus) rechnen.

Abtransport in die „Schießgasse“

Drei Tage darauf, am Freitag‚ wurde ich dann geholt‚ musste meine Bettwäsche zusammenpacken…..

Fortsezung folgt

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Die Flucht – ein Zeitdokument des "Kalten Krieges" / Teil 6 / Kontakt mit Häftlingen, Hoffnung, Weihnachten und Vaters Besuch

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Verbindung mit anderen Häftlingen

Als ich wieder in der Zelle eingeschlossen war‚ hörte ich dauernd Jemanden von der Nebenzelle gegen die Wand klopfen. Schon gestern war mir dieses Klopfen aufgefallen‚ doch da hatte ich keine Lust, mich damit zu beschäftigen. Jetzt konnte ich mich aber genau darauf konzentrieren. Dieses Klopfen musste irgend etwas bedeuten, denn ich erkannte in den Klopfzeichen etwas Regelmäßiges. Noch einmal suchte ich ausführlich die Zelle ab. Vielleicht, so dachte ich, finde ich irgendwo eingeritzt den Kode für die Klopfzeichen. Aber mein Suchen war vergebens, ich fand nichts. Inzwischen wurde das Klopfen mit einer erstaunlichen Beharrlichkeit fortgesetzt. Nach einer Pause zählte ich die Klopfzeichen mal mit und es ergaben sich die Zahlen 14,1,13‚ 5. Was hat das bloß zu bedeuten, dachte ich. Wenn ich doch den Kode zum Entschlüsseln der Zeichen hätte! Vielleicht könnte ich dann Verbindung zu anderen Gefangenen aufnehmen. Ich musste unbedingt rauskriegen‚ was die Zahlen 14, 1‚13, 5 bedeuteten, die immer noch geklopft wurden. (mehr …)

Die Flucht – ein Zeitdokument des "Kalten Krieges" / Teil 5 / Verhaftung

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18. November 1971: Verhaftung

Am Donnerstag dem 18. November wurde ich durch langes Klingeln aus dem Bett geworfen. Erst gegen morgen war ich eingeschlafen und so tapste ich mit noch fast geschlossenen Augen zur Tür. Als hätte mir jemand einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf ausgeschüttet, war ich beim Öffnen der Tür in wenigen Sekunden hell wach. Schneller als ich gucken konnte, standen drei große‚ starke Männer mit Ledermänteln in der Wohnung und fragten nach „Herrn Thobias“. Als ich ihnen sagte, dass ich dieser gesuchte Herr sei, trat der eine dicht vor mich hin und sprach in befehlendem Ton: (mehr …)

Die Flucht – ein Zeitdokument des "Kalten Krieges" / Teil 4 / Breschnews Besuch und Beschattung

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29. Oktober 1971: Nächster Fluchtversuch – Breschnews Besuch

Ohne noch großartige Erklärungen abzugeben, fuhr ich dann am Freitag den 29. Oktober wieder nach Berlin. Auch diesmal empfing Mali wieder Dirk und mich auf dem Ostbahnhof und wir fuhren zusammen in ihre Treffwohnung. Vorher schauten wir noch mal zu unserem zurückgelassenen VW vor dem Ostbahnhof‚ doch der stand nach wie vor unverändert an seinem Platz. Diesmal hatte ich schon in Dresden versucht, die Stasi-Leute loszuwerden, bevor ich zum Bahnhof gefahren war. Ob ich dabei wirklich Erfolg gehabt hatte, weiß ich nicht, jedenfalls zeigte sich dann im Zug nach Berlin nichts Verdächtiges. Mali war recht guter Stimmung, denn sie meinte, das „Scheiß-Spiel“ wäre nun endlich bald vorbei, morgen würden sie uns rüber holen.

Am nächsten Morgen traf ich mich mit Dirk um 10.00 Uhr vor einer Buchhandlung am Alexander-Platz wieder mit Mali. Diese führte uns gleich darauf zum “Neptun-Brunnen“, wo schon Konrad und Gabi auf uns warteten, und verschwand dann wieder nach West-Berlin. Konrad, der wusste, wie es weiter ginge, sollte jetzt die Führung übernehmen. Mit Konrads BMW fuhren wir zuerst zum Treptower Park. Dort setzten wir uns an der Bulgarischen Straße in eine Gaststätte, um auf eine weitere Person zu warten. Konrad musste alle halbe Stunde raus auf die Straße gucken, denn es war keine feste Treffzeit ausgemacht, sondern nur, dass zu jeder vollen halben Stunde mit dieser Person gerechnet werden konnte. Das war wieder eine der Sicherheitsmaßnahmen der Fluchthelfer, die kein Risiko eingehen wollten. Konrad war diesem Mann am Vormittag in West-Berlin gegenübergestellt worden, so dass er ihn wiedererkennen konnte. Uns beschrieb er ihn als einen Ausländer mit schwarzen Haaren, der nur gebrochenes Deutsch spräche und den Decknamen “Fritz“ hätte. Wenn dieser „Fritz“ von Konrad gesehen würde, sollte er ihn uns zeigen, so dass wir ihm nachgehen könnten, und Konrad musste dann schleunigst nach West-Berlin verschwinden.

Als der „Fritz“ um 13.00 Uhr immer noch nicht erschienen war, entschlossen wir uns, die ungemütliche Gaststätte zu verlassen und im Park spazieren zu gehen. Wir hielten uns in der Nähe der Bulgarischen Straße auf, so dass Konrad weiterhin schnell alle halbe Stunde dort nach dem Ausländer „Fritz“ Ausschau halten konnte. Natürlich waren wir alle sehr aufgeregt. Nur noch wenige Stunden, und wir sollten alle im Westen sein! Keiner konnte es sich so richtig vorstellen; hatten wir doch bisher nur schlechte Erfahrungen gemacht. Und dann wussten wir ja noch nicht einmal, auf welche Art und Weise wir überhaupt rüber geholt werden sollten. Konrad war wieder mal zur Bulgarischen Straße gegangen, um Ausschau nach dem Ausländer zu halten, als er noch aufgeregter zurückkam. “Da vorn steht überall Polizei, jetzt ist alles aus!“

Ratlos schauten wir uns an. Dass die Polizei nicht wegen uns dort stand, war klar. Aber sollte heute etwa wieder die gleiche Panne passieren, wie in Magdeburg? Also gingen wir erstmal alle zur Straße vor und überzeugten uns selber davon, wie die Lage ausschaute.

Doch Konrad hatte sich nicht getäuscht: Mehrere Polizeiautos und etwa alle 10 Meter ein paar Polizisten, die auf irgendwas zu warten schienen. Was hatte das bloß zu bedeuten? Ein Polizist, den wir einfach befragten, gab uns keine Auskunft. Inzwischen bemerkten wir auch, dass jetzt gar kein Auto mehr auf der Straße fuhr; die Straße musste abgesperrt worden sein. Um endlich Klarheit zu erlangen, gingen wir ein Stückchen die abgesperrte Straße entlang. Etwas weiter vorn standen einige Fußgänger, und als wir die befragten, was das riesige Polizeiaufgebot und die Straßensperrung zu bedeuten hätten, erfuhren wir folgendes: Heute Nachmittag sollte der sowjetische Parteichef Breschnew zu einem inoffiziellen Besuch nach Berlin kommen. Aus diesem Grund wurde die Straße gesperrt, denn wir befanden uns auf der Strecke, die vom Flughafen Schönefeld zum Ost-Berliner Regierungsbezirk führte. Aus diesem Grund auch die viele Polizei. Jetzt wussten wir also, was hier vor sich ging. Doch ein Trost war das auch nicht, denn es war zu befürchten, dass jetzt der Kontakt mit dem Fluchthelfer „Fritz“ nicht klappen würde.

Wir liefen also weiterhin in der Nähe der Bulgarischen Straße herum und Konrad, der immer aufgeregter wurde, sah sich nach dem Ausländer um. Inzwischen war noch mehr Polizei entlang der Straße aufgebaut und wir entdeckten auch einige zivile Autos vom Staatssicherheitsdienst. Die hatten uns jetzt gerade noch gefehlt! Als es gegen 14.00 Uhr wurde, ging Konrad wieder zur Bulgarischen Straße vor. Nach wenigen Minuten kam er aufgeregt gestikulierend zurück. Konrad war so aufgeregt, dass er kein Wort mehr herausbrachte. Nur mit größter Mühe stammelte er den Namen „Fritz“, wies dabei in eine Richtung, und ohne noch etwas zu sagen entfernte er sich schnell von uns.

Wir gingen also in die von Konrad bezeichnete Richtung vor, doch dort sahen wir neben der Polizei viele Fußgänger. Welcher sollte nun der „Fritz“ sein? Keiner von uns konnte einen typischen Ausländer entdecken. Was nun? Konrad war auch schon verschwunden. Wem sollten wir bloß nachlaufen? Ein Stückchen weiter stand ein Mann mit schwarzen Haaren etwas abgesondert von den anderen Passanten. War das „Fritz“? Wie ein Ausländer sah er ja nicht aus, aber er trug schwarze Haare und ging jetzt auch langsam in der Richtung weiter, die uns Konrad gezeigt hatte. Also verfolgten wir diesen Mann in einem gewissen Abstand. Irgendwann, so hatte Konrad uns gesagt, würde „Fritz“ uns dann ein Zeichen geben.

Unser „Fritz” führte uns immer weiter von der Bulgarischen Straße weg, und uns kam die Sache nun doch etwas sonderbar vor. Obwohl wir uns diesem Mann einige Male sehr näherten, hatte er uns noch immer kein Zeichen gegeben. Sollten wir doch einem Verkehrten nachlaufen? Aber in der von Konrad gezeigten Richtung war doch dieser Mann der Einzige gewesen, der nach Konrads spärlicher Beschreibung in Frage kam. Er musste es doch sein, denn er ging ja immer weiter und jetzt drehte er sich auch manchmal nach uns um. Oder sollten wir doch einem Falschen verzweifelt nachlaufen? Ungefähr eine halbe Stunde liefen wir nun schon diesem „Fritz“ hinterher, als wir die Verfolgung aufgaben. Er konnte unmöglich unser Ausländer sein, denn sonst hätte er uns bestimmt schon ein Zeichen gegeben.

Völlig niedergeschlagen, denn nun war die Flucht-Aktion also wieder fehlgeschlagen, gingen wir zur Bulgarischen Straße zurück. Dort bot sich uns das gleiche Bild wie vor einer halben Stunde: Überall Polizei und viele neugierige Zuschauer. Total verzweifelt setzten wir uns auf eine Bank beim Treptower Park. Was sollte nun werden? Keiner wusste eine Antwort. Mit dieser Panne hatte keiner gerechnet. Wer konnte auch schon vorherahnen, dass gerade am Tage unserer Flucht Breschnew zu einem inoffiziellen Besuch kommen würde, und ausgerechnet die Straße, auf der der Kontakt zwischen uns und den Fluchthelfern stattfinden sollte, darum abgesperrt wird.

Ganz nebenbei erzählte jetzt Dirk, dass er vorhin, als Konrad uns aufgeregt die Richtung des Ausländers zeigte, einen Asiaten gesehen hatte. Der war jedoch in die völlig entgegengesetzte Richtung als die von Konrad gewiesene weggegangen, so dass er ihm keine weitere Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Jetzt war dieser Ausländer allerdings nicht mehr zu sehen, es war ja seitdem schon fast eine Stunde vergangen.

Gabi hatte sich mit Konrad für den Fall, dass es heute wieder nicht mit der Flucht klappen würde, für morgen früh in Ost-Berlin verabredet. Auch Dirk erwartete am nächsten Tag wieder seine Mali. Also gingen wir zum S-Bahnhof „Treptower Park“, um in die Innenstadt zu fahren und irgendwie die Zeit bis morgen abzuwarten. Kurz vor dem S-Bahnhof zeigte Dirk plötzlich auf einen Parkplatz und meinte: 

“Dort ist der Ausländer, den ich vorhin schon mal sah!“ 

Dabei wies er auf einen großen, schwarzhaarigen Asiaten. Dieser schien uns bemerkt zu haben, und als wir auf ihn zu gingen, trat er uns lächelnd entgegen mit den Worten:

“Ich bin Fritz. Wo wart ihr so lange?“

Kurz erzählten wir „Fritz“, wie alles gekommen war, und er erklärte uns, wie wir uns jetzt verhalten müssten. Er würde sich mit Gabi zusammen wie ein Paar hinstellen, und Dirk und ich sollten in ungefähr 10 Meter Abstand ihn genau beobachten und ihm nachlaufen. So wollten wir die Regierungskolonne mit Breschnew abwarten.

Inzwischen hatte sich auf dem Fußweg eine Menge Menschen angesammelt, die alle neugierig warteten. Kurz darauf erschienen dann die Staatslimousinen, und Breschnew, der Beherrscher des Ostblocks‚ ließ sich sogar herab, hinter seiner Scheibe hervor zu grinsen und würdevoll seine Hand zu heben, worauf ihm auch einige Zuschauer vom Straßenrand zuwinkten. Falls er mich gesehen haben sollte, wird ihm bestimmt aufgefallen sein, dass ich nicht zu den Zuschauern gehörte, die hier zum Hurra-Rufen Spalier standen.

Kurz darauf zerstreuten sich die Fußgänger schnell wieder, und am Parkplatz war es fast menschenleer. Die Straße war für den Verkehr wieder freigegeben worden, die Polizei war verschwunden. Auf dem Parkplatz standen nur noch ein Wartburg und ein Mercedes. Dieser Wartburg erregte jedoch unsere Aufmerksamkeit, denn er stand schon, bevor Breschnew vorbeikam‚ an der Parkplatzausfahrt. Drinnen saß ein Liebespaar, das anscheinend sehr mit sich beschäftigt war. Als nun der Regierungs-Konvoi vorbeigefahren war und danach die Straße wieder freigegeben wurde, fuhr dieser Wartburg jedoch immer noch nicht los. Wir schauten mehrere Male zu diesem PKW herüber, und darauf stieg der Fahrer aus und baute an den Zündkerzen herum. Dann stieg er wieder ein und fuhr immer noch nicht los. Wie kam der Fahrer also darauf, so fragten wir uns, die Zündkerzen heraus zu bauen, wenn er vorher gar nicht den Motor ausprobiert hatte und auch hinterher nicht den Motor startete? Irgendwas stimmte mit diesem Wartburg nicht! Inzwischen gingen wir mit „Fritz“ auf dem Parkplatz ein Stück auf und ab und dabei erklärte er uns in seinem gebrochenen Deutsch, dass wir auf sein Zeichen in den Kofferraum des „Mercedes“ steigen sollten. In diesem Auto würden wir dann nach drüben befördert werden.

Darüber waren wir natürlich sehr erstaunt, denn mit so einer billigen Flucht hatten wir nicht gerechnet. Was sollte denn werden, wenn man das Auto kontrollieren würde? Doch „Fritz“ versicherte uns immer wieder, dass wir Vertrauen haben müssten und dass das eine hundertprozentig sichere Sache sei. Dieses Auto würde man nicht kontrollieren und somit könnte nichts passieren. Und dann war es doch aber gar nicht möglich, zwischen den vereinzelten Sonnabendnachmittag-Spaziergängern in einen Kofferraum zu steigen. Das würde doch auf jeden Fall auffallen! 

Plötzlich sah ich auch noch hinter ein paar Büschen meinen Rathenower Schulfreund Peter, der inzwischen in Berlin wohnte, auf mich zu kommen. Er musste mich schon längere Zeit gesehen haben, denn er begrüßte mich schon von weitem freudestrahlend.  So gern ich auch sonst immer mit Peter zusammen war, heute passte mir das Zusammentreffen mit ihm gar nicht. Er wird sicher erstaunt gewesen sein über die schroffe Art, mit der ich ihn abfertigte, doch was sollte ich machen. Später, so dachte ich, wenn ich erst mal drüben wäre, könnte ich ihm alles erklären. Nachdem ich Peter so abgewiesen hatte, ging ich wieder zu Gabi, Dirk und „Fritz“ herüber. Der „Wartburg“ war inzwischen doch abgefahren,

„Fritz“ sah jedoch inzwischen ein, dass wir an dieser Stelle unmöglich in den Kofferraum des Mercedes steigen konnten. Aber „Fritz“ meinte, dass das nicht so schlimm sei, denn ein Stückchen weiter entfernt sei noch ein Parkplatz, zu dem wir gehen könnten, der Mercedes würde dann dort stehen.  Also begaben wir uns zu diesem Parkplatz und siehe da: der „Mercedes“ war auch schon dort, ohne dass ein Fahrer zu sehen war. Bald mußten wir jedoch feststellen, dass es auch hier nicht möglich war, in den Kofferraum zu klettern, denn ganz in der Nähe stand ein Bus, dessen Fahrer uns aufmerksam beobachtete. Da wir einige Male auf dem Parkplatz auf und ab gegangen waren, musste der Fahrer wohl auf uns aufmerksam geworden sein – oder sollte das wieder einer von den Stasi-Leuten sein? Inzwischen schlossen auch Dirk und Gabi eine Beschattung nicht aus, wobei sie Beide jedoch annahmen, dass wir uns vor der Polizei verdächtig gemacht hatten, als wir vorhin auf der Bulgarischen Straße dauernd hin und her gelaufen waren. Stasi-Spitzel standen dort ja genug herum.

Doch „Fritz“, der inzwischen auch schon etwas ungeduldig wurde, weil es nicht klappen wollte, meinte, jetzt hätten wir noch einen  Parkplatz, dort muss es funktionieren. Da dieser Parkplatz am gegenüberliegenden Ende des Treptower Parks lag, mußten wir uns beeilen, um noch vor der Dunkelheit dort anzukommen. Unterwegs erzählte uns „Fritz“, nachdem wir ihm klargemacht hatten, dass uns dieses „in den Kofferraum steigen“ gar nicht so recht passte, wie alles funktionieren sollte. Gespannt lauschten wir „Fritz“, der uns jetzt endlich genauer erklärte, wie die eigentliche Flucht über die Grenze verlaufen würde. Was er uns mitteilte, hörte sich alles ganz einfach und doch sicher an – es war eine tolle Idee. Wir mußten nur erst mal im Kofferraum des Mercedes stecken, dann konnte eigentlich nichts mehr passieren. Wenn das doch endlich gelingen würde!

Dass die Parkplätze zum ins Auto steigen sehr ungünstig waren, sah „Fritz“ inzwischen selber ein. Er erklärte uns dazu, dass er diese Parkplätze selbst vor ein paar Tagen ausgesucht hatte, doch da war Alltag gewesen und der Treptower Park war wie ausgestorben. Mit den vielen Spaziergängern heute hatte er nicht gerechnet. Doch auf dem Parkplatz, zu dem wir jetzt gingen, meinte “Fritz“, würde es bestimmt klappen. Dieser sei von einer Hecke umgeben und außerdem läge er noch etwas geschützt im Wald.

Unsere Spannung hatte sich nach diesen Auskünften etwas gelöst und wir waren nach den vielen Misserfolgen doch wieder zuversichtlicher. Kurz vor dem gesuchten Parkplatz musste „Fritz“ noch mal schnell hinter einem Baum verschwinden, während Dirk, Gabi und ich weitergingen. Als wir ungefähr 50 Meter vor dem Parkplatz waren, sahen wir plötzlich zwei Autoscheinwerfer aufleuchten, und unser Mercedes fuhr in größter Eile davon. Völlig bestürzt und ratlos kam „Fritz“ angelaufen. Das war auch für ihn unerklärlich, jetzt wusste auch er nicht weiter. Was war jetzt bloß wieder dazwischengekommen? Vorsichtig näherten wir uns der Stelle, wo vorher der Mercedes gestanden hatte, doch es war nichts Verdächtiges zu erkennen. Kein Mensch weit und breit.

Inzwischen war es auch schon dunkel geworden. Warum war bloß der Mercedes plötzlich abgefahren? Auf diesem Parkplatz hätten wir bestimmt einsteigen können, zumal uns jetzt auch noch die Dunkelheit geschützt hätte. Was hatte den Fahrer des Mercedes bloß veranlasst‚ so plötzlich davon zu fahren? Völlig ratlos und verzweifelt setzten wir uns auf eine Bank und “Fritz“ gab sich die größte Mühe, uns Mut zuzusprechen. Doch damit war uns jetzt auch nicht geholfen. Das konnte einfach nicht wahr sein, dass es heute wieder nicht geklappt hatte.

Damit wir nicht völlig resignierten, versprach uns „Fritz“, mit den anderen Fluchthelfern zu reden, damit die Aktion am nächsten Tag wiederholt würde. Irgendwann müsste es ja endlich mal gelingen! Wir einigten uns auf diesem Parkplatz als Treffpunkt, und „Fritz“ wollte morgen, am Sonntag, hier um 17.00 Uhr wiedererscheinen, denn um diese Zeit würde es schon etwas dunkler sein und dieser Parkplatz erschien uns am günstigsten.

Da „Fritz“ meinte, dass es zwecklos sei, noch länger auf den Mercedes zu warten, fuhren wir zusammen mit der S-Bahn ins Zentrum hinein und setzten uns im „Haus des Lehrers“ am Alexander-Platz in ein Restaurant. Hier erzählte uns „Fritz“ einiges über seine Heimat Madagaskar, warum er jetzt hier in Berlin sei, und wie er an die Fluchthelfer herangekommen sei.

Gegen 20.00 Uhr verabschiedete sich dann „Fritz“ von uns in der Hoffnung, dass es morgen um 17.00 Uhr klappen würde, und fuhr wie- der nach West-Berlin zurück. Gabi, Dirk und ich gingen noch, um auf andere Gedanken zu kommen, in ein Kino, wo wir uns den Krimi „Die weiße Spinne“ anschauten. Doch von dem Film hat wohl keiner von uns viel mitbekommen.

Anschließend fuhren wir Drei in Didis Treffwohnung, um dort zu übernachten. Da der Besitzer der Wohnung verreist war und Dirk einen Wohnungsschlüssel besaß, konnten Gabi und ich dorthin ohne Weiteres mitkommen. Lange zergrübelten wir uns noch den Kopf, warum der Mercedes so plötzlich davon gefahren war. Sollte unsere Vermutungen über die Beschattung richtig gewesen sein und war das Liebespaar im Wartburg heute Nachmittag wirklich vom Staatssicherheitsdienst gewesen? Oder war sogar der Busfahrer, der uns nachher beobachtet hatte, einer von den Stasi-Spitzeln? Hatte der Mercedes-Fahrer vielleicht auch gemerkt, dass wir beobachtet wurden, und war er darum so plötzlich davongefahren? Fragen, auf die wir nie eine Antwort bekamen.

Für den Fall, dass es heute wieder nicht mit der Flucht klappen würde, womit aber wirklich keiner gerechnet hatte, war Gabi mit Konrad für den nächsten Tag um 11.00 Uhr am „Neptunbrunnen“ verabredet, und Dirk erwartete seine Mali zur gleichen Zeit am Eingang zur Gemäldegalerie. In der Hoffnung, dass wir morgen doch noch den Westen erreichen würden, schliefen wir spät nachts endlich ein.Am nächsten Morgen fuhren wir, ohne gefrühstückt zu haben – in unserem Quartier war nichts Essbares zu finden gewesen – Richtung Alexander-Platz. Dirk hatte seinen Fotoapparat, den er in den Westen mitnehmen wollte, bei sich, und während Gabi zum „Neptun-Brunnen“ ging, um sich mit Konrad zu treffen, machte er zwischen Gemäldegalerie und Alexander-Platz einige Bilder. Konrad war auch wieder pünktlich mit einem PKW erschienen, doch Mali war nicht zu sehen. Als ich mich mit Gabi zu Konrad ins Auto gesetzt hatte, während Dirk noch nach Mali Ausschau hielt, erzählte uns Konrad, dass Dirk umsonst wartete. Nachdem die Flucht-Aktion gestern wieder nicht geklappt hatte, war Mali mit den Nerven so fertig gewesen, dass ihr alle abgeraten hatten, in den Osten zu fahren. Dirk sollte das aber nicht wissen, und so riefen wir ihn zurück und Konrad erzählte ihm, dass Mali schon wieder nach Hamburg abgeflogen sei.

Sehr erstaunt waren Gabi, Dirk und ich, als Konrad uns auf unser Befragen sagte, dass er vom Treffen um 17.00 Uhr mit „Fritz“ überhaupt nichts wüsste. Er sollte uns im Gegenteil vom Chef der Fluchthelfer mitteilen, dass die Flucht dieses Wochenende nicht mehr durchgeführt würde, und aus diesem Grund sollte er einen für uns günstigen Termin in der nächsten Zeit ausmachen, an dem die Aktion dann noch mal wiederholt werden könnte. Auf unsere Frage, warum der Mercedes gestern so plötzlich verschwunden war, wusste Konrad auch keine Antwort.

Das war wieder ein harter Schlag für uns, denn wir hatten alle Hoffnungen auf den heutigen Tag gesetzt. „Fritz“ hatte uns doch aber fest versprochen, heute wieder um 17.00 Uhr auf dem Parkplatz zu erscheinen! Da Konrad und Gabi noch Bekannte besuchen wollten, einigten wir uns, dass wir uns trotz Konrads Auskunft um 17.00 Uhr wieder auf dem Parkplatz am Treptower Park treffen würden. Jetzt mußten wir aber erst einmal etwas frühstücken, und wir fuhren darum in Konrads BMW zum Alexander-Platz. Dort setzten wir uns in eine Selbstbedienungs-Gaststätte. Nach dem Frühstück verabschiedeten sich dann Gabi und Konrad von mir und Dirk bis heute Abend. Ich wollte am Nachmittag bei meinem Freund Carsten, den ich gestern im Treptower Park so schroff abgewiesen hatte, vorbeigehen, und Dirk wollte nachmittags auch einen Freund besuchen. Bis dahin gingen wir noch ein bisschen spazieren, während dessen Dirk seinen Film, der noch im Fotoapparat war, vollknipste.

Wir werden beschattet

Als wir uns beim Pergamon Museum befanden, fielen Dirk beim Betrachten eines Fotoobjekts zwei Männer auf, die ständig in einem bestimmten Abstand hinter uns her liefen. Wir gingen darauf ein paar Straßen kreuz und quer, doch es gab keinen Zweifel: die Beiden verfolgten uns auf Schritt und Tritt. Jetzt erkannte Dirk auch den einen der Männer wieder; er hatte vorhin in der Selbstbedienungs-Gaststätte ganz dicht neben uns am Tisch mit einer Zeitung gesessen. Auch mir fiel jetzt wieder ein gelber Wartburg ein, der während unseres Treffens mit Konrad in der Nähe des „Neptun-Brunnens“ stand, und von dem aus uns ein Mann mit dem Fernglas beobachtete. Während des Treffs mit Konrad hatte ich in der Aufregung diesem Wartburg keine weitere Bedeutung beigemessen, doch jetzt erinnerte ich mich genau, zumal derselbe Wartburg uns verfolgte, als wir vom „Neptun-Brunnen“ zum Alexander-Platz fuhren und er mir wegen seines Dresdner Nummernschildes auffiel. Und tatsächlich: ein Stück weiter stand ein gelber Wartburg mit dem Dresdner Kennzeichen  “RX 79-14″  

Wir durchliefen noch einige Straßen und die Spitzel blieben uns ständig auf der Spur. Als wir bei der Staatsoper wieder den gelben Wartburg „RX 79-14“ erblickten, meinte ich zu Dirk, wir schauen uns das Auto mal aus der Nähe an. Nicht wenig staunten wir, als wir sahen, dass das Auto vorn keine Nummer mehr hatte. Offensichtlich mußten wir gerade beim Auto aufgetaucht sein, als die Stasi-Leute damit beschäftigt waren, die Nummernschilder auszutauschen.

Photo aus meiner Stasi-Akte: Dirk beim Verlassen eines Ladens

Um ganz sicher zu gehen, wer uns beschattete und wieviel Leute  es waren, gingen wir zur S-Bahn und fuhren damit ein Stück in Richtung Treptower Park. Die Beiden, die uns schon aufgefallen waren, standen wieder im S-Bahn-Wagen. Als wir zwischendurch an einem Bahnhof mal ausstiegen, stürzten beide Stasi-Leute natürlich auch heraus, und als wir dann in denselben Zug nach wenigen Sekunden einstiegen, rannten auch die Spitzel Hals-über-Kopf in unseren S-Bahn-Wagen. Während der Fahrt konnten wir dann sogar manchmal den gelben Wartburg erblicken, der uns, immer parallel zur S-Bahn, begleitete. 

Foto aus meiner Stasi-Akte: Ich im Treptower Park

Auch wenn sich die Stasi-Leute blöd anstellten, diese Beschattung war eine äußerst dumme Sache. Jetzt wussten wir, dass wir gestern bestimmt auch beobachtet worden waren und unsere Vermutung, dass wir beschattet würden, nicht Einbildung gewesen war. Wie sollten wir uns jetzt verhalten? Sollten wir den Fluchthelfern die Beschattung verschweigen, oder sollten wir es ihnen mitteilen und die Flucht-Aktion erstmal auf einen späteren Zeitpunkt verschieben? Sicher würde, so nahmen wir an, bald Gras über die Sache wachsen, wenn wir uns in den nächsten Wochen nicht mehr in Berlin träfen. Also war es doch besser, Konrad die Sache heute Abend mitzuteilen, damit er es den Leuten drüben erzählte.

Um die Stasi-Spitzel vielleicht doch noch irre zu führen, setzte ich mich mit Dirk an einer Haltestelle ganz dicht neben den einen Stasi-Mann und wir unterhielten uns ganz offen über das Treffen mit Gabi und Konrad, wobei wir natürlich alles ganz harmlos hinstellten. Die Spitzel sollten den Eindruck bekommen, dass unsere Treffs wirklich nur rein private Besuche waren und mit einer Flucht überhaupt nichts zu tun hätten.

Dann trennte ich mich von Dirk und ging, natürlich weiterhin vom Staatssicherheitsdienst beobachtetet, zu Carsten. Ihm musste ich irgendeine Lüge auftischen, mit der ich mein sonderbares Verhalten von gestern erklären konnte, und er nahm sie mir wahrscheinlich auch ab. Bei Carsten gab es wieder viel zu erzählen, und so verging die Zeit bis halb fünf Uhr sehr schnell, als ich mich wieder von ihm verabschiedete.

Mit Dirk hatte ich mich bald wieder getroffen, wobei wir Beide jetzt unsere Beschatter nicht mehr entdecken konnten. Sollten sie uns etwa inzwischen wieder aufgegeben haben? Aber wahrscheinlicher war wohl, dass die uns schon bekannten Gesichter inzwischen von anderen abgelöst waren. Konrad und Gabi warteten schon auf dem Parkplatz, als ich mit Dirk dort ankam. Von „Fritz“ war natürlich keine Spur, doch wir warteten noch eine viertel Stunde. Inzwischen erzählten wir Konrad, welche Entdeckung wir heute gemacht hatten, doch Konrad konnte das nicht fassen. Dass wir beschattet würden, fand er völlig unmöglich, und er meinte darum, wir würden uns das alles sicher nur einbilden. Seiner Meinung nach – als naiver Bundesbürger – gäbe es doch so etwas überhaupt nicht, dass wir „friedlichen Bürger“ aus heiterem Himmel plötzlich beschattet würden. Als wir ihm dann bis ins Kleinste alles genau erklärt hatten, wie wir zu dieser Behauptung kämen, musste er uns mit Kopfschütteln doch Recht geben. Wir vereinbarten dann, dass er unsere Beobachtungen den Leuten drüben mitteilen sollte, und wir für die nächste Zeit keinen weiteren Flucht-Termin planten. Sollte erstmal Gras über die Sache wachsen! Vielleicht würde der Staatssicherheitsdienst das Interesse an uns verlieren, wenn wir uns vorläufig nicht treffen würden. In einem halben Jahr würde die Sache bestimmt wieder anders aussehen.

Ob das richtig war, weiß ich nicht. Vielleicht hätten wir damals mit einer Blitz-Aktion noch davonkommen können, aber diese Möglichkeit hatte keiner von uns in Erwägung gezogen, zumal nach unseren Erfahrungen nicht damit zu rechnen war, dass sich die Fluchthelfer auf so etwas eingelassen hätten.

Konrad, der den Ernst der Lage anscheinend immer noch nicht einsehen wollte, deutete an, dass er sich trotzdem in drei Wochen wieder mit Gabi in Ost-Berlin treffen würde. Dirk und ich rieten ihm davon ab, aber er meinte, dass sei alles nicht so ernst, wie wir das sehen würden, und bei einem völlig harmlosen Besuch könne ihm ja nichts passieren. Bevor wir uns trennten, einigten wir uns noch, falls wir doch vom Staatssicherheitsdienst befragt würden, die Treffs in Berlin völlig harmlos hinzustellen. Es sollten rein zufällige Begegnungen gewesen sein, bei denen wir uns dann kennengelernt hatten. Kurz darauf saß ich dann wieder im Zug Richtung Dresden, diesmal mit Dirk zusammen.

In Dresden angekommen, hatte ich noch keine Lust, in mein Zimmer zu fahren, wo mich sicher Albert und Sabine schon erwarteten und mit Fragen bombardieren würden. Also setzte ich mich mit Dirk in eine Bahnhofskneipe, und dort tranken wir noch einige Biere. Dabei vereinbarten wir, uns in den nächsten Tagen mal zu treffen, denn wir hatten uns in Berlin ganz gut kennen gelernt und prima verstanden, also wollten wir die Bekanntschaft jetzt nicht einschlafen lassen. Außerdem konnten wir bei diesem Treffen unsere Beobachtungen über die Beschattung austauschen.

Der Alltag geht weiter

In den folgenden Tagen fielen mir sofort wieder meine Beschatter auf, ich erkannte die bekannten Gesichter wieder und ihr PKW stand auch noch hinter dem Jugendklubhaus. Trotzdem hoffte ich immer noch, dass die Sache mit dem Staatssicherheitsdienst irgendwie im Sande verlaufen würde. In der Seminargruppe an der Uni entwickelte ich jetzt eine nie gekannte Energie für die „gesellschaftliche Arbeit“. Im Fach „Wissenschaftlicher Sozialismus“ meldete ich mich sogar freiwillig zu Vorträgen, und für die Seminargruppe organisierte ich mit einer Mädchengruppe eine Feier.  Zwischendurch traf ich mich dann auch wieder mit Dirk. Er hatte keine Beschatter mehr beobachtet und war schon sehr beruhigt darüber, bis ich ihm erzählte, dass ich auf Schritt und Tritt verfolgt würde. 

Am 7. November hatte meine Freundin Sabine Geburtstag, den sie in Rathenow bei  ihren Eltern feiern wollte, und außerdem war mein „Trabant“ in Molkenberg inzwischen repariert. Molkenberg hat keinen eigenen Bahnhof, und so fuhr ich zusammen mit Sabine bis Rathenow, wo mich dann meine Eltern mit dem Auto abholen konnten. Auf dem Dorf angekommen, fielen mir sofort zwei Wartburgs auf. Der eine stand  etwas entfernt vor unserem Haus und der andere auf der Straße hinter unserem Grundstück. Als ich mit unserem Hund einen Spaziergang machte, habe ich mir die Leute darinnen natürlich gleich genau angesehen und mir auch die Nummern der Autos gemerkt. Sie lauteten „HB 32-83“ und „HB 33-83“. 

Abends sollte ich meinen Vater, einem begeisterten Freizeit-Jäger, aus dem Wald abholen. Ich startete meinen Trabant, schaltete  das Licht ein, und kurz darauf erstrahlten auch die Scheinwerfer der beiden Wartburgs. Unterwegs zum Wald machte ich mir einen Spaß daraus, die Stasi-Leute abzuhängen, was mir als Ortskundigen auch ohne  Weiteres gelang. Als ich dann nach einer Stunde mit meinem Vater wieder zu Hause ankam, standen beide Autos auch wieder auf ihrem Beobachtungsposten. 

Natürlich war die Beschattung auch meinen Eltern aufgefallen und sie waren sehr bestürzt darüber. Aber was sollte ich ihnen schon dazu erklären? Von meinen Fluchtabsichten durften sie nichts wissen, also konnte ich ihnen auch nicht sagen, warum der Staatssicherheitsdienst hinter mir her war. Am Sonnabend machte ich mit unserem Hund dann wieder einen Spaziergang, bei dem ich mir die Stasi-Autos genau betrachtete. Beide  Wartburgs, das konnte man an ihren unterschiedlichen Farben leicht  erkennen, hatten die Plätze getauscht, und die Autonummern lauteten jetzt „HW 32-83″ und “HW 33-83“. 

Abends fuhr ich dann nach Rathenow, um mit Sabine ihren Geburtstag zu feiern. Natürlich verfolgten mich die beiden Wartburgs wieder, doch ohne Schwierigkeiten konnte ich als Ortskundiger – ich  war diese Strecke jahrelang täglich zur Schule gefahren – die Stasi-Leute abhängen. In Rathenow fuhr ich so schnell wie möglich  auf Sabines Hof hinter dem Wohnhaus, lief durch das Haus zum Straßeneingang und konnte gerade noch sehen, wie die beiden Stasi-Autos vorbeischossen. Natürlich waren solche Abhänge Manöver sinnlos, denn früher oder später fand ich mich ja doch wieder in meinem Zimmer in Dresden oder zu Hause in Molkenberg ein, doch es befriedigte mich wenigstens etwas, den Stasi-Idioten ab und zu mal zu zeigen, dass ich sie trotz ihres riesigen Aufgebots – in jedem Auto saßen immerhin drei bis vier Mann – austricksen und loswerden konnte.

Die Feier mit der Seminargruppe in Dresden klappte dann auch einwandfrei, doch sogar dort erkannte ich meine „Begleiter“ wieder. Es war damals ein eigenartiges Gefühl: an die Stasi-Leute hatte ich mich fast gewöhnt, so dass sie mich kaum noch aufregten, und trotzdem habe ich doch immer noch mit einem guten Ende gerechnet, obwohl ich im Stillen schon ahnte, was auf mich zu kam.

Das nächste Wochenende wollte ich mit Albert in Leipzig verbringen und dort ein paar Bekannte besuchen. Am Donnerstag nach der Uni wollten wir mit meinem Trabant starten. In der Woche vorher hatten wir eine Party gefeiert, und die Mädchen davon waren am Mittwochabend noch mal bei uns zu Besuch vorbeigekommen. Lange konnte ich jedoch nicht in dieser lustigen Gesellschaft bleiben, denn ich wollte noch bei einem Bekannten eine West-Langspielplatte auf mein Tonband überspielen. Also fuhr ich mit meinem Trabant los, schüttelte nach kurzer Zeit das Stasi-Auto ab – ich hatte darin ja schon einige Übung – und fuhr gemütlich zu diesem Bekannten. Spät abends kam ich erst zurück, als Albert die Mädchen schon längst nach Hause geschickt hatte und er schon schlief. Vor dem Haus hatten mich natürlich wieder die bekannten Gesichter erwartet. Als wenn ich das kommende Unheil geahnt hätte, legte ich mich mit ziemlichem Herzklopfen zu Bett und verbrachte dort eine unruhige, fast schlaflose Nacht.

18. November 1971: Verhaftung

Am Donnerstag dem 10. November wurde ich durch langes Klingeln aus dem Bett geworfen. Erst gegen morgen war ich eingeschlafen und so tapste ich mit noch fast geschlossenen Augen zur Tür….

Hier geht es zum Teil 1 und Teil 2 und Teil 3

Deutschland hatte einsatzbereite Atombomben

„Ach so, ja?“…Gäähn – wird die Reaktion Vieler auf die Behauptung sein. „Was interessiert mich, was vor 75 Jahren war.“

Mich interessiert es halt. Mich interessiert das gesamte damalige soziale Gefüge und das gesamte damalige Machtspiel. Und zu unterscheiden zwischen verlogener Propaganda und realem Geschehen, das fasziniert mich eh.

Ich kopiere den Text aus einer Mail, die ich erhalten habe. Ich wiege mich dabei in der Hoffnung, dass Autor Thomas Mehner und die Menschen vom Kopp Verlag meinen Textraub wohlwollend zur Kenntnis nehmen.

Thom Ram, 12.01.NZ8 (Neues Zeitalter, Jahr acht) (mehr …)

Die Flucht – ein Zeitdokument des "Kalten Krieges" / Teil 3 / Jetzt soll es wirklich losgehen und wieder warten

Hier geht es zum Teil 1 und Teil 2

Jetzt soll es wirklich losgehen

Am 14. Oktober empfing mich Regina abends um 20.00 Uhr schon auf dem Ostbahnhof in Berlin. Wir unternahmen wieder, wie beim letzten Mal, unsere U-Bahn-Fahrten, um die Spitzel abzuschütteln. Dabei erzählte mir Regina, dass meine Flucht doch stattfinden würde (ohne mein Auto, trotz Beschattung), denn diese sichere Fluchtmöglichkeit gäbe es für mich nie wieder. Selbstverständlich durften die Fluchthelfer von meiner Beschattung nichts wissen, denn sonst würden sie mich aus ihrer Liste sofort streichen; ein Risiko würden sie nie eingehen. Auch die Frage mit dem Auto war geklärt worden: ich würde ein anderes Auto zur Verfügung gestellt bekommen. Wozu ich das Auto brauchen sollte, und wie die eigentliche Flucht vonstatten gehen sollte, war mir bis dahin noch nicht bekannt. (mehr …)

Die Flucht – ein Zeitdokument des "Kalten Krieges" / Teil 2 / Erste Enttäuschung und Beschattung

Hier geht es zum Teil 1

Es geht los

Im Juni 1971 traf ich mich dann wieder mit Regina. Wir fuhren mit meinem „Trabant“ ein Stückchen raus aus der Innenstadt, und sie erzählte mir, dass es nun endlich bald losgehen würde. Dieter kenne irgendwelche Leute, die mich nach West-Berlin rüber holen würden. Den genauen Termin konnte sie mir noch nicht sagen, aber dafür gab sie mir schon einige Verhaltensregeln, damit nichts schief ginge. Ich sollte ständig zu erreichen sein, d.h. ich durfte nicht verreisen. Dann durfte ich natürlich mit niemandem darüber sprechen und auch sollte ich mich völlig unauffällig verhalten. Ich durfte beispielsweise nicht mein altes Auto verkaufen, das ich erst ein halbes Jahr vorher von meinen Eltern geschenkt bekam. Alle Forderungen waren leicht einzuhalten, auch, dass ich ständig erreichbar sein musste. Ging es mir doch in diesem Sommer genauso wie im vorigen Jahr: (mehr …)

Die Flucht – ein Zeitdokument des "Kalten Krieges" / Teil 1 / Hintergrund und Entschluss zur Flucht

Vorwort von Räuber Hotzenplotz

Dieser Bericht ist ein Zeitdokument des „Kalten Krieges“ zwischen Ost und West. Ich beschreibe hier meine eigenen Erlebnisse von 1970 bis 1971: meine Fluchtversuche aus der DDR und meine Erfahrungen während der Haft in DDR-Gefängnissen, bis zu meiner Entlassung nach West-Deutschland. Ich war damals ein Student an der Technischen Universität Dresden. Die Vorgeschichte zu meiner Haft, die Beschreibung der Fluchtversuche, ist spannend, tragisch und manchmal auch lustig. Ich habe nichts erfunden oder künstlerisch beschönigt. So habe ich das erlebt!

Als ich im Dezember 1971 aus dem DDR-Gefängnis entlassen wurde und im Westen ankam, wollte ich den „Albtraum“ der Haft so schnell wie möglich weit wegschieben. Ich wollte aber auch nicht, dass dieses schreckliche Erlebnis völlig vergessen wird. (mehr …)

75. Jahrestag der mittels Milliarden induzierten Selbsterniedrigung / Teil 5 / Bombenangriff auf Virchow-Krankenhaus, Tunesien, Italien, Hochzeit

Vorwort von Räuber Hotzenplotz

In diesem Jahr ist der 75. Jahrestag der Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Weltweit werden am 8./9. Mai wieder mal viele Reden gehalten werden, über die bösen Nazis und die edlen Befreier aus Ost und West. Viele Menschen, die die Zeit vor dem Zusammenbruch persönlich erlebt hatten, sahen diese Geschichtsperiode allerdings durchaus nicht so “schwarz und weiß”, wie man es heute offiziell darstellt.

Der vorliegende Bericht wurde von meinem Vater in den Siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhundert geschrieben, als vieles noch nicht vergessen war. (mehr …)

Tschernobyl / Die Ursache der Katastrophe

Das Video ist sorgfältig gemacht, mir in der Entwicklung der Gedanken zu langsam.

Es besagt Dreierlei: (mehr …)

75. Jahrestag der mittels Milliarden induzierten Selbsterniedrigung / Teil 4 / Unternehmen Barbarossa

Vorwort von Räuber Hotzenplotz

In diesem Jahr ist der 75. Jahrestag der Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Weltweit werden am 8./9. Mai wieder mal viele Reden gehalten werden, über die bösen Nazis und die edlen Befreier aus Ost und West. Viele Menschen, die die Zeit vor dem Zusammenbruch persönlich erlebt hatten, sahen diese Geschichtsperiode allerdings durchaus nicht so “schwarz und weiß”, wie man es heute offiziell darstellt. (mehr …)

75. Jahrestag der mittels Milliarden induzierten Selbsterniedrigung / Teil 3 / Offiziersanwärter, Polenfeldzug und an der Westfront

Vorwort von Räuber Hotzenplotz

In diesem Jahr ist der 75. Jahrestag der Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Weltweit werden am 8./9. Mai wieder mal viele Reden gehalten werden, über die bösen Nazis und die edlen Befreier aus Ost und West. Viele Menschen, die die Zeit vor dem Zusammenbruch persönlich erlebt hatten, sahen diese Geschichtsperiode allerdings durchaus nicht so “schwarz und weiß”, wie man es heute offiziell darstellt. Zum Glück sind uns aus der Zeit vor 1945 Augenzeugen-Berichte erhalten geblieben, die uns zeigen, wie normale Menschen diese Zeit erlebt und empfunden haben. 

Der vorliegende Bericht wurde von meinem Vater in den Siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhundert geschrieben, als vieles noch nicht vergessen war. Mein Vater war damals Landarzt und lebte, mit seiner Ehefrau, in einem kleinen Dorf in der kommunistischen DDR.

Die persönliche Lebensgeschichte beginnt mit der Geburt 1917 und endet 1944, kurz vor dem Zusammenbruch. Mein Vater beschreibt seine Kindheit während der Weimarer Republik, die Machtübernahme Hitlers im Jahre 1933, den Polenfeldzug, seine Erlebnisse an der Westfront, den Einmarsch in die Sowjetunion, seine Erlebnisse in Afrika und  und seine Verwundung in Italien.

Leider endet der Bericht im Jahre 1944, er hat ihn nie fortgesetzt. Heute verstehe ich, warum er den Bericht nicht weiterschreiben konnte. Unter den Umständen, wie sie in den Siebziger Jahren in der DDR herrschten, hätte er sich strafbar gemacht, wenn er ehrlich über die  Zeiten des „Zusammenbruches“ im Jahre 1945 mit dem Einmarsch der Roten Armee, über die Hungerjahren nach dem Kriege und über die Zeit der kommunistischen Machtübername berichtet hätte. 

Ich hoffe, dass der Bericht nicht irgendwo „verstaubt“, sondern von den zukünftigen Generationen gelesen wird. Darum habe ich mich entschlossen, diesen Bericht hier im Internet zu veröffentlichen. Viele Historiker und Schriftsteller haben unzählige Geschichtsbücher und Romane über diese Zeit geschrieben, aber diese Geschichte ist nicht irgendein erdachter Roman oder eine theoretische Abhandlung, sie beschreibt das Leben einer wirklichen Person aus meiner Familie! 

Räuber Hotzenplotz im Jahre 08 der Neuen Zeitrechnung

Persönlicher Bericht über die Zeit von 1917 bis 1944

Teil 3

1937 Offiziersanwärter

Nach 8 Wochen hatte ich diese anstrengende Lebensphase hinter mir und kam zu den Soldaten. Ich trat also bei dem Infanterieregiment 17 in Braunschweig als Sanitätsfahnenjunker ein. Die Angehörigen dieses Regimentes waren daran zu erkennen, dass sie neben dem Adler mit dem Hakenkreuz‚ welchen jeder Soldat an der Mütze hatte, noch einen Totenkopf trugen. Diese Tradition stammte noch von den Braunschweiger Herzögen, die sich in den Freiheitskriegen mit ihren “Schwarzen“ besonders ausgezeichnet hatten. Mit der SS hatte das nichts zu tun. Die hatten nämlich auch einen Totenkopf, der aber etwas anders aussah‚ an ihrer Mütze. 

Zunächst wurden wir Offiziersanwärter, wir waren 8 Mann, in einer besonderen Gruppe zusammen gefasst‚ um die 8 Wochen Infanterieausbildung, die wir beim Arbeitsdienst waren, nachzuholen und erst nach diesem Unterricht in die Truppe eingereiht zu werden. Ich kann nur sagen‚ dass wir schlimm gejagt und geschliffen wurden, und wir hatten einen Feldwebel, einen Unterfeldwebel und 2 Gefreite als Ausbilder allein für uns. Da waren also auf 2 Auszubildende ein Ausbilder, die alle ihre Aufgabe sehr ernst nahmen. Ich möchte aber um der Gerechtigkeit willen sagen, dass diese Männer ordentliche Soldaten waren, die zwar fest davon überzeugt waren, dass solch ein harter Drill und unbedingter Gehorsam zur Ausbildung eines Soldaten notwendig waren. Bei aller Unnahbarkeit und Härte im Dienst konnten sie aber nach dem Dienst doch menschlich sein. Sie haben uns oft bis zur Grenze der körperlichen und seelischen Erschöpfbarkeit gejagt und geschliffen. Aber als Positivum möchte ich sagen, dass nach dieser Zeit mich keine körperliche Anstrengung mehr erschüttern konnte und ich mich in einer ausgezeichneten körperlichen Kondition befand. 

Damals war es in der Wehrmacht noch üblich, alle Vorgesetzten, einschließlich eines Gefreiten, in der 3. Person anzureden. „Sie“ als Anrede gab es nur vom Vorgesetzten zum Untergebenen. Wenn man also an einem Gefreiten, der irgendwo im Gang stand, vorbei wollte, so musste man ihn nicht nur stramm grüssen‚ sondern auch sagen: “Ich bitte, an Herrn Gefreiten vorbei gehen zu dürfen.” Trotz all dieser Härten bin ich aber doch lieber beim Kommis als beim Arbeitsdienst gewesen. Unter uns herrschte Kameradschaft, man konnte sich mal vernünftig unterhalten‚ weil wir alle Abiturienten waren und es gab keinen Klassenhass. Und am Abend konnte man mal zusammensitzen und miteinander reden, es wurde sogar mal gesungen oder ein Buch gelesen. Beim Arbeitsdienst hatten meine Kameraden doch alle einen sehr begrenzten Horizont. Die Gespräche drehten sich entweder um den üblichen Lagerklatsch oder um “Thema 1”, das heißt, um die sogenannten „Weiber“ und um alle nur möglichen sexuellen Phantastereien. Sicher haben meine Kameraden aus dem Arbeiterstand unter der sexuellen Enthaltsamkeit, die durch ein Lagerleben bedingt ist, mehr zu leiden gehabt als ich, der ich ja daran gewöhnt war. Ich meine, dass es nur gut war, dass Alkohol im Lager nicht erreichbar war, sonst hätte es bestimmt auch darum Probleme gegeben. Das war also bei der Ausbildung der Fahnenjunker in Braunschweig viel besser. 

1937 Militärärztlichen Akademie Berlin

Militärärztliche Akademie in Berlin

Als wir dann den Ausbildungsstand der anderen Rekruten nachgeholt hatten, wurden wir auf die Einheiten des ganzen Regimentes verteilt. Der Dienst war dort leichter und ich hatte das Glück, auch hier bei den anderen Rekruten Kameraden zu finden, mit denen man mal ein vernünftiges Gespräch führen konnte. Die Rekrutenzeit war dann im April zu Ende und wir Sanitätsoffiziersanwärter wurden zum Semesterbeginn der Militärärztlichen Akademie (MA) in Berlin überstellt. Dort kam ich mit  vielen jungen Männern aus dem ganzen Reich zusammen, die das gleiche Berufsziel hatten. Die Allermeisten hatten sich vorher nicht näher gekannt‚ und es galt nun zunächst, sich mit einem Kameraden zusammen zu tun‚ denn die Zimmerzuteilung im Gebäude der MA ging damals so vor sich, dass 2 Sanitätsfahnenjunker zusammen 2 Zimmer zum Schlafen, Arbeiten und Wohnen bekamen. Damals habe ich Georg kennengelernt und wir beide sind zusammengezogen. Als Pommer aus Stargard war er mir gleich sympathisch und er hat sich auch bis zum heutigen Tage als ein ruhiger, fleißiger und kameradschaftlicher Mitstreiter gezeigt. Dazu kam noch, dass unsere Vermögenslage etwa gleich kümmerlich war. Sein Vater war auch ein mittlerer Beamter und er hatte auch eine ältere Schwester. Es war ja damals nicht so, dass die Wehrmacht damals alle Kosten für uns übernahm. Kostenlos war nur die Unterbringung und Verpflegung und es gab ein Kleidergeld, welches sich aber nur auf die Uniform bezog und eine Geldzulage zur Beschaffung der notwendigsten Lehrbücher. Die gesamten Studiengebühren an der Universität mussten wir selber aufbringen. Wir bekamen allerdings unsern Sold und das waren 1 Mark pro Tag. Das wurde aber mehr, als ich dann einen höheren Dienstrang bekam und ich war sehr glücklich, als ich später als Unteroffizier etwa 84 Mark im Monat hatte. 

Ich erwähnte schon‚ dass Georg und ich etwa gleich arm waren. So haben wir ein recht spartanisches Leben geführt. Ins Kino für etwa 60 Pfennig zu gehen war eine große Ausgabe, die wir uns nur ausnahmsweise leisten konnten. Lokale konnten wir nicht besuchen und Freundinnen kamen deshalb auch nicht in Betracht. Viele Jahrgangskameraden hatten während ihres Studiums von zu Hause einen erheblichen Zuschuss und haben damals das Leben im Vorkriegsberlin durchaus genossen. Dafür hatten wir aber genügend Zeit zum Lernen und brauchte Examina nicht zu fürchten. Die Abende, besonders in der schlechten Jahreszeit, waren allerdings manchmal langweilig und ich habe mir damals ein Detektorradio angeschafft, das für ein paar Mark zu haben war, und wir haben beide damit gehört.  Es gab damals auch schon richtige leistungsfähige Radios, aber das war zu teuer für uns. In der Zeit waren auch die Anfänge des Fernsehens. Da lief ein Versuchsprogramm und in der Leipziger Straße, nahe am Potsdamer Platz, war eine Fernsehstube, wo der Eintritt kostenlos war. Da sind wir öfters hingefahren, natürlich mit dem Fahrrad. Das Bild erschien dort nicht auf der Bildröhre, wie heutzutage, sondern wurde auf eine Leinwand geworfen.

In den Sommersemesterferien mussten wir dann wieder zur Truppe und ich also nach Braunschweig. Aber weil inzwischen die Rekrutenzeit vorbei war, schien der Drill erträglich und ich kann mich sogar erinnern‚ dass wir ein paar mal nach dem Dienst noch zum Schwimmen gegangen sind, auch konnte ich meine Eltern alle 14 Tage in Hannover besuchen fahren. In der Zeit habe ich dann auch mein erstes großes Manöver mitgemacht. Es war zwar anstrengend, aber die Soldaten waren damals bei der Bevölkerung beliebt und wir hatten es gut in unseren Quartieren. Oft war abends Manöverball und da wurde die Müdigkeit nach den Anstrengungen des Tages vergessen und mit der jungen Wirtin oder Wirtins Töchterlein getanzt. Was konnte man nicht alles leisten, als man noch jung war! Danach musste ich noch einen Krankenpflegedienst im Standortlazarett Hannover absolvieren. Dabei hatte ich neben der Pflegearbeit auch noch Gelegenheit, im Operationssaal zu helfen und bei Sektionen zuzusehen. In diesen Tagen wurde ich auch zum Unteroffizier befördert, was meine Finanzen wesentlich verbesserte. Seitdem brauchte ich keine regelmäßigen Zuschüsse mehr von zu Hause. 

Unteroffizier

Im Herbst waren wir dann alle wieder zum Studium in Berlin. Auf Grund des neuen Wohlstandes von 84 Mark im Monat habe ich mir dann ein Motorrad gekauft. Es war eine gebrauchte schwere Maschine, eine 500er FN, die mit ihrem einen Zylinder fast ein Geräusch wie ein Traktor machte. Damit bin ich dann viel herumgefahren und habe meist Georg mitgenommen. Im nächsten Sommer, 1938, sind wir damit auch an die Ostsee nach Kleinmölln gefahren. Ich habe dabei auch Georgs Eltern in Stargard kennengelernt. In Berlin muss damals auch ein schöner Sommer gewesen sein, denn ich kann mich noch an Fahrten mit einem Rennkajak erinnern. Die Boote gehörten dem studentischen Ruderklub‚ der am Stössensee sein Bootshaus hatte. Zum Rudern hatten wir damals weniger Lust. Wir sind dann mit diesen leichten und kippeligen Booten öfters bis zum Großen Wannsee gepaddelt. 

Freundinnen hatten Georg und ich damals nicht. Dabei hatten wir von der Akademie aus Tanzstunden, die Dienst waren. Die zum Tanzen benötigten weiblicher Wesen besorgte traditionsgemäß unsere Tanzlehrerin. Es war so, dass wir durch die Tanzstunde kaum Unkosten hatten. Dafür mussten aber die Damen bzw. deren Eltern die Kosten bei der Tanzlehrerin bestreiten. Diese traf dann noch eine Auswahl bei den Damen, bei der es im wesentlichen danach ging, ob diese standesgemäß waren. So kam es‚ dass ein erheblicher Teil unserer Partnerinnen weder besonders hübsch noch nett waren. Das hatte zur Folge, dass es die meisten gar nicht so sehr zu den Tanzstunden hinzog und wir‚ besonders bei schönem Wetter, lieber etwas anderes machten. Unser Jahrgangsoffizier musste uns ein paar mal darauf hinweisen, dass die Tanzstunde Dienst wäre und es wurden auch Anwesenheitslisten eingeführt. 

Damals hatte ich einen großen Respekt vor Verlobungen und Heiraten. Sicherlich hat da auch noch die christliche Erziehung meiner Eltern eine Rolle gespielt. Allerdings war es ja auch so, dass eine Heirat vor Abschluss des Studiums, genau so wie die Geburt eines unehelichen Kindes, das Ende unserer Laufbahn bedeutet hätte. Ein paar Kameraden ist es so gegangen und wem nicht die Eltern oder die Schwiegereltern kräftig unter die Arme greifen wollten oder konnten, der musste auch mit dem Studium aufhören und Geld verdienen. So kam es‚ dass viele von uns und besonders die, die von Hause aus arm waren‚ festen Bindungen zum anderen Geschlecht abgeneigt waren. Da haben es die jungen Menschen von heute auf jeden Fall besser, denn ohne Gefühle waren wir damals auch nicht. 

1939 Polen-Feldzug

1939 habe ich mit Abschluss des Semesters mein Physikum fertig gehabt und konnte unbeschwert Ferien machen. Inzwischen waren meine Eltern wieder von Hannover nach Berlin umgezogen. Der Hauptgrund war wohl‚ dass sie die Familie wieder zusammen haben wollten. Allerdings hing auch noch die Beförderung meines Vaters zum Postamtmann mit daran. 

Meine Eltern haben sich dann auch wieder ein Auto gekauft, welches ich pflegen und fahren durfte und mein Motorrad habe ich dann natürlich verkauft. Leider war dieser Wagen, ein NSU Fiat recht reparaturanfällig. Vorher hatte er einem Autoverleih in Hannover gehört und diese Leute hatten sicherlich gewusst, warum sie ihn verkauft haben. Aber immerhin hatten wir ein Auto und konnten zum Wochenende mal aus der Großstadt herauskommen und ich hatte auch ein Auto für mich, wenn ich eigenes Geld für Benzin ausgeben wollte. 

Inzwischen hatte ich noch einen anderen Freund und Jahrgangskameraden gefunden, der Erich hieß. Erich und ich hatten zunächst für die Ferien große Pläne. Wir wollten mit unserm Auto nach Jugoslawien fahren. Aber wegen der zu erwartenden Kosten und der Unzuverlässigkeit unseres Autos haben wir das dann lieber sein gelassen. Wir haben uns dann eine große Reise mit dem Fahrrad vorgenommen. Zunächst fuhren wir mit der Eisenbahn bis nach München. Dort stiegen wir dann auf unsere Räder um. Den Anblick der Alpen, die auf dieser Strecke vor uns aus der Ebene sich erhoben, habe ich bis heute nicht vergessen. Die ganze Reise hat uns nicht viel gekostet, denn wir konnten in Jugendherbergen für Pfennige und in Wehrmachtskasernen sogar ganz umsonst übernachten. Wir haben uns dann in den Alpen umgesehen und sind u. a. zu Fuß auf die Zugspitze gestiegen. Auf der Watzmannmittelspitze waren wir auch und im kalten Königssee haben wir gebadet. Dann sind wir weiter nach Innsbruck und Salzburg gekommen. Leider wurde Erich dort krank. Er bekam eine Gelbsucht. Als die Diagnose klar war, habe ich ihn dort in Salzburg im Lazarett zurückgelassen, denn bei der Krankheit muss ja der Patient Ruhe und Diät haben. Ich bin dann allein zurückgefahren, und zwar nach Bregenz zum Bodensee und dann über den Schwarzwald nach Donaueschingen. Am Titisee war ich natürlich auch und bin dann durch das Höllental nach Freiburg hinuntergesaust. 

In Freiburg suchte ich Quartier in einer Kaserne. Dort gab man mir den Rat, mich umgehend wieder zu meinem Truppenteil zu begeben‚ denn die politische Lage war inzwischen so gespannt geworden, dass jeden Tag mit der Mobilmachung gerechnet wurde. So habe ich mich dann mit meinem Drahtesel auf die Bahn gesetzt und bin nach Berlin gefahren und habe mich in der Militärakademie gemeldet. Dort wurden wir auch gleich zusammengefasst und wieder mal militärisch geschliffen, aber nach ein paar Tagen wurde ich dann mit noch ein paar Kameraden nach Ostpreußen in Marsch gesetzt. 

Zwischen dem damaligen Reichsgebiet und Ostpreußen lag der Polnische Korridor. Man konnte auch mir der Bahn durch Polen hindurch nach Ostpreußen reisen. Aber die Züge konnten nicht von Soldaten benutzt werden. Wir bestiegen also in Swinemünde ein Schiff des Seedienstes Ostpreußen, welches dort regelmäßig nach Pillau bei Königsberg fuhr. Dort sind wir aber nicht angekommen. Als unser Schiff sich der Danziger Bucht näherte, es war in der Nacht, kam über das Radio eine Sondermeldung: Deutsche Truppen drängen in Polen ein. Hitler sprach selber und sagte natürlich, es würde nun endlich zurückgeschossen und die Geduld der Deutschen Führung mit den Polen wäre nun erschöpft. Unser Schiff drehte deshalb um, denn unser Kapitän konnte ja nun mit polnischen Kriegsschiffen und Unterseebooten rechnen. Es geschah aber nichts dergleichen und wir wurden dann wieder in Swinemünde an Land gesetzt. 

In Berlin wurden wir erneut im Lager gesammelt und nach kurzer Zeit wurde ich dem Feldlazarett 46 als Hilfsarzt zugeteilt. Ich erreichte diese Truppe dann in Oppeln in Oberschlesien und bin von dort aus nach Tschenstochau und Radom gekommen. Ich hatte mir ja eine Auslandsreise gewünscht, aber so nun wieder nicht. Die materiell und zahlenmäßig überlegenen deutschen Truppen hatten die polnische Armee überall geschlagen. Trotz tapferer Gegenwehr wurden nach wenigen Tagen die Reste der polnischen Armee in Warschau eingeschlossen. So sind wir durch zahlreiche zerstörte Dörfer und Städte nach Radom gekommen, wo unser Lazarett zum ersten Mal in einem Krankenhausgebäude erstmalig eingesetzt wurde. Wir bekamen dort Verwundete und ich habe dort erstmalig einen kleinen Eindruck vom Elend des Krieger bekommen. Aber wir waren ja die Sieger und für die Sieger erscheint der Krieg ja nie so schrecklich wie für die Besiegten. Der Sieger gibt sich gern dem Irrglauben hin, dass sich die Opfer an Menschenleben und weiterlebenden Krüppeln gelohnt hätten. Für den Verlierer ist das alles umsonst und ganz sinnlos. 

Nach einiger Zeit wurden wir weiter in Richtung Warschau, wo noch gekämpft wurde, verlegt. Sofort wurde ich einem Infateriebatalion als 2. Arzt zugeteilt. Der Truppenarzt war dort ein tüchtiger junger Arzt, vom Rang her aber nur Gefreiter, während ich zwar kein Arzt aber ein Unteroffizier war. Aber wir sind gut miteinander ausgekommen und er hat mir manches gezeigt und erklärt‚ was ich begierig aufgenommen habe. Schließlich musste sich Warschau ergeben und die polnischen Truppen zogen in langen Kolonnen in die Gefangenschaft. Als wir dann in Warschau einrückten, fanden wir eine schrecklich verwüstete Stadt und eine hungernde Bevölkerung. Damals ahnte noch keiner von uns, dass in ein paar Jahren unsere deutschen Großstädte noch viel schlimmer aussehen würden. Wir lagen damals mit unserm Stab im Schloss Wilanow, welches auch heute eine Sehenswürdigkeit von Warschau ist und damals unzerstört geblieben war‚ weil es außerhalb liegt. 

Schloss Wilanow bei Warschau

Nachdem Polen zwischen Hitler und Stalin aufgeteilt war‚ marschierten wir weiter nach Osten. In der Stadt Siedlce waren zuvor die Rotarmisten gewesen. Dort machte ich auch erstmalig Bekanntschaft mit Wanzen. Ich war in der Wohnung eines Zahnarztes einquartiert und hatte mich auf einem schönen Ledersofa zur Nachtruhe gebettet. Da wachte ich in der Nacht von einem schrecklichen Jucken, besonders an Händen und Füssen auf. Da war es mit dem Schlaf vorbei. Siedlce machte einen trostlosen Eindruck und wir waren nicht böse, als wir bald aufs Land verlegt wurden und in einem kleinen verlassenen Gutshaus Quartier nahmen. Es stellte sich dann heraus, dass das Haus für polnische Verhältnisse recht komfortabel war, es gab eine Hauswasserversorgung und eine Zentralheizung. Aber leider war das alles kaputt und wir konnten nicht heizen, als es kalt wurde. Die Dorfhäuser in der Umgebung bestanden nur aus primitiven Blockhütten mit Strohdächern und Ziehbrunnen. Es war auffallend, wie groß der Unterschied zwischen den Wohnungen einer kleinen Herrenschicht im damaligen Polen und den Behausungen der meisten Menschen war. 

Da wir von der Sanität wenig zu tun hatten‚ bat ich unsern Kommandeur, mir die Möglichkeit zu Reiten zu geben. Er ging auch darauf ein und ich bekam einen freundlichen älteren Gefreiten als Reitlehrer‚ der gut mit Pferden Bescheid wusste. Er suchte mir für den Anfang ein ruhiges Pferd aus und ich wurde dann von ihm in die Anfangsgründe des Reitens eingeführt. Später durfte ich dann alleine ausreiten, wenn ich Lust und Zeit hatte und da bin ich oft allein in die Dörfer und Katen der Umgebung geritten, habe mich, so weit das möglich war, mit den Bauern unterhalten, dabei medizinische Ratschläge erteilt und meine Zuteilungszigaretten und oft auch den Zuteilungsschnaps gegen Eier oder sogar mal ein Huhn eingetauscht. Offensichtliche Feindseligkeiten von Seiten dieser Bauern habe ich nicht erlebt. Zu ihren Gutsbesitzern hatten sie offenbar keine große Zuneigung und kamen aus dem Staunen nicht heraus, wenn sie hörten‚ was in Deutschland ein Arbeiter damals verdiente. 

In Polen gab es damals noch eine starke jüdische Minderheit, besonders in großen Dörfern und kleinen Städten. Die Juden sprachen jiddisch und das ist nichts Anderes, als ein deutscher Dialekt mit ein paar hebräischen Brocken. Mit den Juden konnten wir uns gut verständigen. Ich weiss noch, dass bei unserm Kommandeur im Anfang ein jüdischer Kaufmann aus- und einging. Aber dann kamen Befehle, die solchen Umgang aufs schärfste verboten und unter Strafe stellten, und der Handelsmann durfte nicht mehr kommen. 

Da der Krieg im Winter 39-40 zunächst an allen Fronten zur Ruhe gekommen war, wurden wir Sanitätsoffiziersanwärter wieder zum Studium beordert. 

1940 Westfront

Der Krieg ging inzwischen weiter. Holland, Belgien und Frankreich wurden überrollt und das Einzige, was wir in Würzburg vom Kriege merkten war, dass wir mit unseren Lebensmittelkarten haushalten mussten und dass während der Kampfhandlungen Tanzveranstaltungen nicht gestattet waren. Wir wurden auch in dieser Zeit zu Feldwebeln befördert. Da hatten wir nichts Eiligeres zu tun‚ als uns lange Säbel zu kaufen, mit denen ein Feldwebel sich schmücken durfte. So ein Säbel ist eigentlich zu nichts gut und bei der Benutzung von Autos, Straßenbahnen oder Fährrädern ziemlich hinderlich. Aber Männer sind eben auch eitel. Wir hatten ja beim Studium in Berlin Zivilkleidung getragen. Im Kriege liefen wir aber meist in Uniform herum‚ denn wir hatten ja sonst keine Kleiderkarten und konnten uns also keine neuen Zivilsachen kaufen. Außerdem war ein Mann in Uniform in dieser Zeit weit mehr angesehen, als ein Zivilist. Dafür sorgte schon die Propaganda. 

In den Sommersemesterferien wurden wir dann wider eingezogen und zu einer Sanitätskompanie versetzt, die damals in Belgien lag. Da hatten wir es gut getroffen. Die Kämpfe waren zunächst vorbei. Unsere Kompanie lag in einem ehemaligen großen Waisenhaus in St.Pietersfeld in der Nähe von Brügge. Der Dienst bestand im wesentlichen in Übungen mit Sanitätsgeräten, Exerzieren und Landungsübungen, denn damals wurde ja noch die Landung in England vorbereitet. Ein paar Mal wurden wir auch auf Kähne verladen, es ging aber nicht über den Kanal. Langweilig war es aber trotzdem nicht. Wir hatten einen sehr guten und geistreichen Oberstabsarzt als Chef. Er hatte viel Verständnis für seine jungen Kollegen‚ auch hatten die Gespräche im Kasino der Offiziere ein gutes Niveau. Er hat uns viel Freiheit gelassen und mir ging es dabei besonders gut‚ weil ich eine Fahrerlaubnis hatte. So wurde ich oft zum Einkaufen nach Brügge, Gent und auch mindestens 2x nach Brüssel geschickt. Dabei durfte ich ein Beiwagenkrad benutzen und nahm Georg als Beifahrer mit. Einmal haben wir auch über die Grenze nach Frankreich gesehen, und zwar in Lille. Nach Paris bin ich aber leider im ganzen Krieg nicht gekommen. Die sprachliche Verständigung mit der einheimischen Bevölkerung klappte auch bald gut, denn in das Niederländische‚ was in Flandern gesprochen wird, hört man sich bald hinein. 

Zum Schwimmen und Baden sind wir auch ein paar Mal nach Blankenberge am Kanal gefahren, und einmal habe ich dort einen Schwimmkurs für unsere Soldaten geleitet. Von Blankenberge konnte man bei guter Sicht die Kreidefelsen von Dover in der Sonne schimmern sehen. Manchmal kamen auch britische Jagdflugzeuge über den Kanal gehuscht und knallten da herum, ohne im Allgemeinen viel Schaden zu machen. An einem freien Sonntag haben Georg und ich auch mal einen Radausflug nach Calais in Frankreich gemacht und wir sind dabei auch über das Gelände von Dünkirchen gekommen, wo die Engländer unter Zurücklassung ihrer schweren Waffen über den Kanal geflüchtet waren. Da lag damals noch viel herum. 

Am Ende dieser für mich schönen Zeit war ich noch zu einem Kurs nach Gent abkommandiert und habe so diese schöne alte Stadt auch kennengelernt. Brügge und Gent bergen viele Schätze in ihren Museen und die Städte selbst hatten z. T. auch noch einen spätmittelalterlichen Charakter. Damals habe ich Freude und Verständnis für die Bilder der großen Niederländischen Maler bekommen. 

Danach ging das Studium weiter und diesmal ging es für ein Semester nach Erlangen. Erlangen war noch kleiner als Würzburg und war eigentlich ein Vorort von Nürnberg. Leider war Nürnberg unter den damaligen Verhältnissen‚ man hätte eben ein Auto haben müssen, doch wieder zu weit. So war es Georg und mir dort nicht möglich, nette Bekanntschaften zu machen. Dafür sind wir aber fleißig beim Studium gewesen. In den Vorlesungen ging es noch familiärer zu als in Würzburg und man konnte viel lernen. Wir sind dort gern in die Vorlesungen gegangen, zumal wir es ja schon beide erlebt hatten, wie peinlich es ist, wenn man als Hilfsarzt eingesetzt ist und nicht Bescheid weiss. 

1941 Sowietunion

Im Sommer 41 war unsere Zeit in Erlangen zu Ende und wir wurden wieder zu einem Ersatztruppenteil geholt und danach wieder zur 17. Infanteriedivision abgestellt…….

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75. Jahrestag der mittels Milliarden induzierten Selbsterniedrigung / Teil 2 / Gymnasium und Reichsarbeitsdienst

Vorwort von Räuber Hotzenplotz

In diesem Jahr ist der 75. Jahrestag der Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Weltweit werden am 8./9. Mai wieder mal viele Reden gehalten werden, über die bösen Nazis und die edlen Befreier aus Ost und West. Viele Menschen, die die Zeit vor dem Zusammenbruch persönlich erlebt hatten, sahen diese Geschichtsperiode allerdings durchaus nicht so “schwarz und weiß”, wie man es heute offiziell darstellt. Zum Glück sind uns aus der Zeit vor 1945 Augenzeugen-Berichte erhalten geblieben, die uns zeigen, wie normale Menschen diese Zeit erlebt und empfunden haben. 

Der vorliegende Bericht wurde von meinem Vater in den Siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhundert geschrieben, als vieles noch nicht vergessen war. Mein Vater war damals Landarzt und lebte, mit seiner Ehefrau, in einem kleinen Dorf in der kommunistischen DDR. (mehr …)

Weihnachten in Russland 1941 / 1942

Ich stelle fest. Ich will, dass das kristallklar ist! Der Bericht könnte genau so gut von Russen an ihrer Westfront stammen. Millionen Deutsche und Millionen Russen erlebten das, was hier wiedergegeben wird. Millionen Römer und Germanen erlebten es. Millionen Japaner und Chinesen. Vietnamesen, Syrer, Lybier, Afghanen, was weiss ich, immer und immer und immer wieder und immer noch.

Es ist sehr sehr einfach. (mehr …)

„Es war vollkommen in Ordnung, die Juden umgebracht zu haben, denn Deutschland hatte das Recht dazu.”

Ich frage! Hat irgend ein Geschichtsrevisionist jemals gesagt das, was im Titel zu lesen ist? Jemals? Auch nur ein einziges Mal? Ich selber, habe ich jemals solch menschenverachtenden Unsinn  gesagt oder geschrieben? Grosse Forscher und Denker wie  Haverbeck oder  Mahler oder Schaefer, welche von deutschen you Risten verknastet wurden, haben sie sich jemals dahingehend, auch nur andeutungsweise dahingehend  geäussert? (mehr …)

Eine US Todesliste

Rechtschaffener Mensch hat uns in bb eine Liste eingetippelt, die hänge ich hier raus. Wenn Daniele Ganser auf die Blutspuren hinweist, welche die US im 20. Jahrhundert hinterlassen haben, so ist das jedesmal für das Gemüt nicht so gut. Was Mkarazzipuzz in Kommentarform zitiert hat, macht aus einem Band Ganser ein gottverd dickes Lexikon.

Ich sage

ja, „die US“ haben hundert Ländereien mit unaussprechlichem Leid überzogen. Ja, die Bomberpiloten waren und sind US Leute. Und ja, es gab und gibt US Bürger, welche in anderen Ländern rauben, plündern, vergewaltigen und morden. Doch… (mehr …)

Die Invasion / Fühlten sich Franzosen befreit?

Meinem Weltbild gemäss verhielten sich die Deutschen in den Jahren der Besetzung Frankreichs gegenüber Franzosen ausgesprochen respektvoll und korrekt. Wenn doch einmal ein Deutscher sich an einer Französin verging, wurde er von der Résistance gemeuchelt von seinen eigenen Landsleuten bestraft, und ja, auch standrechtlich erschossen.

Habe ich im Geschichtsunterricht etwas davon gehört? Habe ich nicht. Habe ich etwas davon gehört, dass viele Franzosen  von ihren anglikanischen Befreiern wenig angetan waren? Habe ich nicht. Doch war es so.

Proletheus hat letzten Jahres in Politaia einige Zitate aufgeführt, welche das vorbildliche Verhalten der Deutschen sowie die ablehnende Haltung eines Teiles der Franzosen gegen die Befreier dokumentiert.

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Und immer kommt einigen Lesern die immer gleiche Frage: Warum alten Mist aufrühren?

Darum: (mehr …)

Ein Beitrag zur teutschen Geschichte

Ich lösche aufgeführte Absender und Empfänger in der mir zugesandten Mail. Personenschutz. Gebot der Stunde.

Ich betone, ich betone dies scharf, und ich betone es zum x-ten Male, und ich tue es nicht in erster Linie, um meine Haut nicht zu gefährden,  ich tue es in erster Linie der Wahrheit verpflichtet, dass in meinem Weltbild nicht „der“ Jude, also jeder sich als „jüdisch“ Bezeichnende, jeder Mensch jüdischer Abstammung, schlecht / verbrecherisch / dem Talmud sich verpflichtet fühlt, dass vielmehr die jüdische Gemeinschaft von internationalen Schwerverbrechern als in letzter Konsequenz bemitleidenswerte Jongliermasse benutzt wird. Dass viele Derer, welche sich der Weltverbrechen schuldig gemacht haben und schuldig machen, in der Tat jüdischer Abstammung sind, das ändert daran nichts.

Ich illustriere:

Noch und noch und noch die vergangenen sechs Jahre habe ich Darstellungen der Weltgeschichte gelesen, welche von bekennenden Juden verfasst wurden, Darstellungen, welche eine verbrecherische jüdische Minderheit gerechtfertigterweise an den Pranger stellten.

Ich halte zum x-ten Male fest: Viele Zionisten (machtbesessene Menschenverächter) sind Juden.  Der Umkehrschluss ist obsolet, wonach jeder Jude Zionist sei.

Es folgt die mir zugesandte Mail. Ich gehe nicht mit allen Meinungsäusserungen konform. Doch scheinen mir die Inhalte bedenkenswert.

Thom Ram, 02.12.07 (mehr …)

Genschers, Kohls, Adenauers Hochverrat

Vor vier Jahren schrieb ich zu diesem Video: „Konzentrierteste Aufklärungskost, geliefert von Holger Strohm.“

Heute hörte ich mir die Rede nochmals an und fiel platt auf die Nase. Ein bombastisches „Detail“ war mir damals wohl nicht so recht aufgefallen.

Minute 04:20

Stalin bot dem US Spion Kanzler Konrad Adenauer die Wiedervereinigung an, zudem die Rückgabe der Kriegsgefangenen, zudem die Ausweitung Deutschlands auf die Grenzen von 1937. Unter einer einzigen Bedingung: Deutschland müsse neutral sein und dürfe keinem westlichen Militärbündnis beitreten.

Herr Konrad Adenauer lehnte ab. Adenauer lehnte ab.
(mehr …)

Roosevelt und Polen 1939 / Ein Schlaglicht

Die nun ganz gewiss ehrlich-offenen Berichte des polnischen Botschafters in den US an seine Regierung in Polen legen von Gesinnung und Absichten des Herrn Roosevelt Zeugnis ab. Sie bilden einen der abertausend Puzzlesteine zur Gewinnung eines verlässlichen Bildes der westlichen Welt Anno 39.

Mir springt vor allem eines ins Auge: Gezielt wurden US Amerikaner schon lange vor Kriegsausbruch mittels willkürlicher „Information“ über das nationalsozialistische Deutschland in Angst und Schrecken vor den Deutschen getrieben, was selbstverständlich gleichbedeutend ist damit, dass die normal menschlich grundsätzliche Kriegsunwilligkeit der Amerikaner durch die Gräuelpropaganda amputiert wurde. Was Herrn Roosewelt ganz ganz wichtig war.

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Thom Ram, 28.11.07 (mehr …)

Zur Erinnerung / Das deutsche Reich war… / Weiterführendes

„Zur Erinnerung:

Das Deutsche Reich war auch ernährungsmäßig darauf eingestellt, daß der Krieg bis 1947 fortgeführt werden konnte. 1945 hatte man eine der ergiebigsten Kartoffelernten im Reich. In jedem deutschen Keller lagerten hunderte von vollen Einmachgläsern.

Über die Hälfte der Haushalte unterstützte die eigene Lebensmittelversorgung mit Garten und Kleintierhaltung. Es gab auch viele Metzger in der Trizone, in deren Keller noch 1955 Tonnen von Schweinetalg vergammelte. Das hatte man bis 1945 einfach nicht ausgegeben, weil man hoffte, daß es im Frieden mit Gold aufgewogen würde. Der Krieg ging aber verloren und die Alliierten wollten den Dreck auch nicht. Ich habe selbst miterlebt, wie das Zeug dann später zur Kerzenherstellung verwendet wurde.

Gut, der katholische Pfaffe war mit seiner Scheinheiligkeit dabei; (mehr …)

Russen killten Deutsche Deutsche killten Russen / Krieg -Ausfluss von Kirrsinn

Hatte eben ein verdammtes Selbstgespräch. Stellte mir vor die Millionen Deutschen und Russen, die sich gegenseitig ermordeten, ja, in WKII. Es waren Millionen. Und innerhalb dieser Millionen waren Millionen einzelne Männer, denn einzelne Männer bildeten die Millionen. Die Männer waren Bruder oder Vater oder Sohn oder Freund oder Geliebter oder Ehemann. (mehr …)

Neinnein, Engelland schmiss keine Phosphorbomben auf Dresden

Eine der tausend von gewissen Leuten der Aliierten  in die Bücher geschriebenen Geschichtslügen besagt, dass die Royal Air Force nie, nie, niemals Phosphorbomben verwendet habe.

Plöt gelaufen. Fand doch ein gewöhnlicher Bürger Anno Domini 2017 in gewöhnlichem Walde einen Gegenstand, dem er zutraute, dass er eine Bombe sein könnte. Und siehe da. Eine tadellose engellische Phosphorbombe.

Dresden? Waren ja kaum Leichen da, also haben die engellischen Bomberleute bloss 25’000 Zivilisten ermordet. Wo nur blieben die Leichen ab, wo andere Leuts dreisterweise zu behaupten wagen, in Dresden seien mindestens 250’000 Menschen umgekommen, andere Schätzungen auf eine Million kommen? (mehr …)

Au / schwitz

Ich betone und bestätige hiemit, dass die Deutschen damals kaltblütig 6’000’000 Menschen umgebracht hätten, in Treblinka, Auschwitz und so weiter. Sie hätten es getan mittels ZyklonB. Kalten Blutes hätten deutsche Hundesadisten das Zeugs von oben geworfen in einen kleinen Schacht, und unten sanken dann Verzweifelte, Körper an Körper Dichtgedrängte ob der bei exakt 25,7 Grad entstandenen Blausäure tot zusammen, wurden danach von ihren Artgenossen rausbefördert und in Oefen geschoben, welche Verbrennungsleistungen  erzielten, welche jeden Ofen heutiger Leichenverbrennungsanlage zur Oberlachnummer macht. Die Nazis waren eben gesegnet mit totaler Technologie.  Und sie nutzten sie, kalt brutal.
Unten stehender Artikel bestätigt diese meine Einsicht 1:1. Sie waren weniger denn Tiere, diese Deutschen. Und ihre Opfer, es waren Millionen. Darum kann man nur unterstützen gute poli Ticker, welche öffentlich sagen „Deutschland, du Stück Scheisse“.
Thom Ram, 18.10.7
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Der Rabbi / Der Mossad / Der Mord an Jörg Haider

Was bislang nur von spintisierenden Verschwörungstheoretikern – zu denen ich gezählt werde – gesagt wurde, dass nämlich Jörg Haider nicht verunfallte sondern verunfallt worden ermordet worden sei, das belegt Rabbi Moshe A. Friedmann in seinem dieser Tage erscheinenden Buch

„Der Rabbi, der Mossad und der Mord an Jörg Haider“. (mehr …)

Dritte Macht / Flugscheiben / Evakuation

Ich verlinke einen „Evakuations-Artikel“ aus CM (Christ-Michael). Ich tue es mit besonderem Vergnügen, weil das Thema (ansatzweise) kontrovers beleuchtet wird. (mehr …)

Atlantis – eine Gelegenheit !

(von Jürgen Elsen)

Ich empfehle hier eine einzigartige Veranstaltung, die im höchsten Maße eine Perle, ganz unbeworben jenseits von Kommerz, für all diejenigen darstellt, welche spirituell unterwegs sind und sich mit Musik, Klang und Menschheits-/Bewußtseins-Epochen beschäftigen …

Auf den dies zutrifft und womöglich auch noch in der Nähe dese Ruhrgebiets sich aufhält, der sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen …

2-wmf-maisgott

ATLANTIS UND DIE 12 URVÖLKER

Doppelveranstaltung von Andreas Delor, Yoshiaki Kitazume und Ramon Diaz

(mehr …)

Frau Ursula Haverbeck / Verweigerung des Bischofbesuches durch die Strafanstaltsleitung / BRD Horror

Der gebildeten, klugen, edlen, humanistischen, wider jedes Menschenrecht in geschlossene BRD Haft geschlagene Frau Ursula Haverbeck ist der Wunsch ausgeschlagen worden, dass Bischof Williamson sie besuche.

Mitstreiter und Weggefährte Mkarazzipuzz sagt: (mehr …)

9/11 / Das Ground Zero – Modell

Kürzest mögliche Zusammenfassung: Die These von Dmitri Khalezov wird bestätigt; es waren unterirdische Kernexplosionen. Der Physiker Heinz Pommer führt den Vorgang der Zerstörung in vielen Details weiter aus. So manche noch offene Frage wird beantwortet.

Ab Minute 13 geht’s zur Sache.

Eingereicht von Gunvald Larsson.

Thom Ram, 03.09.07 (mehr …)

Die Deutschen / Die Schuld, die grosse Kriegsschuld

Dies ist ein fetter Artikel. Ich empfehle alle verlinkten Beiträge. Ich empfehle, wie beim Buchlesen Pausen einzulegen.

Was ich in der Schule über Deutschland 1900-1950 gelernt hatte –  es verfestigte sich in mir mittels Zeitungsberichten, Radio- und Fernsehsendungen, Büchern und Filmen zu „in Erz gegossene Wahrheit“
das war ein Drittel Wahrheit,
ein Drittel verdrehte Wahrheit oder glatte Lüge,
und vom entscheidend wichtigen dritten Drittel wusste ich nichts.
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Halbwahrheiten, glatte Lügen und verschwiegene Tatsachen verfolgten und verfolgen noch heute ein einziges Ziel. Deutschland und Deutsche sollen (vornehm ausgedrückt) schlechtgemacht, die Siegermächte (zurückhaltend formuliert) glorifiziert werden. (mehr …)

Daniele G / JFK Mord / E Mobil / Erdöl

Mein bewunderter guter Landsmann Daniele,

bezüglich JFK Mord sagt er, wie allermeist, Wesentliches.

Bezüglich E-Auto….

uiuiui, lieber Daniele, sach ma, (mehr …)

Wieder mal eine Tranche von der Flugscheibe

Hatten die Deutschen Flugscheiben? (mehr …)

34’645 Bücher verbrannnt / Gott sei Dank / Äh…wann, wo?

Weil die Deutschen 33-45 kalt, brutal, rassistisch und grössenwahnsinnig waren, musste aufgeräumt werden. Zum Zwecke, dass der grundverdorbene Deutsche gesunde, wurde von den Rettern Deutschlands 34.645 Bücher auf den Index gesetzt.

Alle diese Bücher hatten gleissend zum Ausdruck gebracht die Kälte, die Brutalität, die rassistische Verblendung und den kompletten Grössenwahn deiner Grossväter und Grossmütter, Deutscher du.

Ich rege an, dass du, Deutscher, Stätten errichtest, da deine Dankbarkeit für diese gründliche Reinigung verbrecherischen Deutscheltums flammt. Es ist dringend von Nöten! (mehr …)

Die erstaunlichen Warnungen Benjamin Friedmans 1961

Eingestellt von Thom Ram, 01.07.07.

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„Die bemerkenswerte (1961 gehaltene) Rede eines einflußreichen jüdischen Geschäftsmannes und US-Politikers stellt eine Warnung an das amerikanische Volk dar und zerstört die These von der deutschen Alleinkriegsschuld. Bei dem folgenden Dokument handelt es sich um eine übersetzte Mitschrift. Es gibt einige sachliche Fehler, die aber nicht entscheidend für die Aussage des Vortrages sind. So bemerkt der Übersetzer: „Die von Mr. Friedman genannte Einwohnerzahl Deutschlands zu dieser Zeit mit 80 bis 90 Millionen wird im Brockhaus Lexikon (1959) mit 69.317 Millionen (Stand 1937) angegeben, wodurch sich der Prozentsatz erhöht, was aber keine entscheidende Veränderung bedeutet.“ (mehr …)

A.W. Trehlebov / Wer bin „Ich“

Trehlebov breitet ein Weltbild aus. Anregend und inspirierend für mich, da weit gefächert und mit einigen mir neuen Aspekten.

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Vielleicht hat er es mit Zahlen weniger. Dass Weisse heute nur noch 3% der Weltbevölkerung ausmachen sollen, kann ich mittels meiner Rechenkunst nicht bestätigen. 3% von 7Mia. wären 210Mio. Alleine Europa hat 800Millionen, zähle ich 20% Andersfarbige ab, sind es immer noch 600Mio. Na, vielleicht hat Trehlebov ein bisschen in die Zukunft geschaut, kann ja sein, dass wir Weissen besonders dramatisch reduziert werden werden.

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Eingereicht per Mail von Peter (nein, nicht Piet, nicht Pieter).

Thom Ram, 16.06.07 (mehr …)

Shoah

Natürlich alles frei erfundene Nasopropaganda. Nämlich nächsten Tages fanden sich Musizierende und Ballspieler als Lampenschirme und Seifen wieder, gelle.

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https://www.bitchute.com/embed/nCkT31koqRo/

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Besuch bei Frau Ursula Haverbeck am 11.06.2019

Dreizehn Anläufe genommen. Alles überflüssig, was ich schrieb.

Es bleibt:

Frau Ursula Haverbeck ist ein wundervoller Mensch. Ich schätze mich glücklich, von ihrer Existenz zu wissen.

Thom Ram, 15.06.07

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Quelle: Ende der Lüge

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Am 11. Juni besuchte ein Freund unsere Ursula im Kerker der BRD. Anbei sein kurzer Bericht von diesen „Minuten“. (mehr …)

Deutsche Kriegsgräuel in WK II

Ich fragte einen Deutschen, der viel weiss und klar denkt, wie er denn eigentlich einschätze die Handlungsweise deutscher  Männer in eroberten Gebieten während des zweiten Weltkrieges.

Ich, Thom Ram,  setze voraus, dass verdnochma jedem auch nur Halbidioten klar ist, dass seit 45 permanent, mittels Grossklopapier, TWChorknaben, Radio und Film täglich vorgeführt wird, wie „eiseskalt“ „der Deutsche“ damals angeblich die Welt zu erobern getrachtet, dabei jede denkbare Schandtat an der Bevölkerung eroberter Gebiete vollbracht habe.

Das ist weltgeschichtlich einmalig. (mehr …)

Niederlande / Kriegsverbrechen / Gehen Sie beten

Holländisches Ruhmesblatt, einfach mal so, zur Kenntnisnahme.
Thom Ram, 10.06.07
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10.02.1969

NIEDERLANDE / KRIEGSVERBRECHEN Gehen Sie beten

Der gefangene Offizier wurde an einem Seil hochgezogen, der Kopf hing nach unten. Die verhörenden Soldaten ließen das Seil los, der Kopf schlug auf den Betonboden. Der Gefangene wurde wieder hochgezogen — noch höher. Der Kopf stieß noch härter auf. Ein beobachtender Soldat: „Blut strömte aus Ohren und Nase. Der Schädel machte ein verrücktes Geräusch, das man sein Leben lang nicht mehr vergißt.“

(mehr …)

Verfassungsgericht / Bestreiten des Holocaust ist keine Straftat mehr

Trotz des Entscheides der Verfassungsrichter schätze ich, dass rechtschaffener Jurist, welcher sich am verfassungsrichterlichen Spruch orientieren will, (immer noch) eine gehörige Portion Mut aufbringen muss. Des weiteren schätze ich, dass Verurteilter und seine Anwälte (immer noch)  mit ungeheurer Zähigkeit kämpfen müssen, damit Willkür in Rechtsspruch gewandelt wird.

Eines steht fest. Mit Leuchtschrift steht es an der Wand geschrieben: Bestreitung, dass ein Genozid stattgefunden habe, ist keine Straftat.

Ich halte fest: Mir ist bewusst, welch Leid 1939ff über Europa einbrach. Ich fühle mit, unbesehen, ob die Leidenden deutsche oder russische oder ukrainische oder englische oder litauische oder französische oder italienische oder österreichische oder polnische oder jüdische Soldaten oder Zivilisten waren. Es geht nicht darum, Leid klein zu reden. Leid ist Leid. Könnte man Leid zählen, so sind es zweifelsfrei Russland und Deutschland, welche obenaufschwingen würden. (Der Plan der Welt“elite“ ging auf. Es war ein Bruderkrieg par excellence. Eine Generation Deutscher und Russen wurde gewaltig zu Ader gelassen.) Es geht nicht darum, ich wiederhole es, irgendeine Volksgemeinschaft geringer, eine andere höher zu achten. Es um Wahrheitsfindung. Bis zum heutigen Tage wird Kriegsschuld und werden Kriegsgräuel aufs Gröbste tendenziös beschrieben; Deutschland sei der Täter gewesen, alle anderen die Opfer. Ich will, dass dies aufhört. Ich will, dass Geschichte so geschrieben steht, wie es die Realitäten vorgegeben haben.

Thom Ram, 08.06.07 (mehr …)

Wie der erste Weltkrieg „gemacht“ wurde

Wie es zum ersten Weltkrieg kam, würde dicke Bücher füllen, wollte man möglichst alle Komponenten betrachten. Eben ist mir eine Kurzfassung auf den Tisch geflattert, welche etwas vom Wesentlichen aufzeigt.

Thom Ram, 08.06.07

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Moin Herr …..,

hier als Antwort wieder und wiederholend mein Beitrag wie der WK 1
„gemacht“ wurde!
Das ganze beginnt mit einem zentralen Erlebnis, nachlesbar bei Prof.
Sauerbruch, 1913 Chefchirurg in Zürich, in seinem Buch: „Das war mein
Leben“; S. 264 ff. (mehr …)

Bosnien-Serbien-Gräuel / Saubere Arbeit schweizerischer Medien und Justiz

Gefunden in legitim.ch

Thom Ram, 06.06.07

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Alexander Dorin, ein Schweizer Enthüllungsautor mit serbischen Wurzeln, war einer der ersten kritischen Stimmen, die die offizielle Version der Balkankriege hinterfragte. Seine Eltern waren während der Sechzigerjahre in die Schweiz ausgewandert, und als in Jugoslawien die ersten Gefechte entfachten, konnte er durch seine Verbindungen zu Serbien quasi aus der ersten Reihe mitverfolgen, wie die Mainstream Medien Kriegslügen verbreiteten. (mehr …)

Deutsche Gräuel im teilbesetzten Frankreich / Zitate von Befreiern

Eingestellt von Thom Ram, 05.06.07
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Fühlten sich alle Franzosen 1944 befreit?

Die Rückeroberung Frankreichs 1944 durch die Anglo-Amerikaner wird als „Befreiung” (lib é ration) bezeichnet. Haben sich aber alle Franzosen von deutscher Unterdrückung „befreit” gefühlt?Anmerkung: Feind liest mit: Schon lange kann ich nur unter schwierigsten Umständen Beiträge erstellen. Wird wohl am Kahane-Haufen liegen. Danke Renate für den Link und den Verfassern des Artikels..

Der Sohn General Eisenhowers, der kurz nach der Landung die Normandie besuchte, schrieb:

»Ich sah überhaupt keine Spur von Ausbeutung der Bevölkerung durch die Deutschen. . . Die Leute waren zwar nicht feindlich gesonnen, aber keineswegs begeistert.«(1).

Später erklärt er sogar: (mehr …)

Deutschland und die zwei Weltkriege / Rede von Richard Edmonds in Bretzenheim

Eingestellt von Thom Ram, 05.06.07
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Der Stein 12 unserer Gedächtnisstätte in Guthmannshausen ist den Deutschen Soldaten in Gefangenschaft, den Verschleppten und Zivilinternierten, den Ermordeten und Hingerichteten gewidmet: 3 059 000 Tote.

Auf Todesmärschen, im Bergwerk verbraucht, in Höhlen vermauert, naht Euch der Tod als Freund, er bringt die Erlösung vom Leiden. Trauernd die Mutter und trauernd die Frau und die Kinder, nie vergaßen sie Euch, wie sollt Euer Volk Euch vergessen?

Wir trauern um unsere in Gefangenschaft umgekommenen Soldaten.

Wolfram Schiedewitz, Dipl.Ing.
1.Vors.Verein Gedächtnisstätte

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Der Engländer Richard Edmonds war eigens aus London angereist zur Gedenkveranstaltung für die Ermordeten der Rheinwiesenlager am 25. November 2017 in Bretzenheim bei Bad Kreuznach. Hier ist der Text seiner Rede. (Der gut deutsch sprechende Edmonds hatte früher als Lehrer an der Deutschen Schule in Trakehnen/Ostpreußen gearbeitet.)
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Rede von Richard Edmonds am Mahnmal
„Feld des Jammers“ in Bretzenheim 

Liebe deutsche Freunde, Ich heiße Richard Edmonds, ich bin Brite. Ich möchte sagen: Es war das britische Establishment, das beide Male, im Jahre 1914 und dann nur fünfundzwanzig Jahre später im Jahre 1939, ganz ohne Grund Krieg gegen Deutschland erklärt hatte.

Wie alle wissen: (mehr …)

Paul Craig Roberts / The Lies About World War II

Paul Craig Roberts ist eine der leuchtenden Ausnahmen im Reigen der „Elite“-hörigen poli Ticker. Gesegnet sei er und die Seinen alle.

Thom Ram, 04.05.07 (mehr …)

Einzig existierendes Interview mit dem damaligen Reichsjugendführer / Teil II

Artur Axmann gewährt mir durch das Interview den Blick auf und das Hineinfühlen in wichtige Teile des Puzzles „Drittes Reich“, hier hauptsächlich in die Kriegs – und ein wenig in die Nachkriegszeit. Zudem eröffnen sich mir Einsichten in das Innenleben einer damaligen deutschen Führungspersönlichkeit.

Erwartungsgemäss zeigt sich mir auch hier die Kluft zwischen dem damaligen Geschehen und der von den Siegermächten installierten „Geschichtsschreibung“.

Es gäbe von meiner Seite her viel zu kommentieren. Es ist überflüssig. Gewinne du deine Eindrücke als Individuum, guter Leser.

Herzlich. Thom Ram, 02.05.07 (mehr …)

Einzig existierendes Interview mit dem damaligen Reichsjugendführer / Teil I

Zum Zeitpunkt des Interviews (1996) war Artur Axmann 83 Jahre alt. Er spricht gepflegtes Deutsch, und so gepflegt wie seine Sprache, so klar sind die Inhalte. Ich habe eine Menge über die Zeit 1913 bis 1939 dazugelernt und endlich ein plastisches Bild davon bekommen, welches die Ziele und die Vorgehensweise der HJ-Führung waren. Joo, es chliis bitzeli andersch, als mer’s i de Filme und überhaupt i de grosse Meedie vernimmt. (mehr …)

Die Deutschlandfrage ist nicht geklärt.

Ich habe nichts beizufügen ausser: Verteilen, bitte.

Per Mail von Petra eingereicht.

Thom Ram, 31.05.07

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Die Deutschlandfrage ist nicht geklärt!

„Ist Deutschland souverän? (mehr …)

Adresse der erneut inhaftierten Sylvia Stolz

Sylvia Stolz
Münchener Str. 33
86551 Aichach

Die Adresse ist offiziell die des Aichbacher Gefängnisses, ich habe nachgeschaut. Post dürfte die Sylvia Stolz erreichen.

Analog zu Mahler, Haverbeck und Tausenden von mutigen Deutschsprechenden, wurde sie ein zweites Mal ins Gefängis gebeten, weil sie ihre Forschungsergebnisse öffentlich kund tat.

Gesinnungsterror ist das natürlich nicht. Und Verstoss gegen das Menschenrecht der freien Meinungsäusserung auch nicht. Natürlich ist das nur in Ordnung, wenn jemand, der das Spiel der lieben Vampire durchschaut und den Mut hat, seine Erkenntnisse zu veröffentlichen, mundtot gemacht wird. Grundversotten töricht sind die (noch-) Machthaber.

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Demokratie, die ist präsent,

bewiesen durch Event,

Wahrheitssucher büssen,

Mess’rer tut man küüsen.

 

Richter in den Roben!

heut‘ wird Heu verschoben!

Habt ihr noch Gewissen,

rat‘ ich, es zu küssen!

 

Nicht der Meute Wut ich wünsche euchen,

aber eu’r Gewissen will ich scheuchen.

Wem denn wollt ihr dienen?

Seele eurer oder IHNEN? (mehr …)

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