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Eltern, Kind und Kinderstube 54. von 144 Ziele im Leben

Beistand für Zielgewißheit

Eckehardnyk

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Ohne Worte stehen sie in einem, die Lebensziele. Wenn man sie nicht in Gedanken und dann in Sätze fassen kann, bleiben sie wie ungelesene Bücher chancenlos bis ans Lebensende und „verstauben“. Ja, ein Leben würde enden ohne Ziel, wenn dieses nicht begriffen würde. Lies, was wir bereits über Lebensentwürfe (22. von 144) erfahren haben. Hier nun interessiert uns, wie wir mit den Zielen in unserem Kind umgehen unter dem Motto: Du brauchst einem Hungrigen nicht zu sagen, daß er essen soll, sondern wie (49. von 144). Das heißt übersetzt auf Lebensziele: Du brauchst einem heranwachsenden Menschen niemals zu sagen, daß er Ziele haben soll. Denn die hat er bereits. Nur er weiß es in der Regel nicht oder, wenn ja, weiß er nicht, wie er sie für seine Lebensführung nutzbar machen soll.(1) Du kannst und wirst ihm helfen, diese wenigstens gefühlsmäßig zu erfassen und ihnen so weit anzugehören, daß sie seinem Dasein eine Richtung geben.

2

Bei manchem Kind ist das einfach. Es weiß zum Beispiel schon mit zehn Jahren, daß es Zoologe werden wolle. Und es wird es auch, selbst wenn es drei Anläufe für die Hochschule brauchen sollte. Dagegen gibt es unausgereifte Multitalente, die so viele Interessen und angehende Fähigkeiten haben, daß sie nicht wissen, auf welchem Gebiet sie sich festlegen sollen. Auch eine dritte Art gibt es, der man inzwischen die Null Bock Generation zu sein nachsagt, deren Mitglieder weder Talent noch Interesse für etwas zu haben scheinen, sich dabei um einen Leader scharen, von dem sie ein Ziel übernehmen, mit dem sie dennoch als Einzelne unsicher sind, welchen Sinn ihr Leben haben soll.

3

Du kannst dir die Zielsuche für dein Kind zwar ersparen; aber bereits lange vor der Pubertät kannst du als Vorbild Beistand für seine Zielgewißheit, Zielsicherheit sein. Alles Erreichen hänge mit Einstellung zusammen…(2) Wir wollen nun aber auch wissen, wie man eingestellt sein sollte, wenn man sein Leben als Kindesbegleiter einrichtet. Was wir hier besprechen, gehört zur „einigermaßen guten“ Kinderstube wie bei Winnicott eine „einigermaßen gute“ Mutter zu einem „sicher geborgenen“ Kind.

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„Kinderstube“ kann sich auf Waldspaziergängen ereignen. Als Kenner der Natur greife erzählend dem schon vor, was es draußen Besonderes zu sehen gibt. Sonst geht Kind womöglich an seltenen Schnecken, Eiszapfenhöhlen oder Wurzeln gefallener Baumriesen vorbei ohne Notiz von deren Schönheit zu nehmen, weil du ihm gerade etwas über sein unartiges Benehmen bei Tisch vorhältst. Aufmerksamkeit für Bewundernswürdiges kann, ja muss, hervor gelockt werden. Durch deine Zuwendung zum Schönen und Sinnvollen an den Naturtatsachen wird Kind zugleich neugierig und ermutigt, sich ebenfalls und, womöglich noch intensiver als du, der „Schöpfung“ oder dem „jetzigen Stadium der Evolution“ (wie immer du das nennen wollest) staunend oder forschend zuzuwenden.

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In Erzählungen von Menschen sollten immer wieder authentische und vertretbare Beispiele reinster Gesinnung, gelebter Großzügigkeit, wahrer Anständigkeit und anmutig gesitteten Umgangs mit Wesen und Dingen enthalten sein. Kind darf schon frühzeitig erfahren, was ein „guter Charakter“ sei, wer ihn habe, wie man ihn bekomme und – daß man ihn behalten darf!

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„Wahres und Ewiges“: Kind sollte frühzeitig und diskret bemerken, daß es solches auch auf der Erde gibt. „Evidenzerlebnisse“ (siehe 52. von 122) könnten wir mit einem Fachwort dazu sagen. Auch das Wiedererkennen im Gefühl, oft als „das hab ich schon mal erlebt“, in der gehobenen Sprache als Déjavu bekannt, gehört zum Erkennen von Wahrheit. Das Vergleichen von Blumen und Käfern und das Herausfinden, daß in allem, was demselben Reich angehört, dieselben Formkräfte wirken und überall auf der Erde unter gleichen oder ähnlichen Bedingungen diesen Typus hervorbringen, ist, wie alle ewige Wahrheit ein Geheimnis, zu dessen Bewahrung die Stärke und das Taktgefühl eines Kindes veranlagt werden kann.

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Findet am Familientisch heraus, was aktuell „gut“ ist. Und dann beschließt es verbindlich. „Gutes“ im Sinne einer Gelegenheit geht rasch vorüber und verkehrt sich rasch in sein Gegenteil.


© (eah) 11. Dezember 1998 und 17. Juni 2020

(1) Oder wie seine Lebensführung ihn diesen Zielen entgegenbringen kann.

(2) siehe in 2. von 144, das hier nach der 60. Folge publiziert wird, aber in Abenteuer Erziehung (www.eahilf.de) auf Seiten 11-13 zu lesen ist)


4 Kommentare

  1. Mujo sagt:

    „Bei manchem Kind ist das einfach. Es weiß zum Beispiel schon mit zehn Jahren, daß es Zoologe werden wolle. Und es wird es auch, selbst wenn es drei Anläufe für die Hochschule brauchen sollte. Dagegen gibt es unausgereifte Multitalente, die so viele Interessen und angehende Fähigkeiten haben, daß sie nicht wissen, auf welchem Gebiet sie sich festlegen sollen. Auch eine dritte Art gibt es, der man inzwischen die Null Bock Generation zu sein nachsagt, deren Mitglieder weder Talent noch Interesse für etwas zu haben scheinen, sich dabei um einen Leader scharen, von dem sie ein Ziel übernehmen, mit dem sie dennoch als Einzelne unsicher sind, welchen Sinn ihr Leben haben soll.“

    Das zieht sich bis ins hohe Erwachsenen Alter, und kann man leicht bei vielen Beobachten.
    Die Weichen werden bei und von den Eltern bereits gelegt.

    Wenn man aber ein Kind Begeistern kann, und es nicht bremst. Kann es Unglaubliches zustande bringen und viel weiter als die Eltern kommen.

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  2. Hat dies auf uwerolandgross rebloggt.

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  3. Danke Eckehard für deine klaren Denkanstöße für die Entwicklung der Kinder. Es kann so einfach sein, die Kinder liebevoll, aber auch mit Regeln, die sich seit Urzeiten bewährten auf das ‚ach so harte Leben‘ vorzubereiten. Ich hatte mir auch des Öfteren dazu Gedanken gemacht. Die ‚modernen‘ Erziehungsmethoden sind jedoch dazu ausgelegt, die Kinder zu Konsumidioten abzurichten. Das wäre ja noch halbwegs erträglich, wenn sie sich in dieser Konsumblase lebenslang wohlfühlen würden. Sie merken aber immer mehr, daß etwas fehlt, das krankmacht und nur die monetäre Pharmablase füttert. Bp. RITALIN. Das Geistige – der göttliche Funke wird ausgetrieben. Rudolf Steiner hatte die Entwicklung vorausgesehen.

    Die „Neue Normalität“ während und nach „Corona“ wird die Menschheit auf geist- und seelenlose Bioroboter herabsetzen. Abstand halten – am besten von sich selbst – die neue Zauberformel für die sog. Gesundheit, die ausschließlich auf körperliches Empfinden setzt. Mehr dazu hier:

    https://ludwigdertraeumer.wordpress.com/2020/06/05/die-finale-ausrottung-der-seele/

    Es fällt mir gerade dazu ein Zeitgenosse ein, der Gottes Absicht sich mit dem Menschen ein Ebenbild zu schaffen einfach genial umsetzt. Stört euch nicht an meiner satirischen Einleitung.

    https://ludwigdertraeumer.wordpress.com/2018/03/20/antonin-der-pizzabaecker-oder-die-fruehkindliche-versklavung/

    Was jetzt abläuft mit den bestialischen Kinderschändern macht mich fassungslos. Wozu das Ganze? Die sog. Genderideologie hat den Humboldtschen Gedanken längst gekapert. Perverser und teuflischer kann man unser Volk nicht mehr zerstören.

    Gefällt 1 Person

  4. eckehardnyk sagt:

    Das sollte jeder Lehrer insbesondere bei Waldorf auf der Pfanne haben, dass Kinder bedeutender sein werden als ihre Erzieher. Deshalb selbstlos selber sein.

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