bumi bahagia / Glückliche Erde

WWW (2) – Der Verbraucher

Das WWW steht in diesem Falle für Wirklichkeitsnahe Wirtschafts-Wissenschaft – zwecks besserem Verständnis der nicht immer nachvollziebaren Denkweise der meisten aus-gebildeten Ökonomen soll hier Punkt für Punkt gezeigt werden, daß die heutige sog. “Bürgerliche Ökonomie” in ihren Grundlagen voller Widersprüche steckt, nebst einigen Vorschlägen, wie es vielleicht besser zu machen wäre.
Dabei geht es weniger um eine Kritik des Wirtschaftssystems als solchen, sondern vor allem um eine kritische Auseinandersetzung mit der wissenschaftlichen Erfassung und Darstellung desselben.
Gelernte “Wirtschaftler” (BWL, Finanzen, VWL) sind eingeladen, die Argumente und Schlußfolgerungen zu prüfen und mit ihrem Lehrwissen in Beziehung zu setzen.
Sie dürfen sich jedoch nicht scheuen, in ernste Konflikte mit ihren bisherigen angelernten Überzeugungen zu kommen, denn für die Folgen solcher Konflikte können wir keine Haftung übernehmen. 😉

Euer Lucky

————-

Unhinterfragt wird (meistens stillschweigend) in der Bürgerlichen Ökonomie vorausgesetzt, daß es „am Markt“ (dazu kommen wir noch) einen informierten, souverän und rational entscheidenden Verbraucher gibt – als Grundlage für das Funktionieren aller Marktmechanismen.

Diese Voraussetzung ist zu 100% falsch.

Sehen wir uns das Punkt für Punkt an.

Wir haben bereits nachgewiesen, daß Werbung keine nützlichen Informationen für potentielle Kunden beinhaltet, sondern nur sehr einseitige.

Diese können keine Grundlage für eine souveräne Kundenentscheidung bilden. Zwar kann der potentielle Kunde sich auch anderweitig informieren, aber auch hier trifft er unweigerlich auf ein für ihn nicht zu durchschauendes Interessengewirr.

Beispiel:

Die Zeitschrift „Auto-Motor-Sport“ (oder eine beliebige andere – wie auch der ADAC o.a.) führen einen Fahrzeugtest durch, eventuell sogar als vergleichenden Test mehrerer etwa gebrauchsgleicher Produkte verschiedener Hersteller.

Sowohl diese Zeitschrift als auch alle anderen entsprechenden Organisationen sind heute von Zuwendungen der Autoherstellerfirmen und deren Verbände in hohem Maße abhängig – die Zeitschriften direkt über die Anzeigen (Werbung), und die Organisationen (Automobil-„Clubs“ etc.) über das „Wohlwollen“, das ihnen die Hersteller und Verbände entgegenbringen (oder auch entziehen) – es bestehen vielfältige Lobby-Verflechtungen.

Dementsprechend werden Test-Ergebnisse „geglättet“, verwischend umformuliert oder auch teilweise nicht veröffentlicht – von der umfassend praktizierten willkürlichen Veränderung von Bewertungsmaßstäben und deren Gewichtung ganz zu schweigen.

Der potentielle Kunde erhält nicht die volle unabhängige Information – er hat keine ordentliche Entscheidungsgrundlage, weil er nicht informiert ist.

.

Was die Voraussetzung der Souveränität, d.h. der eigenständig-unabhängigen freien Entscheidungsfindung, betrifft, so ist der potentielle Kunde keinesfalls frei in seinen Entscheidungen, da er seitens der verschiedenen Stufen/Ebenen der Politik und der Behörden durch diverse Vorschriften, Regelungen, Steuern, Beiträge und andere wirtschaftliche Zwänge in diversen Abhängigkeiten gehalten wird.

Auch psychologischer Druck ist nicht selten.

Beispiel:

Warum müssen Kraftfahrzeuge nach wie vor angemeldet werden, wenn der Eigentümer dabei nicht einmal mehr einen Eigentumsnachweis (früher Kzf-Brief) erhält?

Mit welcher Berechtigung wird vom Zoll (!) eine sog. Kfz-Steuer, deren Höhe völlig willkürlich festgelegt ist und die jederzeit per Verwaltungsakt geändert werden kann, eingetrieben?

Was ist mit den in Vorbereitung befindlichen zwangsweisen allgemeinen Führerscheinüberprüfungen alle 10, 15 oder 5 Jahre (altersabhängig)?

Was ist mit der völlig willkürlichen Besteuerung von Auto-Kraftststoffen?
(„Mineralölsteuer“ für Nicht-Mineralöle, Ignorierung seit Inkraftreten der gesetzlich festgelegten zielgerichteten Verwendung der Mineralölsteuereinnahmen ausschließlich für den Straßen- und Brückenbau in der „BRiD“, Besteuerung der Besteuerung – Umsatzsteuer auf die Mineralölsteuer etc.)

Das alles soll keinen Einfluß auf die Entscheidungen des Kunden beim Kauf eines KFZ haben? Wer träumt da?

Wir stellen fest: der Kunde ist nicht souverän.

Kann der Kunde rational entscheiden?

Wenn wir uns die heutige Praxis der Werbung, besonders in bewegten Bildern (TV, Kino, Zwischennetz), ansehen, so stellen wir zwanglos fest, daß Werbung heutzutage zu über 90% emotional daherkommt – die meiste Wirkung wird subtil auf unterster Ebene erzielt („Sex sells“, Schock-Strategien etc.).

Ebenso wird in Verkaufsgesprächen keinesfalls eine rationale Entscheidung unterstützt, sondern (wie jede Verkäuferschulung beweist) ausschließlich emotionale Beeinflussung sowie auch manipulative Techniken („Ja“-Fragen etc.) eingesetzt.

Die eindeutige Schlußfolgerung lautet also: es gibt keine rationalen Entscheidungen durch den Kunden, weil er ständig emotional beeinfllußt und manipuliert wird.

Und zum letzten Punkt: was ist ein „Verbraucher„?

In der Elektrotechnik ist ein „Verbraucher“ das Element eines Stromkreises, welcher die zugeführte elektrische Energie in eine andere Energieform (Wärme, Licht, Bewegung etc.) umwandelt.

In der Wirtschaft ist damit der Abnehmer eines Produktes oder einer Leistung gemeint.

Dieser Abnehmer ist nicht nur als „Verbraucher“ zu betrachten, denn seine Funktion ist nicht auf den Verbrauch zu reduzieren. Auch ist, bis auf Nahrungsmittel, nach der Abnahme das Produkt in der Regel nicht „verbraucht“, sondern „im Gebrauch„. 

Und der Abnehmer muß ein natürliches Bedürfnis nach diesem Produkt oder dieser Leistung haben – ein echtes, kein künstlich in ihm erzeugtes.

Auch ist der Ge- oder „Verbrauch“ bei weitem nicht das Ende des Wirtschaftskreislaufes – bis heute wird aber so getan als ob – „aus den Augen, aus dem Sinn“ – verkauft ist verkauft – weg ist weg. Das ist eindeutig „zu kurz gesprungen“.

Wir haben somit nachgewiesen, daß alle vier uns Kunden angedichteten Eigenschaften in der Praxis nicht zutreffen – das Denk- und Rechen-Modell „Verbraucher“ ist von vorn bis hinten vollständig falsch.

Damit können auch die darauf basierenden Marktmechanismen nicht „funktionieren“.

Beredtes Zeugnis der Richtigkeit dieses Sachverhaltes sind die sog. Gutachten der Wirtschaftsweisen, die seit Bestehen der „BRiD“ alle halbe Jahre (Frühjahr und Herbst) – inzwischen schon nicht mehr mit so großem Tamtam, aber wohl immernoch – von den fünf (?) „führenden“ Wirtschafts“forschungs“instituten des Landes an die Politik (sprich BundesreGIERung) übergeben wurden.

Diese haben in den ganzen Jahren noch nicht ein einziges mal die konjunkturelle Entwicklung annähernd richtig voraussagen können, obwohl sie sich stets auf „richtige“ Analysen und die „gängigen“ Marktmechanismen gestützt haben.

Was ist zu tun?

Der Abnehmer eines Produktes oder einer Leistung ist eigentlich die bestimmende Größe in einem Wirtschaftskreislauf.

Ohne einen echten Bedarf / Wunsch / Bedürfnis beim Abnehmer können Produkte nur durch Betrug (Werbung, Manipulation, Zwang) „abgesetzt“ werden.

Solange also die Wirtschaft nicht den Lebens-Bedürfnissen der Menschen dient – wozu sie ja mal aufgebaut worden ist – und die Interessen der Natur als Lebensraum der Menschen und anderen Lebewesen berücksichtigt, sondern nur noch ihre eigenen Profit-Interessen, solange wird es auch keine wahre Wirtschaftswissenschaft geben können.

Es sind also Mechanismen zu schaffen, die eine Orientierung auf eine Befriedigung der Bedürfnisse der Menschen und der Natur anstelle des Profitinteresses setzen.

Wie kann ein minimaler Naturverbrauch, eine vollständige Rückgewinnung und Neubenutzung aller eingesetzten Materialien und eine echte Befriedigung der Bedürfnisse aller Menschen erreicht werden?

Offensichtlich nur durch die vollständige Abschaffung jeglichen Geldes und Regelungen, welche eine vollständig geschlossene Kreislaufwirtschaft herausbilden – mehr dazu in den folgenden Abschnitten.


7 Kommentare

  1. Vollidiot sagt:

    Verbraucher, Abnehmer, Bedürfnisse.
    Das sind 3 gerne gebrauchte Begriffe aus der Hexenküche des Kapitalismus.
    Damit wird dann ein Zusammenhang gestrickt mit dem der Mensch beschissen wird.
    Bedürfnisse sind naturnotwendig.

    Verbraucher sind Maschinen und
    Abnehmer nehmen alles – rein mechanisch – die Vorstellung der Produzenten/Geber.

    Homo ökonomikuß.
    Auch beim „Produkt“ Fahrschein oder Fond gibt es „Produzenten“/Geber und Abnehmer/Verbraucher.
    Beim Produkt „Rechtsprechung“ gibt es auch Geber und Abnehmer.
    In der Kirche auch.
    Das Produkt Beerdigung wird feilgeboten und abgenommen – ebenso Gottesdienst – auch das Produkt „Mahner der Politik“ wird wie ein Aktienbonus „ausgeschüttet“.
    Werbung unterstützt diesen Austausch von Anbieter und Abnehmer.
    Also: HB (wer wird denn gleich in die Luft gehen) oder
    röm.-kath. Kirche (Caritas, Misereor).
    Der Verbraucher ist eine, fast könnte man meinen, gottgewollte Schöpfung unserer Zeit.
    Und fast alle „Produzenten“/Anbieter befeuern das fast Gottgewollte.
    Und so kommt es, daß der Bedürfnishabende entfremdet wurde, fast gottgewollt (siehe Kirchen), aber nur fast.

    Wenn er in dieses Pack reinschlägt – dann ist das vielleicht sogar wirklich gottgewollt – zumindest „toleriert“ er das.
    Ganz frei vom Rassen und Fremdenhaß, einfach reinschlagen.
    Wär also nicht „fremdenfeindlich motiviert“.

    Ganz Kluge, politisch Korrekte, würden aber konstruieren: Pfui, zum ersten Mal wurden Banken marodiert und dort hinten sehe ich tatsächlich Menschen die nach Israel fliehen – also doch rassistisch, fremdenfeindlich und antisemitisch.

    Geld ist Mittel.
    Ware wird benötigt oder nicht.
    Das Problem ist weder Geld noch Ware.
    Das Problem ist Produzent und Abnehmer.
    Erst wenn beide verinnerlicht haben, daß alles was mit Wirtschaften zu tun hat auf dem Prinzip der Nächstenliebe, des Gebens, der Brüderlichkeit beruht, dann werden wir einen Schritt zu BuBa gemacht haben.
    Der lebendige Vorgang der Brüderlichkeit ist die Zukunft.

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  2. luckyhans sagt:

    @ Volli:
    Sehr richtig – wahr gesprochen – und damit das alles, was Du sagst, verstanden werden kann, müssen aber auch die Massen an „…WL“-verbildeten Mitmenschen erstmal begreifen, daß an ihrer Lehre etwas nicht ganz stimmen kann – und genau diesem Zweck dienen meine WWW-Beiträge. 😉

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  3. Ohnweg sagt:

    „…vollständige Abschaffung jeglichen Geldes und Regelungen…“
    Mit Befriedigung nehme ich diese Erkenntnis immer öfters wahr. Und das sogar von gebildeten Leuten. Ich glaube, dass ich mich so langsam beruhigt zurücklegen kann. Die Wildgans legt ihre Eier. Und UBUNTU hat Hochklickzahlen. Das Bien vivir (gute Leben) und Bumibahagia (glückliche Erde) ist zu riechen. Es fehlt noch eine Wirtschaft ohne zu Wirtschaften sondern mit Hand anlegen. Sagen wir zumindest regional. Und dazu kann man suggestive Werbung ganz gut gebrauchen. Die Masse kennt es ja nicht anders. Und wahre WWW streckt eine Hand in die Luft und eine in die Muttererde. Der Zauber kann beginnen.

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  4. […] Markt” auch funktionieren kann, sind gewisse Voraussetzungen Bedingung, die wir zum Teil in WWW2 bereits ein wenig beleuchtet haben (ggf. bitte dort […]

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  5. […] den Konsumenten (“Verbraucher“) haben wir ja schon gesprochen. Bezüglich des Produzenten gibt es auch einiges zu bemerken. […]

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  6. […] (das in Wahrheit nichts anderes als die geistige Vergewaltigung des “Verbrauchers” ist) herzustellen und auch Waren “in den Markt zu drücken”, für die ein Bedarf […]

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  7. […] den Konsumenten (“Verbraucher“) haben wir ja schon […]

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