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Venezuela 2019

Allüberall Dasselbe. Ist da ein Volk von selbstbewussten Menschen mit einer Regierung, welche für und nicht gegen das Wohl der Bevölkerung wirkt, schreiten SIE ein, lassen SIE destabilisieren durch innervölkische gegenseitige Aufhetzerei (in der BRD wuunderschön zu beobachten), lassen SIE das Volk mittels sogenannter Sanktionen abschnüren, im Idealfalle verrecken,  oder lassen SIE, wenn IHNEN gar nichts mehr einfällt, IHREN Militärarm, die US, Bomben schmeissen, von lieben angelsächsischen Partnern sowie von Vasallen wie la belle France oder von  Untervasallen wie der pundesteutschen Scheinperublik beklatscht und begeistert unterstützt, mittels gendergerechter Sold Aten und ausrangierten Jets feurig in die Kämpfe schickend, unter Oberbefehlshaberin, einer Kriegsstrategin, angeblich namens Uschilischatzi von der Lügen.
Ich höre, dass die Venezuelanische Bevölkerung an dramatischer Unterversorgung leide. Interessant. Nicht etwa wenden sich die Menschen von ihren Regierenden ab, nicht also geschieht der erwünschte Effekt, Berichten zufolge geschieht das Gegenteil: Die Menschen wissen, dass sie mit der Maduro-Mannschaft Rechtschaffene im Regierungsgebäude haben und stehen zu ihnen.

SIE machen die Rechnung ohne den Wirt. Genau so wie die syrische Bevölkerung genau weiss, was sie von Assad und seinen Getreuen zu halten hat und zu ihnen stand und steht, so ist es in Venezuela. Aehnlich wie in Syrien können SIE zwar noch grösseres Unheil anrichten, doch werden SIE Venezuela nicht erlegen, genau so, wie es IHNEN mit Syrien nicht gelungen ist. Dazu ist zu bemerken: Hätten wir Russland nicht, Syrien wäre heute gleich dran wie Lybien und der Irak, und ich vermute, dass Russland hintenrum gewaltig an den Fäden zieht, um Venezuela nicht vor die Hunde gehen zu lassen.
Die Rolle Trumps? Entweder schurkisch oder gespielt schurkisch. Nach wie vor neige ich zu der zweiten Annahme. Um inneramerikanische Wadenbeisser an der Kette zu halten, macht er Dinge, die nicht in seiner Agenda stehen.
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Thom Ram, 06.04.07
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Erreichte mich heute zum Thema ein freundliches Schreiben von Leser TomCat:
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Hallo lieber Thomram,
vielleicht könntest Du meine Gedanken zu dem aktuellen Politthriller Venezuela als Report einfügen?
Prüfe ihn auf Herz und Nieren, die Ereignisse überschlagen sich in immer kürzeren Intervallen und eigentlich ist neueste Meldung schon von anderen Geschehnissen der Weltbühne an Aktualität und Brisanz übertroffen worden. Die Webseite conosur (ganz unten über dem Auszug des Links) ist ein werbeinduzierter Host, der allerdings interessante Daten der vergangenen Wirtschaftsleistung Venezuelas unter Hugo Chaves beschreibt.
Philosophenmodus ein:
„Jede Sicht ist heutzutage eine Nanosekunde der Gegenwart als Momentaufnahme zwischen Vergangenheit und Zukunft.“
Philosophenmodus aus.
Viele Grüße aus deutschen Gefielden,
TomCat
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Hallo werte Bumibahagia Gemeinde,
gerade denke auch ich, wie sehr der Konflikt mit Venezuela den anderen Ländern (Korea, Lybien, Irak, Iran…) ähnelt, die bereits von unserem „geschätzten Wertewesten“ mit deren Vorstellung von Demokratie und Freiheit beglückt wurden.
Eine subtile Form von Manipulation an der Grundversorgung /Infrastruktur ist genauso verheerend wie ein gezielter Bombenangriff.
In dem speziellen Fall des aktuellen Blackouts ist ein möglicher Inside Job durch Anregung von Aussen nicht unwahrscheinlich?
Der jüngste Vorwurf von Informationsminister Rodrigues bezieht sich auf einen Cyberangriff der VSA; ist wohl nicht völlig auszuschließen, denn die technologischen Ressourcen dafür stehen mit Sicherheit den Ver(unr)einigten Staaten, wenn auch nicht ganz ohne Maulwurfaktivitäten aus den Reihen Guaidos, zur Verfügung.
Das Argument von Luis Salas ( Wirtschaftminister 2016), über die mangelhafte Wartung der Energieversorgung als Ursache für den aktuellen Blackout ist so gut oder schlecht wie jede andere Erklärung auch; nur dass sich dieser Zusammenbruch ausgerechnet jetzt ereignet, finde ich auch ausgesprochen merkwürdig.
„Im übrigen ist der Vorfall eine ideale Blackbox für zukünftige Netzwerkplanungen, volkseigene Strom- und Energieversorgung vor Zugriffen von außen so gut es geht zu schützen.“ (?)
Ihr findet unten eingeblendet eine Übersicht der Infrastruktur und insbesondere einen
Einblick in die Innen-; Außen-, Militär- und Wirtschaftspolitik unter dem damaligen Staatspräsidenten Hugo Chavez in den 90-er Jahren.

Aus den Details seines Programms läßt sich herauslesen, was die heutige US Kamarilla dazu veranlasst, sich ihren klassischen Arbeitstitel mit den gewohnten Phrasen aus Wortschöpfungen wie „Achse des Bösen, Diktatur, Gefährdung der freiheitlichen Grundordnung“ und ähnliches, aus ihrem mit FIAT Geld gepolsterten Arsch zu ziehen.

Sehr interessant, nur so als Beispiel, finde ich den u.a. Auszug (Bitte weit nach unten scrollen-Ziele der Währungspolitik) über die Schaffung einer gesunden Nationalökonomie nach deutschem Vorbild in Form eines endogenen Entwicklungsprozesses, also auf die Bedürfnisse Venezuelas zugeschnitten.

Wie Ihr aus dem Link entnehmen könnt, ist dieses Land mit einer Vielfalt an Artenreichtum und Flora reich beschenkt. Der Wasserreichtum liefert die günstigsten Bedingungen zum Bau von Wasserkraftwerken, aus dem das Land überwiegend seinen Strom bezieht.
Dazu kommen die landeseigenen Erdölressourcen mit einem 4/5 Anteil der Arbeitsleistung.
Eine der dem Volksinteresse dienenden Entscheidungen durch Hugo Chaves Initiative war es, eine Alternative zum amerikanischen Handelsabkommen zu gründen.
Die von ihm geplante Freihandelszone (abgekürzt „ALBA“, deutsch „Bolivarianische Alternative für die Amerikas“) war es, mit lateinamerikanischen Mitgliedsstaaten eine gemeinsame Freihandelszone zu etablieren.
Besonders hervorzuheben ist das Angebot den von Venezuela bezogenen Rohstoff mit einen Moratorium von einem Prozent Zinssatz und einer Laufzeit von 25 Jahren für die jeweiligen angeschlossenen lateinamerikanischen Mitgliedstaaten zu versehen.
Ein anderes Abkommen hat Heizöllieferungen mit Vergünstigungen für Bedürftige in den VSA vorgesehen.
Der staatlich geführte Erdölkonzern PDVSA hatte eine Vereinbarung mit US Senatoren geschlossen, armen und mittellosen US Bürgern mit Heizenergie zu beliefern.
Man muß diese Maßnahmen vor dem Hintergrund einer staatlich geführten Einrichtung verstehen, sie hat im Unterschied zu privaten Gesellschaften nicht zwangsläufig die Gewinnmaximierung um jeden Preis in ihrem Werkzeugkasten.
In der klassischen Handfibel für Profitgier und Wertschröpfung finden selbst die subtilsten Formen von Altruismus keine Anwendung. Als Ableitung dieser Normen liefert selbst eine bis zum Exzess ausgequetschte Zitrone immer noch genug Saft.
Es ließe sich beinahe eine Formel/ Regel aus der Gegenüberstellung von Quantifizierung (volksnahe Entscheidungen und Massnahmen zur Förderung des Binnenmarktes) und exponentiellem Verhältnis der Begehrlichkeiten von außen herstellen:
Zusammenfassung quantifizierender Massnahmen einer stabilen Nationalökonomie:
1.Nutzung der eigenen Bodenschätze/ Ressourcen
2.Förderung geistigen Potentials (Innovationsbereitschaft und Erfindungsreichtum)
3.Eine den Menschen dienendes Wertumlaufsystem, eine nicht auf Dollar (FIAT Money-Fehler In Allen Teilen) gestützte eigene Währung
4.Kostenfreies Bildungswesen, Förderung aller produzierender/produktiver Berufungen ( Ehrlich geführter Groß- und Einzelhandel, Handwerk, Pflege, Rettungsdienste, Landwirtschaft…)
5.Die Förderung akademischer Bildungsgrade in den MINT Fächern und der minimale Einsatz von Geschwätzwissenschaften (Pädagogen, Therapeuten, Psychologen, Jura und Politik)
5.Vor allem eine gerechte Entlohnung zur Stärkung der Binnenkaufkraft
Usw…
Nur zu verständlich daß das Crescendo an Wutgeheul auf der Seite des Reptilienfonds im Verhältnis zum Quadrat zu den einzelnen o. g. Punkten als Vorhaben einer Volksgemeinschaft zur Trennung und Emanzipierung von Wallstreet und FED überproportional ansteigt.
Eigentlich ist das Narrativ „Populismus“, das über ein Land, eine Gruppe oder einen Einzelnen ausgekippt wird, ein in Schimpf- und Hasstiraden gekleideter Adelstitel.
D. h. solange jemand als gewählter Volksvertreter die Interessen seiner Ethnie, autochthonen Gemeinschaft (dazu zählt auch die Bewahrung seiner unverfälschten Kultur/Geschichte) den Hedgefond Kanaillen vorzieht, wären nicht mal Wahlen notwendig, solange er seine hoheitlich geprägte Aufgabe am Volkswillen orientiert.
Der Tritt in den Allerwertesten wäre erst dann fällig, wenn er seine dem Volke dienenden Schlüsselqualifikationen bestimmten Charakterschwächen, wie Korruptionsbereitschaft und Korrumpierbarkeit, opfert.
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Grüße von
TomCat
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Übersicht des Energiehaushaltes in Venezuela als PDF Übersicht
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Ausschnitt daraus:
„Venezuela kann sich vollständig selbst mit Energie versorgen. Die Gesamtproduktion aller Anlagen zur Elektrizitätsgewinnung liegt bei 109 Mrd kWh, also 152% des Eigenbedarfs. Den Rest des selbst erzeugten Stroms exportiert Venezuela in andere Länder oder nutzt ihn gar nicht. Neben dem reinen Verbrauch spielen aber auch die Produktion, Import und Export eine Rolle. Auch weitere Energieträger wie Erdgas oder Rohöl werden verwendet.“
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Politik:
Die Regierungsform Venezuelas ist eine Form der Präsidialdemokratie (d.h. der direktgewählte Präsident ist gleichzeitig nominelles Staatsoberhaupt und Chef der Exekutive) mit starken direktdemokratischen Elementen, einer komplizierten Gewaltenteilung zwischen den fünf Gewalten Legislative, Exekutive, Judikative, Bürgergewalt (Art. 273-291) und Wahlgewalt (Art. 292-298) sowie zahlreichen Wahlen auf verschiedenen Ebenen.
Die neue Verfassung Venezuelas verbietet die Privatisierung der Erdölindustrie und der sozialen Sicherungssysteme, verfügt die kostenlose Volksbildung und Maßnahmen zur Reaktivierung ungenutzten Großgrundbesitzes, respektiert darüber hinaus aber das Privateigentum, auch das Privateigentum an Produktionsmitteln.
Der gesamte Umbau von Staat und Gesellschaft erfolgte durch plebiszitäre Akte: Bei den Präsidentschaftswahlen im Dezember 1998 entfielen 56 Prozent der Stimmen auf Chávez, im April 1999 stimmten 88 Prozent der Wähler für die Einberufung einer Konstituante, im Dezember desselben Jahres 71 Prozent für die neue Verfassung des nun als »Bolivarische Republik Venezuela« bezeichneten Staates. In dieser Verfassung ist die bürgerliche Gewaltenteilung nicht aufgehoben, aber durch direktdemokratische Möglichkeiten erweitert: Sowohl die Abgeordneten als auch der Präsident (6-jährige Amtszeit) können ab der Mitte ihrer Amtszeit per Referendum abgewählt werden. Er ist das Staatsoberhaupt und der Regierungschef.
Derzeitiger Amtsinhaber ist seit dem 2. Februar 1999 Hugo Chávez, der Vizepräsident ist José Vicente Rangel, der somit stellvertretender Staats- und Regierungschef ist.
Das Parlament ist die Nationalversammlung (Asamblea Nacional) mit einem Einkammersystem mit fünfjähriger Legislaturperiode. Sie hat 165 Sitze, wovon die linke Movimiento Quinta República von Chávez derzeit 76 inne hat. Weitere Regierungsparteien sind Movimiento die Podemos (links, Abspaltung von MAS), die Patria Para Todos (PPT, links); drei Indigene (MVR-nahestehend). Die Opposition bilden die Movimiento al Socialismo (MAS, links), die Acción Democrática (AD, sozialdemokratisch, stellte mehrere Präsidenten), die Proyecto Venezuela (PV, konservativ), die Comité de Organización Política Electoral del Pueblo Independiente (COPEI, christlich-sozial, stellte mehrere Präsidenten), die Primero Justicia (PJ, rechtsliberal) und die La Causa R (links).
Es gibt zwei große Gewerkschaften. Zum einen die Confederación de Trabajadores de Venezuela (CTV), die sich 1936 gegründet und dem Internationalen Bund Freier Gewerkschaften angeschlossen hat. Sie ist Teil der Opposition. Zum anderen die Fuerza Bolivariana de Trabajadores, eine chavistische Neugründung.
Die Verwaltungsstruktur des Landes ist in 23 Bundesstaaten aufgeteilt. Es gibt einen Hauptstadtdistrikt. Die Bundesgebiete sind zumeist Inseln.
Venezuela ist Mitglied in der UNO mit Unterorganisationen, der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), der Andengemeinschaft, dem Lateinamerikanischen Wirtschaftssystem (SELA), der OPEC, G 77, G 15, G 3 (Venezuela, Kolumbien, Mexiko), dem Amazonaspakt, der Gemeinschaft Karibischer Staaten und der Südamerikanischen Union.
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Militärpolitik:
Die neue Militärdoktrin Venezuelas ist eine integrale, nationale, territoriale Verteidigung, die sich an der Präsenz eines technisch, ökonomisch und demographisch weitaus stärkeren Feind orientiert. Das wesentlich Neue daran ist geprägt durch die Erfahrungen seit dem Vietnamkrieg, den militärischen Widerstand im Irak und die Einsicht, dass eine starke Militärmacht nicht durch konventionelle Kräfte gebrochen werden kann, sondern nur durch etwas, was Mao den lang andauernden Volkskrieg nannte. Gemeint ist also ein langer irregulärer Krieg, in dem sich Front und Hinterland miteinander vermischen, in dem Zivilisten, Milizen und Kampftruppen eine Einheit bilden und in dem Waffen auf niedriger technologischer Basis verwendet werden.
Außerdem wurde nach Berichten des Guardian bekannt, dass Venezuela anstrebt, die größte Reserve auf dem Lateinamerikanischen Kontinent aufzubauen. Darüberhinaus hat Venezuela 54 Kampfflugzeuge und -hubschrauber in Rußland bestellt.
Die USA bewerten das Waffengeschäft als Verteidigungsmaßnahme überzogen. Dies stützt kritische Stimmen, die Venezuela vorwerfen, lediglich als Vorwand eine mögliche amerikanische Aggression an die Wand zu malen um so ungestört aufrüsten zu können. Die Aufrüstung diene aber in Wirklichkeit der Stärkung des Einflusses Venezuelas in der Region und der Unterstützung von Rebellenorganisationen, die eine Affinität zur venezolanischen Politik hegen. Dies wird unter anderem dadurch unterlegt, dass Venezuela deutlich mehr Handfeuerwaffen als Soldaten besitzt und jetzt mit Lizenz auf eigenem Boden eine Fabrik für die Produktion russischer Handfeuerwaffen errichtet.
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Die Ziele der Währungspolitik:
Der Kerninhalt des neuen Zentralbankgesetzes ist die Modernisierung einer überholten Vision der Zentralbankrolle, die die Entwicklung der venezolanischen Wirtschaft und Gesellschaft blockierte. Anstatt einer orthodoxen monetaristischen Vorstellung, die sich darauf beschränkt, über die Manipulation der Liquidität eine antiinflationäre Rolle zu spielen, findet in Venezuela eine neue Interpretation der Zentralbankrolle Anwendung: ähnlich wie Alan Greenspan in den USA oder auch die europäische Zentralbank, die auf der einen Seite natürlich als Wächter der Währungsstabilität agieren, aber auf der anderen Seite gleichgewichtig Arbeitslosigkeit und Konjunktur im Auge behalten, soll nun auch hier vorgegangen werden.
Die Ziele des Bolivarischen Prozesses:
Die Ziele des von Hugo Chávez eingeleiteten Bolivarischen Prozesses sind folgende:
• Der Staat strebt einen staatskapitalistischen Entwicklungsprozess an, wie ihn eigentlich Friedrich List vor 180 Jahren in Deutschland propagiert hat und der in Venezuela als endogene Entwicklung bezeichnet wird.
• Die Verteidigung gegenüber den Vereinigten Staaten von Amerika und der Monroe-Doktrin ist beabsichtigt.
• Erstrebt wird der Aufbau des Sozialismus in Venezuela. Zu diesem Zweck wurde mit der Schaffung von Strukturen und Mentalitäten begonnen, die den Übergang zum Sozialismus einleiten.
• Darüber hinaus soll ein lateinamerikanischer Block gebildet werden, in welchem der Sozialismus und die angeblich nötige Verteidigung gegen amerikanische und europäische Interessen funktioniert. Daraus resultiert auch, dass das Schwergewicht der Maßnahmen der Regierung auf der Entwicklungsperspektive der Marktökonomie beruht. Es wird Abhilfe von der totalen Dritteweltökonomie, andererseits die Anhebung des Niveaus der Arbeitskraft und die Bekämpfung der unmittelbaren Not angestrebt.
• Hugo Chávez hat zur Entwicklung von Ideen zum Thema „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ aufgerufen.
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Außenpolitik:
Ziel der venezolanischen Außenpolitik ist es, im Rahmen der Alternativa Bolivariana para las Américas (span. Bolivarische Alternative für alle Amerikas- ALBA) ein geeintes und sozialistisches Lateinamerika zu verwirklichen. Venezuela sieht sich hierbei selbst in einer Führungsrolle in Lateinamerika.
Ausdruck dieser Leitidee ist beispielsweise der Abschluss eines „Freihandelsvertrages der Völker“ zwischen Venezuela, Kuba und Bolivien, während gleichzeitig Freihandelsverträge mit den USA, die Ecuador und Kolumbien anstreben und Peru bereits besitzt, scharf kritisiert werden.
Im Rahmen der Kontroverse um diese Freihandelsverträge kündigte Venezuela auch seinen Austritt aus der Andengemeinschaft an, der es zusammen mit Peru, Ecuador, Bolivien und Kolumbien angehört. Außer in Bolvien und Cuba stößt die venezolanische Außenpolitik und vor allem Chavez‘ wenig diplomatische Einmischungen in die Politik anderer Länder jedoch auf wenig Gegenliebe. So zog Peru seinen Botschafter aus Venezuela zurück, nachdem Chavez den peruanischen Präsidenten als „Verräter“ an der lateinamerikanischen Sache bezeichnet hatte. Das Verhältnis zwischen Venezuela und den meisten lateinamerikanischen Staaten gilt als schwierig.
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Wirtschaft:
Das Bruttoinlandsprodukt liegt bei 110,8 Milliarden US-Dollar, pro Einwohner bei 4.262 US-Dollar.
Erdöl und andere Rohstoffe:
Drei Zahlen illustrieren eindrucksvoll, wie bedeutend der Rohstoff Öl für das OPEC Gründungsmitglied Venezuela ist: es steht für vier Fünftel der Exporte des lateinamerikanischen Landes sowie für die Hälfte der Staatseinnahmen und 25 Prozent der Wirtschaftsleistung. 2005 verdiente das Land rund 35 Prozent mehr mit Öl als im Jahr zuvor. Die laufenden Einnahmen der Regierung sind demnach in den ersten sechs Monaten des letzten Jahres um 80 Prozent gestiegen.
Mit dem Anstieg der Einnahmen aus dem Ölgeschäft ist die Wirtschaft stark gewachsen, allein im zweiten Quartal um 11,1 Prozent. Der Internationale Währungsfonds rechnet mit einer Jahresrate von 7,8 Prozent. Auch wenn der Spezialfonds gefüllt wird und obwohl nach Analystenschätzungen ein Haushaltsdefizit von zwei bis drei Prozent auflaufen dürfte, schwimmt der Staat weiter in Geld: Der Wert der Devisenreserven wird auf mehr als 30 Milliarden Dollar veranschlagt; allerdings legt Venezuela diese Reserven nicht mehr in Dollar an.
Der Staat fordert in der OPEC hohe und seiner Meinung nach „gerechte“ Preise, sowie Fördermengenbeschränkungen. Seit 2002 kommen die Erlöse aus der Erdölindustrie anscheinend nicht mehr den herrschenden Eliten zugute, sondern werden von der Regierung für Investitionen in die Infrastruktur, vor allem Eisenbahn- und Straßenbau, sowie für Programme in der Sozial-, Bildungs- und Gesundheitspolitik verwendet. Trotz der anhaltenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela beziehen die Vereinigten Staaten rund 15 Prozent ihres Erdöls aus Venezuela.
Außenhandel:
Venezuela exportierte 2002 Waren im Wert von 26,22 Mrd. US Dollar, die Importe lagen im selben Jahr bei 12,28 Mrd $, womit die Handelsbilanz positiv ausfällt. Ausgeführt wurden zu 80% Erdöl und -gas. Hauptimporte sind Maschinen, Transportausrüstungen und chemische Produkte. Wichtigster Handelspartner sind die Vereinigten Staaten, weit dahinter folgen Kolumbien, Mexiko, Brasilien und europäische Staaten.
Bei der Ausfuhr von Eisenerz ist Venezuela Dank ergiebiger Quellen am Orinoco sehr bedeutend, auf dem 8. Platz in der Welt. Weiterhin führt das Land auch Stahl, Edelmetalle, Zement, Textilien und in viel geringerem Maße andere Produkte aus. Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist die Tourismusbranche.
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Firmen:
Eine der größten Firmen in Venezuela ist der staatliche Erdölkonzern PDVSA. Die PDVSA hält einen 100% Anteil an Citgo.
Weiterhin gibt es die Linea Aeropostal Venezolana, die zweitgrößte südamerikanische Fluggesellschaft. Ehemals gab es noch die VIASA, die staatliche Fluggesellschaft, die bis 1997 existierte. Die Regierung versucht gerade, eine neue staatliche Fluglinie ins Leben zu rufen, die CONVIASA, bisher aber nur mit mäßigem Erfolg; sie besteht derzeit nur aus drei Flugzeugen.
Derzeit hat die World Boxing Association ihren Sitz in Caracas. Mitte der 1990er wurde der Sitz von Panama-Stadt dorthin verlegt. Es gibt allerdings Gerüchte, dass der Sitz noch 2006 zurückverlegt wird.
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Medien:
Es gibt fünf Fernsehkanäle, die landesweit ausstrahlen. Vier davon sind privat und eher regierungsfeindlich, einer staatlich und eher regierungsfreundlich. Alle Fernsehkanäle sind ihrem Besitzer sehr zugeneigt. Des Weiteren gibt es zahlreiche regionale Sender.
Die wichtigsten Tageszeitungen sind El Universal (eher rechtsliberal), El Nacional (eher linksliberal), Ultimas Noticias (Boulevard), Tal, Cual (eher linksliberal), Daily Journal (englischsprachig, Wirtschaftsblatt) und VEA, Diario de Caracas (regierungsnah).
Venezuela ist Haupteigner des Fernsehsenders TeleSUR. Die Regierung beabsichtigt, mit dem Sender Lateinamerika eine eigene „bolivarische“ Stimme zu geben und versucht damit die Bevölkerung von staatlicher Seite zu beeinflussen.
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Internationale Wirtschaftsbeziehungen:
Am 9. Dezember 2005 trat Venezuela als fünftes Mitglied dem südamerikanischen Wirtschaftsbündnis MERCOSUR bei.
Seit 2005 gibt es die durch Hugo Chávez initiierte Alternativa Bolivariana para las Américas (abgekürt „ALBA“, deutsch „Bolivarianische Alternative für die Amerikas“), welche dem Aufbau einer Wirtschaftsgemeinschaft zwischen Kuba und Venezuela dient. 2006 ist auch Bolivien der ALBA beigetreten. Ziel ist es, eine Alternative zu der von den USA geschaffenen gesamtamerikanischen Amerikanische Freihandelszone zu schaffen und möglichst viele Staaten Lateinamerikas für einen gemeinschamen Wirtschaftsmarkt zu gewinnen.
Ein weiteres Abkommen ist das Petrocaribe. Es erlaubt den Karibikstaaten den Kauf von Erdöl aus Venezuela, allerdings muss nur ein kleiner Teil sofort bezahlt werden. Der restliche Betrag kann zu einem Zinssatz von 1 % für 25 Jahre gestundet werden. Zu den Teilnehmern zählen 12 der 15 Mitgliedsstaaten der CARICOM, sowie Kuba und die Dominikanische Republik.
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Öl für Bedürftige:
Venezuela hat bekanntgegeben, Bedürftigte in den USA mit verbilligten Öl zu versorgen, was Spannungen geradezu provoziert. Die staatliche venezolanische Erdölgesellschaft Citgo und der US-Bundesstaat Maine haben eine entsprechende Vereinbarung getroffen. „Die Heizkosten sind dramatisch gestiegen, und die amerikanische Regierung hat es nicht geschafft, die Bewohner von Maine mit den benötigten Ressourcen zu versorgen. Wir danken der venezolanischen Regierung für ihre Großzügigkeit”, wurde der Gouverneur von Maine in der venezolanischen Erklärung zitiert. Citgo wird demnach 34 Millionen Liter Heizöl zu 40 Prozent unter dem Marktpreis an sozial schwache Haushalte in Maine verkaufen. Auch vier Indianerstämme und Obdachlose sollen laut Botschaft in den Genuss des Sonderpreises kommen. Im vorigen November hatte Citgo bereits ähnlich billig Heizöl an Bedürftige in Boston und im New Yorker Stadtteil Bronx geliefert.
Staatsausgaben:
Zwischen 1991 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für
• das Gesundheitswesen bei 10%
• das Bildungswesen bei 20%
• das Militär bei 6%
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14 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  2. palina sagt:

    danke für diesen Einwurf zu Venezuela.
    Beschäftige mich schon seit Monaten mit diesem Land.
    Ein sehr interessantes Interview dazu habe ich mir gestern angesehen. Es gibt einen kleine Vorspann von ca. 4 min, aber dann geht es los.
    Pohlmann trifft auf Leo Gabriel – Experte für Südamerika

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  3. palina sagt:

    Der Sitz der staatlichen Ölgesellschaft PDVSA wurde von Lissabon nach Moskau verlegt.
    PDVSA gilt als die größte Erdölgesellschaft Lateinamerikas. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Caracas. Es beschäftigt weit über 100.000 Mitarbeiter und erzielt jährlich einen Gesamtumsatz im zweistelligen Milliardenbereich.

    In den letzten Monaten hat es einen Streit um die venezolanische Ölindustrie gegeben, die einen großen Beitrag zum Haushalt des Landes leistet. Die Vereinigten Staaten haben die PDVSA sanktioniert, um die Mittel für die von Maduro geführte Regierung abzuschneiden und gleichzeitig die von Juan Guaidó geführte Opposition zu unterstützen.
    Ende Januar froren die USA sieben Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten der PDVSA und ihrer US-Tochter Citgo ein. Der selbsternannte Interimspräsident Guaidó verpflichtete sich gegenüber den USA, einen alternativen Vorstand sowohl für die PDVSA selbst als auch für Citgo zu ernennen.
    Quelle
    https://deutsch.rt.com/international/85073-maduro-verlegt-europaisches-zentrale-pdvsa-nach-moskau/

    Ein Bericht von Peter König (Wirtschaftswissenschaftler)
    Die Regierung von Venezuela hat vom 14. bis 16. Juni 2018 eine internationale Wirtschaftsberatungskommission des Präsidenten ins Leben gerufen, um über die derzeitigen vom Ausland hervorgerufenen wirtschaftlichen Unruhen zu diskutieren und nach Lösungen zu ihrer Überwindung zu suchen. Ich war privilegiert und geehrt, Teil dieser Kommission zu sein. Venezuela wird buchstäblich durch Wirtschaftssanktionen erdrosselt, durch infiltrierte Unruhe-Stifter, ausländische ausgebildete Oppositionsführer, ausgebildet, um die Verteilung von Nahrungsmitteln, pharmazeutischen und medizinischen Geräten zu stören. Ein Großteil der Ausbildung und der Unruhen im Land wird von der National Endowment for Democracy (NED) finanziert, einer „NGO“, die vom US-Außenministerium Hunderte von Millionen Dollar erhält, um die Demokratie zu „verbreiten“ und einen „Regimewechsel“ auf der ganzen Welt herbeizuführen, indem sie die demokratischen Prozesse souveräner Nationen boykottieren und untergraben, die sich weigern, sich unter das Joch des Imperiums und seiner „Verbündeten“ zu beugen – also seine Vasallen, die Angst haben, sich für die inhärenten menschlichen Werte einzusetzen, und stattdessen rückgratlos nach der Melodie des mörderischen nordamerikanischen Regimes und seiner Handlanger tanzen.
    Quelle
    https://einarschlereth.blogspot.com/search?q=peter+k%C3%B6nig+venezuela

    Und hierzu noch ein Interview bei RT mit Peter König und Abby Martin

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  4. palina sagt:

    wer ist Juan Guaidó
    http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_19/LP02119_180219.pdf

    Und das deutsche Maas-Männchen hat, ganz im Dienste der VSA, den Interimspräsidenten Guaido anerkannt.

    Dazu gab es auch schon Gegenwind
    In der laufenden Debatte um den venezolanischen Gegenpräsidenten Juan Guaidó hat der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages die Anerkennung des Oppositionspolitikers durch die Bundesregierung und weitere westliche Staaten in Frage gestellt. Es gebe „starke Gründe“ für die Annahme, dass es sich bei der Anerkennung Guaidós um eine „Einmischung in innere Angelegenheiten“ handelt, heißt es in einer zehnseitigen Ausarbeitung der Bundestagsjuristen.
    Quelle
    https://www.heise.de/tp/features/Juristen-stellen-Anerkennung-von-Venezuelas-Gegenpraesidenten-in-Frage-4303114.html

    Nachdem Maduro alle VSA Vertreter des Landes verwiesen hat, springt wahrscheinlich die sübere Schwiz in die Presche.
    Läuten bei mir schon ein bisschen die Alarmglocken.
    Quelle
    https://amerika21.de/2019/04/224676/schweiz-gute-dienste-usa-venezuela

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  5. Thom Ram sagt:

    Alarmglocken, weil di suuberi Schwiiz einspringt? Bei mir läuten die nicht. Bin auf Daueralarm was die Alpenperublik betrifft.

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  6. MaryPoppins sagt:

    So hat killerbee’s ende doch noch was gutes‘ ich freu mich, dass jetzt zusammenwächst, was zusammen gehört! Sehr schöner beitrag! Vielen dank

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  7. palina sagt:

    @Thom klaro, Daueralarm

    @MP verstehe leider nichts……………………..

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  8. MaryPoppins sagt:

    Musst du ja auch gar ni.

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  9. Piet sagt:

    Thom Ram:
    Vielleicht kann zur Position Trumps zu Venezuela das Voltairenet einen kleinen Hinweis geben: „… (Trump) hat einen Bund mit dem US-Deep-State gemacht (wie es die Ernennung von Elliott Abrams [7] und der Rückzug der Anschuldigung der geheimen Absprache mit dem Feind vom Staatsanwalt Robert Mueller zeigt [8]), um sich an der Macht zu halten“.

    [7] Elliott Abrams ist einer der Gründer der Neo-Konservativen Bewegung. Er war daher ein Gegner des Projekts von Donald Trump, auch wenn dieser ihn in seiner frühen Amtszeit empfangen hatte. Vor allem war Abrams einer der Führer des tiefen Staates, der den Iran-Contras Fall leitete. Seine Ernennung für den venezolanischen Fall soll als Zeichen eines Abkommens zwischen Präsident Trump und dem deep State ausgelegt werden, um die Rumsfeld/Cebrowski-Militärstrategie auf die Karibik zu erweitern.

    [8] Robert Mueller war Direktor des FBI. So erfand er die Fabel der 19 Flugzeugentführer, angeblich verantwortlich für die Anschläge vom 11. September 2001….

    https://www.voltairenet.org/article205903.html#nb5

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  10. Thom Ram sagt:

    Piet

    Mir stösst auf. Müller sei der Fabelerfinder der 19 bärtigen Teppichweber gewesen, welche per hulihulihobbela mittels Böing und so weiter.
    Das nun stösset mir heftig auf, Piet.
    Scheissdreck, nicht zusammensitzen su chönnen in stiller Chammer. Heikele Thermen eh Tee men.

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  11. Thom Ram sagt:

    Piet

    Und was noch Venezuela betrifft….da mir nix einfällt, bedingt durch Nichtgefallen, geh ich pennen.

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  12. Piet sagt:

    Thom Ram

    Ich denke, Trumpi ist ein ganz gerissener Hund, der weiß genau, was er will und setzt es auf seine unnachahmliche Weise um. Seine Raketenangriffe auf Syrien mit der angeblich ach so dicken Bomben-Mutter waren effektminimalistisch, seine internen Feinde+die Spottdrosseln beruhigt. Ich vertraue ihm und hoffe, daß der in V. angerichtete Schaden ebenso minimalistisch ist, aber er dafür am Leben bleibt. Der ist mir immer noch tausend mal lieber als eine Frau Kli.

    Schlaf gut, Freund.

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  13. Thom Ram sagt:

    Piet 00:31

    Dein Wort in Gottes Ohr, also ich meine das Wort, den Trumpi betreffend.

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  14. Security Scout sagt:

    Diese Deklaration sollte von JEDEM gelesen werden.

    Was allgemein nicht bekannt ist, daß sowohl die Chinesen, als auch Russen Truppen in Venezuela haben.
    Ein S-300 Raketenabwehrsystem der Russen steht aufgebaut und einsatzbereit auf dem militärischen Teil des
    Flughafens von Caracas.

    https://deutsch.rt.com/meinung/86990-deklaration-zum-venezuela-konflikt-keine-desinformation/

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