bumi bahagia / Glückliche Erde

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139. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Hilfe durch Krankheit

Gesund durch Krankheit?

Eckehardnyk, Donnerstag 18. August, Neues Zeitalter 10

1.

Eine deutliche Spur in deiner Existenz hinterläßt Krankheit. Im Kindesalter kennst du Kinderkrankheiten. Manche davon seien gefährlich, weil sie bleibende Folgen haben können, und sollen deshalb mit Impfungen ausgeschlossen werden. Andere gelten als harmlos und sogar als nützlich, um einem Kind durch deren Überwindung zu mehr Robustheit zu verhelfen.

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137. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Unbegrenzt ist nicht gleich unendlich

Eckehardnyk, Dienstag 2. August NZ 10

Grenze oder Hindernis?

1.

Hindernisse, heißt es, seien dazu da, um überwunden zu werden. Jeder Rekrut kann so einen Rüffel irgendwann bekommen, und mittlerweile ist der Spruch so bekannt, daß er keinen Anspruch mehr hat, als originell zu gelten. In der Natur kommen Hindernisse überall vorüber, aber nicht jedes wird von allen überwunden. Hirsche scheitern beim Sprung über einen tiefen Graben oder beim Durchschwimmen eines krokodilbewohnten Flusses. Ströme versiegen im Glutofen einer Wüste oder aber Lawinen setzen sich über ganze Wälder von Hindernissen hinweg. Die Aufgabe von natürlichen Hindernissen ist keineswegs, Hindernis zu sein. Wer durch sie geschützt wird oder durch ihre Überwindung zugrunde geht, liegt außerhalb ihrer Zuständigkeit.

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136. VON 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE

– Worauf bezieht sich im Prinzip Hoffnung?

Eckehardnyk, 21. Juli, Neues Zeitalter 10

Präambel:

Nun ist bestimmt klar geworden, dass ich auf jeder Seite mit anderen Worten und Sätzen im Prinzip dasselbe sage. Doch kommt es auf etwas Anderes an? Jeder andere Strang, der hier geöffnet wird, offenbart auf seine Weise, dass wir im Erwachen sind und den Zauber-Vorhang vom Bild der Maja abziehen müssen. Doch Maja ist riesig. Das ist keine Biene. Die Biene Maja ist ein tückischer Versuch, der Illusion nicht näher rücken zu wollen und Angst vor ihrem Stachel zu haben. Die Aufgabe aber ist, die Hoffnung dieser Kulturperiode zu sein, das „Schuljahr“ zu bestehen und im „Siegelzeitalter“ (oder in der sechsten „Wurzelrasse“) und in allem, was danach so kommt, auf der richtigen Seite beginnen und enden zu können, „egal was man einem sagt“.

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135. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE

Eltern erlauben, Kinder dürfen, Gewissen erzieht

Eckehardnyk, Dienstag, 5. Juli NZ 10

1.

Kinder empfinden durch ihre Sinne, was sie dürfen. Sie haben irgendwann eine schmerzhafte Erfahrung mit ihrem Leib gemacht, beispielsweise in eine brennende Kerze gefaßt, und sind gegen weitere Erlebnisse dieser Art „geimpft“. Tiere lernen auf dem gleichen Weg. Die Lernergebnisse nennt man auch „Dressate“. Als „gute“ Eltern weigern wir uns im Innern, anzuerkennen, daß wir unser Kind dressieren. Aber anders als über den Körper, der für erwünschtes Verhalten belohnt und für unerwünschtes bestraft, lernt der Mensch seine Lektion als Erdenbürger nicht beizeiten. Bis nämlich über den Verstand Zusammenhänge begriffen werden, ist unser Kind längst vielleicht von einem Fensterbrett gefallen, auf das es sich verstiegen hat.

2.

Andrerseits lernen Kinder niemals, was sie dürfen, wenn man es ihnen nicht erlaubt. Schon deinem Neugeborenen solltest du erlauben, seine Händchen wahrzunehmen, indem du ihm die Lage auf dem Rücken ermöglichst. Später wird sich dein Kind immer wieder vergewissern, ob du mit deiner Aufmerksamkeit so weit bei ihm bist, daß es sich zu seinen experimentellen Vorhaben „beurlaubt“ fühlen darf. Urlaub war in althochdeutscher Bedeutung eine „zeitweilige Erlaubnis, sich zu entfernen“. Sich aus der Obhut Hinauswagen und Ausprobieren, wie was geht, ist die grundlegende Erfahrungsweise für jede Wesenheit, die auf Sinnesorgane angewiesen ist. Deswegen fehlt dem Experimentierenden zunächst jede Bindung an eine gefühls- oder gewissensmäßige Instanz, solange Erfahrung nicht gesammelt und geordnet ist. Erst dann tritt mit dem erfahrenen Eindruck eine Erinnerung auf und verwebt damit ein Gefühl, das jederzeit wieder hervorgerufen werden kann, wenn die auslösenden Umstände geboten sind. Der Mensch kann sich diese Umstände in der Seele wachrufen, das Tier braucht immer wieder den sinnlichen Eindruck seines Reviers, um „Erinnerung“ zu haben. Du siehst also, daß Menschwerden damit zu tun hat, aus sinnlich erfahrbaren Tatsachen seelisch gewirkte Weisheit entstehen zu lassen. Das ist zwar einfach gesagt, aber schwierig zu bewerkstelligen, wie du der Unsicherheit, die das Abenteuer Erziehung auslöst, entrinnen kannst. Das ganze „Menschliche Drama“ und die damit verbundene „Göttliche Komödie“ drehen sich darum.

3.

Du weißt, oder auch nicht, daß die Menschheit sich ständig fragt, was sie darf. Das Klonen von Schafen soll erlaubt, das von Menschen verboten sein, das Produzieren von radioaktiven Abfällen gilt als erlaubt, das Verklappen derselben ins Meer als verboten. Mit Ethikkommissionen versucht man, den immer gefährlicheren Experimenten Manschetten anzulegen. Aber es geht kein Weg daran vorbei, daß Mensch im Lauf seiner Entwicklung „alles“ erfahren will und wird. Deshalb ist es auch in Ordnung, wenn dein Kind „alles“ ausprobiert. Aber bemerke auch bitte sein ständiges Referencing, also sein Sich Vergewissern, ob du erlaubst und ob es darf. In diesem Fall übernimmst du als Vater oder Mutter die noch nicht voll anwesende Instanz seines Ichs, das erst „um die Ecke“ geschaut haben kann, wenn es Voraussicht gelernt hat, was Folge einer Tat ist.

4.

Je folgerichtiger der Zusammenhang zwischen Erlaubtem und Gedurftem ist, desto besser kann sich euer Kind „vorbereiten“. Es darf alles, was ihm (und andern) keinen Schaden zufügt. Zwar sind darüber die Ansichten verschieden, was ein „Schaden“ sei, ich meine aber ein Defekt im Hirn ist gewiß ein solcher. Und den sollten Eltern verhindern helfen, indem sie keine Widersprüche entstehen lassen. Das Begehren einer Süßigkeit ist verständlicherweise mit einer erwarteten Freude verbunden. Doch das Gewähren, damit ein Kind Ruhe gibt, sorgt in minimalen Dosen und lange unbemerkt für eine bleibende Schädigung. Der Sinn von Schenken ist Freude Machen. Wenn daraus „Lästigkeit Abstellen“ wird, lernt ein Kind, lästig zu sein, um darüber wenigstens für sich Freude zu erlangen. Eine traurige Karriere, nur – leider – keine seltene. (Statt Süßigkeiten werden heutzutage Smartphone an kleinste Kinder verabreicht). Eines Tages wird statt seiner vorübergehenden Lästigkeit sein ganzes Wesen „abgestellt“, und entsprechend abgeschoben und irgendwie sinnlos verbringt es sein übriges Dasein.

© 🦄 (eah)

2. April 1999 und 5. Juli 2022

134. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Emotion, Gefühl und Empfindung: Worauf soll man sich verlassen?

Eckehardnyk, Donnerstsag. 16. Juni NZ 101 „Fräulein Leichnam“

0

Manch einer möge denken, das alles nicht hierher gehöre, wo doch die Welt am brennen sei. Das mögen jene weiter denken, die so denken. Wer unabhängig davon liest, was sich da vor dreiundzwanzig Jahren sagen ließ, wird das heutige Zeitgeschehen hochrechnen können. Warum?

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133. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Was bedeutet „Strafe“?

​Unklare Herkunft

Eckehardnyk, Mittwoch Juni 1, NZ 10

1

Eine auffällige Sache verbindet die Deutschen Bezeichnungen von Strafe, Rüge, Tadel, Schimpf und Schelte: Die Ahnenforschung für unsere Wörter, die Etymologie, kennt nicht ihre Herkunft. Es bestehen keine gesicherten Verwandtschaftsverhältnisse zu den anderen Zweigen unserer Sprachfamilie.

2

Das bringt mich auf eine Idee, die wir „für uns Erzieher“ nutzbar machen wollen. Die Verhaltensforschung hat nämlich herausgefunden, daß „Strafreize“ nur innerhalb des ersten Drittels einer Sekunde von demjenigen „richtig verstanden“ wurden, der bestraft werden sollte. Später ist für das unterbewußte Verständnis, das hier allein zählt, die Herkunft und der Sinn des Reizes unklar. Folglich wirkt sich ein solch verspäteter Strafreiz ganz anders aus, als von dem Strafenden eigentlich gedacht. Abschreckende Beispiele gibt es genug, aber wählen wir nur mal die inzwischen für Deutsche Lehrkräfte ausgeschlossene „Züchtigung“ eines Schülers. Bis der erste Schlag auf Hände oder Hosenboden erfolgte, waren durch die vorausgegangene „Zeremonie“ Minuten vergangen, in denen Folgendes entstand: Eine ins Riesenhafte vergrößerte Wahrnehmung von kränkender Emotion, was Unterlegenheits- und Rachegedanken beim Kind entstehen ließ, und eine auf Zwergenmaß geschrumpfte Wahrnehmung von Rechtmäßigkeit mit Überlegenheit und Sadismus verwurschtelten Emotionen beim „Erwachsenen“.

3

Eine präzise Zuordnung von verspätetem Strafreiz zu seinem Anlaß sind weder für das Opfer noch, erstaunlicherweise, für den Täter möglich. Beide bleiben dermaßen in das Strafritual verstrickt, daß der auslösende Tatbestand verschwindet und folglich auch keiner „Heilung“ zugeführt werden kann. Aber alles, was heilt, muß eine klare Herkunft haben, sonst schenkt der Mensch dem keinen Glauben. Manche kennen den Ausspruch: „Dein Glaube hat dir geholfen.“ Der uns am besten bekannte Heiler ist in unserer Seele verborgen und bedient sich unseres Geistes. Und schon ein Dreizehnjähriger kann heute den Gedanken haben, daß „Geist“ und „Ich“ dasselbe sind.

4

So wie Heilungen aus dem Ich kommen, so auch Strafen. Die schlimmsten Strafen für sich erfindet der Mensch in seinem Inneren selbst. Doch auch bei dieser Art Selbstgemachtem ist die Zuordnung nicht gewährleistet, wenn zwischen Anlaß und Maßnahme zu viel passiert ist. Dann fällt die Bestrafung durch sich selbst so wie die durch Fremde in die Rubrik von „Kränkung“. Ungezählte Menschen leiden an den Folgen von Bestrafungen aus allen möglichen selbst angetanen, aber meist schon unklar und unsinnig gewordenen Schuldzuweisungen („Schuldangst“ kann sogar als Sisyphos-Syndrom zu einem für jeglichen Ausbeuter willkommenen Triebmittel zu ständiger Leistung für Andere werden.)

5

Wenn du eine Tat nachhaltig bei deinem Kind löschen willst, dann musst du den dafür gedachten Reiz unmittelbar aussenden. Sagt dein Liebling vielleicht „Arschloch“ zu dir, darfst du einen dagegen gerichteten Klaps nur sofort oder gar nicht verwenden, sonst verliert deineAktion jeden Überraschungs- und Heilungseffekt und du steigerst dch in Gefühle von Verletztheit, die wiederum nur zu ungewissen Reaktionen auf beiden Seiten führen. (Kinder antworten deshalb, wenn sie keine Gewalt anwenden wollen oder können, blitzschnell mit „Selber Arschloch“, was in den meisten Fällen die Sache erledigt, oder sie verlassen die Szene.)

6

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132. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Kindliche Macht

Eckehardnyk, Montag, 23. Mai NZ 10

1.

Bei Jirina Prekop kannst du mal nachlesen, was ein Kind alles mit seinen Eltern veranstaltet, wenn es „Macht“ über sie erlangt. Ihr Buch 1) erzählt skandalöse Beispiele von elterlicher Unterwerfung und nennt Methoden, einen Weg da wieder heraus zu finden. Ich glaube, daß die Autorin eher auf eine Entartung kindlicher Macht aufmerksam gemacht hat; denn der Zauber, den Kinder durch ihr Wesen über uns legen, kann sie nicht zur „Entmachtung“ vorgesehen haben (das zeigt schon der Untertitel, siehe Fußnote).

Denk nur an die beiden Weihnachtsgeschichten in christlichen Evangelien: Hirten werden von ihrer Nachtwache bei den Schafen, und Könige oder Magier aus fernen Ländern herbei gelockt, um einem Neugeborenen zu huldigen. Oder alltäglich zu sehen: Wie viel Anziehungskraft übt ein Baby allein schon durch seine Existenz in einem Kinderwagen oder bei seiner Taufe auf wildfremde Menschen aus?!

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131. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Selbstvertrauen

Eckehardnyk, Sonntag 15. Mai NZ 10

1.

Zum Führen gehört Selbstvertrauen wie Geradheit zum guten Charakter. In „Wer frägt, der führt“ (53. von 144) sind wir schon einmal der Unsicherheit begegnet, der wir als junge Eltern ausgesetzt sind, wenn wir zum ersten Mal ein Baby in Aussicht haben. Im Hineinhorchen in das, was uns selbst aus unserer inneren, geistigen Quelle zufließt, können wir die Sicherheit erlangen, mit der wir uns und damit auch unser Kind in eine deutlich erkennbare Richtung führen. Und indem wir das tun, gewinnt auch das andere Element, die Freiheit, an Bedeutung. Erst auf der eingeschlagenen Wegstrecke werden wir nämlich frei für das, was dieser Weg uns bietet. Befreien wir uns zunächst von zu vielen weiteren Wegen dadurch, daß wir einen einzig gangbaren als den unsrigen erwählt haben! Dann befreit uns diese Entscheidung, die nur scheinbar eine Beschränkung ist, von allem, was wir nicht tun müssen.

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130. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Oberschicht

Eckehardnyk, Sonntag, 8. Mai NZ 10

1

„Obwohl es keine Oberschicht mehr gibt, möchten immer mehr Leute ihr angehören“. Diesen Satz aus einem Spruchlexikon soll Friedrich Sieburg gesagt haben. Wahrscheinlich dachte er als „Historiker“, an die alte Oberschicht aus dem Adel. Statistisch gibt es auch heute eine solche Klasse von Menschen, die sich einkommensmäßig dorthin gruppieren lassen, wo früher die „Elite“ aus der Aristokratie angetroffen wurde. Auch ohne immer über materiellen Reichtum zu verfügen. Nicht zufällig gibt es das Wort vom „verarmten Adel“. Aber Sieburg dachte zu kurz. Denn gerade dadurch, dass „immer mehr Leute ihr angehören“ wollen, gibt es gar keine Oberschicht mehr, die diesen Namen verdient.

2

Eltern werden gewiß wünschen, daß ihr Kind der vornehmsten Schicht angehöre oder zumindest in der Schicht, in der es dann lebt, zu den Besten zähle. Es ist anscheinend dem Menschen eingegeben, dafür zu sorgen, daß sein Nachwuchs Vorzügliches erreiche, ja über seine Eltern hinauswachse. Wir wissen, daß die Tatsachen dann häufig anders ausgehen und viele Elternpaare Kummer haben mit dem diesbezüglichen Erfolg ihrer Zöglinge.

3

Worauf sollte es denn eine gelungene Erziehung oder Kindesbegleitung abgesehen haben, wenn nicht auf ein Erreichen von Oberschichtzugehörigkeit? Ich glaube zwar, auf nichts anderes; doch das, was „Oberschicht“ sein soll, müßte jeder für sich neu bestimmen. Denn der Lebende gehört immer zur Oberschicht in dem Sinne, daß er an der hellen Tagesoberfläche lebt. Denken wir bloß an das Gigaheer von Toten (oder Ungeborenen), das hinter und unter (oder vor und über) uns liegt, und das an seinem vergangenen Dasein Nichts mehr (oder noch nichts) ändern kann! Dann begreifen wir das Privileg, gerade jetzt und hier eine leibhaftige Existenz mit Gestaltungsmacht führen zu dürfen.

4

Auf seine Art kann jeder lebende Mensch Vornehmheit und Ausgezeichnetsein erlangen. Die Chance dazu wird allerdings im Durchlaufen von Kindheit und Jugendzeit durch die Begleitpersonen beeinflußt, mitunter sogar trotz oder wegen guter Vorsätze beschädigt. Gewiß willst du Schaden fern halten. Gut, so richte alles darauf ein, daß deinem Kind die Aufmerksamkeit geschenkt werde, die seinen Bedürfnissen entspricht. Die meisten Erwachsenen verwechseln die Bedürfnisse ihrer Kinder mit eigenen Mängeln oder Empfindlichkeiten.

5

Eins der wichtigsten Bedürfnisse – sagen wir dazu „Grundzuwendung“ – ist das Angenommensein. Mit jeder Stillung, mit jeder Pflege kann es einem Kind zugeführt werden. Oder, auch ohne Absicht, vorenthalten bleiben! Es tötet ein klein wenig, wenn sich mit dem Wickeln nicht immer wieder rein gefühlsmäßig das „Annehmen“ verbindet. Oder, was nützt ein Fläschchen, wenn das Kleinkind selbst danach schon greifen möchte, aber die Pflegeperson es ihm ständig in den Mund steckt? Die Folge ist, daß es sich abwendet und die Flasche, die es nicht hat greifen dürfen, von sich weist. Dazu hat es bereits Macht.

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Du wirst nun solche Fallen aus dem Weg räumen und jede Regung, ob nun das erste Sichaufrichten oder die ersten Gehversuche, mit Zulassen, Annehmen oder sonst einem aufmerksamen Gefühl begleiten. Dein bescheidenes Dazutun fördert Selbständigkeit, Experimentierlust und Intelligenz, wenn du verzichten kannst, an Stelle deines Kindes zu handeln, wo immer es schon selbst dahinter kommen will.

7

Auf der anderen Seite wird ein Kind von dir Führung brauchen. Auch darin erfährt es sein Angenommensein. Ein Kind kann nicht „um die Ecke schauen“. Du jedoch hast Übersicht und Erfahrung und weißt, was von dort kommen könnte. Wenn du einem Kind Freiheit lässt, wo es Führung braucht, nimmst du ihm die Sicherheit, mit der es einst auch selbst führen soll. Es wird uns also hier noch beschäftigen, wo Führung oder wo Freiheit am Platze ist.

8

Eine Grundbedingung für Eltern ist freilich, daß sie bei sich selbst ein Wissen aufkommen lassen, das ihnen den Weg weist zu kindlichen oder jugendlichen Bedürfnissen. Ein solches Wissen ist von dem bereits behandelten Feingefühl oder containment begleitet, mit dem man sich auch „aauf „Nonverbal“, also auf körpersprachlich geäußerte Weise in die Verhältnisse eines jeden Kindes einlassen kann. Angelesene oder aufgesetzte Meinungen bringen weder uns noch unseren Nachwuchs jemals ins „Oberhaus“, sondern verursachen Durststrecken im „Oberstübchen“.

© 🦄 (eah)

22. März 1999 und 8. Mai 2022

129. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Wie man dazugehört

Eckehardnyk, Sonntag, 1. Mai NZ 10

0

Kann man wirklich selbst bestimmen, wozu man gehört?

1

Heftig umkämpft sind Tickets für bestimmte Ereignisse wie Bundesliga, Festival-Konzerte oder sonstiges Theater: Überall möchte eine große Schar live dabei gewesen sein. Doch wie gehört man „dazu“, wie wird man Mitglied im Kreis der Auserwählten, die zu allen begehrten Begebenheiten immer Zutritt haben? Manche Erdenbürger lösen das Problem, indem sie zu Journalisten werden, um einfach überall mit ihrer Presskarte Eintritt zu kriegen, wo es nur geht. Doch wir wissen, daß man „die Journaille“ keineswegs zu allen Anlässen willkommen heißt. Also kann das keine Lösung sein, existentiell an jeder gewünschten Veranstaltung teilzunehmen.

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128. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Wozu noch Tempel und Kirchen?

Eckehardnyk, 21. April NZ 10

0

Ausnahmsweise nicht nur aus der Urschrift von 1999 sondern weiter gehend nach der bearbeiteten Fassung von „Abenteuer Erziehung“ im Verlag tredition (Hamburg, 2013). – Für wen gilt eigentlich der Satz: „Steck dein Schwert an seinen Platz. Denn, die nach dem Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen.“ (Matthäus 26,52)?

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127. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Kindergarten für den Charakter

Eckehardnyk, Donnerstag, 7. April NZ 10

0

Durch das merkwürdige Testgeschehen in Hausarrest gehalten gewesen, den ich andernorts ohne Computer verbracht habe, gibt es diesen Beitrag etwas später als gedacht. Angesichts der Millionen von Jahren, die vor uns liegen, kein wirklicher Rückstand. Aber, wie das auf Erden üblich gewordene Zeitmessen von Leistungen zeigt, geht es um Bruchteile von Hundertstelsekunden, damit einer auf dem „Podest“ ganz oben stehen und sich mit Champus begießen darf. Und noch ein Witz darf die Runde beflügeln: Die ungeimpft ausgeladene Verwandtschaft von Weihnachten wird nun in mancher Familie durch ungeimpft aufgenommene „Ukrainer“ ausgeglichen. Dazu fällt mir ein Gedicht meiner Schwester (Ute Strub) ein, das zu Jahreszeit und Weltgeschehen passt:

„Die Schlehen, die Schlehen sind ausgebrochen, nichts hält ihr Blühen zurück.

Ein Meer von Blüten bedeckt die Dornen – So oberflächlich ist Glück.“

1

Man könnte Kinder doch auch allein auf alles vorbereiten, was das Wesen der Gesellschaft von ihm erwartet. – So denken manche, und da es einen Zwang zum Kindergarten gottseidank nicht gibt und noch nicht mal für alle Plätze vorhanden sind, bleiben viele Kinder daheim, bis die Schule, mit Zwangsmittteln per „Gesetz“ ausgestattet, dann doch alle erfaßt, sogar Behinderte, die niemals ein klares Bewußtsein erlangen können. Früher, vor Einführung der Schulpflicht, hatten vor allem vornehme Familien einen Privatlehrer, der den Zögling bis zur Berufsausbildung begleiten konnte. Aus Rußland stammten zu jener Zeit noch im 19. Jahrhundert hervorragende Schriftsteller und Musiker. Auch in Deutschland wuchsen bedeutende „Dichter und Denker“ heran, bevor der Zwang alle in eine große Bildungsmaschine gesteckt hat, bei der wir, spätestens nach dem zweiten Weltkrieg, nicht mehr so recht wissen, was eigentlich herauskommt. Überzeugt, daß Schule „Sinn macht“, sind hierzulande beträchtlich viele nicht mehr. Daß in England hervorragende Erziehung in gewissen Anstalten geleistet werde, möge glauben wer will; das Gleiche könnten gutwillige Ausländer auch über unser Schulsystem behaupten; begründen kann es hüben wie drüben wohl ernstlich niemand.

2

Nun, was lernt, dein Kind in Kindergarten oder Schule? Vor allem lernt es um sich herum einen Kreis anderer Kinder kennen. Was es im Schutz seiner Familie bisher leicht konnte, gerät „draußen“ ins Abseits und umgekehrt: Kinder entwickeln gerade dort neue Fähigkeiten, wo sie sie im Wettbewerb mit anderen entdecken. Dein Sprößling empfindet: Das bin also ich und jenes die anderen. Er sieht, hört und riecht zunächst nur die vielen anderen Kinder, die neugiering nach ihm Ausschau halten und irgendwie „einschätzen“. Im einen Kind erwacht Feuer, das sagt: Denen zeig ich’s! Im anderen steigt Angst hoch, die sagt ihm: Ich will heim!

3

Auf beide Vertreter müßtest du vorher eingewirkt haben. Du kannst dem Feuerkopf durchaus zu verstehen geben, wenn er in eine Gruppe von Kollegen kommt, daß er erst mal hinhören und sehen soll, was die an ihn herantragen. Dem Schüchternen wirst du dagegen Mut machen, sich in der Horde zu behaupten. In der Kinderschar werden sich beide Typen begegnen, und du kannst dazu beitragen, daß sie voneinander lernen. Denn die Gefahr der Abschottung besteht für beide. Der Feurige kennt bald nur noch sich und behandelt die anderen wie seine Herde, die nur ihm gehorcht. Der Zurückgezogene läßt sich vielleicht am wenigsten vom Feuerkopf sagen, muß aber seine Angriffe bei jeder Gelegenheit hinnehmen, ohne sich wehren zu können. Ach er verschließt sich und läßt „die“ nicht mehr an sich ‚ran.

4

Jedes Kind wird ein bißchen anders sein als irgendein Typ, den du irgendwo geschildert findest. Es ist ein Einzelwesen auf der Welt, und nun soll es sich „einordnen“. Das geht in Wirklichkeit überhaupt nicht. Deshalb brauchen Kinder – wie später auch auch alle erwachsenen Menschen mit Bewußtsein, Kinder aber über das Unterbewußte – das Abenteuer Erziehung, um darin „Weltmeister“ von sich selbst zu werden. Die Gruppen oder Klassen in Kindergarten und Schule bieten in erster Linie Starthilfen für den eigenen Charakter. Was das ist – Charakter? Das könnte ein Schicksal sein; deshalb solltest du auf seine Bildung größten Wert legen. Wodurch ist denn ein schlechter Charakter schlecht und ein guter gut?

5

Ich habe mich das selbst als Kind immer wieder gefragt, weil ich das Wort nicht verstanden habe. Haben nur andere einen? Fragte ich mich. Dein Kind sollte schon früh wissen, daß es diesen „Dienstleister“ in seiner Seele hat. Also, Charakter ein Dienstleistungsbetrieb für Seele und Geist? So etwa. Denn im Charakter fühlen wir alle Kräfte, Einstellungen, Tugenden aber auch Laster vereinigt, die unsere Handlungen und Taten vorantreiben. Etwa wie einen „gut“ dressierten Hund, der für sein „Herrchen“ bei Gelegenheiten „mit Zukunft“ mit dem Schwanz wedelt, vor schweinischen Leuten knurrt und vor gefährlichen Sachen die Haare sträubt. – Oder nennen wir unseren Charakter auch unser „Betriebssystem“, das entweder funktioniert oder Abstürze verursacht.

(c) eah

22. März 1999 und 7. April 2022. Due überarbeitete Printausgabe „Abenteuer Erziehung“ (Hamburg 2013) zeigt sich noch bis 21. April auf der Website http://www.eahilf.de und ist bein Verlag tredition bestellbar. Die hier publizierte Version beruht auf der Urschrift.

No 120 – von AndroMeda

Eckehardnyk, Montag 21. März NZ 10·

1

Ich geh noch mal zum Anfang

War das Wort und hab ich Recht?

Wir kennen diese Sprüche.

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126. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Du darfst

Eckehardnyk, Dienstag, Iden des März (15) NZ 10

​Präambel

0

Vernünftiges Denken überwindet jede Grenze, Aber können Sie aus Liebe Hindernisse setzen?

(Urschrift zu „Abenteuer Erziehung“ (Hamburg: tredition, 2013)
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No 119 – Das Leben kommt in die Gänge

Eckehardnyk 12. März NZ 10

1

Das Leben schreitet fort. Es kommt an einen Ort.

Wo niemand nicht hin will. Das Leben ist kein Drill.

Das Leben ist ein Drill. Kommando hin Kommando her.

Pappeln fallen über quer. Sodass es Panzer haben schwer.

So sperren wir den Weg. Die Leute ständig wollen Sieg.

Vorüber lass uns eilen, die Schützen auf uns peilen.

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125. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Gefühl und andere Katastrophen

Eckehardnyk, Sonntag 6. März, NZ 10

0

Präambel: Um sich frei zu fühlen , gibt es ein einfaches Mittel: Nicht an der Leine zerren (Hans Krailsheimer, 1888-1958, Sprücheklopfer)

1

Zwei Zustände, die in der westlich-demokratischen, mit amerikanischem Traum imprägnierten Welt an oberster Stelle bewertet werden, sind Freiheit und Glück. Durchaus spannend ist an diesen, daß sie nicht nachweisbar, sondern nur indirekt erschließbar sind und von den meisten als „relativ“ angesehen werden. Ähnliches kann übrigens auch für Wahrheit und Schönheit gelten. Zum Umgang mit Wahrheit hatten wir bereits in der 55. Szene (von 144) Diskretion heran bemüht. Und Schiller läßt in diesem Sinne in „Don Carlos“ sagen: „Die Wahrheit ist vorhanden für die Weisen, die Schönheit für ein fühlend Herz.“ (*) – Glück und Freiheit, die beide als zusammengehörig gelten – um die es in „Don Carlos“ fünf Akte lang geht – und eben auch die Schönheit werden durch ein intimes Organ im Menschen identifiziert, und das ist unser Gefühl.

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124. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE

​– Garantie für „Selbstwert“

Eckehardnyk, Mittwoch 23. Februar, NZ 10

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Ein bester Freund fragte mich zu Manchem, auch zu diesem Kapitel, ob das Spekulation sei oder ob ich das alles wisse. Doch wer diese Frage so stellt, sagt damit aus, dass er nicht alles nachvollziehen könne. Denn wer nachvollziehen kann, bestätigt mit seinem Denken ein solches „Wissen“ (nicht etwas „Beweisbares“). In der Kindesbegleitung – wie ich mich heute anstatt „Erziehung“ zu sagen bemühe – gibt es Wissen, manchmal aus Erfahrung, aber vor Allem aus Intuition. Nur daraus entspringt und gelingt die oftmals mit „Herzblut“ geleistete, von den Betroffenen anerkannte und geliebte Führungsrolle bei Kindern.

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123. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Söhne

Eckehardnyk, Samstag 12. Februar NZ 10

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122. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Club der Dichter

Eckehardnyk, 2. Februar NZ 10

0.

Wir kehren zurück zum Du. Warum? Der Text hier soll als Einheit neu in einem Buch erscheinen, das auch die Kommentare aus diesem Blog berücksichtigt oder aufnimmt. Da die Gemeinschaft hier das Du integriert hat, sollte dies auch in der Dialogform ausgedrückt werden. Die vorherigen Szenen dürfen als Ausnahme so stehen bleiben. 119. war ein Versehen, die folgenden Szenen passten in ihrer Art noch dazu. Sollte euch die Sie-Form besser geeignet erscheinen, lasst es durch Kommentare mich wissen. Danke! Und noch was: Die Szenenüberschrift hat natürlich aus dem Film „Club der toten Dichter“ geistiges Kapital bezogen.

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121. von 144 – ELTERN KIND UND KINDERSTUBE – Buchstabe tötet, aber Geist macht lebendig

(Aus der Urschrift von „Abenteuer Erziehung“)

Eckehardnyk, 22. Januar NZ 10

0

Es reizt mich, den Text auf die heutige Welt anzuwenden: Ein schwacher Ruf auf „Gesundheit für alle“ hat einen starken Geist schwach herbeigerufen und seine Ausgestaltungen legten sich lähmend über unser Land; denn „Gesundheit“ hat die schwach Rufenden noch nie wirklich stark interessiert, wohl aber die an geschwächten Menschen ihre Geschäfte Verrichtenden, siehe Abschnitt 4, Fußnote 1.

Heute noch einmal per Sie. Die in Du-Form gewandelten Beiträge enthalten – wieder künftig – redaktionelle Änderungen.

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120. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Wer tröstet, heilt! – Bleiben wir beim Sie!?

Eckehardnyk, 17. Januar NZ 10

0 Präambel
Immerhin wissen wir nun, dass Bildung ein Dreiklang ist, die in bestmöglicher Vollständigkeit in einem Menschenleben anzulegen ist. Aber wussten Sie, dass man Weinen und Lachen in der gleichen Mundstellung vollzieht?

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Statt 119 von 144

Eckehardnyk, 24. Dezember NZ 9

Aus Andromeda No 113 (der von mir gegründeten f-Gruppe)

Heilig Morgen Gesicht

1

Nur von Polarlicht und

Stehend mit erhobenen Armen

Auf einer Felsenkanzel, umgeben

Von schwärzester Nacht

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118. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Was soll denn gelingen?

Eckehardnyk, 11. Dezember NZ 9

0 Präambel
Wir wissen nun, dass Bildung ein Akkord, ein Dreiklang sein muss, um sie als die beste Anlage eines vollständigen Menschenlebens brauchen zu können.
1
So viele geglückte Existenzen wie Menschen könnte es geben. Doch wie viele sind am Ende überzeugt, daß sie „gelungen“ ist? Wer aus jeder Gelegenheit versucht, das Beste daraus zu machen, gehört sicher dazu.

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117. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Abenteuer Sein

lEckehardnyk, 27. November NZ 9

Präambel

0

Wir wissen nun immerhin, dass Bildung ein Akkord, ein Dreiklang sein muss, um sie als die beste Anlage eines vollständigen Menschenlebens brauchen zu können.

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116. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Plötzlicher Kindstod durch „unendliche Freiheit“?

Eckehardnyk, 20. November NZ 9

0 Präambel

Was aber ist Charakter? Das könnte schicksalhaft sein; deshalb sollten wir auf dessen Bildung größten Wert legen. Begriffsbildung am Wissen, Körperbildung beim Gebrauch der Gliedmaßen und jetzt Charakterbildung für die Seele – da haben wir einen pädagogischen Dreiklang, der das „Abenteuer Erziehung“ bis an sein Ende begleitet.

1

Ein Mangel an Bindung, also an Zusammengehörigkeitssignalen oder, wie wir früher (Szene 33 von 144) schon gesagt haben, an „kustodientem“ Verhalten, kann zu den in 115 genannten schicksalhaften Verstrickungen führen.

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115. von 144 – ELTERN KIND UND KINDERSTUBE – In der Dornenhecke

Eckehardnyk, 13. November NZ 9

0 Präambel

Worum es in der Hauptsache geht: Um dich! Denn durch das hier miteinander Gefundene wird es dir für dein Kind gelingen, als Kindesbegleitung von Segen zu sein. Im Unterschied zu anderen Büchern will dieses dich frei lassen und dir vertrauen, dass du das Richtige in dir selbst findest und entwickeln werdest.

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114. von 144 – ELTERN KIND UND KINDERSTUBE – An den Früchten sollt ihr sie erkennen

Eckehardnyk, 2. November NZ 9

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Wer ist eigentlich der Beste auf der Welt? – Selbst wenn man diese Frage beantworten könnte: Der Beste würde niemals wünschen, daß dies bekannt würde. Immerhin ist bekannt, wer der Reichste sein soll, obgleich die Angaben der Zeitungen das nicht ganz einhellig anzeigen. Manche nennen einen Japaner, manche einen Mexikaner, manche (schon damals) Bill Gates. Aber sind das die Besten?

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113. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Elite

Eckehardnyk, 26. Oktober NZ 9

1

Ein Spagat ist es also, was dein Kind in sich vollziehen muss zwischen Kindheit, die im Jugendalter mündet und jener Art von Kindsein, die niemals endet. Ein bißchen komisch mutet das schon an, wenn man sich fragt, wo bin ich denn „Kind“, wenn ich gestorben bin?

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Los von Rom

Eckehardnyk 22. Oktober NZ 9

hier ist mal eine von Raik Garve (.https://raikgarve.de/) gelieferte Zusammenschau all der hochexppllosssieven nach jeder Richtung gefährlichen Informationen zu dem rettenden Giftstoff zu sehen. Den Nichtwilligen sollte jedes Argument an die Hand gegeben werden, um sich und ihre gehörwilligen Freinderln zu schützen.

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112. von 144 ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Hat Kindheit ein Ende? – Am Ende der Welt

Eckehardnyk, 19 Oktober NZ 9

1

Wo immer du hinreist: Das Ende der Welt wirst du nie, nie erreichen. Dennoch existiert es an exponierter Stelle in gewissen Märchen und Sagen, und will uns was sagen. Doch wie alles aus diesem Stoff gibt es das weder zum Anfassen noch zu kaufen, sondern um es zu sein. Das Ende der Welt erreichst du nicht mit deinem säugetierhaften Leib, sondern du bist es mit deiner menschlichen Seele.

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111. von 144 – ELTERN KIND UND KINDERSTUBE – Fortschritt II

Als Anlage, als Conditio humana (Fortschritt I siehe Szene 75 von 144)

Eckehardnyk, 11. Oktober NZ 9

Präambel: Auch wenn diese hausväterliche Pädagogik Manchem „old school“ erscheinen mag, wird ihr Gehalt für eine „neue Erde“ Conditio sine qua non, also Voraussetzung zum Menschsein werden

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110. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Bündnisse

Eckehardnyk – 24. September NZ 9

An Väter und väterlichen Part spielende Mütter

1

In allem, was deine Kinder vorhaben, in allen Verabredungen steckt also eine Art Garantie für die Zukunft. Selbst dann, wenn Pläne und Blütenträume nicht alle reifen, weil sich widrige Umstände zwischen Traum und Wirklichkeit geschoben haben, sind vorausgedachte Unternehmungen von Bedeutung für die Kraftentfaltung eines jeden Menschen. Du kannst deinem Kind zu solchen Energieschüben durchaus verhelfen, indem du seine Pläne ruhig mit anhörst und in keiner Minute an der Realisierbarkeit zweifelst. Nur dann wirst du auch in solche Vorhaben eingeweiht, bei denen echte Gefahr droht. Dann bist du natürlich als Verhinderer von Schlimmerem aufgefordert, deinem Nachwuchs brauchbare Aufklärung zu geben.

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109. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Zukunft

Eckehardnyk, 14. September NZ 9

Präambel

Es ist egal, wie aktuell ein Beitrag bewertet wird. Wer das nicht glaubt, möge an die deutschen Klassiker, an die Mystiker des Mittelalters und die Evangelisten denken, für wie aktuell ihre Texte gehalten werden. Sie sind es immer, und gerade jetzt. Seit Johanni dieses Jahres begeben sich nach und nach alle Seelen, Heiligen, Propheten und sonstige schlimme Finger, die Gutes bewirkt haben, zu einem geistigen Konzil, das in Erdkilometern keine 800 Millionen entfernt ist, weit genug, um von der Mama des Vati Caans in Ruhe gelassen zu werden. Was machen die dort? Sie weben am neuen Kleid, an einem neuen Kleid für Erde und die darauf zu wohnen gesandt sind. Wer wissen will, wie dieses Kleid aussieht, der lese mal hier ein bisschen mit im Text. Da steht nämlich alles Wichtige drin. (So höre ich Oberst Jansen reden.)

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108. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Wem gehört die Welt oder worum dreht sich Karneval?

Eckehardnyk, 5. September NZ 9

1

Um in der Welt verantwortungsbewußt zu handeln, muß man sie auch verstehen. Das heißt nicht, daß man alles zuende studiert haben muß. Über all die Sternhaufen und Materiegrundlagen kann ein Jugendlicher trotz seines unstillbar scheinenden Interesses an allem doch nicht alles wissen, wo selbst ausgewachsene Forscher sich auf ihr Spezialgebiet zurückziehen müssen. Trotzdem gehört zu jedem Menschen ein tiefgreifendes Verständnis über das Grundwesen der Welt, wenn er darin sinnvoll existieren soll.

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107. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Laßt uns Taten sehen!

Macher und Handelnde – Empfänger für die Folgen ihres Tuns

Eckehardnyk, 20. August NZ 9

1

Das Deutsche hat zwei Wörter in der Bedeutung von „Tat“, wozu das Wort Tatort gehört. Dein Kind dagegen wird lange Zeit überhaupt kein Substantiv für das Tun haben, obgleich es schon außerordentlich viel „machen“ und besonders „selber machen“ möchte. Taten sind demnach etwas, wo hinein der Ausführende offenbar wenig Bewußtsein investiert. Außenstehende jedoch beurteilen dieses Tun jedoch sehr wohl und meistens anders. Entweder bewundern sie es als „Tat“ oder sie verurteilen es als „Untat“. Taten scheinen so etwas wie Handlungen für andere zu sein; es haftet dem Tatbegriff etwas Heldenhaftes an, das mehr den Außenstehenden als den Täter selbst beeindruckt. Von Handlungen kann man das jedoch nicht sagen: Sie gehören dem (an), der sie ausführt. Nicht zufällig ist eine „Handlung“ auch eine kaufmännische Einrichtung, wo Waren feilgeboten werden, die dem, der sie verkauft, solange gehören, bis sie auf festgelegte Weise den Besitzer gewechselt haben und damit Eigentum eines Käufers sind. Hört sich das nach Heldentum an?

2

Als Dritter im Bunde ist heute noch der „Macher“ in die Arena getreten. So haben wir den Helden (oder Verbrecher), den Macher und den Handelnden. Diese feinen Unterschiede im Deutschen in Bezug auf die Repräsentation des Tuns deuten auf etwas Wichtiges für den Entwicklungsprozeß. Der Ausfluß von einem bestimmten Verhalten führt immer erst einmal zum Machen, so daß hier der Unterschied zwischen Mensch und Tier nicht groß sein muß. Jedes Lebewesen „macht“ immer irgend etwas. Taten (oder Untaten) erscheinen dagegen schon wie von einer Kommandozentrale aus gelenkt. Manche Tiere werden für ihre „Taten“ belohnt. Eine Fernsehserie, die sich um die Einsätze eines Polizeihundes gruppierte, wurde sogar „Kommissar Rex“ genannt. Als ob der Held der Serie seine Einsätze selber leitete. Dieser Ausführende konnte jedoch die Tragweite seines Machens gar nicht erfassen. Er brauchte weder Verantwortungsgefühl noch Gewissen. Hier sehen wir, daß sowohl ein Held als auch ein Tier durchaus etwas begehen können, was nach einer Tat aussieht. Jedoch wird das Tier nicht zur Verantwortung gezogen 1), weil ihm seine „Taten“ andressiert wurden, wogegen sich ein Held durchaus einen Rechenschaftsbericht gefallen lassen muß. Nicht immer war seine Geschichte, wie wir aus Othello, Don Carlos oder anderen Heldenopern wissen, für ihn gut ausgegangen. Mit einem Bild ausgedrückt sind Handlungen „sehend“, Taten und ihr schlechtes Gegenstück, die Untaten, jedoch „blind“.

3

Indessen siehst du dich dem Schaffens- und Tatendrang deines Kindes ausgesetzt. Während es als Säugling oder Kleinkind noch alles mögliche macht und probiert, mit dem Blick folgt oder ein Gesicht wieder erkennt, wozu du noch nicht Tat sagen möchtest, beginnt es mit etwa einem Jahr von Worten soviel Notiz zu nehmen, daß du es damit schon zu etwas leiten (oder verleiten) kannst. Und dieses Etwas nennen wir in der Tat eine Tat (oder Untat). Durch spontane Belohnung würde ein Kind wie ein Tier behandelt und in seinem Tun bestärkt; die Tat könnte dann zur Gewohnheit 2) werden. Wir haben das Terrain des Lernens betreten, 3) auf dem sich der Charakter anfängt zu bilden. An diesem Muster wird sich in den nächsten zwölf Entwicklungsjahren nur das begleitende Denken und die dazugehörige Rede, also der Stil, verfeinern oder differenzieren. Die entscheidende Veränderung geschieht erst in dem Moment, wo der junge Mensch ein Gefühl für Auswirkung und Tragweite seines Tuns empfindet. Das heißt: Wenn er auch bei dem andocken kann, dem seine Tat zugedacht war, wenn er die Antwort des Empfängers berücksichtigt, und das heißt: Wenn er etwas „verantworten“ kann. Jetzt wird er, der als Täter bisher nur gesendet hatte, auch empfänglich, wird zum Empfänger für die Folgen seines Tuns. Bei den meisten Kindern beginnt das nachhaltig mit der Geschlechtsreife, also etwa mit 14 Jahren, wenn sie nach deutschem Recht auch „strafmündig“ geworden sind. Von jetzt an können Taten auch Handlungen sein, nämlich dann, wenn ihr Vollführer in eigener Regie dahinter steht, also handlungsfähig ist.


1) Auch wenn es „Hinrichtungen“ vom 13.-17. Jahrhundert von Tieren durchaus gegeben hat. Nach dem Sachsenspiegel, 13. Jahrhundert, waren sogar Tiere wegen unterlassener Hilfeleistung zu verurteilen, wenn sie „Zeuge“ einer Vergewaltigung waren, weil ihnen eine dämonisches Wesenheit unterstellt wurde

2) und bis zum Bedürfnis andressiert

3) Der Unterschied des Lernens bei Tier und Mensch sei folgender: Das Tier beobachtet oder nimmt wahr ohne zu denken. Dabei gelangen die beobachteten oder wahrgenommenen Sinneseindrücke ins Hirn und bilden dort ein bleibendes Muster oder „Cluster“, das sofort verlassen wird, wenn die Bedingungen von außen dazu fehlen, aber übereinstimmend da sind, wenn die entsprechende Außenwirkung auf die Sinnesorgane zutrifft, also mit der Zunge Gras rupfen, wenn Zunge solches berühren kann. Zeit spielt dabei keine Rolle, sondern die Sinne und die dazu passende Gehirnregion. Das wird als „Erinnerung“ jedoch von Menschen missverstanden, da es sich um Umgebungsmerkmale handelt. Beim Menschen ist dies soweit zunächst ähnlich. Doch weder sind seine Sinneswerkzeuge so präzise wie beim Tier, noch hat sein Hirn wie das Tier die Bereitstellung zur derart präzisen Speicherung. Dafür kann der Mensch beliebig viele Eindrücke bekommen, beurteilen und „vergessen“ aber durch eine geistig Anstrengung denkerisch rekonstruieren. Was dabei rauskommt, können Vernehmungsbeamte zum Besten geben, wenn sie Zeugen zu einem Unfall befragt haben. Elefanten hätten sich die Umstände vollständig gemerkt. So trompetete eine ganze Herde „Freude“, als ihnen ein Tierarzt, der allen vor acht Jahren geholfen habe, sie wieder besuchte. Bei Menschen hätte erst die Erinnerung herhalten müssen, und einer nach dem anderen hätte aufmerksam gemacht werden müssen, bis eine solche „Ehrung“ erfolgt wäre. – Diese Unterscheidung hat viele Konsequenzen. Bei den Tieren ist es die Anpassung an ihre Umgebung. Ihr Hirn ist bestens dafür geschaffen, nur überlebenswichtige Sinneseindrücke zu speichern. Bei Hunden und Haustieren gehört die „Anhänglichkeit“ an oder sogar „Fürsorge“ für die jeweiligen „Herren“ mit zu ihren Bedürfnissen. Bei Menschen gibt es diese Anlage zwar im Prinzip auch, jedoch übersteigt die ebenso angelegte Sprach- und Denkfähigkeit die Sinneseindrücke und verarbeitet sinnliche (oder übersinnliche) Wahrnehmungen im Denken und übersetzt dieses Denken in sprachlich geordnete Rede. Man findet dazu grundsätzliche Dokumente, aber der bisherigen öffentlichen Ignoranz wegen erwähne ich nur von Steiner „Die Philosophie der Freiheit“ und „Geheimwissenschaft im Umriss“, wo sorgfältig all das denkerisch und geistesteswissenschaftlich gemäß dem Anfang des 20. Jahrhunderts umständlich auseinandergesetzt wurde

(c) eah 22. Februar 1999 und 20. August 2021

106. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Vaterlose Gesellschaft 1)

Eckehardnyk, 13. August NZ 9

1

Väterlich – was heißt das eigentlich? Genealogisch ist es ganz schnell gesagt: Was väterlicherseits abstammt; aber wie verständigen wir uns über den psychischen Begriff? Wir haben uns hier bereits 2) mit dem Thema beschäftigt und gesagt: Vater weiß, Vater macht alles. Lass uns hier noch das Tüpfelchen aufs i setzen und sagen: Vater ist alles! Folglich ist Vater auch Mutter (nicht biologisch).

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​40 / 40 Encounter Education to 104 of 144, Part 2 of ELTERN, KIND, UND KINDERSTUBE

Göttergeschenke 2

Eckehardnyk, 4. August, NZ 9

1‘

Wir hörten über Glück und Segen, aber was anders ist Wahrheit? Wir hörten auch über jene die nach Wahrheit am suchen waren. Aber das in gleicher Weise vergebens wie das Suchen nach Glück. Denn beide, Glück und Wahrheit müssen und werden dich finden. Auf diese Weise hat dein Kind dich gefunden.

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105. von 144 ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Sagt jemand, dass das Leben endet?

„Die Pferde machen ihre Schuh!“

Eckehardnyk, 31. Juli NZ 9

1

Als Kind glaubt man nicht an „den Tod“. Wenn man beschäftigt ist, wie ein Kind, die Welt zu erfahren, bleibt für derlei Betrachtungen überhaupt kein Platz. Stirbt dann doch mal jemand, den das Kind gut kennt und gern mag, werden seine Gedanken allerdings wacher als es den dann gefragten Erwachsenen oft lieb ist. Die wichtigste Frage wird sein: „Wo geht der Opa hin?“1 wenn der Großvater gestorben ist. Antwortest du: „In den Himmel“, wird es wissen wollen, wo das ist und was dort passiert. Antwortest du: „Zu Gott“, wirst du nach Gott ausgefragt. Deshalb ist es gut, wenn du dafür bei dir selbst schon mal Antworten gefunden hast. Denn wie gesagt, Suchen ist zum Verfluchen.

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39 / 40 Encounter Education, zu 104 / 144 von ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE

Eckehardnyk 27. Juli NZ 9: Gilt das auch für Katastrophen? Gerade dann

Der französische Dramatiker und Diplomat Jean Giraudoux hat in den Zwanzigern des letzten Jahrhunderts einige weniger bekannte, avangardistische Romane (Églantine zum Beispiel) kreiert, worin er vorschlägt, Tiere und Sachen wie Menschen zu behandeln, Menschen selbst aber wie Götter.

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104. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Göttergeschenke

Eckehardnyk, 21. Juli NZ9

1

Kennst du die Büchse der Pandora? Pandora war ein Göttergeschenk, ihre Büchse enthält: Krankheiten, Haß, Neid, Zwietracht, Eifersucht und andere Übel der Erdenmenschseins. Außerdem: Die Hoffnung, das alles wieder los zu werden. Die altgriechischen Götter, insbesondere Zeus, waren anscheinend eifersüchtig auf die Menschen und wollten jene gern wieder loswerden. Einer aus ihrer Gesellschaft, der sie aus Lehm geschaffen hatte, Prometheus, zeigte ihnen neben allerlei Künsten zuletzt auch auch das Feuermachen. Dafür wurde er an eine Säule im Kaukasus geschmiedet, wo ein Adler jeden Tag aus seiner Leber fraß, die ihm des Nachts wieder nachwuchs. Epimetheus, sein menschlich königlicher Bruder, heiratete indessen Pandora, die eben auch so schön wie dumm, faul und böswillig war, dass sie das streng gehütete Kästchen aufmachte, sodass sich deren Inhalte in alle Winde zerstreuten, und nur die Hoffnung hält die Menschen davon ab, sich selbst auszulöschen. In Szene 136 von 144 werden wir uns mit dem Prinzip Hoffnung weiter beschäftigen. Für einen Kaufmann bedeutet Hoffnung das Ende, aber Götter, was sind denn das?

2

Folgt man der Mythologie – wie Robert Ranke-Graves 1955 (ISBN 3 499 55113 6, rororo 680 ) – dann sind Götter menschenähnliche Wesen, zu deren Attributen Macht, Weisheit, Künste, Leidenschaften, Tugenden und Unsterblichkeit zählen. Zur göttlichen Einflußsphäre werden Naturreiche, Schicksal, Tod und Jenseits gerechnet. Menschen gehören nach dieser Rechnung nicht zu den Göttern, weil sie an sich und ihren Artgenossen erfahren, daß sie dahin siechen können und sterben, keinen Einfluß weder aufs Wetter, aufs Klima schon gar nicht, noch auf die übrige Natur und die Umläufe von Mond, Sonne und Sternen haben, und überaus vergesslich und töricht sein können. Von der Stellung wandelnder Gestirne glaubten sie hänge ihr Schicksal ab, worüber Götter, wenn sie sterben könnten, sich tot lachen würden. An dieser Gesamtauffassung hat sich nur insofern etwas geändert, als entweder nur ein einziger Gott dem Treiben zuschaut, oder bei den sich modern Glaubenden überhaupt keiner, obwohl sich am Prinzip Mensch nichts geändert hat. Und das bedeutet, dass weiterhin auf Erlösung, auf Befreiung oder Auferstehung vom Tod gehofft wird. Über die Verwendung all dieser Auferstandenen macht sich so richtig niemand Gedanken, wahrscheinlich kalkuliert auch keiner, der diesen „Glauben“ aufrecht erhält, ernstlich eine solche Möglichkeit. Stattdessen sagt er sich: „Vorbei ist vorbei, egal, was ich gepredigt habe. Hauptsache, man hört mir bei Lebzeiten zu, schmückt es doch ungemein mein Gefühl, wichtig zu sein.“ Priester und Atheist könnten das beide analog denken.

3

Das Illusionäre dieser Auffassung hat man im Buddhismus anscheinend erkannt und billigt auch „den Göttern“ – oder „dem Gott“ – kein eigentliches Wesen zu. Was existiert ist das All-Eine oder Nirwana, das zu erreichen der Pfad des Buddha dem hoffenden Menschen nahelegt. Daß dieses „Erreichnis“ wiederum nicht wesenlos sei, behaupten darüber hinaus öffentlich gewordene esoterische Lehren, womit sich der Kreis zu einem neuen Götterhimmel mit dem Beiwerk von Wissenschaftlichkeit schließt.

4

In all dem nach der Wahrheit zu suchen ist wie alles Suchen eine vergebliche, ja eine verfluchte Angelegenheit. Denn Wahrheit kann man nur finden, nämlich in sich selbst. Du selbst bist „die Wahrheit“, bist deine Wahrheit; eine höhere wirst du nirgends mehr finden. Aber deine Wahrheit enthält alles, was du im Leben – und für danach – brauchst. Du musst sie nur finden und anerkennen. Hast du das geschafft, dann fällt es dir leicht, Interesse an der Wahrheit anderer Wesenheiten, wie beispielsweise der deiner Kinder, zu verspüren. Du wirst neugierig sein zu erfahren, was sie anders macht, was sie „ausmacht“. Und dieses Interesse ist eins der größten Geschenke, das du euren Kindern machen kannst. Denn, wenn man einmal die Klagen von gestrauchelten Jugendlichen und Kindern vernimmt, wird man immer wieder heraushören: „Niemand interessiert sich wirklich für mich!“.

5

Glaub bitte nicht, daß es so leicht wäre, Interesse, authentische Neugier, für die Wirklichkeit, in der die Wahrheit eines anderen steckt, aufzubringen. Es ist zwar einfach, aber nicht leicht. Das Einfache ist nie leicht, es sieht nur so aus, wie jede schöne Artistik. Sei unbesorgt, wer du auch bist; das ist schon schwierig genug; denn wer weiß schon, wer „er“ (man) ist? Weiß ich, wer ich bin? Jedoch dein Wissen, daß du es (einst) wissen wirst, dringt an die Oberfläche deiner Persönlichkeit, mit der du auf euer Kind einwirkst. Und das wird es durchaus als Glück empfangen und als Segen seiner frühen Tage empfinden.

© 🦄 (eah)

11. Februar 2006 und 13. Juli 2021

38 / 40 Encounter Education zu ELTERN KIND UND KINDERSTUBE 103. von 144 – Finden nicht Suchen

Eckehardnyk, Sonntag 11. Juli, NZ 9


A’
Unter uns: Finden ist ein Ergebnis einer Art „ansteckenden“ Segnens. Im Gegensatz dazu begleitet ein Suchen nicht selten ein Fluchen. Willst du deinem Kind einen Weg zu Glückseligkeit weisen, dann lass es finden. Bei jedem Spaziergang (nicht nur an Ostern) gibt es zahllose Gelegenheiten Eindrücke neu auf sich wirken zu lassen oder für ein Kind nützliche Dinge aus Natur, Erfahrung oder Experimenten wenigstens in Erzählform lebendig werden zu lassen. Die Erde hält als lebendiges Wesen einen Überfluss an Möglichkeiten bereit. Es ist deine Entscheidung, dass auch dein Kind seine Entscheidungen frei treffen kann.

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103. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Finden, nicht Suchen

Eckehardnyk, 7. Juli, NZ9

1

„Suchet, so werdet ihr finden!“ hieß es im Evangelium, also kommt es aufs Finden an. Der Gegensatz dazu lautet: „Bei uns herrscht Ordnung – ein Griff und die Sucherei geht los“ Was hat das mit dem vorigen Thema Segen zu tun? Sehr viel, denn Suchen ist ein Unsegen. Oder was hältst du von: „Fluchet, so werdet ihr segnen“? 1) Gemeinsamer Nenner dieser zwei paradoxen Sätze steckt in der Redensart: „Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.“

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​37 / 40 Encounter Education

Summary to 102 of 144, Eltern Kind und Kinderstube „Leben und leben lassen“

Eckehardnyk, Junie29th, new Era 9

Der deutsche Text steht zwar zu Anfang, ist aber nach wie vor die heutige Übersetzung oder Interpretation des einstigen Artikels in Englisch:

A’

Kindern verbietet man zu fluchen, aber gibt irgendein Erwachsener ihnen ein Vorbild zu segnen? Ich fürchte dem ist nicht so. Segnungen meint man oft verbunden mit religiösen oder kirchlichen Bräuchen, selten mit alltäglichen Geschäften. Obwohl es der gute Ton verbietet, eine Serie Pech zu verwünschen, wäre Segen oder Segnen im Gegenteil nicht besser?

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102. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Leben und Leben lassen –

Was Segnen bedeutet II

Eckehardnyk, 20. Juni, Neues Zeitalter 9

1

Im Segnen haben wir die Kraft aufgerufen, die dem Fluch entgegenwirkt. Wissen wir denn warum? In der letzten Szene (101. von 144) stand, Fluchen bewirke einen Abbau von Lebenskräften, beim Verfluchten aber auch beim Fluchenden selbst. Mit anderen Worten: „Fluch essen Leben auf“ um es mit etwas anderen Worten des berühmten Filmtitels von Fassbinder zu sagen. Seele und Leben liegen auf der einen Seite ebenso dicht beinander wie auf der andren Seite Angst und Fluch. Fluchen verbreitet Angst, und Angst löst Flüche aus. Ein Sturmtief von Schrecken und Grauen beginnt da zu kreiseln.

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101. von 144 – ELTERN KIND UND KINDERSTUBE – Was bedeutet Segnen?

Eckehardnyk, 12. Juni NZ 9

In Abenteuer Erziehung (siehe http://www.eahilf.de) Seiten 258-265 vereinigend die Szenen 101.und 102.von 144

Vorbereitung

1

Habt ihr diese Rede schon einmal vernommen, daß man eine Krankheit beherrsche? Dann seid ihr jemandem begegnet, der sich in medizinischen Sachen gut auskennt und für jedes Symptom ein Gegenmittel hat. Ihr wisst ja genauso gut wie ich, daß es unheilbare Erkrankungen gibt, an deren Beherrschbarkeit geforscht und gewerkelt (soweit damit gut Geld verdient) wird. Die Sicherheit, mit der heute Krankheiten, die früher unweigerlich in den Tod führten, medizinisch besiegt werden, ist auf alle Fälle lobenswert und einer Preisverleihung nicht unwürdig. Ist aber das, was von Seiten „der Medizin“ zum Abklingen einer Krankheit geführt hat, wirklich das, was gesund macht? Nicht ohne Anlaß spricht man auch bei Medizinern von der „Droge Arzt“ oder vom Menschen als Heilmittel.1)

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Summary to 100+101 of 144, ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE

​.

Eckehardnyk, 6th of June, New Era 9

A

An other type of bliss happens to children in an early age. Some of you wouldn’t agree that a sick baby may be happy. But how does it work? After three days with high feaver without any accompagnying symptoms the temperature falls as suddenly as it had risen. On the skin, starting from the back, turns out a rash reaching the limbs but avoiding the face. What may be the meaning of that?

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100. von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE: Dreitagefieber

Eckehardnyk 28. Mai NZ 9

Registrierungssymptome

1

Nehmen wir nun die Krankheiten: Aus den meisten geht ein Kind gestärkt hervor, nämlich wenn keine nachhaltigen Komplikationen aufgetreten sind. Deshalb solltet ihr eure Aufmerksamkeit zwar erhöhen, weil allein schon das ein Heilmittel ist; aber der Krankheit selbst ihren Verlauf gestatten. Die Beratung mit eurem Kinderarzt ist dennoch wichtig, weil er euch bei dem hilft, was die Mediziner „Differentialdiagnose“ nennen, zu Deutsch: Was es alles noch haben könnte; auch, an was man weiter denken muß, nämlich „Ansteckungsgefahr“, und wie es anschließend wieder zu Kräften komme und nicht in eine neue Krankheit verfalle. Auch muss einer Verschlimmerung durch eigenes Zutun wie Kratzen bei juckenden Erscheinungen vorgebeugt werden. Für all diese Fragen sind kinderärztliche Ratgeber durchaus nötig. Sie sind quasi die Bergführer durch steiles Gelände. Den Gang abnehmen könnt ihr eurem Kind trotz guter Begleitung jedoch nicht. Freilich gäbe es gegen manche Kinderkrankheit standardisierte Impfstoffe, doch einiges Wichtige bleibt zu durchleben übrig, wenn eine Auseinandersetzung mit dem leiblichen Haus, in das dieses Kind dank eurem „Elternbeitrag“ eingezogen ist, stattfinden soll.

2

Gegen einige Kinderkrankheiten wurde erst gar kein Impfstoff entwickelt, da sie stets ohne Gefahr bleibender Schäden durchgemacht werden können. Eine davon ist das „Dreitagefieber“, womit der Anfangsteil der Erkrankung bezeichnet ist. Ein dazugehöriger Fachausdruck Exanthema subitum deutet auf den Ausgangsteil: Nach drei Tagen hohen Fiebers ohne irgendwelche Begleiterscheinungen fällt die Temperatur so plötzlich, wie sie gekommen ist, und auf der Haut, ausgehend vom Rücken, bildet sich ein Ausschlag, der bis zu den Gliedmaßen vorrückt, aber das Gesicht frei läßt. Euer Kind ist in dieser Zeit etwa ein halbes bis zwei Jahre auf der Welt. Es probiert sich mit Lauten in die Sprache hinein und kann am Ende dieser in Szene 17 (von144) „silbern“ genannten Epoche mit Worten überraschen, bei Handreichungen mitmachen und sicher auf seinen Beinchen „schweben“. Laufen und Sprechen sind zu dieser Zeit noch so neu, daß ihr daran euch besonders erfreut. Nun fragt ihr: Wozu bekommt unser Kind dann dieses Fieber?

3

„Ganz einfach“: Es dringt in sich ein. Dieser Vorgang ist immer aufregend, das werdet ihr als Eltern bestätigen, sonst wärt ihr kein Paar geworden. So wie „das Paar“, das ihr seid, eine Einheit, eine Familie wurde, so erwirbt sich auch euer Kind als Wesen, das selbständig sein wird, eine Einheit mit seinem Körper, den ihr standesamtlich mit Namen registrieren lassen mußtet. Das Ich könnt ihr nicht registrieren lassen; das „stempelt“ sich selbst: Nach drei Tagen erscheinen die roten Stellen auf der Haut seines „Gehäuses“. Nur dort, wo es bereits eingezogen war, im Gesichtchen, braucht es keine „Stempel“.

4

Ihr fraget: Was ist mit den Kindern, die kein Dreitagefieber-Exanthem bekommen? Sind die denn nicht bei sich eingezogen? Gut, daß ihr diese Bemerkung gemacht habt. Jedes Kind, das zu seinem eigenen Ich findet, bekommt dieses Fieber. Nur werden die „Stempel“, die Symptome an der Oberfläche der Haut, nicht immer gleich stark ausgeprägt sein müssen. Kinderkrankheiten verlaufen mitunter apokryph, also im Verborgenen. Auch stehen andere „Programme“ ersatzweise zur Verfügung, wie Windpocken, Masern, Röteln oder Scharlach, in denen die „Registrierung mit Sichtvermerken“ auch vor sich gehen kann. Nur fehlt bei diesen Kinderkrankheiten die für euch anschauliche Beschränkung auf das „Silberne Zeitalter“, wo die Schwelle zur Welt besonders deutlich überschritten wird, indem euer Kind zu sich zum ersten Mal Ja sagt, indem es sich selbst mit Ich bezeichnet. Drei Tage hat es gebraucht, um sich zu überwinden, das zu werden, was es ist. Auch das ist Glück.

© 🦄 (eah)

9. Februar 1999 und 28. Mai 2021

ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Inhaltsgliederung

Eckehardnyk, 24. Mai, Pfingstmontag, NZ 9

Bis zur eigenen Befreiung¹ und der eines in Obhut aufgewachsenen Kindes sind hier noch 45 Beiträge zu studieren, deren Überschriften ihr nun annähernd erfahrt. Nicht zuletzt sei für die Gelegenheit, eure Aufmerksamkeit, sowie zustimmende und kritische Gefolgschaft zu erlangen, herzlich gedankt!

Seitenangaben sind von „Abenteuer Erziehung“, (Hamburg: tredition, 2013, siehe http://www.eahilf.de) und gehören zu dieser ersten Print- und E-Auflage, die ohne Gliederung erschienen ist. Drei Ordnungsziffern gliedern jetzt den Inhalt in Teile, Kapitel und Szenen – Die Ziffer (x.) vor den Titeln entspricht der hier verwendeten Nummerierung („x. von 144“). – Da die hier publizierte Serie „Eltern, Kind und Kinderstube“ auf der Urschrift von „Abenteuer Erziehung“ (1998/99) beruht, weichen unten zu lesenden Titel oder Überschriften gelegentlich und die Anrede „Sie“ immer von den in der Serie gezeigten ab. Doppelnummern (wie 101./102.) werden in der Serie hier wieder als Einzelszenen erscheinen.

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34 / 40 Encounter Education, Variant on 99 of 144, Eltern Kind und Kinderstube „Dem Glücklichen schlägt keine Stunde“

Eckehardnyk

May 18th, New Era 9

A

The small child lives in quite an other quality of time than the adults or even the older children. A moment may last some hours between the interruptions of his nursing. The nursing itself can be another “moment“, and maybe a moment of happiness, when the nurse (or the mother) takes care of the baby. So it is custom at the so called Lóczy, the famous Hungarian institute of babycare, created and founded by Emmi Pikler

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99.von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Dem Glücklichen schlägt keine Stunde

Geld oder Glück – was ist die Zeit unserer Kinder1

Eckehardnyk 9. Mai NZ9

1

Time is money, Zeit ist Geld! – Kennst du den Satz? Er kommt auch „von drüben“, du weißt schon. Wenn wir alles so machen, wie sie, werden wir reich und glücklich sein. – Manche glaubten diesen Satz und sind reich geworden. Geld, sagt man auch, mache nicht glücklich, aber es beruhige die Nerven. Das glaube nun, wer will, ich bestimmt nicht.

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