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Indien / NWO brutal

Was weisst du von Indien? So wenig als wie ich? Lies den Bericht. Dann weisst du gopfertami sehr viel mehr. Wisse, der Bericht zeigt, wie auch in Indien (keineswegs besonders schwergewichtig in Deutschland, wie viele aufgeklärte Deutsche meinen) erfolgreich daran gearbeitet wird, die Gesellschaft in einerseits  99,9% arbeitsam, arm und rechtlos, anderseits 0,1% verwöhnt, reich und alles tun dürfend zu teilen.

Es scheint nun an der Zeit, dass das Tun und Lassen des Herrn Modi und seiner Entourage zutage gefördert wird. Ich erhoffe, dass 1000 Blogger den Artikel finden und weiter verbreiten. Herr Modi scheint mir eine verschärfte Ausgabe der Nägelkauerin zu sein. So nett schaut er drein, der Herr Modi, und zweifelsfrei vorteilhafter gekleidet ist er als die Vollstreckerin an der umgeleiteten Spree.

Nun…Autorin Arundhati Roy ist erklärt Oppositionelle zur indischen Regierung. Ich darf nicht auslassen die Möglichkeit, dass Herr Modi auch Gutes tut. Sollte jemand davon Kunde haben, bitteschön, her damit.

Nach leck eh Türe der Arbeit von Arundhati Roy habe ich ein Bild. Dortens in Indien wird mittels gezielt geschürtem Klassenkampf, mittels geschürtem Kastendenken, mittels geschürtem religiösem Wahn entzweit, und es werden Leid, Mord, Vergewaltigung und Folter gepusht. In der BRD macht man es es bitzeli eleganter, ein bisschen nur, haha, mit den hier tauglichen Mitteln eben.

Die Ziele der NWO-Verrückten sind da und dort eins. Sagte es schon, brauche es nicht zu wiederholen. Zudem träumen die NWO Verrückten ganz im Grunde genommen von einer zerstörten Erde. Man sollte sich dessen bewusst sein.

Ich danke Einar Schlereth für den Hinweis, den er mir heute zukommen liess, und für seine tadellose Übersetzung danke ich erst recht.

Thom Ram, 05.01.NZ8 (Neues Zeitalter, Jahr acht)

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Quelle: Information Clearing House

Autorin: Arundhati Roy

Übersetzer: Einar Schlereth

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Ich übernehme den Artikel von einartysken 1:1.

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Der Aufstieg von Modi und die Hindu-Extremrechte

Arundathi Roy hat wieder einen ganz hervorragenden Essay geschrieben, dieses Mal zur Lage der ganzen Nation. Während Modi im gesamten Einzugsbereich des Westens die beste Presse genießt und die Wirtschaft als auf der Überholspur zu China dargestellt wird, hat sich dort in aller Stille eine faschistische Diktatur entwickelt, die in ihrer Widerwärtigkeit gegenwärtig allenfalls von Bolivien und Israel übertroffen wird. Da das Schweigen bei uns mal wieder alle Rekorde der jüngsten Vergangenheit übertrifft, haben wir versucht, ein Gegenkampagne zu starten, um vielleicht eine kleine Bresche in diese Mauer zu schlagen. Hilfe wäre wünschenswert.

Arundhati Roy

2. Januar 2020

Aus dem Englischen: Einar Schlereth

Modi und Kumpane

Während der Protest auf den Straßen von Chile, Katalonien, Bolivien, Großbritannien, Frankreich, Irak, Libanon und Hongkong nachklingt und anhält und eine neue Generation gegen das wütet, was ihrem Planeten angetan wurde, hoffe ich, dass Sie mir verzeihen, wenn ich von einem Ort spreche, an dem die Straße von etwas ganz anderem übernommen wurde. Es gab eine Zeit, in der Dissens der beste Export Indiens war. Aber jetzt, während der Protest im Westen anschwillt, sind unsere großen antikapitalistischen und antiimperialistischen Bewegungen für soziale und ökologische Gerechtigkeit – Märsche gegen große Dämme, gegen die Privatisierung und Ausplünderung unserer Flüsse und Wälder, gegen Massenvertreibungen und die Entfremdung der Heimat der indigenen Völker – weitgehend verstummt. Am 17. September dieses Jahres schenkte sich Premierminister Narendra Modi zu seinem 69. Geburtstag das bis zum Rand gefüllte Reservoir des Sardar-Sarovar-Staudamms am Narmada-Fluss, während Tausende Bewohner der Dörfer, die mehr als 30 Jahre lang gegen diesen Damm gekämpft hatten, zusahen, wie ihre Häuser unter dem steigenden Wasser verschwanden. Es war ein Moment großer Symbolik.

Im heutigen Indien schleicht sich am helllichten Tag eine Schattenwelt an uns heran. Es wird immer schwieriger, das Ausmaß der Krise auch uns selbst zu vermitteln. Eine genaue Beschreibung läuft Gefahr, wie eine Übertreibung zu klingen. Deshalb pflegen wir um der Glaubwürdigkeit und der guten Manieren willen das Wesen, das seine Zähne in uns versenkt hat – wir kämmen ihm die Haare aus und wischen ihm den tropfenden Kiefer ab, um es in guter Gesellschaft sympathischer zu machen. Indien ist bei weitem nicht der schlimmste oder gefährlichste Ort der Welt – zumindest noch nicht – aber vielleicht macht der Unterschied zwischen dem, was es hätte sein können und dem, was es geworden ist, es zum tragischsten Ort.

Genau jetzt sind 7 Millionen Menschen im Tal von Kaschmir, von denen die überwältigende Mehrheit nicht Bürger Indiens sein will und seit Jahrzehnten für ihr Selbstbestimmungsrecht gekämpft hat, unter einer digitalen Belagerung und der massivsten militärischen Besetzung der Welt eingeschlossen. Gleichzeitig haben im östlichen Bundesstaat Assam fast zwei Millionen Menschen, die sich danach sehnen, zu Indien zu gehören, ihre Namen im Nationalen Einwohnerregister (engl.NRC) vermisst und laufen Gefahr, für staatenlos erklärt zu werden. Die indische Regierung hat ihre Absicht angekündigt, das NRC auf den Rest Indiens auszuweiten. Die Gesetzgebung ist auf dem Weg. Dies könnte zur Erstellung von Staatenlosigkeit in einem bisher unbekannten Ausmaß führen.

Die Reichen in den westlichen Ländern treffen ihre eigenen Vorkehrungen für die kommende Klimakatastrophe. Sie bauen Bunker und lagern Vorräte an Lebensmitteln und Trinkwasser. In den armen Ländern ist Indien, obwohl es die fünftgrößte Wirtschaft der Welt ist, schändlicherweise immer noch ein armes hungriges Land – und hier werden andere Arten von Vorkehrungen getroffen. Die Annexion Kaschmirs durch die indische Regierung am 5. August 2019 hat außerdem viel mit der Dringlichkeit der indischen Regierung zu tun, den Zugang zu den fünf Flüssen, die durch den Bundesstaat Jammu und Kaschmir fließen, zu sichern, wie mit allem anderen auch. Und die NRC, die ein System der abgestuften Staatsbürgerschaft schaffen wird, in dem einige Bürger mehr Rechte haben als andere, ist auch eine Vorbereitung auf eine Zeit, in der die Ressourcen knapp werden. Staatsbürgerschaft, wie Hannah Arendt bekanntlich sagte, ist das Recht, Rechte zu haben.

Die Demontage der Idee von Freiheit, Brüderlichkeit und Gleichheit wird – in der Tat ist sie bereits das erste Opfer der Klimakrise. Ich werde versuchen, im Detail zu erklären, wie es dazu kommt. Und wie in Indien das moderne Managementsystem, das zur Bewältigung dieser sehr modernen Krise entstanden ist, seine Wurzeln in einem widerwärtigen, gefährlichen Strang unserer Geschichte hat.
Die Gewalt des Einschlusses und die Gewalt des Ausschlusses sind Vorläufer einer Erschütterung, die die Grundlagen Indiens verändern könnte – und seine Bedeutung und seinen Platz in der Welt verändern könnte. Unsere Verfassung nennt Indien eine „sozialistische, säkulare, demokratische Republik“. Wir benutzen das Wort „säkular“ in einem etwas anderen Sinn als der Rest der Welt – für uns ist es der Code für eine Gesellschaft, in der alle Religionen vor dem Gesetz gleichberechtigt sind. In der Praxis ist Indien weder säkular noch sozialistisch. Es hat immer als Hindu-Staat der obersten Kaste fungiert. Aber der Dünkel des Säkularismus, so heuchlerisch er auch sein mag, ist der einzige schwache Band des Zusammenhalts, der Indien möglich macht. Diese Heuchelei war das Beste, was wir hatten. Ohne sie ist Indien am Ende.In seiner Siegesrede vom Mai 2019, nachdem seine Partei eine zweite Amtszeit gewonnen hatte, prahlte Modi, dass kein Politiker irgendeiner politischen Partei es gewagt hatte, eine Kampagne zum Thema „Säkularismus“ zu führen. Der Tank des Säkularismus, so schien Modi zu sagen, sei nun leer. Es ist also offiziell. Indien geht langsam zur Neige. Und wir lernen, zu spät, die Heuchelei zu schätzen. Denn damit einher geht eine Spur, zumindest als Schein, von erinnertem Anstand.

Indien ist nicht wirklich ein Land. Es ist ein Kontinent. Komplexer und vielfältiger, mit mehr Sprachen – 780, wenn man die Dialekte ausschließt – mehr indigenen Stämmen und Religionen und vielleicht mehr Bevölkerungs-Gruppen, die sich als getrennte Nationen betrachten als ganz Europa. Stellen Sie sich diesen riesigen Ozean vor, dieses zerbrechliche, widerspenstige, soziale Ökosystem, das plötzlich von einem Hindu- Vormachtapparat übernommen wird, der an die Doktrin von „One Nation, One Language, One Religion, One Constitution“(Ein Land, eine Sprache, eine Religion, eine Verfassung) glaubt.

Ich spreche hier von der RSS (Rashtriya Swayamsevak Sangh), die 1925 gegründet wurde – das Mutterschiff der regierenden Bharatiya Janata Partei. Ihre Gründerväter waren stark vom deutschen und italienischen Faschismus beeinflusst. Sie verglichen die Muslime Indiens mit den Juden in Deutschland und glaubten, dass Muslime in Indien keinen Platz in der Hindukultur hätten. Die RSS heute distanziert sich, in typischer RSS Chamäleon-Sprache, von dieser Ansicht. Aber ihre zugrundeliegende Ideologie, in der Muslime als verräterische, permanente „Außenseiter“ dargestellt werden, ist ein ständiger Refrain in den öffentlichen Reden der BJP-Politiker und findet ihren Ausdruck in abschreckenden Parolen, die von tobenden Mobs erhoben werden. Zum Beispiel: „Mussalman ka ek hi sthan-Kabristan ya Pakistan“ (Nur einen Ort gibt esfür den Muslim – den Friedhof, oder Pakistan). Im Oktober dieses Jahres sagte Mohan Bhagwat, der oberste Führer der RSS, „Indien ist ein hinduistischer Rashtra“ – eine Hindu-Nation. „Darüber wird nicht verhandelt.“

Diese Idee verwandelt alles, was an Indien schön ist, in Säure.
Dass die RSS das, was sie heute inszeniert, als epochale Revolution darstellt, in der Hindus die jahrhundertelange Unterdrückung durch die früheren muslimischen Herrscher Indiens endgültig auslöschen, ist Teil ihres Projekts der falschen Geschichte. In Wahrheit sind Millionen von Indiens Muslimen die Nachkommen von Menschen, die zum Islam konvertierten, um der grausamen Kastenzugehörigkeit des Hinduismus zu entgehen.

Wenn Nazi-Deutschland ein Land war, das versuchte, seine Vorstellungen einem Kontinent (und darüber hinaus) aufzuzwingen, ist der Drang eines RSS-beherrschten Indien in gewisser Weise das Gegenteil. Hier ist ein Kontinent, der versucht, sich selbst zu einem Land zu verkleinern. Nicht einmal ein Land, sondern eine Provinz. Eine primitive, ethno-religiöse Provinz. Dies erweist sich als ein unvorstellbar gewalttätiger Prozess.

Keine der weißen Rassisten und Neonazi-Gruppen, die heute in der Welt auf dem Vormarsch sind, kann sich der Infrastruktur und der Arbeitskraft rühmen, die der RSS beherrscht. Sie sagt, sie habe 57.000 Shakhas-Zweige im ganzen Land und eine bewaffnete, überzeugte Miliz von über 600.000 „Freiwilligen“. Sie betreibt Schulen, in denen Millionen von Schülern eingeschrieben sind, und verfügt über eigene medizinische Missionen, Gewerkschaften, Bauernorganisationen, Medien und Frauengruppen. Kürzlich kündigte sie an, dass sie eine Ausbildungsstätte für diejenigen eröffnet, die der indischen Armee beitreten wollen. Unter ihrem bhagwa dhwaj – ihrem Safranfähnchen – hat sich eine ganze Reihe von rechtsextremen Organisationen, bekannt als Sangh Parivar – die „Familie“ der RSS – entwickeltn und vervielfacht. Diese Organisationen, die politischen Äquivalente von Strohfirmen, sind für schockierend gewalttätige Angriffe auf Minderheiten verantwortlich, bei denen im Laufe der Jahre unzählige Tausende ermordet wurden.

Premierminister Narendra Modi ist Mitglied der RSS, seit er 8 Jahre alt ist. Er ist eine Schöpfung der RSS. Obwohl er kein Brahmane ist, war er, mehr als jeder andere in ihrer Geschichte, dafür verantwortlich, sie zur mächtigsten Organisation in Indien zu machen und ihr bisher glorreichstes Kapitel zu schreiben. Es ist ärgerlich, die Geschichte von Modis Aufstieg zur Macht ständig wiederholen zu müssen, aber die offiziell sanktionierte Amnesie um ihn herum macht die Wiederholung fast zu einer Pflicht.

Modi’s politische Karriere wurde im Oktober 2001, nur wenige Wochen nach den 9/11-Angriffen in den USA in Gang gesetzt, als die BJP ihren gewählten Ministerpräsidenten im Bundesstaat Gujarat absetzte und an seiner Stelle Modi installierte. Er war zu dieser Zeit nicht einmal ein gewähltes Mitglied der gesetzgebenden Versammlung des Staates. Fünf Monate nach Beginn seiner ersten Amtszeit kam es zu einem abscheulichen, aber mysteriösen Akt der Brandstiftung, bei dem 59 Hindu-Pilger in einem Zug verbrannt wurden. Als „Rache“ setzten die Hindu-Bürgerwehrmobs zu einen gut geplanten Amoklauf in dem Staat an. Geschätzte 2.500 Menschen, fast nur Muslime, wurden am helllichten Tag ermordet. Frauen wurden auf den Straßen der Stadt vergewaltigt, und fast 150.000 Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben. Unmittelbar nach dem Pogrom rief Modi zu Wahlen auf. Er gewann, nicht trotz des Massakers, sondern wegen des Massakers – und wurde für drei aufeinanderfolgende Amtszeiten als Ministerpräsident wiedergewählt. Während Modis erster Kampagne als Premierministerkandidat der BJP – bei der auch ein Massaker an Muslimen, diesmal im Distrikt Muzaffarnagar im Bundesstaat Uttar Pradesh, im Mittelpunkt stand – fragte ihn ein Journalist von Reuters, ob er das Pogrom von 2002 in Gujarat bedauere. Er antwortete, dass er sogar den Tod eines Hundes bedauern würde, wenn dieser versehentlich unter die Räder seines Autos käme. Das war reine, gut durchdachte RSS-Sprache.

Als Modi als 14. Premierminister Indiens vereidigt wurde, wurde er nicht nur von seiner Unterstützungsbasis aus Hindu-Nationalisten, sondern auch von Indiens großen Industriellen und Geschäftsleuten, von vielen indischen Liberalen und von den internationalen Medien als Inbegriff von Hoffnung und Fortschritt gefeiert, als Retter im Safran-Business-Anzug, dessen Person den Zusammenfluss des alten und des modernen Hindu-Nationalismus und des hemmungslosen Marktkapitalismus darstellte.

Während Modi den Hindu-Nationalismus erfolgreich machte, ist er an der Front der freien Marktwirtschaft schwer gestolpert. Durch eine Reihe von Fehlern hat er die indische Wirtschaft in die Knie gezwungen. Im Jahr 2016, etwas mehr als ein Jahr nach Beginn seiner ersten Amtszeit, verkündete er im Fernsehen, dass von diesem Moment an alle 500- und 1.000-Rupien-Banknoten – über 80 Prozent der im Umlauf befindlichen Währung – nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel gelten. So etwas hat es in der Geschichte eines Landes noch nie in diesem Ausmaß gegeben. Weder der Finanzminister noch der Chef-Wirtschaftsberater schienen ins Vertrauen gezogen worden zu sein. Diese „Geldentwertung“, sagte der Premierminister, sei ein „chirurgischer Eingriff“ gegen Korruption und Terrorfinanzierung. Das war reine Quacksalberei, ein Hausmittel, das an einer Nation mit mehr als einer Milliarde Menschen ausprobiert wurde. Es stellte sich heraus, dass es geradezu verheerend war. Aber es gab keine Unruhen. Keine Proteste. Die Menschen standen geduldig stundenlang vor den Banken Schlange, um ihre alten Geldscheine einzuzahlen – die einzige Möglichkeit, sie einzulösen. Kein Chile, Katalonien, Libanon, Hongkong. Fast über Nacht sind Arbeitsplätze verschwunden, die Bauindustrie kam zum Erliegen, kleine Unternehmen machten einfach dicht.

Einige von uns glaubten törichterweise, dass dieser Akt unvorstellbarer Anmaßung das Ende von Modi bedeuten würde. Wie sehr wir uns doch geirrt haben. Die Leute freuten sich. Sie litten, aber freuten sich. Es war, als ob der Schmerz in die Freude eingewoben worden wäre. Als ob ihr Leiden der Geburtsschmerz wäre, der bald ein glorreiches, wohlhabendes Hindu-Indien hervorbringen würde.

Als Modi als 14. Premierminister Indiens vereidigt wurde, wurde er nicht nur von seiner Unterstützungsbasis aus Hindu-Nationalisten, sondern auch von Indiens großen Industriellen und Geschäftsleuten, von vielen indischen Liberalen und von den internationalen Medien als Inbegriff von Hoffnung und Fortschritt gefeiert, als Retter im Safran-Business-Anzug, dessen Person den Zusammenfluss des alten und des modernen Hindu-Nationalismus und des hemmungslosen Marktkapitalismus darstellte.

Während Modi den Hindu-Nationalismus erfolgreich machte, ist er an der Front der freien Marktwirtschaft schwer gestolpert. Durch eine Reihe von Fehlern hat er die indische Wirtschaft in die Knie gezwungen. Im Jahr 2016, etwas mehr als ein Jahr nach Beginn seiner ersten Amtszeit, verkündete er im Fernsehen, dass von diesem Moment an alle 500- und 1.000-Rupien-Banknoten – über 80 Prozent der im Umlauf befindlichen Währung – nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel gelten. So etwas hat es in der Geschichte eines Landes noch nie in diesem Ausmaß gegeben. Weder der Finanzminister noch der Chef-Wirtschaftsberater schienen ins Vertrauen gezogen worden zu sein. Diese „Geldentwertung“, sagte der Premierminister, sei ein „chirurgischer Eingriff“ gegen Korruption und Terrorfinanzierung. Das war reine Quacksalberei, ein Hausmittel, das an einer Nation mit mehr als einer Milliarde Menschen ausprobiert wurde. Es stellte sich heraus, dass es geradezu verheerend war. Aber es gab keine Unruhen. Keine Proteste. Die Menschen standen geduldig stundenlang vor den Banken Schlange, um ihre alten Geldscheine einzuzahlen – die einzige Möglichkeit, sie einzulösen. Kein Chile, Katalonien, Libanon, Hongkong. Fast über Nacht sind Arbeitsplätze verschwunden, die Bauindustrie kam zum Erliegen, kleine Unternehmen machten einfach dicht.

Einige von uns glaubten törichterweise, dass dieser Akt unvorstellbarer Anmaßung das Ende von Modi bedeuten würde. Wie sehr wir uns doch geirrt haben. Die Leute freuten sich. Sie litten, aber freuten sich. Es war, als ob der Schmerz in die Freude eingewoben worden wäre. Als ob ihr Leiden der Geburtsschmerz wäre, der bald ein glorreiches, wohlhabendes Hindu-Indien hervorbringen würde.

Aber was schlecht für das Land war, stellte sich als ausgezeichnet für die BJP heraus. Zwischen 2016 und 2017 wurde sie trotz des wirtschaftlichen Abschwungs zu einer der reichsten politischen Parteien der Welt. Ihr Einkommen stieg um 81 Prozent, was sie fast fünfmal reicher machte als ihr Hauptkonkurrent, die Kongresspartei, deren Einkommen um 14 Prozent zurückging. Kleinere politische Parteien waren praktisch bankrott. Diese Kriegskasse gewann die entscheidenden Staatswahlen der BJP in Uttar Pradesh und verwandelte die Parlamentswahlen 2019 in ein Rennen zwischen einem Ferrari und ein paar alten Fahrrädern. Und da es bei Wahlen zunehmend um Geld geht, scheinen die Chancen auf eine freie und faire Wahl in naher Zukunft gering. Vielleicht war die Geldentwertung also doch kein Schnitzer.

Während der zweiten Amtszeit von Modi hat der RSS sein Spiel intensiviert. Es ist nicht mehr ein Schatten- oder Parallelstaat, sondern der Zustand. Tag für Tag sehen wir Beispiele für seine Kontrolle über die Medien, die Polizei, die Geheimdienste. Beunruhigenderweise scheint sie auch erheblichen Einfluss auf die Streitkräfte auszuüben. Ausländische Diplomaten und Botschafter haben mit Mohan Bhagwat vertrauliche Gespräche geführt. Der deutsche Botschafter hat sich sogar bis zum Hauptquartier der RSS in Nagpur aufgemacht, um seinen Respekt zu erweisen.

In Wahrheit sind die Dinge so weit gediehen, dass eine offene Kontrolle gar nicht mehr nötig ist. Mehr als vierhundert rund um die Uhr ausgestrahlte Fernsehnachrichtenkanäle, Millionen von WhatsApp-Gruppen und TikTok-Videos halten die Bevölkerung an einem Tropf mit wahnsinniger Bigotterie.

Im vergangenen November hat das Oberste Gericht Indiens entschieden, was ein Richter einen der wichtigste Fälle der Welt nannte. Am 6. Dezember 1992 hat in der Stadt Ayodhya ein hinduistischer Selbstjustizmob, organisiert von der BJP und der Vishwa Hindu Parishad – dem Welthindu-Rat – eine 460 Jahre alte Moschee bis auf den Grund abgefackelt. Sie behaupteten, dass diese Moschee, die Babri Masjid, auf den Ruinen eines Hindu-Tempels gebaut wurde, der den Geburtsort von Lord Ram markiert hatte. Mehr als 2.000 Menschen, meist Muslime, wurden bei der darauf folgenden kommunalen Gewalt getötet. In seinem jüngsten Urteil stellte das Gericht fest, dass die Muslime nicht nachweisen konnten, dass sie die Stätte ausschließlich und dauerhaft in ihrem Besitz hatten. Stattdessen übergab es das Gelände an einen von der BJP-Regierung zu gründenden Trust, der den Auftrag erhielt, darauf einen Hindu-Tempel zu bauen. Es gab Massenverhaftungen von Menschen, die das Urteil kritisiert haben. Die VHP hat sich geweigert, ihre früheren Erklärungen, dass sie sich anderen Moscheen zuwenden wird, zurückzuziehen. Dies kann eine endlose Kampagne sein – schließlich ist alles über etwas gebaut.

Mit dem Einfluss, den dieser immense Reichtum erzeugt, hat es die BJP geschafft, ihre politischen Rivalen zu kooptieren, aufzukaufen oder einfach zu vernichten. Der härteste Schlag ist auf die Parteien mit Einfluss unter den Dalit und anderen benachteiligten Kasten in den Nordstaaten Uttar Pradesh und Bihar gefallen. Viele ihrer traditionellen Wähler haben diese Parteien – die Bahujanische Samaj-Partei, Rashriya Janata Dal und die Samajwadi-Partei – verlassen und sind zur BJP abgewandert. Um dieses Kunststück zu vollbringen – und es ist nichts Geringeres als ein Kunststück – arbeitete die BJP hart daran, die Hierarchien innerhalb der Dalit und der benachteiligten Kasten, die ihr eigenes internes Universum der Hegemonie und Marginalisierung haben, auszunutzen und aufzudecken. Die überquellenden Kassen der BJP und ihr tiefes, listiges Verständnis von Kasten haben die konventionelle Wahlmathematik völlig verändert.

Nachdem sie sich die Stimmen der Dalit und der benachteiligten Kasten gesichert hat, macht die Privatisierungspolitik der BJP im Bildungswesen und öffentlichen Sektor die Errungenschaften, die durch positive Maßnahmen – in Indien als „Reservierung“ bekannt – erzielt wurden, rasch wieder zunichte und drängt diejenigen, die zu den benachteiligten Kasten gehören, aus Arbeitsplätzen und Bildungseinrichtungen hinaus. Unterdessen zeigt das National Crime Records Bureau eine starke Zunahme von Gräueltaten gegen Dalits, einschließlich Lynchmorde und öffentliche Auspeitschungen. Im September dieses Jahres, als Modi von der Bill & Melinda Gates Foundation für den Bau von Toiletten geehrt wurde, wurden zwei Dalit-Kinder, deren Zuhause nur der Schutz einer Plastikplane war, zu Tode geprügelt, weil sie im Freien geschissen hatten. Einen Premierminister für seine Arbeit im Hygienebereich zu ehren, während Zehntausende von Dalits weiterhin als manuelle Aasfresser arbeiten und Menschen-Exkremente auf dem Kopf tragen, ist grotesk.

Was wir jetzt durchleben, ist neben dem offenen Angriff auf religiöse Minderheiten ein verschärfter Klassen- und Kastenkrieg.

Um ihre politischen Errungenschaften zu konsolidieren, besteht die Hauptstrategie der RSS und der BJP darin, ein lang anhaltendes Chaos im industriellen Maßstab zu erzeugen. Sie haben ihre Küche mit einem Set von Kochkesseln ausgestattet, die bei Bedarf schnell zum Kochen gebracht werden können.

Am 5. August 2019 hat die indische Regierung einseitig die grundlegenden Bedingungen der Beitrittsurkunde verletzt, mit der der ehemalige Fürstenstaat Jammu und Kaschmir 1947 den Beitritt zu Indien vereinbart hatte. Sie entzog Jammu und Kaschmir ihre Staatlichkeit und ihren Sonderstatus – zu dem auch das Recht auf eine eigene Verfassung und eine eigene Flagge gehörte. Die Auflösung der legalen Endität des Staates bedeutete auch die Auflösung von Abschnitt 35A der Verfassung Indiens, die den Einwohnern des ehemaligen Staates die Rechte und Privilegien sicherte, die sie zu Verwaltern ihres eigenen Territoriums machten. In Vorbereitung für diesen Schachzug flog die Regierung mehr als 80.000 Soldaten ein, um die bereits dort stationierten Hunderttausende zu ergänzen. In der Nacht des 4. August wurden Touristen und Pilger aus dem Kaschmir-Tal evakuiert. Schulen und Märkte wurden geschlossen. Um Mitternacht wurde das Internet abgeschaltet und die Telefone waren tot. In den folgenden Wochen wurden mehr als 4.000 Menschen verhaftet: Politiker, Geschäftsleute, Anwälte, Rechtsaktivisten, lokale Führungskräfte, Studenten und drei ehemalige Ministerpräsidenten. Die gesamte politische Klasse Kaschmirs, einschließlich derer, die Indien gegenüber loyal sind, wurde inhaftiert. [Meine Güte, wäre das in der Krim passiert, dann wären alle total ausgerastet. D. Ü.]

Die Abschaffung des Sonderstatus Kaschmirs, das Versprechen eines gesamtindischen Nationalen Bürgerregisters, der Bau des Ram-Tempels in Ayodya – all das sind die wichtigsten Gerichte in der Küche der RSS und BJP. Um nachlassende Leidenschaften wieder zu entfachen, brauchen sie nur einen Bösewicht aus ihrer Galerie auszuwählen und die Kriegs-Hund loslassen. Es gibt verschiedene Kategorien von Schurken – Pakistans Dschihadisten, Kaschmir-Terroristen, „Infiltratoren“ aus Bangladesh oder einer der fast 200 Millionen indischen Muslime, die stets als Pakistan-Anhänger oder Verräter am Vaterland beschuldigt werden können. Jede dieser „Karten“ wird als Geisel des anderen gehalten und oft dazu gebracht, für den anderen einzuspringen. Sie haben wenig miteinander zu tun und stehen sich oft feindselig gegenüber, weil ihre Bedürfnisse, Wünsche, Ideologien und Situationen nicht nur nachteilig sind, sondern sich am Ende gegenseitig existentiell bedrohen. Nur weil sie alle Muslime sind, muss jeder von ihnen die Folgen der Handlungen des anderen erleiden.

In zwei nationalen Wahlen hat die BJP nun gezeigt, dass sie auch ohne die „muslimische Stimmen“ eine Mehrheit im Parlament gewinnen kann. Infolgedessen wurden indische Muslime effektiv entrechtet und werden zu den am meisten gefährdeten Personen – eine Gemeinde ohne politische Vertretung, ohne Stimme. Verschiedene Formen des bösartigen sozialen Boykotts drängen sie die wirtschaftliche Leiter hinunter und hinein in Ghettos aus Gründen physischer Sicherheit. Auch haben die indischen Muslime ihren Platz in den Mainstream-Medien verloren – die einzigen muslimischen Stimmen, die wir in Fernsehsendungen hören, sind die wenigen absurden, die ständig und bewusst dazu aufgefordert werden, die Rolle des primitiven Islamisten zu spielen, um die Dinge noch schlimmer zu machen, als sie es bereits sind. Abgesehen davon besteht die einzige akzeptable öffentliche Rede für die muslimische Gemeinschaft darin, ihre Loyalität gegenüber der indischen Flagge ständig zu wiederholen und zu demonstrieren. Während also die Kaschmiris, die aufgrund ihrer Geschichte und vor allem ihrer Geographie brutal behandelt werden, immer noch ein Rettungsboot haben – den Traum von Azadi, von Freiheit – müssen die indischen Muslime an Deck bleiben, um das kaputte Schiff zu reparieren.

(Es gibt noch eine andere Kategorie von „antinationalen“ Schurken – Menschenrechtsaktivisten, Anwälte, Studenten, Akademiker, „Stadt-Maoisten“ – die verleumdet, ins Gefängnis geworfen, in Rechtsfälle verwickelt, von israelischer Spyware bespitzelt und in mehreren Fällen ermordet wurden. Aber das ist ein ganz anderes Kartenspiel).

Der Lynchmord von Tabrez Ansari zeigt, wie kaputt das Schiff ist und wie tief die Fäulnis ist. Der Lynchmord ist, was man von den Vereinigten Staaten gut kennt, eine öffentliche Aufführung eines ritualisierten Mordes, bei dem ein Mann oder eine Frau getötet wird, um ihre Gemeinschaft daran zu erinnern, dass sie der Gnade des Mobs ausgeliefert ist. Und dass die Polizei, das Gesetz, die Regierung – ebenso wie die guten Menschen in ihren Häusern, die keiner Fliege etwas zuleide tun würden, die zur Arbeit gehen und sich um ihre Familien kümmern – alle Freunde des Mobs sind. Tabrez wurde diesen Juni gelyncht. Er war ein Waisenkind, aufgezogen von seinen Onkeln im Staat Jharkhand. Als Teenager ging er in die Stadt Pune, wo er eine Arbeit als Schweißer fand. Als er 22 wurde, kehrte er nach Hause zurück, um zu heiraten. Am Tag nach seiner Hochzeit mit dem 18-jährigen Shahista wurde Tabrez von einem Mob gefangen genommen, an einen Laternenpfahl gefesselt, stundenlang geschlagen und gezwungen, den neuen Hindu-Kriegsschrei „Jai Shri Ram“ zu singen – Sieg für Lord Ram! Die Polizei nahm Tabrez schließlich in Gewahrsam, weigerte sich aber, dass seine verzweifelte Familie und seine junge Braut ihn ins Krankenhaus bringen. Stattdessen beschuldigten sie ihn, ein Dieb zu sein, und stellten ihn vor einen Richter, der ihn wieder in Gewahrsam nahm. Dort starb er vier Tage später.

In seinem neuesten Bericht, der Anfang des Monats veröffentlicht wurde, hat das National Crime Records Bureau sorgfältig Daten über Mafia-Lynchmorde ausgelassen. Nach Angaben der indischen Nachrichtenseite The Quint gab es seit 2015 113 Todesfälle durch die Gewalt des Mobs. Lynchmörder und andere Angeklagte in Hassverbrechen einschließlich Massenmord wurden mit öffentlichen Ämtern belohnt und von Ministern im Kabinett von Modi geehrt. Modi selbst, normalerweise geschwätzig auf Twitter, großzügig mit Beileid und Geburtstagsgrüßen, wird jedes Mal, wenn eine Person gelyncht wird, sehr still. Vielleicht ist es unvernünftig, von einem Premierminister zu erwarten, dass er jedes Mal einen Kommentar abgibt, wenn ein Hund unter die Räder eines Autos kommt. Zumal es so oft passiert.

Hier in den Vereinigten Staaten, am 22. September 2019 – fünf Tage nach Modis Geburtstagsfeier am Narmada-Staudamm – versammelten sich 50.000 indische Amerikaner im NRG-Stadion in Houston. Das dortige „Howdy, Modi!» – Event ist bereits zum Stoff für urbane Legende geworden. Präsident Donald Trump war so gütig, einem besuchenden Premierminister zu erlauben, ihn als besonderen Gast in seinem eigenen Land, seinen eigenen Bürgern, vorzustellen. Mehrere Mitglieder des US-Kongresses sprachen, ihr Lächeln allzu breit, ihre Körper in Anbiederungs-Haltung. Bei einem Crescendo aus Trommelwirbeln und wildem Jubel rief die anbetende Menge „Modi! Modi! Modi! Modi!“ Am Ende der Show nahmen Trump und Modi sich bei der Hand und drehten eine Siegesrunde. Das Stadion explodierte. In Indien wurde der Lärm durch die Multi-Beschallung der Fernsehsender tausendfach verstärkt. „Howdy“ wurde zu einem Hindi-Wort. Gleichzeitig ignorierten die Nachrichtensender die Tausende von Menschen, die vor dem Stadion protestierten.

Nicht alle die röhrenden 50 000 Menschen im Houston Stadium konnten das betäubende Schweigen von Kaschmir verdrängen. Jener Tag, der 22. September, war der 48. Tag der Ausgangssperre und Kommunikations-Blockade in dem Tal.

Wieder einmal hat Modi es geschafft, seine einzigartige Art der Grausamkeit in einem in der heutigen Zeit unerhörten Ausmaß zu entfesseln. Und wieder einmal hat es ihn bei seinem treuen Publikum beliebt gemacht. Als am 6. August das Gesetz zur Reorganisation von Jammu und Kaschmir im indischen Parlament verabschiedet wurde, gab es Feiern im gesamten politischen Spektrum. In den Büros wurden Süßigkeiten verteilt, und auf den Straßen wurde getanzt. Es wurde eine Eroberung gefeiert – eine koloniale Annexion, ein weiterer Triumph für die Hindu-Nation. Wieder einmal fiel der Blick der Eroberer auf die beiden urzeitlichen Eroberungs-Trophäen: Frauen und Land. Erklärungen von hochrangigen BJP-Politikern und patriotische Popmusikvideos, die Millionen Zuschauer erreichten, legitimierten diese Schamlosigkeit. Google Trends zeigte einen Anstieg der Suche nach den Phrasen „Heirate ein Kaschmir-Mädchen“ und „Kauft Land in Kaschmir“

Es war nicht alles auf die rüpelhafte Suche bei Google beschränkt. In den Wochen nach der Belagerung genehmigte das Forest Advisory Committee 125 Projekte, die eine anderweitige Nutzung von Waldflächen vorsah.

In den ersten Tagen der Abriegelung kamen nur wenige Nachrichten aus dem Tal. Die indischen Medien erzählten uns, was die Regierung uns mitteilen wollte. Die stark zensierten Kaschmir-Papiere enthielten seitenweise Nachrichten über abgesagte Hochzeiten, die Auswirkungen des Klimawandels, die Erhaltung von Seen und Schutzzonen für wilde Tiere, Tips, wie man mit Diabetes leben kann und Mitteilungen auf den ersten Seiten der Regierung über die Vorteile, die Kaschmirs neuer, heruntergeschraubter legaler Status dem Volk in Kaschmir bringen würde. Diese «Vorteile» enthalten Projekte, die das Wasser von den Flüssen im Tal kontrollieren und regeln. Oder die Erosion, die von der Entwaldung gefördert wird, die Zerstörung des empfindlichen Himalaya-Ökosystems und die Plünderung von Kaschmirs wunderschönem natürlichem Reichtum durch indische Unternehmen.

Wirkliche Berichterstattung über das Leben der einfachen Leute kam vor allem von Journalisten und Fotografen, die für die internationalen Medien arbeiten – France-Presse, Associated Press, Al Jazeera, The Guardian, BBC, New York Times und Washington Post. Die Reporter, meist Kaschmiris, die in einem Informationsvakuum arbeiten, ohne eines der Werkzeuge, die den modernen Reportern normalerweise zur Verfügung stehen, reisten unter großer Gefahr für sich selbst durch ihr Heimatland, um uns die Nachrichten zu bringen. Und die Nachrichten handelten von nächtlichen Razzien, von jungen Männern, die zusammengetrieben und stundenlang geschlagen wurden, von ihren Schreien, die über Lautsprecher ausgestrahlt wurden, damit ihre Nachbarn und Familien sie hören konnten, von Soldaten, die in Häuser der Dorfbewohner eindrangen und Dünger und Kerosin in ihre Wintervorräte mischten. Es gab Nachrichten von Jugendlichen, deren Körper mit Gewehrkugeln gespickt waren, die zu Hause behandelt wurden, weil sie verhaftet werden würden, wenn sie in ein Krankenhaus gingen.. Nachrichten über von Hunderten Kindern, die mitten in der Nacht abgeholt wurden, von Eltern, die durch Verzweiflung und Angst geschwächt waren. Die Nachrichten handelten von Angst, Wut, Depression, Verwirrung, eiserner Entschlossenheit und glühendem Widerstand.

Innenminister, Amit Shah, sagte, dass die Belagerung nur in der Vorstellung der Menschen existierte; der Gouverneur von Jammu und Kaschmir, Satya Pal Malik, sagte, dass Telefonleitungen für die Kaschmiris nicht wichtig seien und nur von Terroristen benutzt würden; und der Armeechef, Bipin Rawat, sagte: „Das normale Leben in Jammu und Kaschmir wurde nicht beeinträchtigt. Die Menschen tun ihre notwendige Arbeit…. Diejenigen, die sich betroffen fühlen, sind diejenigen, deren Überleben vom Terrorismus abhängt.“ Es ist nicht schwer, herauszufinden, wen genau die indische Regierung als Terroristen betrachtet.

Stellen Sie sich vor, ganz New York City würde unter eine Informationssperre und eine Ausgangssperre gestellt, die von Hunderttausenden von Soldaten kontrolliert wird. Stellen Sie sich vor, die Straßen Ihrer Stadt wären mit Stacheldraht und Folterzentren übersät. Stellen Sie sich vor, wenn Mini-Abu Ghraibs in Ihren Vierteln auftauchen würden. Stellen Sie sich vor, dass Tausende von Ihnen verhaftet werden und Ihre Familien nicht wissen, wohin man Sie gebracht hat. Stellen Sie sich vor, dass Sie mit niemandem kommunizieren können – nicht mit Ihrem Nachbarn, nicht mit Ihren Lieben außerhalb der Stadt, mit niemandem in der Außenwelt – und das wochenlang zusammen. Stellen Sie sich vor, Banken und Schulen werden geschlossen, Kinder in ihre Häuser gesperrt. Stellen Sie sich vor, dass Ihre Eltern, Geschwister, Ihr Partner oder Ihr Kind sterben und Sie wochenlang nichts davon wissen. Stellen Sie sich die medizinischen Notfälle vor, die psychischen Notfälle, die rechtlichen Notfälle, die Knappheit an Essen, Geld, Benzin. Stellen Sie sich vor, Sie wären ein Tagelöhner oder ein Vertragsarbeiter, der wochenlang nichts verdient. Und dann stellen Sie sich vor, man würde Ihnen sagen, dass all das zu Ihrem eigenen Wohl sei.

Das Entsetzen, das die Kaschmiris in den vergangenen Monaten ertragen mussten, kommt zu dem Trauma eines 30 Jahre alten bewaffneten Konflikts hinzu, der bereits 70.000 Menschenleben gefordert und ihr Tal mit Gräbern bedeckt hat. Sie haben durchgehalten, während alles auf sie geworfen wurde – Krieg, Geld, Folter, massenhaftes Verschwinden, eine Armee von mehr als einer halben Million Soldaten und eine Verleumdungskampagne, in der die ganze Bevölkerung als mörderische Fundamentalisten dargestellt wurde.

Die Belagerung dauert nun schon mehr als vier Monate. Die Führer der Kaschmiri sind immer noch im Gefängnis. Man hat ihnen die Freilassung unter der Bedingung angeboten, dass sie sich bereit erklären, ein Jahr lang keine öffentlichen Erklärungen über Kaschmir abzugeben. Die meisten haben abgelehnt.

Jetzt wurde die Ausgangssperre gelockert, die Schulen wurden wieder geöffnet und einige Telefonleitungen wiederhergestellt. Es wurde „Normalität“ erklärt. In Kaschmir ist Normalität immer eine Erklärung – ein Fiat, das von der Regierung oder der Armee ausgestellt wird. Sie hat wenig mit dem täglichen Leben der Menschen zu tun.

Bisher haben sich die Kaschmiris geweigert, diese neue Normalität zu akzeptieren. Die Klassenzimmer sind leer, die Straßen sind menschenleer und die Superapfelernte des Tals verrottet in den Obstgärten. Was könnte für ein Elternteil oder einen Bauern schwerer zu ertragen sein? Die bevorstehende Vernichtung ihrer Identität, vielleicht.

Die neue Phase des Kaschmir-Konflikts hat bereits begonnen. Militante haben gewarnt, dass von nun an alle Inder als legitime Ziele betrachtet werden. Mehr als zehn Menschen, meist arme, nicht-kaschmirische Wanderarbeiter, wurden getötet. (Ja, es sind die Armen, fast immer die Armen, die in die Schusslinie geraten.) Es wird hässlich werden. Sehr hässlich.

Bald wird all diese jüngste Geschichte vergessen sein, und wieder einmal wird es in den Fernsehstudios Debatten geben, die eine Gleichstellung zwischen den Gräueltaten der indischen Sicherheitskräfte und den militanten Kaschmiris herstellen. Sprechen Sie von Kaschmir, und die indische Regierung und ihre Medien werden Ihnen sofort was von Pakistan erzählen, indem sie bewusst die Missetaten eines feindlichen ausländischen Staates mit den demokratischen Bestrebungen der einfachen Menschen, die unter einer militärischen Besatzung leben, vermischen. Die indische Regierung hat deutlich gemacht, dass die einzige Option für die Kaschmiris die vollständige Kapitulation ist, dass keine Form des Widerstands akzeptabel ist – gewalttätig, gewaltlos, in Wort, Schrift oder Gesang. Doch die Kaschmiris wissen, dass sie, um zu existieren, Widerstand leisten müssen.

Warum sollten sie ein Teil von Indien sein wollen? Aus welchem irdischen Grund? Wenn Freiheit das ist, was sie wollen, dann ist Freiheit das, was sie haben sollten.

Das sollten auch die Inder wollen. Nicht im Namen der Kaschmiris, sondern um ihrer selbst willen. Die Gräueltat, die in ihrem Namen begangen wird, beinhaltet eine Form von Korrosion, die Indien nicht überleben wird. Kaschmir wird Indien vielleicht nicht besiegen, aber es wird Indien verzehren. In vielerlei Hinsicht hat es das bereits getan.

Das mag für die 50.000 Jubelnden im Houston-Stadion, die den ultimativen indischen Traum, es nach Amerika geschafft zu haben, ausgelebt haben, nicht so wichtig gewesen sein. Für sie mag Kaschmir nur ein müdes altes Rätsel sein, für das sie törichterweise glauben, dass die BJP eine dauerhafte Lösung gefunden hat. Gewiss, da sie selbst Migranten sind, sollten sie ein differenzierteres Verständnis für die Geschehnisse in Assam entwickeln. Oder vielleicht ist es zu viel verlangt von denen, die in einer Welt, die von Flüchtlings- und Migrantenkrisen zerrissen ist, die glücklichsten Migranten sind. Viele von denen im Stadion von Houston, etwa diejenigen, die ein extra Ferienhaus haben, haben wahrscheinlich auch eine US-Staatsbürgerschaft und einen Indien-Ausweis als Übersee-Bürger.

Das «Howdy, Modi!»Ereignis fand am 22. Tag statt, als beinahe 2 Millionen Menschen in Assam ihre Namen nicht auf der Einwohnerliste fanden.

Wie Kaschmir ist auch Assam ein Grenzstaat mit einer Geschichte vielfältiger Souveränitäten, mit Jahrhunderten der Migration, Kriegen, Invasionen, sich ständig verschiebenden Grenzen, britischem Kolonialismus und mehr als 70 Jahren Wahldemokratie, die die Bruchstellen in einer leicht entzündlichen Gesellschaft nur noch vertieft hat.

Dass die Sache mit der NRC überhaupt stattfand, hat mit der ganz besonderen Kulturgeschichte Assams zu tun. Assam gehörte zu den Gebieten, die die Burmesen nach dem ersten anglo-burmesischen Krieg 1826 an die Briten abgetreten haben. Zu dieser Zeit war es eine dicht bewaldete, dünn besiedelte Provinz, in der hunderte von Gemeinschaften – unter ihnen Bodos, Cachari, Mishing, Lalung, Ahomiya Hindus und Ahomiya Muslime – leben, die alle ihre eigene Sprache oder Sprachpraxis haben, jede mit einer organischen, wenn auch oft undokumentierten Beziehung zum Land. Wie ein Mikrokosmos Indiens war Assam schon immer eine Ansammlung von Minderheiten, die sich um Bündnisse bemühen, um eine ethnische und sprachliche Mehrheit herzustellen. Alles, was das vorherrschende Gleichgewicht veränderte oder bedrohte, wurde zu einem potentiellen Katalysator für Gewalt.

Die Saat für eine solche Veränderung wurde 1837 gesät, als die Briten, die neuen Herren von Assam, Bengali zur offiziellen Sprache der Provinz machten. Das bedeutete, dass fast alle Verwaltungs- und Regierungsposten von einer gebildeten, hinduistischen, bengalischsprachigen Elite übernommen wurden. Obwohl die Politik in den frühen 1870er Jahren umgekehrt wurde und Assamisch zusammen mit Bengali den offiziellen Status erhielt, verschob sich das Machtgleichgewicht auf ernsthafte Weise und markierte den Beginn eines fast zwei Jahrhunderte alten Antagonismus zwischen Assamesen und Bengali.

Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckten die Briten, dass das Klima und der Boden der Region für den Teeanbau förderlich sind. Da die Einheimischen nicht bereit waren, als Leibeigene in den Teegärten zu arbeiten, wurde eine Menge indigene Menschen aus Zentralindien rantransportiert. Sie unterschieden sich nicht von den Schiffsladungen indischer Zwangsarbeiter, die die Briten in ihre Kolonien in aller Welt transportierten. Heute machen die Plantagenarbeiter in Assam 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung des Staates aus. Schändlicherweise werden diese Arbeiter von den Einheimischen verachtet und leben weiterhin auf den Plantagen, der Gnade der Plantagenbesitzer ausgeliefert mit Sklavenlöhnen.

Ende der 1890er Jahre, als die Teeindustrie wuchs und die Ebenen des benachbarten Ostbengalens an die Grenzen ihres Anbaupotenzials stießen, ermutigten die Briten die bengalisch-muslimischen Bauern – Meister im Anbau in den reichen, schlammigen Flussebenen und den treibenden Inseln des Brahmaputra, bekannt als ‘chars’ – nach Assam auszuwandern. Für die Briten waren die Wälder und Ebenen von Assam, wenn nicht Terra nullius, dann Terra beinahe-nullius. Sie registrierten kaum die Anwesenheit der vielen Stämme Assams und verteilten die Ländereien frei an „produktive“ Bauern, deren Produkte Gewinne für den britischen Fiskus erzielen würden. Die Migranten kamen zu Tausenden, fällten Wälder und verwandelten Sümpfe in Ackerland. Bis 1930 hatte die Migration sowohl die Wirtschaft als auch die Demographie von Assam drastisch verändert.

Die einzige Möglichkeit, die abgelegenen, halbnomadischen Siedlungen auf den sich verschiebenden, verschlammten ‘Char’-Inseln des Brahmaputra zu erreichen, ist durch oft gefährlich überfüllte Boote. Die etwa 2.500 Inseln sind vergängliche Gaben, die jeden Moment von dem legendär launischen Brahmaputra zurückgerissen und an einem anderen Ort in anderer Form wieder angeboten werden. Die Siedlungen auf ihnen sind vorübergehend, und die Behausungen sind nur Buden. Doch einige der Inseln sind so fruchtbar und die Bauern so geschickt, dass sie drei Ernten pro Jahr einbringen. Ihre Unbeständigkeit hat jedoch dazu geführt, dass es keine Landtitel, keine Entwicklung, keine Schulen und Krankenhäuser gibt.

Auf den weniger fruchtbaren Inseln, die ich Anfang des vergangenen Monats besuchte, überspült einen die Armut wie das dunkle, schlickreiche Wasser des Brahmaputra. Die einzigen Anzeichen von Modernität waren die hellen Plastiktüten mit Dokumenten, die ihre Besitzer – die sich schnell um Fremde versammelten, die sie besuchten – nicht lesen konnten, sondern immer wieder ängstlich ansahen, als ob sie versuchten, die verblassten Formen auf den verblassten Seiten zu entschlüsseln und herauszufinden, ob sie sie und ihre Kinder vor dem massiven neuen Gefangenenlager retten würden, von dem sie gehört hatten, dass es tief in den Wäldern von Goalpara errichtet wird. Man stelle sich eine ganze Bevölkerung von Millionen von Menschen wie diese hier vor, die so geschwächt, starr vor Angst und Sorge um ihre Dokumentation sind. Es ist keine militärische Besetzung, aber es ist eine Besetzung durch Dokumente. Diese Dokumente sind der wertvollste Besitz der Menschen, sie werden liebevoller betreut als jedes Kind oder Elternteil. Sie haben Überschwemmungen und Stürme und jede Art von Notstand überlebt. Ergraute, sonnengebrannte Bauern, Männer und Frauen, erfahren auf ihrem Land und den vielen Stimmungen des Flusses, benutzen englische Wörter wie „legacy document“, „link paper“, „certified copy“, „re-verification“, „reference case“, „D-voter“, „declared foreigner“, „voter list“, „refugee certificate“ – als wären es Wörter ihrer eigenen Sprache. Das sind sie auch. Die NRC hat einen eigenen Wortschatz erzeugt. Der traurigste Ausdruck darin ist „echter Bürger“.

In einem Dorf nach dem anderen erzählten die Menschen Geschichten über spätabendliche Aushänge, die sie auffordern, bis zum nächsten Morgen in einem zwei- oder dreihundert Kilometer entfernten Gericht zu erscheinen. Sie schilderten das Gerangel, dieFamilienmitglieder und ihre Dokumente zusammenzuholen, die verräterischen Fahrten in kleinen Ruderbooten über den rauschenden Fluss in pechschwarzer Dunkelheit, die Verhandlungen mit schlauen Schleusern am Ufer, die ihre Verzweiflung gerochen und ihre Preise verdreifacht hatten, die rücksichtslose Fahrt durch die Nacht auf gefährlichen Straßen. Die schockierendste Geschichte, die ich gehört habe, war die einer Familie, die in einem Pickup mit einem Baustellen-LKW kollidierte, der Fässer mit Teer transportierte. Die Fässer kippten um, und die verletzte Familie wurde mit Teer bedeckt. „Als ich sie im Krankenhaus besuchte“, sagte der junge Aktivist, mit dem ich unterwegs war, „versuchte ihr junger Sohn, den Teer auf seiner Haut und die kleinen Steine, die darin eingebettet waren, abzukratzen. Er sah seine Mutter an und fragte: ‚Werden wir jemals das Kala-daag [Stigma] des Fremdseins loswerden?'“

Und dennoch, trotz all dem, trotz der Vorbehalte gegenüber dem Prozess und seiner Umsetzung, wurde die Aktualisierung der Einwohnerliste von fast allen in Assam begrüßt (enthusiastisch von den einen, vorsichtig von den anderen), jeder aus seinen eigenen Gründen. Assamesische Nationalisten hofften, dass Millionen bengalischer Eindringlinge, sowohl Hindus als auch Muslime, endlich entdeckt und offiziell zu „Ausländern“ erklärt würden. Die indigenen Stammesgemeinschaften hofften auf eine gewisse Entschädigung für das historische Unrecht, das sie erlitten hatten. Sowohl Hindus als auch Muslime bengalischer Herkunft wollten ihre Namen auf dem NRC sehen, um zu beweisen, dass sie „echte“ Inder seien, damit der Kala Daag des „fremden“ Seins ein für allemal zur Ruhe gelegt werden konnte. Und auch die Hindu-Nationalisten – jetzt in der Regierung in Assam – wollten Millionen von muslimischen Namen aus dem NRC gelöscht sehen. Alle hofften auf eine Art von Abschluss.

Nach einer Reihe von Aufschüben wurde die endgültige aktualisierte Liste am 31. August 2019 veröffentlicht. Es fehlten die Namen von 1,9 Millionen Personen. Diese Zahl könnte sich noch erhöhen durch eine Bestimmung, die es den Menschen – Nachbarn, Feinden, Fremden – erlaubt, Berufung einzulegen. Am Ende gab es mehr als 200.000 Einsprüche gegen den Entwurf.

Eine große Anzahl derer, die ihre Namen auf der Liste vermisst haben, sind Frauen und Kinder, die meisten von ihnen gehören zu Gemeinden, in denen Frauen in ihren frühen Teenager-Jahren verheiratet wurden, wodurch ihre Namen geändert wurden, was üblich ist. Sie haben keine „Link-Dokumente“, die ihr Erbe zu belegen. Eine große Zahl sind Analphabeten, deren Namen oder Elternnamen im Laufe der Jahre falsch abgeschrieben wurden: ein H-a-s-a-n, der zu einem H-a-s-s-s-a-n wurde, ein Joynul, der zu Zainul wurde, ein Mohammad, dessen Name auf verschiedene Weise buchstabiert wurde. Ein kleiner Fehler und du bist raus. Wenn dein Vater gestorben ist, oder sich von deiner Mutter getrennt hat, wenn er nicht gewählt hat, nicht gebildet war und kein Land hatte, bist du draußen. Denn in der Praxis zählt das Erbe von Müttern nicht gezählt. Unter all den Vorurteilen, die bei der Aktualisierung des NRC im Spiel sind, ist vielleicht das größte von allen das eingebaute, strukturelle Vorurteil gegen Frauen und gegen die Armen. Und die Armen in Indien bestehen heute hauptsächlich aus Muslimen, Dalits und Stammesangehörigen.

Alle 1,9 Millionen Menschen, deren Namen vermisst werden, müssen sich nun an ein Ausländertribunal wenden. Zur Zeit gibt es 100 Ausländertribunale in Assam, und weitere 1.000 sind in Vorbereitung. Die Männer und Frauen, die ihnen vorstehen, die so genannten „Mitglieder“ der Tribunale, halten die Schicksale von Millionen Menschen in ihren Händen, haben aber keine Erfahrung als Richter. Sie sind Bürokraten oder junge Juristen, die von der Regierung eingestellt und großzügig bezahlt werden. Wieder einmal sind Vorurteile in das System eingebaut.

Regierungsdokumente, auf die Aktivisten Zugriff hatten, zeigen, dass das einzige Kriterium für die Wiedereinstellung von Mitgliedern, deren Verträge ausgelaufen sind, die Anzahl der Einsprüche ist, die sie abgelehnt haben. Alle, die Berufung bei den Ausländergerichten einlegen müssen, müssen auch Anwälte einstellen, vielleicht Kredite aufnehmen, um ihre Gebühren zu bezahlen oder ihr Land oder ihre Häuser zu verkaufen, und sich einem Leben in Schulden und Armut ergeben. Viele haben natürlich kein Land oder Haus zu verkaufen. Einige haben Selbstmord begangen.

Nach der ganzen aufwendigen Übung und den Millionen von Rupien, die dafür ausgegeben wurden, sind alle Beteiligten im NRC bitter enttäuscht von der Liste. Die Migranten bengalischer Herkunft sind enttäuscht, weil sie wissen, dass rechtmäßige Bürger willkürlich ausgelassen wurden. Assamesische Nationalisten sind enttäuscht, weil die Liste die 5 Millionen angeblichen Infiltratoren“, die sie zu entdecken erwarteten, bei weitem nicht ausschließt und weil sie das Gefühl haben, dass zu viele illegale Ausländer es auf die Liste geschafft haben. Und Indiens regierende Hindu-Nationalisten sind enttäuscht, denn es wird geschätzt, dass mehr als die Hälfte der 1,9 Millionen Nicht-Muslime sind. (Der Grund dafür ist ironisch. Bengalische muslimische Migranten, die so lange mit Feindseligkeiten konfrontiert waren, haben Jahre damit verbracht, ihre „Erbschaftspapiere“ aufzuheben. Hindus, da sie weniger gefährdet sind, haben es nicht.)

Richter Gogoi ordnete die Versetzung von Prateek Hajela, dem Hauptkoordinator des NRC, an und gab ihm sieben Tage Zeit, Assam zu verlassen. Richter Gogoi hat keinen Grund für diese Anordnung angegeben.

Die Forderung nach einer neuen NRC hat bereits begonnen.

Wie kann man überhaupt versuchen, diese Verrücktheit zu verstehen, außer man wendet sich der Poesie zu? Eine Gruppe junger muslimischer Dichter, bekannt als die Miya-Poeten, begann, ihren Schmerz und ihre Erniedrigung in der Sprache zu schreiben, die ihnen am vertrautesten erschien, in der Sprache, die sie bis dahin nur in ihren Häusern verwendet hatten – die Miya-Dialekte Dhakaiya, Maimansingia und Pabnaiya. Eine von ihnen, Rehna Sultana, schrieb in einem Gedicht mit dem Titel „Mutter“:
„Ma, ami tumar kachchey aamar porisoi diti diti biakul oya dzai“.
Mutter, ich bin so müde, ich bin es leid, mich dir vorzustellen.

Als diese Gedichte gepostet und auf Facebook weit verbreitet wurden, wurde plötzlich eine private Sprache öffentlich. Und das alte Gespenst der Sprachpolitik erhob sich wieder. Gegen mehrere Miya-Dichter wurde Anzeige erstattet, weil sie die assamesische Gesellschaft verleumdet haben sollen. Rehna Sultana musste untertauchen.

Dass es in Assam ein Problem gibt, lässt sich nicht leugnen. Aber wie soll es gelöst werden? Wenn die Fackel des Ethno-Nationalismus einmal entzündet ist, kann man nicht wissen, in welche Richtung der Wind das Feuer tragen wird. Im neuen Bundesland Ladakh wurde dieser Status durch die Abschaffung von Jammu und Kaschmir gewährt – und besonders zwischen Buddhisten und schiitischen Muslimen schwelen Spannungen. In den Staaten im Nordosten Indiens haben sich bereits alte Gegensätze entzündet. In Arunachal Pradesh sind es die Assamesen, die unerwünschte Einwanderer sind. Meghalaya hat seine Grenzen zu Assam geschlossen und verlangt nun von allen „Außenstehenden“, die länger als 24 Stunden bleiben, sich nach dem neuen Meghalaya Residents Safety and Security Act bei der Regierung zu registrieren. In Nagaland sind die 22 Jahre dauernden Friedensgespräche zwischen der Zentralregierung und den Naga-Rebellen wegen der Forderung nach einer separaten Naga-Flagge und einer eigenen Verfassung ins Stocken geraten. In Manipur haben Dissidenten, die über eine mögliche Einigung zwischen den Nagas und der Zentralregierung besorgt sind, eine Exilregierung in London angekündigt. Die indigenen Stämme in Tripura fordern eine eigene NRC, um die hindu-bengalische Bevölkerung zu vertreiben, die sie zu einer winzigen Minderheit in ihrer eigenen Heimat gemacht hat.

Weit davon entfernt, sich von dem Chaos und der Not, die durch Assams NRC geschaffen wurden, abschrecken zu lassen, trifft die Modi-Regierung Vorkehrungen, um es in den Rest Indiens zu importieren. Um die Möglichkeit zu verhindern, dass Hindus und andere Unterstützer in die Komplexität des NRC verwickelt werden, wie es in Assam geschehen ist, hat man einen neuen Gesetzentwurf zur Änderung der Staatsbürgerschaft erstellt. (Nach der Verabschiedung im Parlament ist es nun das Citizenship Amendment Act). Er besagt, dass alle nicht-muslimischen „verfolgten Minderheiten“ aus Pakistan, Bangladesch und Afghanistan – also Hindus, Sikhs, Buddhisten und Christen – in Indien Asyl erhalten sollen. Standardmäßig wird die CAB sicherstellen, dass diejenigen, denen die Staatsbürgerschaft entzogen wird, nur Muslime sind.

Bevor dieser Prozess beginnt, ist geplant, das nationale Bevölkerungsregister zu aktualisieren. Dies wird eine Tür-zu-Tür-Befragung beinhalten, bei der die Regierung zusätzlich zu den Basisdaten der Volkszählung plant, ihre Sammlung von Iris-Scans und anderen biometrischen Daten zu ergänzen. Es wird die Mutter aller Datenbanken sein.

Die Vorarbeiten haben bereits begonnen. In einer seiner ersten Amtshandlungen als Innenminister hat Amit Shah eine Mitteilung herausgegeben, die es den Regierungen der Bundesstaaten in ganz Indien erlaubt, Haftanstalten & Ausländertribunale einzurichten, die mit Beamten besetzt werden ohne Rechtserfahrung, die aber mit drakonischen Befugnissen ausgestattet werden. Die Regierungen von Kamataka, Uttar Pradesh und Haryana haben bereits mit der Arbeit begonnen. Wie wir gesehen haben, entstand das NRC in Assam aus einer ganz besonderen Geschichte. Es auf ganz Indien auszudehnen, ist reine Bosheit. Die Forderung nach einem neuen Register ist bereits 40 Jahre alt. Dort haben die Menschen ihre Dokumente seit mehr als 50 Jahren gesammelt und gut aufbewahrt. Wieviele Menschen in Indien können «gesetzliche Dokumente» vorweisen? Vielleicht nicht einmal unser Premierminister, dessen Geburtsdaten, Universitätsgrad und Ehestatus alle Gegenstand nationaler Kontroverse gewesen sind.

Uns wird gesagt, dass der indische NRCeine Maßnahme ist, um mehrere Millionen „Infiltratoren“ – «Termiten“, wie unser Innenminister sie gerne nennt – aus Bangladesh aufzuspüren.

Was stellt er sich vor, wie sich eine solche Sprache auf die Beziehung Indiens zu Bangladesch auswirken wird? Nochmal, es wird mit Phantomzahlen um sich geworfen, die in die zweistellige Millionenhöhe gehen. Es besteht kein Zweifel, dass es in Indien sehr viele Arbeiter ohne Papiere aus Bangladesch gibt. Es besteht auch kein Zweifel daran, dass sie eine der ärmsten und am stärksten marginalisierten Bevölkerungsgruppen des Landes bilden. Jeder, der behauptet, an den freien Markt zu glauben, sollte wissen, dass er eine freie Stelle in der Wirtschaft nur dann ausfüllt, wenn er Arbeit tut, die andere nicht tun, für Löhne, die niemand sonst akzeptiert. Sie machen eine ehrliche Tagesarbeit für einen ehrlichen Tageslohn. Sie sind nicht die Unternehmensschwindler, die das Land zerstören, öffentliche Gelder stehlen oder die Banken in den Bankrott treiben. Sie sind nur ein Köder oder ein Trojanisches Pferd für das eigentliche Ziel der RSS, ihre historische Mission.

Der eigentliche Zweck eines gesamtindischen NRC, gekoppelt mit der CAB, ist die Destabilisierung und Stigmatisierung und Bedrohung, der indischen Muslim-Gemeinden, insbesondere der ärmsten unter ihnen. Sie soll eine ungleiche, gestaffelte Gesellschaft formalisieren, in der eine Gruppe von Menschen keine Rechte hat und der Gnade oder dem guten Willen einer anderen Gruppe ausgeliefert wird – ein modernes Kastensystem, das neben dem alten bestehen wird, in dem die Muslime die neuen Dalits sind. Nicht fiktiv, sondern tatsächlich. Rechtlich gesehen. An Orten wie Westbengalen, wo die BJP auf einem aggressiven Übernahmeplan besteht, haben die Selbstmorde bereits begonnen.

Hier ist M.S. Golwalkar, der oberste Führer der RSS im Jahr 1940, der in seinem Buch ‘Wir oder Unsere Nation’ definiert:
‘Seit jenem bösen Tag, als die Muslime zum ersten Mal in Hindustan landeten, bis zum heutigen Tag kämpft die Hindu-Nation tapfer, um es mit diesen Plünderern aufzunehmen. Der Rassengeist ist erwacht.
In Hindustan, dem Land der Hindus, lebt und sollte die Hindu-Nation leben…
Alle anderen sind Verräter und Feinde der Nationalen Sache, oder wohlmeinend ausgedrückt, Idioten… Die ausländischen Rassen in Hindustan… dürfen im Land bleiben, aber der Hindu-Nation völlig untergeordnet, ohne Ansprüche, ohne Privilegien, noch weniger irgendeine Vorzugsbehandlung – nicht einmal die Bürgerrechte.’

Er fährt fort:

‘Um die Reinheit seiner Rasse und Kultur aufrechtzuerhalten, schockierte Deutschland die Welt, indem es das Land von den semitischen Rasse – den Juden – reinigte. Rassenstolz in seiner höchsten Form hat sich dort manifestiert, eine gute Lektion für uns in Hindustan, von der wir lernen und profitieren können.’

Wie übersetzt man das in moderne Begriffe? Zusammen mit dem Bürgerergänzungsgesetz ist das national-Register die indische Version der deutschen Nürnberger Gesetze von 1935, durch die die deutsche Staatsbürgerschaft nur denjenigen vorbehalten war, die von der Regierung des Dritten Reiches Einbürgerungspapiere – Legacy Papers – erhalten hatten. Die Gesetzesänderung gegen Muslime ist die erste dieser Art. Andere werden ohne Zweifel folgen, gegen Christen, Dalits, Kommunisten – alles Feinde der RSS.

Die Ausländertribunale und KZs, die bereits in ganz Indien schon bereit stehen, sind im Moment vielleicht nicht dafür gedacht, Hunderte von Millionen Muslimen aufzunehmen. Aber sie sollen uns daran erinnern, dass nur Hindus als Indiens echte Ureinwohner gelten und diese Papiere nicht brauchen. Selbst die 460 Jahre alte Babri Masjid hatte nicht die richtigen Papiere. Welche Chance hätte ein armer Farmer oder ein Straßenverkäufer?

Das ist die Verruchtheit, die die 50.000 Menschen im Houston-Stadion bejubelten. Das ist es, was den Präsidenten der Vereinigten Staaten mit Modi verbunden hat, um ihn zu unterstützen. Es ist das, was die Israelis als Partner wollen, mit dem die Deutschen Handel treiben wollen, an das die Franzosen Kampfjets verkaufen wollen und das die Saudis finanzieren wollen.

Vielleicht kann der gesamte Prozess des All-India NRC privatisiert werden, einschließlich der Datenbank mit unseren Iris-Scans. Die Arbeitsmöglichkeiten und die damit verbundenen Gewinne könnten unsere sterbende Wirtschaft wiederbeleben. Die Gefangenenlager könnten von den indischen Äquivalenten von Siemens, Bayer und IG Farben gebaut werden. Es ist nicht schwer zu erraten, welche Konzerne das sein werden. Selbst wenn wir das Zyklon B Stadium nicht erreichen, kann man viel Geld verdienen.

Wir können nur hoffen, dass sich eines Tages die Straßen Indiens mit Menschen füllen werden, die erkennen, dass das Ende nah ist, wenn sie nicht handeln.

Wenn das nicht geschieht, betrachten Sie diese Worte als Andeutungen eines Endes von einem, der diese Zeiten durchlebt hat.

Arundhati Roy studierte Architektur in Neu Delhi, wo sie heute lebt. Sie ist die Autorin der Romane Der Gott der kleinen Dinge, für die sie 1997 den Booker Prize erhielt, und The Ministry of Utmost Happiness. Eine Sammlung ihrer Essays aus den letzten 20 Jahren, My Seditious Heart, wurde kürzlich bei Haymarket Books veröffentlicht.


19 Kommentare

  1. satsadhu sagt:

    Indien: 1,368 Milliarden Einwohner

    ca. 1200 Sprachen und Dialekte

    Themperaturen von 50º – minus 50º

    Eine Tierwelt, die noch echte Herausforderungen bietet.

    Eine Geschichte, die mehrmals die fast völlige Zerstörung der kulturellen Integrität aufzeigt.

    So ein Land wird niemals durch die synaptische Notdurft antikapitalistischer/ antiimperialistischer Ideen zu verwalten sein.

    Sehr schade, daß Arundhati Roy sich zu so drastischen Aussagen hinreissen lässt – aber das Krankheitsbild links-grün Versiffer ist auf der ganzen Welt gleich.

    Den Herrn Einar Schlereth, habe ich aus meinem persönlichen Lese-portofolio schon vor Jahren verbannt. Er ist in meinen Augen ein Indienhasser und Besserwisser vor dem Herren.

    Der Versuch Modis, die kulturelle Struktur wiederzubeleben, halte ich für sehr klug.
    Gerade der Westen hat Indien enorm ausgebeutet und genau deswegen meiner Meinung nach ein Mitspracherecht an der Entwicklung dort verwirkt.
    Ich finde auch nicht alles gut, was dort geschieht – vor allem die vielen Vergewaltigungen sind enorm verstörend ( nachschauen welche spezifische Kultur dort vergewaltigt – Ähnlichkeiten zu D-Land oder England?) – aber man muss schon auch die Ursachen beleuchten, bevor man altklug daherredet. (bezieht sich auf den Verfasser und nicht auf den Veröffentlicher)

    Wenn Einar Schlereth grosse Dinge in Indien geleistet hat, oder über Wasser laufen kann, werde ich seiner Meinung vielleicht noch mal eine Chance geben. Ansonsten ist das hier geschriebene für mich totaler Blödsinn. Mich nerven diese Weltverbesserer!!!!

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  2. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  3. haluise sagt:

    el merk hat bereits vor kurzem EINE milliarde euronen nach indien getragen …

    in der folge bietet sie dann den millionen flüchtlingen ihr doitsches haus an ??? luise

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  4. Thom Ram sagt:

    satsadhu 22:12

    Beeindruckend mich wirket deine Rede. Deine Beurteilung des Elmar Schlereth teile ich nicht, was aber Nebensache ist.

    Satsadhu, ich erbitte ein halbes Dutzend Widerreden von dir. Widerreden, welche belegen, dass die im Artikel aufgeführten Verbrechen nicht stattgefunden haben.

    Du verstehst! Es geht nicht um rechthaben. Es geht darum, dass ich du wir uns ein wahres Bild machen können.

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  5. satsadhu sagt:

    Ich hab hier nochmal 3 Artikel rausgesucht, die vielleicht ganz gut nachvollziehen lassen, wieso die Inder schön langsam die Nase voll haben – im Bezug zu ihren moslemischen Mitmenschen.

    Von Michael Mannheimer:

    https://www.freiheits-akademie.at/freie-menschen/bei-der-islamischen-eroberung-indiens-wurden-80-millionen-hindus-ermordet/

    Auszug aus dem Text:
    Und wer sich nicht der Tatsache bewusst ist, dass Bangladesh, Pakistan und weite Teile Afghanistans dereinst ur-indisches Staatsgebiet und rein hinduistisch und buddhistisch geprägt waren, dem kann nicht klar sein, wie gründlich es dem Islam gelungen ist, dieses Kapitel aus dem Bewusstsein der geschichtlichen Überlieferung zu tilgen.

    Der indische Genozid

    https://tangsir2569.wordpress.com/turkentum/der-indische-genozid/

    Auszug aus dem Text:
    Indien war auch in vorislamischen Zeiten Schauplatz von Kriegen zwischen indischen Prinzen, aber in all ihren Kriegen hielten sich die Inder an Konventionen und Ehrenkodices, die durch die Shatra geregelt wurde. Die niederen Kasten und Priester wurden nicht belästigt, die Kühe wurden nie getötet, die Tempel nicht zerstört, und die Unschuld der Frauen und Mädchen nicht angetastet. Die nicht-kämpfende Bevölkerung wurde nicht getötet oder in Gefangenschaft genommen und Siedlungen wurden nicht angegriffen, ausser es handelte sich um einen militärischen Stützpunkt. Zivilisten wurden nicht beraubt und ihr Besitz nicht geplündert, wie auch Beute nicht Ziel der Kriege war. Die kriegerischen Kasten die zumeist auf offenem Feld gegeneinander kämpften, hatten ein Ehrencodex (z.B. keine Waffen oder Rüstungen, die den Heldenmut in Frage stellen, Verschonung eines Gefangenen oder von dritter Seite bedrängten Gegners). Märtyrertum Im Namen der Ehre, des Sieges oder für materiellen Gewinn, galt als eine Sünde die schwerer wog als der Tod selbst. Nachdem der Islam seine hässlische Fratze erhoben hatte, sollten nun auch die Inder einen Feind kennenlernen, der all diese Sünden und Unehrenhaftigkeiten zum Tugend erhob. Ob Raub, Plünderung, Vergewaltigung, Mord und Selbstopferung im Namen der Religion, als auch auch der Terror gegen Zivilisten um den Sieg zu ergattern, so galt all dies als der heilige Weg des Jihad, dessen Prophet selbst sich schon derselben Mittel bedient hatte. So etablierten sich rasch die Begriffe Mujahid (heiliger Krieger) als auch Ghazl (Mörder von Kufar[Ungläubige]), die im Dienste Allahs und seinem Propheten, Tod und Verderben über die Menschheit brachten.

    Islamisches Indien: Der grösste Holocaust der Weltgeschichte …reingewaschen aus den Geschichtsbüchern

    https://politisches.blog-net.ch/2015/01/15/islamisches-indien-der-groesste-holocaust-der-weltgeschichte-reingewaschen-aus-den-geschichtsbuechern/

    ich denke, wenn man die einzelnen Artikel liest, ist der friedliche Mensch sicherlich bereit den Indern ein wenig Raum zuzugestehen, damit diese sich wieder selbst finden können.
    Das was Indien erlebt hat muss einfach auch Spuren hinterlassen haben.

    RamRam

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  6. satsadhu sagt:

    @Thom Ram 23:06

    Wiederreden? wieso.
    Jedes Volk hat das Recht sich seine Lebensstruktur selbst zu geben.
    Gerade in Indien war die Grundlage, mit der wir Heute so heftig zu kämpfen haben, für diesen links-grün versifften mindfuck nicht gegeben.
    Man hat andere Kriterien für seine Handlungen herangezogen. – Vedische Kultur – eine Gefahr für den Tiefen Staat????
    Nachdem dieser imperialistische Dreckshaufen – also die englische Elite – Indien verlassen musste, haben sie ihnen noch ein Haufen sozialer Sprengsätze hinterlassen.
    Noch vor 30 – 40 Jahren war Indien ein enorm friedfertiges Plätzchen auf dieser Erde.
    Dann kamen diese links-grün versifften Weltverbesserer, die zu ihrem eigenen Wohl ihren Mitmenschen immer einreden müssen, was man anders machen muss um besser leben zu können.
    Heute kann man die Folgen sehen – Indien ist ein zutiefst zerrissenes Land.
    Lange Zeit konnten genau die selben Gruppierungen Indien ausbeuten, die auch in der restlichen Welt aktiv unterwegs waren.
    Der angesprochene Staudamm wurde schon weit vor Modi begonnen.
    Kashmir ist ein Juwel. Wieso sollten die Inder darauf verzichten? Wenn Indien jetzt konsequenter in Kashmir vorgeht, ist der Grund alleinig in dem Verhalten moslemischer Idioten zu finden.
    Ich war in Kashmir – ich war dort 2 Wochen und bin ausschliesslich im Doti rumgelaufen – was sich zu der Zeit kein Hindu mehr getraut hat.
    Vor meiner Abreise haben es mir dann Einige gleich getan.

    Die Inder wollen ihre Kultur zurück – wer will ihnen das verwehren?
    Den Indern zu unterstellen sie würden Internierungslager anstreben ist schon extrem dreist.

    Ich werde dir keine Widerrede zu dem Text liefern, schon aus dem Grund, weil ich ihn nur teilweise gelesen habe – mir ist als Jemand, der über mind. 20 Jahre – die meiste Zeit in Indien verbracht hat – und überwiegend mit dem Volk zusammengelebt hat die Galle hochgestiegen – ob dieses wiederlichen erbrechens einer billigen Meinung in der sich ein Herr Einar Schlereth in meinen Augen völlig disqualifiziert.

    Diesen Artikel, den Du hier eingestellt hast, empfinde ich als enorm einseitig betrachtend.
    Wieso soll ich also Widerrede bringen – wieso geht diesem Artikel eine ausgewogene Sichtweise ab?

    Ich nehme mir das Recht raus, so intolerante Artikel zu kritisieren – mit meinen Worten.
    Ich war in Indien sehr bemüht – ich habe sicherlich 20 – 30 Tausend D-Mark dort für gute Zwecke gespendet.
    Ich habe in Indien sehr viel Achtung erfahren, auch von Moslems, für meine Form des Lebens.

    Ich empfinde den Artikel von Einar Schlereth als das hinrotzen einer Meinung – und für diese Ansicht werde ich mich nicht rechtfertigen.

    RamRam

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  7. eckehardnyk sagt:

    Ich hatte einen Bericht erwartet, der etwas von dieser kontinentalen Vielfalt Indiens widerspiegelt. Doch es entwickelten sich nach dem ersten Lesen, bei dem es vorerst bleiben wird, keine Fixpunkte als Einfallstore für mein Verständnis. Kaschmir! Da muss es schlimm hergegangen sein, es sieht so aus, als habe Putin für die Krim ein solches Szenario verhindert. Assam: Alles nur Tee, und Leute, die damit Geld verdienen? Klar, dass in diesem Wilden Westen die Eingeborenen unterzugehen haben. Dalits; Sicherlich eine überholungswürdige Existenzform, ohne Christus in der Seele überhaupt nicht zu lösen. – Den Unterschied zwischen BJP und RSS habe ich überhaupt nicht verstanden. Es scheint aus Sicht des Artikels, als sei RSS eine Art überdimensioniertes Antifa- oder SS-Stück zugunsten der neu emporgekommenen Partei BJP. Frühere Herrscher Indiens waren auch nicht zimperlich. Was störte Nehru an dem kleinen, portugiesischen Teilchen Goa? Da kann man doch den Chinesen bei Hongkong und Macao sogar noch einen Preis für Humanitäterät zuerkennen!
    Nochmal zu Kaschmir: Was passierte denn im pakistanischen Teil dieses Landes während dieser Annektion und ihrer Vorbereitung? Das hätte in diesen Bericht eingefügt gehört, der seinem Bestreben, etwas über das gesamtindische Problem orientierendes auszusagen, für mein Verständnis verlustig gegangen ist. Also ich weiß jetzt noch weniger als vorher, so paradox kann Bildungseifer wirken. Trotzdem ist es wohl an der Zeit, über diesen Weltteil, auf den schon Viele ihre Hoffnung gesetzt haben (nicht nur die BTICS-Organisatotrn), Authentisches zu erfahren.

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  8. webmax sagt:

    Sadsadhu
    Ganz ohne dein Wissen ist bei mir durch das Lesen des von E.S. übersetzten Textes das gleiche Gefühl entstanden, dass du so gut begründet hast.

    Ich stimme deiner Auffassung zu. Indien muss sich selbst helfen.

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  9. Drusius sagt:

    Ghandi war in zwei Ur-Logen, in wievielen spielen die „Führungsknechte“ mit?

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  10. Räuber Hotzenplotz sagt:

    Sadsadhu, ich kann dir nur zystimmen. Auch wenn ich bisher nie in Indien war, bekommt man beim Lesen dieses Artikels ein wachsendes Gefühl, dass da nur Polemik drinsteht.
    Meine Empfehlung für die jenigen, die Indien, Hinduismus und die Kasteneinteilung ein bischen besser verstehen wollen, sind die Bücher von Savitri Devi.

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  11. Thom Ram sagt:

    Mir ist es beim Lesen saumässig schlecht gegangen. Es ging mir schlecht, weil ich von den beschriebenen Vorgängen noch keine Ahnung gehabt hatte.
    Richtig ist: Wir bräuchten nun andere Berichte von Indien, Berichte, welche gute Projekte zum Thema haben.

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  12. satsadhu sagt:

    @Thom Ram

    Liegt es jetzt an den Berichten, oder die Art und Weise wie wir Bericht in uns verarbeiten?
    Mir zeigt der Artikel eine Krankheit, die sich rasant ausbreitet und scheinbar nur denkende Menschen befällt.
    Ich bin sicher, daß gerade der Sozialismus ein direktes Produkt dieser Krankheit ist.
    Menschen wie Einar Schlereth, sind von ihrer Sicht auf die Welt so enorm überzeugt, daß sie sich berufen fühlen die Welt durch ihre Sicht zu retten.
    Abgesehen davon, daß sein Artikel von faktischem Müll nur so strotzt ( ist es überhaupt sein Artikel oder der von Roy? ) – Der Grundstein für die Sardar-Sarovar-Talsperre wurde 1961 gelegt …. dies an Modi festzumachen ist schon dreist – scheint er ja, wenn es seiner Ideologie dienlich ist, durchaus bereit zu sein seinen Blick Richtung Ursachen zu wenden. Der Versuch Stalin eine nachträgliche Legitimation zu verpassen, hat schon irgendwie einen faden Beigeschmack – einfach mal seine Webseite besuchen.

    Aber ich will hier nicht die zu akzeptierende Meinung eines Mitmenschen zerlegen – es könnte ja was hängen bleiben und davor würde es mich gruseln – viel wichtiger erscheint mir, die grundlegende Struktur zu betrachten, die zu so einer Weltsicht führt.

    Es sind ja nicht nur die Sozialisten, die so von ihren synaptischen Ergüssen begeistert sind, daß sie diese am liebsten in einer neuen Bibel zusammenfassen wollten, man findet es in allen Schichten der Gesellschaft – also in den Schichten, in denen das Denken eine besondere Rolle spielt.
    Es ist, so wie ich es wahrnehme, eine menschliche Form der „Selbstverherrlichung“.
    Eine noch viel extremere Gruppierung sind momentan die Moslems. Wenn man sich deren Wirken ansieht, geht es gar nicht um einen Allah oder Gott, es geht ausschliesslich um die eigene Sicht auf den Gott.

    Man muss im Grunde dankbar sein für einen Einar Schlereth, da er uns ein Problem näher bringt, was uns ja eigentlich Alle betrifft.
    Die Verherrlichung des eigenen Weltbildes.
    Patanjali hat in seinen Sutras einen wichtigen Satz gebracht — Yoga citta vritty nirodaha – Yoga ist das zu Ruhe bringen der Gedanken im Geist.

    Darum dreht es sich, wenn man genau hinschaut, immer wieder und überall. Der Geist bringt etwas hervor – oder reflektiert er es nur? – und wir können als Menschen damit arbeiten.
    Einar Schlereth ist ein sehr einfacher Geist, dem es nie wirklich klar geworden ist, daß man auch an seiner Weltsicht arbeiten kann.
    Auch wenn seine Ergüsse manche – in dem Fall auch mich – verärgern können, so ist doch nur er Derjenige, der damit leben muss.

    Ich sehe für uns Menschen darin die grösste Herausforderung. Wir MÜSSEN lernen mit unserem Kopf besser umzugehen.
    Der Geist kann nie Gott sein – denn er ist in den meisten Fällen extrem beschränkend.
    Ein Gott hat, wenn man genau hinschaut, nur die Funktion uns von einer Selbstverherrlichung zu befreien.
    Man kann den Geist aber an eine fundamentale Struktur binden, die sich auf gesellschaftlicher Ebene in der Kultur wiederfindet.
    Jetzt könnte auch klar sein, wieso gerade die Sozialisten die Kultur extrem bekämpfen.
    Kultur ist für mich das Ergebnis einer gesellschaftlichen Evolution.
    Das Gegenstück – und das ist wörtlich so zu sehen – sind Gesetze und Verordnungen wie wir sie Alle heute ertragen müssen.
    Produkte des Geistes der nicht mehr an eine natürliche Struktur gebunden ist.

    So gesehen, zeigt sich immer deutlicher was für uns Menschen zu tun ist. Wir müssen die Verwendung unseres Denkapparates kultivieren.
    Plakative Rabulistik, die mit Umweltschutz, kosmischer Liebe oder Dergleichen daherkommt, sollte mit Vorsicht genommen werden.

    Es wird Zeit, daß wir die Seele in den Mittelpunkt unserer Existenz stellen – und eben nicht die geistigen Ergüsse, die eh nur von der Natur entliehen wurden.
    Der Weg ist echte Eigenliebe – die man sich in erster Linie selbst gewähren muss – und durch eine Kultur des nicht Verurteilen’s und nicht Bewerten’s seinem Umfeld ermöglichen kann.

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  13. satsadhu sagt:

    noch mal @ Thom Ram

    Wenn Du ein paar Ansatzpunkte benötigst, um dir ein tieferes Bild von Indien zu machen, dann such doch mal nach Vandana Shiva.
    Eine tolle Frau.

    Was sicherlich auch einen Blick wert ist, daß ist das Matriarchat, welches man in Indien finden kann.
    Also eine Gesellschaftsordnung die durch die Frau bestimmt wird.
    Obs in der westlichen Welt etwas adäquates gibt, möchte ich bezweifeln.

    Indien hat so viel mehr zu bieten. Es kommt aber auf den Blick drauf an, was Mann dann im Endeffekt wahrnehmen kann.
    Manche suchen halt nur nach dem Schmutz – den muss man in Indien nicht suchen – der ist wie vieles Andere – allgegenwärtig.

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  14. Thom Ram sagt:

    satsaduhu 19:06

    Du erlaubst das Verballhörnbchen deines Nicks? Ja? Danke.

    Liegt es jetzt an den Berichten, oder die Art und Weise wie wir Bericht in uns verarbeiten?
    Mir zeigt der Artikel eine Krankheit, die sich rasant ausbreitet und scheinbar nur denkende Menschen befällt.

    Ja.

    Ich bin sicher, daß gerade der Sozialismus ein direktes Produkt dieser Krankheit ist.
    Menschen wie Einar Schlereth, sind von ihrer Sicht auf die Welt so enorm überzeugt, daß sie sich berufen fühlen die Welt durch ihre Sicht zu retten.

    Mit Begriffen wie „Sozialismus“ konnte ich noch nie etwas anfangen. Eine Replik ist mir nicht möglich.

    Abgesehen davon, daß sein Artikel von faktischem Müll nur so strotzt ( ist es überhaupt sein Artikel oder der von Roy? )

    Sorry, Sportsfreund, du hast nicht genau gelesen. Einar hat den Bericht nicht geschrieben. Er hat den Bericht auf deutsch übersetzt.

    – Der Grundstein für die Sardar-Sarovar-Talsperre wurde 1961 gelegt …. dies an Modi festzumachen ist schon dreist –

    Leuchtet mir ein. Ja.

    scheint er ja, wenn es seiner Ideologie dienlich ist, durchaus bereit zu sein seinen Blick Richtung Ursachen zu wenden. Der Versuch Stalin eine nachträgliche Legitimation zu verpassen, hat schon irgendwie einen faden Beigeschmack – einfach mal seine Webseite besuchen.

    Ist mir zu hoch. Wie ich nun Stalin reinbinden könnte, ist mir nicht klar.

    Aber ich will hier nicht die zu akzeptierende Meinung eines Mitmenschen zerlegen – es könnte ja was hängen bleiben und davor würde es mich gruseln – viel wichtiger erscheint mir, die grundlegende Struktur zu betrachten, die zu so einer Weltsicht führt.

    Jo. Warum nicht.

    Es sind ja nicht nur die Sozialisten, die so von ihren synaptischen Ergüssen begeistert sind, daß sie diese am liebsten in einer neuen Bibel zusammenfassen wollten, man findet es in allen Schichten der Gesellschaft – also in den Schichten, in denen das Denken eine besondere Rolle spielt.

    Was zeichnet Sozialisten aus. Ich wiederhole, langweiligerweise: Ich kann mit „Sozialismus“ nichts anfangen.

    Es ist, so wie ich es wahrnehme, eine menschliche Form der „Selbstverherrlichung“.
    Eine noch viel extremere Gruppierung sind momentan die Moslems. Wenn man sich deren Wirken ansieht, geht es gar nicht um einen Allah oder Gott, es geht ausschliesslich um die eigene Sicht auf den Gott.

    Man muss im Grunde dankbar sein für einen Einar Schlereth, da er uns ein Problem näher bringt, was uns ja eigentlich Alle betrifft.
    Die Verherrlichung des eigenen Weltbildes.

    Jo. Die Verherrlichung meines Weltbildes….die wünsche ich nicht, auch nicht die Verherrlichung des Weltbildes von x wem.

    Patanjali hat in seinen Sutras einen wichtigen Satz gebracht — Yoga citta vritty nirodaha – Yoga ist das zu Ruhe bringen der Gedanken im Geist.

    Ich praktizierte Yoga. Yoga ist hilfreich. Hata Yoga für mich Doppelfeuer indes zu langwierig.

    Darum dreht es sich, wenn man genau hinschaut, immer wieder und überall. Der Geist bringt etwas hervor – oder reflektiert er es nur? – und wir können als Menschen damit arbeiten.

    Stimme zu.

    Einar Schlereth ist ein sehr einfacher Geist, dem es nie wirklich klar geworden ist, daß man auch an seiner Weltsicht arbeiten kann.
    Auch wenn seine Ergüsse manche – in dem Fall auch mich – verärgern können, so ist doch nur er Derjenige, der damit leben muss.

    Einar sei ein sehr einfacher Geist? Du scheinst ihn näher zu kennen denn ich. Ich würde mir kein Urteil über seinen Geist anmassen.

    Ich sehe für uns Menschen darin die grösste Herausforderung. Wir MÜSSEN lernen mit unserem Kopf besser umzugehen.

    Statt Kopf würde ich Verstand sagen. Ja.

    Der Geist kann nie Gott sein – denn er ist in den meisten Fällen extrem beschränkend.

    Ich bitte dich. Was soll der Unsinn. Gott ist alles was ist. Der Geist ist lediglich eine Phacette Gottes.

    Ein Gott hat, wenn man genau hinschaut, nur die Funktion uns von einer Selbstverherrlichung zu befreien.

    Es gibt nicht „ein Gott“. Wenn wir von Gott sprechen, so sprechen wir von der polaren Schöpfung und von den Milliarden von uns unbekannten Seins – Da – Seien.

    Man kann den Geist aber an eine fundamentale Struktur binden, die sich auf gesellschaftlicher Ebene in der Kultur wiederfindet.
    Jetzt könnte auch klar sein, wieso gerade die Sozialisten die Kultur extrem bekämpfen.

    Sozialisten bekämpfen Kultur? Welche Sozialisten? Welche Kultur? Es gibt 1001 Kulturen.

    Kultur ist für mich das Ergebnis einer gesellschaftlichen Evolution.

    Einverstanden!

    Das Gegenstück – und das ist wörtlich so zu sehen – sind Gesetze und Verordnungen wie wir sie Alle heute ertragen müssen.

    Richtig!

    Produkte des Geistes der nicht mehr an eine natürliche Struktur gebunden ist.

    Ja!

    So gesehen, zeigt sich immer deutlicher was für uns Menschen zu tun ist. Wir müssen die Verwendung unseres Denkapparates kultivieren.

    Ja!

    Plakative Rabulistik, die mit Umweltschutz, kosmischer Liebe oder Dergleichen daherkommt, sollte mit Vorsicht genommen werden.

    Ja!

    Es wird Zeit, daß wir die Seele in den Mittelpunkt unserer Existenz stellen – und eben nicht die geistigen Ergüsse, die eh nur von der Natur entliehen wurden.

    Ja.

    Der Weg ist echte Eigenliebe – die man sich in erster Linie selbst gewähren muss – und durch eine Kultur des nicht Verurteilen’s und nicht Bewerten’s seinem Umfeld ermöglichen kann.

    Verstehe ich nicht so recht. Füe meinen bescheidenen Geist hast du dich da nicht klar ausgedrückt.

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  15. Kunterbunt sagt:

    Zur bewundernswerten Verfasserin des bedeutsamen Artikels mit Dank an den Übersetzer Einar Schlereth

    Suzanna Arundhati Roy, geb. 24. November 1961 (Auszüge aus Wikipedia)

    Arundhati Roy ist eine indische Schriftstellerin, politische Aktivistin und Globalisierungskritikerin.
    Ihr literarisches Werk umfasst Romane, mehrere politische Sachbücher und zahlreiche Essays.

    Arundhati Roys Mutter stammt aus dem südindischen Kerala und ist Thomaschristin,
    ihr Vater ist Hindu aus Bengalen und Besitzer einer Teeplantage.

    Ihre Kindheit verbrachte Arundhati im Bundesstaat Kerala, bis sie im Alter von 16 Jahren nach Delhi umzog, wo sie heute noch lebt. Anfangs wohnte Roy dort in einer kleinen Hütte mit Blechdach, verdiente ihren Unterhalt, indem sie leere Flaschen einsammelte und verkaufte. Schließlich begann sie an der Delhi School of Architecture zu studieren, wo sie ihren ersten Ehemann kennenlernte.
    1984 lernte sie den Filmemacher Pradip Krishen kennen, der ihr zweiter Ehemann wurde. Durch ihn erwachte ihr Interesse am Film. Sie spielte selbst kleinere Rollen – unter anderem in Krishens preisgekröntem Film Massey Sahib – und begann damit, Drehbücher zu schreiben.

    1992 begann Arundhati Roy mit der Arbeit an ihrem ersten Roman, der 1997 unter dem Titel Der Gott der kleinen Dinge erschien. Der halb-biografische Roman erzählt über weite Teile ihre eigene Kindheit in einer christlichen Familie der Oberschicht im südindischen Bundesstaat Kerala. Der Roman berührt wesentliche Themen Indiens wie das Kastensystem, die Rolle der Frau, das Leben syrischer Christen in Kerala und die Rolle der kommunistischen Partei speziell in Kerala. Noch im Jahr der Veröffentlichung wurde sie für diesen Roman mit dem britischen Booker-Literaturpreis ausgezeichnet und rasch international bekannt. Rechte an dem Buch wurden in 21 Ländern verkauft.

    In der Folge nutzte sie ihre Bekanntheit, um auf ihre politischen Anliegen aufmerksam zu machen. In einer Reihe von Essays und Reden griff sie zu Beginn vor allem die atomare Aufrüstung in Indien und dem Nachbarland Pakistan sowie den Hindu-Nationalismus in ihrer Heimat an. Bald erweiterte sie ihre Aktivitäten auch um die Teilnahme an Protestveranstaltungen gegen ein Staudammprojekt an der Narmada, da derartige Bauten oft auf Kosten des Lebensraums der praktisch rechtlosen und ärmsten Bevölkerungsgruppen (insbesondere der Dalit und Adivasi) durchgeführt werden, wie sie in „Die Politik der Macht“ schreibt. Dank ihrer Popularität lenkte Roy mit ihrer Teilnahme die Aufmerksamkeit nationaler und internationaler Medien auf die Missstände.

    Ihre schriftstellerische Tätigkeit konzentrierte sich nun ganz auf die Darstellung und Kritik politischer und sozialer Themen. In ihren Texten bezog sie Stellung gegen den von der US-Regierung geführten „Krieg gegen den Terrorismus“, den Irak-Krieg sowie die Politik der Weltbank und der Welthandelsorganisation. Damit wurde sie zunehmend auch weit über Indien hinaus zu einer der bekanntesten Sprecherinnen für Umweltschutz-, Friedens- und globalisierungskritische Bewegungen.

    2014 schrieb sie unter dem Titel The Doctor and the Saint eine Einführung zu kritischen Ausgabe von Bhimrao Ramji Ambedkars Annihilation of Caste. Darin arbeitet sie den Gegensatz zwischen Ambedkar und Gandhi heraus. Ambedkar stammt aus der Schicht der Unberührbaren und fordert in seiner bekanntesten und einflussreichsten Schrift die Abschaffung des Kastenwesens und des damit untrennbar verschränkten Hinduismus, während Gandhi selbst Vaishya war und entgegen seinen Aussagen über die unteren Kasten die Unterdrückungsstruktur des Kastenwesens nie in Frage gestellt habe und in seinem persönlichen Leben von Verachtung gegenüber sozial Schwachen geprägt gewesen sei!

    Im Jahr 2002 wurde sie wegen Missachtung des Gerichts vom indischen Supreme Court in Neu-Delhi zu einem Tag Haft verurteilt, weil sie den Richtern vorgeworfen hatte, sie hätten Proteste gegen das Narmada-Staudammprojekt unterdrücken wollen.

    2004 wurde Arundhati Roy für ihr soziales Engagement und ihr Eintreten für Gewaltfreiheit mit dem Sydney Peace Prize ausgezeichnet.
    2005 lehnte sie den Sahitya Akademi Award – den höchsten Literaturpreis Indiens – ab. Laut Medienberichten soll Roy in einem Schreiben der vom Staat finanzierten Sahitya-Akademie mitgeteilt haben, sie fühle sich sehr geehrt, könne die Auszeichnung aber nicht annehmen, weil sie gegen verschiedene Aspekte der indischen Regierungspolitik Abscheu hege.
    Als Kritikpunkte nannte sie beispielsweise den Besitz von Atomwaffen und den Bau großer Staudämme.

    Am 5. November 2015 erklärte Arundhati Roy, zusammen mit 23 anderen Künstlern, dass sie ihre nationalen Ehrungen aus Protest zurückgeben würden. Roy, die ihren 1989 gewonnenen Nationalpreis für das beste Drehbuch zurückgegeben hat!, nahm in einem Zeitungsartikel dazu ausdrücklich Bezug auf den Lynchmord an einem muslimischen Mann in Uttar Pradesh durch fanatische Hindus, nachdem das Gerücht verbreitet worden war, dass er Rindfleisch gegessen habe. Sie bezeichnete den Vorgang als Ausdruck einer generellen Stimmung im Land, unter der Muslime, Christen und Dalits in ständiger Angst leben müssten.
    –> Sie beklagte, es sei für Intellektuelle in Indien nicht mehr möglich, darauf hinzuweisen, dass Hindus für diese Angst verantwortlich seien, nur ihre religiös geprägte Sichtweise der Umstände gelten ließen und die Leiden der Opfer verdrängten.

    .https://www.youtube.com/watch?v=ivB_XcwpdPY – Klar-TV zur Entwicklung in Indien, ca. 2 Min.
    Und dahin soll die Reise gehen:
    .https://www.youtube.com/watch?v=S3R6Dx8jT9A – Bedeutung ‘Finanzielle Inklusion‘, 16:30 (ohne Erwähnung Indiens)

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  16. Thom Ram sagt:

    Kunterbunt 22:02

    Das nenne ich konstruktiven Beitrag. Danke, Kunterbunt, danke!

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  17. satsadhu sagt:

    @Thom Ram

    Alter Schwede – ok – Schweizer, was ist denn das?
    Kindische 5 Minuten – Chillum zu heiss geraucht oder einfach nur angepikt weil ich den edlen Schreiberling nicht mag?
    Die Verballhornung meines Nick ist nicht OK, bitte, gerne.
    Ich habe ja auch nicht die auf der Hand liegende „nomen est omen“ Karte bei Einar Schlereth – Ein – arSch lereth gespielt …. oh … scheisse … jetzt ist es doch passiert. Gut, war eine Zwangsvorlage.

    Daß Du mit dem Wort Sozialismus nichts anfangen kannst …. OK …. ( wie heisst es immer so schön in Immobilienanzeigen, wenn sie irgendeine Bruchbude verhökern wollen – da ist Potential für eine Entwicklung )

    Da MIR aufgefallen ist, daß der Artikel von Roy stammt ( Ein hat in allerdings verbreitet ), habe ich etwas dezent und spielerisch darauf hinweisen wollen, daß mir dieser Sachverhalt klar ist …. ein Punkt für mich …. Du darfst zurück zum Start, gehe nicht über LOS und zeihe auch keine 5000€ ein.

    Wenn Dir Stalin nichts sagt, könntest Du ja, wie ich in meinem Kommentar empfehle, die Webseite von Ein besuchen.
    Ich denke mal, mein Lieber Thom Ram, daß für eine anständige Betrachtung zweier Situationen immer der Grundsatz gilt – nicht mit zweierlei Mass zu messen – .
    Wenn man den Artikel, den Arundhati Roy verfasst hat, den dann Ein dankbarerweise übersetzt hat um ihn zu verbreiten, mit dem Artikel vergleicht, den Stefan Lindgren verfasst hat, den dann Ein dankbarerweise übersetzt hat, um ihn zu verbreiten, miteinander vergleicht, dann wird man feststellen, daß es für Sozialisten durchaus OK ist, einen Massenmörder wie Stalin eine latente Legitimität zuzusprechen, während man einem anderen Staatsoberhaupt, welches sogar in freien Wahlen von einem Grossteil des Volkes gewählt wurde um genau das zu tun was er tut, in die Nähe der Nazis, also der OriginalNazis© zu rücken.
    IIIIgittt, sag ich da nur, mein Lieber Thom Ram.
    Ich kann nichts dafür, ich mag diese Gollums nicht. Dieses rückgratlose, moralbefreite Sozialistenpack.
    Ich weiss, – mea culpa, mea maxima culpa – ist genetisch bei mir. Ist wie bei Jemandem mit Abben Beinen. Von dem kann man nicht erwarten, daß er einen geschmeidigen Lauf hinlegt.

    Zitat:
    — “ Einar sei ein sehr einfacher Geist? Du scheinst ihn näher zu kennen denn ich. Ich würde mir kein Urteil über seinen Geist anmassen. “ —
    Das heisst du würdest Dir generell kein Urteil erlauben? oder nur nicht bei Ein? Denn meinen Kommentar bewertest Du ja auch – ich bin verwirrt.

    Kopf – Verstand – Schliessmuskel – Daumenlutscher – „Gloreiches-Licht-Dunkler-Tage-immens-Wichtig-für-Lust-und-Spas-und-sonstig“ –
    gut Thom Ram, kann man anders nennen, muss man nicht, aber kann man. Wichtig ist aber, daß ich das Wort Kopf verwendet habe.
    Findest Du es jetzt so bedeutend, es umzuschreiben. Vielleicht kannst du mich erleuchten?

    Zitat:

    „Ich bitte dich. Was soll der Unsinn. Gott ist alles was ist. Der Geist ist lediglich eine Phacette Gottes.“
    Du brauchst mich nicht zu bitten, sowas gibt es frei Haus und gratis.
    Danke für den Lacher – Tip – nochmal lesen, dann verstehen.

    Thom Ram – vergib mir meinen Spass gerade – aber das musste jetzt sein.
    Ich lass Dir doch gerne Deine Lichter am Journalistischen-Himmel.
    Ich mag den Ein halt nicht. Das ist so, und so wie es aussieht wird sich daran nichts ändern.
    Und um mal ganz frei die Perspektive der hopsenden Friday for Future Jünger und deren verbalen modus operandi zu verwenden – Ein hat ja schon wirklich viele Jahre auf dem Buckel – es macht keinen wirklichen Sinn ihm zu grosse Bedeutung beizumessen.
    Ich werde auch mein bestes versuchen, um ihm ein, wenigstens kleinstes Mass an Respekt zu zollen – nicht zuviel – nicht daß er dann damit überfordert ist und mich verklagt — aber ich habe, wie Dir sicherlich aufgefallen ist, – seinen Nachnahmen weggelassen …. 😎 – Thug Life real

    Ich weiss ja nicht wieso, eigentlich mag ich ja die Nachfahren der Wikinger – aber mit der Klima-Else und diesem abgebrochenen Sozialisten kann, ja sogar will ich nichts anfangen. Da ist irgendwas falsch gelaufen – vielleicht bei der Befruchtung gepfuscht.

    Aber sei es drum – lange Rede oftmals kein Sinn ( aber bitte glaub mir – ich hab gerade einen Heiden Spass )

    Ein hat nichts falsch gemacht – Arundhati Roy ist das sozialistische Dreckstück. Ich werde gleich Morgen das einzige Buch was ich von ihr habe entsorgen – schade auch – war ein tolles Buch – aber die Fahne weht und wat mut dat mut …. weg mit dem sozialistischen Dreck.

    So, Thom Ram – ich werd jetzt mal einen Kaffee aufsetzen und mit meiner Mutter ein Pläuschchen halten – wir haben ja einen Feiertag.

    Und bedenke mein Lieber Thom Ram – alle Worte die ich wähle, sind tiefernster Spass und zufällige Verballhornungen sind weder gewollt noch bin ich in der Lage mich davon zu distanzieren …. Bei Fragen ohne Antworten, gängeln Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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  18. palina sagt:

    ich muss hier mal ein Kränzchen binden für den Einar Schlereth.

    Seine Seite finde ich sehr gut.

    Mag sein, dass er manchmal daneben liegt, aber es gibt durchaus sehr gute Berichte.

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  19. Danke dir, Palina. Ich wollte gerade etwas zu Satsadhu sagen. Was er über mich denkt und äußert ist mir schnurzegal. Wenn er mich aber als ‚Indienhasser‘ verleumdet, finde ich das nicht mehr lustig. Er sollte sich mal etwas am Riemen reißen. Ich finde auch nicht egal, wenn er Arundhati auf schäbige Weise heruntermacht, die allgemein zu einer der bedeutendsten Autorinnen Indiens gezählt wird. Ihr ‚Gott der kleinen Dinge‘ hat mir zum 1. Mal mit aller Deutlichkeit das widerliche, unmenschliche Kastensystem der Inder veranschaulicht. Wenn dieser Herr dieses System verteidigt wird klar, wes Geistes Kind er ist. Brahmane und Anhänger des Hindu-Faschisten Modi. Ich bin im übrigen stolz darauf, 2 Weltautoren übersetzt zu haben, zum einen 2 Bücher von Jan Myrdal mit profunden Kenntnissen über Indien und ein Buch von Arundhati Roy (herausgegeben und übersetzt) und eine ganze Reihe ihrer exzellenten Essays.

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