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Plauderplauder / Gespräch mit Mister John

Mister John ist gross, bärtig und Australier. Und heute ist er mein Aufsteller des Tages.

Mister John ist mein Nachbar, und heute haben wir erstmal ausgiebig gequatscht zusammen. Irgendwann landeten wir bei nein iih lewen.

Da liess er seinem Ffferd die Zügel, gab ihm die Sporen und in lauten Schwällen kam’s.

9/11? Aahahahahahahaaa. Damned Bulshit. Er sei Ingenieur, mit drei Abschlüssen, wobei sein Spezialgebiet Materialkunde, darinne Spezialgebiet Metalle seien. Da sei er eine damnishd Koryphäe.  Als er die Flugzeuge in den Twins verschwinden sah, habe er ausgerufen wie ein Wald voll Affen, das sei absolut idiotischer Fake, completely crasy, eine Aluröhre durchschlägt mehrere cm dicke Stahlträger, um ein Haar hätte er den TV ausm Fenster geschmissen, als er das sah und in Form von „Nachrichten“ „verseriösisiert“ bekommen habe.

Und er legte weiter auf laut, in sonem australier Englisch: WTC 7 wegen Feuer komplett zusammengebrochen, seine Augen fielen schier aus den Höhlen….und wurde laut und lauter, redete von Versicherungsbetrug, von Schmelztemperatur von Stahl, von Brandtemperatur von Kerosen, vom Einsturz mit Beschleunigung nach dem Gesetz des freien Falles, von Männern der Räumequippen mit Strahlenkrankheit, kurz, die ganze Palette rasselte er runter, vergass dabei, an seiner Zieh Garette zu ziehen, und das Ende seiner Rede lautete so:

….und kein einziger Muslim, kein einziger Araber war an dem Attentat beteiligt. None, none, none.

Ich sagte ihm dann, was mein erster Gedanke gewesen sei, als ich feststellte, dass die Zerstörung kein Film, sondern echt war. Er lautet:“Hausgemacht“.

Da kriegte Mister John noch grössere Augen und sagte:“Es Leute aus drei Staaten, welche dahinterstehen.“ Ich antwortete nichts. Ihm war klar, dass ich wusste, welche drei, wir wussten, dass wir die gleichen drei meinen.

Man sollte nicht sagen, welche, sonst ist man wegen einem davon Rassist. Ich sagte Herrn John, dass ich letzten Dez. 30h in U Haft gewesen sei und 2Kilo abgedrückt habe, weil ich angeblich Rassist sei.

Er winkte ab. Er sei in Australien schon x mal eingesessen.

Ich fragte per Augenbraue nach dem Verbrechen.

Dasselbe auf australisch: Kritik am Regime, am australischen Regime. Und liess seine gewaltige Stimme anschwellen und rief: Deemokratiiiee, australische Demokratiiiee“…und spuckte auf den Boden. Im Restaurant.

Ich sagte ihm, dass ich froh und sehr dankbar sei, ihm gegenübersitzen zu dürfen, und wir bedankten uns gegenseitig auf balinesisch: Handflächen aufeinander, senkrecht vor dem Antlitz, und leises Verbeugen.

Thom Ram, 24.11.06

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12 Kommentare

  1. Ulli sagt:

    Das kann ich nach 35 Jahren in Australien nur bestätigen. Australien ist nicht das, was viele Deutsche darüber denken. In den 90er Jahren hatten wir hier unser „9/11“ in Tasmanien. Die Polizei hat hier wesentlich mehr Rechte als z.B. in Deutschland. Die Restriktionen und das Bevormunden der Behörden und Politiker kann sich in Europa keiner vorstellen. Hier wird nicht lange diskutiert, ob man das Trinkwasser mit Fluor „veredelt“. Wenn ich mal in Ausland fahre, muss ich mich vorher bei unsere Sozialbehörde abmelden. Und die australische Einwanderungspolitik stinkt zu Himmel. So etwas unethisches gibt es wohl in keinem anderen „demokratischen“ Land. 2-3 hunderttausend Einwanderer werden jedes Jahr reingelassen, in dem man die echten Fachkräfte aus den armen Ländern absaugt.

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  2. Ishani Diana sagt:

    Lieber Thometje 🙂

    Das freut mich für dich, dass du einen Gesprächspartner, in der direkten Nähe, gefunden hast. Sowieso, wenn er aufgewacht ist, so könnt ihr euch gegenseitig, geistig befruchten 😉
    Ich wünsche euch, eine gute Nachbarschaft, und wenn`s klappt, eine gute Freundschaft 🙂
    Alles Liebe Diana

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  3. Thom Ram sagt:

    Danke, Diana!

    Was ich verschwiegen habe sind die für mich damit verbundenen 4 Händikäps.
    Mein sauschlechtes Gehör.
    Mein schmalbrüstiges Englisch.
    Johns Australiendialekt.
    Die saubequeme Gewohnheit von Englisch- und Französischsprechenden, null Rücksicht zu nehmen. Quatschen einfach drauflos, mit vollem Wortschatz und Tempo Teufel, gehen davon aus, dass jeder ihr Kauderwelsch verstehe.

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  4. chaukeedaar sagt:

    Ha, da krieg ich immer Gänsehaut bei solchen Geschichtens 😀
    Köstlich, alter Mann, musste sehr laut grinsen: „Man sollte nicht sagen, welche, sonst ist man wegen einem davon Rassist“
    Solche Begegnungs ist auch der Grund, weshalb ich mich regelmässig als Systemfeind oute mit meinen T-Shirts.
    Letztens im Zug nach Bern, die Dame quer gegenüber studierte mich scheinbar schon länger und sprach mich beim rausgehen an, was das WTC7 auf meinem T-Shirt meinte? Ich hab dann ihren Verdacht bestätigt und wir haben uns gegenseitig bestärkt, dass es schön ist, dass man das erstens rausträgt, und dass es überhaupt Leute gibt, die das verstehen. WTC7 ist ein Loch in den Kaninchenbau, der direkt in die Hölle der Realität führt…

    Was ich sonst noch so für selbstentworfene Shirts trage, zwecks Erkennung:
    „False Flag“
    „Wake up“
    „Systemkritiker“
    „Localization“
    und eben „WTC7“

    Mein nächstes soll werden „#systemfeind“ 😀

    Geile Type, der Mr. John! Das sind die, die dich im Keller verstecken, wenn die Faschos wieder kommen.

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  5. Webmax sagt:

    Ein Großteil dieser Einwanderer auf Zeit sind thailändische Frauen, die einfache Housekeeping Jobs machen und in TH keine Arbeit finden. Sie kriegen ruckzuck online eine Permission.

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  6. Ishani Diana sagt:

    Heija Thometje 🙂
    In deinem Fall würde ich eine gute „Friedenspfeife“ stopfen mit „starkem Tobak“ 😉
    Das wirkt auf die Sprache, und weitere Körperaktionen beruhigend 😉
    Dann wird auch dein gehör besser, ja und dann… generiert ihr eure eigene Sprache 😉
    Hahahaaaa, ihr könnt dann gegenseitig Sprache Lernen und Lehren 😀
    Der heilige Tabak bewirkt Gutes, derweil der „Alk“ sich dafür nicht eignet.
    Den Mr. John musst du die warm halten, das wird bestimmt spannend ;-D

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  7. Ishani Diana sagt:

    Hi Chaukeedaar 🙂

    Ich finde solche Begegnungen immer äusserst spannend, selbst bei Sprachschwierigkeiten.
    Irgendwie findet man Immer einen Weg sich zu Verständigen.

    Selbst gemachte Shirt`s, finde ich am authentischsten. So kann dein Gegenüber, sich Gedanken machen zu den Aussagen.
    Auf jeden Fall ein guter Auslöser um mal Nachzufragen, wie es deine Fahr-begleiterin Tat 🙂
    Alles Liebe
    Diana

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  8. Thom Ram sagt:

    Diana 17:44

    Als ich Mister John zu meinem Geburtsgag am 27. einlud, sagte er gleich, dass er bei Alk passe, er trinke keinen.
    Rauchen tut er, also der guten Friedensffeiffe steht nichts im Wege.
    🙂

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  9. … und spuckte auf den Boden. Im Restaurant.

    Die arme Putzfrau!
    John, spuck auf die Demokratie, doch spuck ihr ins Gesicht, wenn Du Dich traust!

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  10. Thom Ram sagt:

    Gigi

    Du kennst die Verhältnisse nicht. „Restaurant“ ist nicht geschlossener Raum mit Flauschteppich. Gegen die Strasse hin offen, und wie überall Fliesenboden. Sone Chöder do am Bode isch nid schlimm.

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  11. @ Thom

    ich habe gelesen von Rotz auf dem Bettpfosten, irgendwo in Afrika.
    Ist wohl nicht mein Urlaubsland…. ich flieg sowieso nicht…… 🙂 LG Gigi

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  12. Ishani Diana sagt:

    Lieber Thometje 😉
    Alles Liebe und Gute zu deinem 70. Geburtstag 😀
    Ich wünsche die den schönsten, lustigsten und entspannten Freudentag, den du seit langem hattest 😉
    Liebe, Gesundheit und Segen auf all deinen Wegen, sollen deine Begleiter sein 😀
    Love
    Diana

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