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Boris Reitschuster in Moskau / Bericht

Ist hier jemand, der Boris Reitschuster nicht kennt? Also. Boris Reitschuster ist Journalist, und zwar einer der heute verd seltenen Sorte, welcher die Bezeichnung „Journalist“ zu Recht verdient. Wahrheitssucher, unerschrockener Wahrheitssucher und Wahrheitsvermittler. Eine der wenigen Perlen in der DACH-Polit-Schreiberlingenwüste, ein heute hochverdienter Mann. Thom Ram, 26.05.NZ9


Liebe Leserinnen und Leser,

vergangenen Monat hatte ich Sie um Verständnis gebeten, falls das nächste Wochenbriefing vielleicht ausfällt – wegen meiner Moskau-Reise. Nichts zu schreiben bringe ich nicht übers Herz. Aber ich hoffe sehr, Sie sehen es mir nach, wenn ich mich heute besonders kurz fasse. Ich fühle mich wie auf einer Zeitreise, in einer völlig anderen Welt. Vor Corona. Die Russen leben fast so weiter, als sei nichts passiert. Restaurants, Bars, Cafés, Kinos, Theater, Schwimmbäder, Saunen, Fitnessclubs – alles ist weiter offen. Als der Taxifahrer am Samstagabend auf dem Weg zum Hotel eine Ehrenrunde durch die belebte Innenstadt drehte, standen mir Tränen in den Augen. Vor Freude, dass hier das Leben weitergeht. Und vor Trauer darüber, was in Deutschland passiert (mehr dazu lesen Sie hier, und hier sehen Sie meinen Livestream aus dem Moskauer Nachtleben am Samstag, und hier meinen Abendspaziergang durch das Zentrum, zum Kreml und zum Roten Platz heute Abend).
Erst jetzt, am dritten Tag in der Freiheit, gewöhne ich mich wieder an ein normales Stadtleben, an die urbane Atmosphäre, die früher immer so selbstverständlich war und jetzt in Deutschland so sehr fehlt. Es ist an Tragikomik gar nicht zu überbieten, dass man nach Russland fliegen muss, um wieder ein freies Alltagsleben zu genießen. Vorschriften gibt es zwar auch hier, etwa, dass man in der U-Bahn Masken und sogar Handschuhe tragen muss. Nur, ganz anders als in Deutschland halten sich einfach sehr, sehr viele nicht daran. Polizisten rufen in der Metro per Lautsprecher: „Masken und Handschuhe tragen“. Und kaum einer in der Menschenmenge hat welche an bzw. auf.

In den ganzen drei Tagen habe ich nie erlebt, dass irgendjemand gegenüber einem anderen eine Bemerkung gemacht hätte, weil der keine Maske aufhat. Leben und leben lassen. Überhaupt ist es phänomenal, wie entspannt die Russen mit Corona umgehen. Kommt man auf das Thema zu sprechen, ist meist sofort der legendäre russische Galgenhumor im Spiel. Und das, obwohl fast jeder jemanden kennt, der mit Covid-19 gestorben ist. Aber immer wird dann betont, der oder die Verstorbene sei vorerkrankt gewesen. Während Deutschland in kollektive Angst verfallen ist, scheint bei den Russen kollektive Verdrängung vorzuherrschen. Jeder stirbt mal, heißt es dann schnell. Oder: Dem Schicksal springt keiner von der Schippe.
In meinen 16 Jahren in Moskau habe ich oft gehadert mit Charakterzügen, die in Russland allgegenwärtig sind, wie Fatalismus und eine tendenzielle Verachtung von Regeln, massives Misstrauen gegenüber allem Staatlichen. Ich hätte nie gedacht, dass sie mir einmal ans Herz wachsen würden.

Es gibt noch sehr, sehr viel zu berichten, aber ich bin todmüde, und morgen steht ein weiterer Tag voller neuer Eindrücke und Treffen bevor. Verzeihen Sie es mir bitte, wenn ich deshalb jetzt den Weg ins Bett antrete und Sie vertröste auf meine neuen Videos und Berichte. Es ist mein letzter Tag morgen hier, am Mittwoch geht es zurück. Leider.
                              Der Kreml um kurz nach 3 Uhr morgens, auf dem Rückweg ins Hotel.   Nie werde ich wohl in Moskau ein Flugzeug nach Deutschland schwermütiger betreten, als es diesmal der Fall sein wird.

Und ich werde all die Freiheitseinschränkungen bei uns nun mit noch viel kritischeren Augen sehen. Weil ich jetzt weiß: Auch in Corona-Zeiten ist Leben möglich.

Herzlich
Ihr
Boris Reitschuster

Thom Ram, 26.05.NZ9

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6 Kommentare

  1. Wolf sagt:

    Das Beispiel Russland bestätigt meine Vermutung, dass es sich bei den „Corona“-Maßnahmen in Wirklichkeit um ein Werkzeug für eine internationale Finanzreform handelt.
    Wenn man sich mit dieser These beschäftigt, dann sollte man sich vor allem die Zahlungsbilanzen und die Landeswährungen der einzelnen Länder anschauen. Weiterhin gilt zu beachten, welche Güter oder Dienstleistungen gehandelt werden, und ob bereits andere Wirtschaftssanktionen vorliegen.

    Russland dürfte in diesem Fall auf der Rangliste der „Corona“-Länder eine untergeordnete Rolle spielen.

    Begründung:
    1. Die Landeswährung Rubel ist von der Finanzreform nicht direkt betroffen.
    2. Der Export von Öl und Erdgas lässt sich nicht durch eine Reduzierung des öffentlichen Lebens steuern.
    3. Für den Außenhandel liegen bereits andere wirksame Sanktionen vor.

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  2. Wolf sagt:

    Selbstverständlich entscheidet auch die Mentalität der Leute (die „Volksseele“) darüber, inwieweit „Corona“-Maßnahmen in den einzelnen Ländern durchführbar sind.

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  3. Wolf sagt:

    Die Mentalität der Leute (die „Volksseele“) spielt sicher bei den Schweden eine wichtige Rolle. Ich führe die schwedischen Corona-Politik auf die nordische Nüchternheit und eine gewisse germanische Freiheitsliebe zurück.

    Im Nachbarland Norwegen wird dahingegen eine gänzlich andere Politik betrieben. Dies liegt vermutlich daran, dass das Seefahrervolk der Norweger stark mit den angelsächsischen Seemächten verbunden ist.

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  4. Auch ER gehört zu diesen (noch) `seltenen Perlen´ in der DACH-Polit-Schreiberlingenwüste :

    Gunnar Schupelius ist Historiker und Journalist.
    Derzeit arbeitet er als Kolumnist der Berliner Tageszeitung B.Z.
    Die Familie lebt mit ihren Kindern in Berlin.

    https://www.bz-berlin.de/berlin/kolumne

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  5. Mujo sagt:

    Schöner Bericht von Reitschuster.
    Wenn man es mit Deutschland vergleicht kann man eher von Wahnsinn der in einigen Köpfen hier ist Sprechen.

    @Wolf

    Nein, absolutes nein. Da liegst du völlig Falsch das es um eine Finanzreform geht das zu viel Geld im umlauf ist.
    Es geht höchstens um eine größere umverteilung von Mittelstand zu Reich. Die großen Konzerne machen einen riesen Reibach in dieser Zeit, klein Betriebe Nagen am Hungertuch und Hängen am Tropf des Staates. Wobei da auch nicht alle, kommt auf die Branche an.
    Am Geldumlauf ändert sich gar nichts, sieht man schon wenn man nur die Börsen Betrachtet die machen große Gewinne. Die hatten keinerlei Einbruch wärend der ganzen Corona Krise.
    Auch in China ist schon lange alles Normal. Die Produzieren weiter was das Zeug hält. USA folgt mit etwas Verzögerung nach.

    Um was es in Deutschland geht ist die Impfung bei möglichst vielen durchzusetzen mit allen Mittel die sie haben. Das ist ein riesiges Testgebiet auf allen ebenen. Den neben der Impfung Testet man aus wie weit sich die Menschen hier alles Gefallen lassen, wieweit sie noch gehen können.

    Und der Grund liegt daran das insbesondere die Menschen hier an einen Schwellenpunkt angelangt sind das sie die Jahrzehnte lange Gängelung sich nicht mehr bieten lässt von einer Marionettenhafte schein Regierung.
    Die Wissen das ganz genau, deswegen werden so schwere Geschütze aufgefahren.
    Sie werden trotzdem Scheitern, weil es schon zu spät ist.

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  6. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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