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Stellvertreter-Krieg in Syrien

In früheren Jahren ein stehender Begriff, bezeichnete man als Stellvertreter-Krieg einen Krieg, der von einem Stellvertreter-Staat im Interesse eines anderen Staates geführt wird. Da es heutzutage weltweit kaum noch handelnde Staaten gibt, müssen wir das auf „juristische Personen“ erweitern.
Und da wir uns seit August 1914 weltweit im permanenten Kriegszustand befinden, ist die Definition von Krieg nach den HLKO auch ergänzungsbedürftig. Aber dazu ein andermal.

Nachfolgend soll es um die enge Verbindung von VSA und Daesh gehen. Der russische Generalstab hatte ja schon mehrfach darauf hingewiesen, daß die von den VSA geführte „Koalition“ weniger den Kampf gegen den Daesh als vielmehr gegen den syrischen Staat zum Hauptgegenstand hat. Hier nun genauere Informationen dazu.
© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 18. Juni 2017
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Ein Krieg, geführt durch einen Stellvertreter: der Iran erklärt, er habe Beweise für die Unterstützung des IS von Seiten der VSA

11. Juni 2017, 23:29 – Autor Polina Duchanowa

Der Stellvertreter des Stabschefs der Armee des Iran, Mostafa Isadi, erklärte, daß Teheran über Beweise für eine direkte Unterstützung der Terroristen des „Islamischen Staates“* von Seiten der VSA verfügt.
Das ist nicht die erste ähnliche Beschuldigung iranischer Machthaber an die Adresse Washingtons. Früher hatte eine ähnliche Anklage der Sprecher des Iranischen Parlaments, Ali Larindzhani, erhoben und die Vereinigten Staaten einen „Großen IS“ genannt.

Bild: Reuters

Der Iran verfügt über Beweise, daß die VSA direkt die Terroristen des „Islamischen Staates“ unterstützen. Mit einer solchen Erklärung trat der Stellvertreter des Stabschefs der Armee der Republik Iran, Mostafa Isadi, hervor. Nach seinen Worten verfügt Teheran über entsprechende Dokumente und Angaben.

Wir verfügen über Dokumentationen und Informationen, welche die direkte Unterstützung des amerikanischen Imperialismus für diese widerliche Strömung (IS) in der Region bezeugen – dieser IS hat die islamischen Länder zerstört und eine Welle von blutigen Zusammenstößen hervorgerufen“, wird seine Äußerung von der Nachrichtenagentur FARS zitiert.

Außerdem, so stellte Isadi fest, ist die Unterstützung, welche die VSA nach seinen Worten dem IS* gewährt, ein Instrument der Führung eines „Stellvertreter-Krieges in der Region“.
„Das ist ein neuer Trick, welchen die hochmütigen Staaten gegen die Islamische Republik
(Iran – RT) anwenden“, unterstrich der Stellvertreter des Stabschefs der Armee.

Der „große IS“

Eine Erklärung darüber, daß Washington allseitig des IS unterstützt, hatte bereits früher der Sprecher des Iranischen Parlaments, Ali Larindzhani, geäußert. Er sagte, daß die Vereinigten Staaten schon seit langem ihre Demokratie gegen das Geld eingetauscht haben und so zum „Haupt-Teufel“ geworden seien.

Die Situation in den VSA ist so geworden, daß Demokratie und Menschenrechte gegen das Geld eingetauscht wurden. Amerika hat die Demokratie geopfert“, sagte Laridzhani auf der Trauer-Zeremonie für die Opfer des doppelten Terroraktes in Teheran, der am 7. Juni stattgefunden hatte.

Nach den Worten des Sprechers sind die VSA, ungeachtet des erklärten Kampfes gegen den „Islamischen Staat“, selbst ein „großer IS“.

Wir widerstehen dem IS und seinen Kämpfern, aber Amerika ist selbst der größte IS in der Welt, es steht in der Region auf der Seite des IS. Wir heben den Vorhang und zeigen, daß die amerikanische Armee und die CIA die Hauptunterstützer des IS sind“, ergänzte Laridzhani.

Antwort-Reaktion

Eine solche Reaktion des iranischen Sprechers hatten die zweideutigen Erklärungen Donald Trumps über die Terrorakte in Teheran hervorgerufen. Der VSA-Präsident hatte festgestellt, daß „die Amerikaner trauern und für die unschuldigen Opfer beten, aber gleichzeitig sich beeilt, die Schuld teilweise auf die iranischen Machthaber zu übertragen. Nach seiner Meinung „riskieren es Staaten, welche den Terrorismus unterstützen, selbst Opfer des Bösen zu werden, welches sie voranbringen“.
(das finde ich nun wieder eine bemerkenswerte Erkenntnis, welche DT da geäußert hat – ob er sich darüber im Klaren ist, daß dies auch sein eigenes Land mal richtig – und nicht nur inszeniert, wie Nein-Ihleffen oder jene Boston-Marathon-Show – treffen wird, da die CIA seit Jahrzehnten der größte Terroristenunterstützer der Welt ist? – d.Ü.)

Washington ist überzeugt, daß der Iran einer der Sponsoren des IS ist, weshalb es die Sanktionen gegen ihn aufrecht erhält.
(abgesehen davon, daß dies ein Bruch der Vereinbarung über den Atom-Deal von Seiten der VSA ist, in welchem eine Aufhebung aller Sanktionen vereinbart war, wenn der Iran sein Atomkraftwerks-Programm einstellt, kann man diesen Verdacht nur als eine ablenkende Nebelkerze betrachten, denn jeder weiß, daß der Iran eindeutig zu jenen Kräften gehört, die den Daesh tatsächlich, und nicht nur mit Worten wie die VSA, bekämpfen – d.Ü.)
Daneben hat der Senat der VSA am 7. Juni die weitere Beratung zusätzlicher Sanktionen gegen die Republik befürwortet. Für die Gesetzesvorlage stimmten bei der Zwischenabstimmung 92 Senatoren, dagegen nur 7.

Die Handlungen Washingtons am Tag des terroristischen Angriffs kritisierte der Chef des Außenministeriums des Irans, Dschabad Sarif.

Eine widersprüchliche Erklärung des Weißen Hauses und die Sanktionen des Senats zu einem Zeitpunkt, da die Iraner mit dem von den VSA-Satelliten unterstützten Terrorismus konfrontiert waren. Das Iranische Volk lehnt solche ähnlichen Versicherungen der VSA über Freundschaft ab“, schrieb Sarif in Twitter.

Repugnant WH statement & Senate sanctions as Iranians counter terror backed by US clients. Iranian people reject such US claims of friendship
Javad Zarif (@JZarif) 8 июня 2017 г.

Komplott mit den Terroristen

Inzwischen hat auch das Verteidigungsministerium Rußlands die Vereinigten Staaten des Komplotts mit den Terroristen bezichtigt. Konkret hat der Kommandeur der Russischen Gruppe der Streitkräfte auf dem Territorium Syriens, Generaloberst Sergej Surowikin, erklärt, daß die amerikanischen Militärs jegliche Hindernisse vor der Regierungsarmee im Kampf gegen die Terroristen schaffen und dabei diese letzteren decken.

Anstatt die Terroristen, welche am Tod von Hunderten und Tausenden friedlichen Einwohnern Syriens schuldig sind, zu bekämpfen, geht die von den VSA geführte Koalition zusammen mit der von ihr kontrollierten „Union demokratischer Kräfte“ mit den Führern des ISIS* ein Komplott ein, welche ihnen kampflos Siedlungen übergeben und dann in jene Provinzen abhauen, wo die syrischen Regierungskräfte aktiv tätig sind“, zitiert „RIA Novosti“ Surowikin.

Als Beispiel führt er den Angriff der Gruppe der Streitkräfte im Süden der Provinz Es-Suweida an, bei dem die von Washington geführte Luftwaffe der internationalen Koalition versucht hatte, das Vorgehen zu stören.
Surowikin unterstrich gleichfalls die Absurdität der Erklärungen der amerikanischen Militärs, mit denen sie versuchen, ihre Handlungen gegen die Regierungstruppen zu rechtfertigen.

Ihre Handlungen motivieren sie mit der absurden Behauptung, daß die Regierungstruppen eine Gefahr für die amerikanischen Basen und Lager zur Ausbildung der Kämpfer der Opposition im Süden Syriens darstellen würden“, präzisierte der Kommandeur.

Die Zerschlagung behindern

Dieselbe Position nimmt auch der Chef der Operativen Hauptverwaltung des Generalstabs der Streitkräfte Rußlands, Generaloberst Sergej Rudskoj, ein. Er stellte fest, daß die zweifelhaften Handlungen der VSA den Kampf gegen die Terroristen in Syrien behindern.

Bisher sehen wir, daß die Handlungen der Koalition nur die Regierungsstreikräfte daran hindern, die ISIS-Gruppierungen zu zerschlagen. Wir erwarten von unseren Partnern in der Koalition, daß sie Maßnahmen ergreifen, daß solche ähnlichen Fälle nicht mehr vorkommen und daß sie sich ernsthaft mit dem Kampf gegen die terroristischen Gruppierungen des ISIS auf dem Territorium Syriens befassen“, führt „RIA Novosti“ die Worte Rudskojs an.

Dabei unterstrich Rudskoj, daß es von Seiten der syrischen Armee und der russischen LKS keinerlei Angriffe gegen die Formationen der Opposition gäbe. „Die Regierungsstreitkräfte führen mit Unterstützung der LKS Rußlands keine Kampfhandlungen gegen die syrische Opposition durch, sondern streben folgerichtig das Hauptziel an – den ISIS, Dschabhat an-Nusra* und die damit affilierten terroristischen Gruppierungen zu zerschlagen“, sagte er.

* „Islamischer Staat“ (IS, ISIS) und „Dschabhat an-Nusra“ sind terroristische Gruppierungen, die auf dem Territorium Rußlands verboten sind.

Quelle: https://russian.rt.com/world/article/399017-iran-ig-ssha
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Es soll nochmals auf die gezielte mediale Verwendung falscher Begriffe hingewiesen werden, welche eine vernünftige Information und Kommunikation der Menschen untereinander verunmöglichen soll.
Das, was sich da von den willfährigen Medienhuren des Westens als „Islamischer Staat“ bezeichnen läßt, ist eine Terroristen-Organisation, kein Staat und erst recht nicht islamisch – das meiste sind ausländische Söldner, die jeglichen Glaubensrichtungen, vor allem aber dem Glaube an das Geld, angehören.
Die genannte Falschbezeichnung erfüllt zwei Zwecke:
zum einen sollen die Terroristen einen „seriösen Anstrich“ als geordnetes Staatswesen bekommen (was in keiner Weise der Wirklichkeit entspricht), und zum anderen sollen die tatsächlichen islamischen Staaten auf diese Weise in die Nähe des Terrorismus gerückt werden (was auch eine sehr durchsichtige Manipulation darstellt).

Daher verwenden wir in unseren Artikeln vor allem die Bezeichnung „Daesh“, die im Arabischen für diese Terrororganisation üblich ist.
In der russischen Presse darf die Abkürzung „IS“ und die Bezeichnung „Islamischer Staat“, wie auch die anderer Terrorgruppen, nur mit der o.a. Fußnote verwendet werden: “eine auf dem Territorium Rußlands verbotene Organisation“

LH


7 Kommentare

  1. luckyhans sagt:

    Was wir in unserer vorigen Veröffentlichung zum Syrien-Krieg angekündigt hatten, ist nun exakt auch eingetreten.
    Die von den Kurden aus dem eigentlich eingeschlossenen Raqqa „entlassenen“ und die von der FSA freundlich verabschiedeten Terroristen des Daesh haben sich zum Sturm auf die immernoch standhafte SAA-Garnison von Der-Ezzor versammelt – und damit ein schönes Ziel für die russischen LKS abgegeben.
    Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden bei Luftangriffen auf die sich zum Sturm sammelnden Söldner u.a. ca. 180 Mann, 16 Fahrzeuge, ein Geschütz und ein Munitionslager zerstört.
    Unter den Getöteten befanden sich auch die Kommandeure Abu Umar al-Belgiki und Abu Jasin al-Masri.
    (Quelle: https://www.vz.ru/news/2017/6/17/874978.html)

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  2. luckyhans sagt:

    Gestern wurde im Bereich der Daesh-Hochburg Raqqa ein SU-22 Erdkampfflugzeug der syrischen Luftwaffe abgeschossen, und zwar von der Luftwaffe der von den VSA geführten „internationalen Koalition“, während es einen Angriff auf Daesh-Terroristen flog.
    Die windige „Begründung“ der Piloten-Mörder: es hätten sich die Kämpfer der FSA bzw. der Koalition demokratischer Kräfte von diesem Flugzeug bedroht bzw. angegriffen gefühlt.

    JUST IN: U.S. F/A-18E Super Hornet shoots down Syrian regime fighter jet south of Taqba, the first such occurrence in Syria. pic.twitter.com/baxJyIpNk9
    — ABC News Politics (@ABCPolitics) 18 июня 2017 г.

    (Quelle: https://russian.rt.com/world/article/401171-siriya-samolet-ssha)

    Das russische Verteidigungsministerium hat dies als Aggression und Verletzung des internationalen Rechts bezeichnet. Es sei eine zynische Verletzung der Souveränität eines Staates, ein Flugzeug über dessen eigenem Territorium abzuschießen. Es sei auch die abgestimmte Vorgehensweise zur Vermeidung von Zwischenfällen im Luftraum über Syrien von den VSA-hörigen Söldnern nicht eingehalten worden.
    Von den VSA wurde einer genaue Untersuchung und die Vorlage der Untersuchungsergebnisse verlangt.

    Auch Außenminister Lawrow äußerte sich kritisch: die VSA müßten die Souveränität Syriens achten und sich bei allen Aktionen mit Damaskus abstimmen, wie es auch Rußland, der Iran und die Türkei tun.

    (Quelle: https://ria.ru/syria/20170619/1496825213.html)

    Hier die Syrien-Militär-Lage-Info vom vergangenen Wochenende:

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  3. luckyhans sagt:

    Nachdem festgestellt wurde, daß die HIMARS-Werfer der VSA-Söldner in Et-Tanf die Stellungen der Daesh-Terroristen nicht errreichen können (wohl aber die der Regierungstruppen), hat der Iran – quasi in Beantwortung des vorgestrigen Abschusses des syrischen Erdkampfflugzeuges, offiziell natürlich als Antwort auf die mörderischen Attentate, die am 7. Juni gegen 10.30 Uhr in Teheran stattgefunden hatten und zu denen sich der Daesh bekannt hatte – gestern ein paar ballistische Raketen auf die vor Der-Ezzor versammelten Daesh-Kräfte abgefeuert.
    (hier dazu das Video: https://cdn.rt.com/russian/video/2017.06/5947d2b6c361881b2e8b479d.mp4)

    Von politisch-militärischen Beobachtern wird vermutet, daß die VSA im Süden Syriens mit Hilfe der FSA eine Art „zweites Kosovo“ aufbauen wollen, also eine abgespaltene Provinz, welche die syrischen und irakischen Verbündeten trennen und eine ständige Operationsbasis für VSA-Truppen im Nahen Osten herstellen soll. Mehr dazu in Kürze in einer Analyse.

    (Quellen: https://russian.rt.com/world/video/401336-video-raketniy-udar-iran-terroristy-siriya und https://russian.rt.com/world/article/401474-iran-raketnyi-udar-ig-siriya-situaciya und https://www.youtube.com/watch?v=icmLl7V2d3A)

    Hier nun die aktuelle Frontberichterstattung aus Syrien:
    19. Juni 2017

    20. Juni 2017

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  4. luckyhans sagt:

    Ein Video vom Vorrücken der Syrischen Arabischen Armee im Osten der Provinz Homs, zur Fortsetzung der Befreiung des Landes von den Daesh-Terroristen – Zielrichtung des Angriffs: der Entsatz von Deir-Ezzor.

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  5. luckyhans sagt:

    … und noch eine Einschätzung von einem Mann, der es wissen muß – dem ehemaligen VSA-Botschafter in Damaskus:
    https://de.sputniknews.com/politik/20170623316302266-us-koalition-mit-kurden-ohne-chancen-auf-erfolg-ex-botschafter/

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  6. […] hatten hier in unseren vorhergehenden Betrachtungen zum Syrien-Krieg einschließlich der jeweiligen ergänzenden Kommentare dazu schon den nicht unbegründeten Verdacht […]

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  7. […] schon die Vermutung geäußert, daß der Syrienkonflikt in eine Umschwungphase getreten ist, und mehrfach dazu den aktuellen Stand skizziert. Heute dazu wieder Neues. Luckyhans, 13. Juli 2017 […]

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