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Zum Wochenende ;-) 3000 Seiten Wendig

Fast täglich sehe ich dank meinen (und damit deinen) Zulieferern Neues, mir bislang komplett Unbekanntes.

Dank an alle meine/unsere Zulieferer! Die Betroffenen mögen sich bitte angesprochen fühlen.

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Du kanntest ihn schon, den Grossen Wending? Drei Bände?  An die 3000 Seiten Geschichts – Richtigstellung? Wenn  nicht, hier ist er. Alle drei Bände sind im PDF einsicht- und runterladbar. Besser passen würde der Name „Wending“, denn seine Lektüre verspricht, so Manches zu wenden.

Der kleine Teil, den ich nun gelesen habe, überzeugt mich inhaltlich ebenso wie auch sprachlich. Einleuchtend, klar und leicht verständlich kommen mir die Texte daher.

Allein die Quellen nehmen über 15 Buchseiten ein. Das Resultat einer Mammutarbeit wird uns geboten, zack, runterladen und lesen, was Andere in langwieriger Kleinarbeit zusammengetragen haben. Grossartig! Dank an alle Mitschöpfer!

Der Grosse Wendig_Band-1.pdf

Der Grosse Wendig_Band-2.pdf

Der Grosse Wendig_Band-3.pdf

Die drei Bände stehen in der famosen Bibliohek, auf die ich in diesem Zusammenhange hineweisen will: 

https://brd-schwindel.org/downloads/geschichte/

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Appetitanreger aus Band I

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2. Greuelpropaganda auch nach dem Kriege

In den großen Weltkriegen des vergangenen Jahrhunderts wurde als Kriegs- mittel zur Mobilisierung der öffentlichen Weltmeinung gegen den jeweiligen Gegner und zu seiner moralischen Verurteilung in großem Maße Greuelpro- paganda betrieben. Schon im Ersten Weltkrieg waren darin die westlichen Alliierten den Deutschen weit überlegen und von viel geringeren Skrupeln in bezug auf die unglaublichsten Lügen geplagt. In dem Jahrzehnt nach 1918 wurden viele verbreitete Greuelmärchen – teilweise von aufrichtigen alliier- ten Persönlichkeiten selbst – richtiggestellt, so daß sie einen Teil ihrer die Völker gegeneinander hetzenden Wirkung verloren. Das war nach dem Zwei- ten Weltkrieg und infolge der völligen Besetzung Deutschlands grundlegend anders. Jetzt begann erst richtig die alliierte Greuelpropaganda in den von den Siegern beherrschten Massenmedien zu immer größeren Höhen aufzu- laufen. Sie wurde in den Dienst der Umerziehung der Deutschen gestellt, die einer weitgehenden Charakterwäsche unterzogen wurden. Unter der Mithil- fe einer immer größer werdenden Zahl von Helfershelfern wurde mit raffi- nierten psychologischen Methoden den Deutschen das Geschichtsbild der Sieger nahegebracht, bis die meisten es glaubten und für wahr nahmen.

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Lord Halifax lügt Europa in den Krieg

Die kriegerischen Auseinandersetzungen Deutschlands mit einem hoch- gerüsteten, halbmobilisierten Polen bedeuteten 1939 einen Krieg wie hundert andere bisher und bis heute. Erst die Lügen und Intrigen eines einzi- gen Politikers und seiner Hintermänner führten zu einer Ausweitung in ei- nen zunächst europäischen, dann weltweiten verheerenden Krieg.

Georges Etienne BONNET, 1938/39 Frankreichs Außenminister, gehörte zu jenen Kräften in Frankreich, die, eingedenk der verheerenden Folgen des Ersten Weltkrieges, zusammen mit Italien vor und nach dem 1. September den Frieden zu retten suchten. Folgt man den Ausführungen des Historikers David L. HOGGAN,1 so hat London, das ohne Frankreich niemals den Krieg erklärt hätte, von Anfang an alles daran gesetzt, eine Friedenskonferenz zu verhindern. Bereits am späten Abend des 31. August hatte London BONNET gewarnt, daß England jeden Vorschlag zu einer Friedenskonferenz sofort ablehnen werde. Doch BONNET wollte unbedingt am italienischen Friedens- plan festhalten, zumal der französische Ministerpräsident DALADIER bereit war, ihn zu unterstützen. Der britische Außenminister HALIFAX hingegen versuchte nun mit allen Tricks, BONNETS Plan zu vereiteln.

Eine chronologische Übersicht über den 1. und 2. September 1939 zeigt ganz klar, welcher Politiker hier als der Hauptverantwortliche zeichnet.2

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1. September 1939:

HALIFAX drängt Rom, den italienischen Friedenskonferenzplan aufzugeben, während BONNET im Gegensatz dazu Rom bittet, sich weiter um eine Konfe- renz zu bemühen.
17.00 Uhr: Unterstaatssekretär im britischen Foreign Office, Sir Alexander CADOGAN, fordert BONNET auf, Frankreich solle noch am selben Tag mit den Briten in Berlin die Kriegserklärungen übergeben.1 Doch BONNET will am italienischen Friedensplan festhalten.

2. September:

10.00 Uhr: Berlin erhält von Außenminister CIANO den Konferenzplan. HIT- LER und RIBBENTROP zeigen sich sogleich interessiert.
16.00 Uhr: HITLER stimmt dem italienischen Konferenzplan zu. Er erklärte sich bereit, sich in Polen um einen Waffenstillstand für Sonntagmittag, den 3. September, einzusetzen.

16.00 Uhr: HALIFAX informiert BONNET, daß England auf gar keinen Fall einer Konferenz zustimmen werde.
17.00 Uhr: CIANO telefoniert mit HALIFAX, dieser ist über HITLERS Zustim- mung verstimmt. Noch weniger paßt ihm BONNETS Mitteilung, daß das fran- zösische Kabinett bis wenigstens 21.00 Uhr tagen werde. HALIFAX wollte aber am gleichen Abend noch bekanntgeben, daß England und Frankreich sich für den Krieg entschieden hätten.

18.38 Uhr: HALIFAX lügt CIANO vor, daß London ein für allemal die Bedin- gungen HITLERS zur Teilnahme an einer Konferenz ablehne. Es gelingt ihm, CIANO einzureden, daß jede weitere diplomatische Bemühung Roms vergeb- lich sei.

19.30 Uhr: CHAMBERLAIN trat mit der Unwahrheit vor das Unterhaus, der italienische Plan sei abgelehnt worden. Die Deutschen hätten, so lügt er, auf einer Konferenz bestanden, während ihre Truppen in Polen weiter vorgin- gen.

20.00 Uhr: CIANO benachrichtigt Berlin, Italien habe seine Bemühungen um eine diplomatische Konferenz aufgegeben.
20.30 Uhr: BONNET ruft CLANO an und ist entsetzt, als er erfährt, daß Rom den Konferenzvorschlag bereits zurückgezogen habe.

21.50 Uhr: CHAMBERLAIN ruft DALADIER an und fordert ihn auf, noch vor Mitternacht die französische Zustimmung zu geben, Deutschland am 3. Sep- tember um 8.00 Uhr früh ein endgültiges Ultimatum zu stellen. Doch DALA- DIER lehnt ab.

1 DBFP 3 VII Dok. 718 (Documents on British Foreign Policy), London.

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22.30 Uhr: HALIFAX, der genau weiß, daß England Deutschland ohne Frank- reich niemals den Krieg erklären werde, ruft BONNET an und lügt ihm vor, daß England auf jeden Fall sein eigenes Ultimatum überreichen werde. BON- NET entsetzt der Gedanke, daß ein Bruch mit Großbritannien ihm zur Last gelegt werden würde, wenn er nicht nachgäbe. So gibt er HALIFAX die Zusa- ge, Frankreich werde sich seiner Kriegspolitik anschließen.

BONNET verlor den größten Kampf seines Lebens, als er sich der britischen Kriegspolitik unterwarf, die aus HITLERS Krieg gegen Polen einen europäi- schen Krieg werden ließ, der dann wiederum zu einem Weltkrieg ausartete. Allerdings war sich BONNET sehr wohl bewußt, was er tat, als er den Kriegs- plan eines ausländischen Staates annahm. Seine Kapitulation wider seine eige- ne bessere Überzeugung endete nicht nur in einer Katastrophe Frankreichs, sondern in einer ganz Europas.

Damit steht einwandfrei fest: Die Ausweitung zum Zweiten Weltkrieg beruht sowohl auf dem Versagen BONNETS als auch auf den Intrigen und Lügen des Lord HALIFAX und seiner Hintermänner.

Hans Meiser

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Appetitanreger Band II

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Das Massaker von Lippach

In den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 geriet der kleine Ort Lippach nördlich von Lauchheim (etwa 10 Kilometer ostwärts der Kreisstadt Aa- len im östlichen Baden-Württemberg) zwischen die Mahlsteine des Krieges.

Die auf dem Rückzug befindlichen deutschen Truppen nahmen kurz Quar- tier, zogen aber bald nach Süden ab. Am 21. April 1945 kam als letzte Nach- hut eine rund 300 Mann starke Einheit der Waffen-SS und bezog Verteidi- gungsstellung am Ortsrand und im vorgelagerten Gelände. Es waren vorwiegend junge Soldaten zwischen 16 und 18 Jahren,

Am Sonntag, dem 22. April, rollten amerikanische Panzer, von Norden kommend, an und beschossen das Dorf. Die eingesetzten deutschen Solda- ten erkannten nach kurzem Versuch der Verteidigung bald die Zwecklosig- keit eines Widerstandes gegen Panzer, und die Truppe zog sich in südliche Richtung zurück. Dabei – so schreibt der Chronist – seien 36 Soldaten gefal- len. Dies stimmt leider nicht hinsichtlich des Wortes »gefallen«, denn die meisten wurden nachweislich von amerikanischen Soldaten ermordet.

Augenzeugen aus Lippach berichten, daß gegen 13 Uhr die Amerikaner in das Dorf einrückten und offenbar nicht allen deutschen Soldaten ein recht- zeitiges Absetzen gelungen war. Dann versuchten einige der deutschen Sol- daten, über die Gärten zu entkommen, was aber nur wenigen gelang. Einer dieser Männer wurde auf der Flucht erschossen, ein anderer gefangengenom- men. Die folgenden Ereignisse wurden von einem Dorfbewohner beobach- tet: Der Soldat wurde bei seiner Gefangennahme so brutal geprügelt, daß er mehrfach zusammenbrach. Als er sich nicht mehr erheben konnte, wurde ihm mit dem Gewehrkolben der Schädel eingeschlagen und anschließend ein Seitengewehr durch die Brust gestoßen, welches den Körper bis ins Erdreich durchdrang.

Am Nachmittag, gegen 16 Uhr, trieben etwa 20 bis 25 betrunkene schwarze Soldaten unter Gejohle und Musikbegleitung sechs junge deutsche Soldaten vor sich her. Sie wurden mit erhobenen Händen die Dorfstraße entlang zum Friedhof gejagt. Ein Augenzeuge berichtet, daß sie ab und zu in den Straßen- graben geprügelt wurden, aus dem sie sich dann, blutig geschlagen, wieder mühsam aufrappelten. Wo der Weg zum Friedhof die Stationen des Kreuzwe- ges erreicht, feuerten die Amerikaner mehrfach in die Luft und schlugen dann den sechs deutschen Soldaten die Schädel ein. Tags darauf wurden die Toten geborgen: Sie hatten nur eingeschlagene Köpfe, aber keine Schußwunde.

Im Hause Nr. 51 eines Landwirts wurden zwei gefangene Soldaten von betrunkenen Negern in die Scheune des Bauern geführt. Dort legte man sie auf den Tisch der Kreissäge in der Absicht, sie bei lebendigem Leib zu zersä- gen. Als dies wegen Stromausfalls mißlang, schossen die Bewacher die beiden Deutschen einfach über den Haufen. Einer verstarb nach einigen Stun- den, der andere wurde für tot gehalten und in die Hecke hinter dem Gehöft geworfen. Dort wurde er, von Schüssen durchsiebt, gefunden und notdürftig verbunden. Nach Aussage einer Lippacherin veranlaßte am folgenden Tag ein amerikanischer schwarzer Offizier, daß der Schwerverwundete in ein Lazarett kam.

Gegen Abend verließen die US-Truppen den Ort bis auf einige Soldaten, darunter auch der schon genannte Offizier. Dieser Offizier veranlaßte die Bergung und Beerdigung der Toten. Auf der Schafweide fand man noch etwa 10 tote deutsche Soldaten; keiner habe eine Waffe gehabt, dagegen war die Hälfte mit einem Kopfschuß niedergestreckt. Am Ortsausgang, Richtung Baldern, lagen weitere vier unbewaffnete deutsche Soldaten auf freiem Feld, viele Meter von ihren Schützenlöchern entfernt. Die Waffen lagen noch in ihrer Stellung, die Soldaten waren von hinten erschossen worden.

Der Vollständigkeit halber sei noch berichtet, daß an diesem Sonntag, dem 22. April 1945, in Lippach etwa 20 Frauen im Alter zwischen 17 und 40 Jahren von Angehörigen der US-Truppen vergewaltigt wurden. Darunter waren auch einige schwangere Frauen. Dieses Geschehen, dazu sechsund- dreißig tote deutsche Soldaten, von denen einige brutal ermordet wurden, wurde Jahrzehnte lang weitgehend verschwiegen.

Der erwähnte Vorgang hatte ein Nachspiel: »Pershing-General H A D D O C K besucht Massaker-Grab« waren die örtlichen Schlagzeilen im August 1986. Dieser General, Kommandeur der US-Pershing-Einheiten in Europa, hörte von diesem Fall und »ließ in den USA nachforschen. Die Fakten sind unbe- stritten; ein Verfahren gegen die US-Soldaten hat es übrigens nie gegeben«. {frankfurter Kundschau, 16. 8. 1986) General H A D D O C K sprach sein Bedauern über die Vorgänge von 1945 aus. Derartige Exzesse kämen leider in jedem Krieg vor, das Geschehen ließe sich aber leider nicht rückgängig machen. Er könne, über Gräber hinweg, nur um Freundschaft bitten.

Soweit gut und richtig, doch mit einem wesentlichen Unterschied: Deut- sche Soldaten – wäre (!) so etwas vorgekommen – hätten vor einem deut- schen Kriegsgericht wie auch vor der alliierten Rachejustiz die Todesstra- fe erhalten; amerikanische Soldaten aber gingen und gehen straffrei aus. Und das deutsche Fernsehen zeigt in den weitaus überwiegenden Fällen nur Deutsche als Täter, selbst wenn dafür die geschichtliche Wahrheit verbogen werden muß.

Quellen: Aussagen mehrerer Ortsbewohner, Namen dem Verfasser bekannt; Sturmfeder,GmünderLiteraturzeitschriftNr. 3, 1. Jg., April-Mal 1981, S. 58-66; Der Freiwillige, Nr. 4, 1982, S. 16 f.; Schwäbische Post, Aalen, 20. 4. 1985; Aalener Volkszei- tung, Aalen, 26. u. 30. 11. 1985; Südmährisches Jahrbuch 2004 mit einem Erlebnisbe- richt; National-Zeitung, 28. 10. 2005.

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Amerikanische Lügen für die US-BesatzungsSoldaten Ein Beispiel westlicher Desinformation

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» . , . Seit 1933 nach H I T L E R S Machtübernahme wurde der deutsche junge Mann sorglich und gründlich zur Welteroberung, zum Töten und Verrat erzogen (S. 7)…

Die Deutschen hörten nur das, was die Nazis sie hören und lesen lassen woll- ten. Unter anderen ihnen vorgetragenen Märchen hielten sie unerschüttert an dem Glauben fest, die deutsche Luftwaffe habe New York bombardiert und z. T. zerstört, Polen habe die Deutschen angegriffen, und England und Amerika hätten Krieg gewollt, um Deutschland zu zerstören (S. 10). Deutschland hat sich wiederum auf einen seiner alldeutschen bluttriefenden Eroberungs- und Beutezüge begeben. Unter >alldeutsch< verstehen die Deut- schen ihren Traum der Welteroberung… Du als intelligenter Amerikaner weißt sowieso, warum Du in diesem Krieg Deinen Mann stehst. Aber auch die Geschichte bestätigt Dir Deine Überzeugung vom guten Recht und der Würde unserer Sache. Die Geschichte beweist Dir, daß deutsche Angriffslust und deutscher Eroberungswille nichts Neues sind. Durch Jahrhunderte konnte sich die deutsche Streitsucht nur gegenüber den nächsten Nachbarn geltend machen. Aber seit kurzem wurde dank der modernen Erfindungen und dank der Möglichkeit, die Entfernungen auf der Erde zu überwinden, dem Deut- schen die Gelegenheit verschafft, seinen Traum einer Versklavung der Welt wirklich werden zu lassen. Von dem Augenblick an warst Du und Dein Land betroffen.

. , . Die Faschisten der ganzen Welt schlossen einen Bund gegen die Gläubi- gen der Freiheit, und wie die Gelegenheit zur Eroberung günstig schien, über- fielen sie ein friedfertiges Land. Solches aber konnte die freie Welt nicht auf die Dauer geschehen lassen, die Deutschen z. B. hätten niemals aufgehört, sich in andere Länder hineinzudrängen.« (S. 27 f.)

(Aus: Pocket Guide to Germany, zit. in: Hans BERNHARDT, Deutschland im Kreuzfeu großer Mächte, Schütz, Pr. Oldendorf 1988, S. 320)

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Appetittanreger Band III

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Okkulte NS-Verbindungen nach Tibet?

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Die Dämonisierung des Nationalsozialismus begann schon vor der eigentlichen Geburtsstunde des Dritten Reiches. Adolf HITLER war noch nicht einmal Reichskanzler, als Dr. Karl STRÜNKMANN unter dem

Pseudonym >Kurt VAN EMSEN< die »mediale« Natur des »Führers« betonte und damit als Vorläufer all jener gelten kann, die im Nationalsozialismus das Wirken okkulter, magischer oder mystischer Kräfte zu erkennen glaub- ten. In seiner Schrift Adolf Hitler und die Kommenden formulierte er 1932: »HITLER geht seinen Weg in radikaler Traumsicherheit. Er ist eine ausge- sprochen dämonische Persönlichkeit, die restlos vom Weltgeist sich füh- ren läßt.«1

In dieselbe Kerbe schlug im Juni 1934 der christlich-esoterische Autor René KOPP in der französischen Zeitschrift Le Chariot. Bei seinem Ver- such, das Erfolgsgeheimnis von NAPOLEON, MUSSOLINI und HITLER ZU ergründen, führte er auch »außermenschliche Kräfte« ins Feld. FünfJah- re später spekulierte er dann über das »Rätsel HITLER« und die »Möglich- keit eines Kontaktes mit einem besessenmachenden Geist unbekannter Herkunft«.2

Einen bedeutenden Anteil an der Deutung des Nationalsozialismus als »magischen Sozialismus« hatten dann die Gespräche, mit Hitler des Her- mann RAUSCHNING, der 1933/34 Senatspräsident in Danzig war, sich aber dann mit den Nationalsozialisten überwarf. Diese unter dem Eindruck des Kriegsausbruchs mit heißer Nadel im Ausland gestrickte Propagan- da-Schrift, die 1939 zuerst in französischer Sprache erschien, später auf deutsch und englisch, fand bei den Kriegsgegnern Deutschlands weite Verbreitung und dürfte das Bild des Nationalsozialismus dort wesentlich mitgeprägt haben. Während die offiziöse deutsche Historikerzunft die Gespräche lange Zeit als authentische Geschichtsquelle behandelte, wurde RAUSCHNING mitsamt seinem Buch dann 1984 und 1990 von »Außensei- tern< so restlos wie hieb- und stichfest entzaubert und das Buch als Fäl- schung entlarvt.1

1 Kurt VAN EMSEN, Adolf Hitler und die Kommenden, Leipzig 1 9 3 2 , S. 123.
2 Hans Thomas H AKL, »Nationalsozialismus und Okkultismus«, in: Nicholas GOODRICK-CLARKE, Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus, Graz—Stuttgart 1997, S. 194-217, hier S. 210. HAKLS höchst verdienstvoller Aufsatz geht dem >NS-Okkult-Mythos< nach und informiert über frühe, insbesondere ausländi- sche Quellen der esoterischen NS-Deutungen.
3 Zu RAUSCHNING siehe den Überblick in: Detlev ROSE, Die Thule-Gesellschaft. Le-

gende, Mythos, Wirklichkeit, Grabert, Tübingen 22000, S. 181-188 mit weiteren Literaturhinweisen.

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Ende April 1938 auf der >Gneisenau<, die Mitglieder der sogenannten iTibet- Expeditioni. Von links: Edmund GEER, Ernst SCHÄFER, Bruno BEGER, Kapitän HENGSTENBER- GER, der Erste Offizier Karl WIENERT und Ernst KRAUSE.

Auf diesen frühen Grundlagen aufbauend, bastelte dann nach 1945 eine Reihe von Autoren im In- und Ausland an einer >Okkultgeschichte des Nationalsozialismus«. Viele Leser fanden insbesondere die Bücher Aufbruch ins dritte Jahrtausend von Louis PAUWELS und Jacques BERGIER (deutsch 1962), Der Speer des Schicksals von Trevor RAVENSCROFT (deutsch

1974), Das Schwarze Reich von E. R. CARMJN (1994, neu: 2006) sowie die zahlreichen Traktate des Jan VAN HELSING (eigentlich Jan Udo HOLEY) ab 1993. Ein zentraler Bestandteil des in diesen und verschiedenen anderen Schriften sowie über das Internet verbreiteten NS-Okkult-Mythos ist die geheimnisvolle >Tibet-Connection<,

Und diese soll in etwa so ausgesehen haben: Professor Karl HAUSHO- HER, in den zwanziger Jahren bekannter Vertreter der Geopolitik und väterlicher Freund und Mentor von Rudolf HESS, gehörte angeblich zum Kreis des Georg Iwanowitsch GURDJEW, eines frühen >Gurus<, der aus >okkulten< Elementen und Versatzstücken der verschiedensten Philoso- phien und Weltreligionen eine eigene >Lehre< fabriziert hatte. HAUSHOFER soll an der Seite GURDJEWS, der auch Lehrer des Dalai Lama gewesen sein soll, 1903, 1905,1906,1907 und 1908 in Tibet gewesen und von ihm in okkulte Geheimlehren eingeweiht worden sein. Der mysteriöse Magier habe HAUSHOFF.R dann die Verwendung des Hakenkreuzes als NS-Em- blem geraten. 1923 soll HAUSHOHER eine esoterische Gruppe tibetani- scher Inspiration gegründet haben, gerade zur selben Zeit, als GURDJEW sich in Frankreich niederließ und das >Institut zur harmonischen Ent- wicklung des Menschen< gründete. Über die tibetanische Kolonie in Ber- lin, mit der HAUSHOHER angeblich regelmäßige Verbindung hielt, soll der Münchner Geopolitik-Professor 1928 einen engen Kontakt zu mönchi- schen Geheimgesellschaften in Tibet hergestellt haben. Kommuniziert

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wurde — dem Okkultmythos zufolge — über eine Funkverbindung sowie auf spirituellem Wege mit Hilfe eines »tibetanischen Tarót< Während der Zeit des Dritten Reiches sollen die Verbindungen nach Tibet überwie- gend über das >Forschungsamt Ahnenerbe< gelaufen sein. Als Höhepunkt der >Tibet-Connection< wird dann die »Deutsche Tibet-Expedition Ernst SCHAFER< 1 9 3 8 / 3 9 gehandelt, die zumeist als SS-Tibetexpedition firmiert. Ziel der Tibet-Kontakte, insbesondere aber der Expedition, sei es gewe- sen, von »geheimen Meistern« oder anderen Eingeweihten die Metho- den »okkulter« Menschenbeherrschung zu erlernen, sich übersinnliche Kräfte nutzbar zu machen oder die Nachkommen der »Ur-Arier« von Atlantis ausfindig zu machen, denen ebenfalls übermenschliche Fähig- keiten zugeschrieben wurden. » H I T L E R hatte ständigen Kontakt mit ei- nem tibetanischen Mönch mit grünen Handschuhen, der als der >Hüter des Schlüssels< bezeichnet wurde«, schreibt Jan VAN HELSING (Jan Udo H O L E Y ) in seinem Erstling Geheimgesellschaften.* Das klingt nach Edgar WALLACE und >Ghostbusters<, wird aber mit einem feierlichen Ernst vor- gestellt, der unfreiwillig komisch wirkt. Nachdem Berlin 1945 von sowje- tischen Truppen erobert worden war, sollen in den Trümmern der Reichs- hauptstadt die Leichen von mehr als 1000 Tibetern aufgefunden worden sein – »in deutschen Uniformen« (VAN HELSJNG/HOLEY).

Diese—zugegebenermaßengeraffte—Darstellungder>Tibet-Connec- tion< verblüfft durch ihre Brüche, ihre Lücken, ihren Charakter als Ab- folge von Andeutungen. Geht man dem Tatsachengehalt auf den Grund, so bricht das ohnehin schon nebulöse Konstrukt mit lautem Getöse in sich zusammen. Dies betrifft zunächst den posthum bedauernswerten Professor Karl HAUSHOFER, dessen >nichtarische< Ehefrau ihm in der NS- Beliebtheitsskala gewisse Punktabzüge brachte. Solange sein Freund und ehemaliger Schüler Rudolf HESS noch nicht in britischer Gefangenschaft saß, mochte ihn dies nicht so sehr beunruhigen. Spätestens jedoch, als sein Sohn Albrecht, der seiner Gegnerschaft zum NS-Regime noch in der Gefängniszelle mit den später viel zitierten Moabiter Sonetten Ausdruck verlieh, in den letzten Kriegstagen von der SS ermordet wurde, konnte HAUSHOFER senior wohl nicht mehr zu den Advokaten der NS-Herrschaft gerechnet werden. Um so skurriler ist es, daß er vom NS-Okkult-Mythos zu einem der wichtigsten geheimen Magien des Dritten Reiches stilisiert wird.

Historisch gesichert ist Karl HAUSHOFERS Japan-Kommando, zu dem er am 22. Oktober 1908 von Genua aufbrach und über Indien, Burma, Singapur, Hongkong und Shanghai schließlich am 19. Februar 1909 in Nagasaki eintraf. Am 15. Juni 1910 trat er von Kyoto die Rückreise an und fuhr mit der transsibirischen Eisenbahn in die Heimat zurück. Für einen Tibet-Aufenthalt ergeben sich in dieser Zeit keine Hinweise. Und

4 Jan VAN HEISING,

C eheimgesellschajten und ihre Macht im 20. Jahrhundert, Rhede (Ems) 1993, Kapitel 28: »Adolf

Schickig ruber und die Thüle-Gesell- schaft«, zit. nach: http://

www. vh o.org/ D / Geheiml /28g.html

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selbst die Verbindung von GURDJEW nach Tibet ist äußerst zweifelhaft. Entsprechende Angaben beruhen offensichtlich auf einer Namensver- wechslung. GURDJEW, auch daran gibt es mitderweile keinen Zweifel, hatte weder zu HAUSHOFER Verbindung, noch gibt es irgendwelche Anzeichen dafür, daß er während seines Deutschland-Aufenthalts 1921/22 Verbin- dung zu prominenten Nationalsozialisten hatte. All dies haben akribi- sche biographische Studien sowohl über HAUSHOFER als auch über GUR- DJEW erw’iesen.5

Als Erfinder der Legende von Karl HAUSHOFER als geheimer okkulter Instanz hinter den Mächtigen des Dritten Reiches kann Gurdjew-Schü- ler Louis PAUWELS gelten, der seinem »Meisten damit offenbar zu welthi- storischer Bedeutung verhelfen wollte. In seinem 1954 erschienenen Buch über GURDJF.W findet sich gewissermaßen ihre »Ur-Fassung«.6 jene ist dort allerdings mit einer Anmerkung des Herausgebers versehen, aus der hervorgeht, daß Jacques BERGIER die einzige Quelle für die These einer Verbindung zwischen GURDJEW und HAUSHOFER ist. BERGIER beruft sich wiederum auf »ausgiebige Lektüre« und »persönliche vertrauliche Mit- teilungen«, die zum Teil von deutschen Offizieren gekommen sein sol- len, die wegen Beteiligung an einem Komplott gegen HITLER im Kon- zentrationslager Mauthausen inhaftiert waren, wo BERGIER ebenfalls einsaß. Der Herausgeber verweist darauf, daß BERGIER keine beweiskräf- tigen Dokumente zur Stützung seiner These vorlegen konnte. In ihrem BestsellerAufbruchinsdritteJahrtausendverschafftenPAUWELS undBER- GIER der Legende dann ihre verheerende Breitenwirkung. Im deutschen Sprachraum hat Dietrich BRONDER 1964 erstmals ausführlich »okkulte Wurzeln« zur Erklärung des Nationalsozialismus herangezogen und da- bei auch die »Tibet-Connection< beschrieben. Zwar vergaß er dabei, die quellenkritischen Anmerkungen des Herausgebers von PAUWELS‘ GURD- JEW-Buch zu erwähnen, betonte jedoch immerhin mehrmals den hoch- spekulativen Charakter der okkulten NS-Deutung,* Zeitgenössische Au- toren wie CARMIN und VAN HELSING/HOLEY halten sich mit solchen Kleinigkeiten nicht mehr auf.

Bleibt noch die >SS-Tibetexpedition<, die nun zweifelsfrei stattfand, deren Deutungen – bis in Veröffentlichungen mit wissenschaftlichem

5 Hans-Adolf JACOBSEN, Karl Haushofer. Leben und Werk, 2 Bde., Boppard 1979 (Schriften des Bundesarchivs 24), S . 8 6 – 8 9 , sowie James W E B B , The barmonious circle. The lifes and work of G.I. Gurdjieff P.D. Ouspensk)1, and theirfollowers, London 1980, S. 45, 49 ff. u. 185 ff.

6 Louis PAUWELS, Monsieur Gurdjieff, Paris 1954, S. 47-50.
7 Louis PAUWELS U. Jacques BERGIER, Aujbruch ins dritte Jahrtausend. Von der Zu- kunft der phantastischen Vernunft, Bern—Stuttgart 1962, S. 372—378.
8 Dietrich BRONDER, Bevor Hitler kam, Hannover 1 9 6 4 , S . 2 2 0 u. 2 4 0 – 2 4 4 .

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Anspruch hinein — jedoch zahlreiche Zweifel hervorrufen. Fünf deut- sche Wissenschaftler unter der Leitung von Ernst SCHÄFER brachen am 20. April 1938 mit dem Ziel >Tibet< zu einer abenteuerlichen Expedition auf. Über Sikkim, das damals zu Britisch-Indien gehörte, erreichten sie tatsächlich das >Dach der Welt< und konnten als erste Deutsche die heili- ge Stadt Lhasa betreten und dort rund zwei Monate verbringen. Kurz vor Ausbruch des Krieges mit Polen kehrten sie im August 1939 in die Heimat zurück.

Doch was wollten die Deutschen, die tatsächlich alle SS-Mitglieder waren, im fernen Tibet?9 Expeditionsleiter Ernst SCHÄFER berichtet in seinen unveröffentlichten Memoiren von einem Gespräch in HIMMLERS engstem Kreis, das im Vorfeld der Expedition stattfand. »Ob ich in Tibet Menschen mit blonden Haaren und blauen Augen begegnet sei«, soll HIMMLER bei diesem Treffen gefragt haben. SCHÄFER, der bereits 1931/ 32 und 1934 bis 1936 an Tibet-Expeditionen des US-Amerikaners Brooke D O L Ä N teilgenommen hatte, verneinte dies und legte seinen Wissens- stand über die stammesgeschichtliche Entwicklung der Menschen dar. HIMMLER gab darauf seiner Vermutung Ausdruck, in Tibet seien Reste

9 SiehezudieserFrageauch:DetlevROSF,,»DiedeutscheTibetexpedition1938/ 39, Forschungsreise oder ideologisch motivierte Spurensuche?« in: Deutschland in Geschichte und Gegenwart, Nr. 3 , 2 0 0 6 , S. 2 7 — 3 1 .

Aufnahmen von der Tibet-Expedition. Links: Tempelkunst in

Lhasa. Rechts: Schil- derhaus mit Wachpo- sten vor dem Potala (Palast des Dalai Lama) in Lhasa.

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der Hochkultur des versunkenen Atlantis zu finden.10 Ernst SCHÄFER beharrte jedoch auf dem rein wissenschaftlichen Charakter der Expedi- tion. Sowohl HIMMLERS Forderung, je einen Ru- nenforscher, einen Urgeschichtler und einen Religionswissenschafticr in die Expeditions- mannschaft aufzunehmen, als auch der Ver- such, den Forscher durch eine Zusammenkunft mit HIMMLERS greisem >Berater< Karl Maria Wi- UGUT für seine Theorien zu vereinnahmen, scheiterten.
Daß die deutsche Tibetexpedition einen ideologischen Hintergrund gehabt habe, behaupte- te dennoch der 2004 produzierte Dokumentar- film Die Expeditionen der Nazis. Abenteuer und Rassenwahn,u »Kronzeuge« in der Film-Doku- mentation ist Christopher HALE, ein britischer Journalist, der sich offenbar durch eine aktuelle Buchveröffentlichung11 als >Experte< empfohlen hatte.
Bereits in der Einleitung behauptet der Sprecher: »Schon seit Mitte der 30er Jahre suchen SS-Forscher weltweit nach den Spuren einer versunkenen Herrenras- se.« Diese Suche sei beeinflußt von der >Welteislehre< des Österreichers Hanns HÖRBIGFR. HALF, führt dann später aus, es erscheine zunächst ab- surd, daß man nach Verwandten dieser >Arier< in Asien, auch auf dem >Dach der Welt«, suche. Doch genau das habe die Tibetexpedition gewollt.
Hintergrund dafür sei die Theorie, daß vor langer Zeit eine überlegene arische oder nordische Zivilisation herrschte, die ein riesiges Reich von Europa bis nach Japan bildete. Dieses Reich sei dann aufgrund der Vermischung mit »minderwertigen Rassen« zusammengebrochen, habe aber Spuren selbst in entlegenen Winkeln der Erde hinterlassen. In Tibet seien solche Spuren vor allem innerhalb der Aristokratie zu finden.

IM Ernst SCHÄFER, AUS meinem Forscherleben (unveröffentlichte Autobiographie), 1994, S. 168 ff. Siehe Peter MIERAU, Nationalsozialistische Expeditionspolitik. Deut- sche Asien-Expeditionen 1933-1945, München 2006 (zugleich Diss. Univ. Mün- chen 2003), S. 334 f., und Rüdiger S ü N N E R , Schwarbe Sonne. Entfesselung und Miß- brauch der Mythen in Nationalsozialismus und rechter Esoterik, Freiburg 1999, S, 48,

11 SÜNNER, ebenda, S. 49—53. MIERAU, ebenda, S. 335—342, ausführlich zu HIMM- LERS Tibet-Vorstellungen und deren Quellen.
12 DVD-Dokumentation Die Expeditionen der Nazis. Abenteuer und Rassenwahn, MDR, ZDF Enterprises und Polarfilm 2004.

13 Christopher H ALE, Himmler’s Crusade. The True Story ofthe 1938 Nazi Expedition into Tibet, London 2003,

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Eine solche Deutung der Hintergründe konnte unmittelbar an die okkulten Theo- rien des Reichsführers-SS anknüpfen, wie sie Ernst SCHÄFER schilderte. Die Welteis- lehre, Helena P. BLAVATSKYS Geheimlehre und das 1923 erschienene Buch Tiere, Menschen und Götter des Okkuldsten Ferdinand Os- SENDOWSKI waren dabei die wichtigsten In- spirationsquellen für H I M M L E R . Der Film Die Expeditionen der Nazis suggeriert nun, aus den seltsamen Ansichten HIMMLERS, die zweifelsfrei belegt sind, seien – sozusagen eins zu eins — die Zielvorgaben für die Ti- betexpedition abgeleitet worden. Für diese These finden sich aber in den Quellen kei- nerlei Belege.14 HIMMLER hätte SCHÄFER nur zu gern davon überzeugt, in Tibet nach den Spuren einer versunkenen arischen Hoch- kultur zu suchen. Doch der mächtige Reichsführer-SS konnte den selbstbewuß- ten jungen Wissenschaftler und seine Ex- peditionskameraden nicht von seinen Ide- en überzeugen und biß sozusagen auf Granit.

In der Zeitschrift Asienberichte erläuterte Ernst SCHÄFER unter dem Titel »For- schungsraum Innerasien«15 seine Motive für die Expedition. Nach der Pionierarbeit wäh- rend der ersten Expeditionen sei es nun- mehr um die systematische Forschung in Teilsparten gegangen und vor allem um die Synthese von Ergebnissen verschiedener Disziplinen. »So war es schon die Aufgäbe meiner letzten Expedition 1938/39,. . .eine Gesamtschau anzustreben, bei der engste Berührung der verschiedensten Wissensgebiete

14 MIERAU, aaO, (Anm. 10), S. 342 (Fußnote 1120).
15 Ernst SCHAFER, »Forschungsraum Innerasi- en«, in: Asienberichte. Vierteljahresscbrift für asiati- sche Geschichte und Kultur, Nr. 21, 1944, S. 3-6.

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16 Ebenda, S. 4.

17 Ernst SCHAFER, Geheimnis Tibet. Erster Bericht der Deutschen Tibet- Expedition Ernst Schafer 1938/39, Schirmherr: Reichs- führer-SS, München 1943, und Bruno BEGER, Mit der

ebenso Voraussetzung ist, wie die gemeinverständliche Tatsache, daß die einzelnen Spezialisten Hand in Hand arbeiten, um sich den Stoff gegenseitig zu erklären und sich in ihren Erkenntnissen zu ergänzen; im- mer mit dem Ziel, die großen Zusammenhänge klarer erkenntlich wer- den zu lassen.« Die Hauptaufgabe war es, »den zu erforschenden Le- bensraum ganzheidich zu erfassen«, daher seien »Erde, Pflanze, Tier und Mensch Gegenstand unserer Forschungen«,16

Eine wissenschaftliche Gesamtbetrachtung Tibets war also das Ziel der deutschen Tibetexpedition 1938/39, Hinweise auf andere oder dar- über hinaus gehende Motive und Zielsetzungen finden sich auch in den Berichten der Teilnehmer nicht, die den Verlauf der Forschungsreise aus- fuhrlich und detailgenau beschreiben.'“ Mit Recht könnte auch hier ge- fragt werden, ob die Teilnehmer womöglich eine Verklärung in eigener Sache betreiben. Doch die Forschungsergebnisse sowie die detailliert deutschen Tibetexpediti- Auflistung der Tätigkeiten und des gesammelten Expeditionsgutes, die

on Ernst Schäfer in einem Vortrag SCHÄFERS in Kalkutta noch vor der Rückreise aufge-

1938/39nachLhasa, führtwerden,sprechenklardagegen. Zu den Interessengebietender Expedition gehörten Erdmagnetismus, Temperaturmessungen, Feststellung des Salzgehalts von Seen, Erstellung von Gebäude-Grundrissen, Land- karten der geologischen Strukturen, die Sammlung von Steinen und Mi- neralien, Fossilien, Tierskeletten, Reptilien, Schmetterlingen und Vögeln, getrockneten Pflanzen, Samen von Blumen, Getreide und Früchten, dazu verschiedenen völkerkundlichen Gegenständen, Werkzeugen und Texti- lien, Außerdem wurden 20000 Schwarz-Weiß-Fotos und 2000 Farbauf- nahmen gemacht und rund 18000 Meter Filmaufnahmen,1s aus denen nach der Rückkehr ein »offiziellen Dokumentationsfilm hergestellt wur- de. >Okkult< klingt das alles nicht, und für eine Suche nach medial begab- ten Nachkommen der >Ur-Arier< von Atlantis gibt es auch nichts her.

Halbseriöse Darstellungen wie jene Christopher HAI.ES halten, wie die Quellenlage überzeugend darlegt, einer kritischen Überprüfung nicht stand. Noch viel weniger geben die Quellen irgend etwas für abenteuer- liche Okkult-Thesen der Tibet-Expedition her, die dank PAUWEES und seinen Epigonen bis heute in vielen Köpfen herumspuken. »Alle For- schungsziele und -aufgaben setzten sich die Teilnehmer unter der Füh- rung SCHÄFERS selbst. Sie hatten rein wissenschaftlichen Charakter auf dem Stand der dreißiger Jahre«, beschließt der Wissenschaftler Bruno BEGER seine Erinnerungen an die Expedition.19 Daß die SS auf Ergeb- nisse hoffte, die sich ideologisch verwerten lassen, steht genauso auf ei- nem anderen Blatt wie H I M M L E R S etwaige Erwartungen, für seine seltsa- men Theorien würden sich in Tibet Beweise finden lassen. Die Geschichte von Wünschen und Erwartungen und die Realgeschichte sind eben zwei ganz verschiedene Paar Schuhe.

Detlev Rose

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Der Grosse Wendig_Band-1.pdf

Der Grosse Wendig_Band-2.pdf

Der Grosse Wendig_Band-3.pdf

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9 Kommentare

  1. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  2. R.B. sagt:

    Es gibt mittlerweile Ban 4 und 5…..

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  3. R.B. sagt:

    Pardon…Natürlich Band 4 und 5!!

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  4. ALTRUIST sagt:

    So , so ………..

    Beim Suchen auf Wikipedia gefunden :

    Der Artikel „Der grosse Wendig“ existiert in der deutschsprachigen Wikipedia nicht.
    Du kannst den Artikel erstellen (Quelltext-Editor, Anleitung).
    Wenn dir die folgenden Suchergebnisse nicht weiterhelfen, wende dich bitte an die Suchhilfe oder suche nach „Der grosse Wendig“ in anderssprachigen Wikipedias.

    Heinrich Wendig
    Diese Seite existiert nicht

    Suche nach „Heinrich Wendig“ in anderen Artikeln.
    Suche nach ähnlichen Schreibweisen im alphabetischen Index.
    Verfasse einen Artikel zum Thema (Anleitung).

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  5. thom ram sagt:

    Altrui

    Ich tippe schlicht:
    Da waren schon Beiträge, doch wurden sie vielleicht einfach immer wieder mal weggestaubt, beim Reinemachen.

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  6. ALTRUIST sagt:

    Den Wendig sollte man in russisch und noch wichtiger in polnisch anbieten .

    Gerade die Polen sind und werden gezielt missbraucht, um wie ein unheilbringender Pflock zwischen Russland und Deutschland zu wirken .

    Und hier fuehren die Spuren wiederum nach Rom , direkt zum Vatikan .

    Das funktioniert jahrhunderte lang bis heute .

    Mal schauen , was der Trump daraus macht .

    Ob sich die deutsche Jugend dafuer ueberhaupt interressiert , lasse ich mal dahin gestellt .

    Wuenschenswert waeren mehr juengere Leser auf BB .

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  7. Kollege V. sagt:

    Was ich mich frage: Warum steht in den Schmutztiteln der Bände „1“, „2“ und „3“ jeweils „Band XXXVI“ (36), „Band XXXVII“ (37) und „Band XLI“ (41) geschrieben?

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  8. Querulant sagt:

    Zunächst Danke für die pdf-downloads. Wäre mir sonst nicht möglich, die dort geballt vorzufindende Wahrheit zu erfahren.

    Den Wendig in polnischer Sprache – Superidee, könnte sehr positive Folgen haben.

    Das generelle Problem, daß die Jugend sich nicht für die jüngere deutsche Geschichte interessiert, sehe ich darin, daß wir (noch) keine Weimar´rer Verhältnisse haben, die einen „Führer“ hervorbringt, genau wie damals die Herzen der Menschen zu erreichen und im gemeinsamen Kampf gegen Hunger und Verarmung zu einen.

    Wir haben heute ein Millionenheer von Individualisten, die jeder eine andere Vorstellung eines demokratisch regierten Deutschlands haben, deren Antrieb ursächlich die Erhaltung eines persönlichen erreichten Komforts ist und die nicht wirklich konsensfähig sind.

    Nicht die Armut und Ausplünderung bringt das deutsche Volk aus seiner immer tiefer sinkenden Agonie, sondern leider erst der „leere Magen“ und das Folgen eines Führers an die Quellen. Bis dahin werden vermutlich noch viele Jahrzehnte vergehen, denn kein Volk weltweit hat aus seiner Geschichte gelernt – erst recht nicht das deutsche Volk.

    Daß die „Sieger“ das deutsche Volk neu gepolt haben, wird ja bereits von der zweiten Generation nach dem WWII abgestritten und als FakeNews bezeichnet.

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