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115. von 144 – ELTERN KIND UND KINDERSTUBE – In der Dornenhecke

Eckehardnyk, 13. November NZ 9

0 Präambel

Worum es in der Hauptsache geht: Um dich! Denn durch das hier miteinander Gefundene wird es dir für dein Kind gelingen, als Kindesbegleitung von Segen zu sein. Im Unterschied zu anderen Büchern will dieses dich frei lassen und dir vertrauen, dass du das Richtige in dir selbst findest und entwickeln werdest.

Anregung sollte sein, im Umgang mit dem eigenen Kind sich als unabhängiges Geistwesen selbst als den wertvollsten Erkenntnisproduzenten zu verstehen. Dabei ist natürlich auch die freie Suche nach kompetenten Erkenntnisquellen und deren Einbeziehung in die eigene Erkenntnisbildung unbedingt vorausgesetzt.


1

Ohne Phantasie wird sich das Leben kaum hübsch gestalten lassen. Ob du eine Party arrangierst, eine Rede halten sollst, ein Karnevalskostüm entwerfen oder über deine Zukunft nachdenken wirst: Überall spielt sie mit, und in deinen Kleinen ist sie so lebendig, wie nirgends sonst auf der Welt. Die Phantasie bei Kindern ist unbeirrbar stetig dabei, ganz egal, was sie tun. Das merkst du spätestens, wenn das etwa halbjährige Baby beim Anziehen oder Baden Spielchen anfängt. Doch längst vorher muß die Muse der Eingebung an der Wiege gestanden und dazu beigetragen haben, daß in den unentwegten Betrachtungen von Händchen und greifbaren Gegenständen immer etwas gefunden werde, das zum Nachdenken und Verarbeiten drängt.

2

Gehst du auf das schelmische Treiben deiner Kleinen ein, dann wirst du merken, daß sie dabei hinreichend kooperativ sind und beim Anziehen und Baden sogar mithelfen, bis alles richtig von statten gegangen ist. Das Ausufern zur Spielerei geschieht nur dann, wenn diese als Spaß beginnenden Versuche nicht sofort aufgegriffen und in die gewünschte Sache phantasievoll eingebettet werden können. Lust motiviert jedes Tun, und ist von innen her betrachtet Liebe. Am Ende wird das Gewünschte mit Spaß von außen und mit primärer Motivation von innen her an sein Ziel geleitet. Dein Kind ist außen, du aber innen und begleitest von daher, was geschieht und steuerst wie zufällig zum „nebensächlichen“ Ergebnis. Hauptsache, es hat beiden Seiten Spaß gemacht, Kindchen frisch gebadet und Jäckchen und so weiter richtig angezogen. Wiederholung, auch für dich, willkommen!

3

Das leichte Hinschreiten und Hüpfen der Kinder ist deren Antwort auf die materielle Schwerkraft, welcher sie auf der Erde wie etwas Fremdem begegnen. Selbst gewichtige Tiere wie Nashörner, Elefanten und Flusspferde wirken beim Laufen elegant, und bei Pferden, Rindern und Gazellen sieht es so aus, als ob sie die Oberfläche nur mit Zehenspitzen berühren (was sogar physiologisch der Fall ist: Betrachte deren fuß anatomisch: Seine Ferse steht nach hinten wie ein umgekehrtes Knie und nur die Hufe berühren den Boden wie unsere Fuß-oder Fingerspitzen.) Das sich Einfressen in den Grund bei Fortbewegung erinnert dagegen an diverse Maschinen, durch die heute Böden traktiert werden. Wird aber ein Kind zu sehr ins Materielle hinein gedrückt, verliert es seinen leicht hüpfenden und wiegenden Gang, und es sind ernstere Schäden für die Zukunft zu erwarten.

4

Zu denken ist dabei an Symptome mit Angst oder Zwanghaftigkeit, die zu Herz-Kreislaufproblemen führen. Was ist Humorlosigkeit anderes als zu wenig Blick über den eigenen Tellerrand hinaus? – Enge und Ignoranz erregen seelische Zustände, die körperliche Reaktionen, die dem entgegenwirken, erzeugen, und die entsprechende Krankheit hervorzaubern, die dann als Gegenmittel verstanden werden muss. Die Reaktion beim Kind allerdings ist erst einmal Trotz, „Jetzt erst recht“ aber es verrennt sich darin wie ein unbewaffneter Prinz in der Dornenhecke. Angesichts solcher Umgebung ist für Manche nur hundertjähriger Schlaf als einzige Möglichkeit angesagt. Darin verbringen sie ihr wach scheinendes Leben. In Manchen bildet dann der Zellenorganismus Pseudokulturen, die als Krebs dann Ende oder Umkehr bereiten.

5

Bleibt es nicht nur bei der infolge zu enger Bewusstseinsstrukturen zu großen Distanz zwischen Eltern und Kindern, so sorgen die widersprüchlichen Botschaften der mit sich selbst und dem Partner uneinigen Eltern für Desorientierung bei den Kleinen. Die Großen sollten demnach nicht in jeder Hinsicht durchschaubar, aber doch jeder auf seine Art mit dem Anderen vereinbar, einheitlich, verlässlich und gütig humorvoll auf ihre Umgebung wirken, wenigsten so, dass sie „vorhersehbar“ sind. Das heißt nicht, dass Eltern unbedingt einen Block gleicher Meinung vor ihrem Nachwuchs auftürmen, sondern nur, dass sie jeder auf seine Weise als in sich begründete Kraft und Einigkeit stiftender Ruhepol verstanden werden kann.

6

Wie unsere Szene 67 von 144 „Die beiden Pole“ gezeigt hat, sind divergierende Stile von großem Nutzen, wenn sie im Dialog miteinander verschiedene brauchbare Gangarten darstellen. So kann man nicht „Schritt“ gegen „Trab“ oder „Tölt“ und „Galopp“ ausspielen: Alle drei oder vier Gangarten gehören zum Pferd, und so sind auch die Vorgehensweisen jedes Elternteils zu respektieren. Über allem schwebe der Humor, ohne ihn versinkt das heimische Schloss in märchenhafter Erstarrung. Andernfalls treten zu den von der Körperlichkeit herkommenden Reaktionen auch seelische Verwirrungszustände hinzu, die das Leben schon jetzt, aber erst recht später, unentwirrbar werden lassen. Und an Stelle von selbst bestimmtem und heilsamem Handeln treten Zwang und Anpassung mit Angst als deren Türhüter in die kindlich vereinsamte Seele, die im Hamsterrad, auf dem Laufsteg oder dem Karrierepfad noch einige Jahrzehnte funktionieren mag.

©

(eah)

1. März 1999 und 13. November 2021


4 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  2. haluise sagt:

    Hauptsache, es hat beiden Seiten Spaß gemacht … luise

    Gefällt 1 Person

  3. Thom Ram sagt:

    Hervorragend, Ecki, hervorragend. Träf träf träf. Wahr wahr wahr.

    Danke!

    Gefällt 1 Person

  4. eckehardnyk sagt:

    Wer hätte das gedacht!

    Gefällt mir

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