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Rußland im Wirtschaftskrieg-2

Der von den VSA mit den neuen Sanktionen Anfang August erklärte Wirtschaftskrieg gegen Rußland hat, wie schon gesagt, das russische „Establishment“ ziemlich aufgeschreckt. Allerdings nicht nur die politische Führung, sondern auch die sog. russischen Oligarchen.
Das hat zu einer Flut von interessanten Interpretationen geführt, daher im Folgenden keine vollständigen Übersetzungen, sondern verkürzt, als Zusammenfassungen.

Luckyhans, 18. August 2017 – Kommentare und Hervorhebungen von mir.
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Die meist fälschlich „Propagandisten des Kreml“ genannten positiv gesinnten russischen Beobachter üben sich darin, eine optimistische Bewertung der Folgen zu bringen.
Zum Beispiel der
dem Stammleser schon bekannte Alexander Rodzhers – er führt die Gründe an, „Warum die amerikanischen Sanktionen gegen Rußland nicht wirken werden.

Zum einen verweist er darauf, daß bei Betrachtung der realwirtschaftlichen Gegebenheiten, ohne die aufgeblasenen „Finanzdienstleistungen“, die stets nur als Zahlen im Computer stattfinden, die Industrie- und Landwirtschaftsanteile des BIP ein völlig anderes Bild ergeben. Die VSA hätten z.B. ein mehr als zweifach geringeres Real-BIP als China.
Und betrachte man den jährlichen Real-Anteil des BIP
pro Kopf, so ergäbe sich bei den „Großmächten“ folgendes Bild: 1. Deutschland 14,9 T$, 2. VSA 11,8 T$ (dank teurer Wehrtechnik), 3. Japan 10,4 T$, 4. Rußland 9,35T$, 5. China 6,5 T$ (für die propagierte hohe Bevölkerungszahl). Der gewichtete „Weltdurchschnitt“ läge bei 4,9 T$.

Zum zweiten verfüge Rußland bei 2% der Weltbevölkerung über 14% der Welt-Naturressourcen (woher er diese Bewertung wohl hat?). Dagegen hätte Deutschland weder Energieträger noch andere bedeutende Ressourcen – es würde also im Konfliktfalle Versorgungsprobleme bekommen.
Die entsprechenden Schlußfolgerungen kann sich jeder selbst ausrechnen: die russische Wirtschaft sei stabil und ausreichend versorgt, kein Grund zur Panik wegen der Sanktionen.

Der russische Minister für Industrie und Handel, Denis Manturow, verweist daneben auf die insgesamt positiven Folgen der ersten Sanktionswellen, die zu einer Stärkung der russischen Wirtschaft geführt hätten – dazu führt er die entsprechenden Veränderungen an: Importablösung (in Umsetzung befindliche Pläne in 22 Bereichen), Aufschwung von Landwirtschaft und Landmaschinenbau (letzterer wieder mit über 50% Anteil am Binnenmarkt), Hinwendung nach Osten, Modernisierung der Betriebe (18.000 hochproduktive Arbeitsplätze), neue Produktlinien und steigende Produktion in vielen Industriebereichen, steigende Investitionen auch aus dem Ausland, vor allem aus Asien usw.

Einziges Problem seien die außenwirtschaftlichen Risiken, so habe gerade Deutschland ein sehr unrühmliches Hin-und-Her in der Haltung zu den Sanktionen gezeigt.
Aber in jedem Falle seien
die Ziele der Sanktionen, die russische Wirtschaft und deren Exporte nachhaltig zu stören, völlig verfehlt worden.
Und so – wird damit suggeriert – wird es auch mit den neuen Sanktionen gehen…

Weniger optimistisch ist dagegen der dem Stammleser ebenfalls schon bekannte Historiker und Politologe Andrej Fursow. Er hatte bereits im Vorfeld den VSA-Gesetzesentwurf analysiert und war betreffs der tatsächlichen Ziele zu folgenden Schlüssen gekommen:

Die VSA verstärken ihre Politik der Einmischung in die Angelegenheiten, vor allem die Wirtschaft, anderer Länder. Da Rußland als Atommacht nicht einfach erpreßt werden kann, wird gegen dieses ein Informations-Krieg (Fursows Lieblingsbegriff: „psycho-historischer Krieg“) geführt.
Leider hat Rußland noch keine ausreichende Gegenwirkung in diesem PR-Krieg erzielen können, ebenso werde die „fünfte Kolonne“ nicht hinreichend bekämpft, und die sozialen Probleme (Ungleichheit, Wirtschaftsentwicklung, Korruption) seien nicht gelöst.

Man habe weder international den NKO und NGO etwas an Einfluß entgegenzusetzen, noch habe man der verprimitivierenden geistigen Unterwanderung per Hollywood widerstehen können – die zerstörerischen Folgen in Rußland seien enorm. (viel schlimmer noch sind die Folgen der westlichen Verbildung bzw. Verblödung zweier russischer junger Generationen in den 1990er und Nuller Jahren!)
Zur Ukraine verweist er auf die seit Anfang der 1990er Jahre (!) in allen ukrainischen Hochschulen wirksamen „Nato-Zimmer“, ohne deren Seminar-Nachweise kein erfolgreiches Diplom ausgegeben werde.

Auch der Putins Wirtschaftsberater, Sergej Glasjew, hatte sich bereits vorab, nach der Bestätigung des Gesetzes durch den VSA-Senat, sehr kritisch geäußert.
Unter anderem sagte er zu den früheren Sanktionen:
„Eine Erschütterung für unsere Wirtschaft wurde der Übergang der Zentralbank Rußlands auf einen freifloatenden Rubelkurs; dies führte zum augenblicklichen Zusammenbruch und einem Inflationspeak, dem die ZBR durch starke Erhöhung des Refinanzierungssatzes entgegentrat. Somit wurde die Wirtschaft mit einem Schlag in die Stagflationsfalle getrieben, aus der wir uns nun seit drei Jahren qualvoll herausarbeiten. … Die Sanktionen wurden eigentlich erst danach eingeschaltet, nachdem die ZBR die für eine Maximierung der zerstörenden Wirkungen erforderlichen Bedingungen geschaffen hatte
Die Amis waren überzeugt, daß als Antwort auf ihre Sanktionen die ZBR den Rubelkurs ganz freigibt und die Zinsen erhöht – das hätte die russische Wirtschaft getötet. …
Wenn die ZBR anstelle der Umsetzung der IWF-Empfehlungen die elementaren und überall üblichen Maßnahmen getroffen hätte, die Spekulationsangriffe auf den Rubel abzuwehren, wäre unsere Wirtschaft weiterhin mit mindestens 4% pro Jahr gewachsen.“
Gut, zum Thema ZBR hatten wir in Teil 1 schon einiges gesagt.

Das neue Gesetz hält Glasjew für den Übergang zu einer neuen Phase des Wirtschaftskrieges – der Festigung der Okkupation der besetzten Territorien (Ukraine, Osteuropa), denen die Zusammenarbeit mit Rußland verboten wird.
Vor allem solle der russische Finanzsektor von den westlichen mittel- und langfristigen Krediten isoliert werden – nur die kurzfristigen hochverzinsten spekulativen Kredite blieben offen. Damit könnten die Spekulanten der Rubelkurs jederzeit aufschaukeln und die makroökonomische Situation in Rußland destabilisieren, und das auf unbegrenzte Zeit.

Als geeignete Maßnahme schlägt er vor, daß die ZBR zu ihrer verfassungsmäßigen Aufgabe der Stabilisierung des Rubelkurses zu zwingen.
Dazu ist die mittelfristige Schwankungsbreite des Rubelkurses auf 1% um die Zielwert zu halten, die Kontrolle über die Moskauer (Valuta-)Börse wiederherzustellen, die Möglichkeiten der Nutzung von Insider-Informationen zu Spekulationszwecken zu beseitigen und die allgemein üblichen Methoden zur Verhinderung von Manipulationen am Valuta- und Finanzmarkt einzuführen, wie vorherige Deklarierung von grenzüberschreitenden Kapitalbewegungen, Begrenzung der Kredithebel, Valuta-Interventionen usw.; dann sei eine Kapitalbewegungssteuer (Tobin-Steuer) einzuführen, notwendigenfalls auch die Valutapositionen der kommerziellen Banken zu fixieren und ein teilweiser Zwangsverkauf der Valutaeinnahmen einzuführen.
So sei der Rubelkurs im Bereich zwischen 60 und 80 Dollar zu stabilisieren, wodurch russische Waren auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig blieben.

Der Rubel könnte die stabilste Währung der Welt sein, wenn die ZBR nicht ständig zu Spekulationen einladen würde. Auch Kudrins Kurs, der den des IWF kopiert, würde angesichts der Realitäten nur zu einem weiteren Ausverkauf der Naturressourcen führen.
Die Regierung gehöre zu den Gewinnern dieser Politik – die Chefs der großen in der Symbiose mit der ZBR tätigen Banken und den Valuta-Spekulanten sowie die Leiter der entsprechenden Ministerien seien zusammen stark genug, keine sinnvollen Veränderungen zuzulassen.

Andere Betrachter der Sanktionen und der aktuellen Wirtschaftspolitik sehen Rußland bereits in wenigen Jahren als Weltmarktführer bei ökologischen Lebensmitteln.
Da die Düngemittelindustrie gegenüber den früheren Sowjetverhältnissen weitgehend zusammengebrochen sei und eine „entwickelte“ Chemie für die hochgiftigen Pestizide und Insektizide nicht aufgebaut wurde, habe Rußland – zusammen mit dem landesweiten strikten GMO-Verbot – alle Voraussetzungen, mit seinen fast vollständig Bio-Standards entsprechenden landwirtschaftlichen Produkten eine Vorrangstellung auf dem Weltmarkt gerade im oberen Preisbereich der ökologischen Lebensmittel zu erreichen.
Dazu müßten lediglich Importverbote für die Gifte und Importbeschränkungen für Düngemittel verschärft sowie entsprechende Anforderungen und Normen für ökologischen Landbau durch- und die Vergabe von Land an Gärtner und Klein-Bauern fortgesetzt werden.

Das alte russische Sprichwort: „Nichts Schlechtes ohne Gutes“ würde sich wieder mal als richtig erweisen.
Etwas ausführlicher wird die nachfolgend betrachtete Analyse behandelt – denn
sie weitet unseren Blick.

Die Sanktionen gegen Rußland sind ein Urteil des Westens gegen die russischen Oligarchen“, gemeint ist: das Todesurteil.
Weit hergeholt?
Nicht für denjenigen, der das Gesetz bis zu Ende durchgelesen hat, das D. Trump so widerstandslos und so schnell unterschrieben hat.

Denn in den letzten 15 Seiten des 105-seitigen Werkes sind 6 Seiten enthalten, welche den eigentlichen Inhalt darstellen.
Klar befassen sich die gesteuerten Massenmedien des Westens (auch in Rußland) nur mit den vorgeschobenen Marketing-Maßnahmen für die VSA-Fracking-Industrie – denn das Wichtige wird immer im „Kleingedruckten“ oder weit hinten in den Gesetzen versteckt.

Also schlage man bitte die Seite 93 auf, Abschnitt 241, und lese.
Dort steht geschrieben, daß im Verlaufe von 180 Tagen vom Moment des Inkrafttretens des Gesetzes an (also
bis Februar 2018, kurz vor der Präsidentenwahl in Rußland!) der Finanzminister in Abstimmung mit dem Chef der Nationalen Geheimdienste (!) und dem Leiter des State Department (!) dem Kongreß detaillierte Berichte vorzulegen hat über die Finanz-Tätigkeit der führenden und einflußreichen außenpolitischen Figuren und Oligarchen der Russischen Föderation.

Diese sei auf Korruptionsmerkmale zu untersuchen, und zwar nicht nur bei der russischen politischen Führung, einschließlich der Regierung der RF, der Abgeordneten der Staatsduma und der Mitglieder des Föderationsrates, sondern auch der Oligarchen.
Und zwar unabhängig davon, ob diejenigen Personen Steuerzahler in Rußland sind oder nicht. Ein finnischer Paß, wie beim Herrn Timtschenko, schützt also nicht vor dieser Überprüfung.

Und auf Seite 105 des Gesetzes ist gesagt, daß die Nato und die EU mit den Ländern Europas und Asiens individuell zu arbeiten haben, um die Korruptionsmerkmale herauszufinden.
Klartext: die offiziellen und inoffiziellen VSA-Strukturen in all diesen Ländern haben unter Benutzung aller möglichen politischen und wirtschaftlichen Hebel, bis hin zu Sanktionen, jedes dieser Länder zur Zusammenarbeit zu zwingen.

Da fast alle „russischen“ Oligarchen den größten Teil ihrer Vermögen in Nato-Ländern haben, und auch ihr Nachwuchs fast vollständig dort situiert ist, kann man sich da auf die Nato-Statuten stützen, die jedes Nato-Land im Falle einer Aggression (deshalb wurde Rußland im Gesetz auch als Aggressor bezeichnet) mit allen Dienste und Einrichtungen zur Zusammenarbeit veranlassen.
Es wird also tatsächlich etwas zusammengestellt werden, zu Folgendem.

1) Herausfinden der einflußreichen Personen in der russischen Politik und Oligarchie und Bestimmung von deren Nähe zum politischen Regime in Rußland;
2) Bestimmung von deren Finanzvermögen (d.h. Vorhandensein von reinen Aktiva auf Konten und als Eigentum);
3) Bewertung der Verbindung zwischen den politischen Ausführenden Rußlands und den Oligarchen, mit Präsident Putin persönlich oder anderen Personen in der russischen Elite;
4) Bestimmung von Merkmalen der Korruption, die mit den oben genannten Personen verbunden sind, sowie der Einkommensquellen dieser Personen und deren Familienmitgliedern.

Mit anderen Worten: hier kann ganz breit interpretiert werden, vom Hausmeister, der Liebhaberin, dem geheimen Berater bis zur grauen Eminenz, wenn diese Einfluß auf die Führung Rußlands oder die Annahme von Beschlüssen hatten – sind sie alle automatisch „mit dabei“.
Auch deren nahe Verwandte werden finanziell überprüft. Wohl daher hat sich der Oligarch Abramowitsch gerade schnell mal scheiden lassen – in der Hoffnung, daß die Amis ihrem Hang zum Formalismus gerecht werden und geschiedene Ehefrauen nicht mehr als Familienmitglieder ansehen werden…
Ob noch mehr auf die Idee kommen? Zum Beispiel der Präsidentensprecher Dima Peskow, dessen Frau VSA-Bürgerin ist und dessen Tochter in Frankreich lebt?
Wir werden sehen, sprach der Blinde…

Auf jeden Fall wird die Tochter – wie so viele „wohlbehütete“ volljährige Kinderlein der russischen Oligarchen und höheren Beamteten – wohl nicht mehr so großspurig in Paris herummotzen können…
Wohl nicht umsonst hatte Putin schon vor Jahren seinen Abgeordneten und Beamten wärmstens empfohlen, ihre Aktiva und ihre Familien heim in die Heimat zu holen… mehr ließ die russische Gesetzgebung nicht zu.
Schafft dies nun ein „demokratisches“ VSA-Gesetz?
Wobei: die offizielle „Begründung“ des Gesetzes – die angeblich Einmischung der Russen in den VSA-Wahlkampf – ist ja inzwischen auch öffentlich widerlegt.
Also ist das „Gesetz“ eigentlich hinfällig

Aber nach den Gesetz sind alle Aktiva zu prüfen: Investitionen, Vermögen, Immobilien, Konten, aber auch beliebige Geschäftsinteressen, geschäftliche Verbindungen und beliebige Informationen, die mit dem Erhalt von Einkommen verbunden sind – bei allen russischen politisch Tätigen und den Oligarchen.
Also auch wenn die Geschäfte auf Strohmänner eingetragen oder auf Bevollmächtigte ausgestellt sind – das wird alles auf Korruptionsmerkmale untersucht werden-
Und – da sind wir uns wohl einig – wenn man WILL, kann man IMMER solche Merkmale finden, das steht außer Zweifel.

Ebenso sieht das Gesetz vor, die nichtrussischen verbundenen Geschäfte der russischen Oligarchen zu prüfen, also deren Geschäftstätigkeit in allen Ländern, nicht nur in den VSA. Ebenso sind die russischen staatlichen und halbstaatlichen Unternehmen und deren Rolle in der RF zu bewerten.

Klartext: die Amis haben vor, ein vollständiges Audit der russischen Privatisierungen durchzuführen. Alle einflußreichen Firmen, wo auch nur ein Anteil staatlich ist, fallen unter dieses Gesetz, auch die nicht staatlichen Unternehmen, in deren Führung die Kinder und Nahestehende von Putins Freunden sitzen.

Zu jeder staatlichen oder mit ihr verbundenen nichtstaatlichen, jeder halbstaatlichen und jeder nichtstaatlichen Firma, wenn in der Führung ein Verwandter der Oligarchen oder politischen Elitären sitzt, sind Informationen zum Kapitalfluß, zu verbundenen Personen, zur Führungsstruktur, zum Geldabfluß usw. zu sammeln und dem Kongreß (ganz sicher in einem geheimen Bericht) vorzulegen.
Damit werden alle Eigentumsverhältnisse rund um jedes Unternehmen aufgedeckt, einschließlich der internationalen Verflechtungen.
Und für all diese wird eine Überprüfung im Bankenbereich, beim Wertpapiermarkt, den Versicherungen und Immobilien dabei sein.

Klartext: die VSA – als Ausführende der internationalen Finanzoligarchie – können durch Einziehung der Aktiva und andere ähnliche Mittel die gesamte russische Elite jederzeit bei den Eiern packen.
Wie sagte Zbigniew Brezsinski diesbezüglich so treffend: „Wir werden noch sehen, wessen Elite das ist – eure oder unsere.“

Nun wird klar, daß es bei dem Gesetz nur nebenbei um die Wirtschaftsinteressen der VSA-Frackingfirmen geht – das wichtige darin ist das Ultimatum an die russischen Oligarchen und die politische „Elite“ der RF, bis zur Präsidentenwahl die jetzige politische Führung auszuwechseln.
Anderenfalls würde die Einziehung der ausländischen Aktiva für die meisten von ihnen nicht nur katastrophal, sondern lebenssinnbeseitigend (in deren jetzigem Verständnis) sein.

Moment mal.
Gesetzt den Fall, die „Elitären“ kommen der Aufforderung nach und beseitigen auf diese oder jene Weise Putin und seine Getreuen: welche Garantien hätten sie, daß ihre ausländischen Aktiva nebst Nachkommenschaft unberührt bleiben?

Gar keine.
Der Griff in das Gemächt kann jederzeit fester werden, egal wie hündisch ergeben man sich gibt.
Der Oligarch Deripaska mußte das vor einiger Zeit lernen, als er sich bei einer VSA-Reise bereit erklärte, vor dem VSA-Kongreß auszusagen, unter Berufung auf die strafbefreiende Kronzeugen-Regelung – man machte ihm da unmißverständlich klar, daß alles, was er zu sagen hätte, schon längst bekannt sei…

Es gibt kein Leben auf Knien.
Oder auf dem Bauch oder Rücken – außer dem eines Wurms.

Und wer das nicht begreift von den „Elitären“ (und auch alle anderen), der lebt in einer Traumwelt.
Denn bisher sind in der gesamten Weltgeschichte stets die Verräter am Ende draufgegangen – wenn auch oft leise, per Krebs, Verkehrsunfall oder „Herzanfall“ – alles Dinge, die sich heutzutage problemlos organisieren lassen, für jeden Menschen auf dieser Welt… wann immer „jemand“ dies wünscht.
Man liebt den Verrat, aber nicht den Verräter…

Und alle Veränderungen im Sinne der tatsächlich Machthabenden, die sich auf einmal nicht durchsetzen lassen, werden mit der Salami-Taktik über große Zeiträume gestreckt…
Schaut euch doch um: wir akzeptieren heute klaglos Dinge, die noch vor 40 Jahren einen ehrlichen Sturm der Entrüstung in der ganzen Gesellschaft hervorgerufen hätten…

Oh ja, böse Zungen bringen auch den bevorstehenden Papst-Besuch in Rußland in Zusammenhang mit der allgemeinen Entwicklung. Und gewiß nicht zu unrecht: wer glaubt denn dem größten Eigentümer auf der Welt, dem Vatikan, den offiziell verkündeten Besuchsgrund – „sich mit den reichen religiösen und kulturellen Traditionen bekannt zu machen“?

Und wer ein ganz pöser VTler ist, der verbindet den Besuch sogar mit dem oben Dargelegten. Denn falls die russische Staatlichkeit diese Belastungsprobe nicht besteht und das Land im Chaos versinkt, dann wird wohl die Kirche wieder als offenes Machtinstrument auftreten müssen… das hat dann aber mit „Religionen“ (und erst recht mit Glauben) gar nichts mehr zu tun.

Und gewiß auch nicht umsonst ist als neuer VSA-Botschafter ein Aufseher der Bilderberger nach Moskau gekommen…

Tja, da bekommt doch der von Putin mit initiierte Beschluß, die VSA-“Diplomaten“-Anzahl in Rußland auf 455 zu reduzieren, eine ganz neue Bedeutung, stimmt’s?
Denn nun müssen die wirklich „wichtigen“ Leute dableiben, damit sie die Aufgabe des Kongresses erfüllen können… „sortieren dürft ihr selber, aber wir wissen dann, ‚wer is who‘ bei euch“…

Und wir sehen auch deutlich, daß die internationalen Machtgruppierungen immer mehr die Maske herabgleiten lassen. Nicht nur in der BRvD, wo seit Jahren schon der Rechtsbankrott kaum noch zu leugnen ist, sondern weltweit, auch in den angeblich souveränen Staaten, werden zunehmend offen „Gesetze“ verabschiedet und Regelungen durchgesetzt, die keiner anständigen juristischen Prüfung standhalten würden – wenn es eine Einrichtung gäbe, die zu solchen Prüfungen in der Lage ist…

So bekommen auch die Ereignisse in Charlottesville eine neue Bedeutung. Alle und jeder – auch Donny T. – sollen begreifen, daß er hier nur seine Rolle zu spielen hat.

Genauer gesagt: drei Rollen – einmal die uns zugedachte, dann die, welche wir vor uns selbst spielen, und schließlich die, welche wir tatsächlich vor allen anderen um uns herum darbieten…
Ob wir es jemals schaffen werden, WIR SELBST ZU SEIN statt Rollen zu spielen?


12 Kommentare

  1. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  2. Texmex sagt:

    Na das liest sich doch richtig gut. Donny T. unterschrieb ein Gesetz, dass die materiell besser gestellten Russen zwingt, sich eindeutig zu positionieren. Für oder gegen wen? Berel Lazar wird sich halb tot gelacht haben.
    Putin auch.
    Und ich lach auch grad mit.
    Schon ein Scheiß-Spiel, wenn Dir jemand meint bestimmen zu können, was Du mit dem Geld machst und wo Du es parkst.

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  3. Internetzel sagt:

    Hat dies auf 👽 INTERNETZEL rebloggt.

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  4. Luckyhans sagt:

    zu Texmex um 6:45
    Die Frage ist, wer wie lange was zu lachen hat – und wer zuletzt lacht.

    Der „Schönheitsfehler“ am Ganzen: D.T. hat das Gesetz unterzeichnet, weil er keine andere Wahl hatte – siehe Teil 1 des „Wirtschaftskrieges“. Die Autoren und Hinterleute sind gaaaanz andere… und in deren Interesse läuft momentan das Spiel.

    Klar freut sich Putin, daß nun die Amis ihm die Arbeit abnehmen wollen, die Beraubung = Privatisierung in Rußland aufzuarbeiten – den Bericht wird er sich wohl zu beschaffen wissen.
    Nur: ob er sich darüber noch wird freuen können, ist nicht so klar, denn falls die Oligarchen und die neoliberale Neu-Nomenklatur so dumm sind und das teure Stroh fressen (sprich: versuchen ihn zu stürzen oder zu beseitigen), wird er wohl nicht zurückschlagen, sondern zurücktreten – von seinem Amt… eleganter könnte er, falls er „dazugehört“, gar nicht „aussteigen“.

    Es scheint klar: die Globalisten wollen den Russen zeigen, wer die Macht hat auf dieser Welt – einschl. Rußland.
    Die „russischen“ Oligarchen und Neoliberalen werden bei den Eiern gepackt und zum „Ungehorsam“ gezwungen – so will man dem Volk verfassungswidrig (denn er ist vorbestraft) den leicht steuerbaren Präsi-Deppen Nawalnyj aufdrängen.
    Wie hier im Westen: seht her, wir machen ganz offen, was wir wollen – egal was Recht und Gesetz sagen, und ihr könnt gar nichts dagegen tun…

    Wir werden sehen, sprach der Blinde… laß mal hören, sagte der Taube… ich sag’s ja, kam vom Stummen nicht. 😉

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  5. ziegenlippe sagt:

    Nun ja, am Beispiel V S A vs. Schweizer Banken – Wirtschaft lässt sich vermuten, wohin die Reise gehen kann.
    Allerdings ist Russland nach einem längeren Knick, nicht unbedingt schwächer geworden durch die bisherigen Sanktionen und Drangsalierungen,
    von daher spielt der russische Bär bisher ausgezeichnet Monopoly(Schach).

    Von normalen Menschen aus gesehen, dürfte das Eingreifen in Syrien und die Zurückhaltung bei potentiell explosiven Streitigkeiten eher positiv
    empfunden werden.

    Es ist nicht alles Gold in R U, aber das Land, und die Bevölkerung, sie sind gefühlt nicht ganz so kaputt wie V S A.

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  6. Texmex sagt:

    @Lh
    Nehmen wir mal an, er gehört dazu und hat ordentlich Heu gebunkert, man munkelt ja immer von Muelljarden. In Russland. Außerhalb fast nix. Dann lacht er alle aus und tritt sicher nicht zurueck. Dann geht er in die Offensive. Er hat sich doch so eine nette Leibstandarte gegönnt. Mit der kann er aufräumen. Wie es ihm beliebt. Und aus Shanghai hat er Rückendeckung.
    An ein Szenario, dass er genug außerhalb hat, glaube ich nicht, wozu auch.
    Er hat doch bisher prima mitgespielt.
    Und wird das auch weiter tun.
    In dem Spiel musst Du die Regeln kennen, und der Berel hat die ihm verklickert, ganz sicher. Der Putin ist doch nicht doof.
    Und ich wette, der kennt die Bruder (die den Brief geschrieben haben) und deren maxime genau.
    P. S. Ich habe meine Leute hier gefragt, ob sie sowas wie auf dem Foto schon mal gesehen haben. Niemals nicht. Keine Idee, was das sein könnte.
    VG

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  7. Luckyhans sagt:

    zu Texmex um 5:43
    Nöö, Putzi hat sich ziemlich sicher nicht ungesetzlich bereichert – zum einen weiß er, daß früher oder später sowieso alles aufkommt, und er wird seine Megaleistung als Präsi nicht durch so einen Unsinn gefährden. Und zum anderen: wo soll er sein Vermögen denn „bunkern“? Im Westen? So dumm ist er nicht. Und in Rußland? Wenn er geht und es kommt jemand für die Zios bequemeres, ist er es sowieso gleich wieder los – da ist die russische Justiz dafür bekannt, daß sie immernoch der Exekutive dient… oder gleich dem organisierten Verbrechen (die sog. Diebe im Gesetz).
    Putzi wird also kaum zurücktreten – eher wird er es drauf ankommen lassen… naja, die Rosgwardija ist zwar eine Kraft, aber gegen den geballten Widerstand der vereinten Beamteten kann militärische Macht nichts ausrichten… er müßte also die Industrie unter Kriegsrecht stellen und verstaatlichen – ob er dann genug fähige Manager findet, ist sehr fraglich – es wird also mehr schlecht als recht dahin gehen.

    Shangri-la ist nur auf die eigenen Interessen bedacht – solange es für sie ghünstig ist, halten sie zu Putzi, sobald sie sich stark genug wähnen, werden sie ihn beiseitelassen oder Rußland übernehmen – gegen Menschenmassen, die auf breiter Front in Bewegung sind, gibt es kaum probate Mittel… und China wäre die einzige Armee der Welt, welche die für eine Besatzung des Bären erforderlichen 10 – 15 Mio Soldaten aufbringen könnte, falls es nicht gelingt, den Bären vorher zu zerlegen…

    Hier abschließend möchte ich noch eine Analyse in den Diskurs werfen, auf die ein sehr netter Mensch mich aufmerksam gemacht hat:
    http://vineyardsaker.de/2017/08/19/dies-und-das-nebel-und-ladegeraeusche/
    Achja, und noch das:
    http://www.unz.com/tsaker/the-neocons-are-pushing-the-usa-and-the-rest-of-the-world-towards-a-dangerous-crisis/
    Oder auch das:
    http://halturnerradioshow.com/index.php/opinion-editorial/hal-turner-commentary/906-with-russia-sanctions-bill-congress-has-just-begun-world-war-3-the-missiles-will-fly-within-months

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  8. Texmex sagt:

    @Lh
    Wenn er nix hat, warum sollte er sich dann Sorgen machen? Dann ist doch alles bestens. Dann muss er keinen Gedanken an Rücktritt verschwenden. Siehe Dein Szenario 1 oben. Dann kann ihm alles egal sein. Dann zettelt er höchstens Stress mit Abramovich und Konsorten an, evtl. Gaidar.
    Und das nur im Auftrag. Das Ziel der SCO ist Kommunismus, diesmal der einzig richtige, der WAHRE. Ich nehme an, wir sind uns da einig.
    Wenn Schröder richtig liegt, dann ist es egal. Wenn er falsch liegt, dann kommt aus China der Einheitsbrei. Dann ist es auch egal, dann lohnt sich kein Leben mehr. Nicht mal für Putin. Dann geht alles bachab. Evtl. Sogar hier. Und hier ist wie McPomm, alles 100 Jahre später.

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  9. Texmex sagt:

    Zu Russolaus, Dein 1. link:
    Das ist doch alles Spekulatius von dem Kasper, der weiss nix und tut gscheid. Für mich ist der 5. Kolonne. Genau wie BR DNK ov. Berednikov. Kleine kabbalistischen Fingerübung.
    Bannon ist Leninist. Mehr muss man nicht wissen. Die Zielstellung ist von aussen vorgegeben, Zerstörung der VSA und Dollar. GB und VSA werden Strafkolonien. Grosse Teile des Landes werden an die „Indianer“ zurück gegeben. So macht der Deagel-Link auch Sinn.

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  10. Vollidiot sagt:

    Der Franzi stärkt seinen Mitstreiter Putin.
    Den Doni schon auch – aber der steht in harten Gefechten mit den „Anderen“.
    Ich finde, daß wir ganz großes Theater sehen.
    Im Ring kämpfen eine ziemlich große Zahl von Proleten – aber alle nackicht.
    Die eine Hand an den Glocken zu deren Schutz und die andere teilt aus.
    Um den Nacktfranz stehen knackige Burschen und Queenylizzy, mit eher hängenden Titten, keift mächtig mit vom Beißen blutigen Zähnen (sie hat 2 Hände frei – und weiß diese weibl. Vorteile gut einzusetzen).
    Wir werden noch viel erleben – bleiben wir in der Metaposition, wählen trübt den klaren Blick.

    Gefällt 2 Personen

  11. luckyhans sagt:

    zu Texmex 21/08/2017 um 08:09 und alle:
    … heut und morgen dazu neue Beiträge… 😉

    Gefällt 1 Person

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