bumi bahagia / Glückliche Erde

Startseite » UNCATEGORIZED

Archiv der Kategorie: UNCATEGORIZED

Corona / Dank an Polizei und Politiker

Zynische Satire, die letzte Rettung. (mehr …)

Eltern, Kind und Kinderstube 54. von 144 Ziele im Leben

Beistand für Zielgewißheit

Eckehardnyk

1

Ohne Worte stehen sie in einem, die Lebensziele. Wenn man sie nicht in Gedanken und dann in Sätze fassen kann, bleiben sie wie ungelesene Bücher chancenlos bis ans Lebensende und „verstauben“. Ja, ein Leben würde enden ohne Ziel, wenn dieses nicht begriffen würde. Lies, was wir bereits über Lebensentwürfe (22. von 144) erfahren haben. Hier nun interessiert uns, wie wir mit den Zielen in unserem Kind umgehen unter dem Motto: Du brauchst einem Hungrigen nicht zu sagen, daß er essen soll, sondern wie (49. von 144). Das heißt übersetzt auf Lebensziele: Du brauchst einem heranwachsenden Menschen niemals zu sagen, daß er Ziele haben soll. Denn die hat er bereits. Nur er weiß es in der Regel nicht oder, wenn ja, weiß er nicht, wie er sie für seine Lebensführung nutzbar machen soll.(1) Du kannst und wirst ihm helfen, diese wenigstens gefühlsmäßig zu erfassen und ihnen so weit anzugehören, daß sie seinem Dasein eine Richtung geben.

(mehr …)

Es gibt nichts was es nicht gibt

(Ludwig der Träumer) Aldous Huxley zeichnet mit seinem eher sarkastischen Roman die „Schöne neue Welt“. Die derzeitige perverse Entwicklung nach seinen ‚hellseherischen‘ Gedanken dürfte einmalig sein in der Erdengeschichte.

Soilent Green (… Jahr 2022 … die überleben wollen [dt. Titel] zeichnet ebenfalls das düster Bild der Zukunft, jedoch mit befreiendem Ende.

Fahrenheit 451 bietet auch einen Ausblick in den totalitären Staat, der in der Gegenwart bereits mit der Bücherverbrennung und Unterdrückung der Meinungsfreiheit die teuflische Fratze der sog. Demokratie zeigt. Das Ende des Films zeigt jedoch den Ausweg. Der ist jedoch nur etwas für Aufgewachte. Wobei ich an die Überschrift anknüpfen will.

Es gibt nichts was es nicht gibt. Somit gibt es logischerweise auch einen Ausweg aus der von den Dunkelmächten geplanten finalen Versklavung – der Neuen Weltordnung.

Neue Weltordnung? Warum nicht? Die Welt war bisher so was von Unordnung und chaotischen Zuständen geprägt. Da bieten sich doch eine neue Ordnung an. Sehe ich die derzeitige Hysterie der Politikschranzen, Bank- und Konzernmanagern, denen die große Transformation (WBGU-Gutachten) nicht schnell genug gehen kann, so könnte ich mir doch leicht vorstellen, daß sie merken wie ihnen die Felle davonschwimmen. Letztendlich ist es ihre grenzenlose Angst vor dem Tod (das ewige Leben kann man kaufen), die sie in immer höhere (geistig absteigende) Abwehrhandlungen gegen die Völker zwingt. Lassen wir die kleinen Simpel von Klimahüpfern, wellcome Brüllern, Antifa und Ende Kohle mal weg. Sie sind bedeutungslos. Warum? Sie springen über jedes Stöckchen, wenn sie nur gestreichelt werden.

Die Neue Weltordnung wird nicht von Schöpfers Abfall kommen, sondern von den Aufgewachten, die es abwarten können, bis ihre Zeit gekommen ist. Die ist in Bälde und hat bereits begonnen. Hätte der Schöpfer den Menschen perfekt ohne Tadel entwickelt, wäre die Schöpfung nutzlos und er hätte sich an Tristesse vermutlich schon umgebracht. Ist so wie bei einem guten Meister, der stolz auf seine Schüler ist, wenn sie besser werden als er selbst. Nur das zählt in der Evolution.

Lassen wir uns nicht kirre machen von den Idioten da draußen. Wir haben das Potential, die Welt nach unseren Vorstellungen zu gestalten. Schon möglich, daß wir in kürze unsere Wohlfühlzone und regelmäßige Malzeiten verlieren, aber das wird zu einem neuen Zusammenrücken führen – der gegenseitigen Hilfe und Liebe zueinander, die stärker ist als alle Idioten und Teufel im Universum.

Schaffen wir endlich die Choreographie des Lebens, die uns vor den Freßfeinden schützt. Lernen wir von den Staren, die alle durcheinanderfliegen, millionenfach schnattern und dennoch nie verunfallen, wie im Hamsterrad oder auf der Autobahn des Materialismus. Wir können es, genauso wie die Stare.

https://ludwigdertraeumer.wordpress.com/2018/08/10/ballett-der-luefte/

Was lernen wir aus diesem Ballett der Lüfte? Die Leichtigkeit des Lebens und die Abwehr der Idioten. Die sind nicht fähig, den schönen Götterfunken zur Menschwerdung einzuschätzen.

Könnte ich die Bewegungen des Starenrudels in Musik umsetzen, so käme sicher das raus.

ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE 47. von 144 – Die Sonne tönt

Gesprächskultur willkommen

Eckehardnyk

1

Es gibt Theorien, die sagen, daß unsere Sonne in ihrem Innern gewaltig töne. In unvorstellbaren Bässen dringe aus ihrer Mitte ein Konzert an ihre Oberfläche, gegen das unsere höchsten Wasserfälle, verkehrsreichsten Straßen und phonstärksten Tiefflüge nur ein Säuseln von Blättern im Sommerwind seien; wovon wir nur deshalb nichts mitbekommen, weil dazwischen rund 150 Millionen Kilometer leeres All liegen, die keinen Mucks übertragen.

(mehr …)

ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE 46. von 144 – Licht für die Welt

 

Was hat Frau Holle mit Lernbereitschaft zu tun?

Eckehardnyk

1

Lasst uns noch etwas  bei den „frommen Bereichen“ verweilen. Es geht ja um unser Inneres, und bei dem haben ja mehrheitlich die Geistlichen dieser Welt mitzureden. Freilich gibt es auch Menschen, die zu Psychotherapeuten ein besseres Verhältnis haben und sich dort von ihrer noch vermeintlichen Kindergläubigkeit wegholen lassen. Doch die Mehrheit der gesamten Menschheit ist wohl bei inneren Dingen eher bereit auf einen Priester, Mufti, Rabbi oder Schamanen zu hören. Nur in Nationen, die man als „westlich“ bezeichnet, tragen viele ihre Gewissens- oder inneren Nöte lieber einem unabhängigen, psychologisch geschulten Berater vor, wenn nicht bereits der Hausarzt sich über Zusatzausbildung für die Krankheit bewirkenden Umstände seiner Patienten sensibilisiert und als „Droge Arzt“ mit seinem Deutungsvermögen bewährt.

(mehr …)

RKI Kampfansage gegen Lockerungsmaßnahmen mit gefakter Reproduktionszahl R

Folgender Brief kam heute als E-Mail über den Verteiler der Ärzte für eine individuelle Impfentscheidung.

Der Brief wurde verfasst von Prof. Christof Kuhbandner, Inhaber des Lehrstuhls für Pädagogische Psychologie VI. der Uni Regensburg
(eingereicht von Jürgen)

——

(mehr …)

Das Nichtkampf-Prinzip

(Ludwig der Träumer) Nach der gestrigen Demo Spaziergang in Landau machte ich mir Gedanken, wie künftig größere Kundgebungen gewaltfrei und ohne Prügeleien mit der Ordnungsmacht aussehen kann. Wie kann man eine gewaltbereite Obrigkeit, die die schrecklichsten Mittel einsetzt um uns final zu knechten und auszubeuten in die Schranken weisen ohne es dieser mit Gewalt gleichzutun? Das Nichtkampf-Prinzip halte ich noch wichtiger für die Genesung der Menschen als das Wildgansprinzip.

https://bumibahagia.com/?s=wildgansprinzip&submit=

Es ist die Voraussetzung daß sekundär das Wildgansprinzip gedeiht.

Schon die Frage lenkte mich auf einen großartigen Vortrag zum Thema beim kenfm. Ist das nicht wunderbar? Fragen stellen ohne hinterfotzige Gedanken zum eigenen Vorteil und plötzlich kommt eine Antwort, wie es klappen kann. Ein wenig kann ich da mitreden, da ich selbst in jungen Jahren Judo übte. Für mich die beste Disziplin, dem Angreifer seine Energie zu nehmen. Nicht ausweichen und in eine Höhle verkriechen, sondern ihn mit voller Wucht auf mich zukommen lassen. Mit Angst geht das nicht. Genau in dem Moment wo er die größte kinetische Energie hat – also direkt vor mir, ducken – ihn über die Schulter mit einem kleinen Hüftschwung sausenlassen  und er knallt mit voller Wucht auf den Boden und bricht sich das Steißbein oder die Nase. Mein Beitrag für seinen Angriff, der für ihn katastrophal endet ist nur eine kleine tänzerische Bewegung meinerseits. Er rutscht mir förmlich den Buckel runter.

[…Kommen wir nun zum gewaltfreien oder gewaltlosen Widerstand, den die Regeln, Gesetze und Außerkraftsetzen der Regierung unter der Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Gesellschaft erzwingen und zu denen ich jeden Bundesbürger und Nichtbundesbürger aufrufe: Widerstand muss gewaltfrei sein und bleiben, das ist das Gebot für alle Handlungen, die im Widerstand erfolgen. Eine Regel will ich für das Nachfolgende geben: Keine Mikrofone, keine Bühne, keiner steht oben, redet oder spielt Musik und alle anderen hören zu. Alle Anwesenden sollten möglichst wie ein Körper und ein Geist agieren. Kooperation, Symbiose, statt Kampf und Auseinandersetzung. Wir geben der Polizei keinen Raum für ihr Einschreiten gegen uns, denn von uns aus entstehen keinerlei Gewaltszenarien. Alles was Gegenkräfte erzeugt, werden wir meiden und nicht tun. In diesem Sinne ist das, was der Physiker Hans-Peter Dürr sagte, die Gegenkraft ist nicht der Feind der Kraft, wahr. Denn er sagte damit nichts anders als, dass man die Gegenkräfte wandeln oder aufnehmen, umlenken kann, in dem man die Gegenkräfte für die eigene Strategie und Kraft nutzt. Das ist das Herz aller Nichtkampfkunst und der modernen Deeskalation. Das könnte man selbst lernen, wenn man will. Man könnte auch sagen, die Gegenenergie ist nicht der Feind der Energie, denn Energie ist an sich neutral, wie auch die Kraft an sich neutral ist. Nur wir Menschen machen mittel unserer Emotionen daraus einen Kampf, in dem wir stets die Energien, also die Kraft des Gegners, als Möglichkeiten unserer Abwehr aufnehmen, blocken, also der dadurch entstehenden Massekraft (Masse mal Beschleunigung gleich Kraft) uns entgegenstellen und uns selbst damit oft großen Schaden zufügen. Unser Wissen ist stark, aber unsere Emotionen sind oft eine Falle, in die wir hineinfallen, da sie den Verstand außer Kraft setzen können. Das ist in vielen Teilen der Kampfkünste auch ihr Prinzip, nicht jedoch in der realistischen Selbstverteidigung, aus der ich das Prinzip der Gegenkraft entliehen habe….]

Der ganze Vortrag hier: https://kenfm.de/tagesdosis-29-4-2020-gewaltfreier-widerstand/  6

Ist die Menschheit noch zu retten ?

von Angela  08.05. 2020

Warum gibt es keine Demokratie auf der Welt, keine Freiheit für den Einzelnen, keine Meinungsfreiheit, keine soziale Gerechtigkeit. ? Viele meinen ja, dass die Parteien, die „Eliten“, die einzelnen Politiker, der „Deep State“ dafür verantwortlich sind, aber ist das wirklich so? Hat es schon jemals eine ideale Gesellschaft gegeben? (mehr …)

Die Seilschaft des Pöbels

(Ludwig der Träumer) Was macht die Übertanen so stark, daß sie unangreifbar herrschen können? Es sind die unsichtbaren Seilschaften und Vernetzungen, die sie trotz aller Intrigen und Meinungsverschiedenheiten untereinander zusammenhält. Mit einem kafkaesken Schmierentheater wird dem Pöbel vorgegaukelt, daß die ganze Staatsgewalt vom Volke ausgeht. Und der Pöbel fühlt sich erhaben, wenn er diese Blutsauger demokratisch alle paar Jahre wählen darf. Von Zeit zu Zeit schlägt sich der aufgewachte Teil des Pöbel in Straßenkämpfen mit der Poli@ei gegenseitig die Birne ein, weil er sich durch nicht eingehaltene Wahlversprechen verarscht fühlt. Nennt das Demonstration für die richtige Sache. Als anständiger Bürger holt er sich vorher eine Bannsteigkarte  vom Ordnungsamt. Ordnung ist ja erste Bürgers Pflicht, besonders in einer solchen kafkaesken schweren durch das C-Virus gebeutelten Zeit.

Wir sind bald alle tot – toter geht nimmer, wenn die Räächde Oberhand gewinnen und den Lock Down beenden; so die Mehrzahl der Demokratieteilhabe-Proleten, der lieber heute als morgen das Merkel für die nächsten tausend zwölf Jahre als Alleinherrscherin wählen würde. (Nach einer ARD-Umfrage halten 64 % ihre Politik für gut) Dem Söder stinkt das gewaltig. Da müssen wir doch alle Opfer bringen und zusammenstehen äh Abstand voneinander halten. Wie kann man diese neue Solidarität der Demokratieteilhabe-Proleten (DeP) besser demonstrieren als mit einer gemeinsamen Fahne – neuerdings Maske genannt. Wer da nicht mitmachen will oder sich kritisch dagegen äußert ist der neue Volksschädling und wird mit einer Freudschen Kur belohnt. Damit er beim Transport in den Gulag äh in die Irrenanstalt nicht friert, wird sicher bald Trigema nicht nur das Geschäftsfeld Maske weiter ausbauen, sondern auch die Sweatshirt-Produktion umstellen. Wichtige Güter produzieren dürfen wir ja nicht länger den Chinesen überlassen. Die müssen baldigst wieder heim ins R#ich.

Was liegt da näher als dem Pöbel die Illusion zu geben, daß er ebenfalls zu Seilschaften fähig ist. Das schweißt zusammen – gemeinsam sind wir stark genug das C-Virus zu bekämpfen. Leuts, kauft euch Masken und zeigt, daß ihr auch eine große Seilschaft bildet. Was die Übertanen können, können wir Untertanen schon lange. Laßt euch nicht kirre machen, von all den Verschwörungstheoretikern, die behaupten, damit geht die ganze Wirtschaft den Bach runter.

Mitnichten. Selbst an die gebeutelte Kneipenkultur wird fürsorglich vom Staat gedacht. Die MwSt. wird auf 7 % gesenkt. Das soll diese mit sage und schreibe 1,2 Mrd. € entlasten. Der Mathematiker rätselt, ob er den Dreisatz bisher falsch interpretierte. Also 7 % von Nullkommanull Umsatz bringt 1,2 Mrd. € Entlastung. Na ja, der Habeck hatte ja auch vorgeschlagen, die Gästefreie Zeit in den Gaststätten Hotels zu nutzen um die Gebäude energiesparsam aufzurüsten. Egal. Mathematik, Physik und Chemie sind eh Auslaufposten in Europa. Die braucht keine Sau mehr. Es geht eh alles wieder zurück zur Natur. Gelle.

Wurde jetzt etwas abschweifend. Setzt aus Solidarität zur Abstandhaltung noch einen drauf. Bei Amazon gibt es bald ein Erinnerungspaket für schlappe 99 €. Die nächste C-Welle kommt bald, wie der Drostenbubi verkündet. Der Kretschmann träumt auch wieder davon die Malle-Urlauber wieder heim ins R#ich zu holen. Im Schwarzwald ist genügend Platz für alle, wenn sie nur den verordneten Abstand voneinander einhalten. Am besten geht das mit einer Seilschaft – die unsere Solidarität unter Beweis stellt. Zeigen wir den Übertanen, daß wir auch Seilschaften können. Der erste Schritt zum Lock Up ist damit getan, bevor wir alle geimpft sind.

Hier noch eine Anleitung, wie die Seilschaft funktioniert:

Der Vorteil daran ist, daß wir dieses Seil jederzeit an die Pandemie anpassen und kürzen können. Natürlich nur durch unseres selbstbestimmtes vernünftiges Verhalten. Das Seil ist auch stark genug um nicht abzureißen, wenn sich einer aus Angst vor dem Tod durch diese Pandemie aufhängt. Das hat was! Aber auch geeignet für diejenigen, die uns ….

Ludwig, pfui, so kannst du doch nicht mit den Übertanen umgehen. Ich lasse daher mal besser einen anderen Genossen sprechen:

https://ludwigdertraeumer.wordpress.com/2017/01/27/von-der-freiwilligen-knechtschaft-des-menschen/

Osteralmanach

Eckehardnyk

Karsamstag 11. April

Versperrter Blick auf schöne Osterziele, der Frühling kommt auch ohne Angstgefühle. Bis wir uns einmal sehn ist diese Sicht reifenden Laubs geschlossen. Noch kann dem Leben keiner widerstehn – Bleibt frohgemut und unverdrossen. Das höchste Blut bleibt uns nicht unvergossen.

Tulpenbaums frisches Grün verdeckt Schloss Eberstein
Unter Schloss Eberstein Murgfluss, Straße 462 und Kartonfabriken von Obertsrot

Ostersonntag 12. April

Wer hatte seine Hand im Spiel, dass unser Blick dem Moos verfiel? Es blieb im Winterzimmer grün. Im Osterwald die Glocken blühn. Es strandete verwelkt die Zeit; du, Mensch, mach dich im Herz bereit, das einfach alles neu beginnt und lieben, was wir taten, kann. Die schlimmen Tage werden enden.

Im Wald bei der Stourdza Kapelle

Ich mag dir schöneres nicht senden. Der Mai kam früher als bekannt, und segne unser Haus und Land. Es türmten Wolken sich mit Gift, wer sowas wendet, hat den Stift – genommen, die Rechnung aufgemacht und die beklommen Fragenden angelacht – habt ihr nicht je das Heil gewollt? Es sei, die ihr den Geist gefunden, sollt in die Welt hinaus. – Die Stunden werden gefeiert, wobei sich das Leben der Menschen erneuert. Wer ohne Angst die Zeit verbringt, wird mit des Fischers Schmuck beringt. Es halte treu zum Stamm das Laub. Das Moos wächst über alten Raub. Gelingt in Freiheit dir das Wahre, geht nur dein Totes auf die Bahre. Verklungen ist das alte Leiden, in Frühlingslieder lässt’s euch kleiden. Fisch, der Schlittschuh läuft, ruft an!

Ostermontag 13. April 2020

Hernborger Schießkonane

Es war einmal ein Königssohn, sein Vater schwerkrank von der Kron. Er hatte drei Söhn, befahl ihnen rasch ihm Wasser des Lebens zu bringen. Der erste Sohn sucht in Wald und Gebirg, der zweite in der Fabrik. Doch keines hilft und die Krankheit wird schlimmer. Da schickt der König seinen jüngsten Sohn, der galt als der Dümmste immer. Der setzt sich kurz auf die Stufen vorm Schloss. Ein graues Männlein kommt heimlich herbei und spricht: „Ich höre dich denken, du willst dem König das Leben neu schenken?“ „Ja“, spricht der Jüngling, „doch weiß ich nicht wie“. „Ich schon“, sagt der Alte und erklärt ihm, was zu tun sein werde. Der Andere reist bis ans Ende der Erde. Da liegt ein Zettel im Gras. Dort war nicht viel los und er las: „Kehr zurück über den großen Teich, am Strand findest du Gut, doch hab auf ein Eimerchen acht, es füllt sich mit Wasser des Lebens, das aus dem Atem des Wales sinkt, den du als Boot benutzest. Der Walfisch bringt Reisende auf seinem Rücken ans Ziel, doch rede mit ihm kein Wort. Er kennt jeden Heimatort.“

Da lang! (auf Usedom)

Der Jüngling macht sich sogleich auf den Weg, er findet den Strand das Gefäß und den Steg und steigt auf den Rücken des Wals. Der streift durch das Meer so schnell wie der Wind, an der Rückenflosse hält sich das Königskind und passt auf sein Eimerchen auf. Die Fontäne des Wals enthält jenen Tau, nachdem ihn der Vater gesendet. Und als dann die Überfahrt endet, schützt er das kostbare Nass im Gefäß und gleitet von dem Wal herab aufs Gesäß. Da spricht ihn das Ungetüm an: Warum nur bin ich dazu verdammt, Leute wie dich herzuführen? Sein geretteter Gast nickt nur freundlich „Bis dann!“ und erreicht das sichere Gelände. Ihn durchzuckt eine Antwort und er ruft: „Du würdest als frei eingestuft, hättest du Menschen gefressen. Statt bis an dein Ende zu schuften, verbirgst du dich schlau in den Gruften und lässt deine Beute dir schmecken!“ Der Wal peitscht wütend die See. Doch was half’s? Der nächste muss ihm verrecken. Die Flut von der tobenden Flosse verrinnt in natürlicher Gosse. Und zum Könige eilt der Knabe geschwind und bringt ihm die heilende Labe, doch des Kindes Mut war die Gabe. Sie teilen das Reich in der Mitte. Graumännlein lacht als der Dritte.

Stettin, Hauptstadt eines neuen Reichs?

Nach einem slowakischen Märchen, heute neu gefasst von Eckehard Hilf

Die dissoziative Welt der mißbrauchten Kinder

Ein Tatsachenbericht. Einer nur.

über Die dissoziative Welt der mißbrauchten Kinder

….und wer es wagt, sich vorzustellen, dass Kinder zu Abertausenden täglich auf noch brutalere Weise, nämlich über Tage, Wochen, Monate, Jahre  gefoltert werden, hat eine Ahnung davon, wie feurig brennend dringend es ist, dass diese armselig Leidenden befreit werden. Und wie zwingend es ist, derer Folterer auf einer schön abgelegenen Insel abzusetzen. Ich schlage vor: Nackt.

Thom Ram

 

Nachtrag

Im gleichen Zuge müssen unsere Geschwister Tiere, welche Qualen leiden, befreit werden. Peiniger der Pharma gehören mit auf die Insel.

.

Übersichten / Vernetzen

Jaroslav Belsky, seines Zeichens engagierter Zahnarzt, entwirrt Falschinformationen, bringt Ordnung und neue Struktur in das heute herrschende Corona Virus Theater. Sympathischer Klar- und Schnelldenker. Ein Segen.

Thom Ram, 30.03.NZ8 (mehr …)

Mit Sadhguru in schwierigen Zeiten

von Angela, 29.03.2020

Hier ein neues Sadhguru Video : „Nutze diese Zeit, um ein wundervoller Mensch zu werden.“

„Eine Verantwortung für uns alle.“   Ich würde eher sagen :  SEI ein wundervoller Mensch!

Ich denke, der Titel spricht für sich…….

Angela

…es sollte und müßte, dann würde … ES IST

Viele Menschen WISSEN genau, wie es eigentlich sein sollte und werden müßte…
und sie haben auch sehr gute Gedanken und Visionen dazu…

Ein Beitrag von Jürgen Elsen, 21.02.NZ8 (Neues Zeitalter, Jahr acht)

Darin spiegeln sich also gute Ressourcen und Potenziale und Kompetenzen. Die Frage bleibt: Und, wer macht was? – Was mache ich ?!

Ja, wenn …

(mehr …)

Eltern, Kind und Kinderstube – 29. von 144 – Was Aufmerksamkeit noch kann

Eckehardnyk:

Schutztruppe für unser Denken[1]

Häufig fragen Eltern um Rat wegen eines Problems mit ihrem Kind. Sie werden gebeten, ausführlich zu schildern, was ihr Kind so alles macht. Von dem Problem selbst, zum Beispiel Nägelkauen, ist wenig die Rede. Dafür von seinem Zimmer, wie es da aussieht, von seinem Schulranzen, von seinen Aufgaben, seinen Kameraden, von der Lehrerin, von seinen Angewohnheiten bei Tisch, beim Zubettgehen, und daß es nicht gehorcht. „Therapeutische“ Maßnahmen werden vorgeschlagen.

Nach einer Woche berichten dieselben Eltern, das Nägelbeißen habe aufgehört. Was sie denn gemacht hätten, will man als Therapeut wissen. Eigentlich nichts von dem, was angeraten wurde. Es ging alles wie von allein.

Ist ein Wunder passiert? Täglich ereignet sich ein solches Wunder. Doch es wird nicht für möglich gehalten. Aus der vorigen (28. von 144) Betrachtung wissen wir: Die Aufmerksamkeit hat gewirkt. Sie hat dieses Kind gestärkt, indem es umfassender beobachtet wurde und indem diese Eltern von der einschränkenden Betrachtung Nägel Kauen absehen und eine vollständigere Sicht auf ihr Kind einnehmen konnten.

Nicht immer werden wir mit Aufmerksamkeit allein durch solche Wunderheilung belohnt. Das wird dann nicht der Fall sein, wenn der Fokus isoliert auf ein unerwünschtes Verhalten gerichtet ist. Das auf der Stelle Treten mit dem Anschiss: „Laß endlich das Kauen an deinen Fingern!“ bedeutet einen Zuwachs an Bedeutung für das Kauen, aber nicht für das Kind.

Auch das Ausrufen seines vollen Namens, wenn es was anstellt, kann das Gegenteil von dem bewirken, was gewünscht ist. Der volle Name kann für ein Kind als Signal dienen, seine Lage einzuschätzen im Sinne von „Wie weit kann ich noch gehen?“ Wenn es sich damit als Individuum vollständig angesprochen fühlt, gibt ihm das Energie gerade so oder heftiger weiterzumachen. Der Ausruf des Namens ist ein multifunktionales Mittel mit geringem psychischem Aufwand eine kritische Situation zu klären. Doch das erfordert eigenes und einiges Denken, um einen brauchbaren Ausweg aus Konfliktsituationen zu finden.

Nimm von einem Büchertisch ein Buch und denk voraus, was es dir bieten könnte. Im selben Moment vergisst du mal eben die Menge der anderen Bücher und denkst nur die Möglichkeiten des einen, das du zwar in Händen hältst aber mit deinem Denken behandelst.

Oder verliebst dich. In deiner Phantasie entsteht ein Roman um diesen Menschen, den du nur aufgrund eines liebenswürdigen Details in dein Denken aufgenommen hast. So gehst du denkerisch mit den Tatsachen um. Darin liegt Verzicht auf alles, was im Moment noch alles um dich herum passiert. Du bist bei dem einen Phänomen und bleibst dabei, bis du ein erschöpfendes oder befriedigendes Bild erhalten hast.

Dieses Gebilde ist nun in deinem Denken zu Hause. Es kann die Grundlage zu weiterem Handeln bilden. Wie schützest du diesen, deinen kostbaren Besitz vor den Angriffen, einer blinden, rücksichts- und gedankenlosen Umwelt? Durch Konzentration! Du kannst das auch Hingabe nennen.

[1] In Abenteuer Erziehung 2013 von Seite 72-77 wird das entsprechende Kapitel, Schutzfunktionen für unser Denken, mit folgendem Satz eingeleitet: „Unsere wichtigsten inneren Güter verringern sich durch Nichtgebrauch; bei Anwendung nimmt ihre Potenz jedoch zu, als da wären: Liebe, Freiheit und Denken!“ Das hier als 30. von 144 Kapitel folgende Kapitel Hoffen – Glauben – Wissen ist dort integriert.

©️🦄 1998 und 2020

Nehmt Abschied Brüder

(Ludwig der Träumer) …schließt den Kreis, das Leben ist ein Spiel. Und wer es recht zu spielen weiß, gelangt ans große Ziel.

Das Europaparlament hat den Weg für den britischen Austritt freigemacht. Viele Abgeordnete sangen das schottische Abschiedslied „Auld Lang Syne“ – manchen kamen gar die Tränen. (FAZ 30.01.2020)

Laßt uns den 31. Januar 2020 zur Befreiung der europäischen Nationen von der EU-Schlange künftig jedes Jahr feiern. Danke Engelland für deine Hartnäckigkeit. Deine europäischen Nachbarländer werden dir bald folgen. Die Nachtigall höre trapsen.

Die Sonne sinkt, es steigt die Nacht, vergangen ist der Tag. Die Welt schläft ein und leis erwacht der Nachtigallen Schlag.

Noch undenkbar in Deutschland – solche Szenen ab min 7:00. Mir kamen die Tränen.

Minute 9:26 / Kronenvirusbefallener fällt auf der Stelle tot um

Der ist zack tot und fällt um, sowas aber auch. Gehe auf Minute 9:26. Der Rest des Videos ist ähnlich Soap. (mehr …)

Die Flucht – ein Zeitdokument des „Kalten Krieges“ / Teil 8 / U-Haftanstant Schiessgasse und Zuchthaus Cottbus

Hier geht es zum Teil 1Teil 2Teil 3Teil 4Teil 5, Teil 6 und Teil 7.

Abtransport in die „Schießgasse“

Drei Tage darauf, am Freitag‚ wurde ich dann geholt‚ musste meine Bettwäsche zusammenpacken, das Besteck abgeben, und nach einer genauesten Leibesvisitation, bei der ich mich wieder völlig nackt absuchen lassen musste‚ wurde ich in eine andere Zelle gesperrt‚ in der ich auf den Abtransport in die Kripo-U-Haft „Schießgasse“ warten musste. Von dort, so hatten mir andere Häftlinge erzählt‚ würde es dann in wenigen Tagen weiter in ein Zuchthaus gehen, wo ich dann meine Strafe absitzen müsste. (mehr …)

Die Flucht – ein Zeitdokument des „Kalten Krieges“ / Teil 7 / Menschenhändler, Einzelhaft und Gerichtsprozess

Hier geht es zum Teil 1Teil 2Teil 3Teil 4Teil 5 und Teil 6.

Anklage als Menschenhändler

Als ich wieder mal zur Vernehmung geholt wurde, legte mir mein Vernehmer ein Schreiben auf den Tisch, das ich unterzeichnen sollte. Total schockiert war ich, als ich darin las, dass ich neben den Paragraphen 100 und 213 nun auch noch wegen „staatsfeindlichem Menschenhandels“ (Paragraphen 105) beschuldigt wurde. Was, so dachte ich, habe ich denn mit Fluchthilfe, oder, wie es offiziell heißt, „Menschenhandel“, zu tun? Ich wollte doch selber in den Westen und habe doch nicht Leute gegen Geld nach drüben befördert! Wie kommt denn der Staatsanwalt nur auf so etwas?

„Ja Thobias, nun tuen Sie doch nicht so unschuldig“, sagte mein Vernehmer, „oder wollen Sie jetzt etwa abstreiten, dass Sie damals, ich glaube es war am 15. Oktober, mit dem VW die Effi und das Ehepaar nach Michendorf befördert haben, diese dem ”Muck‘ übergaben und dann das Fluchtmittel VW zurück nach Berlin brachten. Das ist doch eindeutig ‘staatsfeindlicher Menschenhandel‘.“

„Aber nach Michendorf bin ich doch nur gefahren, um den VW am nächsten Tag für meine Flucht zur Verfügung zu haben. Wenn ich den VW nicht gebraucht hätte, wäre ich doch nie mit der Effi und dem Ehepaar zusammengekommen. Die hätten doch auch ganz allein nach Michendorf fahren können.“

„Hören Sie mal, Thobias, wir sind hier kein Spekulanten-Verein, sondern ein Untersuchungsorgan! Wir ermitteln die Wahrheit und leiten diese dann weiter an den Staatsanwalt. Was der dann daraus macht, ist nicht unsere Sache. Erzählen Sie diese Ausreden Ihrem Staatsanwalt. Der wird Sie sowieso in der nächsten Zeit aufsuchen. Ob der Ihnen dann Ihre Ausreden abkauft, bezweifle ich allerdings.“

Völlig fix und fertig wurde ich wieder in meine Zelle abgeführt. Jetzt ärgerte ich mich über meine Dummheit, damals alles ehrlich erzählt zu haben. Hätte ich doch bloß die Sache mit Michendorf ausgelassen! Dass die Stasi-Leute davon nichts gewusst hatten, ging ja aus der Tatsache hervor, dass die Flucht von Effi und dem Ehepaar geklappt hatte und dass von ‘staatsfeindlichem Menschenhandel‘ in meinem Haftbefehl nichts vermerkt war. Also hätte ich mir doch bei der Vernehmung irgend etwas Anderes für den Tag in Michendorf und die Herkunft des VW, den ich ja für die Fahrt nach Michendorf gebraucht hatte, ausdenken können. Auch Gabi und Dirk hatten nichts gewusst von der Aktion in Michendorf, so dass auch ihre Aussagen mich nicht hätten belasten können. Aber jetzt war es zu spät. Damals war ich zu fertig gewesen, mir so klare Gedanken zu machen, und jetzt konnte ich meine Aussagen nicht mehr widerrufen. Ich musste mich also damit abfinden, dass sich mein Strafmaß um mindestens ein Jahr, also auf drei Jahre, erhöhte. Hoffentlich, so sagte ich mir, klappt es mit der Ausweisung. Das ist der einzige Hoffnungsschimmer aus dem ganzen Schlamassel, und dann brauche ich ja wahrscheinlich auch nicht die ganze Strafe voll abzusitzen.

Inzwischen machte ich mir aber wegen einer anderen Sache furchtbare Sorgen. Bei meinem Geständnis am Anfang meiner Haft, es war in der zweiten Nacht, hatte ich doch nicht erwähnt, wie wir rüber geschleust werden sollten. Und jetzt wollte mein Vernehmer dauernd etwas darüber erfahren, doch ich blieb hartnackig dabei, es nicht zu wissen. Hoffentlich, so dachte ich, plaudern Gabi und Dirk auch nichts darüber aus. Wenn erstmal einer von den Beiden etwas darüber zugibt, bin ich bei den Stasi-Leuten als Lügner verschrieben, und dann kann ich mich auf eine andere Vernehmungsart gefasst machen. Bis jetzt verliefen die Vernehmungen immer noch ganz ruhig, aber das konnte sich schnell ändern. Einen kleinen Einblick erhielt ich ja am Anfang, als ich fast nur angeschrienen wurde. Auch die Autonummer des VW vom „Muck‘ in Michendorf hatte ich verschwiegen, mit der Begründung, sie vergessen zu haben. Doch einmal löcherte mich mein Vernehmer plötzlich, doch endlich die Autonummer zu sagen, ich blieb aber dabei, sie nicht zu wissen.

„Na, nun sagen sie uns schon die Nummer. Oder soll ich ein bisschen nachhelfen?“

„Ich weiß die Autonummer wirklich nicht mehr“, erwiderte ich.

„War es nicht eine Autonummer mit der Zahl 555?“

Nanu, staunte ich. Woher weiß der denn die Nummer, die wirklich stimmt! Aber da erinnerte ich mich, diese Zahl Dirk und Gabi genannt zu haben, als wir in Magdeburg auf „Muck“ warteten und sie auch mit Ausschau halten sollten. Also musste einer ausgeplaudert haben, und ich hatte jetzt zu tun, weiterhin zu beteuern, dass ich diese Nummer vergessen hatte. Doch die Buchstaben der Autonummer, die der Vernehmer jetzt auch noch wissen wollte, konnte ich wirklich nicht sagen, denn die hatte ich mir nie gemerkt. So musste ich jetzt Einiges über mich ergehen lassen, bis der Vernehmer und der Hauptmann endlich einsahen, dass ich die Buchstaben wirklich nicht wusste. Wie leicht konnten also auch Gabi und Dirk über die Art und Weise, wie wir rüber geschmuggelt werden sollten, Auskunft gegeben haben, da wir das ja alle wussten!

Da ich von zu Hause immer noch keinen konkreten Hinweis hatte, dass für meine Ausweisung alles eingeleitet war, und mir Raimund durchs Klo aber sagte, dass die Ausweisung nur klappt, wenn der Rechtsanwalt Bescheid bekommt, direkt oder über Umwege, dass man rüber will, schrieb ich an Dr. Vogel einen Brief, damit er mich hier in Dresden aufsucht und ich ihm dann meinen Entschluss selber mitteilen konnte. Ich erhielt jedoch keine Antwort und versuchte es darum ein paar Wochen später noch mal. Diesmal antwortete mir Dr. Vogel, dass er seinen Vertreter aus Dresden, den Rechtsanwalt Völzke, zu mir schicken würde. Ich malte mir daraufhin schon in Gedanken aus, was ich ihm sagen würde. Ein paar Tage darauf kam er dann auch in die U-Haft, doch sein Besuch ergab sich für mich als völlig sinnlos. Über meinen Fall durfte ich nicht sprechen, da er noch nicht abgeschlossen war und der Rechtsanwalt darum noch nichts über meine „Straftat“ wusste, und über die Ausweisung reden ging auch nicht, denn mein Vernehmer saß daneben und der durfte ja nicht wissen, wie ich wirklich dachte. Dass beim Besuch des Rechtsanwaltes mein Vernehmer dabeisitzen würde, hatte mir vorher keiner gesagt, so dass ich darüber total erstaunt war. So konnte der Rechtsanwalt gerade fragen, ob ich genug zu Essen hätte und wie ich mich gesundheitlich fühle. Auch in der Frage der Einzelhaft konnte er mir nicht helfen.

Eines Tages erzählte mir mein Vernehmer so ganz nebenbei, dass auch Konrad aus West-Deutschland hier in der U-Haft wäre. Ich dachte, meinen Ohren nicht trauen zu können, als ich das erfuhr. Konrad war also‚ wie er uns damals gesagt hatte, drei Wochen nach dem letzten missglückten Fluchtversuch, wieder nach Ost-Berlin gekommen, um sich mit Gabi zu treffen. Dabei hatte man dann die Beiden verhaftet. Einerseits gab mir das natürlich einen ganz schönen Schock. Doch andererseits nahm mir das auch wieder eine große Sorge ab, denn ich sagte mir: Wenn Konrad gleich zwei Tage nach meiner Verhaftung nicht mehr nach West-Berlin zurückkam‚ dann können die sich drüben auch ausrechnen, dass ich ebenfalls verhaftet sei. Also hatte man Regina auf keinen Fall in den Osten locken können‚ um sie auch noch  zu ergreifen. Dann hatte mein Bruder Dieter also bestimmt auch so schnell nach meiner Verhaftung veranlasst, dass ich Dr. Vogel als Verteidiger bekam und meine Ausweisung war beantragt. Auch von meinen Eltern erhielt ich einen Bescheid in dieser Richtung. Mein Vater teilte mir in einem Brief ungefähr sinngemäß mit, dass „die Sache mit den roten Cord-Jeans geregelt sei‚ ich würde sie wiederbekommen“.

Weiterhin in Einzelhaft

Inzwischen war schon Februar und ich hatte immer noch mehrmals in der Woche Vernehmungen. Ich staunte nur über mich selbst, was mir im Laufe der Zeit doch alles für Einzelheiten einfielen‚ und die wollten die Stasi-Leute wissen. Auch zeigte mir mein Vernehmer einmal Fotos, auf denen ich mit Dirk und Mali zu sehen war. Im gleichen Atemzug jedoch stritt mein Vernehmer dann wieder ab, dass ich jemals beschattet worden war. Ich war aber schon so weit abgestumpft, dass ich mir darüber nur noch meine Gedanken machte, ihm aber immer Recht gab. 

Da die Stasi-Leute unbedingt rauskriegen wollten, wer sich hinter dem Namen „Muck“ verbarg, legten sie mir Fotografien von sämtlichen Bundespässen vor, die am 14. Oktober, als „Muck“ mir die Anweisungen für Michendorf gab, die Grenze nach Ost-Berlin passierten. Inzwischen war aber schon zu viel Zeit vergangen‚ und ich konnte ihn wirklich nicht mehr herausfinden.


Anmerkung von heute: Oft ist in den Medien die Rede von physischer Folter in der Haft, um ein Geständnis zu erpressen. Ich bin der Meinung, dass eine physische Folter überhaupt nicht nötig ist, um einen Häftling zum Sprechen zu bringen. Eine langzeitige Einzelhaft, bei der man nur mit einer bestimmten Bezugsperson (Vernehmer) sprechen darf, reicht völlig aus, um ein ausführliches Geständnis zu bekommen. Der Mensch hat ein wahnsinnig starkes Bedürfnis danach sich mitzuteilen. Nach einer langen Einzelhaft wird man nicht nur gesprächig, sondern man kann das Mitteilungsbedürfnis nur noch mit grösster Anstrengung zurück halten. Damit will ich die Grausamkeit der Einzelhaft nicht herunterspielen. Die Folgen von so einer langen Isolation sind langfristig und psychisch. Für den Vernehmer hat die Einzelhaft den grossen Vorteil, dass im Allgemeinen keinen offensichtlichen Beweisen für eine Folter vorliegen. Wenn also von physischer Folter in Gefängnissen die Rede ist, ist das nur das Resultat sadistischer Eigenschaften der Peiniger, oder die Ermittler stehen unter einem extremen Zeitdruck.


Durch die lange Einzelhaft war es für mich ein großes Bedürfnis, mich irgend jemandem mitzuteilen. Die Klo-Gespräche wurden aber immer seltener und so blieb mir nur der Vernehmer‚ der ja immer korrekt und manchmal sogar freundlich zu mir war. Natürlich war ich mir darüber im Klaren, dass das seine Taktik war, doch ich wurde bei ihm immer gesprächiger.

lm März erschien mein Staatsanwalt in der U-Haft‚ der sich mit dem Namen Zöllner vorstellte. Nicht nur sein äußerst fieses Aussehen ließ ihn mir gleich unsympathisch erscheinen. Auch seine Art, mich ständig spüren zu lassen‚ wie sehr er mich hasste, und dass er in mir den größten Verbrecher sah, machte ihn auch mir verhasst. Trotzdem fragte ich ihn‚ warum ich immer noch in Einzelhaft sei, und darauf antwortete er mir:

„Machen Sie sich keine Hoffnungen, mit jemandem zusammen in eine Zelle zu kommen. Ihre Einzelhaft habe ich angeordnet und sie wird auch bis zum Gerichtsprozeß beibehalten.“

Da hatte mich also mein Vernehmer ständig angelogen‚ als er sich bei mir dauernd mit der Ausrede von „keinem entsprechenden Fall für mich“ herausredete. Aber inzwischen hatte ich mich schon an die Einzelhaft gewöhnt, so dass mich die Auskunft des Staatsanwaltes Zöllner gar nicht mehr so beeindruckte. Ich hatte einige Beschäftigungen gefunden, mit denen ich die Zeit ganz gut über die Runden bringen konnte. So zeichnete ich mit einem Nagel auf Schokoladen-Silberpapier (Papier und Bleistift waren in der Zelle streng verboten), entwarf eine komplette Modelleisenbahn-Anlage bis in die kleinsten Einzelheiten, konstruierte Häuser und malte noch vielen anderen Blödsinn. So verging die Zeit eigentlich recht schnell und ich konnte es kaum fassen, dass ich nun schon über vier Monate in Einzelhaft eingesperrt war.

Die lange Einzelhaft wirkte sich allmählich auch auf meine Sinnesorgane aus. Da ich schon seit Monaten nicht mehr in die Ferne schauen konnte (die weiteste Entfernung zum Gucken war von einem Ende der Zelle zum anderen Ende, also nicht mehr als 3 Meter), versuchte mein visueller Sinn diese Einschränkung zu kompensieren. Wenn ich in der Zelle auf und ab lief und dabei auf die ungepflegten Wände schaute, erschienen diese Wände, als wenn sie weit entfernt waren. Die fleckigen Wände gaben mir das Gefühl, als wenn ich mit einem Flugzeug über einer Landschaft flog.

Ein anderes Phänomen erlebte ich mit der Musik, oder besser gesagt, mit der nicht vorhandenen Musik. Da ich schon monatelang keine Musik mehr gehört hatte, versuchte mein Gehirn auch diesen Zustand zu kompensieren. Bei jedem anhaltendem Geräusch in der Ferne hörte ich irgendeine Musik darin. Ich erinnere mich, zum Beispiel, dass irgendwo in der Ferne jemand mit einem Presslufthammer viel Lärm machte. In meinem Gehirn wurde aus diesem Lärm Musik. Ich hörte im Geräusch des Presslufthammers Melodien. Auch hatte ich während dieser Zeit viele Ideen für neue Melodien. Leider konnte ich davon nichts aufschreiben, denn ich kann keine Noten schreiben, und Papier und Bleistift waren ja verboten.

Inzwischen war Raimund in eine andere Zelle verlegt worden, doch die Klo-Verbindung blieb weiterhin bestehen. Wir waren inzwischen schon regelrecht Vertraute geworden, denn mit ihm hatte ich von allen Häftlingen die längste Zeit Verbindung. Ich kannte seinen Nachnamen Kolansky, unsere Adressen hatten wir ausgetauscht und ein Treffen im Westen war auch schon ausgemacht. Auch andere Leute hatte ich inzwischen kennengelernt, zum Beispiel zwei Zellen neben mir einen Andreas‚ schräg über mir Rudi, dann noch Olaf, Titus, Bernd, Wilhelm, Christine, Heidi und den 17-jährigen „Caro“. Dieser „Caro“ war ein furchtbarer Spinner und ich dachte mir, dass ich doch lieber in Einzelhaft sei, als mit so Einem zusammen in einer Zelle.

Gerichtsprozess

Als man mir im April sagte, dass die Ermittlungen abgeschlossen seien und in den nächsten vier Wochen mit dem Prozess zu rechnen sei, verging die Zeit wieder so langsam wie in den ersten Tagen. Jetzt fühlte ich mich dauernd krank, mal hatte ich Durchfall und Bauchschmerzen, dann wieder Verstopfung, und auch das Alleinsein nahm mich mächtig mit. Da keine Vernehmungen mehr waren, kam ich kaum noch aus meinen vier Wänden raus und die Zelle wurde mir immer kleiner. Abends bildete ich mir manchmal sogar schon Gespenster ein, das heißt‚ Lichtreflexe und Schatten sah ich um mich rum huschen, für die ich bei genauem Hinsehen keine Erklärung fand. Diese Wochen waren keine angenehme Zeit und ich hoffte nur, dass der Prozess bald beginnt und ich in eine andere Umgebung komme.

Ende April, nach ungefähr 6 Monaten Einzelhaft und Vernehmungen, erhielt ich dann endlich die Anklageschrift‚ das bedeutete, in der nächsten Woche war der Prozess. Als ich mir diese Anklageschrift durchlas dachte ich, mich trifft der Schlag. Nach den Worten des Staatsanwaltes war ich der schlimmste Verbrecher, den es jemals gab, und ein Mörder war in seinen Augen bestimmt besser angesehen. Andererseits nahm ich die Anklageschrift aber gelassen hin, denn ich wusste ja, dass Alles für meine Ausweisung veranlasst war und mich jetzt das Urteil sowieso nichts anging; ich musste nur noch auf den Abtransport gen Westen warten.

Jetzt durfte ich auch mit einem Rechtsanwalt, der inzwischen meinen Fall übernommen hatte‚ unter vier Augen sprechen. Dr. Vogel‚ der sich selber nicht mit der Verteidigung seiner Klienten abgab, hatte meinen Fall an Rechtsanwalt Völzke aus Dresden übergeben. Der musste jedoch für mich noch einen anderen Rechtsanwalt besorgen, den Rechtsanwalt Hamann, da er schon Gabi und Konrad zu verteidigen hatte. Diesem Rechtsanwalt Hamann, der einen recht sympathischen Eindruck auf mich machte, beauftragte ich, um ganz sicher zu gehen, Dr. Vogel unbedingt mitzuteilen, dass ich weiterhin in die Bundesrepublik möchte und er alles für meine Ausweisung tun soll. Mein Rechtsanwalt versicherte mir, dieses Dr. Vogel auszurichten, doch selber tat er so, als wüsste er nichts über die Ausweisungsmöglichkeit. Seinem lächelnden Gesicht konnte ich aber ansehen, dass alles für mich getan wurde.

Vom Dienstag dem 24. April bis zum Donnerstag dem 26.4. erstreckte sich dann der Prozess gegen Konrad‚ Gabi‚ Dirk und mich. Zum Gericht wurden wir in einem Spezialauto hin transportiert‚ das außen wie ein normaler Lieferwagen aussah und innen in kleine Zellen unterteilt war. Während der Fahrt wurde mir furchtbar schlecht‚ denn nach einem halben Jahr in der Zelle sitzen machten mir das Autofahren und die Auspuffgase sehr zu schaffen. Dazu kam noch, dass ich rückwärts sitzen musste und die Zelle so klein war, dass ich gerade hineinpasste, mich aber nicht mehr bewegen konnte. Nicht viel hatte gefehlt, und ich hätte mich übergeben müssen; doch da hielt das Auto Gott-Sei-Dank wieder an und wir Vier wurden‚ jeder von einem Posten an einer „Knebelkette“ gehalten, ins Gerichtsgebäude abgeführt.

An den Prozess kann ich mich, wegen der Fülle der neuen Eindrücke nach der langen Einzelhaft, nur noch sehr schwach erinnern. Alles kam mir wie ein Alptraum vor. Gabi, Konrad und Dirk konnte ich jetzt auch wiedersehen‚ wobei ich Konrad kaum erkannte. Ihn hatte die Einzelhaft wohl am meisten von uns Vieren mitgenommen. Obwohl wir nicht miteinander sprechen durften – ein Posten stand ständig daneben – konnte ich mir doch durch Flüstern Gewissheit schaffen, dass die Anderen nicht über die Durchführung der Flucht gesprochen hatten. Diese Sache konnte also nicht vor Gericht besprochen werden. Damit war eine große Sorge von mir genommen‚ denn ich hatte mir schon in allen Farben ausgemalt, wie ich dastehen würde, wenn mir der Richter plötzlich vorhält, dass ich der Einzige sei, der sich noch immer „gegen unseren Staat und unsere Gesellschaft stellt und den Aufklärungsorganen bis zum Schluss Schwierigkeiten macht, indem er weiterhin der Schleuser-Organisation Vorschub leistet und nicht darüber spricht, wie er geschleust werden sollte“. Doch soweit konnte es also nicht kommen, da alle dichtgehalten hatten.

Der Prozess verlief dann wie eine perfekte Theatervorstellung‚ natürlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Den Vorsitz führte eine Richterin und neben ihr saßen zwei Rentner als Schöffen. Dann waren noch von Dirk‚ Gabi und mir je ein „gesellschaftlicher Ankläger“ und ein „Gesellschaftlicher Beobachter“ anwesend‚ die Anklage führte der Staatsanwalt Zöllner und zur Verteidigung waren mein Rechtsanwalt Hamann, für Gabi und Konrad Rechtsanwalt Völzke und für Dirk noch ein unbenannter Rechtsanwalt mit Parteiabzeichen bestimmt worden.

Es begann mit der „Beweisaufnahme“‚ bei der jeder von uns vier Angeklagten noch mal alles erzählen musste‚ wie die letzten Monate vor der Verhaftung verliefen. Dabei stellten die Richterin und die beiden senilen Schöffen ab und zu solche Fragen wie zum Beispiel:

„Angeklagter Thobias, haben Sie sich denn auch mal Gedanken darüber gemacht, dass in dem VW, mit dem Sie die Schleusung in Michendorf durchführten, von der Schleuserorganisation eine Bombe eingebaut sein konnte, mit der man Sie töten wollte? Aus Rundfunk, Presse und Fernsehen sind Ihnen doch sicher die Praktiken solcher Verbrecher-Organisationen bekannt.“

Einmal wurde ich auch ermahnt, das Gericht nicht für dumm zu verkaufen. Ich wollte doch unbedingt noch mal versuchen‚ den „Menschenhandel“-Paragraphen los zu werden. Darum brachte ich wieder meine Ausrede an, die Fahrt nach Michendorf nur gemacht zu haben‚ um für meine eigene Flucht ein Auto zu haben. Doch damit verärgerte ich die Richterin nur noch mehr und sie ermahnte mich mehrmals zur Disziplin.

Während dieser „Beweisaufnahme“ sagten die Verteidiger fast kein Wort, denn sie wussten ja, dass sie das schon längst feststehende Urteil doch nicht mehr ändern konnten. Und den Mund wollte sich von den Anwälten ja auch keiner verbrennen.

Am dritten Tag wurden dann die Schlussreden der Ankläger und der Verteidiger gehalten. Während die Rechtsanwälte lediglich unsere ‘“makellose, sozialistische Lebensweise vor Beginn der Straftat“ hervorheben konnten, die Staatsanwalt Zöllner jedoch gleich als „geschickte Tarnung der Angeklagten“ auslegte, tobten sich die „gesellschaftlichen Ankläger“ so richtig ihre Aggression an uns aus. Mein gesellschaftlicher Ankläger“‚ ein Dr. Backmeister von der TU Dresden, forderte für mich sogar die Höchststrafe‚ wobei für den Paragraphen 105 („Menschenhandel“) nach dem Strafgesetzbuch kein Höchstmaß angegeben ist; „lebenslänglich“ wäre ihm also noch zu wenig gewesen.

Staatsanwalt Zöllner hatte dann die Gelegenheit, eine mehrstündige Rede zu halten‚ die von Gestik und Mimik unterstrichen‚ kein Schauspieler hätte nachmachen können. Ungefähr drei Viertel seiner „Anklagerede“ bezogen sich auf den „Unruheherd West-Berlin“, „Die Bonner Brandt-, Strauß- und Barzel-Clique“ und der „Imperialismus als Hauptfeind“, während er im restlichen Viertel dann auf uns Angeklagte wetterte. 

Der Strafantrag des Staatsanwaltes gab uns dann einen mächtigen Schock, denn mit so hohen Strafen hatte keiner – auch nicht in den schlimmsten Vermutungen – gerechnet. Für mich beantragte er 4 Jahre und 3 Monate, für Konrad sogar 4 Jahre und 8 Monate, Dirk sollte 3 Jahre und 4 Monate bekommen und Gabi 2 Jahre und 6 Monate.

Nachdem für den 2. Mai die Urteilsverkündung vereinbart war‚ wurden wir dann wieder‚ eingepfercht in das Spezial-Stasi-Auto, in die U-Haft zurückgebracht.

Dass ich zu über vier Jahren verurteilt werden sollte‚ konnte ich einfach nicht fassen. Erhofft sich denn der Staatsanwalt, so fragte ich mich, dass ich nach vier Jahren anders denke und ein „sozialistischer Staatsbürger“ werde? Weiß denn der Staatsanwalt überhaupt‚ was vier Jahre für eine lange Zeit sind? Wenn ich mir vorstellte, dass ich zum Beispiel vier Jahre lang zur Oberschule gegangen war, und an die Länge dieser Zeit dachte‚ war es einfach unfassbar, dass ich jetzt zu so einer Strafe verurteilt werden sollte. Das mußten auch die Richterin und die Schöffen einsehen, und sicher würden sie das Urteil‚ so hoffte ich, doch nicht ganz so hoch festlegen.

Am 2. Mai war dann die Urteilsverkündung. Gespannt lauschten Konrad‚ Gabi‚ Dirk und ich auf das Urteil des Gerichtes. Doch alle Illusionen wurden zerschlagen‚ als nach endlosem Gesülze, ähnlich dem des Staatsanwaltes, „im Namen des Volkes“ verlesen wurde:

„Das Hohe Gericht verurteilt die Angeklagten

      Dr. Konrad Engelhard zu 4 Jahren 8 Monaten,

      Uwe Thobias zu 4 Jahren 3 Monaten,

      Dirk Polski zu 3 Jahren 4 Monaten und

       Dr. Gabi Krätschmar zu 2 Jahren 4 Monaten

strengen Strafvollzug.

Außerdem werden als Tatwerkzeuge eingezogen:

        1 PKW VW der Eveline Lading (nicht anwesend)

        1 PKW BMW (Mietwagen vom Dr. Konrad Engelhard aus West-Berlin)

         1 PKW Trabant vom Angeklagten Thobias

         Bargeld in Höhe von 2900 Mark, ebenfalls vom Angeklagten Thobias.“

Das Gericht hatte also alle Anträge, bis auf den von Gabi‚ der um zwei Monate herabgesetzt wurde, angenommen. Meinen Trabant hatten sie mir als „Tatwerkzeug“ weggenommen, weil ich im Juni damit mal nach Berlin fuhr, als ich mich dort mit Regina traf, und der BMW, mit dem Konrad aus West-Berlin am Tage seiner Verhaftung in den Osten kam, war auch „Tatwerkzeug“‚ da Konrad bei dem Treff mit Gabi noch mal mit ihr über die geplatzte Flucht sprach.

Über dieses hohe Urteil waren natürlich auch alle Häftlinge erstaunt, die ich durchs Klo davon unterrichtete; damit hatte keiner gerechnet‚ wobei die Leute allerdings auch nicht genau wussten‚ was ich eigentlich gemacht hatte. Über Einzelheiten der „Straftaten“ unterhielten wir uns dort doch lieber nicht, da ja die Stasi-Leute leicht unsere Gespräche abhören konnten und das auch schon oft vorgekommen sein soll. Berufung gegen dieses Urteil einzulegen rieten mir alle ab, da sonst  die Ausweisung nur verzögert würde. Auch der Rechtsanwalt meinte, dass es sinnlos wäre. Das Gericht würde den Berufungsantrag ganz bestimmt ablehnen oder meine Strafe nur noch erhöhen. So wurde das Urteil nach sieben Tagen Berufungsfrist rechtskräftig und ich musste täglich mit dem Abtransport in eine Strafvollzugsanstalt (Zuchthaus) rechnen.

Abtransport in die „Schießgasse“

Drei Tage darauf, am Freitag‚ wurde ich dann geholt‚ musste meine Bettwäsche zusammenpacken…..

Fortsezung folgt

Hier geht es zum Teil 1Teil 2Teil 3Teil 4Teil 5 und Teil 6.

Die Flucht – ein Zeitdokument des „Kalten Krieges“ / Teil 6 / Kontakt mit Häftlingen, Hoffnung, Weihnachten und Vaters Besuch

Hier geht es zum Teil 1Teil 2Teil 3Teil 4 und Teil 5.

Verbindung mit anderen Häftlingen

Als ich wieder in der Zelle eingeschlossen war‚ hörte ich dauernd Jemanden von der Nebenzelle gegen die Wand klopfen. Schon gestern war mir dieses Klopfen aufgefallen‚ doch da hatte ich keine Lust, mich damit zu beschäftigen. Jetzt konnte ich mich aber genau darauf konzentrieren. Dieses Klopfen musste irgend etwas bedeuten, denn ich erkannte in den Klopfzeichen etwas Regelmäßiges. Noch einmal suchte ich ausführlich die Zelle ab. Vielleicht, so dachte ich, finde ich irgendwo eingeritzt den Kode für die Klopfzeichen. Aber mein Suchen war vergebens, ich fand nichts. Inzwischen wurde das Klopfen mit einer erstaunlichen Beharrlichkeit fortgesetzt. Nach einer Pause zählte ich die Klopfzeichen mal mit und es ergaben sich die Zahlen 14,1,13‚ 5. Was hat das bloß zu bedeuten, dachte ich. Wenn ich doch den Kode zum Entschlüsseln der Zeichen hätte! Vielleicht könnte ich dann Verbindung zu anderen Gefangenen aufnehmen. Ich musste unbedingt rauskriegen‚ was die Zahlen 14, 1‚13, 5 bedeuteten, die immer noch geklopft wurden. (mehr …)

Die Flucht – ein Zeitdokument des „Kalten Krieges“ / Teil 5 / Verhaftung

Hier geht es zum Teil 1 und Teil 2 und Teil 3 und Teil 4

18. November 1971: Verhaftung

Am Donnerstag dem 18. November wurde ich durch langes Klingeln aus dem Bett geworfen. Erst gegen morgen war ich eingeschlafen und so tapste ich mit noch fast geschlossenen Augen zur Tür. Als hätte mir jemand einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf ausgeschüttet, war ich beim Öffnen der Tür in wenigen Sekunden hell wach. Schneller als ich gucken konnte, standen drei große‚ starke Männer mit Ledermänteln in der Wohnung und fragten nach „Herrn Thobias“. Als ich ihnen sagte, dass ich dieser gesuchte Herr sei, trat der eine dicht vor mich hin und sprach in befehlendem Ton: (mehr …)

Die Flucht – ein Zeitdokument des „Kalten Krieges“ / Teil 4 / Breschnews Besuch und Beschattung

Hier geht es zum Teil 1 und Teil 2 und Teil 3

29. Oktober 1971: Nächster Fluchtversuch – Breschnews Besuch

Ohne noch großartige Erklärungen abzugeben, fuhr ich dann am Freitag den 29. Oktober wieder nach Berlin. Auch diesmal empfing Mali wieder Dirk und mich auf dem Ostbahnhof und wir fuhren zusammen in ihre Treffwohnung. Vorher schauten wir noch mal zu unserem zurückgelassenen VW vor dem Ostbahnhof‚ doch der stand nach wie vor unverändert an seinem Platz. Diesmal hatte ich schon in Dresden versucht, die Stasi-Leute loszuwerden, bevor ich zum Bahnhof gefahren war. Ob ich dabei wirklich Erfolg gehabt hatte, weiß ich nicht, jedenfalls zeigte sich dann im Zug nach Berlin nichts Verdächtiges. Mali war recht guter Stimmung, denn sie meinte, das „Scheiß-Spiel“ wäre nun endlich bald vorbei, morgen würden sie uns rüber holen.

Am nächsten Morgen traf ich mich mit Dirk um 10.00 Uhr vor einer Buchhandlung am Alexander-Platz wieder mit Mali. Diese führte uns gleich darauf zum “Neptun-Brunnen“, wo schon Konrad und Gabi auf uns warteten, und verschwand dann wieder nach West-Berlin. Konrad, der wusste, wie es weiter ginge, sollte jetzt die Führung übernehmen. Mit Konrads BMW fuhren wir zuerst zum Treptower Park. Dort setzten wir uns an der Bulgarischen Straße in eine Gaststätte, um auf eine weitere Person zu warten. Konrad musste alle halbe Stunde raus auf die Straße gucken, denn es war keine feste Treffzeit ausgemacht, sondern nur, dass zu jeder vollen halben Stunde mit dieser Person gerechnet werden konnte. Das war wieder eine der Sicherheitsmaßnahmen der Fluchthelfer, die kein Risiko eingehen wollten. Konrad war diesem Mann am Vormittag in West-Berlin gegenübergestellt worden, so dass er ihn wiedererkennen konnte. Uns beschrieb er ihn als einen Ausländer mit schwarzen Haaren, der nur gebrochenes Deutsch spräche und den Decknamen “Fritz“ hätte. Wenn dieser „Fritz“ von Konrad gesehen würde, sollte er ihn uns zeigen, so dass wir ihm nachgehen könnten, und Konrad musste dann schleunigst nach West-Berlin verschwinden.

Als der „Fritz“ um 13.00 Uhr immer noch nicht erschienen war, entschlossen wir uns, die ungemütliche Gaststätte zu verlassen und im Park spazieren zu gehen. Wir hielten uns in der Nähe der Bulgarischen Straße auf, so dass Konrad weiterhin schnell alle halbe Stunde dort nach dem Ausländer „Fritz“ Ausschau halten konnte. Natürlich waren wir alle sehr aufgeregt. Nur noch wenige Stunden, und wir sollten alle im Westen sein! Keiner konnte es sich so richtig vorstellen; hatten wir doch bisher nur schlechte Erfahrungen gemacht. Und dann wussten wir ja noch nicht einmal, auf welche Art und Weise wir überhaupt rüber geholt werden sollten. Konrad war wieder mal zur Bulgarischen Straße gegangen, um Ausschau nach dem Ausländer zu halten, als er noch aufgeregter zurückkam. “Da vorn steht überall Polizei, jetzt ist alles aus!“

Ratlos schauten wir uns an. Dass die Polizei nicht wegen uns dort stand, war klar. Aber sollte heute etwa wieder die gleiche Panne passieren, wie in Magdeburg? Also gingen wir erstmal alle zur Straße vor und überzeugten uns selber davon, wie die Lage ausschaute.

Doch Konrad hatte sich nicht getäuscht: Mehrere Polizeiautos und etwa alle 10 Meter ein paar Polizisten, die auf irgendwas zu warten schienen. Was hatte das bloß zu bedeuten? Ein Polizist, den wir einfach befragten, gab uns keine Auskunft. Inzwischen bemerkten wir auch, dass jetzt gar kein Auto mehr auf der Straße fuhr; die Straße musste abgesperrt worden sein. Um endlich Klarheit zu erlangen, gingen wir ein Stückchen die abgesperrte Straße entlang. Etwas weiter vorn standen einige Fußgänger, und als wir die befragten, was das riesige Polizeiaufgebot und die Straßensperrung zu bedeuten hätten, erfuhren wir folgendes: Heute Nachmittag sollte der sowjetische Parteichef Breschnew zu einem inoffiziellen Besuch nach Berlin kommen. Aus diesem Grund wurde die Straße gesperrt, denn wir befanden uns auf der Strecke, die vom Flughafen Schönefeld zum Ost-Berliner Regierungsbezirk führte. Aus diesem Grund auch die viele Polizei. Jetzt wussten wir also, was hier vor sich ging. Doch ein Trost war das auch nicht, denn es war zu befürchten, dass jetzt der Kontakt mit dem Fluchthelfer „Fritz“ nicht klappen würde.

Wir liefen also weiterhin in der Nähe der Bulgarischen Straße herum und Konrad, der immer aufgeregter wurde, sah sich nach dem Ausländer um. Inzwischen war noch mehr Polizei entlang der Straße aufgebaut und wir entdeckten auch einige zivile Autos vom Staatssicherheitsdienst. Die hatten uns jetzt gerade noch gefehlt! Als es gegen 14.00 Uhr wurde, ging Konrad wieder zur Bulgarischen Straße vor. Nach wenigen Minuten kam er aufgeregt gestikulierend zurück. Konrad war so aufgeregt, dass er kein Wort mehr herausbrachte. Nur mit größter Mühe stammelte er den Namen „Fritz“, wies dabei in eine Richtung, und ohne noch etwas zu sagen entfernte er sich schnell von uns.

Wir gingen also in die von Konrad bezeichnete Richtung vor, doch dort sahen wir neben der Polizei viele Fußgänger. Welcher sollte nun der „Fritz“ sein? Keiner von uns konnte einen typischen Ausländer entdecken. Was nun? Konrad war auch schon verschwunden. Wem sollten wir bloß nachlaufen? Ein Stückchen weiter stand ein Mann mit schwarzen Haaren etwas abgesondert von den anderen Passanten. War das „Fritz“? Wie ein Ausländer sah er ja nicht aus, aber er trug schwarze Haare und ging jetzt auch langsam in der Richtung weiter, die uns Konrad gezeigt hatte. Also verfolgten wir diesen Mann in einem gewissen Abstand. Irgendwann, so hatte Konrad uns gesagt, würde „Fritz“ uns dann ein Zeichen geben.

Unser „Fritz” führte uns immer weiter von der Bulgarischen Straße weg, und uns kam die Sache nun doch etwas sonderbar vor. Obwohl wir uns diesem Mann einige Male sehr näherten, hatte er uns noch immer kein Zeichen gegeben. Sollten wir doch einem Verkehrten nachlaufen? Aber in der von Konrad gezeigten Richtung war doch dieser Mann der Einzige gewesen, der nach Konrads spärlicher Beschreibung in Frage kam. Er musste es doch sein, denn er ging ja immer weiter und jetzt drehte er sich auch manchmal nach uns um. Oder sollten wir doch einem Falschen verzweifelt nachlaufen? Ungefähr eine halbe Stunde liefen wir nun schon diesem „Fritz“ hinterher, als wir die Verfolgung aufgaben. Er konnte unmöglich unser Ausländer sein, denn sonst hätte er uns bestimmt schon ein Zeichen gegeben.

Völlig niedergeschlagen, denn nun war die Flucht-Aktion also wieder fehlgeschlagen, gingen wir zur Bulgarischen Straße zurück. Dort bot sich uns das gleiche Bild wie vor einer halben Stunde: Überall Polizei und viele neugierige Zuschauer. Total verzweifelt setzten wir uns auf eine Bank beim Treptower Park. Was sollte nun werden? Keiner wusste eine Antwort. Mit dieser Panne hatte keiner gerechnet. Wer konnte auch schon vorherahnen, dass gerade am Tage unserer Flucht Breschnew zu einem inoffiziellen Besuch kommen würde, und ausgerechnet die Straße, auf der der Kontakt zwischen uns und den Fluchthelfern stattfinden sollte, darum abgesperrt wird.

Ganz nebenbei erzählte jetzt Dirk, dass er vorhin, als Konrad uns aufgeregt die Richtung des Ausländers zeigte, einen Asiaten gesehen hatte. Der war jedoch in die völlig entgegengesetzte Richtung als die von Konrad gewiesene weggegangen, so dass er ihm keine weitere Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Jetzt war dieser Ausländer allerdings nicht mehr zu sehen, es war ja seitdem schon fast eine Stunde vergangen.

Gabi hatte sich mit Konrad für den Fall, dass es heute wieder nicht mit der Flucht klappen würde, für morgen früh in Ost-Berlin verabredet. Auch Dirk erwartete am nächsten Tag wieder seine Mali. Also gingen wir zum S-Bahnhof „Treptower Park“, um in die Innenstadt zu fahren und irgendwie die Zeit bis morgen abzuwarten. Kurz vor dem S-Bahnhof zeigte Dirk plötzlich auf einen Parkplatz und meinte: 

“Dort ist der Ausländer, den ich vorhin schon mal sah!“ 

Dabei wies er auf einen großen, schwarzhaarigen Asiaten. Dieser schien uns bemerkt zu haben, und als wir auf ihn zu gingen, trat er uns lächelnd entgegen mit den Worten:

“Ich bin Fritz. Wo wart ihr so lange?“

Kurz erzählten wir „Fritz“, wie alles gekommen war, und er erklärte uns, wie wir uns jetzt verhalten müssten. Er würde sich mit Gabi zusammen wie ein Paar hinstellen, und Dirk und ich sollten in ungefähr 10 Meter Abstand ihn genau beobachten und ihm nachlaufen. So wollten wir die Regierungskolonne mit Breschnew abwarten.

Inzwischen hatte sich auf dem Fußweg eine Menge Menschen angesammelt, die alle neugierig warteten. Kurz darauf erschienen dann die Staatslimousinen, und Breschnew, der Beherrscher des Ostblocks‚ ließ sich sogar herab, hinter seiner Scheibe hervor zu grinsen und würdevoll seine Hand zu heben, worauf ihm auch einige Zuschauer vom Straßenrand zuwinkten. Falls er mich gesehen haben sollte, wird ihm bestimmt aufgefallen sein, dass ich nicht zu den Zuschauern gehörte, die hier zum Hurra-Rufen Spalier standen.

Kurz darauf zerstreuten sich die Fußgänger schnell wieder, und am Parkplatz war es fast menschenleer. Die Straße war für den Verkehr wieder freigegeben worden, die Polizei war verschwunden. Auf dem Parkplatz standen nur noch ein Wartburg und ein Mercedes. Dieser Wartburg erregte jedoch unsere Aufmerksamkeit, denn er stand schon, bevor Breschnew vorbeikam‚ an der Parkplatzausfahrt. Drinnen saß ein Liebespaar, das anscheinend sehr mit sich beschäftigt war. Als nun der Regierungs-Konvoi vorbeigefahren war und danach die Straße wieder freigegeben wurde, fuhr dieser Wartburg jedoch immer noch nicht los. Wir schauten mehrere Male zu diesem PKW herüber, und darauf stieg der Fahrer aus und baute an den Zündkerzen herum. Dann stieg er wieder ein und fuhr immer noch nicht los. Wie kam der Fahrer also darauf, so fragten wir uns, die Zündkerzen heraus zu bauen, wenn er vorher gar nicht den Motor ausprobiert hatte und auch hinterher nicht den Motor startete? Irgendwas stimmte mit diesem Wartburg nicht! Inzwischen gingen wir mit „Fritz“ auf dem Parkplatz ein Stück auf und ab und dabei erklärte er uns in seinem gebrochenen Deutsch, dass wir auf sein Zeichen in den Kofferraum des „Mercedes“ steigen sollten. In diesem Auto würden wir dann nach drüben befördert werden.

Darüber waren wir natürlich sehr erstaunt, denn mit so einer billigen Flucht hatten wir nicht gerechnet. Was sollte denn werden, wenn man das Auto kontrollieren würde? Doch „Fritz“ versicherte uns immer wieder, dass wir Vertrauen haben müssten und dass das eine hundertprozentig sichere Sache sei. Dieses Auto würde man nicht kontrollieren und somit könnte nichts passieren. Und dann war es doch aber gar nicht möglich, zwischen den vereinzelten Sonnabendnachmittag-Spaziergängern in einen Kofferraum zu steigen. Das würde doch auf jeden Fall auffallen! 

Plötzlich sah ich auch noch hinter ein paar Büschen meinen Rathenower Schulfreund Peter, der inzwischen in Berlin wohnte, auf mich zu kommen. Er musste mich schon längere Zeit gesehen haben, denn er begrüßte mich schon von weitem freudestrahlend.  So gern ich auch sonst immer mit Peter zusammen war, heute passte mir das Zusammentreffen mit ihm gar nicht. Er wird sicher erstaunt gewesen sein über die schroffe Art, mit der ich ihn abfertigte, doch was sollte ich machen. Später, so dachte ich, wenn ich erst mal drüben wäre, könnte ich ihm alles erklären. Nachdem ich Peter so abgewiesen hatte, ging ich wieder zu Gabi, Dirk und „Fritz“ herüber. Der „Wartburg“ war inzwischen doch abgefahren,

„Fritz“ sah jedoch inzwischen ein, dass wir an dieser Stelle unmöglich in den Kofferraum des Mercedes steigen konnten. Aber „Fritz“ meinte, dass das nicht so schlimm sei, denn ein Stückchen weiter entfernt sei noch ein Parkplatz, zu dem wir gehen könnten, der Mercedes würde dann dort stehen.  Also begaben wir uns zu diesem Parkplatz und siehe da: der „Mercedes“ war auch schon dort, ohne dass ein Fahrer zu sehen war. Bald mußten wir jedoch feststellen, dass es auch hier nicht möglich war, in den Kofferraum zu klettern, denn ganz in der Nähe stand ein Bus, dessen Fahrer uns aufmerksam beobachtete. Da wir einige Male auf dem Parkplatz auf und ab gegangen waren, musste der Fahrer wohl auf uns aufmerksam geworden sein – oder sollte das wieder einer von den Stasi-Leuten sein? Inzwischen schlossen auch Dirk und Gabi eine Beschattung nicht aus, wobei sie Beide jedoch annahmen, dass wir uns vor der Polizei verdächtig gemacht hatten, als wir vorhin auf der Bulgarischen Straße dauernd hin und her gelaufen waren. Stasi-Spitzel standen dort ja genug herum.

Doch „Fritz“, der inzwischen auch schon etwas ungeduldig wurde, weil es nicht klappen wollte, meinte, jetzt hätten wir noch einen  Parkplatz, dort muss es funktionieren. Da dieser Parkplatz am gegenüberliegenden Ende des Treptower Parks lag, mußten wir uns beeilen, um noch vor der Dunkelheit dort anzukommen. Unterwegs erzählte uns „Fritz“, nachdem wir ihm klargemacht hatten, dass uns dieses „in den Kofferraum steigen“ gar nicht so recht passte, wie alles funktionieren sollte. Gespannt lauschten wir „Fritz“, der uns jetzt endlich genauer erklärte, wie die eigentliche Flucht über die Grenze verlaufen würde. Was er uns mitteilte, hörte sich alles ganz einfach und doch sicher an – es war eine tolle Idee. Wir mußten nur erst mal im Kofferraum des Mercedes stecken, dann konnte eigentlich nichts mehr passieren. Wenn das doch endlich gelingen würde!

Dass die Parkplätze zum ins Auto steigen sehr ungünstig waren, sah „Fritz“ inzwischen selber ein. Er erklärte uns dazu, dass er diese Parkplätze selbst vor ein paar Tagen ausgesucht hatte, doch da war Alltag gewesen und der Treptower Park war wie ausgestorben. Mit den vielen Spaziergängern heute hatte er nicht gerechnet. Doch auf dem Parkplatz, zu dem wir jetzt gingen, meinte “Fritz“, würde es bestimmt klappen. Dieser sei von einer Hecke umgeben und außerdem läge er noch etwas geschützt im Wald.

Unsere Spannung hatte sich nach diesen Auskünften etwas gelöst und wir waren nach den vielen Misserfolgen doch wieder zuversichtlicher. Kurz vor dem gesuchten Parkplatz musste „Fritz“ noch mal schnell hinter einem Baum verschwinden, während Dirk, Gabi und ich weitergingen. Als wir ungefähr 50 Meter vor dem Parkplatz waren, sahen wir plötzlich zwei Autoscheinwerfer aufleuchten, und unser Mercedes fuhr in größter Eile davon. Völlig bestürzt und ratlos kam „Fritz“ angelaufen. Das war auch für ihn unerklärlich, jetzt wusste auch er nicht weiter. Was war jetzt bloß wieder dazwischengekommen? Vorsichtig näherten wir uns der Stelle, wo vorher der Mercedes gestanden hatte, doch es war nichts Verdächtiges zu erkennen. Kein Mensch weit und breit.

Inzwischen war es auch schon dunkel geworden. Warum war bloß der Mercedes plötzlich abgefahren? Auf diesem Parkplatz hätten wir bestimmt einsteigen können, zumal uns jetzt auch noch die Dunkelheit geschützt hätte. Was hatte den Fahrer des Mercedes bloß veranlasst‚ so plötzlich davon zu fahren? Völlig ratlos und verzweifelt setzten wir uns auf eine Bank und “Fritz“ gab sich die größte Mühe, uns Mut zuzusprechen. Doch damit war uns jetzt auch nicht geholfen. Das konnte einfach nicht wahr sein, dass es heute wieder nicht geklappt hatte.

Damit wir nicht völlig resignierten, versprach uns „Fritz“, mit den anderen Fluchthelfern zu reden, damit die Aktion am nächsten Tag wiederholt würde. Irgendwann müsste es ja endlich mal gelingen! Wir einigten uns auf diesem Parkplatz als Treffpunkt, und „Fritz“ wollte morgen, am Sonntag, hier um 17.00 Uhr wiedererscheinen, denn um diese Zeit würde es schon etwas dunkler sein und dieser Parkplatz erschien uns am günstigsten.

Da „Fritz“ meinte, dass es zwecklos sei, noch länger auf den Mercedes zu warten, fuhren wir zusammen mit der S-Bahn ins Zentrum hinein und setzten uns im „Haus des Lehrers“ am Alexander-Platz in ein Restaurant. Hier erzählte uns „Fritz“ einiges über seine Heimat Madagaskar, warum er jetzt hier in Berlin sei, und wie er an die Fluchthelfer herangekommen sei.

Gegen 20.00 Uhr verabschiedete sich dann „Fritz“ von uns in der Hoffnung, dass es morgen um 17.00 Uhr klappen würde, und fuhr wie- der nach West-Berlin zurück. Gabi, Dirk und ich gingen noch, um auf andere Gedanken zu kommen, in ein Kino, wo wir uns den Krimi „Die weiße Spinne“ anschauten. Doch von dem Film hat wohl keiner von uns viel mitbekommen.

Anschließend fuhren wir Drei in Didis Treffwohnung, um dort zu übernachten. Da der Besitzer der Wohnung verreist war und Dirk einen Wohnungsschlüssel besaß, konnten Gabi und ich dorthin ohne Weiteres mitkommen. Lange zergrübelten wir uns noch den Kopf, warum der Mercedes so plötzlich davon gefahren war. Sollte unsere Vermutungen über die Beschattung richtig gewesen sein und war das Liebespaar im Wartburg heute Nachmittag wirklich vom Staatssicherheitsdienst gewesen? Oder war sogar der Busfahrer, der uns nachher beobachtet hatte, einer von den Stasi-Spitzeln? Hatte der Mercedes-Fahrer vielleicht auch gemerkt, dass wir beobachtet wurden, und war er darum so plötzlich davongefahren? Fragen, auf die wir nie eine Antwort bekamen.

Für den Fall, dass es heute wieder nicht mit der Flucht klappen würde, womit aber wirklich keiner gerechnet hatte, war Gabi mit Konrad für den nächsten Tag um 11.00 Uhr am „Neptunbrunnen“ verabredet, und Dirk erwartete seine Mali zur gleichen Zeit am Eingang zur Gemäldegalerie. In der Hoffnung, dass wir morgen doch noch den Westen erreichen würden, schliefen wir spät nachts endlich ein.Am nächsten Morgen fuhren wir, ohne gefrühstückt zu haben – in unserem Quartier war nichts Essbares zu finden gewesen – Richtung Alexander-Platz. Dirk hatte seinen Fotoapparat, den er in den Westen mitnehmen wollte, bei sich, und während Gabi zum „Neptun-Brunnen“ ging, um sich mit Konrad zu treffen, machte er zwischen Gemäldegalerie und Alexander-Platz einige Bilder. Konrad war auch wieder pünktlich mit einem PKW erschienen, doch Mali war nicht zu sehen. Als ich mich mit Gabi zu Konrad ins Auto gesetzt hatte, während Dirk noch nach Mali Ausschau hielt, erzählte uns Konrad, dass Dirk umsonst wartete. Nachdem die Flucht-Aktion gestern wieder nicht geklappt hatte, war Mali mit den Nerven so fertig gewesen, dass ihr alle abgeraten hatten, in den Osten zu fahren. Dirk sollte das aber nicht wissen, und so riefen wir ihn zurück und Konrad erzählte ihm, dass Mali schon wieder nach Hamburg abgeflogen sei.

Sehr erstaunt waren Gabi, Dirk und ich, als Konrad uns auf unser Befragen sagte, dass er vom Treffen um 17.00 Uhr mit „Fritz“ überhaupt nichts wüsste. Er sollte uns im Gegenteil vom Chef der Fluchthelfer mitteilen, dass die Flucht dieses Wochenende nicht mehr durchgeführt würde, und aus diesem Grund sollte er einen für uns günstigen Termin in der nächsten Zeit ausmachen, an dem die Aktion dann noch mal wiederholt werden könnte. Auf unsere Frage, warum der Mercedes gestern so plötzlich verschwunden war, wusste Konrad auch keine Antwort.

Das war wieder ein harter Schlag für uns, denn wir hatten alle Hoffnungen auf den heutigen Tag gesetzt. „Fritz“ hatte uns doch aber fest versprochen, heute wieder um 17.00 Uhr auf dem Parkplatz zu erscheinen! Da Konrad und Gabi noch Bekannte besuchen wollten, einigten wir uns, dass wir uns trotz Konrads Auskunft um 17.00 Uhr wieder auf dem Parkplatz am Treptower Park treffen würden. Jetzt mußten wir aber erst einmal etwas frühstücken, und wir fuhren darum in Konrads BMW zum Alexander-Platz. Dort setzten wir uns in eine Selbstbedienungs-Gaststätte. Nach dem Frühstück verabschiedeten sich dann Gabi und Konrad von mir und Dirk bis heute Abend. Ich wollte am Nachmittag bei meinem Freund Carsten, den ich gestern im Treptower Park so schroff abgewiesen hatte, vorbeigehen, und Dirk wollte nachmittags auch einen Freund besuchen. Bis dahin gingen wir noch ein bisschen spazieren, während dessen Dirk seinen Film, der noch im Fotoapparat war, vollknipste.

Wir werden beschattet

Als wir uns beim Pergamon Museum befanden, fielen Dirk beim Betrachten eines Fotoobjekts zwei Männer auf, die ständig in einem bestimmten Abstand hinter uns her liefen. Wir gingen darauf ein paar Straßen kreuz und quer, doch es gab keinen Zweifel: die Beiden verfolgten uns auf Schritt und Tritt. Jetzt erkannte Dirk auch den einen der Männer wieder; er hatte vorhin in der Selbstbedienungs-Gaststätte ganz dicht neben uns am Tisch mit einer Zeitung gesessen. Auch mir fiel jetzt wieder ein gelber Wartburg ein, der während unseres Treffens mit Konrad in der Nähe des „Neptun-Brunnens“ stand, und von dem aus uns ein Mann mit dem Fernglas beobachtete. Während des Treffs mit Konrad hatte ich in der Aufregung diesem Wartburg keine weitere Bedeutung beigemessen, doch jetzt erinnerte ich mich genau, zumal derselbe Wartburg uns verfolgte, als wir vom „Neptun-Brunnen“ zum Alexander-Platz fuhren und er mir wegen seines Dresdner Nummernschildes auffiel. Und tatsächlich: ein Stück weiter stand ein gelber Wartburg mit dem Dresdner Kennzeichen  “RX 79-14″  

Wir durchliefen noch einige Straßen und die Spitzel blieben uns ständig auf der Spur. Als wir bei der Staatsoper wieder den gelben Wartburg „RX 79-14“ erblickten, meinte ich zu Dirk, wir schauen uns das Auto mal aus der Nähe an. Nicht wenig staunten wir, als wir sahen, dass das Auto vorn keine Nummer mehr hatte. Offensichtlich mußten wir gerade beim Auto aufgetaucht sein, als die Stasi-Leute damit beschäftigt waren, die Nummernschilder auszutauschen.

Photo aus meiner Stasi-Akte: Dirk beim Verlassen eines Ladens

Um ganz sicher zu gehen, wer uns beschattete und wieviel Leute  es waren, gingen wir zur S-Bahn und fuhren damit ein Stück in Richtung Treptower Park. Die Beiden, die uns schon aufgefallen waren, standen wieder im S-Bahn-Wagen. Als wir zwischendurch an einem Bahnhof mal ausstiegen, stürzten beide Stasi-Leute natürlich auch heraus, und als wir dann in denselben Zug nach wenigen Sekunden einstiegen, rannten auch die Spitzel Hals-über-Kopf in unseren S-Bahn-Wagen. Während der Fahrt konnten wir dann sogar manchmal den gelben Wartburg erblicken, der uns, immer parallel zur S-Bahn, begleitete. 

Foto aus meiner Stasi-Akte: Ich im Treptower Park

Auch wenn sich die Stasi-Leute blöd anstellten, diese Beschattung war eine äußerst dumme Sache. Jetzt wussten wir, dass wir gestern bestimmt auch beobachtet worden waren und unsere Vermutung, dass wir beschattet würden, nicht Einbildung gewesen war. Wie sollten wir uns jetzt verhalten? Sollten wir den Fluchthelfern die Beschattung verschweigen, oder sollten wir es ihnen mitteilen und die Flucht-Aktion erstmal auf einen späteren Zeitpunkt verschieben? Sicher würde, so nahmen wir an, bald Gras über die Sache wachsen, wenn wir uns in den nächsten Wochen nicht mehr in Berlin träfen. Also war es doch besser, Konrad die Sache heute Abend mitzuteilen, damit er es den Leuten drüben erzählte.

Um die Stasi-Spitzel vielleicht doch noch irre zu führen, setzte ich mich mit Dirk an einer Haltestelle ganz dicht neben den einen Stasi-Mann und wir unterhielten uns ganz offen über das Treffen mit Gabi und Konrad, wobei wir natürlich alles ganz harmlos hinstellten. Die Spitzel sollten den Eindruck bekommen, dass unsere Treffs wirklich nur rein private Besuche waren und mit einer Flucht überhaupt nichts zu tun hätten.

Dann trennte ich mich von Dirk und ging, natürlich weiterhin vom Staatssicherheitsdienst beobachtetet, zu Carsten. Ihm musste ich irgendeine Lüge auftischen, mit der ich mein sonderbares Verhalten von gestern erklären konnte, und er nahm sie mir wahrscheinlich auch ab. Bei Carsten gab es wieder viel zu erzählen, und so verging die Zeit bis halb fünf Uhr sehr schnell, als ich mich wieder von ihm verabschiedete.

Mit Dirk hatte ich mich bald wieder getroffen, wobei wir Beide jetzt unsere Beschatter nicht mehr entdecken konnten. Sollten sie uns etwa inzwischen wieder aufgegeben haben? Aber wahrscheinlicher war wohl, dass die uns schon bekannten Gesichter inzwischen von anderen abgelöst waren. Konrad und Gabi warteten schon auf dem Parkplatz, als ich mit Dirk dort ankam. Von „Fritz“ war natürlich keine Spur, doch wir warteten noch eine viertel Stunde. Inzwischen erzählten wir Konrad, welche Entdeckung wir heute gemacht hatten, doch Konrad konnte das nicht fassen. Dass wir beschattet würden, fand er völlig unmöglich, und er meinte darum, wir würden uns das alles sicher nur einbilden. Seiner Meinung nach – als naiver Bundesbürger – gäbe es doch so etwas überhaupt nicht, dass wir „friedlichen Bürger“ aus heiterem Himmel plötzlich beschattet würden. Als wir ihm dann bis ins Kleinste alles genau erklärt hatten, wie wir zu dieser Behauptung kämen, musste er uns mit Kopfschütteln doch Recht geben. Wir vereinbarten dann, dass er unsere Beobachtungen den Leuten drüben mitteilen sollte, und wir für die nächste Zeit keinen weiteren Flucht-Termin planten. Sollte erstmal Gras über die Sache wachsen! Vielleicht würde der Staatssicherheitsdienst das Interesse an uns verlieren, wenn wir uns vorläufig nicht treffen würden. In einem halben Jahr würde die Sache bestimmt wieder anders aussehen.

Ob das richtig war, weiß ich nicht. Vielleicht hätten wir damals mit einer Blitz-Aktion noch davonkommen können, aber diese Möglichkeit hatte keiner von uns in Erwägung gezogen, zumal nach unseren Erfahrungen nicht damit zu rechnen war, dass sich die Fluchthelfer auf so etwas eingelassen hätten.

Konrad, der den Ernst der Lage anscheinend immer noch nicht einsehen wollte, deutete an, dass er sich trotzdem in drei Wochen wieder mit Gabi in Ost-Berlin treffen würde. Dirk und ich rieten ihm davon ab, aber er meinte, dass sei alles nicht so ernst, wie wir das sehen würden, und bei einem völlig harmlosen Besuch könne ihm ja nichts passieren. Bevor wir uns trennten, einigten wir uns noch, falls wir doch vom Staatssicherheitsdienst befragt würden, die Treffs in Berlin völlig harmlos hinzustellen. Es sollten rein zufällige Begegnungen gewesen sein, bei denen wir uns dann kennengelernt hatten. Kurz darauf saß ich dann wieder im Zug Richtung Dresden, diesmal mit Dirk zusammen.

In Dresden angekommen, hatte ich noch keine Lust, in mein Zimmer zu fahren, wo mich sicher Albert und Sabine schon erwarteten und mit Fragen bombardieren würden. Also setzte ich mich mit Dirk in eine Bahnhofskneipe, und dort tranken wir noch einige Biere. Dabei vereinbarten wir, uns in den nächsten Tagen mal zu treffen, denn wir hatten uns in Berlin ganz gut kennen gelernt und prima verstanden, also wollten wir die Bekanntschaft jetzt nicht einschlafen lassen. Außerdem konnten wir bei diesem Treffen unsere Beobachtungen über die Beschattung austauschen.

Der Alltag geht weiter

In den folgenden Tagen fielen mir sofort wieder meine Beschatter auf, ich erkannte die bekannten Gesichter wieder und ihr PKW stand auch noch hinter dem Jugendklubhaus. Trotzdem hoffte ich immer noch, dass die Sache mit dem Staatssicherheitsdienst irgendwie im Sande verlaufen würde. In der Seminargruppe an der Uni entwickelte ich jetzt eine nie gekannte Energie für die „gesellschaftliche Arbeit“. Im Fach „Wissenschaftlicher Sozialismus“ meldete ich mich sogar freiwillig zu Vorträgen, und für die Seminargruppe organisierte ich mit einer Mädchengruppe eine Feier.  Zwischendurch traf ich mich dann auch wieder mit Dirk. Er hatte keine Beschatter mehr beobachtet und war schon sehr beruhigt darüber, bis ich ihm erzählte, dass ich auf Schritt und Tritt verfolgt würde. 

Am 7. November hatte meine Freundin Sabine Geburtstag, den sie in Rathenow bei  ihren Eltern feiern wollte, und außerdem war mein „Trabant“ in Molkenberg inzwischen repariert. Molkenberg hat keinen eigenen Bahnhof, und so fuhr ich zusammen mit Sabine bis Rathenow, wo mich dann meine Eltern mit dem Auto abholen konnten. Auf dem Dorf angekommen, fielen mir sofort zwei Wartburgs auf. Der eine stand  etwas entfernt vor unserem Haus und der andere auf der Straße hinter unserem Grundstück. Als ich mit unserem Hund einen Spaziergang machte, habe ich mir die Leute darinnen natürlich gleich genau angesehen und mir auch die Nummern der Autos gemerkt. Sie lauteten „HB 32-83“ und „HB 33-83“. 

Abends sollte ich meinen Vater, einem begeisterten Freizeit-Jäger, aus dem Wald abholen. Ich startete meinen Trabant, schaltete  das Licht ein, und kurz darauf erstrahlten auch die Scheinwerfer der beiden Wartburgs. Unterwegs zum Wald machte ich mir einen Spaß daraus, die Stasi-Leute abzuhängen, was mir als Ortskundigen auch ohne  Weiteres gelang. Als ich dann nach einer Stunde mit meinem Vater wieder zu Hause ankam, standen beide Autos auch wieder auf ihrem Beobachtungsposten. 

Natürlich war die Beschattung auch meinen Eltern aufgefallen und sie waren sehr bestürzt darüber. Aber was sollte ich ihnen schon dazu erklären? Von meinen Fluchtabsichten durften sie nichts wissen, also konnte ich ihnen auch nicht sagen, warum der Staatssicherheitsdienst hinter mir her war. Am Sonnabend machte ich mit unserem Hund dann wieder einen Spaziergang, bei dem ich mir die Stasi-Autos genau betrachtete. Beide  Wartburgs, das konnte man an ihren unterschiedlichen Farben leicht  erkennen, hatten die Plätze getauscht, und die Autonummern lauteten jetzt „HW 32-83″ und “HW 33-83“. 

Abends fuhr ich dann nach Rathenow, um mit Sabine ihren Geburtstag zu feiern. Natürlich verfolgten mich die beiden Wartburgs wieder, doch ohne Schwierigkeiten konnte ich als Ortskundiger – ich  war diese Strecke jahrelang täglich zur Schule gefahren – die Stasi-Leute abhängen. In Rathenow fuhr ich so schnell wie möglich  auf Sabines Hof hinter dem Wohnhaus, lief durch das Haus zum Straßeneingang und konnte gerade noch sehen, wie die beiden Stasi-Autos vorbeischossen. Natürlich waren solche Abhänge Manöver sinnlos, denn früher oder später fand ich mich ja doch wieder in meinem Zimmer in Dresden oder zu Hause in Molkenberg ein, doch es befriedigte mich wenigstens etwas, den Stasi-Idioten ab und zu mal zu zeigen, dass ich sie trotz ihres riesigen Aufgebots – in jedem Auto saßen immerhin drei bis vier Mann – austricksen und loswerden konnte.

Die Feier mit der Seminargruppe in Dresden klappte dann auch einwandfrei, doch sogar dort erkannte ich meine „Begleiter“ wieder. Es war damals ein eigenartiges Gefühl: an die Stasi-Leute hatte ich mich fast gewöhnt, so dass sie mich kaum noch aufregten, und trotzdem habe ich doch immer noch mit einem guten Ende gerechnet, obwohl ich im Stillen schon ahnte, was auf mich zu kam.

Das nächste Wochenende wollte ich mit Albert in Leipzig verbringen und dort ein paar Bekannte besuchen. Am Donnerstag nach der Uni wollten wir mit meinem Trabant starten. In der Woche vorher hatten wir eine Party gefeiert, und die Mädchen davon waren am Mittwochabend noch mal bei uns zu Besuch vorbeigekommen. Lange konnte ich jedoch nicht in dieser lustigen Gesellschaft bleiben, denn ich wollte noch bei einem Bekannten eine West-Langspielplatte auf mein Tonband überspielen. Also fuhr ich mit meinem Trabant los, schüttelte nach kurzer Zeit das Stasi-Auto ab – ich hatte darin ja schon einige Übung – und fuhr gemütlich zu diesem Bekannten. Spät abends kam ich erst zurück, als Albert die Mädchen schon längst nach Hause geschickt hatte und er schon schlief. Vor dem Haus hatten mich natürlich wieder die bekannten Gesichter erwartet. Als wenn ich das kommende Unheil geahnt hätte, legte ich mich mit ziemlichem Herzklopfen zu Bett und verbrachte dort eine unruhige, fast schlaflose Nacht.

18. November 1971: Verhaftung

Am Donnerstag dem 10. November wurde ich durch langes Klingeln aus dem Bett geworfen. Erst gegen morgen war ich eingeschlafen und so tapste ich mit noch fast geschlossenen Augen zur Tür….

Hier geht es zum Teil 1 und Teil 2 und Teil 3

Die Flucht – ein Zeitdokument des „Kalten Krieges“ / Teil 3 / Jetzt soll es wirklich losgehen und wieder warten

Hier geht es zum Teil 1 und Teil 2

Jetzt soll es wirklich losgehen

Am 14. Oktober empfing mich Regina abends um 20.00 Uhr schon auf dem Ostbahnhof in Berlin. Wir unternahmen wieder, wie beim letzten Mal, unsere U-Bahn-Fahrten, um die Spitzel abzuschütteln. Dabei erzählte mir Regina, dass meine Flucht doch stattfinden würde (ohne mein Auto, trotz Beschattung), denn diese sichere Fluchtmöglichkeit gäbe es für mich nie wieder. Selbstverständlich durften die Fluchthelfer von meiner Beschattung nichts wissen, denn sonst würden sie mich aus ihrer Liste sofort streichen; ein Risiko würden sie nie eingehen. Auch die Frage mit dem Auto war geklärt worden: ich würde ein anderes Auto zur Verfügung gestellt bekommen. Wozu ich das Auto brauchen sollte, und wie die eigentliche Flucht vonstatten gehen sollte, war mir bis dahin noch nicht bekannt. (mehr …)

Die Flucht – ein Zeitdokument des „Kalten Krieges“ / Teil 2 / Erste Enttäuschung und Beschattung

Hier geht es zum Teil 1

Es geht los

Im Juni 1971 traf ich mich dann wieder mit Regina. Wir fuhren mit meinem „Trabant“ ein Stückchen raus aus der Innenstadt, und sie erzählte mir, dass es nun endlich bald losgehen würde. Dieter kenne irgendwelche Leute, die mich nach West-Berlin rüber holen würden. Den genauen Termin konnte sie mir noch nicht sagen, aber dafür gab sie mir schon einige Verhaltensregeln, damit nichts schief ginge. Ich sollte ständig zu erreichen sein, d.h. ich durfte nicht verreisen. Dann durfte ich natürlich mit niemandem darüber sprechen und auch sollte ich mich völlig unauffällig verhalten. Ich durfte beispielsweise nicht mein altes Auto verkaufen, das ich erst ein halbes Jahr vorher von meinen Eltern geschenkt bekam. Alle Forderungen waren leicht einzuhalten, auch, dass ich ständig erreichbar sein musste. Ging es mir doch in diesem Sommer genauso wie im vorigen Jahr: (mehr …)

Die Flucht – ein Zeitdokument des „Kalten Krieges“ / Teil 1 / Hintergrund und Entschluss zur Flucht

Vorwort von Räuber Hotzenplotz

Dieser Bericht ist ein Zeitdokument des „Kalten Krieges“ zwischen Ost und West. Ich beschreibe hier meine eigenen Erlebnisse von 1970 bis 1971: meine Fluchtversuche aus der DDR und meine Erfahrungen während der Haft in DDR-Gefängnissen, bis zu meiner Entlassung nach West-Deutschland. Ich war damals ein Student an der Technischen Universität Dresden. Die Vorgeschichte zu meiner Haft, die Beschreibung der Fluchtversuche, ist spannend, tragisch und manchmal auch lustig. Ich habe nichts erfunden oder künstlerisch beschönigt. So habe ich das erlebt!

Als ich im Dezember 1971 aus dem DDR-Gefängnis entlassen wurde und im Westen ankam, wollte ich den „Albtraum“ der Haft so schnell wie möglich weit wegschieben. Ich wollte aber auch nicht, dass dieses schreckliche Erlebnis völlig vergessen wird. (mehr …)

75. Jahrestag der mittels Milliarden induzierten Selbsterniedrigung / Teil 5 / Bombenangriff auf Virchow-Krankenhaus, Tunesien, Italien, Hochzeit

Vorwort von Räuber Hotzenplotz

In diesem Jahr ist der 75. Jahrestag der Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Weltweit werden am 8./9. Mai wieder mal viele Reden gehalten werden, über die bösen Nazis und die edlen Befreier aus Ost und West. Viele Menschen, die die Zeit vor dem Zusammenbruch persönlich erlebt hatten, sahen diese Geschichtsperiode allerdings durchaus nicht so “schwarz und weiß”, wie man es heute offiziell darstellt.

Der vorliegende Bericht wurde von meinem Vater in den Siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhundert geschrieben, als vieles noch nicht vergessen war. (mehr …)

75. Jahrestag der mittels Milliarden induzierten Selbsterniedrigung / Teil 4 / Unternehmen Barbarossa

Vorwort von Räuber Hotzenplotz

In diesem Jahr ist der 75. Jahrestag der Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Weltweit werden am 8./9. Mai wieder mal viele Reden gehalten werden, über die bösen Nazis und die edlen Befreier aus Ost und West. Viele Menschen, die die Zeit vor dem Zusammenbruch persönlich erlebt hatten, sahen diese Geschichtsperiode allerdings durchaus nicht so “schwarz und weiß”, wie man es heute offiziell darstellt. (mehr …)

75. Jahrestag der mittels Milliarden induzierten Selbsterniedrigung / Teil 2 / Gymnasium und Reichsarbeitsdienst

Vorwort von Räuber Hotzenplotz

In diesem Jahr ist der 75. Jahrestag der Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Weltweit werden am 8./9. Mai wieder mal viele Reden gehalten werden, über die bösen Nazis und die edlen Befreier aus Ost und West. Viele Menschen, die die Zeit vor dem Zusammenbruch persönlich erlebt hatten, sahen diese Geschichtsperiode allerdings durchaus nicht so “schwarz und weiß”, wie man es heute offiziell darstellt. Zum Glück sind uns aus der Zeit vor 1945 Augenzeugen-Berichte erhalten geblieben, die uns zeigen, wie normale Menschen diese Zeit erlebt und empfunden haben. 

Der vorliegende Bericht wurde von meinem Vater in den Siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhundert geschrieben, als vieles noch nicht vergessen war. Mein Vater war damals Landarzt und lebte, mit seiner Ehefrau, in einem kleinen Dorf in der kommunistischen DDR. (mehr …)

75. Jahrestag der mittels Milliarden induzierten Selbsterniedrigung / Teil 1 / Weimarer Republik und Weltwirtschaftskrise

Vorwort von Räuber Hotzenplotz

In diesem Jahr ist der 75. Jahrestag der Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Weltweit werden am 8./9. Mai wieder mal viele Reden gehalten werden, über die bösen Nazis und die edlen Befreier aus Ost und West. Viele Menschen, die die Zeit vor dem Zusammenbruch persönlich erlebt hatten, sahen diese Geschichtsperiode allerdings durchaus nicht so “schwarz und weiß”, wie man es heute offiziell darstellt. Zum Glück sind uns aus der Zeit vor 1945 Augenzeugen-Berichte erhalten geblieben, die uns zeigen, wie normale Menschen diese Zeit erlebt und empfunden haben. 

Der vorliegende Bericht wurde von meinem Vater in den Siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhundert geschrieben, als vieles noch nicht vergessen war. Mein Vater war damals Landarzt und lebte, mit seiner Ehefrau, in einem kleinen Dorf in der kommunistischen DDR. (mehr …)

Eltern, Kind und Kinderstube: 24. von 144

Von Eckehard

Und was aus Selbstsicht wird. Etwa Liebe?

Alle Tugenden der kindlichen Zeit haben wir noch gar nicht aufgeführt. Aber was daraus wird, soll uns hier weiter beschäftigen. Ist es denn wirklich so, daß aus diesen im Kindesalter erworbenen, gelernten Eigenschaften die schon (zum Beispiel in 18. von 144) genannten Errungenschaften werden? Ist jemand, der als Kind keine Achtung vor Wesen und Dingen erworben hat, als Erwachsener nicht liebesfähig? Manche mögen das umdrehen und sagen: Wenn ein Kind keine Achtung bekommen habe, könne es später nicht lieben. Was daran stimmt, ist schwierig zu sagen, weil wir unter Liebe zu viel einander Widersprechendes verstehen.

Liebe, sagen wir vorläufig, soll uns eine Art der Verbindung und des sich angehörig Fühlens zwischen Menschen sein. Daß dies gelingt, sind einige Voraussetzungen erforderlich. Ohne Freiheit ist überhaupt keine Liebe denkbar, wohl aber Abhängigkeit in verschiedenster Form, sexuell, finanziell, emotional, intellektuell. Aber wie erringt ein Kind Freiheit? Indem es Achtung vor anderen Personen erwirbt. Solange es eine andere Person achtet, kann diese machen was sie will, das Kind wird ihr folgen. Die andere Person hat dadurch dem Kind gegenüber einen unbegrenzten Freiheitsspielraum und ist in der Lage, den Spielraum des Kindes zu bestimmen. Doch bei ihr (oder solchen achtbaren Personen) mischen sich Gefühle ein, Einstellungen, die sich beteiligt empfinden bei dem, was das Kind in seiner Freiheit macht. Dieses sich beteiligt Empfinden ist bereits Liebe. Es geschieht aus Achtung vor dem Freiheitsbereich des Kindes. Es ist mit Verantwortung und Macht verbunden.

Das Kind bekommt durch Achtung eine Voraussetzung für Liebe. Die Liebe, die es dabei wohl schon empfindet, ist so lange keine eigenständige, als es von der geliebten Person abhängig ist. Erst das Verschwinden der Abhängigkeit durch selbständiges verantwortlich Werden für sein eigenes Tun durch die Geschlechtsreife läßt Liebe blitzartig in der ihr eigenen Weise entstehen.

Nun ist es also nötig, unsere Abhängigkeiten zu überdenken, wenn wir vorhaben, auf irgend einem Gebiet oder mit einer anderen Person liebesfähig zu werden. Das spielt sich im Leben eines Erwachsenen tatsächlich ab. Du kannst zu deiner Erziehungsaufgabe keine Liebe entwickeln, so lange du nach irgend jemandes Meinung fragen mußt, um handeln zu können. Seien wir an dieser Stelle ganz offen mit uns: Ein Austausch, mit deinem Mann oder deiner Frau über die Erziehung eurer Kinder wird ja wohl erlaubt sein, oder? Darunter ist keine Abhängigkeit zu verstehen. Austausch bedeutet Dialog 1), Abhängigkeit dagegen – „weisungsgebunden“ zu sein. Was? rufst du, ich soll mir von meinem Mann oder meiner Frau befehlen lassen? Niemals! Recht hättest du.

Dennoch läßt du dir unbemerkt Weisungen erteilen und orientierst dich daran. Du verbuchst die daraus entsprungenen Taten sogar als Handlungen aus eigener Vollmacht. Überprüfen wir das in Ruhe.2) Wir benötigen nur unser Denken und unsre Bereitschaft, danach zu handeln. Um dieses Denken in sich zu finden, sollten wir es in seiner ganzen Freiheit und Wildheit kennen und achten gelernt haben.3) Dann können wir es lieben und unwillkürlich in Taten umsetzen. Lieben wir, was wir tun? Lieben wir, was wir tun!

1)Siehe das entsprechende Kapitel Dialogische Selbsterziehung in Abenteuer Erziehung, Seite 60-62. www.eahilf.de

2)In der hier rekonstruierten Urfassung von Abenteuer Erziehung (Seite 24) steht als Beispiel: „Vor wenigen Jahren konnten Ehefrauen ohne eigenes Einkommen oder Vermögen für ihren Mann eine selbstschuldnerische Bürgschaft übernehmen. Heutzutage sind solche Bürgschaften nichtig, weil die Gerichte die Abhängigkeit dieser betreffenden Ehefrauen anerkannt und sie juristisch als nicht handlungsfähig eingestuft haben. In Erziehungsfragen, wo sich die Juristerei in der Regel so detailliert nicht einmischt, verhält es sich allerdings genau so.“

Greta Thunberg sei eine dumme Göre

Insofern können SIE, die lieben (noch) Mächtigen, einen kleinen Teilerfolg buchen: In Alternativmedien wird Greta des öfteren als Göre beschimpft. Zeugt von grotesk mangelndem Einsichtsvermögen, das.

Was bedeutet es, wenn „Aufklärer“ die Greta beschimpft? (mehr …)

Eltern, Kind und Kinderstube: 22. von 144

Lebensentwürfe

Von Eckehard

Entwerfen wir uns selbst oder hat eine andere Macht ihre Hände im Spiel, nach deren Bild wir werden sollen? – so könnten wir die Überlegungen aus dem vorigen Unterkapitel fortsetzen. Der Philosoph Jean-Paul Sartre war überzeugt, daß jeder den Entwurf für seine Existenz selbst kreiere. Deshalb nannte man ihn wohl auch einen „Existenzialisten“. Außerdem war er Atheist. Er glaubte weder an Gott, noch an Himmel oder Hölle. Die Hölle, ließ er eine Gestalt in einem seiner vielen Theaterstücke frech sagen, „die Hölle: Das sind die Andern!“


An das was du glaubst, ist für dein Kind lebenswichtig. Darüber werden wir (in 77. von 144)[1] noch eindringlicher sprechen. Heute steht im Vordergrund: Was kann ein Kind erreichen und was davon ist sein eigener Entwurf? Frägst du ein Zehnjähriges, dann hat es Mühe sich das vorzustellen. Aber es merkt, daß es da etwas vorzustellen gibt, und bringt als Zukunftsbild für sich selbst einen Berufsumriß[2] heraus, ungefähr so: „Was mit Tieren“ – „Was mit Kindern“ – „Was mit Reisen“ – Was mit was auch immer. Frägst du dagegen ein Vierjähriges, dann weiß das viel sicherer, daß es König, Millionär, Brummifahrer, Lokführer, Doktor, Polizist, Feuerwehrmann, oder dasselbe wie der Vater werden will.

Hüte dich bei Kindern vor Einwänden gegen „unrealistische“ Berufswünsche! Ein kleines Kind ist immer gekränkt, wenn jemand seinen Berufswunsch „König“ mit „Da mußt du königliches Blut haben“ kontert[3]

Andere werden einem Mädchen, das Pilot werden will, erwidern, daß es dazu ein Mann sein müßte. – Das hat die Feministinnen auf den Plan gerufen, die das Verkehrte wacker in die andere Richtung hin übertreiben.

Niemand muß auf einen Beruf verzichten, weil irgendwas mit seinem Blut oder seinem Geschlecht nicht stimmt. Ein Beruf ist immer ein äußeres Bild, eine Verkleidung für eine Art von Butler im Dienst der Gesamtmenschheit. Dieser Diener ist zwar immer von seinem Charakter her männlich, selbst bei einem „Frauenberuf“ wie Hebamme. Weiblich dagegen ist stets seine Funktion, die Hingabe an seine Aufgabe. Deshalb können Jungen auch eine Frauenrolle und Mädchen eine Männerrolle übernehmen. Sie tun das dank der Fähigkeit von Kindern in allen Rollen den Daseinsgehalt auszuprobieren. Sie haben dabei Empfindungen und Gefühle, die ihnen keiner wegnehmen kann. Einsprüche anmelden kann man erst später, wenn mit der Geschlechtsreife auch der Schulabschluß in Aussicht steht.

Entwürfe haben Kinder auch dann im Sinn, wenn sie nicht konkret nach ihren Zielen gefragt werden. Im Gegenteil: In der direkten Befragung haben sie eher Mühe und reagieren oft verdrossen. Deshalb spitz deine Ohren, am besten stets mit Notizbüchlein in der Nähe, und behalt, was so plötzlich aus deinem Kind hervorbricht, bei Tisch, auf Reisen, bei Spaziergängen oder nach Besuchen. Was denkt es über Menschen, über deren Tun? Was will es wissen, was können? Wissen, Können, sein Wollen wie … ist eine der wichtigsten Triebfedern für das „Entwurfswesen Kind“. Warum will es denn wissen? Immer um so zu sein! Anders kommt Wissen überhaupt nicht in der Seele an.

Wissen Anlesen, gibt es erst, wenn abstraktes Denken möglich geworden ist, also bestimmt nicht vor der Pubertät. Wenn du nun ein Kind von überragender Denkfähigkeit hast, nimm dennoch Rücksicht auf sein Drinstecken in allem, was es weiß. Man verletzt es, wenn man mit ihm „diskutiert“. Diskutieren ist lateinisch und heißt „zerschneiden“. Steckt ein Kind mit seiner ganzen Einbildungskraft in seiner Rolle in dem drin, was „diskutiert“ wird, dann wird es „zerschnitten“. Abstrakt denken können dagegen heißt, ohne seelisch hineinschlüpfen zu müssen, bei einer Sache sein. Dazu muß ein Mensch seinen Körper erst ganz in Besitz genommen haben. Dann dringt er auf Gebiete außerhalb seiner selbst vor, entwickelt zugleich Macht-und Verantwortungsvermögen. Jetzt kann abstrakt diskutiert und begonnen werden, die Entwürfe für den Berufsweg konkret auf ihre Machbarkeit hin zu prüfen (und auf die Menschheit loszulassen).

© 1998 und 2019


[1]Siehe später 77. ‚Was glauben Sie? Das Unerhörte‘ In „Abenteuer Erziehung“ (www_eahilf.de) Seite 195: 11. Kommt es unter Überschrift „‘Was spricht die tiefe Mitternacht?‘ Das empörende Ich-Selbst“

[2] „Abenteuer Erziehung“ Seite 277 „Berufswahl“, hier später 109. Von 144: „Zukunft“

[3] Ein Berufswunsch in ganz jungen Jahren ist ein Bild für eine Art von Dienst, den ein Kind der Menschheit, die es aufgenommen hat, angedeihen lassen möchte. Auf diese Art möchte es sich dankbar erweisen.

Null Uhr auf Bali / Ein dreimal Hoch dem Geburtstagskind

von Angela, 27.11.2019

 

Natur Himmel Wolke Mkarazziputz Krazzi

Hurra- Hurra- kaum zu glauben, aber wahr, der ThomRam wird heute 71 Jahr !

Ein DREIFACH HOCH und HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH !

Blume

Lieber ThomRam, ich erlaube mir ein Spachrohr zu sein für das,  was von Deiner „Bande“ sicher viele denken:

Du hast etwas Tolles mit diesem Blog geschaffen und erhältst es unermüdlich mit großem Wissen, Einfallsreichtum  und viel Humor am Leben . Das verdient allergrößte Hochachtung und Freude !

D A N K E !

Alle  Gratulanten umarmen Dich………. sicherlich !

 

Du bist zwar 71 geworden,  aber alt bist Du noch lange nicht. Bleib ganz lange frisch und munter,  gesund und voller Freude und Tatkraft. 

 

Ich wünsche Dir DIE ZUVERSICHT, 

nie die Hoffnung aufzugeben,

DIE Kraft, stets wieder aufzustehen,

DIE LIEBE, in allem das Gute zu sehen,

DIE GÜTE, anderen ihre Fehler zu verzeihen.

 

 

Alles Liebe und Schöne und einen fröhlichen Ehrentag wünscht Dir

A n g e l a  

 

Noch ein Gedicht ZUM GEBURTSTAG  von Christian Morgenstern

Unter Zeiten

Das Perfekt und das Imperfekt

tranken Sekt

und stießen auf Futurum an

( was man wohl gelten lassen kann)

Plusquamper und Exaktfutur

blinzten nur.

.

………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….

Ich bins, das Sandmännchen, ich mache hier den Quiz hinein, den Bossi zu seinem Geburtstag gemacht hat.

Wer alles richtig hat, bekommt einen kleinen Sack voll Gold.

.

Alter heute / Alter auf der Foto / Grösse / Gewicht / Anzahl Kinder / Anzahl Grosskinder / unterrichtete früher was / Schuhnummer / Name meines Blogs

bahagia glücklich   bodo dumm   lucu lustig / Umzug nach Bali / Aufenthaltsdauer im besonderen Hotel  hari Tag   jam Stunden  tahun Jahr /Lieblingsmotorrad / Leibspeise   Kue Kuchen  / Name unseres Gehütts  ini dies 

Viel Spass, euer Sandmännchen.

.

.

 

Gesunder Schlaf- Ein Thema, das uns alle betrifft

Mujo schrieb: „… Der Schlafrhythmus ist in der Tat manchmal ungewöhnlicher als das, was so im allgemeinen verbreitet wird. Wäre einen eigenen Artikel wert hier auf bb.“

Voilá , hier ist er ……  ( Schon etwas älter, aber hier passen Eure ganzen Tipps mit hinein )

Vielleicht könntet Ihr, Mujo und Guido Eure interessanten Kommentare betr. Schlaf aus dem Faden „Leuchtfeuer in Bad Wiessee“  hier hinein kopieren …. ?

 

Von Angela  23.11.2019.

Am 12.Dezember ist  Vollmond. Da werden sich viele Sensitive wieder ruhelos im Bett herumwälzen. (mehr …)

Eltern, Kind und Kinderstube, 20. von 144

20. von 144: Datenbänke und Dekaden

von Eckehard

Für welche Einteilung bei den Phasen, die dein Kind durchläuft, entscheidest du dich? Im Angebot sind die Phasen der Psychoanalyse nach Freud, der Entwicklungspsychologie nach Piaget, der Waldorfpädagogik nach Steiner, oder ganz einfach: Jahrfünfte oder Dekaden. Du findest gewiß noch andere Denkmodelle. Das hier vorgestellte mit den Zeitaltern ist vielleicht nicht neu, jedoch extra für uns entwickelt. Wir werden daran weiter zusammen arbeiten.

(mehr …)

Eltern, Kind und Kinderstube: 19. von 144 Eisernes Zeitalter

Von Eckehard

Auch „Zeitalter des Alleinseins, der Vergeltung, der explodierenden und implodierenden Kräfte des Zorns aber doch – der Liebe“ könnte als Überschrift stehen. Im „Eisernen Zeitalter“, das mit der Pubertät beginnt, werden die Kräfte mit Kameraden oder Kollegen, überhaupt mit allen Mitmenschen gemessen. Erst jetzt beginnt naturgemäß die Macht eines heranwachsenden Menschen über seine eigene Person hinaus zu wachsen. Damit ist aber auch das Übernehmen von Verantwortung für andere möglich. Manche Völker ließen ihre Könige bereits mit vierzehn oder sechzehn Jahren volljährig sein. Bei Naturvölkern wird der jugendliche Mensch durch Einweihungsrituale in die Welt der Männer oder erwachsenen Frauen aufgenommen. Bei uns erinnert die „Konfirmation“ an solche Vorgänge, die sich aber vor allem im Inneren eines Menschen abspielen.

(mehr …)

Eltern, Kind und Kinderstube: Welcher Held bist du für dein Kind? 18. von 144

 

 

Heroisches Zeitalter

von Eckehard

 

Im „Heroischen Zeitalter“ sind neben Fairplay und Umgangsweise auch andere Autoritäten wie Lehrer gefragt. In deinem heranwachsenden Kind spielt sich das zwischen Zahnwechsel und Pubertät ab. Die vorangehenden Lebensphasen sind auch jetzt mit ihren tragenden (oder tragischen) Errungenschaften anwesend. Sie bilden um dein Kind herum unsichtbare Hüllen, quasi Informationsdateien, die seiner Existenz das Format für sein Leben in der menschlichen Gemeinschaft geben.

(mehr …)

Weltunterang 2020

(Ludwig der Träumer) Danke dir palina den kernigen Fund, der nicht im Kommentarbereich verschwinden darf. Der hat etwas loriotisches. Loriot hätte gesagt: Ich liebe die Forderungen der Klimahüpfer auf den Plakaten. Sie sind tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen.

Ansonsten habe ich dem Vortrag von Axel Burkart nix zu ergänzen.

The winner is (the looser)

(Ludwig der Träumer) Speyer, die Kleinstadt in meiner Nähe ist stolz auf die erste Auszeichnung in Rheinland-Pfalz als „Stadt ohne Rassismus – Stadt mit Courage“ und setzt sich aktiv für eine starke Zivilgesellschaft und ein respektvolles und offenes Miteinander ein. Soweit ist das in Ordnung. Wie das in der Praxis aussieht, läßt sich hervorragend an folgendem Beispiel zeigen:

Da hat der Verein SOR-SMC Speyer https://www.sor-smc-speyer.de/zum Poetry Slam junge Schülerinnen eingeladen.

Die 14-jährige Ida-Marie hatte das respektvolle offene Miteinander ernst genommen und mutig ihr Gedicht vorgetragen.

(mehr …)

Die Wand

(Ludwig der Träumer) [überarbeitete Version] Was passiert, wenn wir plötzlich und unerwartet von der Außenwelt abgeschnitten sind – auf einer Alm Wiese auf der es keinerlei Versorgungsnachschub gibt, unser Leben bis zum irdischen Ende als Einzelkämpfer gestalten müssen um nicht voreilig zu verhungern? Eines der besten tief in die Seele gehenden Bücher hat Marlen Haushofer dazu geschrieben. (mehr …)

Emotionen – Vorsicht, ansteckend!

von Angela , 30.10. 2019

George Orwells 1984 ist schon lange bei uns traurige Wirklichkeit. Big Brother als Figur erscheint heutzutage noch harmlos, als eine Kraft, die man leicht verachten und hassen und vielleicht sogar irgendwann besiegen  kann.

Orwell hätte nie vorhersehen können, wie trickreich die moderne Massenpsychologie, die unterschwellige Programmierung oder auch die Technik zur Sammlung geheimer Informationen sein würde, mit denen heutzutage die Menschheit beherrscht und voneinander isoliert wird. (mehr …)

Eltern, Kind und Kinderstube: Selbständig sein

.

12. von 144  Hat es das alles von mir?

von Eckehard

„Hat es das von mir?“ fragst du dich immer dann, wenn du bestimmte Eigenschaften an deinem Kind entdeckst. Dir fällt auf, daß du dich in deinem Kind wiederfindest. Ein weiterer Gedanke kommt rasch dazu: Es soll es besser haben als ich! Ich mache es anders als meine Mutter, Eltern, Erzieher. – Wozu brauchen wir diese Einstellung?

(mehr …)

Gruß aus Cyborghausen

[von Jürgen Elsen]

Es gibt eine ganz tolle Website von der Spardabank, aus der für uns die Zukunft zu entnehmen ist …

https://www.schluesselkowski.de

Wer sein Schlüsselerlebnis zu diesem Thema denen einmal widerspiegeln will, benutzt einfach den Link und schreibt mal etwas … auf der Seite einfach nach unten scrollen …

Welt im Wandel – die große Transformation

(Ludwig der Träumer) Letzten Sonntag hatte ich eine kurze heftige Diskussion mit einem aufgeklärten Bürger in unserem Land. Ich hatte es gewagt, die Mainstreammedien als gleichgeschaltet hirngewaschen zu verunglimpfen. Wutschnaubend beschimpfte mich dieser sonst nette Kerl als Verschwörungstheoretiker aus der rechten Szene. Ich sollte mich endlich anständig informieren. Dazu gibt es genügend seriöse Quellen wie Deutschlandfunk, ARD, ZDF, ZEIT und  Spiegel. Sogar die TAZ nannte er. Der Klimawandel tötet uns, wenn wir nicht sofort handeln, wir müssen nachhaltig leben, die Dreckskonzerne zerschlagen und …. die Mobilitätswende sofort einleiten, schäumte er weiter.

Meine Frage, ob er sich vorstellen könnte, daß hinter all diesen Forderungen ein perfider Plan steckt, der uns in den finalen versklavten Sozialismus führt, beantwortete er mit: mit dir habe ich nichts mehr zu besprechen.

Er selbst ist Versicherungsmakler und Geldanlagenberater, der mit seinem dicken BMW quer durch Deutschland rast um Zertifikate zu verhökern. Leider darf ich hier keinen Namen nennen. Mir scheint aber, es sind nur die satten, im Überfluß lebenden, die solche Forderungen stellen.

Dazu paßt auch der Fund von Angela: https://bumibahagia.com/2019/09/27/90-der-welt-interessiert-eure-probleme-nicht-artikel-aus-als/#comment-138212

Ich empfahl diesem Aufgeklärten nur eine einzige Schrift durchzuarbeiten und sich dann fragen ob er so enden will. Da hörte er mir schon gar nicht mehr zu.

Wenn es dem Esel zu geht, dann trabt er aufs Eis, sagte meine Omi.

„WBGU Hauptgutachten: Welt im Wandel: Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation

Der WBGU begründet in diesem Bericht die dringende Notwendigkeit einer post-fossilen Wirtschaftsweise, zeigt zugleich die Machbarkeit der Wende zur Nachhaltigkeit auf und präsentiert zehn konkrete Maßnahmenbündel zur Beschleunigung des erforderlichen Umbaus. Damit die Transformation tatsächlich gelingen kann, muss ein Gesellschaftsvertrag zur Innovation durch einen neuartigen Diskurs zwischen Regierungen und Bürgern innerhalb und außerhalb der Grenzen des Nationalstaats geschlossen werden.“

https://www.bundestag.de/resource/blob/434158/6fbf11d713565fa35d4387383389407d/adrs-18-228-data.pdf

Eine sehr gute Analyse dieses Gutachtens fand ich hier:

Große Transformation – der Gang in die Knechtschaft

von Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke (EIKE)
Viele Jahrzehnte unter dem Radar, streckt nun die Medusa einer neuen Diktatur (diesmal Ökodiktatur) in Deutschland offen ihr Haupt hervor. Vorgesehen ist eine Zwangswirtschaft kommunistischer Prägung, die, wie alle vorangegangenen kommunistischen Versuche, in Knechtschaft, Unterdrückung und Vernichtung einer ehemals blühenden Industrienation enden wird.

Nicht Verelendung der Arbeiterklasse sondern Verelendung des Klimas ist diesmal das Fanal. Die Akteure sind ausgesucht und marschieren seit der ersten internationalen Klimakonferenz in Rio de Janeiro des Jahres 1992 zu ihrem Ziel. Der aktuelle Vernichtungsfeldzug, über die Köpfe der wehrlosen deutschen Bürger hinweg, belegt die kommende Diktatur. Nach Kernkraftwerken und Energieversorgern stehen deutsche Kohle und Auto-Individualverkehr als die nächsten Schritte zur Zerstörung an. Über die EU-Bande werden von der aktuellen Grossen Koalition“ Gesetze für Auto-Abgaswerte beschlossen, die technisch niemals realisierbar sind und unverhohlen der Abschaffung des Verbrennungsmotors dienen. Die wahnwitzigen EU-Bestimmungen wurden schließlich vom deutschen Parlament gehorsam-vorauseilend beschlossen. Früher noch neutral berichtende Medien sind in freiwilliger Selbstgleichschaltung zu Verfechtern der neuen Ökoideologie geworden.

Die große Transformation der Gesellschaft ….

Schärfer hinsehende Zeitgenossen haben zwar über die Richtung der geschilderten Entwicklung längst keine Zweifel mehr. Dennoch ist das ganze Ausmaß des Vernichtungsfeldzugs der breiten Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannt. Er wurde seit Jahrzehnten vorbereitet und stetig weiterverfolgt. Inzwischen ist der erste Schritt zur Realität geworden, die rücksichtslos durchgezogene Energiewende. Diese Wende ist ein lupenreines Deindustrialisierungs-Programm unter dem fadenscheinigen Narrativ, das globale Klima sei durch konsequente CO2-Vermeidung deutscher, gerade einmal 2% globaler CO2-Emissionen zu schützen. Dieser sachliche Unsinn erfuhr bislang in der Bevölkerung Zuspruch. Dass es gar kein globales Klima gibt, nur Klimazonen von tropisch bis polar, dass unaufhörlich sich ändernde Phänomene wie Wetter und Klima nicht geschützt werden können und dass die erwärmende Wirkung des menschgemachten CO2 unbekannt (Fußnote, auf S. 16) ist, gerät zu langsam ins öffentliche Bewusstsein. Die Schäden der in der Öffentlichkeit noch unbekannten Fortsetzungen der Energiewende, von den Verantwortlichen euphemistisch als Große Transformation“ bezeichnet, werden die der Energiewende noch weit in den Schatten stellen.

Die Kunst gesellschaftlichen Wandels …..

Die Große Transformation“ basiert auf einer ökologischen, alle Menschen der Welt gleichmachenden Theorie des Umbaus der globalen Gesellschaften. Sie erinnert an das kommunistische Manifest mit all seinem begleitenden Wahnsinn. Insbesondere muss wieder ein neuer Mensch geformt werden, der sich begeistert für die ökologische Transformations-Idee einspannen lässt. Man erfährt es unmissverständlich und detailliert im Buch von Uwe Schneidewind „Die große Transformation: Eine Einführung in die Kunst gesellschaftlichen Wandels“ mit einem, vermutlich indirekt aus Steuermitteln gesponserten, Buchpreis von nur 12 € bei üppigen 500 Buchseiten. Schneidewind ist Präsident des Wuppertaler Instituts für Klima, Umwelt und Energie mit grob geschätzten 40 Mitarbeitern.

Das Institut ist mit der globalen Ökoideologie-Szene bestens vernetzt, deren Verzweigungen und Ausmaße das Literaturverzeichnis des Buchs dokumentiert. Es genießt Subventionen der deutschen Politik und nimmt neben dem wissenschaftlichen Beirat der deutschen Bundesregierung für globale Umweltveränderungen (WBGU) und dem Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) eine Schlüsselrolle in der großen Transformation, Öko-Agitation und Wendepolitik ein. Bei den Akteuren handelt es sich keineswegs um fehlgeleitete Spinner, sondern um Fanatiker und/oder kühl berechnende Profiteure. Außer der bereits etablierten Energiewende sind nämlich folgende weitere Wenden in der Transformations-Pipeline“ zu finden

  • die Konsumwende,
  • die Ressourcenwende,
  • die Mobilitätswende,
  • die Ernährungswende,
  • die Urbane Wende,
  • die Industriewende und schließlich eine
  • transformative Wissenschaft“ (vulgo die Abschaffung der objektive-neutralen Wissenschaft).

Von freier demokratischer Entscheidung des deutschen Bürgers ist allerdings so gut wie nichts im Buch von Schneidewind, beim WBGU oder beim PIK zu finden. Nur von Überredung, Überzeugung, Glauben, Überwachung, Kontrolle und von Pionieren, die alles etablieren sollen, ist die Rede. Was davon zu halten ist, hatte bereits im Jahre 2011 der Historiker Prof. Wolfgang Wippermann (FU Berlin) anlässlich eines Interviews des FOCUSAuf dem direkten Weg in die Klimadiktatur?“ mit Blick auf das WBGU wörtlich so formuliert.

„Die sprechen sogar von der „internationalen Allianz von Pionieren des Wandels“. Und das erinnert mich an die faschistische oder kommunistische Internationale. Ob sie da hinwollen, weiß ich nicht. Aber die Sprache ist schon mal schrecklich und das macht mir Angst. Wer so spricht, der handelt auch. Das ist eine negative Utopie, eine Dystopie. Und wenn Utopisten am Werk sind, wird es immer gefährlich.“ Wippermann weiter: „Wir haben es mit wissenschaftlichen Fanatikern zu tun, die ihre Vorstellungen durchsetzen wollen. Ich wundere mich, dass wir da zum ersten Mal drüber reden und wie wenig das in der Öffentlichkeit bisher beachtet wurde“.

Die Akteure der großen Transformation werden im Buch von Schneidewind definiert als „organisierte Akteure der Gesellschaft, organisierte Zivilgesellschaft als Antriebskraft, transformationsbewusste Unternehmer als Gestalter, Politik als Gestalter und Weiterentwicklung demokratischer Prozesse, Wissenschaft mit neuem Gesellschaftsvertrag“ und schließlich „Pioniere des Wandels, ermächtigt durch den Dreiklang von Haltung, Wissen und Fähigkeiten„. Der letztgenannte Punkt zielt vor allem auf die junge Generation, so wie im dritten Reich, oder der DDR, kurz, wie in allen Diktaturen. Erstaunlicherweise hat man noch nichts von Maßnahmen des Verfassungsschutzes gehört, der doch für Verstöße gegen die deutsche Verfassung zuständig sein soll.

Und die Argumente der neuen Diktatur?….

Im klassischen Kommunismus war es die Idee sozialer Gerechtigkeit, um eine Herrschaft von Gemeineigentum und Kollektiv zu errichten. Das Resultat, nämlich über hundert Millionen Tote, ist bekannt. Kein kommunistischer Versuch, von Stalin, über Mao Tsedong, die roten Khmer, bis hin zu Kuba, Nord-Korea und Venezuela, vermochte es, sich dem kommunistischen Ideal zu nähern. Unterdrückung, komplettes Herunterwirtschaften der betroffenen Volkswirtschaften und im Extremfall das Beseitigen von Meinungsgegnern durch Genickschuss waren die wesentlichen Folgen so gut wie aller kommunistischen Versuche.

Die große Transformation nun führt zwei neue Kernargumente für ihre Rechtfertigung an:

  1. Der Ressourcenmangel erlaube es nicht, die bisherige Lebensweise von technisch/zivilisatorischem Fortschritt beizubehalten.
  2. Die menschgemachte Änderung des „globalen“ Klimas sei wissenschaftlich belegt, sehr schädlich und könne nur mit der Klimaschutzmaßnahme der CO2-Vermeidung in noch tolerierbaren Grenzen gehalten werden (1,5 Grad Ziel des Pariser Klimaabkommens).

Wirtschaftliche Gleichheit und Gerechtigkeit für alle soll gleichzeitig mit der Lösung der Punkte 1 und 2 für die gesamte Menschheit erreicht werden, so dass in diesem Ziel klassischer Kommunismus und große Transformation identisch sind. Das Argument Klimaschutz“ ist naturgemäß primär, denn angesichts stetig ansteigender Reserven von Erdöl, Erdgas und Kohle – trotz gestiegener Förderung – kann nur noch schlecht vor Ressourcenmangel gewarnt werden. Der menschliche Erfindungsgeist hatte schon immer – und historisch stets zuverlässig – alle Ressourcenprobleme überwunden und brauchte nicht erst jüngst wieder die düsteren Vorhersagen des Club of Rome zu widerlegen. Erfindungsgeist setzt bereits bei Preissteigerungen einer Ressource ein, lange vor ihrem denkbaren Versiegen.

Er fand, findet und wird auch zukünftig stets neue und bessere Ersatzressourcen finden: Von Steinen über Kupfer, Bronze, Eisen bis hin zu Kohle, Erdöl und Uran ging bisher die Reise. Sie wird nie enden. Allein Uran aus dem Meer erlaubt mit bereits existierender Technik die komplette Energieversorgung von 10 Milliarden Menschen über viele Millionen Jahre. Es sind inhärent sichere und praktisch abfallfreie Brutreaktoren der Generation IV. Vom Kernbrennstoff Thorium aus dem Boden ist dabei noch nicht einmal die Rede.  Das Buch Kernenergie: der Weg in die Zukunft von Götz Ruprecht und Horst-Joachim Lüdecke schildert allgemeinverständlich und kurz (130 Seiten) diesen neuen Weg der Kernenergie, den inzwischen zwar die Welt anfängt zu beschreiten, den aber Deutschland in perfekter Dummheit und Eselssturheit nicht mitgehen will.

Daher verbleibt tatsächlich nur noch die freie Behauptung eines gefährlichen Klimawandels infolge zu CO2-aufwendiger“ Lebensweise. Würde dieser einzig noch verbliebene Pfeiler der großen Transformation zusammenbrechen, bleibt nur noch Lächerlichkeit übrig. Dies ist der Grund, warum das fadenscheinige Argument „Klimaschutz“ mit einer Verbissenheit verteidigt wird, die inzwischen nicht einmal mehr vor Kinderkreuzzügen halt macht. Ohne dieses Argument sind nämlich der neue diktatorische Spuk und die schon gedanklich eingestrichenen Profite der Profiteure obsolet.

Die Schriften des WBGU und das Buch von Schneidewind sind zwar überall erhältlich, ferner die Folgen der bereits etablierten Energiewende unübersehbar (Natur- und Anwohner-schädigende Windräder, teuerster Strom Europas ….). Dennoch ist der undemokratische Inhalt der Schriften des WBGU und des Wuppertaler Instituts in der Bevölkerung nahezu komplett unbekannt, ein Phänomen, welches an ein ähnliches vor knapp hundert Jahren in Deutschland erinnert. In den Jahren 2011 bis 2013 hat Philipp Rösler, Mitglied einer sich als frei und liberal bezeichnenden FDP, Wirtschaftsminister und Vizekanzler, kein Wort gegen den undemokratischen Inhalt der bereits im Jahre 2011 herausgegebene Schrift des WBGU  Hauptgutachten – Welt im Wandel, Gesellschaftsvertrag für eine große Transformationerhoben. Schließlich kennt unser Grundgesetz außer der demokratischen Willensbildung des deutschen Volkes keine andersartigen Gesellschaftsverträge“.

Ob sich Geschichte wiederholt, ist umstritten. Die charakterlichen Schwächen der geschichtlichen Akteure sind dagegen sichere Konstanten. Heute ist es die Willenslosigkeit, sich freiwillig und ohne Not der Zerstörung unserer industriellen Basis und einer kommunistisch geprägten Öko-Diktatur zu öffnen.

Wenn’s dem Esel zu gut geht

Kai Rautenberg / Hildegard Knef

 Wenn’s dem Esel zu gut geht,
dann trabt er aufs Eis,
um zu tanzen, wie jeder weiß
und er wiehert und trampelt
und dreht sich im Kreis,
sucht Applaus um jeden Preis;
und er dreht Pirouetten,
weiß sich kaum zu retten,
glaubt richtig wichtig zu sein:
wenn’s dem Esel zu gut geht,
dann trabt er aufs Eis;
ja und dann, dann bricht er ein.

 Und wenn’s uns mal zu gut geht,
kommen wir aus dem Gleis,
(und) wir fragen nicht, wer wird verletzt.
Wir sind der Ein‑Mann‑Verein,
stellen uns selber ein Bein;
ja und dann brechen wir ein.

 Und sind wir mal zu zwei’n,
dann seh’n wir nicht ein,
dass dieses der Götter Geschenk;
wir nehmen es hin
mit verschleiertem Sinn,
und schon schlagen wir der Länge nach hin.

 Wenn’s dem Esel zu gut geht,
dann trabt er aufs Eis,
um zu tanzen, wie jeder weiß;
und er wiehert und trampelt
und dreht sich im Kreis,
sucht Applaus um jeden Preis;
und er dreht Pirouetten,
weiß sich kaum zu retten,
glaubt richtig wichtig zu sein:

Ja, wenn’s dem Esel zu gut geht,
dann trabt er aufs Eis­;
ja und dann, dann bricht er ein.

 

Doch sind wir mal allein,
dann möchten wir schrei’n:
die Einsamkeit, sie weckt mich ein!
(Und) wir simulieren, bis wir gefrieren,
gefrieren bis ins Gebein.

 Manche Herzen sind feist,
der Kopf ohne Geist,
doch wir glauben, das Glück stünd‘ uns zu;
doch nach einem Schlag,
`nem Schlag ins Genick,
zieh’n wir uns beleidigt zurück.

 Ja, wenn’s dem Esel zu gut geht,
dann trabt er aufs Eis,
um zu tanzen, wie jeder weiß;
und er kichert und ziert sich,
posiert ungeniert sich,
bläht sich auf vor Eitelkeit, und er ließe sich morden
für Ehren und Orden,
ist leider vom Menschen nicht weit.

Ja, wenn’s immer zu gut geht, stellt sich selber ein Bein,
na und dann, dann bricht er ein.

Atlantis – eine Gelegenheit !

(von Jürgen Elsen)

Ich empfehle hier eine einzigartige Veranstaltung, die im höchsten Maße eine Perle, ganz unbeworben jenseits von Kommerz, für all diejenigen darstellt, welche spirituell unterwegs sind und sich mit Musik, Klang und Menschheits-/Bewußtseins-Epochen beschäftigen …

Auf den dies zutrifft und womöglich auch noch in der Nähe dese Ruhrgebiets sich aufhält, der sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen …

2-wmf-maisgott

ATLANTIS UND DIE 12 URVÖLKER

Doppelveranstaltung von Andreas Delor, Yoshiaki Kitazume und Ramon Diaz

(mehr …)

Spalthammer, Zersetzung – oder Solidarität

Jürgen Elsen, 17.09.7

Wir alle kennen es: Angst bedient sich des Verstandes als Spalthammer. Das bekannte »Teile und Herrsche« …

Doch wer glaubt, das Thema sei trivial oder »bekannt«, dessen Verstand gaukelt ihm schon wieder etwas vor.
Wie diffizil und spitzfindig das Spiel getrieben werden kann und wo es praktisch schon unter der Decke lauert – oder sei es drum, daß der Teufel einfach den Engel als Vorzimmerdame schickt (wer ist denn schon gegen Liebe – also predigen wir von Liebe), der Wolf im Schafspelz, »Der Wolf und die sieben jungen Geißlein« – oder modern ausgedrückt: die Strategien geistigen Mimikris – diese Wirkungen zeigen sich in der letzten Zeit nahezu in allen Bereichen, die mit Öffentlichkeit, mit Gemeinschaft, mit Kooperation oder Zusammenarbeit zu tun haben und zwar auf ihre Art, nämlich in Form von Dissoziation und Spaltung. Es ist wie radioaktives Material, welches in das Soziale gegossen wird …

(mehr …)

Stadtparks den Fachkräften

(Ludwig der Träumer) Marktplätze werden immer mehr unattraktiver für die neuen orientalischen und schwarzafrikanischen Basare, die mit ihren Start Ups dem wirtschaftlichen Abschwung in Deutschland endlich etwas entgegensetzen. Es wäre natürlich eine Zumutung für diese Fachkräfte, sich neben einen ostdeutschen N#zie von Bauer zu stellen, der Schweinshaxe und Bratwurst verkauft. So ist es auch verständlich, daß ihnen ein n#ziefreier Raum zur Verfügung gestellt wird. Was bietet sich da besser an als der Stadtpark. Da lümmelte sich ohnehin bisher nur nichtsnutziges Hartz4-Pack rum, die dem Staat auf der Tasche liegen.

Aus dem Handelsblatt vom 17.06.2014:
„Sex, Koks und Waffen machen uns reicher
Von September an wird das Bruttoinlandsprodukt europaweit neu berechnet. Auch illegale Aktivitäten wie Drogenhandel und Prostitution fließen dann mit ein. Das könnte auch die Schuldenquote der EU-Staaten beeinflussen.“

Was liegt daher näher als den neunen Fachkräften eine Location zu bieten, die frei von Diskriminierung, idiotischer Gängelung und Behinderung durch Ordnungsämter, Polizei und Justiz ist.

Dafür setzt sich der Parkrat mit Unterstützung der Grünen ein. Wäre doch gelacht, wenn ausgerechnet Deutschland das mit der Integration nicht schafft.

RUMPELRÖSCHEN, MÄNNLICHE FEEN UND DEALER WELCOME

Der 35. Mai

(Ludwig der Träumer) Als Kind und Jugendlicher verschlang ich die Erzählungen von Erich Kästner.
Mein Lieblingsbuch „Der 35. Mai“, war der Zündfunke meiner ausgezeichnet geächteten  Aufsätze im Deutschunterricht. Nach den großen Sommerferien waren natürlich die Erlebnisse im Ferienaufenthalt gefragt. Alle Mitschüler hatten darüber etwas zu berichten, weil sie eine Reise nach Italien oder Spanien hinter sich hatten. Ludwig konnte da nicht mithalten. Über Ferien Zuhause schreiben war olper und langweilig und wurde nur mit einem ‚ausreichend‘ benotet. Das spannende Leben in den Sommerferien auf dem Land bei Opa Bohnenstengel beschreiben war ohnehin No Go und bääh für die verwöhnten Mitschüler und Lehrer aus der Oberstadt. Mehr Ferien als auf dem 30 km entfernten Bauernhof waren für Ludwig nicht drin, da seine Eltern so arm wie Kirchenmäuse waren.

Ludwigs Eltern waren sogar so arm, daß sie nur ein Bett für alle 8 Kinder hatten. Genial, liebevoll und vernab jeglicher Ettiketten wie sie waren, schafften sie es dennoch, daß alle Kinder ausreichen Schlaf bekamen. Zuerst legten sie die jüngste Schwester ins Bett, bis sie einschlief, dann nahmen sie diese behutsam raus und stellten sie an die Wand zum weiterschlafen. Dieses Prozedere wurde wiederholt bis ich als Ältester drankam. Am nächsten Morgen die umgekehrte Reihenfolge. Was hatten wir für ein erholsamer Schlaf im Gegensatz zu den Mitschülern, die jeden Morgen müde in die Schule kamen. Lediglich das Frühstück war aus verständlichen Gründen etwas mager, so daß es nicht lange anhielt; der Magen schon in der ersten Schulstunde knurrte und Ludwig ständig vom Lehrer ermahnt wurde, etwas deutlicher zu reden.  Um endlich auch gute Schulnoten zu bekommen schrieb er aus reiner Not heraus über Länder die er in den Schulferien besuchte, die sonst niemand von den doofen Mitschülern je bereist hatten. Seine Erzählungen schlugen ein wie duzende Salzheringe auf dem Mond, die sich dort ein erfülltes Leben erhofften.  Erich Kästner hatte ihn mit dem „35. Mai“ dazu ermutigt.

Ludwigs Schreibe über seine Erlebnisse brachten ihm den Spitzname „der Träumer“ ein und die Würdigung seiner Aufsätze mit „mangelhaft“. Aus vorbei – tot die Maus. Nix mehr schreiben. 55 Jahre lang griff er nicht mehr zur Feder. Kein Wunder, daß ihm Pink Floyd – Another Brick In The Wall dazu immer wiedereinfällt.  https://www.youtube.com/watch?v=YR5ApYxkU-U

Zurück zu Kästner:

Kapitel 1: https://www.youtube.com/watch?v=AzYAekO7PzQ

Weiterer Inhalt:

Die Südsee  erreichten sie über verschiedene Umwege: das Schlaraffenland, wo alle Wünsche erfüllbar sind, man unter einem Gewicht von zweihundert Pfund ausgewiesen wird und in dem Konrads ehemaliger Klassenschlechtester, der dicke Seidelbast, nunmehr Präsident ist; die Burg zur großen Vergangenheit, mit Karl dem Großen als Torwächter, in der Figuren der Geschichte zu olympischen Spielen zusammenkommen und Onkel Ringelhuth Ärger mit Napoleon bekommt, weil dieser seinen Sitzplatz einnimmt (ohne dafür ein Billett zu haben);

die verkehrte Welt, in der Kinder die Aufgaben von Erwachsenen übernehmen, tyrannische Erwachsene hingegen in eine Benimmschule geschickt werden (Konrads Schulfreundin Babette ist dort Ministerialrätin für Schule und Unterricht), weshalb Onkel Ringelhuth zunächst in den „Anfängerkurs“ geschickt wird, aus dem er aber von Babette, Konrad und Negro Kaballo wieder befreit wird;

Elektropolis, die vollautomatische Stadt, in der die Leute zu ihrem Vergnügen arbeiten, um schlank zu bleiben, um jemandem etwas zu schenken oder um zu lernen (während des Aufenthalts entsteht ein elektronischer Kollaps, der die Maschinen verrückt spielen läßt, zum Beispiel aus Leder- und Milchprodukten wieder lebendige Kühe macht);

und schließlich das ersehnte Ziel, die Südsee. Dorthin gelangt man über den Äquator, ein Stahlband, welches den Globus zusammenhält. Eine Scheuerfrau muß den Äquator regelmäßig putzen, damit er nicht durchrostet – und durch einen Anstrich rostfrei gemacht werden darf er nicht, damit sie ihre Arbeit behält. In der Südsee angekommen, treffen die drei auf das in Schachbrettmuster gefärbte Mädchen Petersilie (dessen Vater ein Stammeshäuptling, die Mutter allerdings Tippfräulein auf einer dortigen Kokosflockenfarm ist) sowie ihren Vater Rabenaas, der Mithilfe seines Taschenmessers, das er mit heißen Bratäpfeln zu laden pflegt, sogar Walfische (die bekanntlich Säugetiere sind und nur aus Versehen im Wasser leben) in die Flucht schlagen kann. Negro Kaballo lernt ein Schimmelfräulein kennen und beschließt, bei ihr zu bleiben und nie mehr zu sprechen.

Daraufhin machen sich Ringelhuth und Konrad wieder auf den Heimweg und kommen mit Rabenaas’ Hilfe noch so rechtzeitig an, daß der Onkel den Nachtdienst in der Apotheke antreten und der Neffe seinen Aufsatz schreiben kann. Dieser wird von ersterem noch gelesen, als er Konrads Eltern besucht. Zwar halten ihn diese für geisteskrank, da er freimütig von seinen Erlebnissen berichtet, doch ihn, den erfahrenen Weitgereisten, kümmert das nicht: Er weiß, was er erlebt hat.

Verlag: Atrium Verlag
Seitenzahl: 122
ISBN-13: 9783855356027
ISBN-10: 3855356025

Kästner hatte aber auch eine andere Seite auf dem Kasten, der sich Ludwig lange Jahre widmete. Was brachte es? Nix. Es wird alles bis zum Nimmerleinstag so weiterlaufen. Anprangern, aufdecken, beurteilen und verurteilen hält nur diese Endlosschleife aufrecht.

https://youtu.be/8Is1ZDSWguY

Ansprache an Millionäre
Warum wollt ihr so lange warten,

bis sie euren geschminkten Frauen
und euch und den Marmorpuppen im Garten
eins über den Schädel hauen?

Warum wollt ihr euch denn nicht bessern?
Bald werden sie über die Freitreppen drängen
und euch erstechen mit Küchenmessern
und an die Fenster hängen.
Sie werden euch in die Flüsse jagen.

Sinnlos werden dann Schrei und Gebet sein.
Sie werden euch die Köpfe abschlagen.
Dann wird es zu spät sein.
Dann wird sich der Strahl der Springbrunnen röten.
Dann stellen sie euch an die Gartenmauern.

Sie werden kommen und schweigen und töten.
Niemand wird über euch trauern.
Wie lange wollt ihr euch weiter bereichern?
Wie lange wollt ihr aus Gold und Papieren
Rollen und Bündel und Barren speichern?

Ihr werdet alles verlieren.
Ihr seid die Herrn von Maschinen und Ländern.
Ihr habt das Geld und die Macht genommen.
Warum wollt ihr die Welt nicht ändern,
bevor sie kommen?

Ihr sollt ja gar nicht aus Güte handeln!
Ihr seid nicht gut. Und auch sie sind es nicht.
Nicht euch, aber die Welt zu verwandeln,
ist eure Pflicht!
Der Mensch ist schlecht. Er bleibt es künftig.

Ihr sollt euch keine Flügel anheften.
Ihr sollt nicht gut sein, sondern vernünftig.
Wir sprechen von Geschäften.
Ihr helft, wenn ihr halft, nicht etwa nur ihnen.
Man kann sich, auch wenn man gibt, beschenken.

Die Welt verbessern und dran verdienen –
das lohnt, drüber nachzudenken.
Macht Steppen fruchtbar. Befehlt. Legt Gleise.
Organisiert den Umbau der Welt!

Ach, gäbe es nur ein Dutzend Weise
mit sehr viel Geld…
Ihr seid nicht klug. Ihr wollt noch warten.
Uns tut es leid. ihr werdet´s bereuen.
Schickt aus dem Himmel paar Ansichtskarten!
Es wird uns freuen.

(Erich Kästner)

Fehlt noch was? Ach ja, das Gutnachtliedle:

 

 

Wo laufen sie denn hin?

Was würde wohl Loriot heute zur Fryday for Future -Bewegung sagen?

Neue Energietechnologien – Der Klaarmotor

Von Johannes Anunad, 20.08.2019.

.

Kürzlich regte Jauhuchanam an, an anderer Stelle hier, einen neuen Thread zu eröffnen:

Energieversorgung der Zukunft – Möglichkeiten, Vor- und Nachteile und Gefahren

Ich greife den Titel hier einfach auf. Er fand sich auch bereit, dazu eine kleine Einleitung zu schreiben. Sie wird gewiss noch folgen.

Gestern erreichte mich, wie als Impuls, der aktuelle Infobrief eines langjährigen Kollegen aus der Freie-Energie-Szene in Stuttgart, Rolf Keppler, der darin Folgendes mitteilte, das ich hier gerne kurz als Info wiedergeben möchte, weil es so gut passt zur Diskussion der vielfältigen Möglichkeiten, die bereits bestehen, auch im Energiebereich.

Der Auftakt also, zur Präsentation neuer Energietechnik auf BB. (mehr …)

%d Bloggern gefällt das: