bumi bahagia / Glückliche Erde

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Plauderplauder / Sorgen / Wut / Klärung

Eben habe ich mein gutes liebes Sandmännchen vom Puter weggebeten. Es war im Begriffe, die folgende Geschichte zu erzählen. Das lasse ich nicht zu. Sandmännchen hat viel Gescheiteres zu tun als schriftlich festzuhalten eine Folge von unglücklichen Umständen und teils gut gemeinten und zum Teil dummen Handlungen.

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Ich schreibe die Geschichte hier auf zugegebenermassen au es bitzeli, um meinen Kropf zu leeren, in der Hauptsache jedoch deswegen, weil sie stellvertretend für hier Uebliches steht.

Es geht um finanzielle Not und darob entstehende nicht nur schlaflose Nächte, viel mehr, um Unfall und Krankheit.

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Lieber Leser, die Lektüre ist nun wirklich kein Muss, wenn du also Wichtiges zu erledigen hast, dann klicke dich locker heiter weiter!

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Da ist meine engst befreundete kleine Familie. Mama, Papa und Töchterchen. Entscheidende Fakten erfuhr ich gestern abend erst, erzähle aber chronologisch.

Episode 1

Papa erbte vor drei Jahren 2000 (denke dir Euro oder Franken). Davon kaufte er eine 150er Honda Repsol. Ich gönnte es ihm herzlich, hatte jedoch knirschende Faust im Sack, denn es ist klar: Sie haben nun das, was als Reserve für Notfälle sinnvollerweise gehortet werden müsste, verbraten – und wenn ein Notfall eintreten sollte, dann springt natürlich Om Tom ein.

Episode 2

Ich kaufte der Familie etwas Reisland, auf ihren Namen. Wie es hier zuverlässig immer ist: Klare Absprachen nützen null. Es ist immer alles anders. Die Absprache: Der Verkäufer zahlt den Notar (500). Mama kriegte dann ohne mein Wissen spitz, dass wir den Notar zu zahlen haben. Mama schämte sich vor mir, verschwieg mir das und bezahlte den Notar. Woher nahm sie das Geld? Aufklärung folgt gleich.

Kurz darauf Episode 3

Hari Raya, das höchste islamische Fest, im Nordsommer 2018. Wie es alle tun, auch meine Familie liess sich nicht lumpen, tischte auf, dass es krachte. Und war damit blank.

Kurz darauf Episode 4

Mamas Papa starb. Das geht nicht ohne Riesenaufwand. Sieben Tage lang fütterte die Familie die ca. 25 zwecks des Verstorbenen Gedenkens allabendlich aufkreuzenden Gäste. Grosszügig. Das kostete sie 600. Alles auf Pump gekauft.

Aus dem Bisherigen erwuchs Episode 5

Die Familie machte das, von dem sie wussten, dass ich rasend wütend würde, sollte ich es erfahren. Sie brachten den Fahrzeugausweis der Honda zur Bank und nahmen einen Kredit auf, um Notar 500 und Beerdigung 600 zu zahlen: 1100. Rückzahlbar über zwei Jahre. Zins 2% pro Monat. Pro Monat! (Was das Günstigste hier ist. Kreditgeber nehmen hier bis zu 20%. Pro Monat!)

Zum Notar noch. Er war ein Betrüger. Er sitzt heute im Gefängnis. Alle Kunden betrog er. Wir mussten die 500 dann ein zweitesmal aufwerfen. 

Episode 6

Mama rannte des späten Abends ein Hund ins Vorderrad. Mama war bewusstlos, wurde eingeliefert, und es war klarer Bescheid: Sehr tiefe Armwunde. Hat Sehne und Nerv zerfetzt, OP ist notwendig. Kosten 600.

Weil sie kein Geld hatten, liessen sie bloss verbinden. Unsachgemäss. Nicht richtig desinfiziert. Zu stramm. Die Wunde war wochenlang schlimm.

Warum hatte sie nicht Om Tom zuhilfe gebeten? Aus Anstand, aus Freundschaft. Om Tom hatte ihnen schon so oft geholfen, dass sie auf keinen Fall wollten, dass er dieses Geld reinschiesse. Sie benachrichtigten mich erst am nächsten Tage.

Bei diesem Unfall flog Mama das untere Gebiss raus. Weil sie ohnmächtig war, kam natürlicherweise keiner auf die Idee, nun ein Gebiss zu suchen. Geschichte für sich, haben wir in bb, und gute Leser haben damals geholfen. Das zusätzliche Gebissunglück fügt sich jedoch nahtlos in die ganze Geschichte ein.

Episode 7

Mama konnte mit der verletzten rechten Hand nicht greifen. Mopedfahren, zur Arbeit, also zu mir, war nicht möglich, zudem jede Handverrichtung erheblich erschwert. Viele Wochen fiel ihr Verdienst aus. Und die Hand wollte nicht heilen. Finger 5 gefühllos, nicht zu bewegen, Finger 4 fast so schlimm. Also lange Zeiten erhoffter Heilung, immer wieder Arztbesuch. Om Tom sprang ein, war unschlüssig, was zu tun sei, entschied sich: Ihre Verantwortung, also keine OP

Episode 8

Weil Mama immer noch nicht fahren konnte, kamen dann, nach langen Wochen auf Gesundung hoffend, jeweils alle Dreie hierher, Mama arbeitete im Haus, Papa im Garten, Töchterchen spielte begeistert mit der gleichaltrigen Nince.

Das dauert an bis heute, denn Mamas Finger der rechten Hand sind zu schwach, um den Vorderradbremsgriff zu betätigen.

Episode 9

Hilfe war notwendig. Mama fand eine Heilerin. Om Tom sprang ein. 250. Heute sind die kleinen Finger warm, haben Gefühl, doch, wie schon beschrieben, sind sie immer noch dürftig einsatzfähig.

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In all den neun Monaten seit der Beerdigung dachte ich immer wieder mal: Mama ist iirgendwo traurig, sie hat ein Problem. Meine Fragen danach beantwortete Mama ausweichend. Kopfschmerz und so. Die Ursache erfuhr ich gestern Nacht.

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Episode 10

Vor etwa einem Monat wurde Mamas Drängen so stark, dass Om Tom einsprang: Mama hatte in leichtsinnigen jungen Jahren zwei Armtatoos machen lassen, in Bali. Das geht bei Muslimen gar nicht. Würde ein Dorfbewohner dort, in Java, die Tatoos erspähen, wäre Mama im Dorf so gut wie aussätzig. Weil die Entfernung der Tatoos normalerweise bei 2000 kosten, weil aber in der Stadt von Mama einer ist, der es für den halben Preis macht, der aber auf Absprung ist, demnächst in ferne Gefielde umziehen wird, war das Drängen verständlich: So günstig sind die Verzierungen vielleicht nie mehr wegzukriegen. Om Tom sprang ein, mit dem halben Betrag 500.

Was Om Tom wusste: Mama nahm beim Nachbarn (zinslosen, grosse Ausnahme) Kredit auf 300, und bei der Bank einen Weiteren 200 (also zusätzlich zu den 1100 einen zweiten Bankkredit), rückzahlbar innert 3 Monaten, Zins gesamt 50. Als Mama Om Tom Letzteren Zins vor wenigen Wochen erwähnte, wurde der wutblass, rief alle Heiligen und klärte ein 111tes Mal über Kredite auf.

Episode 11

Gestern abend nun platzte die Eiterbeule. Weil die Familie des Nachbars Kredit nicht aufbringen konnte, sagte mir Mama am Telefon, sie werde den Fahrzeugausweis ihres Arbeitstieres (108er Honda Roller) zur Bank bringen und einen Kredit aufnehmen.

Ich explodierte. Ich stürzte mich ins Kombi (mache ich nur bei Fernfahrt und wenn ich emotional geladen bin) und fuhr hin zu meinen Freunden, um 22 Uhr, mit Ueberschall.

Episode 12

War ich also dort, gestern abend, riss mich am Riemen, halbwegs ruhig aufzutreten, sagte, wenn Papa ein Mann sei und für die Familie sorgen wolle, dann solle er doch endlich die 150er Luxuskarre verkaufen (Handelswert 1500). Er nahm das zur Kenntnis und nickte.

Mama war am Ende. Komplett aufgelöst. Ihre Situation war komplett verfahren, eben auch mir gegenüber.

Dann brachte sie es fertig, sagte, sie habe gelogen. Sie hatte nicht gelogen. Sie hatte mir verschwiegen. Aus Scham. Aus Freundschaft. Wollte mich nicht damit belasten. Es sei seit dem Tode ihres Papas furchtbar für sie. Sie habe mir nicht gesagt, dass die 150er verpfändet sei, für 1100.

Ich fiel vom Stuhl.

Dann packte Mama aus, erzählte die ganzen Vorgänge, nannte die Summen (wie oben aufgeführt) und…

und was?

Ich verstand. Ich verstand ihre häufige Niedergeschlagenheit während der vergangenen 9 Monate. Mitgefühlt hatte ich immer. Doch nun kannte ich die Ursache. Mama ist ganz feines Emotionalchen. Sie muss höllisch gelitten haben die ganze Zeit.

Ich hatte mich wegen ihren gelegentlichen alltäglichen Geldnöten in all den vergangenen Monaten immer mal ein bisschen gewundert. Ich weiss ja, was sie in etwa verdienen. Dass da ein saumässiger Kredit ist, das hätte ich mir nicht träumen lassen.

Vorsorglich hatte ich zuhause entgegen aller heiligen Vorsätze meine Reserve angegriffen und 300 in der Tasche. Gab ich. Um den Nachbarn auszuzahlen. Um zu verhindern die Ausführung der komplett verrückten Idee, einen zweiten (wie ganz neu erfahren, in der Tat einen dritten) Bankkredit aufzunehmen. Wollten sie entschieden nicht annehmen. Sie wissen, dass sich mein Geldarsch nähe Grundeis bewegt. Ich überzeugte sie. Sie nahmen an.

Sowas fällt schwer. Nicht das Geben. Das Annehmen. Es üblich und moralisch verbindlich: Wer mehr hat, der gibt in der Familie oder einem besten Freund, welche/welcher in Not ist.

Heirate hier. Oder habe enge Freunde. Du wirst aufkommen für alles Ausserordentliche, was teuer ist. Für die ganze Grossfamlie…so du dich anständig indonesisch verhalten willst.

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Heute waren sie da. Mama wie ausgewechselt, so wie vor Notar / Beerdigung / Hondakredit. Frei!

Ich sagte ihnen ein x tes Mal, wie gut es sei, dass Mama die Kröte endlich hat kotzen können. Und dass sie nun hoofffeeentliiich begriffen haben, was für Folgen Kreditaufnahme nach sich zieht. Nie wieder! Auch wenn kein Reis auf dem Teller ist. Dann eben erst recht gar nicht. Sonst kommt die Bank in einigen Wochen und nimmt den Teller weg.

Ich erzähle von Mama. Warum?

Papa ist viel mehr Indonesier. Er grämt sich bei Problemen nicht so sehr wie Mama.

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Was also soll die Geschichte?

Ich frage mich hätte hätte Fahrradkette. Hätten sie damals keinen grossen Kredit aufgenommen, mir die Schwierigkeiten eröffnet, ich wäre eingesprungen. Hätte Mama danach den Unfall gehabt? Ich meine klipp klar: Nein. Wer wegen quälenden Sorgen emotional gebunden ist, zieht Sorge an. In unserem Falle: Unfall mit erheblichen Folgen. Andere werden einfach krank.

Und was soll die Geschichte noch?

Sie zeigt, was hier die Regel ist.

Wenn Geld da ist, wird es gebraucht. Reserve? Nö.

Wenn religiöse Feierlichkeiten sind, wird gross aufgetischt. Wer es nicht tut, gilt als geizig und schlecht. Sozialkontrolle nenne man das.

Wer nicht mehr weiter weiss, verpfändet alles zwecks Erlangen von gottlos teuren Krediten, steht am Schluss mit komplett abgesägten Hosenbeinen da, beginnt vielleicht zu stehlen, weil Kind kein Reis hat, haut vielleicht ab auf eine andere Insel, oder er wird so schwer krank, dass er innert nützlicher Frist ins Jenseits abhauen kann.

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Lieber Leser, bis zum Schlusse hast du durchgehalten? Na, so wünsche ich dir ein wunderschönes Wochenende.

Mit herzlichem Gruss,

Thom Ram, 04.05.07

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43 Kommentare

  1. Lieber Thom, habe bis zu Ende gelesen und gebe meinen Senf dazu …

    du bist ja der Retter, der Samariter, der Held – und alles ist gut gemeint und ist (wahrscheinlich) auch gut – ich kann und will das gar nicht beurteilen.

    Mir fällt nur auf, wie sehr mal wieder Muster und Programme die Menschen in immer mehr Leid hineinziehen und es dann wirklich eine Herausforderung ist: wie ist die Hilfe am besten? – in dem man immer wieder einen Puffer schafft, so daß noch mehr Leid entstehen kann – also weitere zeitliche Verzögerung bis zum „Aufschlag“? – ist der Puffer aber wichtig, um Raum für Erkenntnis und Andershandeln zu schaffen? – bedient man damit nur selbst wieder Muster? – Muß das Drama-Dreieck einfach gespielt werden oder gibt es noch eine andere Möglichkeit ? und und und …

    Eines ist jedenfalls klar: das können immer nur die Menschen vor Ort selbst entscheiden und daheraus ihre Gestaltungen vornehmen.
    Jeder Steuerung von außen in Form von „Regeln“ unterbricht, verzerrt oder eskaliert sogar diesen Gemeinschaftsprozess.

    Und so ist dieses kleine Beispiel von Dir ein Fraktal, welches auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene genauso abläuft bzw. geheilt werden könnte ..

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  2. Thom Ram sagt:

    Jürgen, Bruder im Geiste,
    Deine Fest- und Fragestellungen sind die Meinen.

    Es stellt sich wahrhaftig die Frage dringend immer.
    Ist einer am Verhungern – ist es im Sinne seiner Seele, dass ich ihn nähre? Will die Seele vielleicht, dass er den Körper verlasse?

    Lehrer und Schüler am Fluss. Im Fluss ein Ertrinkender. Der Lehrer schaut, freundlichen Gesichtes. Der Schüler will retten, sieht das Gesicht seines Lehrers, rettet nicht. Der Mann ertrinkt.
    Schüler: Mein Meister, hätten wir diesen Mann nicht retten sollen?
    Lehrer: Ich sah, dass er sterben will. Aber du, warum hast du ihn nicht gerettet??

    Wie du sagst. Es ist ein fein verwobenes Spiel. Nicht jeder muss gleich wie der andere.

    Oder meine dritte eng mir verbundene Familie. Sehr tüchtige und arbeitsame Balinesen. Wollten Warung eröffnen, hatten das Kapitälchen nicht. Ich gabs. 700.
    Erfolg! Die Frau kocht ausgezeichnet, innert weniger Wochen hatten sie grossen Erfolg.
    War ein Nachbar, Räucherwaren und so im Regal. Der sah den Erfolg, wurde eifersüchtig und brachte es ränkevoll so weit, dass die Meinen das Weite suchen mussten.
    War meine Hilfe sinnvoll? Schuss in den Ofen!
    Grübel.

    Und da gibts ein Sprichwort: Geldprobleme sind mit Geld nicht zu lösen.
    Hätte ich mich dran gehalten, hätte ich heute Mac. Und Anderes mehr.

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  3. Pieter sagt:

    Thom und Jürgen,
    Ich grüble auch,was kann man tun, kann man was tun? Ich fürchte es bleibt alles beim alten, die guten Leuts sind so fest in Ihren sozialen Strukturen und Pressungen verwoben, dass kaum ein Ausstieg möglich ist. so würde ich Hilfe leisten so es mir spontan einfällt, ohne Nachdenken und abwägen. Dann allerdings sollte ich es auch für mich gut sein lassen im Sinne von Grübeln, ärgern, und meine ganz mir eigene Palette von Emotionen.
    Mal kann man, mal nicht, es bleibt egal

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  4. Thom Ram sagt:

    Ergänzung zu „Mac und Anderes mehr“.
    Ja, hätte ich nicht immer da dort geholfen, so ist die Variante zu „ich wäre reicher“ die, dass ich vielleicht längst tot wäre, da zwar Mac und Anderes mehr im Besitze gehabt habend, doch von Einsamkeit oder und Langeweile dahingerafft.

    Will sagen: Alles ist in Ordnung. Und ich kann ändern.

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  5. Thom Ram sagt:

    Pieter, Guter du.

    Hier ist nicht DACH. In DACH kommt es zwar vor, dass Freund um Hilfe bittet, aber nicht so wie hier.
    Zwei Unterschiede.
    DACH Freund fragt einmal. Dann nicht mehr. Hier kommt ein und dieselbe Geschichte permanent auf den Tisch. Du könntest nicht abseitsstehen. Garantie!
    Das Zweite, im Geschreibe erwähnt: Hast du hier einen Freund, stringenter noch bei: Hast du hier eine Freundin gar, dann hast du die ganze Familie. Wenn Oma im Spital oder Opa stirbt oder ein Fest nicht berappt werden kann oder das Neugeborene im Spital, die Rechnung nicht zu bezahlen, der Spital hält das Kind zurück, bis du bezahlst, jeder Tag kostet einen Tag mehr, verrückt und wahr………. Du bist dran. Emotionälchen wie du und ich, wir zücken das Portmonee, uns wären die Tage versaut, täten wir es nicht.

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  6. Pieter sagt:

    Jo, verstehe, ich, Du, kann dortens nicht abseits stehen, gut für die eigene Entwicklung, spirituell auch klar, aber hui was für ein Zwang.

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  7. Pieter sagt:

    Noch,
    Wow, stell grad fest, ich bin ein asoziales Wesen, wenn ich der letzte Mensch auf Erden wäre nur mit Tieren, ich glaube ich wäre glücklich.
    Blasphemie das.

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  8. Thom Ram sagt:

    Pieter,

    ja, so sehr asozial bist du, dass du niemals Kommentare ins Netz stellen würdest.

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  9. Pieter sagt:

    🙂

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  10. Hilke sagt:

    Echt jetzt, ich habe beim Lesen dieser geschicht soviel mit dem Kopf geschüttelt, daß ich locker als Wackeldackel gehen könnte. Ich frage mich nur, was würden diese Menschen tun, wenn der Onkel Thom nicht da wär, um ihnen immer wieder zu die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Würden sie viiieeellcht am Ende mal den Glauben fallen lassen und statt dieses Konstrukt von Traditionen zu füttern, mal zuerst sich selbst zu nähren?
    Erinnert mich an das Lied „Ein Loch ist im Eimer“…
    Burnout gibts auch in Bali…

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  11. Mujo sagt:

    Wenn ein Lebenspartner stirbt, und wenn die Beziehung eine gute war. Ist viel Lebensenergie an den verstorbenen Gebunden.
    Der Blick geht nach unten, statt nach vorn oder oben. Da ist man/Frau Hochgradig gefährdet. So was braucht seine Zeit um wieder sein Blick zu heben.
    Und je älter man ist, desto weniger leicht wird es.
    Ich kann deine Situation nachfühlen, du bist ein Mensch mit einen großen Herzen denn so etwas nicht Kalt läßt.
    Hilft wo er helfen kann. Bist jetzt mit Eingewoben in deren System.
    Aber achte wo du stehst, wenn du selber mit ertrinkst ist keinen geholfen.

    PS.: Ich habe Bumi Bahagia einiges zu verdanken, großer Wissenschatz. Bin bereit meine Dankbarkeit zu zeigen, kann nicht viel aber kommt vom Herzen und vielleicht andere auch wenn gewünscht ?
    Gebe entsprechendes Konto an.

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  12. Thom Ram sagt:

    19.21

    Burnout gebe es auch Bali, schreibst du. Das nun verstehe ich nicht. Wer ist es, den du als Ausbrennenden, gar Ausgebrannten siehst? Die Familie? Mich? Ich verstehe Bahnhof und bitte dich um nähere Beschreibung.

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  13. Thom Ram sagt:

    Mujo 20:16

    Wenn ein Lebenspartner stirbt, und wenn die Beziehung eine gute war. Ist viel Lebensenergie an den verstorbenen Gebunden.

    Ja, so Mensch noch nicht genügend Einsicht in die Lebensgesetze hat, welche göttlich rein sind. Es muss nicht so sein in jedem Fall. Meine ich.

    Der Blick geht nach unten, statt nach vorn oder oben. Da ist man/Frau Hochgradig gefährdet. So was braucht seine Zeit um wieder sein Blick zu heben.

    Ja. Auch Dreiviertel“erleuchteter“ benötigt dazu Zeit.

    Und je älter man ist, desto weniger leicht wird es.

    Das bestätige ich aus meiner eigenen Erfahrung nicht.

    Ich kann deine Situation nachfühlen, du bist ein Mensch mit einen großen Herzen den so etwas nicht Kalt läßt.
    Hilft wo er helfen kann. Bist jetzt mit Eingewoben in deren System.

    Inwieweit Ersteres zutrifft, das weiss mein Tagesverstand nicht. Dass ich eingewoben bin, das trifft zu. Wahrlich.

    Aber achte wo du stehst, wenn du selber mit ertrinkst ist keinen geholfen.

    Richtig. Ich danke dir deiner Ermahnung. Ich ermahne mich auch. Freundesmahnung nehme ich ernst.

    PS.: Ich habe Bumi Bahagia einiges zu verdanken, großer Wissensschatz. Bin bereit meine Dankbarkeit zu zeigen, kann nicht viel aber kommt vom Herzen und vielleicht andere auch wenn gewünscht ?
    Gebe entsprechendes Konto an.

    Fühle mich beschämt. Absicht war mir null nicht, mittels Plauderplauder Unterstützung zu bekommen.
    Ich habe mittels bb es schon getan: Um Unerstützung gebeten für Freunde hier, welche etwas sehr Wichtiges brauchten, ihnen unerschwinglich. Beispiel: Metallschiene vom Oberschenkelknochen endlich entfernen.
    So es dein Wille ist, so springe ich über einen meiner Schatten und gebe dir die Vankberbindung an. Per Mail. Und danken, das tue ich dir von Herzen, dies gerne öffentlich, Mujo.
    Ram

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  14. webmax sagt:

    Kismet (arabisch قسمة, DMG qisma(t)) ist der Ablauf von Ereignissen im Leben des Menschen, die als von göttlichen Mächten vorherbestimmt (geschickt) oder von Zufällen bewirkt empfunden werden, mithin also der Entscheidungsfreiheit des Menschen entzogen sind.

    Allah inschallah Diese Redensart kann als fatalistische Haltung des Sprechers gedeutet werden, ist aber häufig primär Ausdruck einer Demutshaltung.
    Welch prima Ausreden!

    Gegen diese Einstellung, dem warmen Klima geschuldet, durch das keine Vorsorge für kalte Jahreszeiten erforderlich ist, ist schwer bis gar nicht anzukommen mit westlicher Logik.

    Im Buddhismus ist es zusätzlich der Schenkende, der sich bedanken muß: Der Beschenkte ermöglicht es ihm ja, etwas für sein Seelenheil zu tun.

    Thom, denke über dich und den wahren inneren Grund deines Mäzenatentums aus Sicht der Indonesier) nach…

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  15. Hilke sagt:

    Thom Ram
    04/05/2019 um 21:32,
    war jetzt einige Stunden unterwegs, sorry.
    Das Ausbrennende „sollte“ nach meiner Sicht das Glaubenskonstrukt der Traditionen sein, anstatt die Menschen. Ich fragte mich beim lesen, was muß noch passieren, daß die Menschen -in diesem Fall suri und family- von einem Glaubenskonstrukt ablassen, welches ihnen nicht bekommt. Hier z.B. das Abfüttern irgendwelcher Menschen, so daß die family selbst blanko ist.
    Es ist das, was wir oft „das System“ nennen, welches wie wir wissen, kollabiert. Wozu AUCH oder vor allem der Glaube/ Aberglaube auf der Welt zählt.
    Die einen beschneiden sich körperlich, die anderne seelisch etcpp.
    Ohne Glaube keinen follower, der wie Lemming solange followt, bis er darniederliegt. (hier die family)
    Manchmal muß man erst den Boden berühren, bevor man erkennt, daß der Weg den man einschlug, jetzt auf einen einschlägt.

    Möglicherweise kannst du noch aussteigen, wenn du sagst „Keine Penunse mehr zur Verfügung“. Es ging doch mal auch ohne dich? Vielleicht werden dann andere Entscheidungen getroffen und vielleicht, nur vielleicht ist das Ganze für alle Beteiligten ein Fingerzeig.

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  16. Hilke sagt:

    Nachtrag:
    Bin der Überzeugung, daß es eine Art Schneeballsystem gibt „da oben“, einmal etwas angefangen, ist die Richtung klar: Geben geben geben, egal, wie es mir dabei geht. Oh, Mensch liebt es zu geben? Fein, da machen wir mit. Plakativ, aber in etwa so.

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  17. Sehr verwobene Geschichte, die ich von diversen Ebenen aus betrachten werde.
    Dies aber persönlich an Om Thom 😉

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  18. Mujo sagt:

    Glücklich ist der, der schon Erleuchtet ist oder es gewesen war.
    Dann wird es im Alter egal was passiert immer leichter. Wenn man aber im Lebenskarusell Ego fest etabliert ist, wird es je älter man wird schwieriger. Ganz besonders wenn keine Rücklagen da sind oder der Staat nicht unter die Arme Greifen kann.

    @webmax

    „Gegen diese Einstellung, dem warmen Klima geschuldet, durch das keine Vorsorge für kalte Jahreszeiten erforderlich ist, ist schwer bis gar nicht anzukommen mit westlicher Logik.“

    Dem kann ich nur zustimmen, kenne dies aus Thailand. Lange bereist, ähnliche Zustände nur andere Religion.
    In Regionen mit Kalte Wintern wird mehr vorgesorgt, da überleben gefährdet. Und über viele Generationen bei den meisten festes Muster im Gebälk.

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  19. chaukeedaar sagt:

    Geld ist eine Idee: Die Idee von Reserve. Reserve braucht es aber nur bei echtem Winter, in allen anderen Regionen haben die Menschen Kulturen entwickelt, die ohne hohe Kante gut auskommen. Kulturelle Disharmonie tönt unglaublich stressig und ist offensichtlich durch Individuen selber nicht in Gänze aufzulösen. Scheiss-Ticket, mein Lieber! Aber immerhin hastu warm und Meer und liebe Menschen 😀

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  20. Mujo sagt:

    „Aber immerhin hastu warm und Meer und liebe Menschen.“

    Also darauf nim i jetzt ein schoppen Rotwein, cheers*

    PS.: Nur wegen den OPC……..der ist ja so doll Gesund.

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  21. webmax sagt:

    Geld ist auch eine kulturelle Weiterentwicklung. Im Clan braucht man es nicht, aber darüber hinaus schon.

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  22. Thom Ram sagt:

    Hilke

    Es gibt eine Mehrheit und eine sehr kleine Minderheit.

    Die Mehrheit pflegt die teuren religiösen Gebräuche gedankenlos. „Man macht das so. Allah will es so.“ Die hocken in der Teufelsspirale. Je schlechter es ihnen geht, desto heftiger müssen sie Allah zeigen, wie wichtig er ihnen ist, desto noch grosszügiger meinen sie, die religiösen rituale gestalten zu müssen. Man ist überzeugt, dass Allah käuflich ist.

    Eine Minderheit macht all die Rituale äusserlich mit, füllt sie mit Herz und mit eigenem Sinn, mit EIGENEM Sinn.

    Die Mama in der Geschichte gehört zu dieser Spezies, sie denkt einigermassen frei, selbständig. Alleine die Tatsache, dass sie sich vor 20 Jahren hat tätowieren lassen zeigt, was sie von islamischen Vorschriften hält, nämlich nichts.

    Rituale nicht zu vollziehen, das bedeutet den sozialen Tod. Du bist von Dorf und Familie allenfalls noch geduldet.

    Nach aussen sichtbar aus der Religion auszusteigen, das zu empfehlen ist Rat von der Schiffsbrücke an den Schiffsbrüchigen: nach Amerika gehts dort lang. Schwimm gut.

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  23. Thom Ram sagt:

    Tschautschi 05:33

    Nö, nicht Scheissticket. Die beschriebenen Begebenheiten sind ein Teilaspekt meiner inneren Reise, bilden eine Phacette meines Erlebens hier. Eine. Da sind ja noch viel mehr.
    Würden Menschen in hiesigen Gefielden in traditionellem Verbund mit der Natur leben, ja, sie bräuchten keine Rücklagen ausser dem Reis und der Ubi für den nächsten Tag.
    Was ist?
    Islam hat das Land vereinnahmt.
    Westsegnungen haben das Land vereinnahmt.
    Dies zusammen ist ein köstlich Gift.

    Hier im (reicheren) Bali kein Kind ohne Handföhn, meist angeklebt.
    Geburten wo? Im Spital (für alle Fälle, genau so wie bei uns. Gegenströmungen, welche es in DACH gibt, suche ich hier vergebens. Der Glaube an Medi, Mediziner und Spital wird unter anderem per TV täääääglich betoniert mit täääääglich laufenden unvorstellbar schlecht gespielten und unvorstellbar stereotypen Geschichten, da entweder Fremdgehen oder Krankheit mit anschliessender Genesung im Spittel das Thema ist)

    Für Handföhn muss Geld her.

    Dasselbe gilt für Roller.
    Als Suri (Mama in der Geschichte oben) Kind war, in Java, da hatte niemand Roller. Es gab täglich zweimal einen schitteren kleinen Bus in die nächsten zwei Städte (je 20 km entfernt).
    Heute Roller? Braucht man. Geld muss her.

    Dasselbe gilt für Medizin. Hierzulande war Naturheilkunde ausgebaut und verbreitet. Spittel und Tokter kosten. Geld muss her.

    Dasselbe gilt für Zahnarzt. Die Ernährung ist schlecht. Alle essen polierten Reis. Da helfen alle meine Predigen nichts. Essen wenig Gemüse, wenig Früchte…in einem Lande, welches vor Fruchtbarkeit strotzt. Braucht dann eben Zahnarzt und Tokter für Folgen von körperlichen Mängeln in Verbindung mit Stress.
    Geld muss her.

    Geld….Thema Nummer 1 hier.

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  24. Security Scout sagt:

    Thom Ram
    Zitat: Dann nicht mehr. Hier kommt ein und dieselbe Geschichte permanent auf den Tisch. Du könntest nicht abseitsstehen. Garantie!
    Das Zweite, im Geschreibe erwähnt: Hast du hier einen Freund, stringenter noch bei: Hast du hier eine Freundin gar, dann hast du die ganze Familie

    Jeder macht so seine Erfahrungen in Asien. Ich habe fast zwei Dekaden dort gelebt und gearbeitet, spreche also „aus dem Nähkästchen“!!

    Regelmäßig haben die Menschen dort finanzielle Probleme. Sehr wenige können „organisieren“. Man lebt halt in den Tag hinein.
    Das respektiere ich, finnaziell unterstütze ich so etwas nicht, denn es ist ein Faß ohne Boden.
    Das muß einfach sehr klar der Freundin/Frau gesagt werden. Beim zweiten mal muß sehr freundlich klar gemacht werden, das ich selbst wenig
    habe und sie sich einfach entscheiden muß. Ich oder die Familie! Jede Entscheidung werde ich respektieren.
    Geld verleihen kommt absolut nicht in Frage.

    Sehr schnell wird verstanden, aha bei dem klappt es nicht.

    Etwas anderes ist es bei deutschen Rentnern die in Asien mit einer jungen Freundin leben.
    Die alimentieren die gesamte Familie und wenn es eng wird, weint die Freundin und sagt ihm, du liebst mich nicht.
    Eine Minderheit macht klare Regeln und sagt einen festen Betrag zu wie 200€ im Monat für die Familie aber keinen Euro mehr,
    was dann für beide Seiten wie ein Geschäftsabschluß für eine „Partnerschaft auf Zeit“ ist.

    Ein Geschäftsmann stellt eine attraktive Sekretärin ein und zahlt ihr 400 Euro Gehalt im Monat. Wird diese seine Freundin, legt er
    noch einmal 700 Euro dazu, sind ja nur Betriebsausgaben.

    Hat jemand ein „gutes Herz“, kann man ihn anpumpen,spricht sich das sofort herum.
    Logisch, derjenige wird dann laufend belagert. Ein nein zählt dann nicht, denn er hatte ja vorher schon mit gütigem Herz Geld gegeben.
    Solche Menschen sind natürlich sehr beliebt und werden mit Herzlichkeit überschüttet.

    So ein verhalten kann auch gefährlich sein.
    Ein alter reicher westlicher Mann verliebte sich in ein armes blutjunges Mädchen.
    Die Mutter forderte 9.000 Euro welche der Mann zahlte. Kurz danach wurde sie überfallen, ausgeraubt und getötet.

    Alles ist im Großen wie im Kleinen laut hermetischem Gesetz.

    Im Großen funktioniert es wie bei dem Economic Hit Man, welcher Länder zu Krediten verführt und diese dadurch abhängig macht.

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  25. @ Thom
    Ist der Handföhn ein Synonym für etwas Anderes ?
    Kann damit grad wenig anfangen……

    Ansonsten glaube ich auch mittlerweile, daß eine Grenze gesetzt werden darf.
    Ich weiss es ist schwer.
    Kenne zwar nicht die Situation auf Bali aber einen Fall aus meiner Vergangenheit.
    Eine gute Freundin, Halbspanierin mit feurigem Temperamento, alleinerziehende Mutter zweier Kinder, hatte nie genug Geld.
    Manchmal am 20. war schon nix mehr da für ihre Kinderleins zum essen.
    Aber Geld für Zigaretten und einen Rioja war immer noch vorhanden.

    Ich unterstützte sie mit meiner Hilfe, passte oft auf die Kinder auf, damit sie mal Freizeit hatte, brachte immer was vorbei zur
    Ernährung der Familie, lud sie und die Kinder ein in den Tierpark oder mal auf ein Eis essen gehen, usw……

    Dann eines schönen Tages nahm mich ihre Schwester dezent zur Seite und sagte mir, daß besagte Freundin etliche Tausende an Schulden hatte.
    Die hatte sie nicht weil sie so wenig verdiente, sondern weil sie sich hier und da und dort neue Klamotten gönnte, neue Dessous um ihren Freund zu umgarnen, neue Schühchen damit sie zum Salsa tanzen gehen konnte.
    Zudem hatte sie ihrem Freund mehrfach geholfen, wenn er sich verspekuliert hatte an der Börse.

    Danach hatte ich ein sehr ernstes Gespräch mit ihr, welches in unserer Freundschaft Distanz hervorrief.
    Irgendwann war keine Ebene mehr zwischen uns vorhanden, die uns kommunizieren ließ.

    Der letzte Stand war: sie hat den Börsenfuzzi geheiratet, der wohl schräge Dinge gemacht hatte und dafür in das staatliche Hotel wanderte für zwei Jahre. Sie durfte mit ihrem Gehalt auch noch seine Schulden abtragen, war ja schliesslich verheiratet……

    Alles holt einen ein……irgendwann

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  26. Besucherin sagt:

    „Ich kaufte der Familie etwas Reisland, auf ihren Namen.“

    Hast du gefragt, ob das eventuell auch verpfändet ist? Da setzen sich die Banken lieber rein, als für ein Moped, das morgen kaputt sein kann.
    Würde mich bei der ganzen Geeschichte eher wundern, wenns nicht so wäre.

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  27. Thom Ram sagt:

    Marietta

    Handföhn Händfon, Handphone.

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  28. Thom Ram sagt:

    Besucherin 16:54

    Nein. Ist es nicht. Die Verträge sind bei mir.

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  29. Thom Ram sagt:

    Alles richtig, Leute, und alles bedenkenswert.

    Ich habe aber da ma ne Frage.

    Wie reagiert ihr, wenn der Papst oder sonst ein sehr Wichtiger auf rotem Teppich die Stufen ersteigt, draussen Und gleich nebenan sind Menschen im Slum, halb verhungert?

    Natürlich etwas ganz anderes. Weil der Papst über Billionen verfügt.

    Nein. Dasselbe ist es.

    Securitys Vorschlag ist ein vernünftiger, gangbarer Mittelweg. Monatlich stehen für Hilfestellungen x Kröten zur Verfügung. Amen.

    Dies System habe ich bei den Kindern, deren Eltern die Schulausrüstungen und Zeugnisse nicht bezahlen können. Ich gebe monatlich 20. Punkt. Fertig. Wenn sie zu blöd sind, diese monatliche Gabe zu horten, um bei der alljährlichen Schulgeldkatastrophe sie zur Verfügung zu haben – ihr Problem.

    Es ist eben etwas Anderes, die Mama Papa Geschichte. Die sind mir so nah wie die eigene Schwester und wie meine eigene Familie. Familie eben.

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  30. Besucherin sagt:

    „Die Verträge sind bei mir.“

    Ah, das war schlau.
    Vielleicht wäre es gut, wenn du auch die Papiere des „Arbeitstiers“ aufbewahrst, damit da nix mehr passieren kann.

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  31. Thom Ram sagt:

    Scout 13:47

    Deine Sicht ist meine Sicht. Gleiche Erfahrungen haben wir.
    Und
    Ein alter reicher westlicher Mann verliebte sich in ein armes blutjunges Mädchen.
    Die Mutter forderte 9.000 Euro welche der Mann zahlte. Kurz danach wurde sie überfallen, ausgeraubt und getötet.

    Im ländlichen Bali noch nicht, in Agglomerationen wie Kuta schon: Es wird geklaut.

    Habe einen lustigen Freund, der Markus, vonner anderen Insel, Christ, ein Schlitzohr – mich zog er allerdings nie über den Tisch, wir haben es einfach immer saulustig. Er war Arbeiter beim Bau unseres Gehütts.
    Wohnt in einem der sogenannten Armenviertel in Nusa Dua. Also Nackte Wände, eine verpisste Matratze, TV permanent (sonst weinen die Kinder, standarterwiderung wenn ich ihnen klarmache, dass die Kinder so verblöden), also ein Arbeiter mit Frau und drei Kindern, wohnend unter Seinesgleichen. Hatte 600’000 (40 Euro) in der „Wohnung“ versteckt, also einen halben Monatslohn. Waren kurz alle weg. Danach war das Ersparte auch weg.

    In Java wird alles geklaut. Kein Mensch, Keiner! lässt sein Moped nachts draussen stehen. Mit 50%iger Sicherheit wäre es nächsten Tages weg. Rein ins Stübchen mit dem Dingen über Nacht.

    Nun…ich lebe halt bei und mit den gewöhnlichen Leuten. Man kann als Ausländer auch anders. Haus bauen. Hoch umzäunen. Security anstellen. Drei einigermassen scharfe Hunde dazu, und (innerhalb!) deines Geländes kommt nix weg. Wie beliebt man dann ist, erfährt man, wenn einem zufällig etwas zustösst.

    Ich habe um mich Einheimische. Balinesische Familien. Gutes Verhältnis pflegen wir. Bester Garant für gesichertes Dasein. Der mäck, der mir vor 4 Jahren geklaut wurde, der wurde geklaut von einem zeitweilig sich auf unserem Gelände sich aufhaltenden Javanesen. Seither halten wir unser Gelände vor zwielichtigen Halbgästen rein.

    Gefällt 1 Person

  32. Angela sagt:

    @ ThomRam

    Zitat: …. „Es ist eben etwas Anderes, die Mama Papa Geschichte. Die sind mir so nah wie die eigene Schwester und wie meine eigene Familie. Familie eben….“

    Lieber ThomRam !

    Ich finde, dass das Wichtigste ist, seiner eigenen Natur zu vertrauen. Wenn Du Liebe für diese Menschen empfindest und nicht das Gefühl hast, dass sie Dich ausnutzen, was ich ganz klar Deinen Berichten entnehme, würde ich mich nicht von manchen Meinungen verunsichern lassen.

    Natürlich gibt es andere Erfahrungen und viele Menschen sind deshalb misstrauisch.

    Wer lieben will, muss damit bei sich selbst anfangen und das bedeutet, gut zu sich selbst zu sein und auf seine Gefühle zu hören. Liebe ist kein Geschäft und es geht auch nicht darum, ob jemand Hilfe verdient oder nicht . Wenn Du geben – , materiell helfen willst aus vollem Herzen , finde ich, dass das etwas sehr Schönes ist und warum solltest Du dann damit aufhören?

    Lg A n g e l a

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  33. Mujo sagt:

    @Angela

    „Wenn Du Liebe für diese Menschen empfindest und nicht das Gefühl hast, dass sie Dich ausnutzen, was ich ganz klar Deinen Berichten entnehme, würde ich mich nicht von manchen Meinungen verunsichern lassen.“

    Das ausnutzen, ja das ist so ein Begriff. Diese Menschen denken so anders wie wir. Liegt mit Sicherheit auch an das Fehlende Staatliche Soziale Netz. In dem Fall erfüllt es die Gemeinschaft. Natürlich auch mit immer wieder Ausrutschern das man zu viel über die Strenge schlägt. Ist bei uns nicht anders, man schnort halt bei den Sozialbehörden.
    Sehe die Ursachen aber ganz wo anders. Das Bildungsniveau ist oft Grottenschlecht, und wenn dann noch die Verlockungen der TV’s auf ein niederprassen kommen Wünsche hoch von den man vorher nichts wusste. Hier werden die Knöpfe der Egomanie Erfolgreich bedient. Bewusstsein und was wirklich Wichtig im Leben ist wird so massiv Unterdrückt. Man nehme nur Kuba als Vergleich, bevor es mit Westlichen Konsum überrant wurde waren die Menschen sehr Gesund bis ins hohe Alter. Wer kennt nicht die Legendäre „Buena vista social club“. Hab die noch Orginal im Konzert gesehen. Der Club der 100 Jährigen Musiker wo unsereins viele schon das Grass von unten wachsen sehen. Wird sich bald ändern dort, ein bekannter von mir eingeheiratet sieht schon wie es Einzug nimmt, der Westliche Kosumrausch mit dem Chemischen Essen alla mcdoof. Zum Glück können sich die meisten das Gift nicht Leisten, aber alle wollen das erlebt haben. Und wer Kindergeburtstag dort Feiert ist Privilegiert und hoch angesehen, wie irre ist das denn !

    Aber es gibt auch viel zuversicht, von Menschen die am Boden bleiben, die nur Ausgeben was sie übrig haben. Sich auch mal was ersparen für Harte Zeiten. Nur sind die Rücklagen nicht wie bei uns Vergleichbar. Da ist schnell Ende gelände.
    Nur das muß man immer im Einzelfall Abwägen ob und wie man Unterstützt. Und das weis nur der am besten der vor Ort die Situation kennt.
    Ein beispiel aus Thailand, da wird sehr gern Gold gekauft. Nicht im Baren, sondern als Schmuck. Es wird auch schnell veräußert wenn Not ist. Man hängt nicht daran. Ist sehr beliebt als Tauschmittel und Funktioniert sehr gut. Fast jedes Kuhdorf hat so ein Juwelier. Hat heute noch vor Smartphön und Töftöf vorrang als Sicherheit. Neben Land das man beleihen kann, nur Kredite sind dort Richtig Teuer. 50 % selbst bei Staatlichen sind keine seltenheit. Bei Privaten ist man ohnehin geliefert. Dies gilt es auf jedenfall zu vermeiden. Sowas muß auf den Tisch.

    Gefällt 1 Person

  34. Thom Ram sagt:

    Angela 18:12

    Ich bin dir dankbar für deinen Einwurf.

    In der Tat haben die sachlich wohl begründeten Zweifel und wohlgemeinte Mahnungen von von mir hoch geschätzten Kommentatoren in mir gestern und heute etwas aufgerufen, was in Richtung Selbsthass geht. Wie dies zustandekommt, ist mir noch nicht klar.

    Tatsache ist, dass deine Betrachtung des Themas mir Labsal ist.

    Konkret zum Ausnutzen:

    Ich wurde ausgenutzt. Da waren vor Jahren eine Familie und eine Frau, von denen liess ich mich damals über den Tisch ziehen, dass es krachte. Im Falle der Familie landete all meine törichte Hilfestellung in Banken (Kredite tilgen). Kannst dir meine Wüte vorstellen, als ich das endlich mal spitzkriegte. Im Falle der Frau im Glücksspiel, dem sie frönte. Beide tischten mir plausible Geschichten auf, welche ich nicht, oder doch zu ungenau überprüfte.

    Die hier im Zentrum stehenden Freunde haben mich in 7 Jahren nie betrogen. Dass Mama den aufgenommenen Kredit mir über 10 Monate verschwieg, sagte schon…sie wollte mich damit nicht mitbelasten.

    Gefällt 2 Personen

  35. Thom Ram sagt:

    Besucherin 17:44

    Wen meinst du mit „Arbeitstier“? Etwa mein hier vertrautester Mensch, hier mit Mama bezeichnet?

    Besucherin, ich danke dir für den Rat, ich gehe davon aus, dass er gut gemeint sei. Wenn du mit einem Menschen über 7 Jahre durch dick und dünn gegangen bist, würdest du Solches tun? Mama ist nicht Putzfrau, welche kommt, den Boden aufwischt, indes ich meinen Sachen nachgehe. Wir haben gemeinschaftlich etliche Nägel eingeschlagen in dieser Zeit. Uns gegenseitig beraten. Uns gegenseitig gestärkt.

    Der Strang ist ausserordentlich interessant für mich. Ich spüre klar, wer schreibt, ohne Länder wie Thailand oder Indonesien zu kennen, wer schreibt, mehr oder minder begabt des Lesens dessen, was zwischen den Zeilen steht, wer schreibt aus per Tendenz Menschenleben-allgemein-gültig höherer Sicht.

    Keines ist besser als das Andere! Ich werte nicht! Aber tolles Theater im besten Sinne ist es.

    Lächel

    Gefällt 3 Personen

  36. Thom Ram sagt:

    Mujo 20:07

    Das ausnutzen, ja das ist so ein Begriff. Diese Menschen denken so anders wie wir.

    Wort!!!

    Wer es nicht erlebt hat, wer nicht erlebt hat wirklich anderes Land/andere Länder, der kann es sich nicht vorstellen, kann sich nicht hineinfühlen. Er kann es nicht, unmöglich ist es ihm.
    Damit meine ich nicht DACH Nase, welche in Portugal lebt. Damit meine ich Chinesen, der in Paris, meine ich Franzosen der in Japan, meine ich Schwiizer der in Indonesien lebt.

    „Ausnutzen“

    Mujo, du sagst es.

    Ich ziehe runter auf den Strassenverkehr hier. 99,99% von DACHlern rasten hier aus, meinen, die Leute seien verrückte Egoisten. Sind sie, ja, genau so sehr wie du ich und wir alle DACHLER! Aber äussern tut es sich auf andere Weise. Und was ein DACHLER spontan als Egoismus (ich rede immer noch vom Strassenverkehr!) sehen und ihn ausrasten lassen würde, das ist hier Brauch. Alle machen es. Keiner regt sich auf. Keiner fühlt sich angegriffen. (Es gibt Ausnahmen, die sind aber sehr sehr selten)

    Es gab eine Phase, da geschah das, was hier auch beschrieben wurde. Ist ein „reicher“ Schweizer da, der hat „weiches Herz“ und gibt Kredite aus. Da war eine kurze Phase, da gab ich Kleinkredite aus an Freunde von Freunden von Freunden. Die kamen damals, Gesichter offen, froh, mich begrüssend wie besten Freund (was DACHler nicht begreifen kann, das war echt, die Freundlichkeit, da liegt eben der Knackunterschied zwischen hier und DACH).

    Als keine Kredite zurückkamen, Cancelte ich dies. Kamen Freunde von Freunden von Freund, dann sagte ich njet. Schluss. Sie versuchten mit x wunderlichen Geschichten, mir doch Kohl abzuknöpfen, ich sagte (sehr höflich und lächelnd) tidak. Nein.

    Nach einem zwei Monaten kam keiner mehr.

    Wichtiges Detail. Keiner der Abgewiesenen Gesuchsteller nahm mir mein NEIN übel. Es kamen keine Schatten in die Gesichter. Alles einem, der nur Europa kennt, nicht bekannt, daher schwerstens nachvollziehbar.

    Sauinteressante Angelegenheiten, das, oder nicht?

    Und wir alle, alle! müssen das beherzigen. Wir verachten zwar US amerikanische „Elite“, welche in der Tat von der Welt nichts weiss, doch tun wir das Unsere, wenn wir unser Bewusstsein diesbezüglich erweitern. Ein Monat ich Chile bei den Bauern. Ein Monat in Japan bei den Fabrikangestellten. Ein Monat, was weiss ich, eben in anderer Kultur.
    Heute können so viele eigentlich interessierte DACHler das nicht, da Hartz4 und anal OG es. Das ist heute so, und man kann es (unnötigerweise) bedauern. Und es wird ändern.
    Wir werden andere Länder be- und aufsuchen. Nicht um dort Tennis zu spielen. Um dort uns mit Menschen zu treffen. All überall nämlich sind Menschen. Was die, welche sich von wahrem Menschsein verabschiedet haben, also die „Elite“ und derer Chefknechte dannzumal machen, das ist deren eigene Aufgabe, deren eigenes zu lösendes Problem. Wieviele sind das? Weltweit vielleicht läppische zehn Millionen? Sie werden vor Aufgaben gestellt werden, verordnet von ihren eigenen göttlichen hohen Selbsten.

    Gefällt 2 Personen

  37. Mujo sagt:

    @Thom

    „Wichtiges Detail. Keiner der Abgewiesenen Gesuchsteller nahm mir mein NEIN übel. Es kamen keine Schatten in die Gesichter. Alles einem, der nur Europa kennt, nicht bekannt, daher schwerstens nachvollziehbar.“

    „Sauinteressante Angelegenheiten, das, oder nicht?“

    Genau auch meine Erfahrung in Thailand. Hatte am Anfang auch die Spendierhose an. Als ich das Ruder schwengte nahm es keiner Übel. Und die wenigen die es doch tuten gingen und kamen nie wieder. Die die blieben, sind nach Jahren immer noch im Kontakt. Und die die es von vornherein Ablehnten, oder nur dann wenn sie sicher waren das sie ein Ausgleich machen konnten. Besteht die Freundschaft seit über 20 Jahren.

    Gefällt 2 Personen

  38. Besucherin sagt:

    Thom

    „Wen meinst du mit „Arbeitstier“? “

    -> „….sie werde den Fahrzeugausweis ihres Arbeitstieres (108er Honda Roller) zur Bank bringen…“

    Der Ausweis wäre doch besser bei dir aufgehoben.
    Gehe ich richtig in der Annahme, dass Bankgeschäfte dort Männersache sind, und Papa das alles nicht so tragisch nimmt, während Mama sich grämt?

    Vielleicht wäre sie ganz froh, wenn wenigstens auf ihren Roller nicht mehr zugegriffen werden kann.

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  39. Hilke sagt:

    Mal ne Frage Thom,
    hast du dich mal mit anderen Bules zusammengetan und sie gefragt wie sie sowas handhaben?
    Im Übrigen habe ich schon bei der letzten Suri-Geschichte (mit den Zähnen) auf eine Möglichkeit einer Art Patenschaft hingewiesen. Monatlich einen Betrag für Familie Suri, Vertrag oder „Sprbuch“, wie immer das bei euch heißt, nur in die Hände der Suri oder eines vertrauenswürdigen Menschen. Oder wie mit dem Vertrag bei dir im Gehüttt gelagert? Wie mit den 20 Euronen für Schule, so einen Medizinspardings z.B..

    Kurz noch zu meinem Satz oben „burnout gibts auch in Bali“: Habe vor 3 Tagen gelesen, daß bei oder nach den Wahlen in Indnesien 270 (!!!) Wahlhelfer sang- und klanglos gestorben sind, der Text lautete „an Überforderung“ wegen weil alles per Hand ausgezählt etc. Gut, Indonesien ist nicht gleich Bali, aber die Geschichte klingt extrem spooky. Und dann schriebst du deinen Text oben…

    Weißt du Thom, es mag nicht immer gerngesehen sein, aber wenn ich solch G’schicht les, kommen mir sofort Gedanken dazu, die ich loswerden wollte, wie du auch deinen Kopf, äh nicht loswerden, aber leeren wolltest…
    Sei’s drum, ich leb ja hier in DACH…

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  40. Thom Ram sagt:

    Hilke 22:32
    Verstehe. Geht in Ordnung.

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  41. Wolfgang sagt:

    Hallo Thom, schicke mir deine Bankverbindung per Post oder Email. Ich spendiere ein paar Euronen. Schätze deine Arbeit sehr als „Blogwart“ !

    Gefällt 1 Person

  42. Thom Ram sagt:

    Wolfgang 19:07

    Mein Schreiben hatte nicht den Hintergedanken, Wohlwollenden zum Spenden zu bewegen.
    Doch nehme ich dankbar entgegen, wenn du was schicken willst im Vertrauen darein, dass du es tust, weil du weisst, dass ich einfach tue was ich kann, hier im täglichen Leben, auf bb mittels Weiterreichen von mir wichtigen Artikeln Dritter, mittels mir wichtig scheinender Besenfung derselben, mittels gelegentlich auch mal persönlicher Bekenntnisse.

    Mail folgt.

    Danke, Wolfgang!

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  43. Thom Ram sagt:

    Wolfgang 19:07

    Deine Ware ist heil angekommen. Ganz herzlichen Dank, Wolfgang!

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