bumi bahagia / Glückliche Erde

Startseite » SCHULE » Schetinin » . » Das Theater um den syrischen Kriegs-„Schauplatz“

Das Theater um den syrischen Kriegs-„Schauplatz“

Da sich in Syrien so einiges tut und die meisten tatsächlichen Flüchtlinge von dort stammen, sehen wir mal, was seit 3 Wochen von wem dazu vermeldet wurde (oder nicht) – es ist sehr kennzeichnend für die Lügenmedien und für die aktuelle „Großwetter“-Lage.

Wie wir uns erinnern, begann der Krieg in der Arabischen Republik Syrien am Frühjahr 2011 mit dem Einfall der von der CIA ausgebildeten, bewaffneten und unterstützten Terrorgruppe, die sich nach einiger Zeit ISIS nannte und die mit den Extremistengruppen „Dshebhat an Nusra“ und „Ahrar Ash-Scham“ zusammenarbeitet, und die bis dahin schon im Irak weite Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht hatte.

Zum Gesamtzusammenhang ist ein aktuelles Interview mit Bashar Assad, dem rechtmäßigen Präsidenten der Republik Syrien, zu empfehlen.

In dem seitdem andauernden Bürgerkrieg, der ohne die ständige Unterstützung von Seiten der VSA und Israels gar nicht möglich gewesen wäre, sind bisher etwa 250.000 Menschen getötet worden. Etwa 4 Millionen Menschen sind aus dem Land geflohen, etwa 7 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes vor den Grausamkeiten der fundamentalistischen islamistischen Terrorgruppen geflohen – somit ist weit mehr als die Hälfte der Bevölkerung unterwegs.
Zur Bevölkerungsstruktur und –verteilung in Syrien siehe auch hier.
Über die geschichtlichen Hintergründe der Entstehung Syriens auf Weisung der ursprünglich französischen Kolonialherren mag sich bitte jeder selbst weiter informieren.

Assads Syrien ist eng mit dem Iran verbündet. Noch aus den Zeiten der Sowjetunion gibt es in Tartus einen wirklich kleinen russischen Flottenstützpunkt, wo Auftanken, Wasser und Verpflegung fassen erfolgt sowie kleine Reparaturen an den Schiffen der Schwarzmeerflotte, die auch das Mittelmeer als Operationsgebiet hat, durchgeführt werden können, ohne jeweils erst wieder quer durch das Schwarze Meer Sewastopol oder Novorossijsk anlaufen zu müssen.
Man vergleiche dies mal mit dem VSA-Stützpunkt „Bondsteel“ im Kosovo – einer von ca. 800 VSA-Militärbasen weltweit.

Von den westlichen Medien wird dieser ständige Krieg mal mehr mal weniger intensiv beleuchtet. Dabei sind schon diverse False-flag-Aktionen der CIA-gesteuerten Terroristen aufgeflogen – so setzten diese mehrfach Giftgas gegen die syrische Zivilbevölkerung ein und versuchten dann, mit Hilfe der internationalen Lügenmedien, dies dem Präsidenten Assad in die Schuhe zu schieben.

Dem Eingreifen des russischen Präsidenten Putin ist es zu verdanken, daß die staatlichen Giftgas-Reserven unter internationaler Kontrolle vernichtet wurden und so ein unkontrolliertes Ausbreiten dieser hinterhältigen Waffen verhindert werden konnte.

Die Türkei unter „Sultan“ Erdogan hat den Nordteil Syriens, wo vorwiegend Kurden leben, schon vor einiger Zeit besetzt und greift mal auf der einen, mal auf der anderen Seite auch in die Kampfhandlungen ein, d.h. mal werden die kurdischen Milizen, die auch gegen ISIS-Extremisten kämpfen, beschossen, mal auch wieder (angeblich) die ISIS-Terrorgruppe.

Daneben gibt es eine sog. Koalition der arabischen Staaten, geführt von Saudi-Arabien (und natürlich unter dem Patronat der VSA), die ebenfalls Kämpfer, aber keine regulären Truppen, dort im Einsatz hat.
Auch vom Iran aus unterstützte sunnitische Kampfverbände sollen sich auf syrischem Gebiet „tummeln“ und die ISIS-Extremisten bekämpfen.
Wie „intensiv“ dies geschieht, läßt sich daran ablesen, daß ISIS-Terrorgruppe trotz des Einsatzes all dieser „Kämpfer“ nach wie vor einen großen Teil des Iraks und Syriens besetzt hält.

Zu einer Zuspitzung der Lage kam es erst Anfang September d.J., als nach dem Agreement zur friedlichen Nutzung der Atomkraft im Iran Rußland seine Unterstützung für Assads Truppen, die es seit Sowjetzeiten gibt, da Syrien sehr viel sowjetische Militärtechnik im Einsatz hat, wieder intensivierte – sie war zugunsten einer entspannteren Verhandlungsatmosphäre zeitweilig stark zurückgefahren worden, was die Terrorgruppe sogleich zu stärkeren Aktivitäten genutzt hatte.
Sofort tröteten israelische Medien am 31. August über russische Kampfflugzeuge in Syrien.

Dabei lieferte Rußland vor allem Munition und Ersatzteile für die syrischen Waffensysteme aus Sowjetzeiten. Auch einige russische Waffen nebst den entsprechenden Instrukteuren wurden gemäß älteren Verträgen vor einiger Zeit geliefert.
Nach Informationen der russischen Zeitung „Kommersant“ sind das vor allem Schützenwaffen, Granatwerfer, gepanzerte Truppentransporter BTR-82A, ungepanzerte Ural-LKW. Ein Teil davon erfolgte auf Rechnung der Anzahlung Syriens für die 2010 dann doch nicht gelieferten Fernwirkungs-Luftabwehrsysteme S-300PMU-2, gegen deren Lieferung sich Israel massiv gewehrt hatte.

Nun hatte die VSA-Administration nichts besseres zu tun, als sich scharf gegen diese Lieferungen zu verwahren, obwohl diese nie geheimgehalten worden waren. Sogleich wurden Bulgarien und Griechenland aufgefordert, ihren Luftraum für russische Transporte nach Syrien zu schließen (was nur Bugarien dann auch tat). Und John Kerry drohte dem russischen Außenminister Lawrow Gegenmaßnahmen an.

Dabei mußte sogar der britische „Independent“ am 8. September zugeben, daß der Widerstand der VSA gegen die russische Unterstützung für Syrien nichts als Show sei, da ein Sieg der ISIS, die sich inzwischen mit der sog. Al-Kaida, ebenfalls eine CIA-Kreation, verbündet hat, auch für die VSA-Administration „ein Schrecken wäre“.
Und es wurde weitere Kritik an der Syrien-Politik der VSA-Administration geübt. Ohne Rußland gäbe es dort keine brauchbaren Lösungen, sonst würde stets nur die „Al-Kaida“ und deren Klone siegen.

Natürlich stimmte auch der NATO-Sprecher Stoltenberg in den Chor der „Besorgten“ ein und befürchtete eine „Hegemonie“ Rußlands in Syrien.

Zur Erklärung sei gesagt, daß sich die Standpunkte Rußlands und der VSA zum Thema Souveränität signifikant unterscheiden.
Während Rußland jegliche Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten ohne deren Einwilligung (d.h. der Einwilligung der rechtmäßig gewählten oder an der Macht befindlichen Regierung!) strikt ablehnt, sind die VSA (und natürlich auch deren Vasallen EU etc.) jederzeit bereit, in anderen Ländern zu intervenieren, wenn sie „die Menschenrechte, Freiheit und Demokratie gefährdet sehen“ – wo das wann der Fall ist, legen sie natürlich selbst fest.
Dies ist nichts weiter als ein scheinmenschliches Mäntelchen für beliebige Aggressions-Handlungen gegen alle Länder, die sich nicht gegen die Übermacht der VSA/NATO wehren können – also gegen alle außer Rußland, China und vielleicht noch Indien.

Als am 11. September John Kirby versöhnlichere Töne anklingen ließ und auf seinem regulären Briefing sagte, da er durchaus Dialog-Möglichkeiten mit Rußland zur Syrien-Krise sähe, da spielte augenblicklich Reuters wieder den Scharfmacher und berichtete von Lieferungen russischer Nahbereichs-Flugabwehrsysteme „Panzir-S1“ (SA-22 nach NATO-Code).
Natürlich ohne zu erwähnen, daß diese Lieferungen schon seit 2013 liefen und dies einfach nur ein weiteres Liefer-Los darstellte.

Nun stiegen die „Times“ und „The Telegraph“ mit kolportierten „Vermutungen“ über angeblich russische Soldaten in Syrien ein, und das „Wall Street Journal“ wollte aus dem Pentagon sogar erfahren haben, daß eine ganze russische Armee-Einheit mit Ausrüstungen und Flugzeugen nach Syrien verlegt worden sei.
Wobei Rußland nie bestritten hatte, daß russische Instrukteure den syrischen Soldaten die russische Waffentechnik nahebringen müssen.

Auf youtube erschien auch gleich ein Video, daß angeblich den Einsatz einer angeblichen neuen Geheimwaffe der Russen in Syrien zeigt:

https://www.youtube.com/watch?v=1Mdi_PP4IOk

Tatsächlich handelt es sich dabei um eine Aufnahme eines Nacht-Einsatzes einer Gatlin-Mini-Kanone mit Leuchtspurmunition – hier ein Beispiel:

https://www.youtube.com/watch?v=tcWQoUnEDSU

Nun schaltete sich auch CNN ein und ließ den ehemaligen General John Allen eine mögliche Konfrontation der VSA mit Rußland in Syrien kommen sehen. Und natürlich war für ihn Assad der Schuldige an den „Zehntausenden Toten in der Region“, und die Russen würden die Krise nur vertiefen.
So ganz „nebenbei“ kam auch heraus, daß die VSA-Administration mit 500 Mio USD die Ausbildung von 12.000 Kämpfern gegen ISIS finanziert habe, daß aber nur 54 Mann tatsächlich ausgebildet wurden. Von denen dann bis auf 5 alle zu ISIS übergelaufen seien.

Der russische Außenminister Lawrow wies darauf hin, daß der größte Teil der russischen Soldaten bereits seit Jahren in Syrien tätig sei – eben als Instrukteure für Assads Truppen.

Sofort kamen unsere schon sattsam bekannten Freunde vom CIA-Denk-Panzer „Stratfor“ zum Einsatz: sie hatten auf Satellitenbildern gesehen, daß in Latakia eine Landebahn verbreitert wird, damit dort auch schwere Transportflugzeuge landen könnten – auch Hubschrauber-Landeplätze wären im Bau.
Ebenso wurde konkret von den Ankunft der 810ten Brigade und der 336ten Gardebrigade der Marinetruppen in Tartus und Latakia berichtet – freilich ohne jegliche Beweise dafür beizubringen.

Türkische Medien hätten Fotos eines russischen Landungsschiffes bei der Durchfahrt durch den Bosporus gezeigt, mit abgedeckter Technik an Deck – dies sei schon das dritte Schiff dieser Art gewesen.
Lawrow hatte gerade ein paar Tage vorher darauf hingewiesen, daß die Lieferungen an Assad weitergingen und neben einer Luftbrücke auch Schiffe eingesetzt würden – das alles sei ein ganz normaler Ablauf.

Nun trat wieder Reuters mit der Mitteilung auf den Plan, es wären sieben russische T-90-Panzer in Latakia zum Schutz der Landebahnen aufgestellt worden.
Weitere Vermutungen eines „hochgestellten Vertreters der Administration“ besagten, daß auch russische Artillerie dort aufgestellt sei.
Natürlich alles erneut ohne Beweise und ohne Bestätigung durch offizielle Stellen.

Auch im südamerikanischen Blätterwald raschelte es Mitte September gewaltig über Rußland. Neben Berichten über die unangekündigte Kommandostabsübung, die Großübung „Zentr-2015“ und die Reorganisation der Wehrtechnik-Industrie wird auch über die Unterstützung für Syrien berichtet, und daß Rußland dort ein „libysches Szenario“ nicht zulassen werde all dies – und noch viel mehr Propaganda – von InoPressa genüßlich ausgebreitet.

Jetzt kam auch „ein nicht näher benannter Gesprächspartner aus dem Umfeld des russischen Verteidigungsministeriums“ in der Zeitung „Vedomosti“ zu Wort, der angeblich berichtet hätte, daß die Piers des Hafens in Tartus und der Landebahnen in Latakia nicht in dem erforderlichen Zustand gewesen seien, um die entsprechenden Lieferungen zu gewährleisten und daß daher dort Erneuerungsarbeiten erforderlich gewesen seien.
Mit Hinweis auf den offiziellen Vertreter Igor Konaschenkow wurde dann berichtet, daß russische Transportflugzeuge AN-124 die Ausstattung für eine Zeltstadt für 1000 Flüchtlinge nach Latakia geflogen hätten.
Auch das ominöse von den türkischen Medien gesichtete Marine-Hilfs-Transportschiff KIL-158 sei an den humanitären Hilfslieferungen beteiligt gewesen, habe aber auch militärische Ausrüstungen angeliefert. Dieses Schiff habe seit dem Jahr 2000 periodisch die Basis in Tartus versorgt.

Nun fühlte sich der Pressevertreter des Weißen Hauses Josh Ernest bemüßigt, darauf hinzuweisen, daß diese Handlungen Rußlands zu dessen internationaler Isolation führen würden, da (angeblich) 60 Staaten die Koalition unter VSA-Führung unterstützten.
Den VSA geht es nur um die Ablösung Assads – was danach kommt, ist am Beispiel Libyen sehr deutlich abzusehen – das blanke Chaos, Tod und Verderben sowie weitere Flüchtlingsströme nach Europa.

Der Kreml-Pressesprecher Peskow reagierte prompt, indem er diese Ankündigungen als das benannte, was es ist – „Rhetorik, die wenig taugt. Rußland bleibt ein wichtiges aktives Mitglied der internationalen Gemeinschaft.“
Die russische Unterstützung für die Regierung Assad stehe den Interessen der Völker der Region nicht entgegen, da die Regierung Assad die wirksamste Kraft im Kampf gegen die extremistische Gruppierung ISIS sei, wogegen die sog. Koalition unter VSA-Führung keine Fähigkeit zur Regelung des Konfliktes gezeigt hätte.

Hochinteressant ist der analytische Artikel aus der chinesischen Zeitung „Shenmin Shibao“ zum Thema (hier in russisch). Ausgehend vom Flüchtlingsproblem wird darauf verwiesen, daß kaum die Ursachen benannt werden – Hauptgrund sei das Bestreben der VSA, die eigenen Interessen auf einen „Regime-Change“ in Syrien durchzusetzen, mit Benutzung der Türkei, Saudi-Arabiens und anderer regionaler Kräfte, was zu einem langanhaltenden Konflikt geführt habe, der Millionen Einwohner Syriens vertrieben hat.

Die militärische Unterstützung Rußlands für die syrische Regierung sei deshalb intensiviert worden, weil sich neben der ISIS auch die radikal-islamische Gruppierung „An-Nusra-Front“ am Kampf gegen die Regierung beteiligt und ebenfalls Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht hatte.
Deren Angriff fiel mit dem Abschluß des Atom-Abkommens mit dem Iran zusammen. Und die 3 Länder Katar, Türkei und Saudi-Arabien seien nicht daran interessiert, daß Assad die Oberhand gewinnt – sie wollten sogar das Jemen-Schema anwenden, d.h. die Saudis aus der Luft und die Türkei zu Lande wollten in Syrien eingreifen und die Regierungstruppen zerschlagen. Das klappte nicht, aber aus diesen Ländern werden die verschiedenen Extremistengruppierungen mit Waffen, Geld und Ausbildung unterstützt – momentan wird eine militärische Auszehrungs-Taktik angestrebt.

In diesem Kontext haben die russischen Militärlieferungen die besondere Aufmerksamkeit des Westens erregt. Sie machten dem Westen klar, daß zum einen ein ehrlicher Kampf gegen die ISIS-Extremisten nur im Verbund mit Rußland und der syrischen Regierung möglich ist, und daß bei Fortsetzung des Krieges eine vollständige Niederlage Assads nicht wie gewünscht erfolgen wird, da die strategischen Punkte Damaskus, Homs und Latakia nicht aufgegeben werden. Auch die Flüchtlingsströme würden nicht weiter anwachsen.
Soweit die chinesische Analyse.

Nun kamen schon die ganz großen Lügenmärchen zum Einsatz. „Bloomberg“ tat sich hervor mit der „Nachricht“, daß es Geheimverhandlungen Putins mit der syrischen Opposition gäbe wegen einer Machtveränderung in Syrien, und daß er angeblich schon mit Assad eine Vereinbarung getroffen habe über dessen Ablösung. Dies hätten auch diplomatische Kreise Rußlands, Saudi-Arabiens und der VSA bestätigt. Begonnen hätten die Gespräche beim Treffen Putins mit dem saudischen Verteidigungsminister in Moskau. Und so weiter…
Sofort meldeten sich auch wieder diverse „Experten“ zu Wort, die das ganze „erklärten“ und „interpretierten“, und es wurden die ganzen bisherigen Lügenmärchen wieder aufgewärmt.

In Rußland sind Organe wie die Agentur „InoPressa“ tätig, die regelmäßig Auszüge und Artikel aus verschiedenen westlichen Zeitungen und Agenturen verbreitet. Auch diese bringt im Lande ihren Beitrag beim Versuch, die russische Bevölkerung gegen Putin und „seine“ Syrien-Politik aufzubringen oder zumindest zu verunsichern – dabei werden auch die verlogensten FAZ-Schreiberlinge noch als „seriöse Westpresse“ präsentiert – eine konkrete Darstellung schenke ich mir – wer mag, lese bitte unter diesem Link nach.

Dann kamen plötzlich wieder versöhnliche Töne aus dem Weißen Haus: Joshua Ernest verwies auf das angeblich gute Verständnis zwischen Obama und Putin, das „einen relativ offenen Dialog ermögliche“. Seit dem 15. Juni hätten die beiden aber nicht mehr zur Syrien-Thematik telefoniert. Damals hatte Peskow zu dem Gespräch gesagt, daß „Verständnis“ nicht bedeute, daß man „miteinander einverstanden“ sei – dies sei nicht der Fall.
Aktuell betonte Peskow, daß es unzulässig sei, den Syrern eine Lösung von außen her aufzudrängen. „Die Zukunft Syriens muß von den Syrern selbst entschieden werden.“
Und:
„Bisher konnte noch niemand vernünftig erklären, was als Alternative zur jetzigen legitimen syrischen Führung die Sicherheit im Lande, den Kampf gegen die Verbreitung der terroristischen Gruppierung ISIS und die Sicherung der Einheit des Landes gewährleisten könne.“

Nun traten wieder Scharfmacher auf den Plan: die israelische Internet-Seite DEBKAfile meldete unter Berufung auf VSA-Geheimdienstkreise, daß der russische Strategische Atom-Raketenkreuzer „Dmitrij Donskoj“ mit 20 Interkontinental-Atom-Raketen an Bord in Kürze vor der syrischen Küste auftauchen werde. Diese „Sensation“ wurde natürlich augenblicklich von allen großen Medien aufgegriffen.
Nun: dümmer können Lügen gar nicht erdacht werden: ein U-Boot, größer als ein Fußballfeld, in der Pfütze des östlichen Mittelmeeres, um „die russische Flagge zu zeigen“ – unter Wasser… es könnte mit seinen Raketen auch aus der Barentssee, wo es sich tatsächlich befindet, bis nach Syrien einwirken, falls das nötig wäre.
Ein Propaganda-Fake schlechtester Klasse – er zeigt, wie folgsam-dämlich man in den Redaktionsstuben der Westmedien schon geworden ist.

Aus Riga meldete sich dann „ein Vertreter des oppositionellen Nationalrates Syriens“ namens „Al-Hamsa“ in einem Interview mit dem lettischen Radio „Baltkom“ mit einem weiteren Packen Lügen. Assad hätte nur noch weniger als 18% des syrischen Territoriums unter seiner Kontrolle, zusammen mit iranischen Militärs und der „Hisbollah“. Und die VSA-Unterstützung für die Opposition sei viel geringer als die russische für die Assad-Truppen.
Wie mehr als die Hälfte der syrischen Bevölkerung, die innerhalb des Landes vor den Terroristen geflohen ist, sich in weniger als 18% des Territoriums aufhalten soll, erklärte Al-Hamsa natürlich nicht, auch gab es keine Beweise für iranische Soldaten in Syrien…

Nun kam wieder das Pentagon mit „Neuigkeiten“ – Capt’n Jeff Davis sagte, daß Rußland einen Stützpunkt in Syrien aufbaue, blieb aber konkrete Zahlen und Beweise schuldig.
Man sei erfreut über Rußlands Unterstützung gegen ISIS, aber das „Assad-Regime“ sei die falsche Adresse – das bringe keinen Nutzen und nur Instabilität.
Josh Ernest anerkannte, daß Rußland in Syrien aufgrund seiner Investitionen auch Interessen habe, aber man solle doch mit der sog. internationalen Koalition zusammenarbeiten.
Dagegen ließ der russische Außenminister Lawrow verlauten, daß es absurd sei, die syrischen Streitkräfte aus dem Kampf gegen die ISIS-Extremisten heraushalten zu wollen.

Aufschlußreich ist auch die Analyse der Asia Times vom ehemaligen indischen Botschafter in Usbekistan und der Türkei, Melkulangara Bhadrakumar, vom 15.9. (?).
Er sieht im „Flüchtlingsproblem“ einen idealen Vorwand für eine sog. „humanitäre Intervention“ einer VSA-geführten Koalition in Syrien – allerdings werde Rußland dies verhindern.
Er nennt einen faustischen Pakt zwischen den VSA und der Türkei, der eine Flugverbotszone im Norden Syriens geschaffen hat und VSA-Flugzeugen die Möglichkeit gibt, von den Stützpunkten in der Türkei aus Bodenziele in Syrien anzugreifen.
Dabei hat sich Obama vom Kongreß ausdrücklich genehmigen lassen, auch Regierungstruppen in Syrien anzugreifen, wenn das zur Unterstützung der sog. Koalitions-Gruppierung erforderlich sei. Dies mache eine verborgene Nahost-Agenda der VSA deutlich und verhindere den von Rußland angestrebten Friedensprozeß.

Nach seiner Auffassung wollen die VSA die ISIS-Extremisten für die Destabilisierung der Lage an den Südgrenzen Rußlands benutzen – eine Gefahr für das Eindringen von radikalen Islamisten und anderen Terroristen über Zentralasien und den Kaukasus, mit tiefen Einwirkungsmöglichkeiten auf den großen Teil Rußlands mit vorwiegend muslimischer Bevölkerung.
Daß Rußland den Ernst dieser Lage erkannt hat, zeigt der geplante Auftritt Putins auf der UNO-Vollversammlung.
Auch Europa habe nicht wie gewünscht auf die Millionen syrischer Flüchtlinge reagiert, sondern eine Lösung der Syrien-Krise gemeinsam mit Rußland angeregt – so stehe nun Obama ziemlich ratlos da, weil seine Eindämmungs-Strategie gegen Rußland nicht aufgehe, wobei die VSA-Neocons fordern, „wenigsten irgendwas zu unternehmen“.
Soweit der indische Experte.

Etwas unerwartet kam ein kleiner Gegenschlag der syrischen Seite: diese hatte während der IAEA-Sitzung in Wien gefordert, daß Israel unbedingt den Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen unterzeichnen müsse, da dessen Atomwaffenpotential eine Gefahr für Frieden und Sicherheit in der Region und in der Welt darstelle.
Israel ignoriere stets alle Resolutionen in Atomwaffen-Fragen, lege sein Potential nicht offen, nehme aber an allen Beratungen des „Atomwaffen-Clubs“ teil. Es habe bereits zwei Reaktoren zur Produktion von waffenfähigem Plutonium zu laufen und würde in diesem Bereich von anderen Ländern unterstützt.

Nun „kontert“ wieder Bloomberg mit seiner Propaganda-“Analyse“: „Worin bestehen die Meinungsverschiedenheiten zwischen Rußland und den VSA zu Syrien“.
Rußland denke nicht daran, in Syrien klein beizugeben – nun müssen die VSA-Strategen eine „Antwort“ darauf finden.
Es folgt die obige Darlegung der völlig unterschiedlichen „Sichtweisen“ auf die Frage der Souveränität: Rußland klassisch, die VSA-Administration „modern“ – angeblich auch Europa (gemeint ist die EU) noch „kosmopolitischer“ und postmodern – ganz nebenbei unterschlagend, daß die EU ein Vasall der VSA ist…
Und natürlich ist der VSA-Standpunkt moderner und „anziehender“ – auch die UN-Vollversammlung 2005 hätte eine „Verantwortung für den Schutz“ postuliert, über die bis heute noch gestritten wird – Rußland sieht seit damals eine internationale Einmischung als absolute „Ausnahme“ an. Auch sei das reale Leben komplizierter.
Medwedjew hatte 2011 die Einmischung in Libyen mitgemacht – gegen Putins Willen, der darin einen neuen „Kreuzzug“ gesehen hatte und auch heute noch diese Maßnahme als Fehler ansieht. Die heute sichtbaren Folgen geben ihm recht.

Die Syrische Situation sei aber viel schlechter als damals die libysche – der Flüchtlingsstrom sei dafür Zeugnis. Putin hält diesen für eine Folge der westlichen Einmischung.
Dann folgt der sattsam bekannte Propaganda-Trick der „Gegenbeschuldigung“: die russischen Waffen, die an Assad geliefert worden seien, hätten Tausende Syrer umgebracht – die Mär vom Diktator, der sein Volk ausrottet.
Warum ist dann aber mehr als die Hälfte der Bevölkerung in das von Assad gehaltene Gebiet geflohen?

Dann wird das UN-Generalsekret Ban-Ki-Moon, ebenfalls eine VSA-Marionette, zitiert, der als wichtiges Prinzip der Einmischung ein „Nicht schaden“ postuliert – das jeder interpretieren kann, wie er mag. Es folgen die üblichen Propaganda-Lügen zu Grusinien und der Ukraine sowie der angeblichen Wiederherstellung der UdSSR als Ziel Putins.

Als „Auswege aus dem Ideen-Konflikt“ werden drei Varianten kolportiert:
a) der Westen „wirkt gegen Rußland militärisch und ökonomisch“ (was nichts anderes als Krieg gegen Rußland bedeutet) und Rußlands Konzept „verliert an Bedeutung“.
Genauso (?) könne man auf China einwirken, das auch dem russischen Standpunkt zur Souveränität anhängt. (sehr bemerkenswert, dieses Eingeständnis!)

b) eine offizielle Neuregelung für „die Teilhabe der Großmächte in internationalen Angelegenheiten“ (mit anderen Worten: „die Großmächte“, d.h. momentan die VSA als die einzige wahre Großmacht, bestimmen, wer wie souverän sein darf) unter Leitung der UNO – die VSA-Administration verläßt sich da auf die hündische Ergebenheit der UN-Organisation ihr gegenüber.
Konkret soll ein Veto im Sicherheitsrat für die Großmacht VSA nicht mehr bindend sein. Und es soll „nach dem EU-Modell“ auch eine „vereinigte Souveränität“ geben – was nichts anderes als die Abschaffung jeglicher nationaler Souveränität bedeutet.

c) am wahrscheinlichsten wird allerdings die Einzelfall-Entscheidung als „Lösung“ angesehen – so wie jetzt die Ukraine-Frage „gelöst“ werden soll: man läßt „Putin“ die Krim behalten und der Ostukraine einen Sonderstatus zuerkennen.
In Syrien wäre das eine „situative Allianz“ mit Rußland gegen die ISIS-Extremisten und eine „Vereinbarung hinter den Kulissen (!) über eine Aufteilung Syriens oder eine etappenweise Entfernung Assads von der legitimen Machtausübung“.
Soweit ein Herr Berschidskij bei Bloomberg.

Es darf sich jeder selbst eine Meinung bilden, wer da wie anderen Völkern gegenübertritt.

Dagegen nun „Moskau“ (das Außenministerium) ganz friedlich: wir geben der VSA-Administration eine Information über unsere militär-technische Zusammenarbeit mit Syrien.

Weiter die Angstmache: „Rußland und die VSA könnten an Himmel über Syrien aneinandergeraten“ – diesmal von der russischen „Unabhängigen Zeitung“ (Nesavisimaja Gaseta).
In deren Analyse geht es bunt durcheinander – das Pentagon nehme unmittelbar am Kampf der Opposition gegen die von Rußland unterstützten Regierungstruppen teil. So habe, nach Angaben eine ungenannten Quelle im russischen Verteidigungsministerium, eine bewaffnete Drohne der VSA-Truppen die Ortschaft Karnas (bei Ham) bombardiert – die proamerikanischen Agenturen haben diesen Fall einem angeblich zur ISIS übergelaufenen MIG-21-Piloten zugeschrieben.
Wogegen die „Washington Post“ bereits berichtet habe, daß „das Anti-Terror-Zentrum der CIA und das Kommando der VSA-Spezialeinheiten seit langem Geheimoperationen in Syrien außerhalb der Handlungen der internationalen Koalition durchführen, wobei Drohnen und Spezialeinheiten zum Einsatz kämen“.

John Kerry hatte auch prompt vor einer „Eskalation des Konfliktes“ gewarnt, die durch die „weitere Unterstützung Rußlands für Bashar Assad“ hervorgerufen würde.
Die VSA-Administration geht nicht auf die russischen Vorschläge zur Lösung der Situation ein und zeigt auch kein Interesse an Gesprächen mit Rußland zur Situation in Syrien unter Militärs.
Man will auch Rußland nicht das Recht zugestehen, selbst Schläge gegen die ISIS-Positionen durchzuführen, wie das die VSA mit ihren Drohnen darf (und angeblich auch tut).

Es ist nicht schwer vorauszusehen, daß im Falle eines russischen militärischen Eingreifens gegen die ISIS-Extremisten dies nicht nur auf dem Territroium Syrien erfolgen wird, sondern auch im Irak, und daß dies nicht nur von den Stützpunkten in Syrien aus erfolgen wird, sondern auch vom Iran aus, und daß der russischen Flottenverband im Mittelmeer ebenfalls eingreifen kann – ein entsprechendes Manöver mit Raketenschießen sei für Anfang Oktober vor der syrischen Küste geplant.
Die libanesische Zeitung „As-Safir“ berichtete gar, Rußland und der Iran hätten „eine gemeinsame Sicht erreicht“.

Ebenfalls wird der Besuch von Netanjahu in Moskau beachtet. Israel verhält sich bemerkenswert neutral im Syrien-Konflikt, obwohl doch auch die „Hisbollah“ dort tätig ist.
Aber eine geheime Zusammenarbeit mit den VSA sei denkbar, denn der Chief of the Joint Staff, General Martin Dempsy, hatte unlängst mit israelischen Militärs über eine Pufferzone im Süden Syriens (Provinzen Kuneitra, Derha und Suweida) verhandelt – hier sollten sich die von den arabischen Staaten unterstützten Gruppierungen der sog. „Freien syrischen Armee“ etablieren.

Wie es dort weitergeht, sei schwer zu sagen – immerhin habe Assad noch gut ein Drittel das Territoriums unter Kontrolle, und dort würden aktuell etwa ¾ der Bevölkerung des Landes leben.
Soweit Herr Muchin von der „Unabhängigen“.

Nun kamen auch wieder realistische Stimmen aus den VSA – „The National Interest“ meinte, „Amerika und Rußland müßten in Syrien zusammenarbeiten – ob das jemand mag oder nicht“ – das kann sich jeder selbst im Original durchlesen. Der russische Text ist hier.
Neben einigem Propaganda-Geschwätz zur Ukraine sind dort auch sehr nüchterne und realistische Betrachtungen bezüglich Syrien zu finden.
Sehr kennzeichnend für die VSA-Herangehensweise: was die VSA „dürfen“, ist Rußland keinesfalls analog gestattet – die alte Lüge: „wir sind die Guten“ wird auch hier wieder moussiert…
😉 Der Autor, Herr Trenin vom Moskauer Carnegie-Zentrum, begegnet uns öfter mit „Beiträgen“…

Nun kommen wieder die Scharfmacher von „InoPressa“ zum Einsatz – „Putin besteht darauf: das syrische Problem ist ohne Rußland nicht zu lösen“ – mit sorgfältig ausgewählten Auszügen aus westlichen Medien. Obwohl fast überall ausschließlich mit Vermutungen und Behauptungen nur Stimmung gemacht wird und nahtlos die westliche Anti-Putin-Propaganda übernommen wird, kommt man um einige interessante Eingeständnisse nicht herum: „Putin rettet die Situation, wie schon bei den Chemiewaffen“ wird die „Washington Post“ zitiert, oder es wird vom vollständigen Versagen der VSA-Strategie zur Ausbildung von Kämpfern gegen ISIS berichtet (The Times). „The Globe an Mail“ ahnt Schlimmes, denn „erstmalig wirken Rußland und der Iran unmittelbar militärisch zusammen“.
Ansonsten wird frank und frei die West-Propaganda gegen Putin zitiert, von Carnegie bis Stratfor, von NED bis „The Wall Street Journal“ – ganz erstaunlich, wie völlig frei die Presse in der angeblichen „Putin-Diktatur“ ist – offenbar sind die Menschen dort großteils schon soweit, daß sie die Zusammenhänge durchschauen und entsprechend damit umgehen können…

Interfax-AWN zitiert den 1. Stellvertretenden Duma-Fraktionschef der Putin-Partei „Einiges Rußland“, Franz Klinzewitsch, der Bodenoperationen russischer Truppen in Syrien ziemlich klar ausschließt. Die Mitteilungen einiger Medien über den Einsatz russischer Kampfverbände („Kontraktniki“ sind Zeitsoldaten und keine Söldner) in Syrien bestätigte er nicht.

Den versteckten Vorwürfen von Fox News und Reuters, die russische Wehrtechnische Industrie würde den Konflikt mißbrauchen, um neueste Kampftechnik im Einsatz zu erproben und sich damit auf dem Weltmarkt Vorteile verschaffen, widersprachen russische Militär-Fachleute – es geht um die Unterstützung der syrischen Truppen im harten Kampf gegen bewaffnete Extremisten, und dort sind unsere Waffen und unsere Fachleute zum Anlernen im Einsatz, aber natürlich ist außer dem Selbstschutz keine Teilnahme am Kampfhandlungen geplant – von einer „Demonstration“ der Kampftechnik ganz zu schweigen. Hauptsächlich sind auch Waffen sowjetischer Herkunft im Einsatz und nur wenige aus russischer Produktion – da wären vor allem das Flugabwehrsytem für den Nahbereich „Panzir-S1“ und die Anti-Tank-Missile „Kornet“ sowie Mittel zur elektronischen Aufklärung und elektronischen Kampfführung zu nennen.
Natürlich könnte der Flottenverband von See aus auch direkt in die Kämpfe eingreifen, wenn die Regierung Assad das anfordere.

John Kerry sieht die russischen Waffen in Syrien, vor allem die Flugzeuge und die Luftabwehrwaffen, als Bedrohung für die amerikanischen und verbündeten Gruppierungen an. Dies sagte er wenige Stunden nach dem Telefongespräch der beiden Verteidigungsminister Ashton Carter und Sergej Schojgu, das erstmalig sein langem eine Annäherung der Militärs angezeigt hatte.
Allerdings wird nicht etwa eine Koordinierung der militärischen Aktionen gefordert, sondern Rußland soll auf solche verzichten – sie würden nur eskalierend wirken.
Ehrlicherweise muß hier angemerkt werden, daß „friendly fire“ eine der Hauptursachen für militärische Verluste in „modernen“ Kriegen ist – auch ohne daß Kräfte verschiedener Länder in den Konflikt verwickelt sind. Bei der Besetzung des Irak durch die VSA-Truppen wurden mehr VSA-Soldaten durch „friendly fire“ getötet als durch Einwirkung der irakischen Regierungstruppen.

The Financial Times“ fragt „besorgt“, welche Pläne Rußlands in Syrien hinter der Raketenstationierung stünden – hier wird ein uralter Trick angewendet: es werden die relativ kleinen Luft-Boden-Raketen wie große taktische Raketen dargestellt – schon ist der „böse Aggressor“, ohne daß er benannt werden muß, klar.
Luft-Boden-Raketen sind relativ kleine Raketen, die zur Bekämpfung von Panzern, Fahrzeugen, Personengruppen und einfachen Stellungen eingesetzt werden – von Flugzeugen oder Hubschraubern aus. Diese Raketen sind aber sehr begrenzt in ihrer Wirkung – man kann damit zum Beispiel keine befestigten Anlagen oder Bunker angreifen – dazu sind gelenkte Bomben spezieller Konstruktion erforderlich.

Ebenfalls wird auch einfach behauptet, daß Luft-Luft-Raketen zum Einsatz kämen – falls das erfolgt, würde es sich aber um eine Notmaßnahme „im Fall der Fälle“ handeln – es wäre auch nicht das erste Mal, daß ein Kampfhubschrauber von Terroristen erbeutet würde – an der türkischen Grenze zum Irak war ein solcher Fall vorgekommen, und der Helikopter wurde von türkischen Truppen abgeschossen.

Erneut wird John Kerry mit der Forderung nach Rücktritt des Präsidenten Assad zitiert: „man sei bereit, über Zeitpunkt und Art des Rücktritts zu reden“ – ohne allerdings zu sagen, wie es danach weitergehen solle.

Die Zeitung „Kommersant“ berichtete am 21.9., daß ein in Syrien tätiger russischer Militärangehöriger von 1700 Militärfachleuten gesprochen hätte, welche in Tartus im Einsatz seien. Diese würden die Piers umbauen und das Objekt sichern und schützen.
Im August 2010 hatte der Flotten-Kommandeur Wladimir Wysotzkij mitgeteilt, daß künftig in Tartus auch größere Kriegsschiffe anlegen sollten, wie Kreuzer und Flugzeugträger.

Putin selbst sprach nach seinem Treffen mit Netanjahu davon, daß Rußland verantwortungsvoll im Nahen Osten handeln würde. „Wir werden nie vergessen, daß im Staate Israel sehr viele Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion leben. Das drückt unseren zwischenstaatlichen Beziehungen einen Stempel auf. Alle Handlungen Rußlands in der Region waren und werden sehr verantwortungsvoll sein.“

Dagegen riskierten (angeblich) die Aufständischen in Syrien eine dicke Lippe: sie würden Moskau ein „neues Afghanistan bereiten“ – so berichtet zumindest Reuters am 21.9.
Nach eigenen Angaben hatte Reuters eine Umfrage (?) unter den aufständischen Syrern und ISIS-Kämpfern durchgeführt, die eine höhere Präzision der Luftschläge und neue Panzerfahrzeuge festgestellt haben wollen.
Die unbewiesene Schlußfolgerung: „Die Teilnahme der Russen an den Kämpfen würde nach unseren Berechnungen die Kämpfe um einige Jahre verlängern“ soll einer der Syrer geäußert haben.
Und: „Rußland hätte kein Interesse an einer politischen Lösung des Konfliktes“, wird ein Vertreter der „Freien syrischen Armee“ zitiert.
Jeder mag selbst überlegen, was davon wahr sein könnte und was reines Propaganda-Geschreibsel.

Auf jeden Fall ist der Unterschied zu beachten:
der Syrien-Konflikt entstand 2011 durch das Eindringen bewaffneter terroristischer Banden von außen (aus dem Irak) in das Land und forderte bisher zwischen 220 und 250 Tausend Opfer – 11,5 Millionen Menschen wurden vertrieben.
Dagegen war in Afghanistan der Bürgerkrieg daraus entstanden, daß der Erfolg der volks-demokratischen Revolution von 1978 mit nachfolgenden Reformen von islamistischen Kräften im Lande bekämpft wurde. Rußland hatte von 1979 bis 1989 die Regierungstruppen gegen die vielen marodierenden bewaffneten Banden unterstützt und dabei etwa 15 Tausend Mann verloren. Bis heute ist Afghanistan nicht zur Ruhe gekommen – trotz internationaler „Friedens“truppen.

Erneut gibt sich Reuters für die Hetze her: eine anonyme Quelle aus dem Pentagon will in Syrien russische Drohnen festgestellt haben. Genaue Zahlen konnte sie nicht nennen. Offizielle Vertreter des Pentagon wollten diese Angaben nicht kommentieren.
Am 21.9. berichteten israelische Medien über die Schaffung eines Koordinierungszentrums beim Kommando der Luftwaffe, welches das Zusammenwirken mit der russischen Fliegereinheit in Syrien koordinieren soll. So sollen Konflikte und Zusammenstöße zwischen den eingesetzten Kräften beider Länder im Grenzgebiet vermieden werden.

Die türkische Zeitung Cumhuriyet schlägt sich jedenfalls weitgehend auf die Seite der VSA-Administration. Zwar wird die russische Frage nach den Folgen einer konzeptionslosen Ablösung Assads wiederholt, die auf Libyen und den Irak verwiesen hatte, aber sogleich werden die Waffenlieferungen Rußland als „verschärfender Faktor“ dargestellt. So sollen in den ersten 8 Monaten 2015 39 Schiffe durch den Bosporus gegangen sein, natürlich alle mit „Schützenwaffen, Raketen-Gefechtsköpfen (damit sind wohl die kleinen „Kornet“-Anti-Tank-Missiles, ähnlich RPG oder Javelin gemeint), LKWs, neuesten gepanzerten Transportfahrzeugen BTR-82A“. Es wird auch eine russische „taktische Gruppe“ in Syrien vermutet (!), mit etwa 1000 Instrukteuren.

Das Freundschaftsabkommen von 1980 als „nun wiederblebt“ dargestellt (obwohl es nie „tot“ war), die zeitweiligen russischen Fliegerkräfte in Latakia werden zu einem ständigen russischen Stützpunkt, „dem ersten in Nahen Osten“, umphantasiert, „mobile Kasernen“ seien in Bau etc.
„180 km südlich von Ingirlik (
der VSA-Luftwaffen-Basis in der Türkei) entsteht noch ein Element, das das ganze Spiel verändert.“

Putin wird auf der UN-Vollversammlung am Monatsende den Ländern der Region und den Großmächten vorschlagen, mit den syrischen und iranischen Führungen zusammenzuarbeiten, da dies die einzigen funktionalen Kräfte im Krieg gegen die ISIS-Extremisten und radikalen Islamisten seien. Bereits am 4. September hatte er in Wladiwostok angekündigt, daß Assad bereit sei, mit der „gesunden“ Opposition (die nicht zu den salafistischen Dshihadisten gehört) seine Macht zu teilen.

Als Antwort darauf würde der Westen ein Argument ständig wiederholen, an das er selbst nicht glaubt: „Assad geht, und die Extremisten verschwinden“. (die Frage wäre dann, WOHIN sie „verschwinden“: Richtung Zentralasien und Kaukasus, d.h. Richtung Rußland ?)
Die VSA-Luftschläge und die antiislamische Koalition bringen jedenfalls nichts. Die Flüchtlinge vor dem „Regime-Change“ überfluten Europa, und dort ist man bereit, auch mit Assad zusammenzuarbeiten, um diese Ströme einzudämmen.
Wenn wir schon in der Türkei keine Demokratie mit einem „gemäßigten politischen Islam“ hinkriegen, sind wir schlecht vorbereitet auf das was da kommt.
Soweit Ceyda Karan.

Die westlich orientierte „InoPressa“ zitiert das WSJ, das einen „schwachen VSA-Präsidenten“ ausgemacht hat – nun „könne Rußland Assad retten, die Zusammenarbeit mit dem Iran festigen und seine Militärpräsenz im Mittelmeerraum ausbauen, was diplomatische Hebel zur Verringerung der Sanktionen formiere“. (wie sollen denn diese „Hebel“ aussehen?)
Auch andere Lügenmedien kommen zu Wort. Die NYT verweist auf Kerry (siehe oben) und „anonyme Quellen“, Tribune de Geneve zieht Verbindungen zum Ukraine-Konflikt und zu Afghanistan, The Daily Beast hat auch nur Spekulationen und Vermutungen – nichts Substanzielles, aber breit ausgewalzte West-Propaganda – erstaunlich wie friedlich der angebliche Diktator auf solches aus- und inländisches „Analysten“-Gesabber reagiert…

Auch Netanjahu bestätigt nach seinem Blitzbesuch in Moskau, bei dem auch der Generastabschef Aisenkot und der Chef des AMAN-Militärgeheimdienstes Cha-Levi zugegen waren, als wichtigstes Ergebnis die Vereinbarung zur Militär-Koordinierung, hatte aber auch andere verwunderliche Resultate im Gepäck.
Während des Treffens hatte er Syrien, Iran und die Hisbollah beschuldigt, eine „zweite Front“ gegen Israel auf den Golan-Höhen aufzubauen. Eine große Gefahr sah er in der Weitergabe russischer Waffen an die Hisbollah – die offensichtliche Versorgung der ISIS-Extremisten mit VSA-Waffen schien ihn nicht zu beunruhigen. Die von internationalen Medien berichteten israelischen Luft-Angriffe in Syrien wollte er nicht kommentieren.
Putin versicherte erneut, die Interessen Israels zu berücksichtigen.

Von InoSMI wird ein Beitrag der New York Post in russisch veröffentlicht, der in der syrischen Küste „eine neue Krim“ vermutet. Rußland wolle ganz Syrien kontrollieren, das „Putin-Schema“ benutze die örtliche Bevölkerung für seine Zwecke. Später wird dann der syrische Küstenstreifen als „letzte Zuflucht“ der christlichen Assad-Allewiten dargestellt, den Putin als „nützliches Syrien“ erhalten wolle etc.pp.
Wer mag, kann sich gern das englische Original reinziehen – mir sind solche verlogenen Propaganda-Artikel, dazu noch unter „arabischen“ Namen, ein Graus.

Itar-Tass dagegen zitiert das elektronische WSJ vom 21.9. mit der erstaunlichen Erkenntnis, daß die Aktivierung der Zusammenarbeit Rußlands mit Iran und Syrien es erschwert, die Ablösung Assads durch die VSA-Administration durchzuziehen – sie sei in einer diplomatischen und strategischen Sackgasse gelandet. Eine diplomatische Regelung „nach Moskauer Konditionen“ sei nun möglich.

Die kleine Zeitung „Vestnik Mordovii“ spekuliert über einen möglichen Einsatz neuester russischer Panzertechnik in Syrien, so des BMPT „Terminator“, einem Umbau der veralteten T-72 zu einem modernen Kampfwagen – ein Hinweis darauf, daß die bisher gelieferten Fahrzeuge durchaus nicht das neueste und beste seien, was die russische Wehrtechnik zu bieten hat.

Wir sehen:
Das ganze Thema wurde und wird von VSA-Administration und West-Medien systematisch hochgepuscht, da offensichtlich politisch kein Konzept da war und ist.
An diesen Beispielen sollte klar werden, wie hinterhältig und brutal die Medien des Westens am Krieg in Syrien teilnehmen – und am Krieg um die Köpfe der Menschen in allen Ländern der Welt – zusammen mit ihren Ablegern innerhalb Rußlands, die eine im Westen nicht gekannte Rede- bzw. Schreibfreiheit genießen – und dies weidlich für ihre Agitationszwecke als „fünfte Kolonne des Westens“ ausnutzen.

Das Schema ist einfach, und ein russischer Netz-Kommentator hat es auf den Punkt gebracht:
„Zuerst setzt irgendein „gesellschaftliches“ NGO-“Zentrum“ eine brutale Zweck-Lüge in die Welt, diese „Information“ wird von den Massenmedien aufgegriffen, dann wird eine vorgefertigte Welle in den „sozialen“ Netzen losgetreten, wo Fotos und Videos mit angeblichen „Beweisen“ der Verbrechen des Regimes auftauchen, weiter schaltet sich das State Department ein.
Wie man mit solchen Leuten noch Vereinbarungen treffen will, ist unverständlich, aber es gibt wohl keine anderen.“

—————————————–
Luckyhans, 25. September 2015
—————————————–

P.S. Hinweis eines Bekannten:

http://n8waechter.infGo/2015/09/isis-greift-russenbasis-in-syrien-an-und-besitzt-detaillierte-plaene-und-satellitenbilder/

. . . „Interessanterweise berichtet die Zeitung auch, dass die ISIS-Kämpfer “im Besitz eines detaillierten Plans der Luftwaffenbasis und klarer Satellitenbilder mit markierten militärischen Schlüssel-Installationen“ waren, obwohl Russland die Basis erst seit ein paar Wochen betreibt.
Damit stellt sich die Frage: Wer hat die ISIS mit dieser Art Informationen versorgt?“ . . .

Aber das ist doch längst klar, daß die VSA mittels CIA dort ein ganz schmutziges Spiel betreiben – es geht zur Zeit NUR darum, möglichst viel Chaos zu stiften, damit alle kommenden geheimen Bewegungen und Aktionen (auch von Mi-6 und Mossad) nicht nachverfolgbar sind („es war halt alles so chaotisch“)… und dann werden weiter „private“ Söldner von Academi und andern „Vereinen“ nebst Geheimdienstagenten und Sondereinheiten eingesetzt, um die Puppen an die Macht zu bringen, die „genehm“ sind… durchsichtig das alles – und nix wirklich Neues…

——————————
Luckyhans, 26. September 2015


6 Kommentare

  1. thomram sagt:

    Mann, da war Lücki wieder mal fleissig und akribisch. Danke, Lücki.

    Im Prinzip das alte Spiel. Welch Primitivität von Lug Trug Gewalt Machtmissbrauch. Welch gigantischer Apparat, der immer noch funktioniert. Schwer verdaulich, und doch muss ich es verdauen, um dran nicht zu ersticken. Ein In Mich Gehen bei sanftem Spaziergang ist angesagt.

    Liken

  2. thomram sagt:

    Ich bewundere Menschen wie Assad. Er hält die Stellung in schwierigster Position. Er bleibt sachlich. Er spricht engagiert, aber ruhig. Ich ziehe meinen Hut tief.

    Liken

  3. Vollidiot sagt:

    Luck
    hat schon lange die prinzipielle Bösartigkeit der CoL und WDC verstanden.
    Ein Hoch auf den Erkenntnisdrang!!

    Liken

  4. […] Ergänzung zu unserer ausführlichen Betrachtung sollen hier die Ausgangspositionen klargestellt werden, denn es wird erwartet, daß das Engagement […]

    Liken

  5. Chris sagt:

    ich kann hier noch die Kommentare von dem Artikel empfehlen, dann hat man noch ein runderes Bild von der ausufernden Verblödung.

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: