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Syrien – die Sachlage

Heute nun, am Montag dem 28. 9.2015, wird der russische Präsident Wladimir Putin vor der UNO-Generalversammlung sprechen und seinen Plan für die Regelung im Nahen Osten darlegen. Er hat ihn vorher mit allen unmittelbar Betroffenen nochmals abgestimmt: mit der Regierung Assad über seine Vertreter vor Ort in Syrien, mit dem israelischen Regierungschef Netanjahu am 21.9. in in Novo-Ogarjowo, mit Palästinenser-Chef Abbas am 22.9. in Novo-Ogarjowo, mit dem türkischen Präsidenten Erdogan am 23.9. in Moskau, mit dem Nationalen Sicherheitsrat am 25.9. in einer speziellen Beratung, mit dem saudi-arabischen König Salman ben Abdel Aziz Al Saud am 26.9. in einem Telefongespräch.

In Ergänzung zu unserer ausführlichen Betrachtung sollen hier die Ausgangspositionen klargestellt werden, denn es wird erwartet, daß das Engagement Rußlands in Syrien nun über die traditionellen Waffenlieferungen hinausgehen wird.

Rußland hält sich an die völkerrechtlich gültige, aus dem Dreißigjährigen Krieg und dem „Westfälischen Frieden“ von 1648 stammende Definition der Souveränität, daß innerhalb der nationalen Grenzen die jeweilige Regierung volle Handlungsfreiheit hat, und die jegliche Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten ohne Einwilligung der rechtmäßig gewählten oder an der Macht befindlichen Regierung strikt ablehnt.
Dieser Standpunkt wird weltweit von den vielen Ländern geteilt, darunter von China.

Dagegen sind die VSA (und natürlich auch deren Vasallen) jederzeit bereit, in anderen Ländern zu intervenieren, wenn sie „die Menschenrechte, Freiheit und Demokratie gefährdet sehen“ – wo das wann der Fall ist, legen sie natürlich mit Hilfe der ihnen weitgehend hörigen UNO selbst fest.

Dabei soll nach Meinung des VSA-Professors Charles Ziegler von der Universität Louisville (aus 2012) angeblich Europa (gemeint ist wohl die EU-Bürokratie) noch „kosmopolitischer“ und postmoderner denken und sich noch weiter vom traditionellen Konzept entfernt haben – diese „zeitgemäßere“ Anschauung sei „Liberalen und Neokonservativen“ eigen und würde „der einheitlichen Meinung der Internationalen Öffentlichkeit entsprechen“. (wer mag damit gemeint sein?)
Diese „begrenzte Souveränität“ (
das sagt er nicht: die uns von den VSA-Besatzern aufgezwungen wurde – und die in Wahrheit gar keine ist – „begrenzt schwanger“ geht ja auch nicht) sei durch humanitäre Überlegungen begründet. (?)
Und die VSA-Administration befände sich etwa in der Mitte zwischen der traditionellen und der postmodernen Anschauung – dort wo sich „Realisten und Isolationisten“ träfen.

Die traditionelle Ansicht sei eher diktatorischen Regimes eigen – als Mittel zur Selbsterhaltung, das nicht unbedingt den Interessen des Volkes entspricht…

Und natürlich sei der VSA-Standpunkt moderner und „anziehender“ – auch die UN-Vollversammlung 2005 hätte eine „Verantwortung für den Schutz“ postuliert (über die bis heute noch gestritten wird) – Rußland wie auch China sahen damals eine internationale Einmischung als „Ausnahme“ an. Auch ist das reale Leben komplizierter als diese Postulate.

Ganz nebenbei wird unterschlagen, daß die EU nur ein Vasall der VSA-Administration ist – genauso wie die UN (und IWF und Weltbank ebenso) – sie alle dienen denselben Herren: der internationalen Finanzoligarchie.
Und die angeblich so „fortschrittlichen“ und „humanen“ Ansichten der EU sind nichts weiter als eine Zweck-Lüge, um die entsprechenden ideologischen Randbedingungen zu schaffen, die „von höherer Stelle erwünscht“ sind.
Und dabei ist man sich offenbar nicht zu fein, auch „verfeindete“ religiöse Fanatiker extremer Art für seine Ziele zu benutzen.

So ist der VSA-Standpunkt in der Tat nichts weiter als ein „scheinmenschliches“ Mäntelchen für beliebige Aggressions-Handlungen gegen alle anderen Länder, die sich nicht gegen die Übermacht der VSA/NATO wehren können – also gegen alle außer Rußland, China und vielleicht noch Indien.
Und egal welche Verrenkungen der gute Prof. Charles noch anstellen würde – Postulate und Lügen werden nicht richtiger und wahrer dadurch, daß sie möglichst oft und in unterschiedlicher Ausdrucksform wiederholt werden…

Beispiel Libyen:
Medwedjew, der damalige Präsident, hatte 2011 die militärische Einmischung in Libyen mitgemacht – gegen den erklärten Willen Putins, der darin einen „neuen Kreuzzug“ gesehen hatte und auch heute noch diese Maßnahme als Fehler ansieht.
In Libyen herrscht heute nach wie vor komplettes Chaos – das (unter dem „bösen Diktator“ Ghadaffi) fortschrittlichste Land Afrikas, mit kostenloser Volksbildung, kostenlosem Gesundheitswesen, kostenlosem Wohnraum und staatlich gestützten Krediten für junge Familien u.a.m. ist herabgesunken zu einer Hölle, in der jeder Stamm jeden anderen bekriegt und die Zivilbevölkerung sinnlos dahingemetzelt wird – wie in Zeiten des römischen Reiches.
Die Syrische Situation heute ist aber viel schlechter als damals die libysche – der Flüchtlingsstrom ist dafür beredtes Zeugnis. Putin hält diesen bekanntlich für eine Folge der westlichen Einmischung.

Kommen wir nun zur Betrachtung der momentanen Interessenlage.

1. VSA-Interessen in der Arabischen Republik Syrien

An erster Stelle steht erklärtermaßen die Ablösung Assads, auch wenn nirgends klar gesagt wird, was danach folgen soll – angeblich würden die Islamisten dann „verschwinden“.
Wenn man sich die Karte anschaut, dann wird auch klar, wohin sich die Extremisten wenden werden: gegen den Iran und in der Folge über den Kaukasus und Zentralasien nach Rußland, der Rohstoffquelle der Welt in der Zukunft.

Islam going Rus

Die einfache Rechnung der VSA-Strategie ist also, neben der Ukraine die Südflanke des offen zum Feind erklärten Rußlands weiter östlich genauso aufzuweichen – was Anfang August 2008 mit der mißglückten Aggression Georgiens nicht geklappt hatte, soll nun auf diese Weise bewerkstelligt werden.

Das alles natürlich unter dem Vorwand, religiöse Freiheit zu fördern sowie Freiheit und Demokratie zu verbreiten – wie immer.
Was in muslimischen Ländern herauskommt, wenn man ihnen diese angeblichen „westlichen Werte“ gewaltsam aufzudrängen versucht, kann am Beispiel Libyens und des Irak, aber auch Afghanistans recht klar betrachtet werden.

Da die hinter der VSA-Administration stehenden Kräfte das auf jeden Fall wissen, muß davon ausgegangen werden, daß genau dies beabsichtigt ist: die möglichst weltweite Verbreitung von Chaos, Willkür und Gewalt, woraus man dann die Neue Weltordnung zu gestalten gedenkt – „ordo ab chao“ – „Ordnung aus dem Chaos“, wie es so schön verkündet wird.
Witzigerweise widerspricht das exakt dem zweiten Hauptsatz der schulwissenschaftlichen Thermodynamiki, der ausschließlich die umgekehrte Bewegungsrichtung kennt: von der Ordnung zum Chaos.

Oder sind das vielleicht nur die „Vorhänge“ vor den Vorhaben, und in Wirklichkeit soll ein weltweites „Jahrzehnt der Gewalt“ eingeleitet werden, zwecks Reduzierung der Menschheit auf unter 10% (die Georgia Guidestones lassen grüßen)?
Man weiß es nicht…

2. Rußlands Interessen in Syrien

Rußlands staatliche Interessen fallen großteils mit denen der syrischen Regierung zusammen – die Schwächung der ISIS-Extremisten-Gruppierung. Deshalb auch die Unterstützung für die Regierung Assad, da diese die wohl einzige reale Kraft ist, welche verhindert, daß die ISIS-Extremisten das gesamte Gebiet von der iranischen Grenze bis zum Ufer des Mittelmeeres unter ihre mörderische Kontrolle nehmen – mit ungeahnten menschlichen Opfern und Leiden bzw. einer vielfach größeren Flüchtlingswelle.

Die Gefahr, daß über den Kaukasus und Zentralasien am Ende Rußland das Ziel der Extremisten sein wird, ist durchaus real – in wessen Interesse auch immer dies vor sich gehen mag.
Dabei ist zu berücksichtigen, daß Rußland ein Multinationen-Staat ist, der eine ganze Reihe von muslimischen Nationalitäten beinhaltet. Und mit einigen von ihnen haben die Russen in ihrer Landesgeschichte durchaus nicht nur gute Erfahrungen gemacht.
Rußland wird also alles tun, um dieser Gefahr zu begegnen.

3. Mögliche Entwicklungen in Syrien

Ein momentan zwar nicht absehbarer, aber theoretisch möglicher Sieg der sog. „gemäßigten Opposition“ über die Regierung Assad würde mit Sicherheit ISIS nicht aufhalten können – hier würde ähnlich wie in Afghanistan Ende der 1990er Jahre (wo die gegen Rußland siegreichen Mudshaheddins recht bald von den Taliban vertrieben wurden) recht bald ein erneuter Machtwechsel stattfinden – mit den von Rußland befürchteten Konsequenzen.

Denn die sog. „gemäßigte Opposition“/Koalition ist auch nur ein Konglomerat von unterschiedlichen bewaffneten Banden, die nicht nur gegen die Regierung kämpfen, sondern auch gern mal gegeneinander. Die bisher fehlenden Ergebnisse ihres Kampfes lassen es als sicher erscheinen, daß sie den CIA-gesteuerten ISIS-Extremisten auf Dauer keinen nennenswerten Widerstand entgegensetzen könnten – egal wie stark eine „internationale“ Unterstützung wäre.

Ein sofortiger oder späterer Sieg der ISIS-Extremisten würde nicht nur das entsprechende Personal-Potential für die weitere Ausdehnung der terroristischen Einflußzone auf den Iran, die ehemaligen Sowjetrepubliken in Asien und in der Folge auch auf Rußland freimachen, sondern es würden damit auch die wirtschaftliche Eigenständigkeit des danach anzuerkennenden (?) islamischen Kalifats eintreten, in dem die Erdöllagerstätten und die entsprechenden Pipelines dann „ganz offiziell“ den terroristischen Kräften zugeordnet wären.

Und das Beispiel Libyen zeigt, daß der Westen keinerlei Skrupel hat, auch zivilistenblut-beflecktes Öl von beliebigen Anbietern zu kaufen – daher würden (bei dann wieder steigendem Ölpreis) die Einnahmen für die ISIS-Extremisten stärker sprudeln und weitere Waffen-Anschaffungen und Kriege wären die unmittelbare Folge.
Denn der dogmatische Islam ist absolut keine friedliche Religion, wie manche Volksverhetzer immer behaupten: auch er sieht einen erbarmungslosen Kampf gegen alle Andersdenkenden vor, der von Allah so vorgeschrieben sei – „Allahu akbar“ – erinnert uns an den Schlachtruf der Kreuzritter vor 1000 Jahren: „Gott will es“…

Hier nun zeigen sich deutlich die Parallelen der drei Wüsten-Religionen (oder sollte man besser schreiben: der drei wüsten Religionen?) – der Anspruch auf absolute Monopol-Stellung und unbedingte Führung gegenüber allen Andersgläubigen und -denkenden, der mehr oder weniger explizit von allen dreien verkündet wird.
Ja, auch das Christentum hat mit seinen Bekehrungen in Südamerika und Asien nicht gerade Ruhmesblätter beschrieben, und über den grenzenlosen Hochmut des „auserwählten Volkes“ gegenüber den Gojim brauchen wir wohl nicht weiter reden.
Die Folgen für alle Menschen jeweils anderer Konfession unterscheiden sich nur marginal: Unterdrückung, Ausbeutung, d.h. Tod – entweder gleich oder später.

Und auch Europa (nicht nur die EU) würde sicherlich da nicht verschont werden – schon sind erste Haßprediger des Islam dabei, die sog. „Flüchtlinge“ – damit meine ich den überwiegenden Anteil, nämlich diejenigen, die NICHT auf der Flucht vor Bürgerkrieg und Abschlachten sind, sondern die hier andere Ziele verfolgen – auf einen „Heiligen Krieg“ gegen alle Andersgläubigen, egal wo auf der Welt, einzustimmen.

Insofern bestehen die wahren Interessen der europäischen Völker ebenso wie die Rußlands in einer möglichst vollständigen Beseitigung der islamistisch-terroristischen Gefahr.
Bekanntlich neigen grundsätzlich gewaltbereite Menschen erst dann zu Gesprächen über eine friedliche Lösung von Konflikten, wenn ihre Siegeschancen drastisch „eingeschränkt“ wurden – so wird es wohl auch mit den ISIS-Extremisten sein – falls es überhaupt möglich ist, mit ihnen tragfähige Abmachungen zu treffen.

Und wir wollen nicht überheblich sein – auch die „westliche Gemeinschaft“ ist noch (und zwar gewiß solange ihre „Führungen“ unter dem Einfluß der internationalen Finanzhaie stehen) jederzeit bereit, sobald sich die Verhältnisse ein wenig gewandelt haben, getroffene Vereinbarungen über Bord zu werfen.

4. Wo steht wer

Die von den VSA, der Türkei und einigen arabischen Ländern unterstützten Oppositionsgruppen (zur Zeit stets als Kampfverbände organisiert) sind hauptsächlich in den vormals gut besiedelten und wirtschaftlich starken Regionen des Landes tätig, so in den Provinzen Aleppo, Homs und rund um Damaskus.
Sie sind momentan eher ein zusätzlicher Störfaktor, da sie wichtige Regierungskräfte binden, die für den Kampf gegen die ISIS-Extremisten benötigt werden. So können die Terroristen in Ruhe ihre Ziele ausmachen, ihre Kräfte sammeln und neue Gebietsgewinne erzielen.
In den Kampfmethoden unterscheiden sich die beiden Gruppierungen, d.h. ISIS und die „gemäßigte Opposition“, kaum: Selbstmordattentäter, Auto-Bomben, Sprengstoff-Terror, wahlloser Beschuß von Ortschaften.

Die ISIS-Extremisten dagegen haben vor allem recht weitläufige, jetzt noch dünner besiedelte Wüsten-Gebiete des Landes unter ihre Kontrolle gebracht – daher sind sie stark auf eine funktionierende Logistik und Kommunikation angewiesen.
Hier wird der Vorteil der Guerilla-Taktik, kleine mobile Gruppen zu haben, die man für größere Schläge dann zusammenzieht, zum Problem: wenn die Kommunikation unterbrochen wird.

Leider ist die Anzahl der Flugzeuge, vor allem aber der gut ausgebildeten Piloten, bei den syrischen Regierungstruppen nicht ausreichend, um gegen alle feindlichen Akteure wirksam einzugreifen, und die waffentechnische Unterstützung durch Rußland kann hier nur wenig Änderung herbeiführen.
Auch der Iran hat durch die jahrelangen Sanktionen einen recht veralteten Flugzeugpark, der zudem, aus gleichem Grunde, auch technisch nicht im Bestzustand ist – von der irakischen Armee, die tlw. von den „Beratern“ gezielt fehlgeleitet wird und hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt ist, ganz zu schweigen.

Andererseits, und das ist auch den VSA-Militärs klar, würde der Ausfall auch nur eines der Akteure – egal ob ISIS oder „Opposition“ – recht sicher nach einiger Zeit in beiden Ländern zu einem Sieg der Regierungstruppen führen – für den heutigen „Westen“ keine Option.
So sind die seltsam „fruchtlosen“ Bemühungen der VSA und ihrer Verbündeten, die ISIS-Extremisten zu „bekämpfen“, auch erklärbar.

5. Rußlands mögliches Eingreifen

Im Falle, daß die Regierung Assad um entsprechende offensive militärische Unterstützung bittet, und mit dem Einverständnis der regionalen Betroffenen, würde Rußland sowohl gegen die ISIS-Terroristen als auch gegen die sog. „gemäßigte Opposition“ Kampfmaßnahmen ergreifen müssen.

Die Verbündeten wären die Regierungstruppen Syriens und des Irak, die iranischen und pro-iranischen Formationen auf dem Territorium beider Länder, die syrischen und irakischen Pro-Regierungs-Gruppierungen und die kurdischen Kampfeinheiten, die sowohl gegen ISIS als auch die sog. Koalition vorgehen.
Dies zeigt deutlich die komplizierte Gemengelage der Kräfte.

Was könnte Rußland unternehmen?

Sinnvoll wären anfangs Luftangriffe, welche die Kampfgebiete voneinander separieren und damit den gegnerischen Kräften sowohl Kommunikation und Versorgung als auch Konzentration der Kräfte erschweren.
Danach könnten die vereinzelten Gruppierungen auch direkt aus der Luft angegriffen werden.

Auch klar: keinerlei Bodenoperationen – dafür sind genügend Verbündete vor Ort.
Der Einsatz von Bodentruppen kann sich also ausschließlich auf den Schutz des Hafens Tartus und der Luftwaffenbasis bei Latakia sowie den Selbstschutz dieser Truppen beschränken.

Wichtig war auch die bereits vereinbarte Schaffung des militärischen Koordinierungsrates Rußland-Israel, um den Verbleib Israels im Zustand der („wohlwollenden“?) Neutralität möglichst lange aufrechtzuerhalten.
Ebenso wären die Verbündeten am Boden sämtlichst davon abzuhalten, irgendwelche Aktionen gegen Israel zu unternehmen, solange ISIS nicht vollständig besiegt und zerschlagen ist. Daher wäre der Süden Syriens möglichst schnell zu befrieden.

Die Kampfhandlungen würden also das gesamte Gebiet Syriens und den Nordirak erfassen müssen. Die irakische Regierung hat Rußland bereits die Überfluggenehmigung erteilt.
Einzusetzen wären alle Waffen, natürlich außer Massenvernichtungswaffen.

Erleichternd käme hinzu, daß die ISIS-Extremisten schon nicht mehr ganz so guerilla-artig organisiert sind, sondern eine aufzuklärende militärische Infrastruktur (Waffen- und Versorgungslager) aufgebaut haben – hinzu kommen die langen Transportwege, die sie zu bewältigen haben.

Am schwierigsten ist die Lage im Westen Syriens, wo das wirtschaftliche Herz des Landes, die Provinz Aleppo, weitgehend von den Banden der „gemäßigten Opposition“ kontrolliert wird. Die gut erschlossene bergige Landschaft begünstigt die Bodentruppen, und zusammen mit entsprechend von den VSA und der Türkei sicherlich gern bereitgestellten „kleinen“ Luftabwehr-Mitteln (Stinger, 14,5-mm-Maschinengewehre und 30-mm-Schnellfeuer-Kanonen) wäre hier mit erheblichem Aufwand zu rechnen.
Hilfreich wäre es nur das momentane Fehlen eines einheitlichen Leitzentrums für die Banden, was ein schrittweises Vorgehen erleichtert.

6. Mögliche Ausgänge

Das Idealziel einer praktisch vollständigen Liquidierung der ISIS-Extremisten als militär-politischer Faktor wäre theoretisch möglich, aber praktisch wenig wahrscheinlich. Bei drohender Niederlage würden die Gruppierungen zur alten Guerilla-Taktik zurückkehren und den Angriffen ausweichen.

Wahrscheinlicher wäre eine wesentliche Schwächung der ISIS-Organisation und ihre Aufspaltung, vor allem wenn es gelänge, die vom Westen gesteuerten Führer zu erwischen.
Auch das aus dem Nordkaukasus und Zentralasien stammende Extremisten-Personal müßte unbedingt stark reduziert werden, um eine merkliche Verringerung der terroristischen Bedrohung Rußlands und der anderen Länder zu erreichen – nicht zuletzt durch die daraus resultierende moralische Einwirkung.
Damit könnte der Konflikt auf lange Zeit auf regionale Kämpfe der Regierungstruppen beschränkt werden und, im Falle einer politischen Öffnung, könnten weitere momentan noch oppositionelle Kreise in einen nationalen Friedensprozeß in Syrien einbezogen werden.

Falls es – egal aus welchem Grund – nicht gelingen sollte, die ISIS-Extremisten wesentlich zurückzudrängen (was aus heutiger Sicht allerdings wenig wahrscheinlich erscheint), würde Rußland einen enormen internationalen Gesichtsverlust riskieren – oder es würde in einen Bodenkrieg mit ungewissem Ausgang hineingezogen, was es auf jeden Fall vermeiden sollte.
Putin würde also nicht wenig riskieren, wenn er die entsprechenden Entscheidungen träfe.

—————————————

Bitte beachten:
Die hier dargestellten Überlegungen sind reine hypothetische Überlegungen – wie sich die Lage tatsächlich entwickeln wird, bleibt abzuwarten.

Luckyhans, 28. September 2015
—————————————-

Verwendete Quellen (neben den oben verlinkten):

http://vpk.name/news/140629_v_chem_prichina_raznoglasii_rossii_i_ssha_po_sirii_bloomberg_ssha.html

http://vpk.name/news/141096_profilaktika_nevezhlivosti.html
——————————————–

i Ein abgeschlossenes System vollzieht nur solche Prozesse, bei denen die Entropie des Systems konstant bleibt oder anwächst.

Da der wahrscheinlichere Zustand aber auch der Zustand mit der niedrigeren Ordnung ist (Verteilung der Atome auf das Gesamtvolumen bedeutet ja größere Unordnung, als die Konzentration der Atome auf einen Teilbereich), können wir diesen Satz auch so formulieren, dass die Unordnung stets anwächst.
(Quelle: http://solid13.tphys.physik.uni-tuebingen.de/muether/physik1/skript/06-07.pdf)


7 Kommentare

  1. MURAT O. sagt:

    Hat dies auf MURAT O. rebloggt.

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  2. Hat dies auf lotharhschulte rebloggt.

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  3. luckyhans sagt:

    … soviel zu Israels „Neutralität“: http://www.antikrieg.com/aktuell/2015_09_28_israel.htm

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  4. tag heute sagt:

    Brandstiftende Feuerwehrleute

    Wohl kaum jemand wird behaupten, Brandstifter, die zur Tarnung bei der Feuerwehr arbeiten, seien eine Verschwörungstheorie, denn das wäre Realitätsverlust. Wie brandstiftende Feuerwehrleute, die ihre Interessen verfolgen, real sind, so ist davon auszugehen, dass, sich als Terrorismusbekämpfer tarnende, terrorismusunterstützende Kreise, die ihre Interessen verfolgen, ebenfalls real sind.

    Wie hoch war allein US-Präsident Obamas öffentlich verkündete Summe aus Steuergeldern für das zehntausendfache Vermehren sogenannter „Rebellen“, die dieses Geld später als „ISIS“ oder „IS“ im Irak „gefunden“ haben? $500 Millionen? Sechs Fotos genügen, um zu belegen, dass US, IS und Rebellen Verbündete sind. Das erste Foto von 2013 zeigt den US-geführten Rebellenboss Okaidi mit US-Botschafter Ford, dem Hauptkoordinator der US-Politik in Syrien. Die letzten beiden Fotos sind von einem Treffen mit Okaidi, als die US-Parlamentsabgeordneten Adam Kinzinger (Rep. Illinois) und George Holding (Rep. North Carolina) mit Okaidi und anderen sogenannten „moderaten Rebellen“ zu Gesprächen in der Nato-Türkei zusammenkamen. Andere Fotos zeigen Rebellenboss Okaidi mit IS-Terroristen und wie er zu seinem Verhältnis zum IS interviewt wird.

    1.) – Mai 2013, Rebellenboss Okaidi mit Robert S. Ford, US-Botschafter und Koordinator der gegen den Staat Syrien gerichteten Operation „Freunde Syriens“:

    2.) – August 2013, Rebellenboss Okaidi mit IS (ISIL)-Terroristen auf dem Menagh Luftwaffenstützpunkt in Syrien, IS-Terrorboss Abu Jandal rechts neben Okaidi.

    3.) – August 2013, (ISIL) IS-Terrorboss Abu Jandal, Menagh-Luftwaffenstützpunkt in Syrien:

    4.) – November 2013, Interview mit Rebellenboss Okaidi: „Mein Verhältnis zu den Brüdern vom IS [ISIL, ISIS] ist gut“.

    5.) – 24. September 2014, Rebellenboss Okaidi bei einem Treffen mit US-Parlamentsabgeordneten:

    6.) – 24. September 2014, US-Parlamentsabgeordneter Kinzinger nach dem Treffen mit Okaidi und anderen „moderaten Rebellen“, die Washington bewaffnet, versorgt und deren Sold Washington bezahlt.

    Das Finanzieren sogenannter „Rebellen“, wie FSA-Boss Okaidi, macht die USA zu einem Verbündeten des IS. Nach den Gesetzen des Internationalen Rechts erfüllt das gegen einen anderen Staat gerichtete Ermutigen, Unterstützen und Bereitstellen militärischer Hilfe, den Tatbestand des Kriegsverbrechens.

    Quelle: http://dissidentvoice.org/2014/10/u-s-alliance-with-fsa-and-isil-in-six-photographs

    Mit US-Dollars bezahlt, terrorisieren sie mit ihrer gefälscht-islamischen Kopfabschneider-Ideologie der von Islam abgelehnten Wahhabi-Sektenirrlehre aus dem US-geführten Saudi-Arabien mit US-Training, US-Propaganda, US-Kanonen, US-Munition, US-Humvees, US-Panzern, US-Versorgung, US-Verpflegung und wohnen in Zelten von USAID, für mehr als 200 000 Tote, zerstörte Zivilversorgung Syriens, Terrorgefährdung der ganzen Welt und weiterhin Flüchtlingsströme Richtung Europa, also wer ist „IS“? Die Fakten sind bekannt: http://tinyurl.com/onw7xyz und wozu das alles, auch.

    Global Research: Projekt eines «Neuen Nahen Ostens» – Kreative Zerstörung als revolutionäre Kraft:

    http://www.globalresearch.ca/dem-projekt-eines-neuen-nahen-ostens-kreative-zerst-rung-als-revolution-re-kraft/23196

    Kritisches Netzwerk: Die Funktion des Terrorismus in der Strategie der NATO:

    http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/die-funktion-des-terrorismus-der-strategie-der-nato

    Was den Wahhabi-Lohnterroristen fehlt, um gegen den Widerstand der Bevölkerung vorzurücken, ist Luftunterstützung. Also versucht Washingtons Nato samt Anhang der Wahhabi-Diktatoren am Golf seit über vier Jahren auch in Syrien zu bombardieren und scheiterte bekanntlich 2013 am Widerstand der öffentlichen Meinung. Jetzt bombardieren sie Syrien mit Unterstützung der öffentlichen Meinung, getarnt als „IS-Bekämpfung“. Leider bisher vollkommen erfolglos, also soll immer mehr bombardiert werden bis „zufällig“ das Anfangsziel der entstaatlichenden Vernichtung Syriens erreicht ist, die Wahhabi-Kopfabschneider an der Macht in Damaskus den Rest auch noch vernichten und die meisten der 23 Millionen Syrer Richtung Europa vertreiben, das somit auch destabilisiert wäre.

    Sie sagten, „es war ein friedlicher Aufstand“, später sagten sie, „es ist die moderate Opposition“ und nun sagen sie, „es gibt Terroristen wie Al Nusra, den IS, aber nur wegen der syrischen Regierung, wegen des Regimes, wegen des Präsidenten“. Solange dieser Propaganda gefolgt wird, werden weitere Flüchtlinge kommen. Es geht nicht darum, ob Europa Flüchtlinge akzeptiert, es geht darum, dass der US-geführte Westen sich nicht um die Gründe kümmert: Wer keine Flüchtlinge will, muss aufhören Terroristen zu unterstützen.

    Von wo die Menschen durch westlich unterstützte IS-Lohnterroristen vertrieben werden, aus dem Norden von Syriens, wo Syriens Ölquellen sind, was ist jetzt dort? „Freie Territorien für Investoren.“ Das Eigentum des syrischen Volkes, als Zukunftswerte gehandelt an westlichen Börsen.
    Also, wie sieht es aus, das zu lösende Grundproblem? Anschließend mit einem einzigen Bild auf den Punkt gebracht:

    Die Wirtschafts- und Denkweise des Kapitalismus bedingt das falschberichtend-akzeptanzbeschaffende, geheimdienstlich und offen militärisch durchgesetzte globale Anhäufen allen gesellschaftlichen Vermögens in den privaten Händen der Wenigen, die Massenverelendung, das mediale Lenken von Meinung und Empörung, das Aufrechterhalten des Kapitalismus in der Krise mit den terroristischen Mitteln des Faschismus und schließlich den Krieg, der immer in gleichem Maße das Volk in die Barbarei zurückführt, wie er die Geschäfte der Kapitalisten fördert. Wer es vorzieht, seinen eigenen Kopf anzustrengen statt später auf Befehl fremde Köpfe einzuschlagen, der stelle die Kapitalverhältnisse in Frage. Eine gute Zeit damit zu beginnen ist jetzt.

    Alles Verschwörungstheorie und „russische Propaganda“ – das hat Hitler auch gesagt.

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  5. luckyhans sagt:

    Und hier wird auch Frankreich seines „offiziellen Tarnmäntelchens“ beraubt:
    http://www.antikrieg.com/aktuell/2015_10_01_frankreich.htm

    Es ist eben in Unterschied, ob man einfach „wild“ (in Wirklichkeit natürlich gezielt auf die Assad-Truppen) drauflosbombt (wie die VSA, Israel und Frankreich), oder ob es einen militärischen Koordinierungsrat für die Einsätze gibt, wie ihn Irak, Syrien, Iran und Rußland geschaffen haben…

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  6. luckyhans sagt:

    Zur Illustration unsrer obigen Analyse hier eine Einschätzung aus den VSA, welche die „Vorgeschichte“ des Putinschen Aktivitäts-Zuwachses in wenig beleuchtet:
    http://principiis-obsta.blogspot.de/2015/09/putins-rote-linie-kein-regimewechsel-in.html

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  7. luckyhans sagt:

    @ tag heute:

    Sei begrüßt auf bumi bahagia, tag heute.

    Und besten Dank für deinen sehr substanziellen Beitrag. Sehr anregend auch die geistige Querverbindung zum Wesen des Kapilismus – danke.

    Unsere Demaskierung der Wirtschafts-„Wissenschaft“ hast du sicher schon gelesen? (bb-Suche: www)

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