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Zur Geschichte der UdSSR-1

Mit der hier beginnenden Artikelserie soll der Versuch unternommen werden, die bisher vor allem schlaglichtartig betrachteten Einzelereignisse aus dieser Thematik in einen Zusammenhang zu bringen. Bisherige Artikel zum Thema unter anderem:
https://bumibahagia.com/2014/05/10/der-9-mai-tag-des-sieges/#
https://bumibahagia.com/2015/05/09/hinweise-des-tages-9-mai-2015-70-jahre-was/
https://bumibahagia.com/2016/03/09/perestrojka-umbau-1/
https://bumibahagia.com/2016/03/11/perestrojka-umbau-2/
https://bumibahagia.com/2016/03/16/%d0%bf%d0%b5%d1%80%d0%b5%d1%81%d1%82%d1%80%d0%be%d0%b9%d0%ba%d0%b0-umbau-3/
https://bumibahagia.com/2017/11/01/vom-kalten-kriege-5/ und andere.
Der geneigte Leser wird gebeten, geduldig und mit Verständnis den Ausführungen zu folgen – und sich nicht zu früh zu Wertungen und Urteilen hinreißen zu lassen.
Vielen Dank.
Luckyhans, 27. November 2017
———————————————–

Wer sich mehr als nur oberflächlich mit der Geschichte der UdSSR beschäftigt, wird sehr schnell auf horrende Widersprüche stoßen. Das ist verständlich, denn zum einen wird ja bekanntlich die „dokumentierte“ Geschichte stets von den Siegern des jeweiligen Zeitabschnittes geschrieben.
Und damit regelmäßig umgeschrieben.
Es werden in einer zumindest jahrhundertelangen „Tradition“ auch Dokumente gefälscht und nachträglich „erstellt“ – wer da dahinterstehen könnte, darf sich zunächstmal jeder selbst überlegen…

Zum anderen wird der moderne Mensch systematisch dazu hingeführt, die Dinge vereinfacht und recht oberflächlich zu betrachten – komplexe Zusammenhänge tauchen im täglichen Wirrwarr der heutigen Informationsflut kaum noch auf.
So wird eine Denkweise anerzogen, die eine differenzierte Betrachtung der meist recht komplzierten historischen Abläufe kaum noch zuläßt.
Das führt dann regelmäßig dazu, daß „das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird“, d.h. daß pauschale Aussagen wie „alles war dort schlecht“ oder „hier war damals alles gut“ mehr oder weniger offen kolportiert werden – und viele Zeitgenossen fallen ungewollt darauf herein.

Dabei sind doch solche Aussagen sehr schnell als platter Unsinn zu erkennen, denn der Mensch ist so nicht eingerichtet, daß er Verhältnisse aufbaut, die einseitig „gut“ oder „schlecht“ sein könnten.
„Nichts Schlechtes ohne Gutes“, wie ein russisches Sprichwort treffend sagt. Und aus allem, was gewesen ist, kann jeder etwas lernen…

Beispiel:
So kritisch der Kapitalismus als weitgehend perfektionierte Ausbeutungs- und Unterdrückungsordnung gesehen werden muß, so klar sollte auch erkannt werden, daß darin die technologisch orientierten Produktivkräfte eine selten schnelle Entwicklung genommen und ein hohes Niveau erreicht haben.

Ob das für die Mehrzahl der Menschen immer nur positive Auswirkungen hat, sei einer ausführlichen Untersuchung anheim gestellt – Fakt ist jedenfalls, daß von dem, was wir Zivilisation nennen (Trinkwasserleitung/Wasserklosett, Energieversorgung, Kommunikation u.a.) vieles heute einem relativ großen Teil der Menschheit zur Verfügung steht.
Natürlich ist dabei mit zu betrachten, daß es für alle diese Dinge (Hygiene, Energie, Kommunikation usw.) auch vorher bereits naturnahe Lösungen gegeben haben mag, die OHNE technischen Aufwand auf natürliche Weise funktioniert haben – uns „modernen Menschen aber verloren gegangen sind: Telepathie, Telekinese u.v.a.m.

Versuchen wir also im weiteren, die Ereignisse und Vorgänge in ihrem Zusammenhang zu betrachten, die Widersprüche nicht einfach glattzubügeln und die Entwicklungen so anzuschauen, wie sie nun mal (wahrscheinlich und meist in sich logisch) vor sich gegangen sind.
Vermeiden wir pauschale Urteile und Zuweisungen, sehen wir auch die Veränderungen an vielen Stellen, wo gutwillig gestartete Vorhaben nach einiger Zeit, da hinreichend erfolgreich, von den destruktiven Kräften dieser Welt unterwandert und übernommen werden – bestes Beispiel: die „alternativen“ Parteien in der BRvD-Geschichte…

Bei all diesen Ermittlungen ist sorgfältig darauf zu achten, aus welchen Quellen wir jeweils unser Wissen beziehen.
Denn auch die eigentlich zu bevorzugenden Primärquellen, wie zeitgenössische Literatur, Zeitungen und Dokumente, können nicht unbesehen als endgültige Wahrheiten hergenommen werden.
Der überwiegende Teil der Romane (übrigens ja auch das „Buch der Bücher“…) wurde erst deutlich später, nach der beschriebenen Zeit, herausgegeben. Und wer sich in der Literaturbranche auskennt, der weiß, daß da neben dem Autor recht viele Leute (Berater, Konsultanten, Lektoren, Korrektoren, Redakteure usw.) „mitgeredet“ haben – von der mehr oder weniger offiziellen jeweiligen Zensur mal ganz abgesehen.

Und auch die Zeitungen waren recht bald als Propagandaorgane erkannt worden, mit denen man Menschen manipulieren kann – anfangs wurden „ungeprüfte“ Beiträge noch verschämt mit dem schönen Zusatz „n.t.“ (non testatum) versehen, woraus dann die umgangssprachliche „Zeitungsente“ entstand.
Später wurde dann weggelassen, hinzugefügt, gefälscht und verbogen, daß die Heidi wackelt – bis hin zu den heutigen Info-Schnipseln, da Wahrheit, Erdachtes und Lüge kunstvoll vermischt „serviert“ werden…

Und zu den offiziellen Dokumenten wurde ja eingangs schon darauf hingewiesen, daß da spätestens seit dem Mittelalter in den Klöstern beim Abschreiben gefälscht und neu erstellt wurde nach Herzenslust.
Sehr viele „alte Dokumente“ weisen darunterliegende „Originale“ auf, die sich mit heutigen modernen Methoden (Röntgen) leicht nachweisen lassen: da mußte der eine Mönch einfach eine alte Schrift wegradieren, und ein anderer Mönch hat dann auf dem original alten Papier einen neuen Inhalt „draufgezaubert“ – so läßt sich anhand des „Papier-Alters“ jederzeit „nachweisen“, daß dies ein „echtes Original“ ist…

Ja, das uralte Geheimhaltungsrezept „need to know“ – jeder darf nur das wissen, was er zur Ausführung seiner (kleinen Teil-)Aufgabe „braucht“ – ist wohl älter als weiland angenommen… und wohl auch nicht zufällig in bestimmten Sprachen geläufig.
Also auch bei sog. Primärquellen ist stets Sorgfalt und Abstand angebracht.

Kommen wir zu den Sekundärquellen: Geschichtsbücher, Aufsätze, historische Betrachtungen, Analysen usw.
Hier ist in jedem Falle von der jeweiligen Zielstellung auszugehen.

Denn ein Schulbuch dient anderen Zwecken als eine historische Monografie: es soll die jeweiligen Jugendlichen in Sinne der Herrschenden „ausrichten“ – immer und überall war das so und ist es bis heute.
Jeder einigermaßen informierte Mensch weiß heutzutage, wieviele Jahrzehnte in der Erkenntnis zum Beispiel die heutigen Physik-Schulbücher gegenüber dem anerkannten (!) modernen Wissen zurück sind. Vom alternativen Wissen ganz abgesehen.

Leider ist es aber auch so, daß besonders seit der „Umerziehung“ der Mitteleuropäer die gesamte Wissenschaft immer mehr zur Hure des Geldes verkommen ist – „wes Brot ich freß, des Lied ich sing“ hat das der Volksmund sehr klar und deutlich ausgedrückt.
Daher sind daher die wissenschaftlichen Werke von professionellen Historikern stets nicht nur dem jeweiligen Zeitgeist unterworfen, sondern viele von ihnen sind Auftragswerke, die nachdrücklich zum Zwecke der Geschichtsklitterung erstellt wurden – auch hier ist sorgfältige Betrachtung angebracht.

Allerdings läßt sich meist relativ schnell an der Einseitigkeit der Darlegung erkennen, ob hier „erwünschte“ Zwecke verfolgt werden oder ob es dem Autor um eine hinreichend unbeteiligte Darstellung der Vorgänge und Fakten geht.
Von dem Begriff „objektiv“ möchte ich mich dabei deutlich distanzieren, denn nach meiner Überzeugung gibt es so etwas nicht: „unabhängig vom Bewußtsein des Einzelnen“, da bekanntlich jeder Mensch in einer eigenen Welt lebt.

Aber manchmal ist die „vielseitige“ Betrachtung nur ein Mäntelchen, das sich mancher umhängt, um neben wenigen „neuen“ Wahrheiten auch viele alte Lügen wieder unter die Leserschaft zu bringen.
Es ist also nicht ganz einfach, sich ein einigermaßen zutreffendes Bild von Vorgängen und Ereignisse zu machen.
Hilfreich ist es auf jeden Fall, wenn man so lange wie möglich versucht, nur die Ereignisse und Vorgänge sowie deren tatsächliche Wirkungen und Folgen zu betrachten, statt ständig bewerten und urteilen zu wollen.

Nach dieser langen, aber notwendigen allgemeinen Vorrede kommen wir nun endlich zum Thema: Geschichte der Sowjetunion.

Und da fällt uns sogleich eine besonders feine Manipulation ins Auge:
das russische Wort „Sowjet“ (совет) bedeutet „der Rat“, und zwar sowohl in der Bedeutung als „Ratschlag“, aber hier natürlich im Sinne des „gemeinschaftlichen (!) Verwaltungsorgans“.
Die einzelne Person als „Rat“ (z.B. der „Geheime Rat“) im Deutschen heißt im Russischen „Sowjetnik“ – ist also ein ganz anderes Wort.

Wenn also das Wort „Sowjet“ (auch im Russischen!) von dieser Bedeutung „Rat“ losgelöst wurde und ein Eigenleben entwickelte (bis hin zum „Sowjetmenschen“, der natürlich kein „Rätemensch“ ist), dann ist das ganz gewiß nicht „zufällig so entstanden“.
Einen Hinweis darauf bekommen wir, wenn wir der Bayerischen Räterepublik des Jahres 1919 nachforschen – da haben wir noch die ursprüngliche Bedeutung mit übersetzt.

Es ging also darum, das Wort „Sowjet“ seiner Bedeutung als „Rat“ zu entkleiden und als „eigenes“ (allen Ausländern natürlich fremdes) Wort zu etablieren. Produziert erstmal international ein allgemeines Unverständnis …
Hätte man von einer „Union der sozialistischen Räterepubliken“ (UdSRR) gesprochen, wäre vielen Menschen der Sinn dieser Einrichtung leichter erschließbar gewesen.
Denn solch ähnliche Räte gab und gibt es ja auch im eigenen Land: Stadträte, Gemeinderäte usw. (wobei der Landrat als Person die einzige mit „Sowjet“ nicht übereinstimmende Bedeutung darstellt).

Und das wäre doch hinreichend „entlarvend“ gewesen:
plötzlich hätte der einfache Mensch kapieren können, daß es hier im Ansatz lediglich um eine gemeinschaftliche Verwaltung gehen sollte (was daraus dann unter dem Druck der Verhältnisse „gemacht“ wurde, dazu kommen wir noch).

Und auch im Russischen hat man durch die Erschaffung des Adjektivs „sowjetische“ (советский) langsam aber sicher die Loslösung vom Inhalt durchsetzen können – denn „der rätische“ klang erstmal (im Russischen) sehr fremd und konnte nur durch häufiges propagandistisches Wiederholen mit unterschiedlichen Wortbildungen – vom weltbekannten Hotel „Sowjetskaja“ (das „Rätische“?) in Moskau über „die sowjetische Führung“ bis hin zum „Sowjetmenschen“ – in seiner „gewandelten“ Bedeutung in die Hirne gepreßt werden.
Aber es gelang…

Es zeigt sich also, daß hier von Anfang an recht hintergründig und langfristig denkend manipuliert wurde… dies wird uns bei diesem Thema wohl noch öfter begegnen.

Kommen wir zur Vorgeschichte der UdSSR.

Die gestaltende Kraft im Lande war ja be- und anerkanntermaßen die sog. Kommunistische Partei.
Sie ging in mehreren Stufen aus der „Sozialdemokratischen Arbeiter-Partei Rußlands“ hervor, wobei die „wichtigen“ Parteitage, auf denen sich die sog. Bolschewiki („die Mehrheitlichen“, die jedoch in Wirklichkeit innerhalb der Partei bis zu deren Spaltung meist in der Minderheit waren) durchsetzten konnten, interessanterweise stets in London stattfanden.
Ein Schelm, wer sich etwas dabei denkt… (hatte nicht auch Mordechaj Levy alias Karl Marx seinen Hauptwohnsitz in London gehabt? und irgendwie war uns doch London mit seiner „City of“ auch sonst noch in Erinnerung…)

Dies sind jedenfalls Fakten, die auch im offiziellen Studienkurs der „Geschichte der KPdSU“ zu meinen Jugendzeiten noch gelehrt wurden.
Was die „äußere Lenkung“ der Vorgänge in der Partei betrifft, so gibt es da sehr unterschiedliche Auffassungen.
Natürlich war die Partei im zaristischen Rußland (wie auch die Sozialdemokratie in Deutschland, siehe „Sozialistengesetz“) verboten und konnte nur im Untergrund wirken.
Daher war neben strikter Geheimhaltung eine lose verbundene dezentrale Organisation in einzelnen „Zellen“ überlebenswichtig, öffnete aber auch Tür und Tor jeglichen geschickten Manipulationen.
Daneben war ein Großteil der Funktionäre jüdischer Abstammung: Trotzki = Leiba Bronstein, Kamenjew = Leo Rosenfeld, Sinowjew = Jewsej-Herschen Aaronowitsch Radomylski, Swerdlow = Jankel Mojschewitsch Gauchmann usw., mit den entsprechenden Verbindungen in die jeweiligen Kreise.
Nun, von den heutigen „Spezialisten, welche diese Verbindungen aufgedeckt haben, „war keiner dabei“, und es ist dazu leider nur wenig brauchbares historisches Material bekannt.
Und nicht jeder Jude ist immer gleich ein Zionist, daher sind das Fingerzeige auf mögliche Einflüsse, aber längst noch keine Beweise dafür, daß es solche zwingend und bestimmend gegeben hat.

Auch der Werdegang der anderen Parteiführer (Lenin = Wladimir Iljitsch Uljanow, entgegen vielen Behauptungen nicht jüdischer Abstammung, sondern ein „wildes Gemisch“; Stalin = Josif Wissarionowitsch Dzhugaschwili, Georgier – auch hier ist die „jüdische Verbindung“ wild hinzukonstruiert; zwar war er Jesuiten-Schüler, jedoch ist er einer der wenigen Führer in der Geschichte, der total „für die Sache“ gelebt hat und sich in keiner Weise persönlich bereichert hat) weist darauf hin, daß sie mit diversen Geheimorganisationen Kontakt gehabt hatten – wie tief deren Einfluß dann tatsächlich ging, kann seriös nur vermutet werden.
Und wer da wen wie versucht hat, übers Ohr zu hauen und vorwiegend sein eigenes Süppchen zu kochen, läßt sich kaum noch nachvollziehen.
Sicher ist, daß ohne üppige Geld- und Organisations-Unterstützung ein Staatsstreich, ein solcher „Revolution“ genannter gewaltsamer Umsturz, nicht durchgeführt werden kann.

Eine sehr interessante Frage ist auch, warum nach der Februar-Revolution 1917, welche ja die Zarenherrschaft schon beseitigt hatte und zu einer sog. Doppelherrschaft (einerseits Arbeiter- und Soldatenräte, andererseits die sog. Provisorische Regierung des Herrn Kérenski) geführt hatte, dann noch dieser zweite Umsturz „nachgezogen“ wurde.
Offensichtlich war man sich bei den Weltenlenkern der Leute um Kérenski nicht sicher, daß sie auch brav das tun würden, was man von ihnen verlangte: hatte jener sich doch geweigert, die Maßnahme-Forderungen des amerikanischen Botschafters (Land für die Bauern, Frieden schließen, die Bolschewiki an der Regierung beteiligen) sogleich zu erfüllen…
Wie übrigens auch die sog. Bolschewiki dann nicht immer das taten, was „man“ von ihnen erwartete …

Was die Finanzierung der „Oktober-Revolution“ durch ausländische Mächte betrifft, so gibt es ebenfalls unterschiedliche Hinweise.
Die einen halten Trotzki/Bronstein, der bekanntlich die volle Unterstützuung des VSA-Multimillionärs Schiff genoß, für entscheidend; andere weisen auf einen gewissen Parvandt und reichsdeutsche Zahlungen hin – sehr wahrscheinlich sind Gelder aus unterschiedlichen Quellen geflossen, um den damaligen „Regimechange“ zu organisieren.
War doch der russische Zar dem Einfluß der internationalen Finanzkreise zunehmend ausgewichen, nachdem diese erneut einen Krieg gegen Rußland provoziert hatten, der für die weitere Entwicklung des Landes absolut störend war…

(Fortsetzung folgt)


6 Kommentare

  1. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  2. “Eine sehr interessante Frage ist auch, warum nach der Februar-Revolution 1917, welche ja die Zarenherrschaft schon beseitigt hatte und zu einer sog. Doppelherrschaft (einerseits Arbeiter- und Soldatenräte, andererseits die sog. Provisorische Regierung des Herrn Kérenski) geführt hatte, dann noch dieser zweite Umsturz „nachgezogen“ wurde.“

    Diese Frage ist in DAS JAHR 1957 – Eine Sammlung ausgewählter Aufsätze und Reden von W. I. Lenin ausführlich beantwortet worden:

    a) Die Provisorische Regierung war das Instrument der nach dem Sturz des Zaren faktisch herrschenden Militärdiktatur

    b) Sie wollte die Geheimverträge, die der Zar mit England und Frankreich geschlossen hatte nicht offen legen

    c) Sie wollte keine ‚Demokratie‘, sondern die “Selbstherrschaft“ durch eine “konstitutionelle Monarchie“ mit einem Zaren aus der Familie der Romanovs

    d) Sie setzte den Krieg mit Deutschland fort und sorgte somit dafür, dass sich die ausländischen Konzerne und Banken auf Kosten des Russischen Reiches weiter bereichern konnte und sich die Auslandsschulden auf 50 Milliarden Rubel [~16 Mrd. US-Dollar(*1) => ~67,2 Mrd. Mark; entsprechend 38.000 Tonnen Gold zum Rubel, bzw. 24.000 Tonnen Gold zur Mark – in den Wechselkursen des Jahres 1914 – (zum Vergleich: Die USA halten 8.000 Tonnen Gold)] … und das dadurch

    e) weitere Millionen von Russen durch den Krieg und die allgemeine Hungersnot umkamen

    (*1) https://www.mediathek.at/der-erste-weltkrieg/der-erste-weltkrieg-ausgabe-5/kriegsverlauf/ostfront-1917-russland-ohne-den-zaren-der-krieg-ohne-russland/

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  3. Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    “Eine sehr interessante Frage ist auch, warum nach der Februar-Revolution 1917, welche ja die Zarenherrschaft schon beseitigt hatte und zu einer sog. Doppelherrschaft (einerseits Arbeiter- und Soldatenräte, andererseits die sog. Provisorische Regierung des Herrn Kérenski) geführt hatte, dann noch dieser zweite Umsturz „nachgezogen“ wurde.“

    Diese Frage ist in DAS JAHR 1957 – Eine Sammlung ausgewählter Aufsätze und Reden von W. I. Lenin ausführlich beantwortet worden:

    a) Die Provisorische Regierung war das Instrument der nach dem Sturz des Zaren faktisch herrschenden Militärdiktatur

    b) Sie wollte die Geheimverträge, die der Zar mit England und Frankreich geschlossen hatte nicht offen legen

    c) Sie wollte keine ‚Demokratie‘, sondern die “Selbstherrschaft“ durch eine “konstitutionelle Monarchie“ mit einem Zaren aus der Familie der Romanovs

    d) Sie setzte den Krieg mit Deutschland fort und sorgte somit dafür, dass sich die ausländischen Konzerne und Banken auf Kosten des Russischen Reiches weiter bereichern konnte und sich die Auslandsschulden auf 50 Milliarden Rubel [~16 Mrd. US-Dollar(*1) => ~67,2 Mrd. Mark; entsprechend 38.000 Tonnen Gold zum Rubel, bzw. 24.000 Tonnen Gold zur Mark – in den Wechselkursen des Jahres 1914 – (zum Vergleich: Die USA halten 8.000 Tonnen Gold)] … und das dadurch

    e) weitere Millionen von Russen durch den Krieg und die allgemeine Hungersnot umkamen

    (*1) https://www.mediathek.at/der-erste-weltkrieg/der-erste-weltkrieg-ausgabe-5/kriegsverlauf/ostfront-1917-russland-ohne-den-zaren-der-krieg-ohne-russland/

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  4. Richard d. Ä. sagt:

    Danke für die vorausgegangenen und auch besonders für den vorliegenden, erhellenden Artikel über eine Zeit, über die wenigstens genauso viele, wenn nicht mehr Falschdarstellungen als sonst üblich verbreitet werden.

    Eine Verständnisfrage zu „Parvandt“:
    „… andere weisen auf einen gewissen Parvandt und reichsdeutsche Zahlungen hin – sehr wahrscheinlich sind Gelder aus unterschiedlichen Quellen geflossen, um den damaligen „Regimechange“ zu organisieren.“

    Handelt es sich dabei um jenen Akteur, der auch unter den Namen Alexander Parvus alias Israil Lasarewitsch Helphand bekannt war, den Lenin-Transport im plombierten Waggon durch Deutschland mitorganisiert und sich nach der Oktoberrevolution in eine Villa bei Berlin zurückgezogen hatte (vielleicht zwecks Mithilfe bei der „Revolution“ in Deutschland)?

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  5. Vollidiot sagt:

    Wenn wir schon beim Steiner Ruedi sind.
    Der hat als unerläßlich für und in der historischen Forschung seine Methode der „Geschichtlichen Symptomatologie“ bezeichnet.

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  6. Luckyhans sagt:

    zu R.d.Ä. um 18:24
    Offensichtlich ja – da hat wohl einer die beiden Pseudonyme zusammengezogen: Parvus – Helphand… 😉
    Es gibt dazu auf der Duröhre eine ZDF-Doku – allerdings schön einseitig, wie gewohnt…
    Ziemlich sicher ist auch der „verplombte“ Lenin-Waggon bei der „Durchreise“ in Berlin „entplombt“ worden, und es hat „Gespräche“ gegeben…

    zu Jauhu 27/11/2017 um 17:41
    „Aufsätze und Reden von W. I. Lenin “ –
    gut, das gibt uns den Standpunkt der Bolschewiki wieder.

    Allerdings darf ich dazu anmerken, daß es
    a) in dem zerrütteten Land keine Militärdiktatur geben konnte, weil die Armee höchst desorganisiert war – Kerenksi fuhr mit dem Auto des VSA-Botschafters erfolglos umher, um wenigstens ein paar Militäreinheiten für den Schutz der PR zu organisieren – den bevorstehenden bewaffneten Aufstand „pfiffen“ damals in Petersburg die Krähen von den Dächern, ist also Unsinn, was Lenin da von sich gab,
    b) gewiß auch die PR selbst Geheimverträge geschlossen hatte (oder hätte), denn Geheimverträge waren damals ein „übliches“ Mittel der internationalen Politik, und es war absolut „unfein“, solche (auch von seinen „Feinden“) offenzulegen,
    c) eine Konstitutionelle Monarchie für das damalige Rußland wohl ein Segen gewesen wäre, anstatt der blutigen Schlachtereien zwischen Russen und Russen, die von 1917 bis 1923 über 5 Jahre lang (!) mehr oder weniger ununterbrochen irgendwo zugange waren (Wrangel, Kornilow, Sowjetisch-Polnischer Krieg, Denikin, Koltschak und wie die Werkzeuge der Angelsachsen alle hießen) und in deren Ergebnis Finnland, die baltischen Staaten, Polen, die Ukraine, Weißrußland und andere aus dem Russischen Reich ausschieden,
    d) das Zarengold durch die Bolschewiki nach der Machtergreifung ebenso in den Westen geschaufelt wurde, und
    e) der nachfolgende Bürgerkrieg, der wegen diverser Unterstützung aus dem Westen der Revolution zwangsläufig folgte, ziemlich sicher noch mehr (und zwar vor allem russische Intelligenz-) Opfer gefordert hat als ein fortgesetzter Krieg im Westen.

    Ein großer Teil der uns bisher geläufigen „herrschenden“ Geschichte ist auch stark anzuzweifeln; so gibt es Berichte, daß es gar keinen „Sturm“ des Winterpalais gegeben habe, sondern eine regelrechte „leichte Einnahme“, bei der ganze 6 Mann umkamen, weil die Verteidiger im Wissen um den bevorstehenden Angriff sich einfach zurückgezogen hatten…
    Und vieles andere mehr – aber dazu werden wir im Detail noch kommen.

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