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Wie real ist die Wirtschaft?

Schon mehrfach haben wir uns hier auf bb mit der realen und der virtuellen Wirtschaft beschäftigt und herausgestellt, daß es für das Überleben des Menschen nicht so wichtig ist, wer die meisten Buntpapierschnipsel drucken kann, sondern wer die Lebensmittel- und Energieversorgung lenkt.
Insofern verstehe ich die Russen nicht, daß sie die Charakterisierung ihres Landes als „Tankstelle des Westens“ nicht stolz macht, und daß sie sich einreden lassen, daß eine solche Stellung die eines „unterentwickelten“ Landes sei.
Kann da keiner mehr bis drei zählen?

Wie in unserer wiwiwi-Serie herausgearbeitet, entsteht ein tatsächlicher Mehrwert ausschließlich und ganz allein in der Sphäre der Produktion, also im wirklichen Zyklus der Entwicklung und Fertigung von Waren sowie der Rückführung der Materialien in den Kreislauf.

Und er entsteht ausschließlich dort, wo Menschen tätig sind, denn sie sind als einzige Produktivkraft in der Lage, in ihrer Tätigkeit mehr zu schaffen und zu geben als sie dabei verbrauchen – rein energetisch betrachtet.

Keine Maschine, kein Roboter und kein Automat kann das.
Auch keine „Künstliche Intelligenz“, wobei der Begriffsinhalt der Intelligenz sehr willkürlich und durchaus unterschiedlich interpretiert wird. Aber das ist ein anderes Thema.

Im weiteren soll es darum gehen, jene Bereiche der Wirtschaft zu betrachten, welche die tatsächliche „Wertschöpfung“ (nach bürgerlicher Ökonomie), oder besser gesagt: den tatsächlichen Mehrwert nach Marx, schaffen.
Wer es genau wissen will, der lese bitte die Werttheorie im ersten Band des Buches „Das Kapital“.

Und nochmal ganz klar: auch die notwendigste und nützlichste Dienstleistung, wie Müllabfuhr oder Krankenpflege, schafft keine Werte. Dienstleistungen können stets nur jene materiellen Werte umverteilen, die anderswo in der Produktion geschaffen worden sind.
Von den anderen sog. Finanz-Dienstleistungen wollen wir da gar nicht reden…

Ja, ich weiß – das was ich hier sage, steht dem neoliberalen Dogma der heutigen Zeit ziemlich antagonistisch gegenüber.
Es kann jedoch jeder nachvollziehen, so er bereit ist, die Wirtschaftsprozesse unvoreingenommen und ehrlich zu betrachten. Unsere oben genannte Artikelserie kann dabei hilfreich sein…

Kommen wir nun zum Thema. 
Nachfolgende Betrachtung der Anteile am BIP von Industrie und Landwirtschaft soll eben diese Bereiche herausheben, welche die Werteerschaffung gestalten.

Daß jenes BIP eigentlich nicht der richtige Maßstab ist, um die Wirtschaftsleistung zu messen, ist schon klar, denn auch abbauende (die sog. Entsorgung) und völlig destruktive (Kriegswaffen-Entwicklung und -Produktion) Prozesse werden hier einfach mitgerechnet und „erhöhen“ angeblich die Schaffung von Werten.
Und nach den neuesten „Richtlinien“ seit Anfang 2015 auch Schwarzmarkt, Menschen- und Drogenhandel und Prostitution.

Aber lassen wir das mal einen Moment beiseite – es soll uns darum gehen, vor allem die „Luftnummern“ der sich mit sich selbst beschäftigenden reinen Computer-“Wirtschaft“, in der außer Zahlen nichts Wertvolles entsteht, herauszurechnen.
Und da sieht es aus wie die nachfolgende chochinteressante Grafik zeigt.

© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 8. August 2017 – Kommentare und Hervorhebungen von mir.
————————————————————————————————————-

Das BIP der führenden Länder ohne den Dienstleistungssektor


(das BIP von Industrie und Landwirtschaft, von links: China, VSA, Indien, Rußland, Japan, Deutschland)

Und hier steht Rußland höher als Deutschland und Japan. (klar, schon allein wegen der Rüstungsausgaben)

Von dem riesigen Rückstand Amerikas gegenüber China ganz zu schweigen. (und das TROTZ der gigantischen VSA-Rüstungsausgaben!)

Was sagt uns diese Tabelle?

Ganz einfach. Es ist so, daß im Dienstleistungsbereich es am einfachsten ist, die Preise zu überhöhen und virtuelle (d.h. nicht existierenden oder nutzlose) „Dienstleistungen“ sich auszudenken.
(ja, der gesamte Finanzbereich gehört hierher, wie auch die sog. virtuelle Wirtschaft – Weltnetz & Co.)

Besonders wenn es im Lande mächtige Berufsvereinigungen gibt, wie die der Rechtsanwälte oder Mediziner, und alles so organisiert ist, daß der Bürger ohne diese Dienstleistungen nicht auskommen kann, und eine staatliche Regulierung der Preise für diese Dienstleistungen fehlt.
(nun, staatliche Vorgaben für die Preise in den genannten Sektoren gibt es durchaus, aber sie können problemlos auch ignoriert werden… so ist nun mal die „Gesetzeslage“ – siehe jede Zahnarzt-Rechnung.
Und klar sieht es durch die „Zwangsbeglückung“ des Bürgers mit Krankenkassen-Beiträgen, das „Rechts“-System usw. so aus, als ob Rechtsanwälte, Mediziner und andere Dienstleister die scheinbaren Nutznießer des Systems seien, aber am Ende sind auch sie nur Sklaven des Systems. 
Die wahren Profiteure sind ganz woanders zu finden – in der Internationalen Finanzoligarchie – und damit sind natürlich nicht die Chefs der Banken gemeint… auch nicht die der Zentralbanken… auch nicht die der BIZ oder der FED… auch alle diese sind nur Marionetten)

Und das zeigt uns auch die Antwort auf die Frage: warum hat es die RF noch nicht umgehauen nach den westlichen Sanktionen in diesem Wirtschaftskrieg.
Das liegt daran, daß genau diese Bereiche und nicht die Dienstleistungen sich da gegenüberstehen.
( Quelle )
– – – –
P.S. ja, die Sache mit dem Wirtschaftskrieg – da kommen wir demnächst noch drauf zurück…
Für heute sei nur mal so nebenbei festgestellt, daß Rußland sich in diesem Jahr aller Voraussicht nach vom Netto-Importeur zum Netto-Exporteur entwickeln wird, und zwar – bei AUTOS. 
Dies ist vor allem Strukturveränderungen zu verdanken: so reduziert sich der Import fast vollständig auf das Premium-Segment… (Quelle)
LH, 9.8.17


5 Kommentare

  1. Vollidiot sagt:

    BSP mitnander vergleichen ist nur dann sinnvoll, wenn die Basis übereinstimmt.
    Die Amis zählen zum BSP die „Produkte“ der Banken. Die BRD nicht.
    Und bei so wertvollen Bankhäusern, die es in den VSA gibt, geht das BSP geil hinauf.
    Das ist ein übl ich es Verfahren der WWD.

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  2. Luckyhans sagt:

    zu Volli um 14:26
    … genau deswegen ist ja die obige Grafik so interessant. 😉

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  3. Luckyhans sagt:

    … für alle, die das mit dem Wirtschaftskrieg für übertrieben halten:
    http://russia-insider.com/en/politics/russians-should-urgently-repatriate-their-assets-west/ri20627

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  4. delledschäck sagt:

    Das BSP eignet sich eigentlich für gar niks, da jedweder Umsatz addiert, oftmals sogar mehrmals. Heute ließ ich die Grube meiner anstrengenst gesammelten StoffwechselEndprodukte leeren. Zu diesem Zwecke muß von mir eine von der Kommune durch Ausschreibung zugelassene Firma beauftragt werden, welche jener eine Rechnung stellt. Die Komunne ihrerseits stellt nun mir eine Rechnung über die Entleerung (wat’n Wort), jeweils mit der gesetzlichen Märchensteuer; –nun habe ich mich sooo angeschtrengdt, is ja auch mehr drin als im Spülwasser, somit ist latürnich auch die Märchensteuer höher, 19 zu 7 eben –und auch dies kommt zum BSP oder BruttoinlandP —wat’n schiiit. Doch gar nicht soo verwunderlich beim stolzen Eksportweltmeister. Bin gespannt wer die Suppe auslöffelt.

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  5. Luckyhans sagt:

    zu delledschäck 10/08/2017 um 18:03
    Weißt du, wofür der Klärschlamm hergenommen wird?
    Daraus wird Alkohol gemacht… 😉
    Kein Witz – erkundige dich…

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