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WiWiWi-VI – die juristische Person / Innovation

In Teil I hatten wir uns mit der Werbung, dem sog. Verbraucher und der Privatisierung beschäftigt, in Teil II mit dem Markt und „den Märkten“, in Teil III mit dem Geld, in Teil IV mit dem Inflation, BGE und Freihandel und in Teil V mit dem BIP und dem Eigentum.
Wir setzen hiermit unsere Betrachtung fort, heute zur Juristischen Person und zum Thema Innovation und Weiterentwicklung.
Luckyhans, 24. Juli 2017
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Vorbemerkung:
Es wird im weiteren
nicht um die „juristische Person NAME“ gehen, welche der „natürlichen Person“ übergestülpt wird, in die der einzelne Mensch in einem jahrhundertelangen Prozeß von der katholischen Kirche als selbsternannte „Weltbeherrscherin“ trickreich verwandelt worden ist.
Dazu bitte hier weiterlesen. Oder hier oder hier oder anderswo informieren.

Nein, wir befassen uns nachfolgend ausschließlich mit der juristischen Person als Organisation.
– – – – –

11. Die juristische Person

Die juristische Person ist eine der trickreichsten Kreationen des Kapitalismus.

Sie verleiht einer Organisation die Rechte einer natürlichen Person, ohne von ihr die gleichen Pflichten einzufordern oder eine Verantwortlichkeit auf gleichem Niveau zu garantieren.

Wenn also ein Unternehmer oder eine Gruppe von Menschen sich aus der Verantwortung stehlen will, dann wird er sein Unternehmen in eine sog. Kapitalgesellschaft (GmbH, AG, KG usw.) umwandeln, und die Gruppe wird einen Verein gründen.

Beides hat den „Vorteil“, daß es nun keinen konkreten Verantwortlichen mehr gibt, der für die Handlungen der jeweiligen juristischen Person geradestehen muß.
Der Vorstand oder die Führung der juristischen Person ist jeweils nur im Rahmen dessen verantwortlich, was in der
Satzung festgelegt ist – und diese Satzung gestalten die oben genannten interessierten Menschen selbst.

Dadurch können im großen Stil unmenschliche und widernatürliche Entscheidungen (Entlassungen, Naturschändungen usw.) durchgesetzt werden, ohne daß die damit verbundene Belastung des Gewissens oder ethisch-sittliche Zweifel noch irgend jemanden bewegen würden – der angestellte Manager eines solchen Konzerns kann sich jederzeit auf diese imaginäre Person („das Unternehmen“) und deren Nutzen zurückziehen und muß sich weder mit den ethischen noch mit den rechtlichen Folgen auseinandersetzen.

Aber beginnen wir doch mit den Begriffsdefinitionen.

Die Wirtschaftslehre sieht das auch schon ein klitzekleines Stückchen anders als die Rechtslehre. Und auch hier spielt wieder die Staatsangehörigkeit eine Rolle.
Zum Beispiel, wenn es um die Staatszugehörigkeit juristischer Personen geht.

Wenn es beim Menschen oder der darauf aufgesetzten „natürlichen Person“ offensichtlich schwierig ist, den Zeitpunkt des Auftauchens („mit der Vollendung der Geburt“ – wann ist die Geburt fertig? und warum kann ein Kind im Mutterleib erben, wenn es als „natürliche Person“ noch nicht existiert?) und des Verschwindens (wann sind wir tot? denn der sog. „Hirntod“ ist sehr umstritten – er ist ein künstliches Vehikel der Organ-Verpflanzungs-Industrie) „rechtsgültig“ festzustellen, so ist das bei der juristischen Person einfacher: mit der Ein- in das oder Austragung aus dem entsprechende/n Register ist deren Existenz juristisch klar definiert – und sehr einfach veränderbar – im Gegensatz zum Menschen und „seiner“ natürlichen Person – diese wird erst mit der Eintragung in das entsprechende (Geburten-)Register wirklich rechtlich existent.

Ganz wichtig ist der Satz: „Juristische Personen sind nicht deliktsfähig, also auch strafrechtlich nicht verantwortlich. An ihrer Stelle können ihre Organträger (Vorstand, Geschäftsführer etc.) bestraft werden (§ 14 I Nr. 1 StGB).“ –

Aber: die Bestrafung der „Organträger“ (Vorstände und Geschäftsführer) wird bei allen Firmen über eine entsprechende Klausel im Anstellungs-Vertrag versicherungstechnisch (über Rechtsschutz und Haftpflicht – deren „Prämien“zahlung selbstverständlich das Unternehmen großzügig übernimmt bzw. „on top“ auf die eh nicht geringe Bezahlung „aufstockt“) gelöst, so daß eine ehrliche Verantwortung für Rechtsverstöße praktisch nicht besteht.

Dementsprechend „benehmen“ sich die Großkonzerne auch, denn für ihre Untaten kann niemand tatsächlich zur Verantwortung gezogen werden.

Das ist sowohl bei der natürlichen Person als auch beim inhabergeführten Unternehmen ganz anders.
Nun wird sehr klar, warum die Dinge um uns herum so sind, wie sie sind:
der Mensch mit seiner natürlichen Person und der Unternehmer-Inhaber sind jederzeit in der persönlichen Verantwortung, denn auch wenn der Einzel-Unternehmer sich ebenso versichern kann, ist er immernoch persönlich da – als Mensch und Person vorhanden und „verfügbar“.

Manager in Großkonzernen sind dagegen „von Natur aus“ verantwortungslos (im Wortsinne) – sie werden im Falle rechtlicher Probleme, die zu viel Wirbel ausgelöst haben, mit einem „goldenen Handschlag“ (einer laut Vertrag „bei jeglicher vorfristiger Beendigung bedingungslos zu zahlenden“ satten „Abfindung“) verabschiedet…
Natürlich nur um nebenan in einem anderen Unternehmen sehr schnell wieder einen gleich oder besser bezahlten Posten zu bekommen – haben sie doch bewiesen, daß ihren Recht und Gesetz wurscht sind, wenn es um die Profite des Unternehmens geht.

Noch ein wesentlicher Unterschied in der Positionierung von „natürlicher Person“ und „juristischer Person“ sei genannt.
Für Firmen und deren Maschinen gibt es genau festgelegte Regelungen für die Erneuerung und den Ersatz verbrauchter materieller Güter – die Abschreibungsregeln. Es wird also sehr genau darauf geachtet, daß eine regelmäßige Erneuerung des gesamten Maschinenparks und aller langlebigen Verbrauchsgüter nach bestimmten Festlegungen erfolgt – und in den Kosten voll berücksichtigt werden darf.

Wie sieht es jedoch mit der natürlichen Person, der wichtigsten Produktivkraft Mensch, und deren Regeneration und Erneuerung aus?

Die Familie als „Erneuerungsmechanismus“ derselben ist Privatsache und der natürlichen Person selbst überlassen, die gesamte Sorge und Arbeit innerhalb derselben interessiert die Ökonomie gar nicht – zumindest nicht soweit, daß man daraus wirtschaftswissenschaftliche und praktische Schlußfolgerungen ziehen würde.

Für seine Nachkommenschaft und damit seinen langfristigen Ersatz als Arbeitskraft darf jeder Mensch allein aufkommen – Familienarbeit im Haushalt, ob für die Frau als Vollzeit- oder für beide als Teilzeitjob „ausgelegt“, werden weder bei der Rente noch bei der Entlohnung gebührend gewürdigt – über die magere steuerliche Berücksichtigung in der sog. Splittingtabelle wird ja auch schon lange diskutiert, aber mit dem Ziel, diese abzuschaffen.
Selbiges betrifft die kurzfristige Regeneration der „Ware Arbeitskraft“ – auch diese Kosten werden wohlweislich den Menschen selbst aufgebürdet, obwohl den Nutzen ja der Kapitalist oder „die Wirtschaft“ daraus zieht – jeden Tag aufs Neue…

Auch hier sehen wir wieder, wie verlogen und bewußt einseitig diese heutige „Wirtschaftswissenschaft“ zugunsten der Ausbeuter und zuungunsten von Mensch und Natur aufgebaut ist – höchste Zeit, sich davon zu verabschieden und eine wahrheitsgetreue ökonomische Lehre aufzubauen.

Reformieren wird da allerdings wenig nützen, da die Fehler derart grundlegende Dinge betreffen, daß „Kosmetik“ da wenig helfen wird.
All dies sind Folgen dieser schlauen Konstruktion der juristischen Person – daher gehört diese Institution ersatzlos abgeschafft.

Abschließend sei noch hingewiesen auf einen weiteren Aspekt der Ökonomie-Leere.

Die natürliche Person wird in der Wirtschafts-Theorie nämlich nicht immer in gleicher Weise betrachtet – mal erscheint sie als „Konsument„, mal als „Produzent“ – sie wird sozusagen anstelle einer ganzheitlichen Sichtweise in 2 halbe Personen aufgeteilt, die völlig unterschiedlich angesehen werden – und agieren, zumindest theoretisch.

Über den Konsumenten („Verbraucher„) haben wir ja schon gesprochen.

Bezüglich des Produzenten gibt es auch einiges zu bemerken.
Signifikant ist die (nur theoretisch „transparente“) Preisbildung, die wir hier mal betrachten wollen.

Wieviel vom Endverbraucherpreis kommt denn wirklich beim Produzenten an?
Heute in der Regel ein Achtel bis ein Zehntel!

1. Steuern

Zwischen 19 und 25% sind Verbrauchs-Steuern (Umsatzsteuer, andere Produktsteuern wie Branntwein- oder Sektsteuer).
Einige ausgewählte Produkte sind mit einer verringerten Umsatzsteuer belegt – ziemlich willkürlich und nicht immer verständlich oder nachvollziehbar.

Mögliche Lösung für die Zukunft:
eine einheitliche Verbrauchssteuer, die alle Waren des Grundbedarfes ausnimmt, also auf „normale“ Lebensmittel, Luft, Wasser, Energie, Kommunikation und Transport nicht erhoben wird – das sorgt dafür, daß stets genug preiswerte Grundversorgung da ist, aber darüber hinaus der Naturverbrauch nicht überhand nimmt.

Weitere 30% bis 60% vom Preis sind versteckte Zinsen, d.h. das Geld landet am Ende bei den Banken.

Mögliche Lösung:
Zinsverbot, umlaufgesichertes Geld – fast alle Preise sinken automatisch um 30 – 60%!

Die vorhandene (immer weniger werdende) Arbeit kann besser auf alle Menschen aufgeteilt werden.

2. Handel

Was „nimmt sich“ der Handel aufgrund seiner Quasi-Monopolstellung einfach?
Vom Rest sind mind. 50% Handelsspanne, wobei der Einzelhändler, soweit noch vorhanden, den deutlich kleineren Teil bekommt.

Wie kann hier ein Ausgleich in den unterschiedlichen Ausgangslagen erreicht werden?
Mögliche Lösung: durch Kooperation und gegenseitige Abhängigkeiten

Denn nur wenn beide, Produzent und Handel, real voneinander abhängen, wird sich ein gleichberechtigtes Miteinander entwickeln können.

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12. Innovation und Weiterentwicklung

Die Natur des Gewinnstrebens auch des Schaffenden Kapitals erfordert eine zeitlich nicht allzuweit entfernte Refinanzierung der eingesetzten Mittel – egal ob sie nun aus Krediten bzw. kreditähnlichen Quellen oder aus dem Gewinn eines Unternehmens kommen.

Unternehmen investieren fast nur in die „Ausentwicklung“ eines neuen Produktes oder einer neuen Technologie sowie deren Umsetzung in Maschinen, Anlagen und Produktionen.
Also nur dann, wenn die grundlegenden Fragen nachgewiesenermaßen gelöst sind und es um die Industrialisierung (Serienreifmachung, Produktion) von Erfindungen geht.

So sind tatsächlich innovative und somit riskante (mit hoher Verlustmöglichkeit behaftete) Entwicklungen völlig neuer Technologien – ganz gleich auf welchem Gebiet – von dieser Form der Finanzierung und Einführung ausgeschlossen, von Grundlagenforschung und der freien Suche nach neuen Technologien gar nicht zu reden.

Die meisten Großunternehmen haben so ihre Forschungszentren stark „eingedampft“, und was heute dort stattfindet, verdient eigentlich die Bezeichnung „Forschung“ schon lange nicht mehr – „Vorentwicklung“ wäre einigermaßen passend.

Übrigens betrifft dieses „Finanzierungsproblem“ in der Industriegesellschaft mit ihrer Orientierung auf schnellstmögliche Umsetzung der eingesetzten Mittel auch viele andere, nicht profitbringende Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, zum Beispiel die Kultur, den Sport u.a.

Selbstverständlich ist jedem Unternehmer klar, daß ohne die eben genannten „Non-Profit“-Bereiche die Gesellschaft degradiert und auf mittlere Sicht die Profite auch in der „Profit“-Sphäre fallen werden: wenn die Menschen nicht mehr einen seelischen Ausgleich durch Musik, Theater und darstellende Kunst haben, wenn sie nicht mehr durch sportliche Betätigung ihren Körper fit erhalten, dann wird die Arbeitsproduktivität ganz folgerichtig sinken.

Daher gab es auch in früheren Jahren die schöne Tradition des Mäzenatentums, d.h. die Menschen mit „dickem Geldbeutel“ – egal ob selbsterpreßt oder ererbt – haben entsprechend ihren eigenen Interessen in Einrichtungen des Non-Profit-Bereiches der Gesellschaft investiert: ein Theater gestiftet oder unterhalten, einen Sportverein mit regelmäßigen Zuwendungen unterstützt, ein unabhängiges Forschungslabor und Versuchsreihen finanziert etc.

Dies alles wohlgemerkt nicht (wie heute oft) mit der hintergründigen Hoffnung auf künftige Profite aus der direkten „Investition“ (Werbeeffekte usw.), sondern höchstens in Rechnung auf die sekundären Effekte dieses Engagements.

Leider sind all diese Traditionen mit dem Übergang der wirtschaftlichen Macht auf die Großunternehmen verloren gegangen: der Manager des Großunternehmens ist an Quartalszahlen interessiert, eventuell noch an Jahreszahlen – mittelfristige Ergebnisse und sekundäre Effekte eines Investments interessieren ihn nicht mehr – „wer weiß, ob ich dann noch am Ruder bin“…
Hinzu kommt die grundsätzliche Problematik des Großunternehmens, der juristischen Person, die wir weiter oben diskutiert hatten.

Investitionsentscheidungen in den Unternehmen werden nur unter kurzfristigen Gesichtspunkten getroffen – alle (angestellten) Unternehmensleitungen müssen regelmäßig gute Quartalszahlen vorlegen.
Vor einer Investentscheidung werden daher die Folgen, d.h. der nachfolgende Ertrag aus dieser Investition, in Form einer Abzinsung berechnet. Dies ist eine Art negativer Zins, mit dem das Ergebnis der Folgejahre „belastet“ wird.
Da dies auch eine Exponentialfunktion ist, spielt alles, was über einen Zehnjahreszeitraum hinausgeht, in der Berechnung praktisch keine Rolle mehr.

Die Folge davon ist, daß alle Entscheidungen, welche langfristig, d.h. nach länger als 10 Jahren, positive Effekte bringen, nicht getroffen werden, und alle Entscheidungen, welche nach mehr als 10 Jahren horrende Verluste bringen, doch getroffen werden – eben weil man die langfristige Perspektive mit dieser Berechnungsmethode nicht „in den Blick bekommt“.
(mehr dazu im Alpenparlament „Zinsknechtschaft Prof. Berger“ – https://www.youtube.com/watch?v=vQEH3eb_-GI)

Was bleibt also für „riskante“ Forschungen und Entwicklungen, d.h. für grundsätzlich neue Technologien, Verfahren und Methoden, für prinzipiell neue Entdeckungen in der Technik oder die Umsetzung einer „verrückten“ Idee?

1. das sog. Risiko-Kapital

Es ist immer wieder verblüffend, wie dieser „Markt“ für Risiko-Kapital „funktioniert“.
Da wurden jahrelang alle möglichen Internet-Startups voller Geld gepumpt, obwohl sie laut allen bekannter Planung noch lange nicht in die Gewinnphase kommen sollten – so geschehen Ende der 1990er Jahre.
Bis die Internet-Blase platzte.

Dann wurde das Risiko-Kapital einige Jahre lang extrem zurückhaltend – man verlangte sehr kurze Umsetzungszeiträume und sehr hohe Renditen für Wagnisfinanzierungen – was für diese völlig unnatürlich und nur extrem selten erreichbar ist.

Dann kam die nächste Blase bis 2008 – es war weltweit zunehmend viel Geld auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten unterwegs, und es wurde auch wieder ein geringer Teil davon (aufgrund der immens steigenden Summen insgesamt aber – in Geld ausgedrückt – immer mehr) für neue Technologien bereitgestellt – freilich ohne daß sich die allgemein bekannten Verhältnisse auf dem Risiko-Sektor (nur etwa 10% der Projekte werden irgendwann profitabel) dadurch ändern würden.

Es gibt auch einige Beispiele, wo hoffnungsvolle neue Basistechnologien nach relativ kurzer Startphase mit fadenscheinigen Begründungen nicht mehr weiterfinanziert wurden – nur die Patent-Rechte nahm man den Erfindern „als Gegenleistung für das bis dahin investierte Geld“ ab.
Die Patente verschwanden in der berühmt-berüchtigten „Schublade„, wo sie die jahrhundertealte Sammlung der innovativen, aber der etablierten Industrie nicht genehmen neuen Technologien ergänzten.

Sind aus diesem Sektor nachhaltige Impulse für Innovationen zu erwarten?
Die Antwort mag sich jede/r selbst geben…

2. die staatliche Finanzierung

Hier sind vor allem die Hochschulen gemeint, in denen es früher zur schönen Tradition der Einheit von Lehre und Forschung galt, daß junge Leute, Studenten und Doktoranden, regelmäßig an völlig neuen Aufgaben mitarbeiteten.

Die großen Entdeckungen, vor allem solche, die eine Loslösung von überkommenen Denkweisen erforderten, sind vor allem von jungen Leuten – unter Anleitung und Förderung von verständigen Könnern ihres Faches – gemacht worden.
Beste Beispiele dafür sind Wolfgang Pauli, Paul Dirac, Werner Heisenberg, Erwin Schrödinger und viele andere – praktisch die gesamte Quantenphysik wurde von jungen Leuten entdeckt.

Moderne Hirnforscher, wie die Professoren Hüther und Spitzer, haben oft genug darauf hingewiesen, daß große geistige Leistungen immer dann entstehen, wenn junge Menschen mit viel Freude und Hingabe an völlig neuen Aufgaben, deren Lösung noch nicht bekannt ist, arbeiten.

Es ist auch kein Zufall, daß seit das angloamerikanische Kurzzeitdenken in Wirtschaft und Wissenschaft immer mehr um sich gegriffen hat, kaum noch solche herausragenden Leistungen junger Leute zu beobachten waren und sind.
Und das trotz des ununterbrochenen „Brain-drain„s, mit dem die VSA seit Jahrzehnten aus aller Welt die hoffnungsvollsten jungen Wissenschaftler anziehen und ihre Innovationskraft, zumindest in der großzügig über die DARPA finanzierten Wehrtechnik, so wenigstens einigermaßen aufrecht erhalten können.

Logische Folge für die „restlichen“ Staaten der Welt: neben den „verlorenen“ Ausbildungskosten eine völlig unzureichende Innovation.

Allein China und begrenzt Indien haben in den vergangenen Jahren wieder eine merkliche Dynamik auf diesem Sektor hervorbringen können – vor allem dank staatlicher Investitionen in moderne (vor allem militärische) Technologien – dafür ist bezeichnenderweise in allen Ländern der Erde stets „genug“ Geld da.
Erstaunlicherweise werden fürs Militär weltweit „problemlos“ gigantische Mittel eingesetzt, um neuen Technologien zum Durchbruch zu verhelfen – gibt uns das zu denken?

„Das ist wie mit der Bachstelze: die hat zwei gleichlange Beine – besonders das linke.“

Es kann also nicht sinnvoll sein, die staatliche Finanzierung der Grundlagenforschungen zurückzufahren und die Uni-Professoren von Lehre und Forschung abzuhalten, indem man sie zwingt, bei Unternehmen sog. Drittmittel „einzuwerben“ – das lenkt nicht nur die Hochschullehrer von ihren originären Aufgaben ab, sondern führt auch – siehe oben – durch die kurzfristig profitorientierte Sichtweise der Unternehmen sowieso nicht zum richtigen Ziel.

Vor allem wenn statt der überlebensnotwendigen Forschung vom Staat dann so tolle allgemein nützliche Sachen wie „Banken-Rettungen“ oder Auslandseinsätze der Bundeswehr finanziert werden – Dinge, die gar keine positiven Effekte auf die Innovationsfähigkeit des Landes erbringen – auch keine langfristigen oder sekundären.

3. der Mittelstand

Dies war schon immer die Wiege der deutschen Innovation – viele „versteckte Weltmeister“ waren/sind unter den Mittelständischen Unternehmen der BRiD – Firmen, die auf ihrem abgegrenzten Gebiet, in ihrer Nische, die unangefochtenen Chefs auf dem Weltmarkt sind.
Eben weil sie aufgrund der starken D-Mark nicht über den Preis am Weltmarkt konkurrieren konnten, sondern ausschließlich über Qualität und Innovation – eben deshalb sind sie immer bereit gewesen, auch hohe Risiken einzugehen und persönliche Verantwortung zu übernehmen – DAS erzeugt neue Technologien.

Nun ist es allerdings seit Jahren so, daß von Seiten der BRvD-Organisation, dem Verwaltungsorgan der Alliierten für einen Teil des besetzten Gebietes in Mitteleuropa, immer mehr bürokratische Hindernisse gerade den kleinen und mittelständischen Unternehmern in den Weg gelegt werden.
Nicht nur, daß sie kaum noch Zugang zu Hermes-Garantien haben, mit denen sie Zahlungsausfälle seitens ausländischen Kunden abfedern könnten – es ist mit der Regelungswut der Brüsseler Bürokraten und deren willfährigen, lobbyistengesteuerten Ableger in der BRiD ein immer hirnloserer Wettstreit um die Verhinderung von Innovation und Erneuerung entbrannt.

Immer mehr vor allem ältere Menschen werden in aussichtslose Einzelunternehmen (früher „Ich-AG“s genannt) und ähnliche Konstruktionen gedrängt, um sie aus der Arbeitslosen-Statistik heraus zu bringen – auch wenn klar ist, daß die meisten „Geschäftsmodelle“ in keiner Weise mittelfristig tragfähig sein werden.
Aber der nette Helfer von der IHK schreibt ganz gern ein positives „Gutachten“ über Geschäftszweck und Aussichten – wird ja schließlich auch bezahlt.

So finden sich immer mehr Menschen in einem horrenden Zwang zur Selbstausbeutung wieder – ohne Rentenbeiträge, ohne Absicherung im Krankheitsfalle, mit horrenden umsatzunabhängigen Beiträgen zur Krankenversicherung u.a., und die meisten sind nach 1 oder 2 erfolglosen Jahren dann – aber moralisch gebrochen – doch da, wo sie auch anfänglich hätten „einsortiert“ werden müssen – beim „Hartzen“.

Oder, wenn sie noch jünger sind, dann sind sie wieder in einem Arbeitsverhältnis – aber oft deutlich schlechter bezahlt als vor der „Schein-Selbständigkeit“.
Nutzen aus diesen Vorgängen zieht, neben einzelnen Unternehmen, ausschließlich die BRiD-Organisation mit ihren Agenturen – wenigstens hier ist gleich klar, daß wir es mit Agenten (der VSA-Administration) zu tun haben.

Und es ist nicht meine Meinung, sondern eine objektive Erscheinung, daß sich die Mittelschicht nicht nur in Europa mit zunehmender Geschwindigkeit auflöst.
Woher sollen also noch junge Menschen kommen, denen die Eltern eine akademische Ausbildung finanzieren können, wenn die traditionelle Quelle versiegt?

Die selbsternannte Elite wird jedenfalls nicht in der Lage sein, die allgemeine Degeneration der geistigen Bereiche in unserer Zeit aufzuhalten – dazu ist sie einerseits zahlenmäßig viel zu klein, und andererseits wird durch die seit Jahrhunderten miteinander überkreuz und diequer verheirateten Nachkommen sowie durch die zunehmende Verschmutzung von Luft und Wasser der Genpool dieser sehr kleinen Schicht ständig weiter geschädigt.

Wir dürfen also gespannt sein, wann der Punkt erreicht wird, daß entweder diese sog. Eliten zur Einsicht kommen, daß auch sie so nicht weitermachen können, oder daß der geistige Niedergang der Menschheit zu anderen Folgen für alle führen wird.
Eine Weiterentwicklung ist jedenfalls mit der gegenwärtigen Wirtschaftswissenschaft nicht zu erwarten – ein Umdenken und ein Neuaufbau einer wirklichkeitsnahen Wirtschaftswissenschaft findet in den „elitären“ Kreisen auch nicht statt…

(Fortsetzung)


5 Kommentare

  1. SecurityScout sagt:

    Zitat: Wir dürfen also gespannt sein, wann der Punkt erreicht wird, daß entweder diese sog. Eliten zur Einsicht kommen, daß auch sie so nicht weitermachen können, oder daß der geistige Niedergang der Menschheit zu anderen Folgen für alle führen wird.

    Ich weiß, Sananda ist umstritten, ABER man kann das Problem auch von einer anderen Seite sehen:

    In vielen Punkten gebe ich Sananda recht, auch wenn er „etwas schräg“ ist.
    Es ist alles Ansichts-Sache, sein Hemd beispielsweise ist für mich nur schrecklich!
    Die Wiedergeburt von Bruno Gröning ist für mich auch „hart an der Grenze“!!

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  2. thom ram sagt:

    SS 13:37

    Auf deinen Hinweis hin bin ich in das Interview rein, musste es gänzlich anhören, konnte nicht anders. Also für mich ist da sehr viel Fleisch am Knochen.

    Ich habe das noch nie erwähnt in bb, sage es hier leise, in einem kleinen Kommentarstrang mal nur:
    Gemäss eines, der tiefste Einblicke in das Weltgeschehen, in die Menschheit seit Jahrhundertausenden hat, ist die Wahrscheinlichkeit nach wie vor gegeben, dass 2/3 der „Menschheit“ – ich sage es simpel – die Erde verlassen müssen, eher früher denn später.

    Ich schlage das nicht breit, weil es missverstanden wird von den Allermeisten. Die Allermeisten nähmen das als Hiobsbotschaft, wissen nicht, dass sterben aus höherer Sicht etwa so ist, wie wenn ich mich schlafen lege oder morgens aufwache – es ist keine Tragödie.
    Und ja, es geht dabei um gründliche Reinigung der Erdsphären.

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  3. Vollidiot sagt:

    Das Schöne an AG’s ist ja, daß vom Gesetzgeber verfügt wurde, daß Aktien gehandelt werden können wie Geld – es besteht Annahmezwang an der Börse.
    Wenn ich nicht mehr will, gehe ich an die Börse und verkauf den ganzen Schammas.
    Das ist dann so eine Art Kurzzeitzuwendung meinerseits.
    Eigentlich eine Pervertierung, die totale Pecunianisierung von Mensch, Arbeit, Wert.
    Darum gehören AG’s verboten, wie Zentralbanken und Swaps und Hedschfohs und die ganze Scheiße verboten.
    Deutlich wird die ganze Pervertierung unseres Daseins am Geschehen im Profifußball – genau die gleiche Absurditäten.
    Natürlich ist die Wahlmöglichkeit darauf zugeschnitten, ich soll die westlichen, also perversen, Werte wählen.
    Kumulierende Scheiße, wo du hinschaugst, Geld, Aktien, Übernahmen – ALLES KACKE – alles westliche, demokratische Werte.
    Überall Politiker mit blutigem Schimmiset und gierigen oder angsterfüllten Augen.
    Diese tiefkranken Verhältnisse wurden von den Bedingungsschöpfern erschaffen, damit die Tagespolitik den Zwängen unterworfen wird und ist.
    Man kann schon die Tendenz zum Alle gegen Alle erkennen: Entfremdung, Entwurzelung, Haltlosigkeit, Vereinzelung, Entwertung, Pervertierung.
    Wenn die Lulen und Schwesben wirklich etwas vernünftiges leisten wollten, dann wäre der C-S-Däi in seiner „bunten und schrillen“ Form geeignet auf die wahren Mißstände (allgemeinmenschlich) hinzuweisen und sich sympathiefreie Anerkennung zu erwerben.
    So bekämen sie eher Akzeptanz als mit hohlem Treiben.
    Und wie so oft ist die Wissenschaft, hier die von der Wirtschaft, nur ein verlogener Popanz im Dienste der Ausbeuter – wiie die Kirchen im Dienste der Jesuitenteufel.
    August Nobel hat leider den Preis für die unverschämteste Lüge vergessen.
    Konnte er ja nicht vergessen, weil er sonst seine ganzen Preise, bis auf den der Literatur; hätt in die Tonne treten können.
    Schwindel, Lüge, Manipulation, Gewalt, Konditionierung sind die Hauptbestandtrile der westlichen Werte.
    Und der Wert der Konditionierung der Masse wird am Wahlverhalten deutlich.
    Daß keiner auf den Gedanken komme in eine Wahlurne zu kacken, das wär mindestens Sachbeschädigung, es reicht schon zu den Wahlständen zu wallfahren und bei jedem einzelnen dezidiert auf „demokratische (besser demo-kretinische) Sachverhalte“ hinzuweisen mit der Bemerkung, daß man so ein verlogenes Getue nicht mehr mitmacht.
    Warum lassen wir uns in dieser Weise verarschen?
    Blödigkeit?
    Feigheit?
    Hat etwa der Talmud recht?
    Vieh?

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  4. Luckyhans sagt:

    zu SecSco & Thomram:
    Könnten wir bitte auch mal ein Thema ernst nehmen und nicht immer gleich wieder auf irgendwelche esoterischen Umwege ableiten?

    Es geht in diesem Zyklus um den wissenschaftlichen Nachweis, daß die sog. Bürgerliche Ökonomie eine Lügen-Witzchen-schafft ist … nicht angekommen?

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  5. Texmex sagt:

    „Woher sollen also noch junge Menschen kommen, denen die Eltern eine akademische Ausbildung finanzieren können, wenn die traditionelle Quelle versiegt?“

    Sieh ’s doch positiv. Wenn der Mittelstand kein Geld mehr in die Missbildung der eigenen Kinder steckt, trocknet der Sumpf aus.
    Was hat es denn in den letzten 100 Jahren gross an „Fortschritt“ im positiven Sinne gegeben. Mir faellt da nix ein.
    Was Du wirklich um Leben brauchst, lernst Du eh nicht bei den Bildungsverhinderern. Die wollen grad Dein BESTES, Dein Geld.

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