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Emily Levine / Über die Freude des Sterbens

Die Realitäten von Emily Levine – über die „Freude des Sterbens“

Quelle: Leuchtturmnetz

5. Juni 2022 Autor: mariettalucia

Passt wunderbar zu Pfingsten. Danke, liebe Mariettalucia!

Thom Ram, 05.06.10

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Leben und Tod gehören zusammen – fand auch der Bildeinsteller bei pixabay

Das Bild oben ist ein schönes Symbolbild dafür, wie Leben immer weiter geht. Der Baumstumpf ist zwar abgestorben, vermodert sogar schon, aber aus der Mitte heraus erwächst neues Leben……etwas, worüber auch Emily Levine philosophiert.

Nun, bis eben wußte ich noch nichts von dieser Frau, hatte noch nicht einmal ihren Namen gehört. Von einer guten Freundin flatterte mir soeben eine Nachricht ins Postfach, mit dem Hinweis auf den Blog von Emily.

Wer ist Emily Levine ?

Sie ist eine Frau, die an Lungenkrebs erkrankte und sich dadurch mit dem Leben und Sterben auseinandergesetzt hat, und das in einer sehr humorvollen Art und Weise. Nach der anfänglichen Schockreaktion der Diagnose ging sie ihre ganz eigenen Gedankenwege, die sicherlich nicht für alle anderen Erkrankten angewandt werden können, doch empfehlenswert sind, sich anzuhören…….

Da ich selbst viele Jahre mit Krebskranken gearbeitet und sie bis zum Tode begleitet habe, habe ich dementsprechend hautnahe Eindrücke in diesen Lebensprozeß bekommen. In dem Hospiz wo ich damals tätig war, war ein fröhlicher Umgangston präsent in der Betreuung der Bewohner. Was nicht heißt, daß es nur lustig war, sondern daß auch Trauer, Weinen und Wut vorhanden waren. Vor allem gab es viele stille und wertschätzende Momente, wie zum Beispiel die Gestaltung des Zimmers eines Bewohners, wenn er / sie in die Anderswelt oder vielleicht besser gesagt in eine andere Zeitlinie eingegangen sind.

Wir haben für Klarheit und Ordnung gesorgt, haben die Fenster weit geöffnet, haben die persönlichen wichtigen Dinge dennoch belassen. So kam es vor, daß der Aschenbecher mit der letzten gerauchten Zigarette und seine Rauchutensilien hübsch drapiert waren oder aber die Flasche Rotwein und ein gefülltes Glas hingestellt wurden, wenn es dem Bewohner noch bis zuletzt Freude gemacht hat dieses zu genießen. Ja, und wenn das Verhältnis zwischen den Pflegenden und dem Hinübergegangenen sehr vertraut gewesen ist, dann konnte es schon mal geschehen, daß wir uns nach dem Ritual des Schönmachens und der Zimmerdekoration und still dazusetzten, eine Zigarette rauchten oder ein Schluck Kaffee oder Wein oder Bier auf Denjenigen zu uns nahmen……sozusagen einen letzten kleinen Gruß auf ihn, bei dem wir uns dafür bedankt haben, daß wir ihn begleiten durften.

Einer Frau, sie war Zeugin Jehovas, hatten wir ihre Wachtturmheftchen hingelegt, denn die waren ihr wichtig gewesen. Eine andere Frau hat fast bis zum Schluß Büttenreden zitierte, war früher zu jeder Faschingszeit aktiv gewesen, oft haben wir ihre Aufzeichnungen uns vorgetragen und uns schlapp gelacht. Letztere hatte sogar nach 1 1/2 Jahren Hospizaufenthalt, das Hospiz wieder lebend verlassen, da es ihr unter unserer Betreuung wieder so gut ging, daß kein Hospizaufenthalt mehr genehmigt wurde. Sie ging dann erst zwei Jahre später in die geistige Welt ein.

Ein ganz schönes Erlebnis verbinde ich mit einer spirituellen Bewohnerin, die so wie ich eine Vorliebe für Indien hatte. Wir haben sie mit ihrem Lieblingsöl eingeölt, haben ihre Lieblingsmantren spielen lassen, Räucherstäbchen angezündet und sie gekleidet in das, was ihr Wunsch war, was sie sich zusammen mit mir herausgesucht hatte. Ich entsinne mich noch, daß sie sich einige Wochen zuvor erst diese ganz schicke bestickte sauteure Seidenjacke bestellt hatte und als sie geliefert wurde mich anschaute und meinte „Ich bin doch echt doof oder ? Da bestelle ich mir eine neue Jacke und benötige sie bald gar nicht mehr…..“ Meine Antwort darauf war „Evelyn, es ist doch vollkommen in Ordnung so; DU entscheidest wie Du gehen möchtest und wie du dich kleiden möchtest, niemand Anderes hat das zu entscheiden !“

Eine andere Frau liebte Dirndl, sie hatte sich vor ihrer Hinfälligkeit ein Dirndl neu gekauft, das wollte sie anziehen……und sie sah wunderschön darin aus…….

Anmerkung zur Jetztzeit ( den Artikel hab ich schon vor über 2 jahren verfasst ): 

Es ist grob sträflich was grad in Hospizen zur Corona Zeit abgegangen ist und auch weiterhin noch geschieht. Da werden schwerkranke, sterbende Menschen in ihren letzten Lebensstunden oder Wochen mit Maske und Vermummungsgestalten die sich Hospizpflegende nennen, betreut……und nicht nur das, man testet sie sogar und verabreicht ihnen das genverändernde Material…….die Begründerin der Hospizbewegung kann sich sicherlich darüber nur noch im Grab herumdrehen oder von ihrem Platz in der geistigen Welt kopfschüttelnd auf uns herunterblicken.

Cicely Saunders – Begründerin der Hospizbewegung

Auf dem Blog Emilys Universe fand ich einige interessante Aussagen zur Artikel Thematik.

„Warum Sie diesen Blog lesen sollten

>>>weiterlesen…

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5 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

    Gefällt mir

  2. latexdoctor sagt:

    Hospiz … dagegen sind echte Konzentrationslager erholungsstätten, das es einmal anders war ist inzwischen nur noch unter „Es war einmal“ zu finden und was beginnt mit diesen drei berühmten Worten ?

    In der Gosse verrecken ist seit längerem ein Gnadentod im Vergleich zum „sterben im Hospiz“

    Gefällt mir

  3. Mujo sagt:

    @latexdoctor
    05/06/2022 um 18:07

    Da stimme ich dir auch zu, das kann man im Prinzip auf alle großen Institutionellen Firmen übertragen. Krankenhäuser, Altenheime usw. alles wo die Öffentliche Hand ihre Finger drin hat.
    Nur die Menschen die darin Arbeiten können noch das Herz am Rechten Fleck haben und dir einen angenehmen Menschlichen Aufenthalt bieten aber deren Spielraum wird immer mehr eingeschrenkt.

    Ich sehe da Parallelen zu unseren Massentierhaltung, so wie wir mit diese Lebewesen umgehen, so gehen wir auch mit den Menschen um.
    Nur ein Kostenfaktor den man aus Profitgründen gering halten muss.

    Es ist eine Gnade wer seine letzten Stunden Daheim in Kreis seiner Familie verbringen kann oder eines Tages das Glück hat im Schlafe den Übergang zu machen.

    Gefällt 1 Person

  4. Mujo sagt:

    Ich habe das Buch nach einen Tatsachen Bericht dazu nie gelesen aber den Film mit „Bruno Ganz“ das einer meiner Deutschen Lieblingsschauspieler ist gesehen mit dem Titel „Das Ende ist mein Anfang“.
    Sehr sehenswert wie ich die letzten Tage in meinen Körper auf Erden verbringe.

    Gefällt 1 Person

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