bumi bahagia / Glückliche Erde

WiWiWi-V

In Teil I hatten wir uns mit der Werbung, dem sog. Verbraucher und der Privatisierung beschäftigt, in Teil II mit dem Markt und „den Märkten“, und in Teil III mit dem Geld und in Teil IV mit dem Inflation, BGE und Freihandel.
Wir setzen unsere Betrachtung hiermit fort, und zwar zu den Themen BIP und Eigentum.
Luckyhans, 17. Juni 2017
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9. Das BSP / das BIP

Das Bruttosozialprodukt oder das Bruttoinlandsprodukt ist in der bürgerlichen Ökonomie der Maßstab für die Wirtschaftsleistung eines Landes oder Landesteils.

Es wird für vielfältige Vergleiche herangezogen – nicht nur für Wirtschaftsleistung, sondern auch für den Wohlstand (BIP pro Kopf der Bevölkerung) und andere Vergleichsmaßstäbe.
Oft werden auch die „Zuwachsraten“(also die jährlichen prozentualen Erhöhungen) des BIP als wichtiges „Konjunkturbarometer“ betrachtet.

Nun könnte man ja meinen, das seien alles rein statistische Werte, und wenn da vielleicht auch mal Äpfel mit Birnen zusammengezählt werden, dann sei das ja immernoch irgendwie unter „Obst“ zu vereinnahmen.
So ist es leider nicht.

Das BIP und seine Zuwachsraten sind nämlich für die sog. Rating-Agenturen (da muß irgendwann jemand einen dicken Schreibfehler gemacht haben und sich nie getraut, ihn wieder zu berichtigen: es kann doch nur „Rate-Agenturen“ heißen, oder? die raten doch nur, wie dies oder jenes bewertet werden könnte…) die wesentlichen Kriterien, nach denen sie weltweit die verschiedenen „Volkswirtschaften“ (oft ziemlich willkürlich, wie es scheint) vergleichen und einstufen – von AAA bis „Ramsch“ – was ganz konkrete meßbare Folgen in der unterschiedlichen Höhe der Zinsen auf die vom „Staat“ aufgenommenen Kredite („Staatsverschuldung„) hat.
Es ist also nicht nur ein statistischer Indikator, sondern ein Instrument der Beeinflussung der Wirtschaftslage – und der Ausbeutung ganzer Völker: denn je höher die Zinsen, desto mehr müssen die Steuern erhöht werden, und desto schneller ist der jeweilige “Staat“ pleite…

Schon fast anekdotisch – nein, eher lächerlich – ist auch der bekannte Beschluß der EU, seit 1. Januar 2015 in den Mitglieds“staaten“ in das BIP auch die Schwarzarbeit und weitere illegale „Wirtschaftsleistungen“ mit einzubeziehen: in Italien die Mafia-Aktivitäten, also Menschenhandel, Prostitution, Produktfälschungen etc., in England und anderswo auch die „staatlichen“ Forschungsausgaben, in der BRD Schwarzarbeit und Warenschmuggel, überall Geldwäsche, Rauschgifthandel u.s.w.

Da für diese „Wirtschaftszweige“ naturgemäß exakte Zahlen für Umsätze, Gewinne etc. fehlen – so kooperativ ist die Mafia trotz aller Verflechtungen mit der EU nun auch wieder nicht -, ist man dort auf Schätzungen angewiesen – was für den erfahrenen Bürokraten ein weites und hochinteressantes Betätigungsfeld eröffnet.

Wir werden uns also zu „Wahlkampf“-Show-Zeiten, wenn die aktuellen Quartalszahlen verkündet werden, sich wundersam erholende Volkswirtschaften mit „unerwartet hohen“ Wachstumsraten zu bestaunen haben – dank der schöpferischen Anwendung von Kriterien, wie das BIP zu berechnen sei.
Aber das ist nur eine Randerscheinung – so unsinnig sie uns auch erscheinen mag.

Denn der Fehler liegt im Grundsätzlichen – in denselben Berechnungs-Kriterien, aber „von Hause aus“.
Das BIP ist nichts weiter als die einfache Addition aller Umsätze aller Unternehmen, die in dem betrachteten Land tätig sind.
Dabei werden produktive, aufbauende, wertschöpfende Leistungen genauso aufsummiert wie destruktive, abbauende, wertzerstörende Leistungen. Und letztere werden nicht etwa mit einem Minuszeichen versehen – nein: alles ist „Leistung“.

Es werden also nicht nur Äpfel und Birnen, sondern auch Kartoffeln, Steine, daraus hergestelltes Gesteinsmehl, Kartoffelschalen, Schweinegülle usw. aufsummiert…
Mit anderen Worten: wir haben es hier mit einer reinen „Tonnen-Ideologie“ zu tun – „je mehr desto besser“.

Von einem sorgsamen Umgang mit den Naturressourcen: keine Spur – im Gegenteil.
Je mehr Natur verbraucht wird, desto mehr BIP, desto besser „für alle“.
(denn wir haben ja gerade gehört, wie wichtig ein hohes BIP und hohe Zuwachsraten sind – für das Raten, pardon, „Rating“)

Auch die sog. „Entsorgung“ ist heutzutage ja (noch) keine Wertschöpfung, da sie nicht in Kreislaufprozesse integriert ist, sondern am Ende immer auf unnatürliche „Endlagerung“ oder Verbrennung (üblicher Täuschbegriff „thermische Entsorgung“) wertvoller Rohstoffe hinausläuft.
Wenn also falsche Kennwerte zur Bewertung herangezogen werden – was Wunder, daß auch Rüstungsausgaben und Krieg plötzlich zur „Wirtschaftsleistung“ beitragen und „Wachstum“ vorgaukeln (sollen), obwohl sie per se keine „Wertschöpfung“ darstellen KÖNNEN, weil sie dem Gegenteil dienen: der Zerstörung von Wirtschaftsleistung.

Wir sehen hier, daß immer deutlicher wird, wie die Grundlagen der Betrachtung falsch sind oder gefälscht werden – mit klaren Konsequenzen.
Und das Ganze wird dann „wissenschaftlich“ genannt…
Sollten euch also in den nächsten Monaten plötzlich „erstaunlich robuste“ Wachstumszahlen oder eine verringerte „Staats“verschuldung in der Presse präsentiert werden, dann achtet bitte darauf, daß dies immer im Bezug auf das (im Wortsinne) „hochgeschätzte“ BIP passieren wird.

10. Das Eigentum – die Natur

Das Eigentum ist eine der „heiligen Kühe“ der bürgerlichen Ökonomie.

Alle die an diesem Heiligtum herummachen, sind per se „Feinde“ – egal, ob sie es aus (wissenschaftlich wohlbegründeten wirtschaftlichen) marxistischen Erwägungen heraus tun, oder (wie John Lennon oder Wilfried Schmickler) einfach Eigentum und Besitz als Quelle von Gier, Neid und Haß identifiziert haben.

Was unterscheidet nun das Eigentum vom Besitz?

Besitz ist die reale Verfügungsgewalt über eine Sache, egal ob mittelbar oder unmittelbar.

Beispiel: ein Auto besitze ich, wenn ich Autoschlüssel und Zulassungsbescheinigung habe – dann kann ich das Auto benutzen oder auch verleihen.

Habe ich das Auto vor der Tür stehen, ist es in meinem unmittelbaren Besitz. Fährt ein Bekannter mit meinem Auto, d.h. habe ich es verliehen, ist es mittelbar in meinem Besitz. Das ist noch relativ einfach.

Eigentum dagegen ist die rechtliche Herrschaft über die Sache.

Beispiel: ein Auto ist mein Eigentum, wenn ich einen Nachweis darüber besitze.

Wenn etwas mein Eigentum ist, kann ich es auch verkaufen oder beleihen (als „Sicherheit“ einsetzen).

Mein Eigentum muß sich nicht in meinem Besitz befinden – zum Beispiel, wenn ich mein Fahrzeug verliehen habe, dann bleibt es mein Eigentum, auch wenn es jemand anderes im Besitz hat, d.h. damit herumfährt.
Alles noch recht einfach, oder?

Früher gab es als Eigentumsnachweis für das Auto den KFZ-Brief – die heute dafür ausgegebene Zulassungsbescheinigung Teil 2 ist KEIN Eigentumsnachweis mehr – das steht auch ganz klar da drin – schon gelesen?

Da fragt man sich doch ganz besorgt: wer ist der wahre Eigentümer meines Autos? Die BRD-Organisation? Oder der EU-Verein?
Schon mal drüber nachgedacht?

Böse Zungen behaupten ja, Deutschland (egal in welchen Grenzen) sei immernoch ein besetztes Gebiet, und es gäbe in einem besetzten Gebiet gar kein Eigentum – also für die Besetzten natürlich – die Besatzer wären ja die Eigentümer von allem hier.
(Besatzer und Besitzer unterscheiden sich offensichtlich wenig – nicht nur vom Wort her)

Demnach gehörte also „mein“ Auto „rechtlich“ der US-Besatzungsbehörde – wie auch „deines“…
(was natürlich jeglichem Völkerrecht widersprechen würde, denn die HLKO sagt in Art. 47 ganz klar, daß Plünderungen verboten sind – andererseits sagt Art. 24 HLKO auch, daß Kriegslisten erlaubt sind – allerdings nur, „um sich Nachrichten über den Gegner und das Gelände zu verschaffen“ – was auch immer man darunter verstehen mag…)

Und wenn ich „mein“ Auto einem anderen „verkaufe“, dann ist das nichts weiter als eine simple „Besitzübertragung„…
Vielleicht hat das auch etwas mit der sog. Staatsangehörigkeit zu tun? Bei uns heißt die ja „deutsch“ und nicht „Bundesrepublik Deutschland“ oder „Vereinigtes Deutschland“ (wie es laut sog. „Einigungsvertrag“ heißen müßte)…

Ein ähnliches Problem scheint es auch in anderen „Staaten“ zu geben – in der Republik Österreich steht auch schon seit Jahren im Personalausweis bei der Staatsangehörigkeit nicht mehr „Republik Österreich“, sondern „österreichisch“ – wie heißt dann der Staat?
(sehr bezeichnend auch, daß dies auf Lügipedia nicht erscheint)
Nun, mit diesen Fragen werden wir uns noch zu befassen haben – vorerst möge bitte jede/r selbst sich ein wenig aufschlauen. 😉

Aber lösen wir uns mal einen Moment von dieser eingeengt deutschen Spezifik.
Besitz und Eigentum sind zu wichtig, als daß wir dort nur den momentanen, in vielem vernebelten Zustand betrachten sollten.
Denn es darf ruhig mal ganz prinzipiell darüber nachgedacht werden, an welchen Dingen das Eigentum und der Besitz nicht unbedingt „privat“ oder „persönlich“ sein sollten – denn das persönliche und private Eigentum an bestimmten „Sachen“ bringt immer Machtpositionen hervor, nach dem alten Spruch: „Alle sind gleich, aber manche (die Besitzenden) sind gleicher…“

In der Tat ist nicht einzusehen, warum die vom Schöpfer allen Menschen zugeeigneten Naturschätze (Land/Boden, Bodenschätze, Meere, Bäche/Flüsse/Seen, Luft usw. – und „natürlich“ auch alles was darin so kreucht und fleucht) einzelnen Menschen – egal aus welchen Erwägungen heraus – nicht nur zur (heutzutage noch weitestgehend unentgeltlichen) Nutzung überlassen werden, sondern auch noch in deren Eigentum übergehen dürfen – mit allen daraus resultierenden Folgen.

Abgesehen davon, daß – anders als bei allen anderen Kostenbetrachtungen – die Nutzer dieser Naturreichtümer bei der Preisbildung ausschließlich ihre eigenen Kosten der Nutzbarmachung zum Ansatz bringen dürfen – die Natur als Quelle all dieser Reichtümer bekommt nichts zurück – genau das führt zur deren hemmungsloser Ausbeutung anstelle einer sparsamen und kreislauforientierten Denk- und Handlungsweise.
Konkret gefragt: wann wird die Natur als WirtschaftsSUBJEKT anerkannt?

Wann wird der Naturverbrauch mit Kosten belegt?
Und die Renaturierung und Rückführung aller entnommenen Werte damit verpflichtend?
Solange die Natur kein Wirtschaftssubjekt ist, wird deren hemmungslose Ausbeutung früher oder später wieder einsetzen – darauf sind die Wirkmechanismen dieser Ökonomie ausgerichtet.

Und solange der Mensch nicht dem Beispiel der Natur folgt und eine echte, in sich geschlossene Kreislaufwirtschaft etabliert, die diese Bezeichnung auch verdient, d.h. wo wirklich alle Stoffe in Kreisläufe eingebunden werden (und nicht “gefördert” und später “entsorgt” werden), werden wir nicht natürlich leben können und daher unseren Platz in der Natur nicht wiederfinden können.

Und was hindert einen Menschen daran, ein lebenslanges Nutzungsrecht – natürlich für eine entsprechende Gegenleistung – mit der Möglichkeit der Vererbung an die direkten Nachkommen – als ausreichend anzusehen?
Warum privates Eigentum?
Es kann doch leicht alles im Gemeineigentum (= Gemeinde-Eigentum) verbleiben…

Nach der bürgerlichen Wirtschaftslehre ergibt sich die „Logik“ des Eigentums daraus, daß angeblich sonst niemand langfristig sorgsam mit den ihm anvertrauten Werten umgeht, sondern nur seinen kurzfristigen Vorteil suchen wird.
Diese „Logik“ setzt allerdings voraus, daß dieser „Niemand“ den Regeln der (wie uns nun schon vertraut ist) grundfalschen „bürgerlichen Ökonomie“ folgt – dem persönlichen Profitstreben ungeachtet allen Gemeinsinns anhängt, dem schrankenlosen Egoismus frönt und keinerlei Gedanken an künftige Generationen verschwendet – geschweige denn an die vielfältigen gegenseitigen Abhängigkeiten, wie sie im Aufbau alles Natürlichen gang und gäbe sind.

Jeder Mensch, der einigermaßen klar bei Verstand ist, wird diesen „Regeln“ nicht folgen – und diktiert werden diese „Regeln“ ja auch ausschließlich durch eben diese auf Eigentum an ganz wichtigen, natürlicherweise der Gemeinschaft gehörenden Dingen beruhende „Lehre“ – zusammen mit dem Geld- und Zins-System.

Bildquelle: A. Werner / BNN

Somit nochmal zur Klarstellung:
es kann für die Grundbedürfnisse der Menschen und die Naturschätze keine (marxistische oder anarchistische oder andere) Forderung nach „Vergesellschaftung“ von Eigentum geben, denn VON NATUR AUS sind die Grundbedürfnisse des Menschen immer Gemeineigentum gewesen – deren Privatisierung, wie der Name schon sagt, eine Beraubung der Menschen darstellt.

Abschließend soll noch auf einen ganz wichtigen Punkt hingewiesen werden.
Erinnern wir uns an den bereits durchgeführten sogenannten Zensus 2011 – „sogenannt“ deshalb, weil hier gar keine „Volkszählung“ durchgeführt wurde, sondern eine Erhebung der in privatem Besitz befindlichen Immobilien und deren Basiseigenschaften, soweit nicht aus den Grundbüchern schon bekannt.
Genauer siehe hier: http://www.bankingportal24.de/finanzredaktion/759/zwangshypothek-im-anmarsch-wozu-der-zensus-2011-wirklich-dient/

Und wenn wir nun den Zusammenhang damit herstellen, daß im Jahre 2016 ganz still und heimlich eine sog. Agrarstrukturerhebung „deutschland“weit „als Vollerhebung nach den Vorgaben der EU“ durchgeführt worden ist, bei welcher alle Inhaber und Leiter aller landwirtschaftlichen Betriebe entsprechende Fragebögen betreffs denselben auszufüllen hatten werden, dann finde ich das schon recht bedenklich.

Denn zum ersten Mal werden die („selbstverständlich“ geheimgehaltenen) Ergebnisse dieser Datensammlung bis in die Gemeindeebene detailliert sein und eine ganz präzise Erfassung aller derjenigen Grundstücke beinhalten, welche im sog. „Zensus 2011“ noch nicht enthalten waren – damit bestehen dann, nach einem möglichen Abgleich mit Satellitenaufnahmen, vollständige Voraussetzungen für die Erhebung von Zwangshypotheken auf alle Immobilien – und das sogar in individuell unterschiedlicher Form, d.h. jeder kann mit einer anderen Summe oder Prozentzahl belastet werden!

Neben der gezielten Enteignung der Grundstücke und Häuser eines Großteils vor allem der älteren Bevölkerung, die außer der Rente keine Einkünfte mehr haben und daher eine Zwangshypothek nicht mehr werden bedienen können, würde damit „so ganz nebenbei“ die letzte Etappe des modernenBauernlegens“ eingeläutet.

Denn der überwiegende Teil der Bauern erwirtschaftet bereits heute kaum noch Gewinne und kann nur noch als „Nebenerwerbs-Landwirt“ überleben, d.h. mit einer zusätzlichen Arbeitsstelle. Es werden also dadurch noch mehr Bauern zielgerichtet in den Ruin getrieben und gezwungen, ihr Land zu veräußern.
Und als Käufer stehen die großen internationalen Agrarmultis sowie dahinter (über ihre Banken) die „bekannten“ wenigen superreichen Familien der Welt schon in den Startlöchern.

Die Endlösung der „deutschen Frage“ rückt in greifbare Nähe – die Deutschen wurden nicht nur (infolge der Beschlagnahme des Deutschen Reiches durch die Alliierten 1944) von ihrem Eigentum befreit, sondern ihnen würde so auch noch der Besitz genommen – die letzte Etappe der endgültigen Versklavung wäre dann erreicht.
Werden wir es soweit kommen lassen?

(Fortsetzung folgt)


2 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

    Gefällt mir

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