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WiWiWi-VII – Staat / Kredit-Dialog

In Teil I hatten wir uns mit der Werbung, dem sog. Verbraucher und der Privatisierung beschäftigt, in Teil II mit dem Markt und „den Märkten“, in Teil III mit dem Geld, in Teil IV mit dem Inflation, BGE und Freihandel, in Teil V mit dem BIP und dem Eigentum und in Teil VI mit der juristischen Person und der Innovation.
Wir setzen unsere Betrachtung fort, heute zu Staat, Gewaltenteilung und Lobbyismus sowie mit einem Dialog zum Thema Kredit.
Luckyhans, 26. Juli 2017
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13. Staat – Gewaltenteilung – Lobbyismus

Gut, scheinbar gehört dieses Thema nicht zur Ökonomie – genauer sehen wir gleich mal hin.
Zumindest ist jedoch klar, daß heutzutage sowohl die Einflußnahme von Lobbyisten auf die Politik wie auch die Auswirkungen politischer Entscheidungen auf die Wirtschaft enorm sind. Deshalb wollen wir dies in unsere Betrachtungen zur Wirklichkeitsnahen Wirtschafts-Wissenschaft einbeziehen.

Beginnen wollen wir mit einer kurzen Rückschau, wie der Bereich des gesellschaftlichen Lebens, den wir heute „die Wirtschaft“ nennen, entstanden ist und sich entwickelt hat.
Ausgangspunkt war stets die Nutzung von Energiemengen, wie sie bis dahin nicht erschlossen worden waren.

Zuerst war es die Wasserkraft, mit der man, nach den traditionellen Hammerwerken, in England auch mechanische Webstühle zu betreiben begann und damit die Geschwindigkeit der Stoffherstellung vervielfachte. Welch ein Segen – es konnten mehr Menschen besser eingekleidet werden.
Es ging sogar soweit, daß viel mehr Stoff produziert wurde, als die Menschen verschleißen konnten – die „Lösung“: die Leute sollten öfter ohne Notwendigkeit die Bekleidung wechseln.
Dazu wurde ein „Wirtschafts-Zweig“ erdacht, welcher die Menschen ständig dazu bringt, mehr Bekleidung zu kaufen als sie eigentlich benötigen – die Mode entstand – wie wir sehen: nicht ganz „zufällig“.

Kehrseite dieser Entwicklung war der Zusammenbruch der häuslichen Weberei in Schlesien und anderen Gebieten – uns allen bekannt durch Heines Gedicht.
Die Menschen konnten nicht mithalten mit der entfesselten Energie der Wasserkraft – sie wurden Opfer der „wirtschaftlichen Entwicklung“ und mußten ihre bescheidenen Höfe aufgeben – sie zogen familienweis in die Städte und standen als billige Lohnarbeiter für anfangs 12- bis 16-stündige Arbeitstage zur Verfügung.
Ohne diese wäre an eine Entstehung einer Industrie nicht zu denken gewesen.

Ähnliche Entwicklungen hatten wir in England gesehen, wo die Schafzucht (Wollherstellung) durch die (auf brutalster Ausbeutung beruhende) „billige“ Baumwollproduktion in den Kolonien zerbrach und viele Menschen ihr Stückchen Land, das sie bewirtschaftet hatten, verlassen mußten und in die Städte zogen.
(Für ganz „Vergeßliche“: es gibt da ein verpöntes Büchlein über „die Lage der arbeitenden Klasse in England“ von einem gewissen Fritze Engels…)

Dann kam die Dampfmaschine, beruhend auf Holz- und später Holzkohlefeuerung. Ganze neue Berufe entstanden – das Köhlerhandwerk – ganze Gegenden wurden gnadenlos abgeholzt und erst viel später, nach diversen Naturkatastrophen und Ursachenforschung, mit schnellwachsenden Nadelwäldern notdürftig wieder aufgeforstet.
Bis heute sehen wir die Folgen dieser „rein wirtschaftlich“ orientierten Naturschändung – der Borkenkäfer hat in einem gesunden Mischwald keine Chance, während er in heutigen monotonen Nadelwaldbeständen ungeahnte Entwicklungsmöglichkeiten vorfindet.

Weiter ging es mit der Erschließung der Kohle und später des Erdöls/Erdgases als Energieträger – wir Europäer verbrauchen heute täglich soviel Energie, wie 55 Menschen in ununterbrochenem Schaffen (ohne Schlaf, Urlaub etc.) „bereitstellen“ könnten – von den „Großverbrauchern“ in den VSA mit 105 „Energiesklaven“ ganz zu schweigen.

Dabei finden wir stets Entwicklungen vor, die neben dem „Fortschritt“ auch stets brutale Einschnitte in das tägliche Leben der Menschen brachten.
Das war mit der industriellen Nutzung der Elektrizität nicht anders – riesige Umwälzungen im Leben der Menschen brachten einerseits völlig neue Branchen und Berufe hervor, hatten andererseits aber stets in ihrem Gepäck auch sehr heftige negative Auswirkungen auf das Leben der Menschen.
Und das ist auch heute noch so.

„Das ist halt der Preis des Fortschritts.“

Wirklich? Denken wir noch ab und zu darüber nach, wie hoch jeweils dieser „Preis“ gewesen ist?
Und was wir alles dafür „bezahlt“ haben?
Verseuchte und einseitig „überdüngte“ Böden, Wasser – das so wichtige Lebensmittel – das aus immer größeren Tiefen heraufgeholt wird, weil an der Oberfläche, bis zum Grundwasser, schon längst alles vergiftet ist – und nun wird auch noch das Tiefenwasser per Fracking systematisch vergiftet?

Und was andere – die sog. „dritte Welt“ (welch eine sagenhafte Manipulation allein durch die Wortwahl – als ob es mehrere Welten gäbe) – dafür „bezahlt“ haben?
Kinderarbeit, Pfenniglöhne, Kasernierung, schlimmste Arbeitsbedingungen bis heute – alle Skandale schon vergessen?

Und die Natur?
Monokulturen“ (auch so ein Lügenbegriff – was hat die Vergewaltigung der Natur mit Kultur zu tun?) allerorten, Pestizide und künstliche, aus Erdöl hergestellte „Düngemittel“, deren Herstellung mehr Energie verbraucht als dann durch Mehrertrag an Pflanzen wächst?
Und das alles nennt sich dann „konventionelle“ Land“wirtschaft“… merken wir noch was?

Wird dies alles (und noch mehr) wirklich aufgewogen durch die Bequemlichkeiten unseres heutigen „Alltags“?
Daß wir täglich duschen, ständig Magenfüllmittel in uns hineinstopfen, unseren Körper systematisch mit raffiniertem Zucker, totem Kochsalz und diversen Chemikalien vergiften?
Fast ununterbrochen in das kleine Viereck starren (oder in das riesengroße), ohne auch nur noch einen Blick übrig zu haben für den Menschen neben uns oder die Natur um uns herum?

Und was werden wir tun, wenn auch das letzte saubere Grundwasser abgepumpt und der letzte zugängliche Wassertropfen endgültig vergiftet ist?
Wenn auch Luft dann in Dosen verkauft wird, weil das allgemein zugängliche Gemisch kaum noch zu atmen ist, weil voller Aluminiumstaub und anderer Aerosole?

Ist das wirklich Fortschritt? Wollen wir das tatsächlich?
– – –

Zurück zur „Wirtschaft“. Wie wir gesehen haben, hat es diese stets verstanden, ihre „Segnungen“ den Menschen maximal „aufzudrücken“ und auch ihre bösen Folgerungen maximal für sich zu nutzen.
So ist aus einer sinnvollen Sache, nämlich der immer „besseren“ Befriedigung der materiellen Bedürfnisse von immer mehr Menschen, inzwischen ein menschenfressender Moloch erwachsen – die Wirtschaft ist nicht mehr für die Menschen da, sondern der Mensch ist nur noch Sklave der Wirtschaft.
Ja, auch in den höchsten Etagen selbiger.

Moment mal, wie geht denn das?

Grundsätzlich waren wir ja mal vom Primat der Politik ausgegangen, d.h. von dem Grundsatz, daß die Politik die Randbedingungen setzt, nach denen sich die Wirtschaft zu richten hat – theoretisch.

Und wie sieht die Praxis aus?
Da erzählt man uns überall, wir hätten einen Staatsaufbau mit 3 getrennten „Gewalten“: einer gesetzgebenden (Legislative), also Gemeinde- und Stadtrat, Landesparlament und Bundestag, dann eine ausführende (Exekutive), also Verwaltung, Polizei/Armee, Gesundheitswesen, Infrastruktur etc., und eine rechtsetzende (Judikative), also Gerichte, Anwälte, Vollzugsanstalten etc.

Was wir „so nebenbei“ bemerken ist, daß ein Großteil dieser Einrichtungen, die vormals „staatlich“ waren, inzwischen „privatisiert“ (von lat. „privare“ = berauben) sind, also nicht mehr hoheitlich-„gewaltig“, sondern nur noch profitorientiert.

Dies betrifft große Teile der Infrastruktur (Energie, Post, Telefon, Eisenbahn, neuerdings auch Autobahnen/Straßen/Brücken und Wasserversorgung – alles lebenswichtige Bereiche), dann das sog. „Gesundheitswesen“ (das nur „Geld verdient“, wenn wir alle krank sind), in anderen Ländern (VSA) auch schon Gefängnisse (die natürlich von „Staats“ wegen dann auch gut gefüllt sein müssen – mit der höchsten Gefangenen-Quote pro 1000 Einwohner weltweit – denn die Profite der Gefängnisbetreiber bedeuten Steuern für den Staat) etc.
Auch die „Ämter“ hierzulande sind inzwischen fast alle zu „Agenturen“ mutiert – also zu privaten Einrichtungen.

Und die Medien – oft als 4. Gewalt bezeichnet – befinden sich schon seit über 20 Jahren weltweit zu über 90% in den Händen von 6 großen Konzern-Familien – die können mit Fug und Recht sagen: „Jeder hat ein Recht auf meine Meinung“.

„Die Wirtschaft“ hat also all diese Bereiche schon „übernommen“.

Und wer beherrscht „die Wirtschaft“?
Die Realwirtschaft, die konkret vorhandenen Fabriken, Gruben und Firmeneinrichtungen, werden schon seit Jahrzehnten von der sog. Finanzwirtschaft beherrscht, genauer von der internationalen Finanzoligarchie (oligo = wenige, archie = Herrschaft) – mehr dazu in den anderen Teilen dieser Serie.

Was uns außerdem noch auffällt ist, daß die „Gewalten“ in den heutigen „Staaten“ gar nicht voneinander getrennt sind, sondern daß da ein ständiger reger gegenseitiger Austausch (nicht nur beim „Personal“) stattfindet.

Die Mitglieder der Regierung und Verwaltung (Exekutive) sitzen gleichzeitig als Abgeordnete im Parlament (Legislative) und beschließen mit über die Gesetze, die sie dann auszuführen haben; die Staatsanwälte und Richter (Judikative) werden von den Justizministerien (Exekutive) ernannt und unterliegen damit deren Einfluß; und der lebhafte Drehtür-Verkehr des Personals zwischen den „Spitzen“ von Politik und Wirtschaft hat inzwischen schon groteske Formen angenommen – wer sich dazu näher informieren mag, der sehe bitte nach bei Lobbycontrol.

Und wenn wir mal noch etwas tiefer nachforschen und -grübeln, dann bemerken wir, daß weltweit sämtliche Strukturen, die wir als „Staaten“ und als „staatlich“ angesehen haben, bereits in Unternehmen umgewandelt worden sind.

Davon kann sich jeder selbst überzeugen, indem er bei www.upik.de oder Dun&Bradstreet, also Unternehmens-Datenbanken, mal nach einigen Einrichtungen suchen läßt, wie Bundestag, Bundesverfassungsgericht, Finanzämter oder nach seiner Stadtverwaltung – er wird feststellen, daß diese alle dort gelistet sind – als Unternehmen.
Und in diese Datenbanken wird man nur nach Registrierung aufgenommen…

Ein weiterer klarer Hinweis auf diesen Fakt ist dadurch gegeben, daß alle diese Einrichtungen eine eigene Umsatzsteuernummer aufweisen, die auch auf den jeweiligen Netzseiten aufzufinden ist – und da sagt sogar Wikipedia, daß dies ausschließliches Kennzeichen von Unternehmern und Unternehmen ist.

Wir befinden uns also, wie auch der Herr Schäuble am 18.11.2011 in Frankfurt schon so treffend formulierte, hier in der EU keineswegs in souveränen Staaten, sondern nur noch in Unternehmensstrukturen – damit gilt auch keinerlei Staatsrecht mehr, sondern ausschließlich Handelsrecht (Seerecht).

Das führt uns zu den interessanten Frage, ob denn Staaten überhaupt notwendig seien.
Die klare Antwort lautet: ja und nein.

Ja – im jetzigen System der gesellschaftlichen Organisation – denn es ist zwingend erforderlich, den Einzelnen vor der für ihn unüberwindlichen Gewalt der Großkonzerne und der Hochfinanz zu schützen – auch wenn die heutigen privatisierten und damit nicht mehr staatlichen Strukturen das nicht mehr leisten – die Notwendigkeit besteht weiterhin!
Wobei natürlich ein schrittweiser Rückzug aus dem Gewaltmonopol des Staates und weitere Veränderungen erforderlich wären.

Und nein – in einer zukünftigen menschlichen Gemeinschaft, die auf Naturnähe, Rücksicht und gegenseitiger Achtung, Respekt und Güte aufgebaut ist – eben keine „Gesell-schaft“ von halbfertigen (Spieß-)“Gesellen“, sondern eine Gemeinschaft von meisterlichen Menswesen (lat. mens = Geist).

Was ist also zu tun?

Solange wir den Gesamtaufbau der gegenwärtigen Gesellschaft nicht ändern können, bleibt uns nichts weiter übrig, als die Regeln, welche uns durch diese jetzigen Strukturen und das Handelsrecht aufgezwungen wurden, möglichst clever zu nutzen, um unsere eigenen Interessen durchzusetzen – natürlich ohne zu betrügen.

Wenn es später, nach dem folgerichtigen Zusammenbruch des jetzigen Schuld-Schein-Zins-Geld-Wirtschaftssystems, zu grundlegenden Änderungen kommen wird, könnten für den Neuaufbau der Wirtschaftswissenschaft folgende Grundsätze gelten:

1. Die Wirtschaft hat sich an den allgemeinen Bedürfnissen der Menschen/Kunden zu orientieren und nicht an Gewinnmaximierung. Spezielle Wünsche kann sich jeder Mens selbst erfüllen oder von anderen handwerklich erfüllen lassen.

2. Durch die Abschaffung des Zinses gibt es auch keinen Wachstumszwang und keinen Grund mehr für Ausbeutung und Bereicherung.

3. Es gilt das Primat der Politik, d.h. Entscheidungen der Gemeinschaft/en sind weder von der Wirtschaft zu beeinflussen (jegliche lobbyistische Einflußnahme ist Straftat) noch deren Umsetzung zu unterlaufen.
Gegen politische Entscheidungen können Wirtschaftsunternehmen vor auf Zeit gewählten Gemeinde-Gerichten klagen – allerdings werden die Interessen der Menschengemeinschaft – nicht nur der Eigentümer oder Kunden bestimmter Unternehmen! – und der Natur weitaus höher gestellt als die Gewinninteressen der Wirtschaft.

– – – –

14. KREDIT – ein Dialog

Udo und Bernd sind Zwillingsbrüder. 30 Jahre lang sind sie gemeinsam aufgewachsen, haben zusammen die Schule absolviert, nach dem Abi erstmal einen ordentlichen Beruf gelernt, haben dann zusammen studiert und nebenbei gearbeitet, und sich später als Angestellte in einem Beratungsunternehmen ihre ersten Sporen im Berufsleben verdient.
Udo ist Unternehmer geworden, Bernd Bankier. Da sie durch das gemeinsame Leben sich angewöhnt hatten, miteinander stets völlig offen und ehrlich zu sein, entspann sich eines schönen Tages zwischen ihnen der folgende Dialog:

U: Hör mal, ich hab da ein Finanzierungsproblem – ich muß bis zum Jahresende meine Fertigung auf die neuen EU-Umwelt-Standards umstellen, dazu brauch ich eine neue Abgasreinigung und diverse Zusatzeinrichtungen – insgesamt kosten die Maßnahmen ca. zwei Millionen Öre – das kann ich nicht aus dem laufenden Geschäft finanzieren – kannst Du mir mit einem Kredit aushelfen, sagen wir, über 7 Jahre?

B: Klar, kein Problem, Kreditzinsen sind meine “beste” Einnahmequelle, und “Sicherheiten” hast Du ja zur Genüge.

U: “Sicherheiten”?

B: Klar, ich kann doch das “Risiko” nicht allein tragen, wenn Du aus irgendwelchen Gründen mal den Kredit nicht mehr “bedienen” kannst.

Du “überschreibst” mir für die 2 Millionen Kredit einfach, sagen wir, 51% an Deinem Unternehmen.

U: Das Unternehmen ist aber viel mehr wert als gut 4 Millionen.

B: Das macht nichts – ist ja nur für den Fall der Fälle – so sind halt die Regeln: die Kreditsumme darf maximal 30% des Sicherheitswertes betragen – der Wert Deines Unternehmen kann sich ja auch ändern.

U: Nach oben wie nach unten…

B: … das passen wir dann schon an – “versprochen”.

Äh, “Zinsen” muß ich natürlich auch nehmen – sagen wir, 5% im ersten Jahr für Deine Laufzeit von 7 Jahren. Kriegst Du das “refinanziert”?

U: Ich weiß nicht…

B: Na, kein Problem – die Laufzeit kann ich Dir ja dann verlängern.

Du legst einfach die zusätzlichen Kosten für den Kredit, also Deine “Kreditzinsen”, auf Deine Preise um. Erzählst Deinen Kunden was von “neuen Erzeugnissen” und “Zukunfts-Techologien”…

U: Und wenn sie dann woanders kaufen?

B: Wo denn – Deine Wettbewerber müssen doch auch modernisieren und also Kredite aufnehmen.

U: Aber die Chinesen haben ganz andere Umwelt-Standards, die brauchen nichts investieren.

B: Mann, im Chinahandel sind doch soviele Unwägbarkeiten – allein durch die großen Entfernungen – da kannst Du locker Deine Kunden überzeugen, daß Du zuverlässiger liefern wirst als die Chinesen, oder?

Das werden die Kunden doch sicher “honorieren”…

U: Wärest Du als Kunde bereit, das zu honorieren, also mehr zu bezahlen?

B: Hey, nicht so zaghaft, Bruder – so kenn ich Dich ja gar nicht.

Komm, jetzt erklär ich Dir erstmal, wie ich Deinen Kredit mache. Das Geld dafür ist nämlich gar nicht vorhanden – die so lange frei verfügbaren Einlagen meiner Kunden sind momentan viel niedriger.

Also generiere ich die Kreditsumme “aus der Luft”.

U: Wie bitte????

B: Eine “Bilanz” kennst Du ja, oder? Klar.

Also sieh her: hier auf der “Passiv-Seite” verbuche ich Deine Kreditsumme als Ausgabe, und hier auf der “Aktivseite” verbuche ich eine gleich hohe Forderung an Dich.

Siehst Du: meine Bank-Bilanz ist etwas “verlängert”, aber wieder ausgeglichen, und Du hast Deinen Kredit, ohne daß ich mich groß anstrengen mußte. Toll, was?

Kannst also gleich loslegen…

U: Mußt Du nicht einen Teil der Kreditsumme als “Reserve” bei der “Zentralbank” hinterlegen?

B: Klar doch, aber das sind nur schlappe 2% der Kreditsumme – das bezahlst Du mir in nichtmal 5 Monaten durch Deine Zinszahlungen – vergessen? 5% pro Jahr…

U: Deine Zinsen bekommst Du von mir also fast für umsonst, nur für ein paar Eingaben in Deinen Bankcomputer?

Und ich muß dafür aber reales Geld erwirtschaften, d.h. Geld, hinter dem eine reale Leistung (Ware oder Dienstleistung) steht?

B: Prima – Du blickst langsam durch – ich mache Geld aus der Luft, und Du machst daraus werthaltiges Geld. Wir beide arbeiten Hand in Hand – wie bisher.

Bezahlen tut das eh der “Endverbraucher”…

U: Moment mal – hab ich das richtig verstanden, daß Geld über Kredite als Luftgeld entsteht und dann erst über die Kredittilgung mit einem Wert hinterlegt wird?

B: Du hast es erfaßt. Und das betrifft so gut wie alles Geld, das heutzutage existiert.

U: Hm, und woher kommt dann das Geld für die Zinszahlungen? Dieses Geld ist doch mit dem Kredit gar nicht aus der Luft “entstanden” – das war doch nur die reine Kreditsumme.

B: Das ist eines der bestgehüteten Geheimnisse des Kapitalismus – die Ursache der sog. “Konkurrenz”, oder heute auch verniedlichend “Wettbewerb” genannt – die Zinsen müssen sich die Kreditnehmer ständig gegenseitig abjagen, denn wenn Geld fast nur als “Schuld” entsteht, müssen immer neue Kreditnehmer gefunden werden, damit das Geld für die Zinsen der “alten Kredit-Verträge” überhaupt “geschaffen werden kann” – eine Spirale ohne Ende, die sich dazu noch ständig exponentiell erweitert.

U: Beeindruckend. Und bedrückend. –

Aber wenn ich das richtig verstehe, hast Du bei der “Kreditvergabe” keinerlei Risiko, da Du ja nur mit 2% für ein paar Monate “dabei” bist – der Rest war ja eh Luft. Wozu brauchst Du dann noch die “Sicherheiten”?

B: Naja, das ist so eine Regelung in der Bankbranche, so eine Art Abgabe, wie bei Dir eben der “Umwelt-Standard” – ohne überschießende Sicherheiten darf kein Kredit ausgereicht werden.

Denn wenn Du mal Deine Zinsen nicht mehr bezahlen kannst, dann muß ich ja irgendwas haben, was als “Wertausgleich” dienen kann.

U: “Wertausgleich”? Wofür? Für Dein “Luftgeld”?

B: Mein Lieber, bitte korrekt bleiben – “Luftgeld” ist anfangs nur die Kreditsumme – die Zinsen sind von Anfang an “echtes”, also werthaltiges, Geld – auf DIE kommt es an. Und auf die Sicherheiten.

Das ist wie im Casino: die Bank gewinnt immer…

U: Was passiert eigentlich mit dem Kredit, wenn ich tatsächlich die gesamte Kreditsumme zurückzahle?

B: Kein Problem – dann streiche ich auf der Aktivseite die Forderung und auf der Passivseite den Kredit, und mein Bilanz stimmt wieder.

U: Ist dann nicht das Geld, was mal mein aus der Luft geschöpfter Kredit war, wieder “verschwunden”?

B: Klar doch, aber das macht nichts – Du hast es mir doch inzwischen als werthaltiges Geld mit Zinsen zurückgezahlt – rechne Dir mal aus, wieviel Du mir mit den 5%, bei vollständiger Tilgung, in den 7 Jahren real bezahlen wirst: das ist über 40% mehr als die ursprüngliche Kreditsumme – alles gutes Geld.

U: Und was ist wenn ich es nicht schaffe, den Kredit in den 7 Jahren “zurückzuzahlen”?

B: Du kannst von mir aus Deinen Kredit auch 10 oder 20 Jahre lang nicht zurückzahlen – solange Du immer brav und regelmäßig die Zinsen abdrückst, werden wir nie miteinander Probleme bekommen.

So läuft das übrigens mit der sog. Staatsverschuldung…

U: Mir schwirrt der Kopf. – Sind die Zinsen wenigstens fest über die Laufzeit?

B: Nur für das erste Jahr kann ich Dir die 5% garantieren – “die Märkte”, also die Leute, die die großen Geldströme weltweit überwachen und steuern, können jederzeit das Zinsniveau so beeinflussen, wie sie es gerade brauchen. Denn sie haben auch die sog. “Zentralbanken” in der Hand – als Eigentümer bzw. über die BIZ in Basel.

Da bin auch ich abhängig.

U: Und wenn ich mal die Zinsen nicht zahlen kann? Dann gehört Dir recht schnell die Mehrheit an meinem Unternehmen?

B: Bleibt doch in der Familie – ich stell Dich dann als CEO an, und Du kannst schön weitermachen wie bisher.

U: Und wenn bis dahin auch Deine Bank “übernommen” wurde?

B: Dann sind wir halt wieder gleich… dumm dran. Aber Du kennst die Regeln: no risk – no fun.

U: Könnte es sein, daß der Spaß hier ziemlich einseitig verteilt ist?

B: Sicher doch… was meinst Du wohl, weshalb ich Banker geworden bin…

P.S. ich hoffe, das Gespräch hat zumindest euch ein wenig Spaß gemacht.
Natürlich ist ein solcher Dialog “im richtigen Leben” völlig undenkbar – so weit würden Offenheit und Wahrheitsliebe nicht mal “unter Brüdern” gehen.
Apropos: bitte im Text die Begriffe in “Gänsefüßchen” beachten – Wortsinn und Inhalt diverGIERen da ab und zu… 😉

– – – – – – – – –

(Fortsetzung folgt)


6 Kommentare

  1. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  2. thom ram sagt:

    Sehr schön klar dargestellt, die Kreditvergabe. Stünde der Artikel von Lücki nicht hier in bb, ich müsste ihn gleich hier raushängen.
    🙂

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  3. Vollidiot sagt:

    „die Staatsanwälte und Richter (Judikative) werden von den Justizministerien (Exekutive) ernannt und unterliegen damit deren Einfluß;“

    Warum regt sich dann die demokratische EU und die demokratische BRD-Regierung und ihre besten Freunde, die Medien; über Polen auf?
    Die schaffen doch ihre demokratischen Rechtsstrukturen ab.
    Na?
    Auch hier, wie fast immer,schreit hier die EU „haltet den Dieb“.
    Über die BRD-Kretins schweige ich.
    Wenn ein so undemokratisches Konstrukt wie die (faschistische) EU sich über Polen oder sonst wen aufregt, weil „Demokratiemängel“ vorlägen, dann wird immer wieder klar: geballte Lügen, Gewalttäter, Raffer, Gauner, Abzocker und, Dutroux läßt grüßen, Zentrum päderastischer Vergnügungen.
    Ein geldverschlingendes Loch angefüllt mit geldverschlingenden Löchern.
    Namen bitte? Z.B. Schulz, Harms, Weber, Lambsdorff……………………
    Hat nicht jeder Schwächen – und wenns nur das Abgreifen von Staatsknete ist, das eint diese mit den „Aktivisten“ der Antifa.
    Darum gibt es Europawahlen……
    Und bei uns betätigt sich die Judikative gelegentlich als „Terrorist“, wenn es notwendig erscheint, zum Schutz des Staates (RAF-Phantom).
    Da könnte olle Maas mal den Aufklärer markieren.
    Aber er ist lieber Jäger statt Aufklärer.
    Aufklärer leben halt gefährlich und brauchen Rückgrat.
    Wer hat das schon in Berlin?
    Also doch besser ins Horn stoßen, „Demokratiefeinde“ hatzen, jagen und zur Strecke bringen.
    Und alles „demokratisch legitimiert“.

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  4. Vollidiot sagt:

    Primat der Politik?
    Ja. beim Umsetzen von Wünschen der Auftraggeber hat er das Primat – der Primat.
    Darum kann man Politiker auch Primaten nennen.
    Sie sind zurückgeblieben, auf einer Stufe, in der das Stammhirn noch das Primat in der Reizverarbeitung hatte.
    Diese Unmittelbarkeit zwischen Reiz und Reaktion war dem Überlebensmechanismus geschuldet.
    Genau dieser Mechanismus ist in der Politik ein ausgeprägter.
    Wer diese Konfiguration in seinem Kopf als etwas Herausragendes gehegt hat, der ist prädestiniert für diesen Aufgabenbereich.
    Der Primus als Primat.
    Diese Konfiguration hängt im Unterbewußten, ist also noch da.
    Durch seelische Arbeit und mithilfe denkender Tätigkeit ist ein Heben dieses Bereiches ins Bewußte möglich, kann also dann bewußt bearbeitet werden.
    Das Problem bei Primaten aber ist, daß Außenstehende von diesen Stammhirninhalten wissen und diese aktivieren können.
    So drängen sie ins Bewußtsein als eben nicht selbst Gehobenes (und somit Bearbeitbares) sondern Fremdbenutztes und entfalten dann ihre Kraft innerseelisch.
    Das ist dann Primatenverhalten; natürlich, auch hier gibt es die unterschiedlichen Auspräge- und Wirkmächtigkeitsgrade.
    Offenkundig ist dabei, daß das Rückwärtsgewandte, es entstammt zTl. noch der Lemuris,, also diesen Zeiten, in denen sich die Geschlechter trennten, das sich in diesen Primaten auslebt, hochschädlich einer natürlichen und damit gesunden Menschheitsentwicklung entgegensteht.
    Wie so vieles, das in unserer Zeit wirkt, ist überholt und rückwärtsgewandt, hemmend, schädlich.
    Die Primatenforschung ist im Unterschied zur Genderforschung sehr schwach aufgestellt, negligeabel.
    Forschungsgelderverteilungen unterliegen den Primatenbedürfnissen.
    Die Kosten ihres Überlebenstrainings (wie erreiche ich möglichst effektiv die Pensionsgrenze), das sie sehr privat absolvieren, ziehen sie von der Steuer ab.
    Subventionsmentalität; auch hier Stammhirnverknüpfungen.
    Sie leben gerne hinter Glas, wettergeschützt, gemäß dem Primatenschutzprogramm des WWF.

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  5. Texmex sagt:

    Was ist Geld?
    Busszahlung!
    (Frommer)

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  6. Luckyhans sagt:

    zu Texmex um 20:57
    „Was ist Geld? Busszahlung!“ –

    „Tue Buße, und dir wird Absolution zuteil werden…“ 😉
    Zu gut deutsch:
    du kannst Verbrechen begehen ohne Ende – wenn du nur artig „Buße tust“, also zum Beautragten des Seelenhirten gehst und dem deine Verbrechen gestehst (damit er mit den Informationen dazu wieder andere Verbrechen anschieben kann) und der Kirche (nicht den durch dich Geschädigten) deine Zahlungen gibst, dann kannst du gleich morgen wieder neue Verbrechen begehen… Ist das nicht herrlich bequem?

    Könnte es sein, daß genau dazu das Geld erst „erfunden“ wurde?

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