bumi bahagia / Glückliche Erde

Diese schöpferische Pause wurde mir von der Firma mit dem angebissenen Obst verschrieben, ohne daß ich darum gebeten hätte. Aber was macht man, wenn der Schlepptopp auf das Einschaltzeichen plötzlich keine Reaktion mehr zeigt?
Luckyhans, 23. Oktober 2017

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Ja, was macht ein „geheimer russischer Hacker“, wenn der Schlepptopp plötzlich auf das Einschaltzeichen keine Reaktion mehr zeigt?
Klar, Anruf beim Obst-Service-Center. Ein paar Tastenkombinationen bekam man da genannt, mit denen es nun aber wirklich klappen müßte. Tat es nicht.
Allgemeine Ratlosigkeit.
Dann die Einladung, doch vorbeizukommen.

„Prima“, sagte ich, eingedenk der Erfahrungen vom vorigen Reparaturfall, „dann machen wir gleich einen Termin.“
Denn: ohne Termin geht da nichts.

„Ja, einen Termin können sie nur über das Internet machen, das geht telefonisch nicht“, war die Antwort.
Erinnert irgendwie an jemanden, der Regenschirme verleiht, und wenn es beginnt zu regnen, diese zurückverlangt – Banker oder so.

„Bitte: Wie soll das gehen, wenn das Gerät, um ins Internet zu gehen, kaputt ist?“ –
„Ja, haben Sie denn kein ipad oder iphone? Gar nichts anderes? Dann kann ich Ihnen auch nicht helfen…“
Auch ein Abgleich der Gerätenummern per Telefon war nicht möglich…

Also, einen jungen Mann angerufen, der ein ipad hat, und diesem meine Gerätenummer durchgesagt, damit er für mich einen Termin macht.
Was schon 6 Tage später möglich wurde… ja, NUR sechs Tage Wartezeit für jemanden, der keine andere Möglichkeit hat, ins Internet zu gehen.
So nett ist man beim Äpfelchen…

Gut, was soll’s, eine alte „Schreibmaschine“ stand noch irgendwo herum, allerdings mit einem Betriebssystem, das „schon längst veraltet“ ist – es ist „nur“ 10 Jahre alt.
Die Folge: kein moderner Browser ließ sich zur Zusammenarbeit mit dem Gerät bewegen – herunterladen nicht möglich.
Zum Glück war im BS ein Programm integriert, daß ich wenigstens meine emails – zumindest in einem stark eingeschränkten Modus als reine Texte – abrufen konnte.
Alles andere weltnetzmäßig: Null, niente, Zeh roh.

Wie soll man da seinen Verpflichtungen nachkommen?

Aber nun wird es interessant – Mac-Fans aufgemerkt.
Ich komme also mit meiner Bestätigung ausgedruckt zu dem Termin fast eine Woche später, und was eröffnet mir der überaus nette junge Mann an der Obsttheke schon nach wenigen Minuten Konversation:
„Also, ihr Gerät können wir nicht mehr zur Reparatur annehmen. Wir reparieren nur Geräte, die bis zu FÜNF Jahre alt sind.“

Auf meine Frage, ob man das nicht hätte gleich bei der Terminvereinbarung anhand der Gerätenummer feststellen können und uns damit hätte die ziemlich weite Anfahrt ersparen können, war die Antwort: „Das ist eine gute Frage.“ – „Also?“ – „Ja, schon.“

Und plötzlich wurde der junge Mann richtig kooperativ. Zuerst gab er uns eine Adresse einer privaten Mac-Werkstatt, die zum Glück nur weitere 15 km entfernt lag.
Sogar eine Anfahrtskizze versprach er uns und verschwand – dafür erschien bei uns ein Verkäufer für ein neues MacBook, der uns eines der „vorigen“ Generation mit sagenhaften 10% Rabatt anbot.
Was immernoch über 2 Kilo Euronen bedeutete. Wofür wir uns bedankten…

Wir bekamen die Anfahrtskizze und ein nochmaliges „Entschuldigung“ – dann waren wir beim Obststand fertig.
Es erforderte schon einige Überwindung, sich nach solcher „Kundennähe“ freundlich zu verabschieden…

Alles weitere ist schnell gesagt:
der nette Mac-zertifizierte Computer-Fachmann von der nicht unbedingt einfallsreich „Comtec“ genannten Werkstatt in Königsbrunn brachte als erstes das Gerät mit einem Hardware-Trick wieder zum laufen, stellte dann aber per Diagnose-Tools fest, daß Akku und Tastatur nicht mehr richtig funktionieren.

Nebenbei sah ich dort eine richtig große Kiste mit kaputten iphones stehen, die sich im Verlaufe nur eines Jahres dort angesammelt hatten…

Ein kurzes sachliches Gespräch, und man versprach, für gut dreihundert Euronen innerhalb von 4 Tagen (einschließlich Wochenende) alles wieder zu richten.
Was auch genauso geschah…

Fazit:
Wird dein Mac fünf Jahre alt, verkaufe ihn oder such dir schon mal eine private Werkstatt.

Ganz interessant waren für mich diese 10 Tage praktisch ohne Internet, wenn man von der lückenhaften email-Möglichkeit absieht.

Da ich die Lügenmädchen schon lange aus meinem Tagesablauf verbannt hatte und keinen Grund sah, dies zu ändern, hatte ich plötzlich wieder ziemlich viel „freie“ Zeit.
Ich las mehrere Bücher, hörte wieder ein paar schöne Platten an und schaffte einiges in Haus und Garten, was schon wochenlang „anstand“.
Und schrieb mit der uralten „Schreibmaschine“ ein paar Artikel und Übersetzungen, die in den nächsten Tagen erscheinen werden.

Vor allem stellte ich fest, daß fast alle sonstigen Fragen, die das Leben an mich herantrug, auf der Basis der vorhandenen Kenntnisse und Überzeugungen gelöst und beantwortet werden konnten.
Was mich sehr nachdenklich machte…

Und sich sicherlich auf meinen weiteren Weltnetz-Konsum auswirken wird… 😉


10 Kommentare

  1. Ach ja, auch DAS Obst scheint nicht mehr die Qualität wie früher zu haben…..
    Und Kundenfreundlichkeit nebst Beratung oder Reparaturservice, das ist ein reiner Glücksfall, wenn es noch funktioniert.

    Ich drück die Daumen, dass es bestens läuft.

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  2. Hawey sagt:

    @Luckyhans,
    Zitat: „hatte ich plötzlich wieder ziemlich viel „freie“ Zeit.
    Ich las mehrere Bücher, hörte wieder ein paar schöne Platten an und schaffte einiges in Haus und Garten, was schon wochenlang „anstand“.

    Na endlich haste mal was vernünftiges getan 😉 Gartenarbeit ist schöner als immer an diesen blöden PCs zu hocken. Ich bin am Überlegen ob ich das Ding ganz herausschmeiße. Geht bloß nicht, weil man ja schon abhängig davon ist. Vieles was Stunden in Anspruch nehmen würde lässt sich halt mit wenigen Mausklicks Erledigen. Habe ich nun mehr Zeit dadurch? Habe nicht das Gefühl. Wie habe ich in den 60gern und 70gern nur meine Aufgaben erledigt. Wenn man mit dem Scheißding wenigsten Geld drucken könnte, das wäre eine feine Sache dann würde ich mich davon machen auf eine Einsame Insel wo es keine PCs gibt. Wahrscheinlicher ist es gibt keine Insel ohne PC😄

    LG Hawey

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  3. thom ram sagt:

    Hawey

    z.K. nur.
    Weil WP deine Kommentare so gut wie immer in den Spam schickt, muss ich sie weiterhin von Hand freischalten. Staune also nicht, wenn du als Einziger kontrolliert zu werden scheinst.

    Gefällt 1 Person

  4. paola sagt:

    @ luckyhans

    Ja, so lernt man dazu… Mir sind zwei Mal meine kompletten Kontakte bei der Synchronisierung vom ei-foon zum PC verloren gegangen. Habe es überhaupt nicht verstanden, weil ich eigentlich alles richtig gemacht habe. Habe dann irgendwo gelesen, daß die Kontakte nicht mehr synchronisiert werden (ist inzwischen aber wohl wieder geändert). Daraufhin habe ich wieder alle Kontakte und für mich wichtigen Informationen in eine Excel-Datei geschrieben – so wie früher. Habe ich immer dabei. Kann ich notfalls auch wunderbar ausdrucken. Außerdem habe ich jetzt meine kompletten Daten (sind bei mir privat nicht soooo viele) auf einen großen Stick gespeichert, nichts mehr auf dem PC, Cloud sowieso überhaupt nicht. Geht prima. Ich komme gerade immer mehr zu der Einsicht, mich von diesem – ja, was ist es? – fremdgesteuerten Massengedöns und Hype zu lösen und mich wieder mehr auf mich selbst zu verlassen.

    Habe auch gelesen – weiß leider nicht mehr wo – daß die Geräte heute alle eine sogenannte „Sollbruchstelle“ haben. D. h. wenn ein neues Gerät auf den Markt kommt, werden die alten Geräte künstlich langsamer und anfälliger gemacht. Da hast Du doch eigentlich mit Deinem PC älter als 5 Jahre noch ganz großes Glück gehabt ;-).

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  5. SecurityScout sagt:

    Hm?
    Ich bin sehr zufrieden mit meinem Panasonic Toughbook.
    Windows XP funktioniert einwandfrei und es gibt KEINE Browserprobleme obwohl das Notebook über 10 Jahre alt ist.

    Mein Nokia Communicator den ich seit 1999 nutze läuft perfekt.
    Jetziges Model ein NOKIA E90 Communicator. Alles danach ist Schrott.
    Alle Daten sind dreifach abgesichert mit zwei weiteren E90.

    Sollbruchstelle ist das falsche Wort Paola. Die meisten Geräte haben einen Selbstzerstörungsmechanismus und zerstören sich
    selbst nach einer bestimmten Zeit.

    Ein Spezialist zeigt mir bei Nokia wie man durch ein Hardware Reset auch tote Geräte wieder zum laufen bringt.

    Mobiltelefone in Deutschland senden heimlich stille sms ohne das es der Nutzer erfährt.
    Das merkt man, wenn man ein im nichteuropäischen Ausland gekauftes Telefon kauft. Dieses meldet, daß der Telefonserver
    eine stille sms verlangt und fragt den Nutzer ob er es erlaubt, wenn man es in Deutschland benutzt.

    Sichere Mobiltelefone gibt es in Singapur. Tolle Mac Computer für ca. 250 Euro nagelneu. Sind sehr gute Kopien wie mir ein Freund sagte.

    Bei Apple wird heimlich durch das SIRI Programm mitgehört und der Inhalt einer Unterhaltung anal ysiert.
    Auch wenn SIRI ausgeschaltet ist, kann es per remote control wieder eingeschaltet werden.
    Ausschalten geht auch nicht mehr. Glaubt man das Gerät ist ausgeschaltet, ist es in Wirklichkeit standby und kann weiterhin
    Gespräche mithören die in der Umgebung geführt werden.

    Darum solle jeder nur ein Gerät nutzen wo man den Akku entfernen kann. Die einzige Möglichkeit um sicher zu sein.

    JEDER entscheidet für sich was ihm/ihr wichtig ist.

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  6. Wolf sagt:

    Der angebissene Apfel gilt (unter den Abrahamiten) als das Symbol für die Verführung, die den Menschen Unglück bringt.

    Schön, daß Du wieder dabei bist!

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  7. paola sagt:

    @ SecurityScout 10:26

    Danke, das habe ich gemeint, konnte es nur nicht so klar rüber bringen ;-). Aber es ist schon ziemlich krank, das alles…

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  8. mkarazzipuzz sagt:

    wer zum Geier kommt auf die Idee angefressenes Obst zu kaufen, wenn einem zu Hause Linux ohne Bezahlung angeboten wird (vorausgesetzt man man versucht das nicht mit einer wurmstichigen Pflaume???
    Krazzi

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  9. Luckyhans sagt:

    Na gut, ich wollte eingentlich nur mal ein wenig „ausdem Nähkästchen plaudern“, daß es mit der tollen Qualität, die dem „Maxi“-Gerödel immernoch von vielen Leuten nachgesagt wird, schon lange nicht mehr so toll ist…

    Ganz nett fand ich die Bemerkung eines während unseres Wartens vorbeigehenden Mitarbeiters der Obsttheke, der kurz auf mein Gerät sah und sagte: „Oh, das ist ja noch eines mit dem nichtspiegelnden Bildschirm – ja, die waren gut…“ – und sauste flugs weiter, damit keiner seiner Kollengen diese „ungehörige“ (weil nicht verkaufsfördernde) Bemerkung mitbekam.
    Denn solche Bildschirme gibt es seit der Nachfolge-Generation schon nicht mehr…

    Und klar: Kamera abdecken, Mikros auf leiseste Einstellung, und sich nicht am Gerät über wichtiges unterhalten… Gottlob sind mir die kleinen Wisch-Vierecke bisher erspart gebleiben. 😉

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  10. XYZ sagt:

    Und auf einen alten PC kannst du immer noch ein neues Linux von USB-Stick booten – PORTEUS zum Beispiel! – mit niegelnagelneuem Browser.
    Ein paar alte PCs sollte man schon im Schrank haben. Kosten gebraucht einen 30er. Und funktionieren. Und lassen andere Betriebssysteme zu.

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