bumi bahagia / Glückliche Erde

Wovon lebst Du?

(LH) Wir hatten uns vor kurzem gefragt, ob und wie wir jeder leben. Heute soll es nun um die Quellen unseres Wohlstandes oder dessen, was man uns als solchen verkauft, gehen. Daß auch hier wieder diverse Prägungen, Vorurteile und Konditionierungen zum Vorschein kommen werden, versteht sich fast von selbst…
Luckyhans, 26. Januar/3.2. 2019
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Es ist noch gar so lange her – erst wenige Jahrzehnte -, da war mensch noch stolz darauf, auf die obige Frage so zu antworten: „von meiner Hände Arbeit“.
Denn das ist seit Menschengedenken die ehrlichste Weise, sein Leben zu gestalten: fleißig sein, leben und leben lassen.
Das heißt, sein Leben selbst gestalten, indem ich etwas erschaffe und davon lebe, dieses Erschaffene meinen Mitmenschen zur Verfügung zu stellen.

Vor-Geld-Zeiten

Denn in Vor-Geld-Zeiten wurde einfach geistig „angeschrieben“, d.h. jeder Mensch kannte in seiner Gemeinde jeden anderen, und jeder konnte „bewerten“, was dessen Beitrag zum Gemeinwesen war.
Und es störte auch keinen, wenn der eine etwas weniger einbrachte als der andere – da half man gern zu, wenn jemand nicht sonderlich mit Geist oder Fähigkeiten „gesegnet“ war.
Denn die Gemeinde lebte miteinander und voneinander, ohne „Buchführung“ und konkrete Aufrechnung, was jeder Einzelne nun genau in jedem Jahr eingebracht hatte: Hauptsache, die Summe stimmte und alle konnten davon in Fülle leben.
Und solange dieses Leben weitgehend im Einklang mit Mutter Natur geschah, war dies auch meist gegeben.

Ist es nicht verwunderlich, und bringt es einen nicht zum Nachsinnen, daß gerade in Zeiten, da „Deutschland“ aus etwa 365 Klein- und Kleinst-Staaten bestand, die deutsche Nationalkultur eine später nie mehr gekannte Blüte erlebte?
Goethe, Schiller, Beethoven, Bach und viele viele andere Kulturschaffende lebten und wirkten in einer Zeit, die uns heute als „finsteres Mittelalter“ dargeboten wird.
Fällt da keinem etwas auf?

Wie kann diese Zeit so „finster“ gewesen sein, wenn die Kultur, die ja nun keine eigene Produktivkraft ist und von dem lebt, was die Gemeinschaft an Überschüssen erwirtschaftet hat, einen riesigen Aufschwung verzeichnet?

Talente gab und gibt es zu jeder Zeit – warum erblühte die Kultur gerade in der Phase der Kleinstaaterei, die uns ja heute als etwas „ganz Schlechtes“ dargestellt wird?

Lautet doch die gängige Lehre, daß in kleinen Handwerksbetrieben zwar viel Gutes entstehen kann, daß aber der richtige Überschuß erst dann auftauchen kann, wenn industrielle Großbetriebe ihre Fertigung aufnehmen… in Kleinstaaten können aber per se keine „Großbetriebe“ entstehen – was also stimmt da nicht?

Offenbar vieles, denn ganz offensichtlich sind Handwerksbetriebe, sofern sie zünftig (d.h. in Zünften) wohlorganisiert sind, ein Unterpfand dafür, daß die Güte der Produkte, heute meist als Qualität bezeichnet, durch das System der ständigen Weiterbildung (Walz genannt) und der abgestuften Überprüfung der erworbenen Fertigkeiten (Lehrling, Geselle, Meister) so nachdrücklich gewährleistet wird, daß die Produkte langlebig und verläßlich mehrere Generationen von Benutzern erfreuten.
Wo kann man das von heutigen Industriewaren, z.B. Möbeln, noch sagen?

Was hält heute länger als ein paar Jahre?
Sogar die Häuser, die in letzter Zeit gebaut wurden, müssen nach ein paar Jahren bereits wieder „repariert“ und z.T. saniert werden!

Und auch mengenmäßig müssen die Überschüsse viel größer gewesen sein als zu späteren Zeiten der „Industriellen Revolution“ und der „effizienten Großproduktion“.
Woran lag es also, daß gerade in der Periode der Kleinstaaterei soviel Wohlstand übrig war, daß Kulturschaffende so (relativ) üppig bezahlt werden konnten, daß sie derart viele großartige Werke erschaffen konnten?
Denn ein hungriger Bauch kann schlecht dichten oder komponieren…

Mit etwas Überlegung kommt man auf den einzigen Unterschied zwischen einem Geflecht von Kleinstaaten und den späteren (Deutschen und anderen) „Reichen“, die nur wenige wirklich reich gemacht haben: an jeder Grenze wurden (und werden auch heute noch) Zölle erhoben.
Was also wurde stark behindert?

Richtig, der Handel, von dem uns heutzutage soviele segensreiche Wirkungen aus­gemalt werden.
Sonderbar, nicht wahr?
Der „segensreiche“ Handel wird maximal behindert, und die Menschen leben besser als je zuvor, sie erwirtschaften Überschüsse wie noch nie… und können sich eine Kultur leisten, wie später nie wieder…

Behalten wir das bitte einen Moment im Gedächtnis, wir werden darauf zurückkommen.
Denn freilich gibt es einen weiteren Unterschied zwischen der handwerklich-zünftig organisierten Struktur der Produktion und der industriellen Massenfertigung.

Kehren wir nochmal zum Einzelnen und seiner Lebensgestaltung zurück.

Jeder kam also früher oder später dahinter, was er besonders gut konnte – „wohin sein Sinn lag“ -, und was ihm viel Spaß machte, und siehe da, meist war derjenige dann auch auf „seinem“ Gebiet hinreichend „erfolgreich“.

Stop, da sind wir schon wieder bei den Konzepten, mit denen wir drangsaliert und kleingehalten werden – halten wir also fest: Erfolg ist nicht das, was andere „anerkennen“ an meiner Lebensleistung, sondern Erfolg ist das, was ich selbst empfinde, wenn ich mich mit meiner Lieblingsbeschäftigung, meiner Berufung befasse.

Leider ist heutzutage das, womit ich den größten Teil meiner Lebenszeit verbringe, nur noch selten das, was ich als Berufung empfinde – mein Beruf sollte gleichzeitig meine Passion sein und nicht nur ein „Job“, den ich „mache“, weil ich ja „Geld“ brauche.
Denn nur was mit Liebe und Begeisterung getan wird, ist „recht getan“.
Wer kann das heutzutage von sich und seinen Tätigkeiten noch behaupten?

Es muß also früher anders gewesen sein, als man uns das heute darstellt, denn die Produkte in ihrer Güte und Langlebigkeit – bei geringstem Naturverbrauch, denn solche Müllberge wie heute gab es damals nicht, trotz fehlender Kanalisation – zeugen zum Teil bis heute davon, daß sie eben mit Sorgfalt und Liebe angefertigt wurden.
Trotz fehlender „moderner Technologien“ und „effizienter Großproduktion“!

Was also ist es, das später (bis heutzutage) verhindert, daß die Vorzüge der handwerk­lichen Kleinunternehmen sich mit denen der industriellen Großproduktion zum Nutzen der Gemeinschaft verbinden und zu echtem allgemeinem Wohlstand für alle führen?

Dazu ist es nötig, beide Produktionsarten kurz näher zu betrachten.
Der Handwerker gleich der Kleinunternehmer bietet seine Leistungen zu vernünftig kalkulierten Preisen dar. Wenn er „Mitarbeiter“ (Lehrlinge und Gesellen) beschäftigt, so sorgt er dafür, daß diese bei ihrer Arbeit etwas lernen und ihre Fertigkeiten vervollkommnen.
Freilich muß er „seinen Laden“ (?) so effizient organisieren, daß für ihn und seine Familie genug übrigbleibt, um gut davon zu leben. Denn ein armer Handwerker ist kein Segen für die Gemeinschaft.

Aber vor seinem Profit-Interesse steht in jedem Falle ein ethischer Anspruch: bei Strafe seines Untergangs muß und will er die Güte seiner Produkte und Leistungen hoch halten und weiteren Nutzen für die Gemeinschaft erbringen.
Er ist selbst voll verantwortlich für seinen Betrieb und seine Mitarbeiter – auch über die reine Arbeitstätigkeit hinaus. Oft funktionieren Kleinunternehmen wie eine Familie – da hilft man sich gegenseitig, achtet darauf, daß keiner in ein „wirtschaftliches Loch“ fällt, und vieles andere. Besonders ledige junge Leute haben an ihrer Arbeitsstelle im Kleinunternehmen oft einen Halt.

Im industriellen Großunternehmen regiert dagegen allein das Profitstreben.
Meist sind die Unternehmer nicht mehr selbst dort tätig, sondern sie (oder ihre Nachkommen) kassieren nur noch ihre Rendite.
Angestellte Manager führen das Unternehmen, und hier sind ganz andere Mechanismen am Wirken – wer das recht amüsant geschriebene „Peter-Prinzip“ gelesen hat, der hat einen lebhaften Eindruck davon: Hierarchien, Karriere und fremdbestimmter „Erfolg“ sind entscheidend.
Ethik und Menschlichkeit haben da keinen Platz und müssen von Gewerkschaften durch Arbeitskämpfe mühsam durchgesetzt werden, wie Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall, Urlaubs- und Weihnachtsgeld usw. – und sind auch schnell wieder abgebaut, wie die Praxis dieses Landes in den vergangenen 20 Jahren zeigt.
Ein Vergleich mit dem familiären Kleinunternehmen zeigt die soziale Kälte, die von Großunternehmen ausgeht.

Davon abgesehen ist auch sonst die Verantwortlichkeit im Großunternehmen extrem gering – mehr dazu hier.
Hemmungslose Naturausbeutung und -schädigung haben hier ihre systematische Ursache.

Der entscheidende wirtschaftliche Unterschied besteht jedoch darin, daß in der industriellen Großproduktion den Mitarbeitern ein weitaus größerer Teil des von ihnen mit ihrer Arbeitsleistung geschaffenen Mehrwertes vorenthalten wird. Dieser größere Teil wird – nach Bezahlung der „unproduktiven“ Mitarbeiter (Verwaltung, Management) – als Profit und Rendite abgeführt.
Diese geschaffenen Werte werden den Eigentümern zugeführt, die selbst zu deren Entstehung nichts beigetragen haben, und damit meist dem Wirtschafts-Kreislauf entzogen.
Denn wer reich ist, der gibt anteilig viel weniger für seine tägliche Lebenshaltung aus als der arme oder „mittelklassige“.

So, nachdem wir nun die Unterschiede herausgearbeitet haben, ist es Zeit, sich den Ursachen zu widmen.
Denn die tatsächlichen Erklärungen für die oben gezeigten Sonderbarkeiten sind recht einfach aufzufinden.
Damit es nicht langweilig wird, wollen wir einen kleinen Umweg wählen.

Das Wesen der Parasiten

Ein Parasit ist ein Wesen, das keinen oder nur einen eingeschränkten eigenen Stoff­wechsel hat und sich vollständig von seinem Wirtsorganismus ernährt. Dabei – und das ist das Entscheidende – erbringt es keinerlei merkliche Gegenleistung für den Wirtsorganismus.

Ein Parasit nimmt nur und gibt nichts. Zumindest nichts wesentliches. Oder für das wenige, was er gibt, sind viele andere viel effizienter tätig.

Der Unterschied zwischen einem Wesen, das auch nimmt, aber dafür auch gibt, das also in Symbiose mit seinem Wirt lebt, nimmt der Parasit soviel mehr, daß sein Geben nicht ins Gewicht fällt.

Der menschliche Organismus weist Milliarden Arten von Mikroorganismen auf, die mit ihm in Symbiose leben – ohne sie wären wir keine Sekunde lang lebensfähig.
Genauso sind unsere Symbionten darauf angewiesen, daß unser Leib ordentlich funktioniert, damit sie selbst leben können.
Es besteht also eine gegenseitige Abhängigkeit und ein gegenseitiges Interesse am guten „Funktionieren“ des jeweils anderen.

Dagegen ist der Parasit einseitig nur an sich selbst interessiert – der Wirt ist nur Mittel zum Zweck des eigenen Überlebens.

Nun kennt jeder natürliche Parasiten, sowohl außerhalb (Mäuse, Ratten, Hamster usw.) wie innerhalb seines Leibes (Bandwürmer u.a.). Auch ein Krebsgeschwür kann als Parasit angesehen werden, obwohl die Mechanismen seiner Entstehung von verschiedenen Lehren sehr unterschiedlich bewertet werden.
Aber hier haben wir den deutlichsten Hinweis darauf, was geschieht, wenn der Parasit seinen Wirtsorganismus über das für diesen erträgliche Maß hinaus in Anspruch nimmt: der Wirt stirbt, und mit ihm natürlich auch der Parasit.

Die sozialen Parasiten und ihr Unwesen

Welchen Nutzen bringt der Handel? Er bringt uns Waren, die woanders hergestellt werden, und Naturgüter, die bei uns klimabedingt nicht heimisch werden können.

Bringt der Handel eine eigenständige Leistung über die des Transportes hinaus?
Nein.
All das Gerede von Marktforschung, Marketing und Vertrieb ist – wie wir ausführlich nachgewiesen habender unsinnigen Organisation des heutigen Wirtschafts­systems geschuldet:
dem Streben danach, dem Verbraucher möglichst viele Waren und Dienstleistungen aufzudrängen, die er eigentlich gar nicht benötigt.
Zum Zwecke des naturverbrauchenden „Wachstums“, das ausschließlich durch den Zins und Zinseszins „verlangt“ wird.

Der Handel kann also auf die Logistik reduziert werden, d.h. auf die Organisation des Warentransportes und der Warenverteilung. Und diese Logistik ist heutzutage bereits weitgehend perfektioniert.
Alles was darüber hinausgeht, sind parasitäre Funktionen des Handels: er maßt sich an, zu bestimmen, was wir brauchen, und drängt uns dies mit Lügen und Betrug (genannt Werbung) auf.

All das Gerede vom Segen des Freihandels, der Zollfreiheit und dem „Vorteil für alle“ ist pure Lüge. Der einzige Segen davon ist der Gewinn der Parasiten, die diesen Handel lenken. Und dieser Gewinn geht zu Lasten aller fleißigen Menschen.

Hier liegt dann auch die Erklärung, warum sich Zölle wohltuend auf das Wirtschaftsleben auswirken: sie sorgen dafür, daß regionale Produzenten vor denjenigen Konkurrenten geschützt werden, die anderswo bessere natürliche Bedingungen vorfinden.
Sie unterstützen also regionale Produktion und damit Autarkie und Flexibilität.

Und die zweite Komponente des Parasitentums: der Entzug der Über-Profite aus dem Wirtschaftskreislauf, der den Fluß der Werte behindert.
Auch hier haben wir Werteverbrauch ohne Gegenleistung für die Gemeinschaft – das typische Merkmal des Parasitentums.

Da jeder Mensch in der Lage ist, mehr zu produzieren als er dafür an Energie aufwenden muß, ist ein Leben in Fülle für alle jederzeit gewährleistet.
Würden also – wie beim Handwerker – alle „Gewinne“, d.h. der gesamte erzeugte Mehrwert, wieder in den Verbrauch wandern, gäbe es jederzeit wirtschaftliche Überflüsse: die Menge der erzeugten Waren ist stets größer als die Menge der summar verbrauchten Rohstoffe und Energie.
Man könnte auf „Geld“ verzichten, denn der überschießende Ausgleich wäre „automatisch“ im Wirtschafts-Kreislauf angelegt.

Das einzige Hindernis davor ist also lediglich die falsche, parasitäre Organisation des Wirtschaftslebens, der Profit.
Da diese jedoch menschengemacht ist, läßt sie sich auch durch uns Menschen wieder in Ordnung bringen. So wir dies wirklich wollen.

Nach ein Hinweis zu der Vorspiegelung, daß auch die „Dritte Welt“ vom Freihandel profitieren würde. Das ist – laut nachgewiesener „offizieller“ Statistik – in keiner Weise der Fall: die „Dritte Welt“ wird mit Hilfe des Zinseszins-Systems für die ihrer parasitären Oberschicht aufgedrängten Kredite systematisch ausgesaugt.
Die „Entwicklungshilfe“ aus der „Ersten Welt“, die wir alle mit unseren Steuern aufbringen, beträgt nur einen Bruchteil der Zinsforderungen aus derselben.
Ein „Schulden“erlaß wäre also nicht nur gerecht, sondern ist auch Voraussetzung dafür, daß sich dort endlich Chancen für eine gesunde, regional basierte Entwicklung auftun.

Noch ein Wort zu der Anschuldigung, alle Menschen der „Ersten Welt“ würden ja vom Aussaugen der „Dritten Welt“ mit profitieren.
Woraus dann „logisch“ die Beschuldigung erwächst, wir müßten doch allen Migranten erstmal unseren eigenen Anteil an deren Ausbeutung zurückgeben.

Das sind nichts als freche Lügen. Denn die Profite aus der Ausbeutung der „Dritten Welt“ kommen in Wirklichkeit ausschließlich den internationalen Banken und Großunternehmen zugute, in keiner Weise den Menschen in der „Ersten Welt“, die von selbigen genauso ausgebeutet werden wie die „Dritte Welt“.
Denn die Waren aus der „Dritten Welt“ sind nicht „billig“, wie man uns vormacht, sondern sie haben den Transnationalen Konzernen, welche die Weltwarenströme beherrschen, zum dem Zeitpunkt, da sie auf den Regalen der hiesigen Supermärkte landen, schon gigantische Profite gebracht.

Freilich klebt an vielen dieser Waren der Schweiß von Kindern und das Blut von Armen, aber dafür den hiesigen Verbraucher verantwortlich zu machen, ist ein hinterhältiger Trick der Parasiten: für die Art und Weise der Ausbeutung der „Dritten Welt“ tragen wir keine Verantwortung.
Und die sollten wir uns auch nicht aufschwatzen lassen.

Ja, ich weiß, jetzt werden sich wieder alle scheingrünen Gutmenschen auf mich stürzen und mich einen herzlosen Egoisten und sonstnochwas nennen.
Leute, bevor ihr euch aufregt:
denkt bitte darüber nach, wer die Ausbeutungssystem in aller Welt organisiert und strukturiert – das sind nicht die einfachen Menschen, sondern das sind ebenjene Parasiten, die von der Arbeit derselben einfachen Menschen weltweit leben und keine eigene Gegenleistung erbringen.

Abschließend will ich nochmal auf den Ausgangspunkt zurückkommen.

Denn es gibt ja viele Menschen, die nicht so sehr von ihrer Hände, als vielmehr von ihres Hirnes Arbeit leben – damit meine ich freilich die produktiv tätigen: Ingenieure, Konstrukteure, Meister in der Fertigung, Logistiker usw.
Selbstverständlich sind diese – genauso wie die nützlichen „unproduktiv“ Tätigen, die tatsächlich benötigte Leistungen erbringen – ebenso wertvolle Mitglieder der Gemeinschaft.

Allerdings darf dabei nicht außer acht gelassen werden, daß sie ihre „höhere“ Bildung meist nicht selbst bezahlt haben, sondern dabei von der Gemeinschaft finanziert wurden.
Die Belohnung für ihre Arbeit sollte sich daher in einem vernünftigen Verhältnis zur Belohnung der einfachen Arbeiter, welche den überwiegenden Teil des Mehrwertes schaffen, bewegen.

Nochmal grundsätzlich für alle, die Marx‘ „Kapital“ noch nicht gelesen haben: ein Mehrwert entsteht ausschließlich in der materiellen Produktion – dort wo echte materielle Werte veredelt werden.
Die „geistige Produktion“ (alles was mit Computertechnik und deren Anwendung zu tun hat) ist ausschließlich Hilfsmittel, wie die Logistik, Lagerhaltung, Buchhaltung usw. – solange es keine Umsetzung in der Realwirtschaft findet, ist das alles unproduktiv.

Damit Technik, Technologie und Wissenschaft zur Produktivkraft werden können, müssen sie ihre Erkenntnisse und Errungenschaften in der materiellen Produktion umsetzen – die reine Erfindung ist zwar eine Leistung, aber zum Wert wird sie erst durch ihre Anwendung.
Das sollte bitte nicht „vergessen“ werden.


10 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  2. Johannes Anunad sagt:

    Hallo Hans (und Alle)
    ein sehr lesenswerter, locker lesbarer Beitrag! Mir sind allerdings ein paar Holperer aufgefallen in den Argumentationen, auch wenn ich vielen der Gedanken sehr, sehr gerne folge.
    Sie gehen mir weltanschaulichem „Radikalo“ insgesamt noch nicht ganz konsequent-weit genug.  Insofern sei das Folgende hauptsächlich eine Ergänzung und Weiterführung.

    Ich deute mal an, was mir besonders in’s Auge fiel:

    Zitat:
    „von meiner Hände Arbeit“ … „Denn das ist seit Menschengedenken die ehrlichste Weise, sein Leben zu gestalten: fleißig sein, leben und leben lassen.“

    Ist das so wirklich noch zeitgemäß? „Existenzarbeit“ um die eigenen (Über )Lebensgrundlagen???
    Ganz vorsichtig hinterfrage ich auch, ob Deine Auslegung der „mittelalterlichen Verhältnisse“ für die große Mehrheit der (einfachen) Menschen wirklich in dem Maße von Fülle gekennzeichnet war, wie Du es als Bild anbietest? Da wir es beide vermutlich nicht wirklich wissen können, weil wir nicht dabei waren und (zumindest meinerseits) jegliche Geschichtsschreibung ob ihres Wahrheitsgehaltes perseh anzuzweifeln ist, ist das nur ein kleiner Einwurf.

    Der Wirk-Mechanik der Zölle in der „Kleinstaaterei“ als Handelshemmnis und damit Förderung der Regionalerzeugung und –wirtschaft kann ich in jedem Falle gut folgen – auch wenn davon natürlich wieder die „Parasiten“ am meisten Nutzen gehabt haben werden.

    Mir fällt – hier einmal mehr – auf, wie wunderbar Konditionierungen eben letztlich generell an irgendwelchen Punkten bei uns greifen: In Deinem Beitrag kommt erneut die Grundannahme eines „Werteaustausches“ zum Tragen. Für mich kommen sofort folgende Fragen auf:
    1. WER bestimmt diese WERTE letztlich? Oft werden sie uns als Ergebnis von Knappheit (Ökonomie) oder auch als persönlicher Ausdruck davon erklärt, WIE sehr Jemand etwas braucht bzw. HABEN will. Und es gibt viele Weitere… Oder ist es etwa unser ureigenes und konditioniertes Bedürfnis nach Bewertungen???
    2. BRAUCHEN wir derartige WERTE und damit Maßstäbe überhaupt? Oder ist es lediglich ein Ausdruck des Bestrebens, Ungleiches irgendwie miteinander vergleichbar (und im Falle des Geldes und seiner Derivate als Medium) auch austauschbar zu machen? Letztlich also sowas wie ein „Beziehungskiller“? Ich schrieb darüber ja HIER bereits:
    https://faszinationmensch.com/2018/11/16/bewerten
    Können wir es also einfach (bisher) nicht besser? Als dem Glaubenssatz (Programm) zu folgen, im Leben müsse für Alles in irgendeiner Form „bezahlt“, also ein „Gegenwert für Erhaltenes oder Gegebenes“ ermittelt und übermittelt werden?

    Du zeigst es ja sehr schön auf, dass es lange Zeit – VOR der Geld-Ära – ganz andere Formen des Miteinanders gab. Und ich stimme Dir zu und finde es großartig. Die Allmende z.B. Ich selber bin zu dem Schluss gekommen, dass derartige WERTE und beWERTungen jeglicher Art uns im Grunde am natürlichen SELBSTausdruck aus freiem Willen hindern. Auch DAS habe ich im oben zitierten Beitrag weiter ausgeführt. Die Natur kennt keinerlei WERT und Bewertung. Ich sehe da eher bedingungsfreie SCHÄTZUNG (Annahme, Symbiose, SO-SEIN-LASSEN…), weiter entwickelt aus dem Wort WertSCHÄTZUNG, das wir ja kennen und benutzen.
    Wenn dieser Ansatz noch vollends eingeflochten ist in die wunderbaren Bilder, z.B. der Funktion und Qualität des Handwerks und Klein-Unternehmertums, erscheint es mir daher runder.

    Zitat:
    „Da jeder Mensch in der Lage ist, mehr zu produzieren als er dafür an Energie aufwenden muß, ist ein Leben in Fülle für alle jederzeit gewährleistet.
    Würden also – wie beim Handwerker – alle „Gewinne“, d.h. der gesamte erzeugte Mehrwert, wieder in den Verbrauch wandern, gäbe es jederzeit wirtschaftliche Überflüsse: die Menge der erzeugten Waren ist stets größer als die Menge der summar verbrauchten Rohstoffe und Energie.“

    Hier liegt m.E. ein Grundfehler vor: FÜLLE ist natürliches Grundprinzip. Sie ist für mich allerdings kein Ergebnis der angedeuteten „Bilanz zwischen Produzent und Produktausstoß“. Energie, egal ob physikalisch oder kosmisch, wird lediglich umgewandelt, nie „verbraucht“ oder „eingesetzt“. Auch können Materie-Umwandlungs-Effekt (=Produktionsmenge, unter Einsatz von Arbeit=Umwandlung von Energie jeglicher Form plus Produktmenge) und Energieeinsatz so nicht als „mehr“ oder „weniger“, „kleiner“ oder „größer“ bilanziert werden, wie im letzten Satz des Zitats festgestellt (Eine Frage von Bilanzraum, Bilanzgrenzen und Bilanzierungsweise! Ich habe genau dazu mal promoviert :-)).
    Schon der Betrachtungsrahmen stimmt so auch nicht – denn das Vermögen der „Parasiten“ begründet sich dem Ziel nach ja genau darauf, dass sie so viel als möglich des Geldes, das ihnen zufließt, unmittelbar umwandeln in erneute Produktion und Produkte, Immobilen, Beteiligungen daran usw.– und damit geschieht letztlich genau das, was im Zitat in Frage gestellt wird:
    Der Großteil des Geldes, jedenfalls der sog. „Realwirtschaft“, nicht der „Finanzprodukte“ (leider vermischt sich das derzeit stark, die „Badbanks“ sind m.E. ein Versuch, die miserabelsten Teile dessen abzutrennen), wird unmittelbar wieder in Arbeit und Materie angelegt – allerdings zu den lausigen Bedingungen, die die „Oligarchen“ und Kapitalgesellschaften diktieren. Selbiges mit den Sicherheiten für Kredite, die den Bankern weltweit am Liebsten sind: Die Immobilen! Es ist m.E. also etwas komplexer, als dieser – vermutlich wieder marxistisch gefärbte – Gedankengang nahelegt.

    Noch ein Punkt:
    Es sind auch nach meiner Kenntnis gar nicht mal die Zins- und Zinseszins-Mechanismen, welche eine „Reise nach Jerusalem“ auf der „Jagt nach den letzten Hellern erfundenen Schuldgeldes“ verursachen. Weil das Geld, das für Zinsen zu zahlen ist – nie „miterfunden“ wurde. DAS verschärft die globale Knechtschaft ganzer Länder und von Milliarden Menschen m.E. eher zusätzlich. Hinzu kommt, dass vergebene Kredite für „Entwicklung“ sowie Entwicklungshilfe-Zahlungen i.d.R. an Verträge gebunden werden, die die Unternehmen du die Wirtschaft der “Geberländer“, also der 1.Welt, als Nutznießer begünstigen. Ich bin mir sicher, dass auf diesem Wege noch VIEL MEHR Kapital und damit „Lebenskraft“ aus den armen Ländern abgezogen wird. Das „globale, kapitalistische Geschäftsmodell“ ist also NOCH „effizienter“ und perfider, als von Hans kurz angerissen.
    Den Verzicht auf bzw. starke Einschränkung des Kaufs global erzeugter Produkte (vor allem derer wegen Billiglohn, weniger wegen anderweitig vorhandener Rohstoffe und Naturalien) halte ich sehr wohl für ein probates Mittel der Verantwortungsübernahme – wo kein „Markt“ für Billiglohnprodukte vorhanden ist, ist auch deren Erzeugung in armen Ländern nicht mehr interessant. Ich finde es wichtig, hier aufmerksam zu differenzieren!
    Der Handel KANN nur Angebote machen – KAUFEN müssen WIR die Produkte, um ihm und allen globalen, kapitalistisch handelnden Akteuren (Parasiten, ja!) überhaupt eine Existenzgrundlage zu geben und damit SIND und BLEIBEN wir als Einzelne in VOLLER VERANTWORTUNG! Das ist für mich ganz praktische Konsequenz der gelebten SELBSTverantworung („was kann ICH dazu beitragen, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen?“ oder auch „Sei selber der Wandel, den Du in der Welt sehen möchtest – Ghandi)

    Zum Abschluss: WERT und SCHÄTZUNG
    Die Unterscheidung zwischen (materiell-gesellschaftlich) „nützlichen“ und „nicht nützlichen“ Tätigkeiten von Menschen halte ich für absolut künstlich und zu sehr dem marxistischen Gedankengut entlehnt. Ohne WERTmaßstab (Geld oder Einkommen oder Arbeitsleistung als Grundvoraussetzung zur gesellschaftlichen Teilhabe) erübrigt sich das – JEDER natürliche SELBSTausdruck wird damit zum automatisch anerkannten Beitrag zum LEBEN und GEMEINWOHL – der Natur abgeschaut!

    Damit würde sich für mich auch folgendes Fazit von Hans erübrigen:

    Zitat:
    „ein Mehrwert entsteht ausschließlich in der materiellen Produktion – dort wo echte materielle Werte veredelt werden.
    Die „geistige Produktion“ (alles was mit Computertechnik und deren Anwendung zu tun hat) ist ausschließlich Hilfsmittel, wie die Logistik, Lagerhaltung, Buchhaltung usw. – solange es keine Umsetzung in der Realwirtschaft findet, ist das alles unproduktiv.
    Damit Technik, Technologie und Wissenschaft zur Produktivkraft werden können, müssen sie ihre Erkenntnisse und Errungenschaften in der materiellen Produktion umsetzen – die reine Erfindung ist zwar eine Leistung, aber zum Wert wird sie erst durch ihre Anwendung.“
    Die Herausforderung sehe ich vielmehr darin, wie wir – als Einzelne, als Gesellschaft und schließlich als Menschheit – uns fit machen für einen derartig radikalen „inneren Umschwung“ von der BeWERTungsgesellschaft hin zur natürlichen „SCHÄTZUNGS-Gesellschaft“.

    Wie ich eingangs betonte: Als Weiterführung und mein DENK-Beitrag gedacht und NICHT als Kritik!!!
    Herzlichst
    Johannes Anunad

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  3. luckyhans sagt:

    Lieber Johannes,

    selbstverständlich steht es jedem frei, seine Fragen auch unbegründet hier zu stellen. Das würde mir auch nicht schwerfallen und mich der Arbeit entheben, durchdachte Artikel zu schreiben. Kluge Fragen stellen ist sowieso recht einfach, kommt gleich nach absichtlich falsch konstruierten Schein-„Widersprüchen“…
    Aber es soll ja weiterführen… tut es das?

    Es fragt sich, wie ein Leben ohne Werte aussehen soll. Das geht nämlich gar nicht: jeder Mensch hat Werte, an denen er sich orientiert… wie auch jeder Mensch einen Glauben hat…

    Ebenso bleibt unklar, wie Fülle entstehen soll, ohne daß alle Menschen ihren Beitrag – erstmal ganz materiell und fleißig – leisten. Natürlich ohne Parasiten…

    Was die angeblich -lastige Darstellung angeht, stellt sich die Frage: wieviel von Marx hast Du selbst gelesen? Das Kapital (oben verlinkt)?
    Oder redest Du nur klug darüber?

    Und das Märchen von der hilfreichen Rolle des parasitär erworbenen Vermögens für „die Wirtschaft“ erinnert mich an viele andere Gesundbeter des abgewirtschafteten globalisierten Kapitalismus, der an seinen eigenen Grenzen angelangt ist und in seinen letzten Zügen liegt.
    Und das ganz ohne Marx, welcher übrigens weder die Natur als Produktivkraft anerkannt, noch die Natur des Geldes dargelegt hat, und auch die Rolle der Frau völlig falsch interpretiert hat. Sehr schön nachzulesen bei Bernd Senf „Die blinden Flecken der Ökonomie“…

    Und: DER HANDEL – das IST ein Parasit, einer der schlimmsten, denn er bringt keinerlei Nutzen… aber das steht ja schon oben im Artikel, der offenbar wohl nur überflogen wurde.

    Einen Umschwung – wie auch immer – wird es erst dann geben können, wenn die Natur als SUBJEKT in die Ökonomie eingeführt und dort mit den entsprechenden Mechanismen verankert wird – das bieten übrigens nicht mal die Freigeld-Leute – alles weitere bitte hier in meiner wiwiwi-Serie lesen.
    „Innen“ wird er nur ganz „selbstisch“ erfolgen können – bei jedem einzeln.
    Und im luftleeren „gesellschaftlichen“ Raum wird er auch nicht stattfinden, denn bis auf weiteres wird die Ökonomie die Grundlage des Lebens bleiben. Allerdings eine am menschlichen Bedürfnis orientierte und nicht nur am Profit interessierte Wirtschaft, die für den Menschen da ist und nicht umgekehrt. Aber auch das habe ich hier schon Dutzende Male ausgebreitet…

    LG

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  4. Johannes Anunad sagt:

    Hallo Hans,

    Mein Beitrag – Deine Interpretation davon.
    Lediglich als Positionsbestimmung mag ich anmerken, dass ich nur sehr wenig erkennen kann, dass Du den Inhalt davon, seine Intention, wirklich erfasst hast – Missverständnis? Oder eher bewusstes Nutzen der Glegenheit, anderweitig vlt. häufig aufkommende Interpretationen Deiner Aussagen hier – vorrsorglich – „auszuhebeln“? Vieles, was Du gerade entgegenest, greift für mein Verständnis regelrecht „ins Leer“…

    Ich weiß nicht, ob nur mir das so geht… Ich habe lediglich wirlich „dünne“ Punkte auf (nicht AN!)gegriffen und aus meiner Perspektive behandelt. Ein neues „Fass fruchtloser Auseinandersetzungen über Weltanschauung“ wollte ich hier allerdings damit nicht aufmachen und beende das daher von meiner Seite auch mit diesen Hinweisen.

    Hans: Es war wirklich NICHT als Angriff gedacht etc.: Ich habe den Beitrag im Ganzen gerne gelesen und lediglich kommentiret, eben WEIL er mir gefiel. Seis drum.

    Auch LG
    Johannes

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  5. Security Scout sagt:

    Zitat: luckyhans
    05/02/2019 um 06:13
    Es fragt sich, wie ein Leben ohne Werte aussehen soll. Das geht nämlich gar nicht: jeder Mensch hat Werte, an denen er sich orientiert… wie auch jeder Mensch einen Glauben hat…

    100% Zustimmung!!!

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  6. Johannes Anunad sagt:

    Zitat: luckyhans
    05/02/2019 um 06:13

    Nun denn, dann lasse ich mich doch noch zu folgendem Hinweis hinreißen:
    Ich zitierte oben selber einen Artikel, den ich zur Frage des WERTES und des BeWERTENS schrieb. Bitte einfach lesen, wenn ein wirkliches Interesse an MEINER Erkenntnis dazu besteht. Nicht einfach „Querfeuer abgeben“.

    Von Dir, Hans und auch von Security Scout wird das Wort WERT im Kommentar in völlig neuen Kontext gestellt, ihm eine ganz andere Bedeutung gegeben, als es im Artikel oben verwendet wird – DORT geht es um ganz banale und letztlich emotional-materiebezogene BeWERTungen.

    Ich kann mir kaum vorstellen, dass das NICHT deutlich unterscheidbar ist von „inneren Werten“, Einstellungen, Haltungen, Glauben… die in dieser Hinsicht (wenn konstruktiv) bereits weit eher mit dem Wort SCHÄTZUNGEN in Zusammenhang gebracht werden könnten, das ich da versuchsweise einführte…

    Ist schon blöd, solche Wortumdeutung „on the fly“…

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  7. Luckyhans sagt:

    Lieber Johannes,
    nun hast Du mal am eigenen Leib verspürt, wie es sich anfühlt, wenn man „fliegend“ uminterpretiert…

    Wobei ich – leider – keine anderen Anregungen geben kann als oben beschrieben – wenn Du Marx wirklich gelesen hättest, dann würdest Du verstehen, daß WERTE in allen Sinnbedeutungen ökonomische Wirksamkeit haben und dort auch zu betrachten sind, mit Wechselwirkungen ins „richtige“ Leben…
    Daher ist Deine Interpretation mit der rein materiellen Bedeutung eine Einengung, die so eben nicht weiterführt… daher auch die Frage danach. Nach dem weiterführen.

    Und auch meine anderen Denkstupser bitte ich, nicht als „Gemecker“ zu betrachten, sondern als ernstgemeinte Hilfestellungen.
    Denn solange DAS WESEN des Kapitalismus als Wirtschaftssytem nicht verstanden wird, solange wird auch jeder noch so gute Gedanke betreffs gesellschaftliche Veränderungen ohne Basis „in der Luft hängen“.
    Ich weiß, daß dies unangenehm ist, daß man sich erstmal mit den Grundlagen befassen muß, aber wer nicht kapiert, was TATSÄCHLICH rund um ihn herum geschieht, der wird auch keine brauchbaren Veränderungen herbeiführen können, weil er entweder gegen Windmühlenflügel antritt oder einfach unvorbereitet ins Moor oder in die Wüste hinausreitet…

    Also nochmal: bitte Marx‘ Kapital studieren, wenigstens Band 1 – das ist immernoch die fundierteste und sachlichste Analyse des Kapitalismus (bis auf die drei von mir genannten Bereiche), dann Silvio Gesell lesen, der die „Geld-Lücke“ bei Marx ausffüllt und zumindest mal den Boden (statt der ganzen Natur) betrachtet, danach das Buch von Prof. Bernd Senf lesen, der auf die restlichen Lücken hinweist; dann hier in der bb-Suche „wiwiwi“ eingeben und die 13+1 Beiträge lesen, dann „Reh-Produktion“ eingeben und den Artikel lesen – dann sollte klar sein, was Wert bedeutet und was hier wirklich „wirtschaftlich“ läuft. Und zwar weltweit.
    Und dann kannst Du Dir Deine obigen Fragen selbst beantworten und verstehst auch meine Reaktion… 😉

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  8. Johannes Anunad sagt:

    Hallo Hans,

    danke Dir für Dein Bemühen – und die friedfertige Weiterführung.

    Nun haben wir halt ein „kleines“ Problem: BEIDE sind wir von unseren Sichtweisen (sehr) überzeugt und das offenbar auch noch aus „verd… guten Gründen“. 🙂
    Du reichst mir eine lange Leseliste, die ich bitte studieren möge, bevor ich Eigenes über „Wert“ sagen könne… nun… ich muss sagen, ich habe meinen Fokus da auf anderen Themen, die uns m.E. nach Vorne führen…

    Andererseits höre ich von Dir bisher in keinem Satz, was Du denn über den leichtgängig lesbaren Artikel von mir so meinst, den ich oben meinerseits bereits zweimal oben zu studieren empfahl. 10 Minuten, schätze ich… ist doch ein Angebot?

    Ich sehe es so: Ich traue mir durchaus zu, dazu absolut Fundiertes von mir zu geben und habe dazu meine eigene „Literaturliste“ studiert. Marx gehörte nicht wirklich dazu und ich weiß auch, dass er (heute) nicht (mehr) gebraucht wird, um Aktuelles zu durchschauen. Senf und Gesell sind mir vertraut in groben Zügen. ABER auch Einiges mehr an Hinweisen – ich bin halt ein sehr rascher und differenzierter „Quer-Wahrnehmender“.

    Studiere andere Analysen von mir, wie zur Finanzwirtschaft ganz allgemein, zur Technologieentwicklung, zur KI usw. und Du spürst vielleicht, was ich meine. MEINE Spezialität ist, bei diesen Dingen Zusammenhänge aus einer Meta-Ebene und AUS DER ZUKUNFT Lösungsmöglichkeiten für JETZT zu erkennen. Klingt vielleicht schräg, aber wie soll ich denn mein WISSEN sonst erklären?

    Andere Punkte, die ich ansprach, bespreche ich aus ganz praktischer Expertise, Lebenserfahrung im handfestesten Sinne (lies einfach mein Profil). Aber nun gut… ich habe keinerlei Ehrgeiz, da weitere „Überzeugungsversuche“ zu starten…

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  9. Luckyhans sagt:

    zu Johannes Anunad 06/02/2019 um 06:37
    Lieber Johannes,
    ich habe den von Dir empfohlenen Artikel sehr wohl gelesen, allerdings konnte ich daraus nichts wirklich Neues für mich erkennen.

    Die Diskussion zu „bewerten“ und „beurteilen“ hatten wir hier schon mehrfach, ebenso das Thema WERTE und Wert-Schöpfung, wobei es da leider nicht ohne ökonomische Kenntnisse abgeht.
    Und die Welt ohne Geld ist hier auf bb in mehrfacher Ausführung vertreten, vor allem im Wildgans-Prinzip unseres leider zu früh verstorbenen Freundes Hans, genannt Ohnweg…

    Und was ist letztlich „Dein“ Grundrecht auf leben anderes als „mein“ natürliches Leben in Fülle?
    Nur daß es bei Dir ganz von alleine geht, und bei mir eben nur durch tätiges Schaffen, freilich der Berufung gemäß und mit Begeisterung, schöpferisch und fleißig, soviel jeder kann und mag, und im EINKLANG mit Mutter Natur, was ich bei Dir schmerzlich vermisse.
    Und genau das hatte ich oben im Artikel auch beschrieben…

    Daß Du meinst, ohne fundierte Kenntnisse der Wirtschaftsabläufe Hinweise für die Zukunft geben zu können, finde ich ziemlich anmaßend.
    Aber ich gebe es gern zu: mit solchen „Meta-Ebenen“ kann ich leider nichts anfangen; das Leben ist konkret – konkret ist alles, was man sehen und anfassen kann…
    (Übrigens – Frauen sind meistens nicht konkret: kann man sie sehen, so kann man sie nicht anfassen; und kann man sie anfassen, so kann man sie meist nicht mehr sehen…)

    Und daß ich erstmal vieles andere von Dir lesen soll, das kann ich Dir gern zurückgeben: klick einfach mal oben in meine Schatzkammer und sieh Dir wenigstens die Themenlisten mal an, da ist sehr vieles drin, was weit über Ökonomie hinausgeht… aber auf konkreter Grundlage steht. 😉

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  10. Vollidiot sagt:

    Wieso issn hier Fülle?
    Schon – aber wovon.
    Die einzige Fülle die ich als solche anerkenne ist das Potenzial eines Menschen.
    Das ist konkret, Schöpferwille.
    Natürlich! gibt es auch die Geistesfülle.
    Die ist uns aber noch nicht so griffig.
    Die einzige Fülle ist also in uns.
    Mit der können wir unbegrenzt umgehen, ha, aber nur wenn wir wollen, ha, ha.
    Da wir alle ach so göttlich schon sind, sieht die Welt entsprechend aus.
    Man kanns auch ausblenden und warten auf die große Transformation, die von außen alles richtet und, haste nich jeseen, dette irdische Paradies der Humanität errichtet.
    Das hieße aber auf das Ausschöpfen der Fülle verzichtet zu haben und das widerspricht dem Konkreten und somit dem Schöpferwillen.
    Damit wir unsere Fülle ausschöpfen können dürfen wir alles tun, Ausschöpfen und Freiheit sind Brüder im Geiste, die uns den Weg weisen.
    Die Fülle ausschöpfen beinhaltet alles, weil wir als Naturrecht auch haben auf die Summe der Moral des Geistes zurückgreifen können.
    Das braucht also eine Werterkennung und eine Wertbeurteilung in der eigenen Seele, wie sollte ich den sonst die Fülle ausschöpfen können?
    Dazu braucht es Bewegung, im Tun und auch im Geiste, das Überwinden des Beharrungspotentials in der Schwere der materieverhafteten Psyche.
    Also nicht im Östlichen, Buddhismus, das Ziel der Entwicklung zu sehen – das wäre ein Selbstverbot die Fülle auszuschöpfen. dort verzichtet man auf das Ausschöpfen der Fülle im eigenen Wesen.
    Das Naturrecht ist das „Schöpfungsrecht“ mit seinen Gesetzen und einem einzigen Ziel: Freiheit ist des Menschen ureigenstes Wesen.
    Der Mensch wird im Geistigen das einzige Wesen sein, das ein individuelles ICH entwickelt hat.
    Wer dieses Ziel nicht kennt, kennt auch seine Fülle nicht, die mit dem Hinweis „Liebe zur Tat“ den Weg vorzeichnet.

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