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Перестройка = Umbau (1)

Es ist schon viel über den „Umbau“ der Sowjetunion in den 80er Jahren geschrieben worden. Ich selbst habe das alles am eigenen Leib miterlebt. Habe erlebt, wie unterschiedlich die Prozesse interpretiert wurden, am besten zu erkennen in der Auslegung der „Kampflosungen“: Perestrojka = „Umbau“ (des Sozialismus!) wurde fast nie übersetzt, „Glasnost“ = „Öffentlichkeit, Offenheit der Angelegenheiten“ im Westen einseitig als „Transparenz“ mißdeutet, und bei der „Demokratie“ oder „Demokratisazija“ = „Demokratisierung“ (der Gesellschaft) ist ja nun hinlänglich bekannt, daß darunter jeder genau das versteht, was er verstehen will.
Auch der wahre Sinn der sog. Demokratie (= Gemeindebeherrschung) wurde hier schon hinreichend beleuchtet…

Bevor wir uns jedoch einige Interpretationen dieses „Umbaus“ ansehen, ist ein Blick auf die „Vorgeschichte“, d.h. die Situation in der Sowjetunion und dem „Ostblock“ in den 70er Jahren sinnvoll, denn nur in der Kontinuität der Vorgänge ist eine Annäherung an die Wirklichkeit möglich.
Auf Links wurde verzichtet – jeder darf mit den ihn interessierenden Suchbegriffen selbst auf Entdeckungsreise gehen… 😉
Luckyhans, 8. März 2016
P.S. allen Frauen und Mädels liebe Grüße zum Internationalen Frauentag! 😉
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1. Die Vorgeschichte der „Perestrojka“

Nach dem Waffenstillstand am 8. Mai 1945 fand sich Europa neu aufgeteilt: der östliche Teil war unter sowjetische Herrschaft gelangt, der westliche Teil unter VSA-Herrschaft. Die Grenzen waren in Jalta recht willkürlich und zugunsten der „Siegermächte“ neu festgelegt worden – vor allem auf Kosten Deutschlands, wobei Polen für die Verluste im Osten reichlich im Westen „entschädigt“ wurde. Allerdings sind all diese Landnahmen völkerrechtlich nicht abgesichert – bis heute, „man“ hofft auf das „Gewohnheits“-Völker-„Recht“ – aber das ist ein anderes Thema.

Daß die Allianz gegen Hitlerdeutschland ein reines Zweckbündnis war, zeigte sich sehr bald: die Unstimmigkeiten zwischen den Alliierten traten nach der Niederwerfung der nationalsozialistischen Herrschaft sehr bald zutage, vor allem die VSA mit dem jungen Truman versuchten bereits auf der Konferenz von Potsdam die UdSSR mit dem „großen Atombomben-Knüppel“ zu züchtigen.
Das Ergebnis von Potsdam, heute fälschlicherweise oft „Potsdamer Abkommen“ genannt, war erneut ein Diktat der Alliierten, die erneut – wie schon 1918 in Versailles – ohne das deutsche Volk zu fragen, einfach über dessen Geschicke bestimmten. Es war also kein Abkommen, sondern ein einseitiges Diktat der Sieger – das wollen wir doch bitte festhalten.

Der angloamerikanische Westen hatte also in diesem Krieg nur einen geringen Teil seiner Ziele erreicht: die weitgehende Reduzierung des deutschen Volkes um seine wertvollsten Anteile, die jungen Menschen, und die Besetzung eines großen Teils von Deutschland.
Dafür war ganz Osteuropa in den Einfluß „Stalins“, des „Bolschewismus“ (auch so ein vielmißbrauchter „Kampfbegriff“) geraten.

So begann der Westen augenblicklich mit allen „friedlichen“ Mitteln das durchzuführen, was mit militärischen Mitteln nicht erreicht worden war: das „Roll-back“, das Zurückschieben des Bolschewismus nach Osten.
Dazu wurde als erstes der Status Quo zementiert: Währungsreform in den vereinigten Westzonen, Gründung der Staatssimulation BRiD als Verwaltungsorganisation der Alliierten nach HLKO, Abkoppelung der Westzonen von der SBZ, der sowjetisch besetzten Zone, Installation entsprechender Medien, die noch bis 2099 unter „Alliierter Kontrolle“ stehen sollen.
Und das deutet ganz klar darauf hin, daß es von Anfang an geheime angloamerikanische Pläne gibt, bis spätestens 2099 dieses Deutschland endgültig auszuradieren, die sich bis heute in Umsetzung befinden…

Die weitere Entwicklung war gekennzeichnet durch das Bestreben der Sowjetunion, gemäß den Vereinbarungen von Teheran, Jalta und Potsdam ein kleineres, neutrales, aber einheitliches Deutschland wiederherzustellen – die entsprechenden Vorschläge Stalins und der UdSSR-Führung aus den 50er Jahren sind hinlänglich bekannt.
Aber – unter Berücksichtigung des vorher Gesagten – hatte der Westen natürlich keinerlei Interesse daran – sein erklärtes Ziel war nach wie vor die Auslöschung Deutschlands – also wurden sämtliche Versuche auf Wiederherstellung eines einigen Deutschlands blockiert und der westliche Teil in NATO, Montanunion, später EWG und EG, „eingeordnet“ (meist als „Zahlemann“).

Die logische Folge dieser Politik war die Mauer, die ab 13. August 1961 die „besondere politische Einheit“ (!) Berlin durchzog und den Aderlaß an (auf Staatskosten gut ausgebildeten) jungen Menschen aus der DDR in den Westen unterband – damit war die Teilung Europas erstmal fixiert, und nach der friedlichen Lösung der Kuba-Krise schienen sich beide Seiten mit den entstandenen Realitäten abgefunden zu haben.

Im weiteren fand eine getrennte Entwicklung Europas statt – im Westen war (nach der erfolgreichen Planwirtschaft der Nachkriegsjahre!) Erhards soziale Marktwirtschaft der Renner, im Osten wurde die sozialistische Planwirtschaft weitergeführt.
Unter der formal „friedlichen“ politischen Oberfläche tobte freilich ein kalter Krieg auf allen Gebieten: der Westen hatte der Welt den Dollar als Leitwährung aufgezwungen, und so waren die Länder des RGW (Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe, des östliche Gegenstück zur EWG) gezwungen, einen Großteil ihrer Naturreichtümer und Erzeugnisse in den Westen zu liefern – natürlich zu den im Westen festgelegten („Weltmarkt“-)Preisen: ein ständiges Ausbluten des „Ostblocks“ – und ein Großteil des westlichen „Wohlstandes“ resultierte aus Werkbank-Fertigungen von Westwaren (IKEA-Regale, Trumpf-Schokolade, Privileg-Haushalttechnik von Quelle u.v.a.m.) im Osten, die billigst geliefert wurden, damit die für den Einkauf wichtiger Rohstoffe erforderlichen „Devisen“ (frei konvertierbare Währungen) generiert werden konnten.
Ein geringer Teil von diesen Erzeugnissen tauchte später als sog. „Gestattungsproduktion“ in den teuren „Hochqualitäts“-Ladenketten unter den Marken „Exquisit“ und „Delikat“ der DDR auf.

Daneben wurde der Osten von allen fortschrittlichen Technologien rigoros ferngehalten – die Cocom-Listen sahen vor, daß selbst „middle tech“-Erzeugnisse nicht in den „Ostblock“ geliefert werden durften, von „high tech“ ganz zu schweigen – so zwang man einerseits des Osten zu extrem hohen Investitionen in Wissenschaft und Technik und zur teuren Umgehung von westlichen Patenten – zumindest für diejenigen Waren, die dann auch in den Westen geliefert werden sollten – und zu extrem teuren „Umgehungseinkäufen“ von technologischen Anlagen – denn es wurde durchaus „geduldet“, daß die Cocom-Listen vereinzelt „umgangen“ wurden – wegen der „Gefahr“ natürlich um ein Vielfaches des normalen Preises – mancher erinnert sich noch an den nach 1990 nie angeklagten Stasi-Oberst Schalck-Golodkowski und sein Firmenimperium „Kommerzielle Koordinierung (KoKo), das sich genau damit befaßte.

Auch wurde vom Westen – nach dem alten „Teile und herrsche“-Prinzip – gegenüber den verschiedenen Ländern des (absolut nicht massiven oder homogenen, wie der Begriff suggeriert) „Ost-Blocks“ eine sehr „differenzierte“ Politik betrieben: Albanien und Rumänien wurden teilweise hofiert, überall wurden unteerschiedliche sog. „Dissidenten“ und „alternative“ Gruppen aufgebaut und unterstützt, und die Zahl der gegenseitigen Geheimdienstoperationen jener Zeit ist Legende – Wien und (West-)Berlin waren damals die Zentren der gegenseitig überwachten „Kontakte“, später auch Prag …

Und nicht zu vergessen der ständige „brain drain“, mit dem die VSA sich jedes Jahr wieder mit klugen jungen Leuten aus der ganzen Welt (die in ihren Mutterländern auf Staatskosten ausgebildet worden waren!) versorgten, die zum Studium oder zu „Praktika“ an deren Hochschulen eingeladen wurden, und von denen die Fähigsten mit guten Angeboten auch zum Bleiben bewegt werden konnten, anstatt in ihr Land zurückzukehren und dort etwas Neues aufzubauen.

Soweit ein paar (im Westen gern ausgeblendete) Skizzen dessen, was damals so „üblich“ war – natürlich kann das kein vollständiges Bild abgeben, aber es illustriert sehr gut einige Seiten dessen, was uns heute so gern verklärt wird.

Diesen äußeren Umständen zum Trotz hatten sich die meisten Länder des „Ostblocks“ zu relativ stabilen Staatswirtschaften entwickelt – es ging langsam, aber sicher voran.
Es gab keinen wirtschaftlichen Zwang für den Einzelnen:
– es gab keine Arbeitslosen: die wurden in den Staatsbetrieben beschäftigt, wo kaum jemand wirklich darauf achtete, daß auch jeder seine Norm erfüllte – wer nicht arbeiten wollte, bekam auch so sein Geld – was natürlich die gesamtgesellschaftliche Arbeitsprodktivität senkte,
– es gab keine Obdachlosen: die Mieten lagen unter 10% des Monatsverdienstes, auch bei zentralbeheizten Neubauwohnungen, und sogar der notorische Mietschuldner aus dem Nebenhaus, der lieber ein dickeres Auto fuhr, wurde nicht auf die Straße gesetzt, nicht mal in einen Altbau umquartiert,
– die Verbrechensraten (Klein- wie Großkriminalität) waren nicht nur statistisch, sondern auch real schwindelerregend gering: wir konnten damals in einem Neubauviertel von Berlin mit ca. 15 Tausend Einwohnern völlig ohne Sorgen unsere Kinder 4 – 5 Stunden lang draußen spielen lassen, ohne sie selbst beaufsichtigen zu müssen,
und vieles andere mehr.

Die soziale Sicherheit und Zukunftsgewißheit war allerdings bis in die 70er Jahre schon derart übersteigert, daß vielen Leuten diese „überbordende“ Stabilität schon gegen den Strich ging: es gab nur wenig Veränderung.
Auch staatlicherseits war die Partei (welche tatsächlich den Staat führte, zusammen mit den vereinigten Geheimdiensten – denn die Stasi beinhaltete sowohl den „Verfassungsschutz“ als auch den “Bundesnachrichtendienst“ als auch den „Militärischen Abschirmdienst“) inzwischen von sovielen Karrieristen und Mitläufern unter- bzw. überlaufen worden, so daß zum elitären Anspruch (der überall propagierten Führungsrolle) eine zunehmende Lücke klaffte.

Die sog. „Blockparteien“ waren zu unbedeutenden Abnickervereinen degeneriert, die Menschen hatten sich meist irgendwie mit den Verhältnissen arrangiert, und bis auf wenige Idealisten tat kaum einer mehr als unbedingt notwendig.
Im Gegenteil, es war ein „Kavaliersdelikt“, wenn man aus dem Betrieb etwas für zuhause mitnahm – die Mitnahme von Werkzeugen oder Bohrmaschinen war sogar ausdrücklich gestattet, und so mancher „vergaß“ dann jahrelang, das Gerät zurückzubringen – wurde halt im Betrieb ein neues angeschafft…

So kam es, daß die westliche Dauer-Propaganda – von Hollyschutt bis „deutsche“ Familienserien – bei so manchem ein offenes Ohr fand, denn es wurden ja in bester Werbetradition stets nur die guten Seiten gezeigt und der ökonomische Zwang, der hinter allen stand, nicht thematisiert.
Dafür wurde der ideologische Zwang, mit dem der Osten sein System aufrecht hielt, stark angegriffen – und nicht erfolglos.
Hinzu kam die „neue Ostpolitik“, welche erste Kontakte und für viele reale Möglichkeiten (per „Ausreiseantrag“) eröffnete, in den Westen gelangen zu können – neben dem recht drakonischen „NSW-Reisekader“, der stets eine Zusammenarbeit mit der Stasi verlangte.

Als Illustration der damaligen Verhältnisse Ende der 70er/Anfang der 80er vielleicht zwei Witze, die so manches recht gut kennzeichnen:

1. Kommt ein Mann zu seinem Parteisekretär und sagt, er möchte einen Ausreiseantrag stellen. Der Parteisekretär nimmt ihn beiseite und fragt ihn, warum der denn ausreisen wolle und wohin.
Er möchte in die DDR ausreisen, war die Antwort. Darauf der Parteisekretär verwundert: „Aber Genosse, Du bist doch hier in der DDR.“ – Darauf unser Mann: „Ja, ich möchte aber in die DDR, über die jeden Tag in der Zeitung und im Fernsehen berichtet wird…“

2. Kommt ein Polizist zu seinem Vorgesetzten und sagt, er wolle einen Ausreiseantrag stellen. Der Vorgesetzte schätzt den Mitarbeiter sehr und fragt daher, ob es denn einen Grund dafür gäbe.
Ja, sagt dieser, es gibt einen Hauptgrund und einen Nebengrund. Dann fangen wir mal mit dem Nebengrund an, sagt der Chef. – „Naja, wenn es hier mal andersherum kommt, dann sind wir Polizisten doch die Ersten, die von allen verkloppt werden.“ – „Aber, aber, Genosse, wie kommst Du denn darauf? Wie soll es denn hier mal andersherum kommen? Dafür gibt es doch gar keinen Anlaß, ist doch alles soooo stabil, schon seit Jahren keinerlei Veränderungen mehr…“ – „Sehn, Sie, und das – ist der Hauptgrund…“ —

Parallel dazu war der Staats- und Parteiapparat inzwischen derart verknöchert, daß die Greise an der Spitze keinen richtigen Durchblick mehr hatten, was denn im Lande so wirklich abging. Sie verkamen zu reinen Repräsentationsfiguren – von der Abhängigkeit der kleinen DDR vom „großen Bruder“ ganz zu schweigen.
Die „oberen unter den Mittleren“, die eigentlich immer in allen Apparaten die wahren „Bestimmer“ und Lenker sind, hatten auch in der UdSSR längst ihre eigenen Wege und Mittel gefunden, wie sie sich und ihre Familien mit Westwaren, Pöstchen und anderen Annehmlichkeiten versorgen – was natürlich nicht unbemerkt blieb.
So wuchs der allgemeine Frust, und auch die Leute „darunter“ im Apparat machten mehr und mehr, was ihnen persönlich guttat – natürlich alles stets ideologisch „richtig“ verbrämt.

So kommt es etwa Mitte der 70er Jahre zu ersten Versorgungsschwierigkeiten in der UdSSR, während die DDR als „Schaufenster zum Westen“ noch einigermaßen gut dastand. Zu jener Zeit war ich zum Studium in der Sowjetunion (SU), d.h. 10 Monate dort und insgesamt 2 daheim und konnte diese Entwicklungen in beiden Ländern parallel genau verfolgen.
Dort, in der SU, war eine zeitlang Butter knapp – darauf folgten Hamsterkäufe, da der Preis staatlich garantiert blieb, welche die Versorgungslage weiter erschwerten. Dann folgte das gleiche Spiel mit Margarine, mit Eiern, dann mit Fleisch usw. – zwar wurde das stets nach wenigen Wochen (meist per „Sonderimport“) wieder ausgeglichen, aber die Verunsicherung blieb.
Da die Planwirtschaft prinzipiell keine großen Reserven aufbaut, sondern auf relativ genaue Bedarfsdeckung ausgerichtet ist – eines der Prinzipien der Planwirtschaft: soviel wie nötig – stießen jegliche unvernünftigen Handlungen Einzelner natürlich nicht auf einen flexiblen Preismechanismus, der solche Hamsterkäufe hätte bremsen können, sondern sie wirkten sich eben direkt aus – sogar in einem landwirtschaftlich nun wirklich reichen Gebiet wie der Ukraine, wo ich damals studierte.
Und wenn einmal eine solche Unsicherheit eingezogen war, dann konnte ein beliebig gestreutes Gerücht zu sofortigen Reaktionen führen – von den rund um di Uhr sendenden westlichen Radiosendern in russischer Sprache, wie „Free Europe“ aus München oder „Voice of America“ natürlich damals weidlich ausgenutzt

Soweit skizzenhaft einiges zur damaligen Situation Ende der 70er/Anfang der 80er.
Einerseits die Verknöcherung der Strukturen, andererseits die egoistische „Fettlebe“ (aus damaliger Sicht) der Parteibonzen und parallel die nicht mehr vollständig funktionierende Wirtschaft.

Sie befand sich zum damaligen Zeitpunkt schon längst in der Kreditwürge des Westens: immer mehr Waren mußten zu Schleuderpreisen ins NSW („Nicht-Sozialistisches Wirtschaftsgebiet“) exportiert werden, um die Zinsen und Raten der Kredite zu bedienen.
In dem Unternehmen, wo ich nach dem Studium arbeitete, war eine Exporteffektivität von 0,1 schon Tagesgeschäft – das bedeutete, daß von jeder eingesetzten DDR-Mark nur 10 Pfennig in Valuta „erlöst“ wurde – oft auch noch weniger.
Dies war ein Aderlaß sondergleichen, denn die Rohstoffe mußten zum großen Teil (soweit im RGW selbst nicht verfügbar) zu vollen Weltmarktpreisen gekauft werden – großteils war es tatsächlich so, daß die Summe der eingesetzten Rohstoff- und Teile-Importe größer war als die für die daraus gefertigten Waren erhaltenen Exporterlöse.

Zwar konnte dies durch ein gewisses Ost-West-Gefälle zwischen den Ländern des RGW wieder etwas ausgeglichen werden, aber die „Bruderländer“ (klar, „Brüder“ – Freunde kann man sich ja aussuchen…) waren auch nicht mehr bereit, das „Schaufenster zum Westen“ noch weiter zu stützen – sie hatten eigene Probleme mit ihrer inländischen Versorgung – überall waren „freundlich erteilte“ Kredite des Westens inzwischen zur Drosselschlinge geworden.
Und dann der Anfang der 80er wieder sinkende Weltmarkt-Ölpreis, der die UdSSR (nach den „fetten“ 70ern, wo viele Probleme einfach durch schnelle Importe „weggedrückt“ werden konnten) selbst vor große wirtschaftliche Probleme stellte…

In dieser immer auswegloser werdenden Situation, von der so mancher auch eine Ahnung hatte, war ein Gorbi, der als Gallionsfigur des „Umbaus“ auftrat, für viele Menschen im Ostblock, vor allem in der ach so stabilen, „unveränderlichen“ DDR, ein Hoffnungsschimmer.
Auch in „der Partei“ rumorte es kräftig – viele einfache Mitglieder verlangten ähnliche Umbaumaßnahmen wie in der SU (ganz nach der alten SED-Doktrin „Von der SU lernen heißt siegen lernen“…), wobei keiner (soweit mir bekannt) damals den Sozialismus und auch die Planwirtschaft prinzipiell in Frage stellte – geschweige denn eine „Vereinigung“ mit der BRD auch nur in Betracht zog.

Und das müssen sich alle damals Verantwortlichen im Osten auf allen Ebenen zumindest als Vorwurf gefallen lassen:
sie haben nicht darauf reagiert, sondern sind betonkopfmäßig weiter dabei geblieben, alles so weiterlaufen zu lassen wie bisherein Schelm wer da Parallelen zu heutigen Vorgängen entdeckt.

Ja, so war – aus heutiger Sicht – die Situation vor und zu Beginn der Perestrojka, wie ich sie erlebt habe.


8 Kommentare

  1. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  2. Eleana sagt:

    Ja, genau so hab ich es auch erlebt damals und ich erinnere mich noch gut an das Gefühl, irgendwie festzustecken, beinahe zu ersticken.
    Dennoch habe ich die Vorteile dieses Lebens immer wertgeschätzt: die günstigen Mieten, die Sicherheit und Geborgenheit der Kinder – jeder Erwachsene hat sich immer für alle Kinder verantwortlich gefühlt und wir hatten Respekt vor jedem von ihnen 😉 – und der Zusammenhalt unter Kollegen oder in den Hausgemeinschaften der Wohnblöcke: jeder half jedem, jeder teilte seine Tipps gern, oder sein Werkzeug oder was auch immer. Viele sind in die innere Emigration gegangen: da waren wir auch frei. Ich jedenfalls. Ich hab mich immer frei gefühlt innerlich. Denn ich hatte nie Angst, obdachlos oder arbeitslos zu werden. Das ist unbezahlbar.

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  3. Texmex sagt:

    @Elena
    Na, da verschwimmen aber Realitaet und Erinnerung!!!!
    Das sah fuer einige Leute aber GANZ anders aus…
    Jeder hat das Recht, sich seine Welt so bunt zu malen, wie sie war:
    Grauschwarz, grauweiss, graugruen, graurot, graublau, graugelb, graubraun,….

    You made my day!

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  4. Eleana sagt:

    ICH habe es so erlebt. Das hab ich auch so geschrieben. Ich war frei: innerlich. Das bin ich heute auch.
    Obwohl ich es im Westen schwerer finde.
    Es steht dir nicht zu, meine Erinnerungen zu bewerten.
    Du darfst gern deine eigenen haben. Ohne Ausrufezeichen. 🙂

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  5. […] оригинал статьи, пользуясь этой ссылкой. Nachdem wir skizzenhaft die Vorgeschichte des “Umbaus” aus einer ganz persönlichen Sicht betrachtet haben, kommen wir nun zu einer gut durchdachten […]

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  6. Texmex sagt:

    Wie schoen fuer Dich, dass Du „frei“ bist.
    Hoffentlich verwechselst Du nicht „frei sein“ mit „frei sein“.

    „…freedom is just an other word for „nothing left to lose“…“

    Ansonsten, alles Gute…

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  7. […] eigentlich sollte der dritte Teil unserer Umbau-Serie mit einer weiteren Übersetzung beginnen, aber der russische Vorbild-Artikel ist leider sowas von […]

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  8. […] meiner Erlebnisse nebst meiner Bewertung habe ich hier schon dargelegt, viele andere sind in diversen Kommentaren zu anderen bb-Artikeln zu finden – der […]

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