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Vom Kalten Kriege-2

Wir hatten unlängst begonnen, uns mit der Analyse des sog. Kalten Krieges zu befassen – einer der interessantesten Erscheinungen des vergangenen Jahrhunderts:
was ist im sog. Kalten Krieg tatsächlich vor sich gegangen und warum konnte nur dieses eine Endergebnis dabei herauskommen, das wir auch erhalten haben?
Nach Teil 1 heute nun Teil 2, und bitte die Kommentare – soweit es geht – auf die bisherigen Darlegungen beschränken.

© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 14. Oktober 2017 – Kommentare von mir, Hervorhebungen wie im Original, ergänzt von mir.
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Wie wir den Kalten Krieg verloren haben. Der psycho-historische Kampf und die Kapitulation der UdSSR – Teil 2

Autor: Andrej Fursow, 26. September 2017

(wir waren am Ende von Teil 1 mitten in der Geschichte der Interpretation (!) des KK steckengeblieben…)

So sagte im Jahre 1991 mit dem Munde seines Helden Smiley (in „The Secret Pilgrim“ – in deutsch als „Der heimliche Gefährte“ bekannt) John Le Carre – ein Antikommunist, aber was den Westen insgesamt betrifft, ein objektiver Autor:
„… das vulgärste am KK ist, wie wir es gelernt haben, unsere eigene Propaganda zu schlucken… Ich will mich nicht mit Didaktik befassen, und natürlich haben wir dies im Verlaufe unserer gesamten Geschichte getan
(unsere eigene Propaganda geschluckt – A.F.).
In unserer vermeintlichen Ehrlichkeit haben wir unser Mitgefühl dem großen Gott der Gleichgültigkeit zum Opfer gebracht.
Wir haben die Starken gegen die Schwachen verteidigt, wir haben die Kunst der gesellschaftlichen Lüge zur Vollkommenheit geführt.
Wir haben Feinde aus den achtenswerten Reformatoren und Freunden gemacht – aus den ekelhaftesten haben wir Machthaber gemacht.
Und wir haben noch nicht eingehalten, um uns zu fragen: wie lange kann man noch unsere Gesellschaft mit solchen Mitteln verteidigen und dabei eine solche Gesellschaft bleiben, die es wert ist verteidigt zu werden.“

Nach der Kapitulation der UdSSR im KK haben der Westen und seine Einfluß-Agentur in Rußland aktiv begonnen, uns das reinzudrücken, was sie früher ohne zu murren selbst geschluckt haben.
Die Aufgabe war, es so hinzukriegen, daß der KK im historischen Gedächtnis als ein Sieg des demokratischen Westens über den „sowjetischen Totalitarismus“, über das „kommunistische Rußland“ verbleibt, und zwar als Sieg in einem Krieg, den dieses Rußland – die stalinistische UdSSR – mit seinem „ewigandauernden Expansionismus“ auch begonnen hat.

Die übergeordnete Aufgabe war, diese Interpretation des KK für die Neuordnung der Folgen und Ergebnisse des Zweiten Weltkrieges zu benutzen, indem man den Sieg der UdSSR wenn schon nicht als Niederlage, so doch als Katastrophe darstellt, und damit die UdSSR (Rußland) aus der Reihe der Sieger in das „Lager“ der gleichzeitig Besiegten und Aggressoren stößt – zusammen mit Hitlerdeutschland.
(und damit das nicht klappt, muß sich nun Rußland unbedingt als großer Sieger des WK2 hervortun und sich vom pösen Hitlerdeutschland distanzieren? welch dumme, kurzsichtige Reaktion… statt sich mit den „guten Deutschen“ und allen vernünftigen Menschen zu verbünden und gemeinsam für eine „positive Revision“ der Geschichte des Krieges einzutreten… was natürlich auch eine sachliche Auseinandersetzung mit dem deutschen „Nationalen Sozialismus“ bedeuten würde, wozu allerdings ein Putin aufgrund seines Werdeganges gewiß nicht in der Lage ist… so bleibt halt nur dieser dumme Weg, der mittelfristig ins Abseits führt)

Ganz nebenbei läßt sich damit auch prima die reale Rolle Großbritanniens und der VSA in ihrer Qualität als Zündeler des Krieges vertuschen.
Klar daß ein solches Schema weder aus wissenschaftlicher Sicht, weder aus praktischen noch ästhetischen Gründen uns keinesfalls paßt.

Wie uns auch die Verschiebung des KK irgendwo an die Peripherie des intellektuellen Interesses und des öffentlichen Diskurses als etwas, das insgesamt klar ist, und dessen Details man den Fachleuten überlassen kann, passen kann.
(oh, da hat sogar A. Fursow noch nicht erkannt, daß mit der vollständigen Gleichschaltung aller Massen-Medien dieser Welt es gar keinen Raum mehr für einen öffentlichen Diskurs gibt – wo bitte sollte dieser denn stattfinden, wenn nicht in den Medien? man hat den Menschen still und leise den Raum für einen öffentlichen Diskurs gestohlen… – denn das Weltnetz kann dies aufgrund seiner individualisierten Struktur gar nicht leisten – außerdem wird es ja bekanntlich totalüberwacht…)

Puschkins Archip-Schmied aus „Dubrowskij“ hat in solchen Fällen gesagt: „wie nicht so“.
Mit den Details – mit allen kleineren, aber dennoch wichtigen (denn genau dort versteckt sich der Teufel) – sollen sich wirklich die Schmalspur-Fachleute „bis zum dritten Haar im linken Nasenloch“ befassen.
Allerdings entsteht das Ganze nicht nur aus der Summe von Details, Faktoren usw.
Es ist nicht gleich der Summe – selbst die vollständigste Summe erklärt nicht das Ganze und ersetzt es nicht.
(denn erst der Zusammenhang der Teile und deren Wechselwirkungen machen dann „das Ganze“ aus)
Die ganze systematische gedankliche Durchdringung des KK ist eine besondere und unaufschiebbare Aufgabe, und genau diese ist noch bei uns bei weitem nicht gelöst.

Wir haben keine – und hatten nie eine – ganzheitliche Sicht des Prozesses des KK als historisches Ganzes, als eine Art Schachbrett, wo die Figuren miteinander in Wechselbeziehungen verbunden sind.
Übrigens liegt darin einer der Gründe, warum die UdSSR im KK kapituliert hat.

Dagegen haben die Angelsachsen – die Engländer und Amerikaner – eine solche ganzheitliche Schachbrett-Sichtweise des Welt-Kampfes in der Theorie und besonders in der Praxis – als Informations-Waffe in den letzten 300 Jahren genau im Anschlag.
Das hat dazu der bemerkenswerte russische Geopolitiker E. A. VandamJedrichin geschrieben:
Die einfache Gerechtigkeit erfordert die Anerkennung dessen, daß die Eroberer der Welt und unsere Lebensfeinde, die Angelsachsen, eine unbestreitbare Qualität besitzen – niemals und in nichts spielt unser gelobter Instinkt bei ihnen die Rolle der tugendhaften Antigone.
Aufmerksam beobachten sie das Leben der Menschheit im Ganzen und bewerten jedes Ereignis in dessen Einflußpotenz auf deren eigene Angelegenheiten – sie entwickeln in unermüdlicher Hirntätigkeit in sich die Fähigkeit, über ungeheure Entfernungen in Zeit und Raum zu schauen und fast zu erspüren, was für die Menschen mit faulem Hirn und schwacher Vorstellungskraft als leere Phantasie erscheint.

In der Kunst des Kampfes um das Leben, d.h. in der Politik, gibt ihnen diese Fähigkeit alle Vorteile eines genialen Schachspielers gegenüber mittelmäßigen Spielern.
Die mit Ozeanen, Kontinenten und Inseln übersäte Erdoberfläche ist für sie so eine Art Schachbrett, und die sorgfältig in ihren Haupteigenschaften und Geisteshaltungen untersuchten Führer der Völker sind lebendige Figuren und Bauern, mit denen sie mit einer solchen Berechnung operieren, daß der Gegner, der in jedem vor ihn stehenden Bauern einen eigenständigen Feind sieht, schließlich und endlich im Unverständnis darüber sich verliert, wann und wie denn er jenen verhängnisvollen Zug gemacht hat, der zur Niederlage in der ganzen Partie geführt hat?

Genau solcherart Kunst sehen wir jetzt in den Handlungen der Amerikaner und Engländer gegen uns.

(und? fragen wir uns auch mal, warum oder woher die Angelsachsen diese besonderen „Fähigkeiten“ haben? und warum gerade die Angelsachsen?
wie war das mit England als dem Stützpunkt der Invasoren-Parasiten auf der Erde? Echsen-Reptilien, die eine deutlich höhere Lebenserwartung haben als wir heutigen Menschen – genauso hoch wie die Menschen sie früher hatten – einige Hundert Jahre?
und daher schon allein an Lebens-Erfahrung und Weisheit jeden von uns Heutigen „in die Tasche stecken“ können?)

Und das war gesagt worden über die Situation zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Und wie ähnlich ist das der Situation Ende des 20. – Anfang des 21. Jahrhunderts!
Die nichtadäquaten spätsowjetischen und danach die RF-Führer – nicht adäquat zur modernen Welt, mit dem
Fehlen einer ganzheitlichen Weltanschauung -, sind die Sowjetunion der 1980er und die RF der 1990er teuer zu stehen gekommen.
Die sowjetische Spitze hat sich als vollständig unvorbereitet erwiesen für die neuen Formen des Weltenkampfes (vor allem die wirtschaftlichen und psycho-historischen, d.h. die kulturell-psychologischen), welche die westlichen Führer begonnen haben anzuwenden.

Es scheint nur auf den ersten Blick so, daß wir vom KK sehr viel wissen. Allerdings sprach Hesiod seinerzeit schon: „der Fuchs weiß viel, aber der Igel weiß das entscheidende“. Es gibt eine Reihe von Hauptfragen, die zu durchdenken es lohnt.
Worin besteht
das Wesen des KK als Konfrontation, sein Platz in der Geschichte?
Konfrontierten einander die UdSSR und die VSA?
Aber deren Konfrontation war niemals ein Krieg.
„Kalt“, sagt ihr – aber was bedeutet das?
Wer und warum hat diesen KK gewonnen?
Die VSA? Das sagen diese.
Aber vielleicht auch jemand anderes?
Und dann noch: die VSA in welcher Form – als Staat oder als Cluster der Transnationalen Konzerne?
Warum hat die UdSSR kapituliert?
Nicht selten wird die Wahl, die Gorbatschow
(garbage-Hoff?) und seine superweise Mannschaft in den Jahren 1987 – 1989 getroffen hat, so erklärt: die Lage der UdSSR war in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre so schwierig, daß eine Rettung nur möglich war durch die Annäherung an den Westen.

Ja, dann laßt uns doch mal die Lage der UdSSR im Jahre 1985 und 1945 vergleichen.
Wann war diese Lage schwieriger?
Im Jahre 1945 kam die UdSSR gerade aus einem schweren Krieg. Eine zerstörte Wirtschaft, eine bis aufs Letzte abgekämpfte, zermürbte Bevölkerung.
Die Amerikaner hatten eine blühende Wirtschaft, die fast die Hälfte des Welt-Brutto-Sozialproduktes herstellte und – das wichtigste – sie hatten die Atombombe, die wir nicht hatten, und die Bereitschaft, schon im Jahre 1945 (Dezember-Direktive der Vereinigten Militär-Planungsstabes der VSA Nr. 432/d) 196 Atombomben auf 20 sowjetische Großstädte abzuwerfen.
(das klingt nun wieder sehr danach, als ob A.F. der Westpropaganda voll auf den Leim gegegangen ist, denn zu diesem Zeitpunkt gab es nicht nur keine 196 Atombomben in den VSA, sondern nicht mal eine Handvoll – das ist ein ganz sicherer Fakt;
und beide auf Japan abgeworfene Bomben – falls es überhaupt Atombomben waren – beruhten auf deutschen Entwicklungen und Materialien, die bei der widerrechtlichen Eroberung von Thüringen von den Amerikanern weggeschleppt worden waren – mehr dazu
bei Thomas Mehner & Co.;
andere Quellen bezweifeln
überhaupt, daß es Atombomben gibt – da ist sehr vieles, was noch „offen“ ist;
freilich würde eine Klärung sowohl in der einen wie auch in der anderen Richtung wieder neue Fragen aufwerfen – und zwar auch solche Fragen und Schlußfolgerungen, welche die Grundlagen der gegenwärtige „Weltordnung“ im Nu zerreißen würden…)

Nach der Logik jener, welche die Gorbatschow-Leute rechtfertigen, hätte Stalin im Jahre 1945 sich zu den Bedingungen des Marschall-Planes ergeben müssen, vor Amerika kapitulieren müssen, und die UdSSR hätte sich zusammen mit dem restlichen Europa in ein amerikanisches Protektorat verwandeln müssen.
(was seit Anfang der 1990er Jahre still und leise geschehen ist – genannt: Europäischer „Einigungsprozeß“ – die EU ist ein CIA-Projekt)

Allerdings ist die sowjetische Führung einen anderen Weg gegangen, den einzig richtigen für eine würdige Großmacht – und es gab in der damaligen sowjetischen Führung kaum noch Schlechtlinge-Wendehälse, die sich um jeden Preis der Bourgeoisie andienen wollten – die waren Ende der 1930er Jahre fast alle erschossen worden.

Im Jahre 1985 war die UdSSR eine Supermacht, hatte ein mächtiges Atomwaffen-Potenzial und befand sich – entgegen den Perestrojka- und Post-Perestrojka-Manipulationen der Zahlen – in einer absolut nicht katastrophalen wirtschaftlichen Lage; das ist genau so eine Lüge wie die Schwätzereien jenes Gajdar von dem im Jahre 1992 bevorstehenden Hunger, vor dem uns angeblich seine Regierung gerettet habe – Gott schütze uns vor solchen Rettern.
Allerdings standen die VSA in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre wegen der Notwendigkeit, das Wettrüsten mitzumachen und gleichzeitig das Lebensniveau der Arbeiter- und der Mittel-Klasse zu halten, nicht nur vor einer Katastrophe, sondern sie hingen schon über dem Abgrund.
Wir – völlig beschäftigt mit unserer „Perestrojka“ und der „Oral-Politik“
(also nur Gequatsche anstelle Real-Politik) der Gorbatschowler – haben ein weiteres Mal aus dem Blick verloren, was in der Welt vor sich geht. Daß Jelzin von der Brücke gefallen ist usw. war uns wichtiger als die Veränderungen in der Weltwirtschaft.

Wann begann es nach Kälte zu riechen?

Ja, wann begann denn nun der KK? Und wieder Fragen. Viele meinen, daß er schon 1917 begonnen hat. Diese Meinung vertritt zum Beispiel Andre Fontaine, der ehemelige Chefredakteur der Zeitung „Le Monde“. Der erste Band seiner „Geschichte des Kalten Krieges“ heißt dann auch so: „Von der Oktober-Revolution bis zum Korea-Krieg, 1917 – 1950“.

Gibt es dafür Gründe, für ein solches Herangehen? Teilweise schon.
Allein der Fakt der Entstehung und der Existenz Sowjetrußlands als antikapitalistisches Phänomen bedeutete eine sozio-systematische
Bedrohung für den Westen.
(naja, „pöse VTler“ meinen ja, daß das „sowjetische Experiment“ absichtlich lanciert wurde, und unter der Führung der chasarischen Clique zuerst mal, wie beabsichtigt, für die drastische Reduzierung der Völker jenes Landes sorgte – der sog. Bürgerkrieg -, wobei man sich über jegliche Zahlen schon lange nicht mehr einig ist – dann aber „außer Kontrolle geriet“, dank Josif Wissarionowitsch;
wieder andere sehen auch JWS als Puppe der Parasiten an, was nun weitgehend jeglicher Logik entbehrt…)

Die UdSSR als Staat war ursprünglich so aufgebaut, daß sie sich mit Leichtigkeit in die Sozialistische Welt-Räte-Republik verwandeln konnte.
In er 1924 eingeführten Verfassung war ausdrücklich vermerkt, daß „der
Zugang in die Union für alle sozialistischen Republiken offen ist – sowohl für existierende als auch für künftig entstehende, daß der neue Unionsstaat eine würdige Krönung der noch im Oktober 1917 gelegten Grundlagen eines friedlichen Zusammenlebens aller Völker sein wird, daß er als treues Bollwerk gegen den Weltkapitalismus dienen wird und als neuer entschiedener Schritt auf dem Wege der Vereinigung der Werktätigen aller Länder in der Sozialistischen Welt-Räte-Republik“.
Und die UdSSR nannte sich zuerst WUdSSR? Wo das „W“ bedeutete „
Weltweite“ – mit einem Wort, Erdballweite Republik.
(übrigens ein interessantes Detail: daß in allen neueren Übersetzungen ins Deutsche immer nur von „Sowjetrepublik“ gesprochen und geschrieben wurde, und niemals von „Räterepublik“, was „Sowjet“ ja bedeutet – so kann man das Wesen des Staates gleich mal begrifflich von den Deutschen fernhalten und auf die „Diktatur des Proletariats unter Führung der Partei“ reduzieren – in Wirklichkeit ging es um Räte, die das Land lenken – wie auch heute in allen westlichen „Dämon-archien“ solche Räte tätig sind;
daß dies nicht immer so war, zeigt zum Beispiel die „Bayerische Räte-Republik“, die damals das Wort „Sowjet“ durchaus noch ins Deutsche zu übertragen wußte… ja, ich weiß, jetzt kommen wieder die „Eisner war ein Jude“-Fans – können wir auch mal einfach was zur Kenntnis nehmen und darüber nachsinnen?
zum Beispiel darüber, daß heute in allen Städten
Stadträte wirken, in den Gemeinde Gemeinderäte usw. – daß also eine „Sowjet-Macht“ eigentlich längst weltweit etabliert ist? auch wenn sie keiner so nennen darf?
aber bitte nicht wieder ins andere Extrem verfallen – die vernünftige Organisation der gesellschaftlichen Verwaltung hat mit „Sowjet-Diktatur“ und „Sozialismus“ oder „Kommunismus“ rein gar nichts zu tun…)

Daher haben zum Beispiel russische Juristen-Emigranten, im Einzelnen P.P. Gronskij, vom Zeitpunkt der Entstehung der UdSSR an richtigerweise auf die andere, nicht staatliche Natur dieses Machtorganismus verwiesen – „Sowjetrußland“, schrieb Gronskij,“öffnet gastfreundlich seine Türen für alle Völker und Staaten, es lädt zum Eintritt in die Union ein, mit nur einer beständigen Bedingung – der Verkündung einer Räte-Form der Verwaltung und der Durchführung eines kommunistischen Umsturzes.
Wenn die Einwohner von
Borneo, Madagaskar oder Zululand eine Räte-Ordnung erreichten und kommunistische Ordnungen verkünden, dann können diese neuen, vielleicht entstehhenden Räte-Republiken nur aufgrund ihrer Verkündung in die Union der Kommunistischen Räte-Republiken aufgenommen werden.
Wenn
Deutschland zu den Gütern der kommunistischen Ordnung übergehen wollte, oder Bayern oder Ungarn die Erfahrungen eines Kurt Eisner oder eine Bela Kuhn wiederholen wollten, so könnten diese Länder in die Sowjetische Föderation eintreten.“

Die Schlußfolgerung Gronskijs:
„Die Union der Sozialistischen Räte-Republiken ist keine in sich gefestigte Staatsordnung, sie kann zu einem beliebigen Zeitpunkt verschwinden und ist gleichzeitig fähig zur grenzenlosen, nur durch die Oberfläche unseres Planeten begrenzten Erweiterung.“
(falls beim Lesen dieser Zeilen der eine oder andere unserer braven Leser so ein seltsames Gefühl hatte, als ob ihm etwas kalt den Rücken herunterläuft: das ist nur der seit der Muttermilch mit allen Fasern aufgesogene Anti-Kommunismus – die übergeordnete Weltreligion des Westens – der sich da bemerkbar macht, es ist die eingetrichterte physische Angst vor allem, was sich „kommunistisch“ nennt (oder so genannt wird) – freilich stets OHNE das auch wirklich zu SEIN…)

Холодная война – это один из этапов безпощадной и жестокой войны одичавшего Запада против Руси

Eine andere Sache ist, daß in den 1920er–1930er Jahren die UdSSR keine Kraft hatte, sich zu erweitern, sie konnte sich nur verteidigen. Der Westen, vor allem Großbritannien und Frankreich, führten in den 1920er-1930er Jahren eine Politik durch, die auf die Unterminierung und Vernichtung der UdSSR hinauslief – vor allem mit den Kräften Deutschlands (dafür haben sie Hitler an die Macht geführt).
Dennoch waren auch für den Westen in der Zwischenkriegszeit, die im Wesen nur eine Phase des Aufatmens im „Neuen Dreißgjährigen Welt-Krieg“ des 20. Jahrhunderts (1914 – 1945) war, die Möglichkeiten des Drucks auf die UdSSR begrenzt.
(da dieser sog. 2. Weltkrieg bis heute nicht mit einem Friedensvertrag beendet wurde, können wir getrost von einem neuen Hundertjährigen Krieg 1914 – 2017 sprechen)

In den 1920er Jahren mußte der Westen sich erstmal vom Krieg erholen, nach dem faktischen Untergang Europas in die Tiefe der Geschichte, und in den 1930er Jahren begannen sich die innerwestlichen Widersprüche zu verschärfen, und die UdSSR konnte damit „spielen“, was sich unter anderem im Vortrag M. Litwinows auf der 4. Sitzung des ZEK (Zentrales Exekutiv-Komitee – eine Art Ministerrat-Ersatz) der UdSSR am 30. Dezember 1933 widerspiegelte.
Dieser Vortrag bedeutete die Abkehr der Sowjetischen Führung von der ultrarevolutionären Doktrin, von der sie sich seit den Zeiten des Bürgerkrieges hatte leiten lassen und gemäß der eine beliebige Verschärfung der internationalen Situation für die UdSSR günstig war (es lebe die Revolution!), und jede beliebige Stabilisierung eine Verschlechterung darstellte.
Ab Beginn des Jahres 1934 beginnt die UdSSR sich mehr als Staat zu benehmen – als Mitglied zwischenstaatlicher Systeme (1934 trat die UdSSR dem Völkerbund bei), und nicht mehr sich nur als Inkubator der Weltrevolution zu fühlen, was seinen Niederschlag auch in der Innenpolitik fand, darunter in den Beziehungen zum historischen und nationalen Erbe.
(erneut sei eine besondere Begriffsbezeichnung hervorgehoben: der „Völkerbund“ im Deutschen, wird im Russischen und Englischen „Liga der Nationen“ geheißen – warum wohl dieser Unterschied?
denn ein „Bund“ der „Völker“ ist ja wohl in jeder Hinsicht etwas anderes als eine „Liga“ der „Nationen“, oder? bedenkenswert, nicht wahr?
wer hat da alles hier im Lande mitgespielt bei der Verdummung der Deutschen schon zu damaligen Zeiten, mit all diesen Begriffsverkehrungen und -verdeckungen?
Und wie erfolgreich werden
heute die Begriffsinhalte zerstört?
jeder meint, unter einem bestimmten Begriff – Paradebeispiel „Demokratie“ – etwas „eigenes“ verstehen zu müssen oder zu können, aber wie so oft ist das Gegenteil der Fall: jeder Begriff HAT EINE BESTIMMTE Bedeutung, an der allerdings zielgerichtet seit Jahrzehnten medial „herumgeschraubt“ wird, um sie in ihr Gegenteil zu verkehren oder zumindest den Menschen eine vernünftige Diskussion zu erschweren – Beispiele: „gemein“ oder „link“ oder „Sippe“ oder „Bande“ usw.)

Also, die Datierung mit dem Beginn des KK im Jahre 1917 wäre nicht genau.

(Fortsetzung)


11 Kommentare

  1. Richard d. Ä. sagt:

    „Der Westen, vor allem Großbritannien und Frankreich, führten in den 1920er-1930er Jahren eine Politik durch, die auf die Unterminierung und Vernichtung der UdSSR hinauslief …“

    Möglicherweise lagen die Dinge doch komplexer. Bei G.G. Preparata ist nachzulesen, daß die Angloamerikaner während des russischen Bürgerkrieges zwar offiziell die „Weißen“ unterstützt hatten, unter der Hand aber den „Roten“ zum Sieg verhalfen und damit der jüdisch-bolschewistischen Revolution, vielleicht als eine Art Experiment zur Errichtung der „Neuen Weltordnung“? [Preparata GG: Wer Hitler mächtig machte. Wie britisch-amerikanische Finanzeliten dem Dritten Reich den Weg bereiteten. 4. Auflage, Basel, Perseus Verlag, 2015 (Seite 97ff: „Der Verrat der Alliierten an Russlands Weißen“)].

    Während Stalin ja (aus pragmatischen Gründen?) den Umbau der Gesellschaft in einem / im eigenen Land verfolgte, hatte sein Antipode Trotzki, unterstützt von angloamerikanischen Banken, von Anfang an die „Weltrevolution“ im Visier, an deren Ende wohl eine Weltordnung gestanden hätte, wie sie heute von den angloamerikanischen Hintergrundmanipulatoren angestrebt wird. Ist die „Oktoberrevolution“ (dieses Jahr 100-jähriges Jubiläum!) letztendlich also als Anlauf / Versuch der Errichtung der NWO durch die Hintergrundmanipulatoren zu interpretieren, allerdings mit einem durch Stalin „versauten“ Verlauf?

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  2. Texmex sagt:

    Man sollte auch leise anmerken, dass die Finanzierung beim 1. Versuch (Februarrevolution) durch den großen Menschenfreund unzureichend war und das ganze in die Hose ging.
    Erst im 2. Anlauf mit immens mehr Diridari im Eisenbahnwaggon – verplombt, damit auch ja nix weg kam – war genug Kapital auf dem Weg in eine blutrote Zukunft.
    Der Herr Fursow blendet eben doch wieder den richtigen Kompass aus:“Folge dem Geld“.
    Vor uns liegt ja dann auch deutlich sichtbar das neue Endziel, diesmal der wahre Kommunismus.
    Das wird lustig werden, ich Frage mich nur ganz, ganz leise, wieviele (un)schuldige Menschen diesmal ins Gras beissen müssen? Der Wahnsinn hat Methode.

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  3. luckyhans sagt:

    zu R.d.Ä. um 06:25
    … demnächst dazu mehr Fakten. 😉
    Jetzt nur kurz: der sog. Bürgerkrieg war eine reine Aggression des Westens gegen den jungen Sowjetstaat – nicht zu stark, damit der kampf möglichst öange anhielt und möglichst viele Russen sich gegenseitig umbringen konnten – angelsächsische Menschenfreundlichkeit…

    Und: Stalin hatte bis Ende 1933 die Linie der Weltrevolution unterstützt, erst danach zog er den neuen Kurs konsequent durch… demnächst dazu mehr.

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  4. luckyhans sagt:

    zu Texmex 24/10/2017 um 21:19
    Das mit derm „unvollendeten“ Februar-Umsturz war anders geplant – schon damals sollten die verschiedenen Kräfte gegenseitig übereinander herfallen, mit viel Chaos und Blut. Dann ließ die deutsche Armee vorrücken, die aber gestoppt wurde. Und dann kam man auf die Idee mit dem Uljanow-Trupp… 😉

    Und zum „neuen Kommunismus“: schon die Rede von Xi gelesen? Aufschlußreich…

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  5. Texmex sagt:

    @Lh
    Ich bin nur ein kleines Licht, ich Krieg nur die Buchstaben-Wassersuppe vorgesetzt.
    https://www.google.com.mx/amp/s/www.shz.de/deutschland-welt/politik/xi-jinping-eroeffnet-den-parteikongress-und-traeumt-von-china-als-weltmacht-id18104331-amp.html
    Aber ja, es alles drin, was die Morgenröte hoffnungsvoll macht.
    Kampf gegen die 3 Wurzelgifte Terrorismus, Separatismus und Extremismus. Weltklassearmee sowieso. Suuberes Ciber, schwiizerdütsch in mandarin. Und gaaaanz wichtig, gerechte Globalisierung, was immer das auch sein soll.
    770 = Chabad Lubavich UND China.
    Prost!!!
    Ich schick Dir jetzt wirklich mal, was ich Dich immer schon mal lesen lassen wollte.
    Demnächst in diesem Theater.

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  6. Luckyhans sagt:

    zu Texmex um 14:42
    Der Beitrag ist ein typisches MSM-Produkt: wenig Information zum Wesentlichen, viel Interpretation und „Meinung“, viel Nebensächliches.
    Mal sehen, ob ich im russischen Netz was sinnvolles zum 19. PK finde… 😉

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  7. Texmex sagt:

    @Lh
    Wäre nett.

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  8. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  9. ALTRUIST sagt:

    Eine andere Sache ist, daß in den 1920er–1930er Jahren die UdSSR keine Kraft hatte, sich zu erweitern, sie konnte sich nur verteidigen.

    Das ist richtig , dass taten sie dann aber spaeter , Bessarabien , Finnland , Baltikum , dort minimierten sie die Bevoelkerung um 10 Prozent .

    Die österreichische Zeitung Die Presse vom 4. April 1997 zitierte den Moskauer Journalisten Konstantin Preobraschenski über die Auswertung der russischen Archive. „Wieder einmal gewähren die Archivare den Zugang zu den Dokumenten nur, wenn es ihnen paßt. Es ist bedauerlich, sehen zu müssen, wie das, was gestern zugänglich war, heute wieder verschlossen wird.“41

    Wem es in Ergaenzung des Beitrages interressiert :

    https://www.wintersonnenwende.com/scriptorium/deutsch/archiv/artikel/stalkriegsplan.html

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  10. ALTRUIST sagt:

    Noch eine Ergaenzung , wobei der Churchill-Stalin-Pakt fuer mich erst gilt , wenn ich die Originaldokumente gesichtet habe .

    Der vergessene Churchill-Stalin-Pakt…Deutsche Reich…Zweite Weltkrieg…Geschichtsfälschung…

    https://deutschelobby.com/2017/10/15/der-vergessene-churchill-stalin-pakt-deutsche-reich-zweite-weltkrieg-geschichtsfaelschung/

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  11. luckyhans sagt:

    zu Altru um 03:50/53
    „dort minimierten sie die Bevoelkerung um 10 Prozent“ –
    bitte Beweise dafür – aber bitte keine Propaganda-Artikel oder Lügengeschichten.

    Zu Stalins Kriegsplänen und dem C-S-Pakt:
    was Resun/Suworow betrifft, so ist stilistisch nachgewiesen, daß seine Bücher von mehreren Leuten, d.h. als Auftragsarbeiten, geschrieben wurden. Wer da welchen Auftrag gegeben und wer das finanziert hat, darf sich jeder selbst überlegen.
    Auch Hautamäkki/Mannerheim können (von wem auch immer untergeschobenen) gefälschten Dokumenten aufgesessen sein – siehe die anderen Teile des KK-Artikels: das war schon zu allen Zeiten Geheimdienst-Methodik…

    Also bitte Dokumente auf den Tisch… 😉

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