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Rußlands Tanz auf der Säbelspitze – 2

Wir wollen – in Fortsetzung unserer ersten beiden Teile – noch einige wenig bekannte Aspekte der internationalen Lage um Rußland erörtern: zum Nahen Osten und zur „deutschen Karte“.
Luckyhans, 29. Mai 2016
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3. Rußlands Wirken nach außen – die „deutsche Karte“ und Nahost

Die Geschichte um den sog. Zweiten Weltkrieg wird in Rußland durchaus aufgearbeitet, wobei nicht nur Väterchen Stalin und die damalige Armeeführung langsam positiver dargestellt werden. So wurde in einem ausführlichen Artikel die Frage aufgeworfen, wie es denn im Sommer 1941 zu dem schnellen Vorrücken der Wehrmacht kommen konnte, wo doch die Rote Armee sowohl zahlenmäßig als auch an technischer Ausstattung bei einigen Historikern so deutlich überlegen gewesen sei.
Wobei man offen die Angriffsabsicht Stalins natürlich (noch?) nicht bestätigen will…

Da werden anfangs ziemlich emotionslos die angeblichen Stärken der deutschen und verbündeten Divisionen aufgezählt: danach hätten neben 127 Divisionen mit insgesamt 2,81 Mio Mann der Wehrmacht noch 42 Divisionen der Verbündeten (Finnland, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Tschechien) mit insgesamt knapp 1 Mio Mann zum Angriff bereitgestanden, mithin also 3,8 Mio Mann (die „russische Addition“ im Artikel kommt da schon auf 4,3 Mio).
Auf sowjetischer Seite hätten dagegen von der RA mit damals insgesamt 5,77 Mio Mann im Westen nur ca. 3 Mio Mann, und davon in Grenznähe gar nur 40% diesem Gegner gegenübergestanden.
Offensichtlich wird da ein wenig mit den Zahlen manipuliert für das „richtige“ Ergebnis…

Sodann erfolgt die Aufzählung der SS-Divisionen, wobei u.a. ehrlich festgestellt wird, daß 57% der Mannschaftsstärke der Waffen-SS nichtdeutsche Freiwillige gewesen seien, die nicht gezwungen wurden, für das Reich zu kämpfen, sondern die dies absolut freiwillig taten.
Die sich logisch daraus ergebende Frage, wie es denn dazu kommen konnte, daß derart viele Ausländer sich offensichtlich für die Idee des deutschen nationalen Sozialismus so stark begeistert haben, daß sie dafür bereit waren, in der Elitetruppe zu kämpfen und zu sterben, wird natürlich nicht gestellt…
Wir sollten uns wohl darauf einstellen, daß ungeachtet der teilweisen (!) Öffnung bestimmter russischer Archive mit gestohlenen deutschen Dokumenten („Kriegsbeute“?) eine wirklich ehrliche Aufarbeitung der gemeinsamen Geschichte in nächster Zeit noch nicht möglich sein wird – solange „unsere“ alliierten Marionetten die Fascho-Junta in Kiew und deren „Rechten Sektor“ unterstützen, jedenfalls.

Ein guter Bekannter fragte neulich, ob es nicht möglich sei, daß Rußland einseitig Deutschland einen Friedensvertrag anbieten könnte.

Zuerst wäre die Frage, wem (als „Deutschland“) ein solcher Vertrag angeboten werden könnte – der alliierten Verwaltungsorganisation des vereinigten Wirtschaftsgebietes (gemäß dem von den Alliierten genehmigten „Grundgesetz für die Bundesrepublik“ Art. 133) jedenfalls nicht, diese kann spätestens seit 1956 keine gültige Legitimation der deutschen Völker mehr vorweisen, da sämtliche Bundestagswahlen, wie das Bundesverfassungsgericht eindeutig festgestellt hat, seitdem nicht gemäß dem Grundgesetz erfolgt sind – ein bis heute übrigens nicht geänderter Zustand!
Gemäß gültigem Völkerrecht bedeutet dies sogar, daß sämtliche erlassenen Gesetzesakte all dieser Bundestage jedenfalls unwirksam sind – und somit deren Durchsetzung ein Verbrechen…
Wer also sollte hier „Deutschland“ vertreten?

Außerdem habe ich bereits mehrmals die Vermutung geäußert, daß vom „Buckligen“ (russ. „gorbatyj“ = der Bucklige) oder “Müllmann“ („Gorbatschow“ klingt halt im Amerikanischen ähnlich wie „garbage hoff“ – garbage = Müll) im Jahre 1990/91 und/oder wenig später vom saufseligen Boris Jelzman beim Abzug der „Westgruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland“ damals insgeheim einen Totalverzicht „bezüglich Mitteldeutschlands“ unterschrieben wurde.
Falls das stimmt, wäre die Rolle Rußlands als Besatzungsmacht zumindest hier im (laut Einigungsvertrag) „Vereinten Deutschland“ (wo finde ich das, übrigens?) ausgespielt und alle damit verbundenen Hoffnungen wären umsonst.

Wie komme ich darauf?

In einem Artikel, der demnächst vielleicht hier übersetzt erscheinen wird, ist eine Betrachtung zum sog. „Kanzler-Akt“ (im Deutschen ist die Bezeichnung „Kanzler-Akte“ gebräuchlich – angeblich ein Anhang zu einem geheimen Staatsvertrag vom 21. Mai 1949, den seitdem jeder Kanzler der BRiD vor seinem Amtsantritt zu unterzeichnen hat, in der Regel in Washington D.C. /District of Columbia/) enthalten, die einen Vergleich zum von Präsident Boris Jelzman am 8. Dezember 1991 unterzeichneten „Abkommen von Belowezhskaja Pushha“ zieht, in dem – völlig ohne Not und ungeachtet der großen Zustimmung beim Volksentscheid vom 17. März 1991 (75% aller Sowjetbürger sprachen sich für den Erhalt der UdSSR aus, obwohl das Baltikum, Georgien, Moldawien und Armenien offiziell nicht mitmachten) – von den drei Präsidenten die UdSSR offiziell völkerrechtlich für aufgelöst erklärt wurde, und die Bildung des Triumvirates „G.U.S.“ (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten, bestehend aus Rußland, Weißrußland und der Ukraine) verkündet wurde – eine Rückkehr zur Weltmacht Sowjetunion somit vollständig verunmöglicht wurde.
Ein langgehegter Wunsch der internationalen Finanzlobby ging damit in Erfüllung.

Dies wird als ein Unterwerfungs-Dokument unter die VSA/WashDC/Wallstreet – gleichbedeutend mit der deutschen „Kanzler-Akte“ – interpretiert.
Somit wäre auch Rußland – zumindest unter Jelzman – tatsächlich ebenfalls eine VSA-Kolonie gewesen.

Und es gibt noch einen Hinweis:
Wladimir Putins „Geschichts-Politik“ läßt den genannten Verzicht vermuten, mit seinen nach wie vor ungebrochenen „Sieg über den Faschismus“-Jubelarien und der Verhinderung jeglicher Bemühungen um eine unvoreingenommene (!) Aufarbeitung der 40er und Folgejahre.
Und daran wird sich wohl auch in absehbarer Zeit nichts ändern (können), weil er anscheinend
nur so die Massen im Lande bei der Stange halten kann:
erst mit dem richtigen Feindbild hat der Tag Struktur, wie Volker Pispers „neulich“ feststellte.
Und da in der Ukraine gerade – von den hörigen EU- und BRiD-Administrationen bedingungslos unterstützt! – die bösen Geister der damaligen Kollaborateure fröhliche Urständ feiern und deren Lieblingsbeschäftigung eben nach wie vor „Russen jagen“ ist, kann man ihm da momentan auch kaum einen Vorwurf machen.

Wir Deutschen werden also ziemlich sicher ganz auf uns allein gestellt das Wunder unserer tatsächlichen Befreiung vollbringen müssen.

Nachbemerkung:
„Belowezhskaja Pushha“ ist das älteste europäische Naturschutzgebiet, das sich über insgesamt 1500 qkm erstreckt, in Polen beginnt und bis nach Weißrußland hineinreicht.
Dort leben im einzigen noch ursprünglich erhaltenen europäischen Mischwald selten gewordene Tierarten, wie Wisent, Elch und Wolf in natürlicher Umgebung.
Übrigens hat inzwischen Polen, ungeachtet internationaler Proteste, in seinem Teil, dem „Białowieża Forest“, 19 Hektar zum Holzeinschlag freigegeben – formal wegen des Borkenkäfers, aber der ist mit Baumfällen nicht zu bekämpfen, wie die Erfahrungen des Bayerischen Waldes klar gezeigt haben – daher wohl eher aus reinem „Geschäftsinteresse“, denn Natur ist ja in der EU kein schützenswertes Gut…
.

Der Nahe Osten:

Allen noch gut in Erinnerung ist der spektakuläre Einsatz der schlagkräftigen russischen Luft-Kosmos-Streitkräfte in Syrien, der übrigens weiterhin ziemlich intensiv läuft.
Was den relativ plötzlich verstärkten Einsatz wie auch dessen unerwartete Rücknahme betrifft, so schlägt ein russischer „politischer Beobachter“ vor,
das Ganze mal durch die Brille der russisch-israelischen Beziehungen zu sehen.
Bekanntlich hat sich Präsident Putin nicht nur einmal zu den besonderen Beziehungen zwischen beiden „Völkern“ und Ländern bekannt: diese reichen vom von beiden gleichsam durchlittenen 2. Weltkrieg über die Aussiedlungswelle aus der Sowjetunion in den 70er Jahren bis zur unlängst geäußerten Einladung an alle Juden nach Rußland.

So könnte man auch das Engagement Rußlands in Syrien sehen:
als der Verbrecherhaufen Daesh (der Propaganda-Begriff „IS“ ist eine Verhöhnung aller tatsächlichen islamischen Staaten, und auch sachlich völlig unangebracht) sich zu sehr den von Israel nach wie vor okkupierten syrischen Golan-Höhen näherte und die syrische Armee praktisch vor der Zerschlagung stand – somit ein Krieg Israels gegen Daesh unmittelbar bevorstand -, griff Rußland sehr plötzlich Ende September 2015, also unmittelbar nach der Friedens-Rede Putins in der UN-Vollversammlung, recht entschieden in Syrien ein.
„Offiziell“ begründet wurde das natürlich mit dem Kampf gegen den internationalen Terrorismus und die darin verwickelten Kämpfer mit russischem Paß.

Wenn das so wäre: warum wurde dann aber der Einsatz im März 2016 unerwartet wieder zurückgefahren?
Waren die „russisch-stämmigen“ Terroristen alle vernichtet?

Oder war einfach die unmittelbare Gefahr für Israel durch den Daesh beseitigt?
Überhaupt müssen sich die Israelis über das Auftauchen des Daesh richtig erfreut gewesen sein, hat doch dessen Auftreten augenblicklich die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit von Israel und seinem unerklärten Ausrottungskrieg gegen die palästinensischen Semiten abgelenkt – und so ganz nebenbei die islamische Welt weiter gespalten und untereinander spinnefeind gemacht.
Daher ist auch nicht zu erwarten, daß es einen „endgültigen Sieg“ über die Daesh-Verbrecherbande geben wird – denn zum letzteren Zwecke werden auch die schlimmsten Mörder noch „gebraucht“: „wenn zwei sich streiten“, freut sich die Wallstreet.

Davon abgesehen wurde nach der sehr lauten Rückzugsankündigung Putins aus Syrien ein undurchsichtiger Schleier über die dort verbliebenen russischen Kräfte gelegt:
während vorher mit Satellitenfotos und detaillierten Aufstellungen der Flugzeuge, Hubschrauber und Waffensysteme nahezu täglich angegeben wurde, werden seit Mitte März in russischen Medien keine konkreten Zahlen mehr veröffentlicht.
Und da auch von Seiten der Nato nichts Genaues dazu nicht berichtet wird, kann man durchaus vermuten, daß alles, was dort abläuft, tatsächlich jederzeit sauber zwischen den angeblichen Kontrahenten abgestimmt ist.
Wie bitte, das sei nur eine „Verschwörungstheorie“?
Gewiß – aber es gibt kaum noch eine VT, die sich nicht nach einiger Zeit als weitgehend wahr erwiesen hat…

Keine VT ist auf jeden Fall die “Freundschaft“ gewisser VSA-Kreise mit dem Daesh: Johnny McKain hat sich jedenfalls gern mit dessen führenden Männern ablichten lassen.

Auch der angebliche russische „Schmusekurs“ mit dem Iran kann sich jederzeit wieder umkehren, solange es den Westen mit seinem Finanzsystem gibt – der Iran hat nach den vielen Sanktionsjahren erstmal einen hohen technologischen Nachholebedarf, den er überall deckt – sowohl in Europa wie auch in Rußland.
Wobei die noch nicht allzu reichlich vorhandenen Mittel (ein Teil der iranischen Bankkonten im Westen ist nach wie vor gesperrt) sehr „ausgesucht“ eingesetzt werden:
S-300-Luftabwehrsysteme beziehen ja (eventuell schon mit der neuen „urplötzlich“ nicht 300, sondern 400 km weit reichenden Rakete?), vielleicht auch „Bastion“-Küstenschutz-Systeme mit der Jachont-Überschall-Flügelrakete, aber z.B. Panzer werden (noch?) nicht gekauft – trotz deren nachgewiesener Erfolge im Syrien-Krieg…

P.S.
Ja richtig: Nahost – Panzer – da war doch noch was.
Wer erinnert sich nicht an die Videos auf der Duröhre von den Panzer-Friedhöfen im Irak, mit zerschossenen und zersprengten Abrams-M1-Panzern, die in nicht geringen Stückzahlen dort herumlagen? Gab es mehrere von…
Hat jemand ähnliche Videos von massenhaft abgeschossenen russischen T72- oder T90-Panzern aus Syrien gesehen? Ich nicht…
Klar, ein Video von dem Treffer eines T-90 mit einer TOW-Rakete machte kürzlich die Runde, allerdings sprang nach dem Treffer der syrische MG-Schütze noch sichtbar aus dem Panzer heraus – da war also nur die sog. Reaktiv-Panzerung ausgelöst worden und der Panzer war sonst im wesentlichen unbeschädigt geblieben…
Natürlich alles nur Kreml-Propaganda…


7 Kommentare

  1. MURAT O. sagt:

    Hat dies auf Manfred O. rebloggt.

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  2. luckyhans sagt:

    Und wieder eine aktuelle Eränzung zu den im obigen Artikel genannten „Sonderbarkeiten“:
    http://www.antikrieg.com/aktuell/2016_05_29_appell.htm

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  3. Andy sagt:

    Hat dies auf Andreas Große rebloggt.

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  4. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  5. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  6. […] wollen – in Fortsetzung der vorigen drei Teile dieser Analyse nun nochmal kurz die Beziehungen Rußlands zur EU und zur Nato streifen, bevor wir dann (endlich!) […]

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  7. […] wollen – in Fortsetzung der vorigen drei Teile dieser Analyse nun nochmal kurz dieBeziehungen Rußlands zur EU und zur Nato streifen, bevor wir dann (endlich!) […]

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