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Die Schau muß abgehen-3

Wir hatten – unter dem Motto „diese Schau muß ab- und weitergehen“ – begonnen mit einer Betrachtung zu „dämon-archischen“ Wahlen im allgemeinen und zur russischen Präsidentenwahl im Besonderen.  Und im Teil 2 zu den Geheimdiensten, was damit scheinbar nichts zu tun hat.
Heute soll dazu eine interessante Sichtweise betrachtet werden, die beides zusammenführt…

© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 30. Juni 2017 –
Kommentare und Hervorhebungen wie immer von uns.
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Woher kommen die Chaldäer?

Autor: Witalij Tschumakow – 24. Juni 2017 – 23:38

Beim Nachschauen, was mein Bekannter, der Blogger Alexander Chaldej, so schreibt, bin ich auf einen interessanten Text gestoßen, der ein wenig erhellt, woher die Verräter in den Geheimdiensten kommen. (Teil 2 unserer Schau-Betrachtung; die Überschrift hier ist doppelsinnig – „die Chaldäer“ und „Leute wie der Blogger Chaldej“)

Überflüssig daran zu erinnern, daß in den Geheimdienst nur ausgesuchte Leute kommen, die jedoch, wenn sie ein hohes Niveau an Professionalität erreichen, manchmal zu Verrätern werden. Nach Chaldej ist hier nichts Unerwartetes, wenn man bei der Personalauswahl die Kasten-Theorie berücksichtigt.

Es gibt nur vier Kasten. Die einfachste ist die der Arbeiter. Dann kommt die der Händler. Danach folgt die der Krieger. Die Krieger kapieren schon Wissenschaft und Philosophie, Theorie und Kunst.
Und ganz oben steht die Kaste, die von Magiern oder Weisen (Priestern) vertreten wird. Diese fühlen nicht nur diese Welt, sondern auch andere Welten.
(wie gesagt, ein wenig schematisch und hölzern, dieses Kastenschema, und bitte auf keinen Fall für irgendwelche „Bewertungen“ zu verwenden: höher bedeutet keinesfalls automatisch „wertvoller“ oder so; für eine neutrale systematische Grobbetrachtung der Menschen in der Gesellschaft ist es durchaus interessant… –
Und es wird auch klarer, was für die herrschenden Parasiten das übergeordnete Ziel der gegenwärtigen Entwicklung ist: möglichst alle Menschen hinunter in die Kaste der Arbeiter, beherrscht von den verlogenen Händlern-Spielern, zu bringen – damit die „Magier“ fein unter sich bleiben…
)

Die für den Geheimdienst beste Kaste sind die Händler. Deren Charakterzug ist die bewußte Unehrlichkeit. Konflikte nehmen die Händler als Spiel, und im Spiel muß man der beste sein und nach Möglichkeit soll das Spiel auch Vergnügen bereiten.

Also, den Händlern bereitet lügen und sich verstellen Vergnügen. Im Leben sind sie Schauspieler, kommen mit Menschen leicht in Kontakt und gewinnen deren Vertrauen.
Ein typischer Fall sind die Betrüger, welche dieses Vertrauen mißbrauchen.

Außerdem haben die Händler zwei Leidenschaften: Sex und Geld.
Allgemein sind die Händler sehr schlau und charmant. Ihre Intuition ist ungewöhnlich scharf.
Solche Qualitäten sind erforderlich, um Agenten anzuwerben.

Im Geheimdienst gibt es auch Vertreter der Krieger-Kaste. Die Krieger besetzen administrative Führungspositionen. Wenn Händler, die den Kastenübergang nicht vollzogen haben, in solche Positionen gelangen, dann werden sie allermeistens Verräter.

Für den Krieger ist die Pflicht schon viel wichtiger als Geld und Weiber, daher kommt es meist so, daß die in der Anwerbung besten Händler, so sie sich zu den Kriegern hinbewegen, auch gute Führer des Geheimdienstes werden und nicht das Land für Geld und Weiber verraten.

Die Magier aus der höchsten Kaste gehen aus dem Geheimdienst in die Politik und werden Organisatoren neuer Methoden der Geheimdienstarbeit und einer neuen Politik.
Mit Sex und Geld kann man die überhaupt nicht fangen. Auch nicht mit Ruhmessucht und Eitelkeit – sie durchschauen einen beliebigen Manipulationsversuch.
Magier können eine beliebige Rolle spielen, und besser als beliebige andere Kasten-Vertreter. Konkurrent für den Magier ist nur ein anderer Magier.

(nun haben wir allerdings bei uns im Westen die Erscheinung, daß mit dem sog. repräsentativen Parteiensystem die Politik ausgehöhlt wurde und nur noch überprüfte dienstbeflissene Marionetten unter Kontrolle der Medien und weniger äußerer Magier-Zirkel (CFR, Trilaterale Kommission, Bilderberger) gewisse Rollen für die Massen spielen, während die Gestaltung der tatsächlichen Politik ganz woanders erfolgt – siehe auch hier – d.Ü.)

Die besten Händler sind potentiell die besten Geheimdienstleute und gleichzeitig die besten potentiellen Verräter.
Krieger verraten nicht, denn sie sind geleitet vom Begriff der Pflicht und Ehre, was den Händlern völlig fremd ist.
Die Händler sind eitel, und für sie ist die Anerkennung als beste Spieler und Manipulatoren wichtig.
Magier durchschauen überhaupt alles und sie sind praktisch nicht zu übertreffen und zu betrügen.

Alexander Chaldej gibt interessante Beispiele von Geheimdienstleuten aus unterschiedlichen Kasten.
Reine Händler in den Diensten sind zum Beispiel die Verräter Resun-Suworow, Gordijewskij, Kalugin, Penkowskij, Potejew.
Von den Nicht-Verrätern: Richard Sorge. Obwohl der schon zu den Kriegern neigte.

Am Übergang des Händlers zum Krieger: Nikolaj Kusnezow. Abenteurer und Weiberheld, aber ein Mensch von Ehre und Pflicht.

Reine Krieger-Beispiele in den Diensten sind Abakumow, Putin, Scherbaschin und Iwaschutin.

Reine Magier in den Diensten sind Stalin, Berija, Allen Dulles, Primakow, Kissinger.

Auf die Frage, woher Chaldäer wie Chaldej kommen, so meine ich bescheiden, daß sie Händler sind. Wobei, wie seine Wahl zeigt und was weiter unten gesagt wird, wohl eher ein Händler im Übergang zur Krieger-Kaste. Und deshalb kann ich Chaldej nicht zu den Liberalen und Verrätern Rußlands zählen.

In Rußland nähern sich die Präsidentenwahlen. Da Wladimir Putin sich aus der Krieger-Kaste ganz eng an die Magierkaste herangearbeitet hat und ein mit ihm konkurrierender Magier nicht zu sehen ist, wird Putin – so er es wünscht – praktisch automatisch erneut Rußlands Präsident werden.
Aber Putin steht vor der schweren Wahl zwischen zwei Polen des wirtschaftlichen Weges des Landes. Und konkret zwischen den Programmen von Kudrin und Glasjew.

Ich kann durchaus die Meinung von A. Chaldej nachvollziehen, daß Putin niemals sagt was er denkt. Weil Putin ein Politiker auf Magier-Niveau ist und gleichzeitig Geheimdienst und Staat lenkt.
Aber sogar Putin kann nicht sagen, was morgen sein wird und hält sich für alle Fälle seinen Glasjew. A. Chaldej ist gegen das liberale prowestliche Programm des A. Kudrin, und das gefällt mir.

Meine Position fällt mit der von Chajdej darin zusammen, daß “zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein beliebiger Angriff auf Putin unter den Umständen, da seine Figur als Präsident alternativlos und den VSA verhaßt ist, einen Angriff auf Rußland in seiner Staatsform bedeutet, auch wenn diese schädlich-bourgeois und oligarchisch-halbliberal ist. …. Ich werde nicht für die Amerikaner wirken in ihrem Bestreben, Putin zu stürzen. Daher werde ich den Amis nicht das geben, was sie so wollen. Je mehr sie Putin stürzen wollen, desto mehr werde ich ihn verteidigen.„.

Chaldej unterstreicht den wichtigen Unterschied der Lage Putins von den in Rußland herrschenden Liberalen. „Putin braucht zum Überleben ein effektives Wirtschaftssystem, die Liberalen nicht. Und Putin wird einfach gezwungen sein, das System zu verändern. … Weil die Liberalen sich für alles im Westen freikaufen können und dorthin abhauen, aber Putin kann nirgendwohin abhauen.“

Quelle
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Nun, diese Schau-Betrachtung ist – nach den dargelegten Kriterien – eine typische Krieger-Sichtweise – es fehlt ein wenig an Durchblick, an Schauen hinter die Kulissen, an Bereitschaft, sich aus den Fesseln der materialistischen Anschauung zu lösen und die Welt komplexer zu sehen – so wie sie ist.
Sei’s drum – aufschlußreich ist die Betrachtung allemal.

Allerdings unterstützt sie auch nur die Sichtweise des Kriegers, der pflichtbewußt unbedingt den Kampf aufnehmen will.
„Ohne Kampf kein Sieg“ ist so eine Krieger-Losung, oder auch die berühmte Sentenz: „Wer kämpft, der kann gewinnen oder verlieren; wer nicht kämpft, der hat schon verloren“.
Ich will jetzt den „Kriegern“, die dies gerne sind, gar nicht den Spaß am Kampf verderben, bewahre – jeder lebe so, wie er es für richtig hält.
In beiden eben genannten Fällen darf jedoch gar nicht der Gedanke aufkommen, daß es noch andere Alternativen gibt, außer der gewaltsamen Lösung.

Ja, auch einer aufgezwungenen Konfrontation kann man anders begegnen als mit eigener Gewalt. Zumindest kann man den Versuch machen, wenn es sinnvoll erscheint, in dem „Gegner“ den Menschen anzusprechen.
Oft gelingt das, und mit guten Ergebnissen, wenn ich den anderen dazu bewegen kann, sich kurz an meine Stelle zu versetzen.
Und auch wenn ein positives Resultat sich nicht sofort einstellt: meist kann man in die Seele des anderen zumindest einen Zweifel versenken, der später zu entsprechenden Erkenntnissen führt.
Denn viele einfache Bedienstete sind eher „Arbeiter“ denn „Händler“.

Ein Schritt zu alternativen Auswegen kann also darin bestehen, im wirklichen Leben sich von der abstrakten „System“-Betrachtung zu lösen und selbst die darin verstrickten Menschen zu erkennen – sich selbst eingeschlossen.

Als zweiten Schritt kann man ja – ggf. auch nach der Kastenanalyse – sich selbst und den anderen Menschen dem jeweiligen wahrscheinlichen Typ zuordnen.
Wobei es nur ganz selten „reine“ Typenvertreter gibt – die meisten Menschen sind
Mischtypen, bei denen ein Typ dominiert, aber durchaus Elemente der beiden benachbarten Typen auftreten.
Bei den eigenen Eigenschaften darf da ruhig ein wenig genauer hingesehen werden – jetzt nicht im Sinne von: „ach herrje, da habe ich aber noch so einiges zu verändern“, sondern erstmal nur
konstatierend: für die Ableitung von erfolgversprechenden Handlungsalternativen ist eine ehrliche und möglichst exakte Bestimmung des eigenen Zustandes entscheidend.

Und ausgehend von dieser Ortsbestimmung (und im Wissen um die eigenen „typischen“ Qualitäten und Möglichkeiten) kann man dann seine Vorgehensweise modifizieren und zum Beispiel versuchen, mit dem Händler ebenso spielerisch umzugehen, also auf sein „Spiel“ einzugehen. Und ihm zu zeigen, daß man sein Spiel durchschaut…
Oder anders – je nachdem, wie die Verhältnisse gerade liegen.

Die Kastenanalyse kann also ein Werkzeug, eine Hilfe sein, die mich unterstützt, mein Leben zu gestalten – auch mit alternativen Auswegen, deren es auch in der scheinbar ausweglosesten Situation stets mindestens ZWEIE gibt…

LH, 02. 07. 2017


2 Kommentare

  1. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  2. Vollidiot sagt:

    Der Krieger hat auch ein wenig unterschlagen, daß zum „ordentlichen“ Geheimdienstausbilden, auch richtiges Hobeln gehört, so Scheinerschießen oder urige Todesangst, das macht unempfindlich – das sind so alte, modifizierte Einweihungstricks, die ein wenig auf die „schiefe“ Bahn führen….
    Ob die Händler das schon erfahren dürfen, weiß ich nicht, die Krieger schon.
    Ob Stalin ein „Weiser“ war – so als Jesuitenzögling?
    Nun ja – diese Fraktion ist gerade recht viril.
    Wie Luck schon sagte, wer sich verpflichtet fühlt und hat, blickt schon nicht mehr klar.

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