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Weltkrieg? Ach nee…

Entgegen den vielzähligen Unken und „Warnern“, die alle nur Angstmacher sind, kommt nachfolgend ein weiterer aufmerksamer und erfahrener Beobachter der politischen Weltvorgänge zu Wort, der die These, daß ein Weltkrieg nicht kommen wird, auf seine Weise bestätigt.
Und daraus erwächst nicht nur Hoffnung, sondern Zuversicht…

Zumal dieser Herr für die Stammleser kein Unbekannter ist.
© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 3. Juni 2017
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Jakob Kedmi: „Die Welt hat kein Geld für den Krieg“

31.05.2017 – „Der Militär-Industrie-Kurier“, Moskau

Der April und der Mai waren überfüllt mit internationalen Ereignissen, die einen sonderbaren Nachgeschmack hinterließen.
In Moskau waren zu offiziellen Besuchen die Chefin der EU-Diplomatie Frederike Mogerini, danach der Generalsekretär des OSZE Lamberto Sanier. In Sotschi empfing Wladimir Putin Angela Merkel, und bald nach ihrer Abreise telefonierte er mit Donald Trump. Der Kampf gegen den Terrorismus und die Lage in Syrien wurden bei den Verhandlungen des Präsidenten Rußlands mit dem türkischen Kollegen Erdogan erörtert.

Auf Bitte des „MIK“ wird die internationale Lage vom ehemaligen Direktor des israelischen Geheimdienstes „Naativ“, Hn. Jakob Kedmi, analysiert.

Rußland und der Westen erstellen die Grenzen der Präferenzen

Jakob Josifowitsch, was geht in der Welt vor?

Der Westen versucht, die Position Rußlands für die nächsten Verhandlungen zur Herstellung der Neuen Weltordnung abzuklären, welche auf dem Treffen der G-20 beginnen werden, und sich festzulegen, wie weiter zu verfahren sein wird.
(das G-20-Treffen findet im Juli in Hamburg statt; in diesen Tagen ist aber erstmal Befehlsausgabe im Bilderberger-Club in den VSA; wer mag, kann die Biber-Geheimveranstaltung auch gern mit dem Sankt-Peterburger Wirtschaftsforum dieser Tage vergleichen… – d.Ü.)
Die Amerikaner sind nicht nur damit beschäftigt, die Positionen abzuklären, sondern auch mit der Suche nach realen Lösungen einzelner, allerdings nicht der entscheidenden, Fragen.
Völlig natürlich, daß Putin mit dem VSA-Präsidenten gesprochen hat, sobald Frau Merkel Rußland verlassen hatte. Ich denke, er hat Trump von den Ergebnissen dieses Treffens erzählt. Es läuft ein Dialog zwischen den Führern Rußlands und der VSA zu den Hauptproblemen der Welt und Europas.
Und damit da keiner Illusionen nachhängt, versuchen die Seiten, ihren Partnern ihre Meinungen, Bewertungen und Herangehensweisen darzulegen.

Wie kann man den Besuch Merkels erklären? Sie war schon einige (genau 2 – d.Ü.) Jahre nicht mehr in Rußland.

Vor allem wurde über die Ukraine geredet. Die Minsker Vereinbarungen liest jeder so, wie er es für bequem hält. Und nicht nur Moskau und Kiew machen das auf eigene Weise. Rußland und die BRD gehen nicht gleichartig an das Dokument heran.
Jetzt hat sich völlig präzise aufgeklärt, daß die Ordnung der Umsetzung der Minsker Vereinbarungen, auf welcher Deutschland besteht, der russischen direkt entgegensteht. Merkel hat gesagt, daß zuerst die Grenze unter die Kontrolle der ukrainischen Machthaber zu gelangen habe. Das hieße, den Donbass von jeglicher Hilfe abzuschneiden und dessen Bewohner Kiew zum Zerfleischen zu überlassen.
Das entspricht überhaupt nicht dem, was in den Minsker Vereinbarungen aufgeschrieben wurde. Aber das ist die Auslegung Deutschlands, und wie mir scheint, eine völlig unannehmbare.
(falsch: das ist nicht „Deutschlands Auslegung“, sondern der Wunsch der angelsächsischen Globalisten nach gegenseitigem Zerfleischen der Slawen untereinander, den Merkel hier vorgetragen hat; man sieht, wem sie dient – d.Ü.)

Wenn man konkret spricht, dann hat man der Frau Kanzlerin klar die Position Rußlands erläutert und gesagt, daß man diese nicht zu ändern gedenkt. Der Versuch Merkels, auf dem Prozeß Einfluß zu nehmen, ist gescheitert.

Und die anderen Besucher?

– Die versuchen abzuklären, was der Präsident Rußlands will, und zu bestimmen, wie seine heutige Position ist.

Wie sind Ihrer Meinung nach die Perspektiven der Beziehungen zu den VSA?

Es werden Kontakte geknüpft, das hat das Treffen der Vertreter der Mächte und der syrischen Opposition in Astana gezeigt. Die Vereinigten Staaten haben die dort getroffenen Beschlüsse begrüßt, halten diese für konstruktiv und hoffen darauf, daß sie helfen, das Blutvergießen zu beenden und Frieden in Syrien zu schaffen.
Das ist schon ein großer Schritt im Vergleich mit der Position der vorherigen Administration.

Hier scheint ein ernsthaftes Modell der Lösung der syrischen Krise durchzuscheinen. Rußland hat Schritte in Syrien geplant und sich darüber mit seinen Partnern zur Problemlösung – der Türkei und dem Iran – ausgetauscht. Es hat die Zustimmung der Regierung der Syrischen Arabischen Republik, der UNO und der VSA (???) bekommen.
Sowas gab es noch nie. Das ist das Ergebnis der schrittweisen Suche einer gemeinsamen Grundlage, welche die Situation im Lande konstruktiv verändern kann.

Aber völlig gesetzmäßig ist die Frage: wie ist die Position der VSA, denn nicht nur den Gegnern, sondern auch den Verbündeten Amerikas (Israel?) sind bisher die Stimmungen des Präsidenten Trump und seine weitere Politik unklar?

Der erste Schuß kostet die südkoreanische, chinesische und japanische Wirtschaft mindestens drei Billionen Dollar”

Die Amerikaner säbelrasseln mit den Flugzeugträgern im Südchinesisschen Meer, haben mit Flügelraketen den syrischen Flugplatz beschossen ohne jegliche Untersuchung des Vorfalls (mit den Chemiewaffen – d.Ü.). Wie kann ein produktiver Dialog zwischen Moskau und Washington in solch einer Lage entstehen?

Man muß verstehen, was die VSA sind, und daß deren Politik dort vom Präsidenten bestimmt wird. Die Arbeit der Kongressmen ist mehr auf den Wähler ausgerichtet, auf diejenigen, die sie finanziert haben. (das sollen die Wähler sein? die wahren Finanziers sind die Sponsoren, Partei“freunde“ und der reiche Klüngel – d.Ü.)
Ein Beispiel dazu: aus populistischen Erwägungen haben sie schon lange ein Gesetz angenommen, das die Machthaber des Landes verpflichtet, Jerusalem als Hautstadt Israels anzuerkennen und dorthin die Botschaft zu verlegen. Das Gesetz wurde mit einem Veto belegt. Und jeder neu gewählte Präsident hat dieses Veto verlängert.
Es gibt noch ein Dutzend populistischer Gesetze, die nicht in Kraft treten.

Was den Beschuß des syrischen Flugplatzes mit Raketen betrifft: Trump hat dem Land – seinen Wählern und Gegnern – demonstriert, daß er ein Präsident ist, der ernsthafte Entscheidungen trifft, daß er fähig ist, Stärke zu zeigen. Wobei er sich sehr darum gesorgt hat, daß in Rußland alle das richtig einschätzen, er hat Moskau vorgewarnt. Daß dies ein einmaliger Schritt ist und man nicht zuviel darauf geben sollte.
Was hat Rußland gemacht: es hat das zur Kenntnis genommen, aber nicht reagiert.
(und dies ist ein weiterer Beweis dafür, daß all diese Vorgänge auf beiden Seiten nur der Polit-Show dienen – der Ablenkung der Menschen auf dem ganzen Planeten von den tatsächlich wichtigen Dingen: zu einem klaren Selbstverständnis zu kommen – d.Ü.)
Demselben Ziel dient die Machtdemonstration in Asien. Das Problem Nordkorea können die VSA nicht lösen.

Warum?

Sie haben nicht die Möglichkeit, die Machthaber in Pjöngjang zu stürzen oder die KVDR anzugreifen. Weil das vor allem China nicht zulassen wird. Ein vereintes Korea unter amerikanischem Einfluß ist für China gefährlicher als VSA-Militärbasen bei Wladiwostok.
Aber noch mehr Angst vor einer Vereinigung der RK und der KVDR hat man in Japan. Für die ist das ein ewiger Schrecken. (aber nur im alten Machtdenken – d.Ü.)
Also kann man weder die KDVR besetzen noch das Regime dort wechseln. Der erste Schuß kostet die südkoreanische, chinesische und japanische Wirtschaft mindestens drei Billionen Dollar.

Auf dem Territorium Südkoreas gibt es 25 Atomkraftwerke. Wer die Fähigkeiten der KVDR kennt, darunter auf dem Gebiet der Diversion, kann sich vorstellen, was passiert, wenn einige davon angegriffen werden. Fukushima wird dagegen wie ein Kinderspiel erscheinen.
Ich will gar nicht von den zwölf oder dreizehn Atombomben reden, welche die Nordkoreaner haben. Unabhängig davon, welche Träger-Möglichkeiten sie haben, darf man nicht negieren, daß eine oder zwei davon auf dem Territorium Japans oder auf einer der amerikanischen Flugzeugträger-Basen explodieren könnte.

Also bezüglich Nordkoreas können die VSA gar nichts machen. Der amerikanische Präsident hat einfach seine Macht und Entschlossenheit gezeigt. (die worin besteht? im Theaterdonner? – d.Ü.)
Nicht nur das, er hat auch versucht, den Anschein zu erwecken, mit dem chinesischen Chef eine gemeinsame Lösung für das nordkoreanische Problem zu haben.
Es hat sich gezeigt, daß
dies so nicht ist.
Die Chinesen haben die Kriegsvorbereitungen der VSA verurteilt und gefordert, die Luftabwehrsysteme aus Südkorea abzuziehen. Dem hat sich Rußland angeschlossen. Peking hat einen durchaus logischen Vorschlag gemacht, wobei der mit Pjöngjang abgestimmt ist. Er wiederholt präzise die früher in den Verhandlungen mit dem Iran erreichten Ergebnisse: die KVDR verpflichtet sich, die Entwicklung der Atomwaffen zu stoppen, wenn die VSA die THAAD-Luftabwehrsysteme aus der RK zurückzieht und die Manöver mit der südkoreanischen Armee stoppt, die auf einen Einfall im Norden ausgerichtet sind.

Das bedeutet, daß…

– … die Rede gar nicht von einer Atomwaffen-Abrüstung Nordkoreas ist. Nein, sie sagen: wir stoppen die Neuentwicklungen, wir werden keine Tests mehr durchführen, aber ihr verpflichtet euch, uns nicht anzutasten. Auf diese Weise hätten die Atomwaffen ihre Rolle schon gespielt, in dem sie die KVDR absicherten.
Die Amerikaner haben keine große Wahl. Gegen die KVDR loszuschlagen gegen den Widerstand Rußlands, Chinas, Japans und Südkoreas können sie nicht.

Die VSA wollen die fernöstlichen Seehäfen kontrollieren. Wie realistisch ist das?

Das Unterhaus, der Kongress der VSA hat einen Gesetzesentwurf angenommen, der im Kontext der Durchführung von Sanktionen gegen die KVDR der Administration die Möglichkeit gibt, die russischen fernöstlichen Seehäfen unter ihre Kontrolle zu nehmen. Aber ein Kongreßbeschluß verpflichtet niemanden zu etwas, auch nicht den amerikanischen Präsidenten. Das ist wieder ein Spiel für das Publikum.
Aber ein realer Versuch, fremde Häfen zu kontrollieren – das ist der Beginn des Krieges. Ich sehe keine Situation, bei der China oder Rußland, und schon gar nicht Nordkorea, einem ausländischen Staat gestatten, ihre Häfen in inspizieren oder Schiffe zu durchsuchen. Also ist nicht ganz verständlich, wie dieses Gesetz umzusetzen wäre. Es wird kaum ein amerikanischer Präsident unterzeichnen, und die amerikanische Flotte wird kaum den Wunsch der Kongressmen erfüllen.
(also auch hier nur Theater? was soll man von solchen Spielchen halten? – d.Ü.)

Die Krisen der Welt und deren mögliche Lösung

Merkel hat im Gespräch mit Putin versucht, seine Position nicht nur zu den europäischen Fragen aufzuklären. Will die BRD auch ihren Platz in der Nahostregelung erhalten?

Trump versucht, die Nato zu zwingen, sich in die Lage im Irak und Syrien einzumischen, um von seinem Land die materielle und finanzielle Belastung abzugeben. Wer widersetzt sich den Versuchen, die Allianz in den Nahen Osten reinzuziehen?
Vor allem Frau Merkel. Die Machthaber der Allianz-Mitglieder meinen: jedes Land entscheidet selbst, wie es sich im Nahostprozeß beteiligt. Die Engländer haben Flugzeuge geschickt. Die Franzosen haben mit ihrem einzigen glücklosen Flugzeugträger dort herumgespielt.
Die VSA wollen, ausgehend davon, daß sie weniger Kraft haben als die übernommene Last erfordert, einen Teil der Verantwortung und der militärischen Ausgaben auf die Nato umlegen. Aber die EUropäer sind dagegen. Die Nato als Organisation des einigen EUropa ist nicht scharf darauf, sich in die Angelegenheiten dieser Region einzumischen.
(eine scheinbar interessante Aussage: „die Nato als Organisation des einigen EUropa“ – ganz sicher ist Kedmi nicht naiv und weiß, daß die Nato stets von VSA-Generälen kommandiert wird: wen sollen solche Sprüche in die Irre führen? – d.Ü.)

So hat Merkel versucht herauszufinden, wie Putins Position zum Nahen Osten ist, um selbst zu bestimmen: noch ein Feld der Konfrontation mit Rußland suchen oder zusammenarbeiten?
Und dann: sie wissen noch nicht, wieweit die Interessen der VSA und EUropas in diesem heißen Punkt übereinstimmen. Die politische Symbiose Washingtons und Brüssels wird wahrscheinlich gestört: nicht alles, was die Amerikaner tun, wird den Europäern gefallen. Und wohl auch umgekehrt.
(erneut so eine sonderbare Aussage – bekanntlich ist die EU ein CIA-Projekt: wie sollte sie sich wirklich gegen amerikanische Interessen stellen wollen? oder steht die CIA nur noch im Dienste der Globalisten? – d.Ü.)

Und dann: wie einig ist sich die EU und was kann sie sich leisten? Nachdem die EUropäer sich in die Krise in der Ukraine reingehängt haben, denke ich nicht, daß viele Länder froh darüber sein werden, sich noch eine Konfrontation aufzuladen. Sie haben andere Sorgen – jetzt entscheidet es sich, wie das EUropa der Zukunft aussehen wird. Das endgültige Bild wird sich nach den Wahlen in Deutschland aufklären.
(ja, immer schön auf die Zukunft verschieben: was bitte soll sich aufklären? Die Unfähigkeit der selbsternannten EU-„Eliten“, eine akzeptable europäische Zukunft zu gestalten? die ist doch schon lange offensichtlich… – d.Ü.)

Kann die Aufteilung des Territoriums Syriens in Einflußzonen als Aufgeben des Assad-Regimes durch Rußland vorgestellt werden?

Im Gegenteil. Rußland hat aus dem Bereich der Kampfhandlungen die Territorien mit Zivilbevölkerung und die Regionen herausgeführt, die bereit waren, ein Waffenstillstandsabkommen zu unterzeichnen. In diesen Zonen wird jetzt ein solcher politischer Prozeß beginnen wie auch in ganz Syrien.
Im Bereich der militärischen Handlungen sind nur die terroristischen Organisationen verblieben. Diese Entscheidung führt zur Normalisierung der Lage. Rußland geht nicht fort aus Syrien. Diese Entscheidung schwächt nicht die rechtmäßige Regierung in Damaskus, sondern stärkt sie, und befreit die Armeekräfte, die der Verbündeten Assads und der russischen LKS, für die Konzentration der Schläge gegen die Terroristen.

Wird der Ausgang der Wahlen in Holland, Österreich, Frankreich, Deutschland keinen Einfluß haben auf die europäische Krise? Oder wird sie sich vertiefen?

Natürlich, da nicht klar ist, inwieweit die in den EU-Ländern an die Macht (???) gekommenen Politiker damit fertigwerden können.
Die erfolglose Politik (sprich: die weitgehende Unterwerfung unter die Globalisten – d.Ü.) der drei letzten Präsidenten Frankreichs hat dessen Wirtschaft zum jetzigen traurigen Zustand geführt.
Und die Zukunft verspricht den Franzosen nichts Gutes. Das Land kann noch – der Trägheit folgend – die sich schon abgelaufene Politik fortsetzen, die Veteranen sind hinreichend stark, um an der Macht zu bleiben, aber sie können nicht den Gang der Ereignisse ändern, die Dynamik und Dialektik der Entwicklung.
Daher kommt die Zeit der Veränderungen.
In Frankreich ist Marine LePen eine legitime Präsidenten-Kandidatin geworden und es haben Millionen Bürger für sie gestimmt. Es ist genau das geschehen, was niemals da war: es verändert sich die politische Geografie.
EUropa steht vor ernsthaften Problemen und wird sie lösen müssen, indem es die Innen- und Außenpolitik verändert.
(da habe ich aber starke Zweifel, ob die jetzigen Strukturen der Macht in dieser EU dazu überhaupt in der Lage sind; eher verknöchert dieses Gebilde weiter in seinen fremdgesteuerten, nicht legitimierten Ritualen, als daß von DORT eine Veränderung gestaltet werden könnte; genau Gleiches trifft für die „Schwergewichte“ der EU zu: Frankreich und „Deutschland“ – vom aus der zerfallenden EU fliehenden Großbritannien ganz abgesehen – d.Ü.)

Alle Vorgänge in der Welt zeugen von der Krise des Kapitalismus, der bürgerlichen Gesellschafts- und Wirtschaftsformation, ist es nicht so?

Die Aufspaltung der Gesellschaft in Schichten hat schon längst den kritischen Punkt durchlaufen.
Das persönliche Vermögen der reichsten Leute, die einen unbedeutenden Anteil an der Bevölkerung haben, wächst schlagartig.
Die Anzahl der Armen, Habenichtse, Ausgeschlossenen in der Welt wächst ständig, und das ist ein riesiges soziales Problem.
Wenn in China die Lage viel besser ist (???) und in Rußland noch einigermaßen auszuhalten im Vergleich mit dem, was gewesen ist, so sieht es in anderen Ländern viel weniger stabil aus.
Auch das Hinundher mit den Führern – Leuten, die auf den Olymp gehoben werden und dann auf die politische Müllhalde wandern, weil sie völlig inadäquat und unfähig sind, – spricht dafür.
Wir sehen einen Konflikt zwischen der Gesellschaft und den Machteliten in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, den VSA. Und weiter beginnen schon die Konflikte zwischen den Ländern, es werden deren ständig mehr als früher.

Die Widersprüche können entweder über Revolutionen gelöst werden, oder über die Liquidierung der bürgerlichen Gesellschafts- und Wirtschaftsformation, oder über einen globalen Konflikt. Welche der Varianten ist möglich?

Kann man etwas wertvolles erschaffen, indem man zerstört? Nicht immer. Wie sagt man in Rußland: zerstören ist nicht aufbauen.
Sehr oft verwandelt sich die Revolution in eine Revolte, eine Meuterei – eine sinnlose und gnadenlose.
Heute haben die Eliten keine Vorstellung, wie die Zukunft zu gestalten ist.
(womit sich die heutigen „Eliten“ selbst komplett disqualifizieren – d.Ü.)
Außerdem sind die Menschen nicht mehr bereit, für Ideen zu sterben wie das noch vor hundert Jahren war. Sogar die völlig verrückten warschauer Machthaber wissen sehr genau: die Polen wollen für nichts mehr sterben.
Am wenigsten sind die Amerikaner gestimmt, Krieg zu führen – dort will niemand, daß seine Kinder für die Ukraine, Syrien oder Korea sterben.

Und es hat ja auch keiner das Geld für einen Krieg, das sind doch ganz verrückte Ausgaben. (welche die Globalisten leicht über die Notenpresse oder die endlose Zahlengeneration im Computer „finanzieren“ können, da irrt Herr Kedmi wohl – d.Ü.)
Die ersten zwei Weltkriege sind passiert, als noch Finanzierungsquellen vorhanden waren. (dies geht vom alten Denkmodell der Staaten/Länder aus; wenn man die tatsächlichen Verhältnisse der modernden Klassengesellschaft – globalistische Superreiche gegen wenig Besitzende und Besitzlose – betrachtet, dann gibt es heutzutage durchaus Profiteure an jedem Krieg
Außerdem ist es heute nicht mehr möglich, daneben sitzen zu bleiben – es werden alle Krieg führen, und es wird keiner daran gewinnen. Alle werden verlieren.
(dieses Argument ist stichhaltig: sobald es einen Weltkrieg gibt, wird dieser auch die Grundlagen der Profitmacherei zerstören – der Fluch der Globalisierung erreicht deren „Gestalter“ und zeigt erneut deren Kurzsichtigkeit – d.Ü.)

Trump will sich bezüglich der Ukraine nicht festlegen. Frankreich bleibt dem Normandie-Prozeß gleichgültig. Im Vierer-Format ist nichtmal Deutschland für die Ukraine, nur Frau Merkel. (!!)
Angenommen die Führung Rußlands stellt die internationale Öffentlichkeit vor den Fakt des Genozides des Volkes im Donbass und äußert den Wunsch, mit ein paar Salven der „Kaliber“-Raketen die Freiwilligen-Bataillone der ukrainischen Faschisten zu belegen. Was meinen Sie, ist das ein reales Szenario?

Nein. Vor allem deshalb nicht, weil niemand in der Welt sich für Fakten interessiert. Dem Westen sind sie völlig schnuppe.
Die Ukraine zu unterstützen, um Rußland zu schwächen, war eine politische und strategische Entscheidung. Nun lautet die Frage anders: hat das geklappt oder nicht? Gibt es Kräfte, welche die Konfrontation in der Ukraine unterstützen und dort absolut ergebnislos Milliarden investieren, die sich wohl nirgends mehr anfinden?
(auch hier äußert sich Herr Kedmi sehr „dialektisch“: denn natürlich kann soviel Schein-Geld bereitgestellt werden wie nötig, ohne Limit; weil Druckerpresse und Computer eine endlose Schein-Geld-Vermehrung zulassen – selbstverständlich mit der Folge der weiteren Schein-Geld-Entwertung, aber „wen interessieren schon Fakten“? -, und auch der Mechanismus der Umsetzung in die Konflitkzonen über die sog. NGOs und NKOs ist „eingespielt“ und funktioniert; und auch die verschleiernde Polit-Show, um uns in der Illusion zu halten, daß das alles „ganz gesetzlich“ abläuft, wird fleißig angeheizt, mit formalen Trump-Befehlen und unverbindlichen „populistischen Kongreß-Beschlüssen“ – siehe oben;
was also sollte die Globalisten davon abhalten, weiterhin die Brandherde der Welt am schwelen zu halten?
der Neid oder Ärger über die schamlose Bereicherung der ukrainischen und anderen Marionetten? deren Geld kann doch jederzeit wieder „abgesaugt“ werden, die es gegenwärtig bei den geflohenen „russischen Oligarchen“ in London geschieht – d.Ü.)

Die Frage nach der Zukunft der Ukraine wird zwischen Washington und Moskau entschieden, wenn jede der Seiten die Grenzen ihrer Präferenzen bestimmt. Rußland weiß, was es von der Ukraine braucht und was es Kiew nicht erlauben wird.
Vor allem wird es keine Anwesenheit von Militär-Kontingenten anderer Länder zulassen. Ausländische Basen wird es dort nicht geben, das ist schon klar.
Die Ukraine unterhalten/finanzieren? … Moskau hat die (eigene) Wirtschaft so ausgerichtet, daß sie schon fast nicht mehr von Lieferungen von dort abhängig ist. Und Kiew hat seine Wirtschaft zerstört.

In den Machtstrukturen der Ukraine gibt es diese Stimmung: der Westen hat uns verlassen, und die Russen werden uns nicht verzeihen…

Die Wiedergeburt der ukrainischen Wirtschaft kann nur über die Wiederherstellung der Verbindungen mit Rußland geschehen. Aber die politischen Strukturen, die heute in der Ukraine am Steuer stehen, sind dazu nicht fähig.
Deshalb werden die Ereignisse hier über die Brechung der Macht laufen – das ist unausweichlich und kann zu einem großen Blutvergießen führen. Aber es wird niemand seine Soldaten in die Ukraine schicken.
Und das Schicksal des Landes werden die Streitkräfte bestimmen müssen, die sich bereits dort befinden.

Das heißt Novorossija?

Ja, Novorossija. Es existiert und ist militärisch handlungsfähig. Und es wird sich niemand einmischen. Auch Rußland nicht.
(auch hier bleibt Kedmi im Rahmen der „offiziellen“ Vorstellungen; denn es ist für alle, die wissen wollen, ein offenes Geheimnis, daß sich nach wie vor viele Hundertschaften westlich gesteuerter Söldner und auch Nato-Sondereinheiten – einschließlich des KSK der Bundeswehr – in der Ukraine „tummeln“ und tief in den Konflikt involviert sind; falls diese nicht bald abgezogen werden, kann es dort ein mörderisches Schlachten geben, aber vielleicht wachen ja so die Menschen im „Westen“ endlich auf… – d.Ü.)

Wie stark ukrainisiert (im Sinne einer Majdan-Bereitschaft) ist die russische Gesellschaft?

Es gibt keinerlei Verbindung zwischen dem russischen Politikum und der Gesellschaft mit dem, was in der Ukraine vor sich geht. Ich kenne sowohl die eine wie die andere Seite ausgezeichnet, auch von diesem Standpunkt aus.
Heute ist das Korrumpiertheitsniveau der russischen Machthaber, das vom Standpunkt der Bürger aus gesehen unerträglich ist, in keiner Weise vergleichbar mit dem, was in der Ukraine vor sich gegangen ist und weiter geschieht.

Jakob Kedmi – das Gesprüch führte Mark Sorin.

Quelle: https://vpk.name/news/182930_yakov_kedmi_v_mire_net_deneg_na_voinu.html

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Lassen wir unseren Juden russischer Herkunft bei seinen Einschätzungen – es mag sich jeder selbst Gedanken machen, inwiefern er damit richtig liegt. Mir scheint, daß durchaus präzise und bedenkenswerte Hinweise in seiner Analyse enthalten sind. Das kann aber gern jeder sehen, wie er mag.
Nach meinem Verständnis ist im Ganzen der erneute Beweis erbracht, daß bis auf weiteres ein Weltkrieg nicht geführt werden wird.
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Hier sei nochmal auf etwas hingewiesen, woüber ein Nachdenken lohnt. Und zwar auf den Begriff des Vermögens.
Denn neben „Reichtum“ beinhaltet das Wort ja auch „die Fähigkeit, etwas zu bewegen, zu gestalten“.
Was sich beispielsweise in dem (bis heute weitgehend nur auf dem Papier stehenden) Gebot niederschlägt, daß (zwar nur der immobile Teil des Vermögens, aber immerhin) das Eigentum der Allgemeinheit zu dienen habe.

Wie wäre es denn, zu fordern und grundlegend festzulegen, daß JEGLICHES Vermögen der Allgemeinheit zu dienen habe?
Und daß der Aufbau von Vermögen mit Verpflichtungen verbunden ist?

Zum Beispiel der freiwilligen (!) Finanzierung von wirklich gesellschaftlich nützlichen Einrichtungen und Anlagen (nicht versteckt privat nützlichen, wie geschlossene Golfclubs oder ähnliches) – wie zum Beispiel Schulen und gute Lehrer?
Oder Schwimmhallen und Freibäder, oder Theater und Konzerthäuser, Orchester und Schauspielgruppen, Sportvereine usw.?
Vielleicht könnte auf diesem Wege eine gleichmäßigere Verteilung des Reichtums noch für nützliche Folgen sorgen?

Und selbstverständlich ohne Einfluß auf die inhaltliche Gestaltung der jeweiligen Einrichtungen – „wer zahlt, schafft an“ muß da schon der Vergangenheit angehören.
Nur mal so als Denkstupser…

LH


1 Kommentar

  1. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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