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Angst / Achtsamkeit / Beispiel Töfffahrt

Teil 1, mulmiges Gefühl.

Gestern Abend, in Java, beschäftigte ich mich wie streng gewohnt im Voraus mit der 180km – Fahrt nach Hause, vorgesehen für heute. Mir war mulmig. Trotz 120’000 unfallfreien Kilometer in Indonesien hatte ich das Gefühl von „nicht gut“, sowas wie „schaffst du nicht mit heilem Knochen“. Das wurde so stark, dass ich erwog einem mir Vertrautesten Menschen eine Mail abzusetzen, um ihn meine böse Vorahnung wissen zu lassen.

Es wäre das Ueberflüssigste gewesen, zudem das Falsche. Ich erwischte die Kurve und tat das, was ich als einzig Richtiges, einzig Hilfreiches beurteile.

Ich entschied mich.

Ich entschied mich, dieser Angst freien Lauf zu lassen. Freien Lauf, das heisst freien Lauf. Das ist nicht ganz leicht, denn: Mein Ego will sofort einhängen. Wenn so eine Angst aufsteigt, hängt das Ego geschwinde Bilder dran: Sturz. Im Graben landen. Kollision. Schmerz. Amputation. Der Schrecknisse mehr.

Dies erlaubte ich nicht.

Das ist entscheidend. Hätte ich es erlaubt, dann hätten sich Angst und Egophantasien gegenseitig hochgeschaukelt, und schuddernd hätte ich vielleicht kaum schlafen können. Und…die Unfallgefahr wäre gegeben gewesen. Braucht keiner zu glauben, ich weiss es. Was ich denke, dann noch mit grosser Emotion verbunden, das zieht Inhalt des Gedankens an, hier in dieser Tagesrealität. Andere nennen es 3D. Egal.

Schön, es gelang mir. Mein Ego verstummte, zog sich schmollend zurück, und die Angst durfte fliessen.

Ich tat nichts Anderes. Ich sorgte ausschliesslich dafür, dass sie frei frei frei fliessen konnte. Dieser Prozess dauerte vielleicht 15 Minuten.

Und was geschah?

Die Angst verlor sich in…ich weiss nicht…in Nichts. Es kam der Moment, da sass ich da, neutral, ich bei mir, ich in mir, und Angst war keine da.

Ich nahm das Steuer in die Hand und visualisierte sichere Fahrt, affirmierte, dass ich alle Verkehrsteilnehmer liebe – und sie mich auch.

Das Wetter liess ich diesmal aus, aus bestimmtem Grunde. Weil es nicht zum Thema gehört, setze ich es als Fussnote unten hin. 

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Teil 2, Achtsamkeit. 

In der Schweiz brauche ich keine Achtsamkeit beim Fahren. Alles vorgeschrieben. Strassen perfekt. Abstände werden eingehalten. Beim Fussgängerstreifen ist Stop obligat. Führt ein Ackerweg auf die Ueberlandstrasse, steht dort eine Ampel, könnte ja ein Traktor kommen. Hat es ein fünflibergrosses Löchlein in der Strasse, wird der Verkehr umgeleitet. Das Fahren dort benötigt so geringe Aufmerksamkeit, dass ich mich weigere, von Achtsamkeit zu sprechen. Der grösste Idiot kann in der Schweiz richtig fahren.

Hierzulande übt sich jeder Verkehrsteilnehmer permanent in Achtsamkeit. Tut es einer ausnahmsweise nicht (kommt vor), fällt er durch seine grobe Unhöflichkeit auf, oder aber er macht Unfall.

Fast bin ich auf dem Punkt, guter Leser. Ich schiebe vor, was dazugehört:

Hätte mich der Lehrer in meiner Seminarzeit gefragt, was Achtsamkeit auf dem Krad in zum Beispiel indonesischem Wuselverkehr bedeute, hätte ich eine lange Reihe von Daten aufgelistet, worauf man zu achten habe, Geschwindigkeit von mir, Geschwindigkeit der Anderen, Distanzen, Fahrbahnbeschaffenheit, Einschätzung des Fahrverhaltens der Anderen, usw.usw.usw., ich hätte angefügt, dass mein Hirni diese Daten auf geniale Weise zusammenführt, analysiert, permanent Schlussfolgerungen zieht und Entscheidungen trifft. „Summa cum laude. Setzen.“

Und ich wusste etwas Entscheidendes noch nicht! (Der Lehrer wahrscheinlich auch nicht)

Ich hatte noch keine Ahnung davon, dass meine auf mein Inneres gelenkte Achtsamkeit das Geschehen im Aussen drastisch beeinflusst, mein eigenes Verhalten, wie auch das Verhalten der Anderen. Wohl übte ich innere Achtsamkeit auch damals schon intensiv, doch war es mir noch nicht gegeben, das Zusammenspiel von Innen mit Aussen zu erkennen. In meiner damaligen Vorstellung war zwischen innen und aussen ein dickfettes Schott.

Also: Wie wach bin ich? Wie energiegeladen bin ich? Wie ist mein Körpertonus? Wo sind meine Gedanken? Wie fliesst mein Atem? Welche Grundstimmung herrscht in mir? usw.usw.usw.

Tue ich das, dann öffne ich das wichtige, wichtige Tor zur Intuition.

Ich illustriere das.

a

Auf der heutigen Fahrt, da hatte ich plötzlich die Intuition Schlagloch. Enschieden vom Gas, von 80 auf 50 runter.

Und! Gerade voraus ein saumässig gefährliches Loch in der Fahrbahn, locker 10cm tief und 1m im Durchmesser. Mit 50 war Umschwenken möglich, mit 80 wäre ich reingebrettert.

b

Es gibt Stellen mit hohen Bodenwellen, also so, dass man nicht sieht, was hinter der Welle entgegenkommt. Meistens fährt man, auch ich, diese Wellen zu schnell, heisst, nicht auf Sicht, heisst, hätte es unmittelbar hinter der Welle ein Hindernis, würde man hineinkrachen.

Heute hatte ich vor einer dieser Wellen die Intuition Bus auf deiner Fahrbahn. Entschieden vom Gas. Von 85 auf vermutlich etwa 55 runter. Mein Blick war nicht mehr auf dem Tacho, haha.

Und! Der überholende Bus war da, kam auf meiner Fahrbahn auf mich zu. Mit 85 hätte ich in den Graben reissaus nehmen müssen, denn wir hätten gekreuzt, ohne dass er mir das Mindestmass an Platz hätte geben können. Mit meinen 55 konnte er bereits ein bisschen einschwenken, wir kreuzten scharf, mein Puls blieb ruhig.

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Geistige Verbindung mit dem Buschauffeur? Eingebung des Schutzengels? Momentanes Einklinken in wissenderes Feld, mit welchem wir alle noch wenig verbunden sind?

Hauptsache ist mir zu wissen: Permanent mein Inneres zu spüren verhilft mir zu klugem Verhalten.

Und damit ziehe ich das Thema rauf auf das menschliche Leben überhaupt. Hier erzählte ich Töff – Müsterchen. Dasselbe Verhalten ist hilfreich für eine jede Lebenssituation.

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Ich bin dankbar, heil, froh und energiegeladen in meiner guten Stube zu höckeln.

Herzensgruss in die Runde.

Thom Ram, 02.12.06

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Wetter.

In Java war Donnerstag bis Samstag bewölkt, wenig frohes Wetter, viel Regen, zu viel für den Reis.

Meine Freunde, sie hatten bei der Hinreise am Donnerstag einen Mofa Unfall. Ein Verrückter kam ihnen entgegen, per Mofa, Jusek musste den Strassengraben wählen. Der Fremde stürzte, ohne dass sie kollidiert wären und blieb ohnmächtig liegen. Die Zeugen schickten meine Freunde weiter, sie werden bezeugen, dass Jusek den Unfall zu 0% verursacht habe. Jusek, Suri und Töchterchen natürlich unter Schock, die beiden Erwachsenen mit Gelenkschmerzen da und dort, Töchterchen wurde fiebrig…Verarbeitung war zwei Tage lang angesagt. Ich selber schnappte mir einen Magenfloh, pennte den ganzen Freitag leicht fiebrig durch. 

Diese Geschichte gehört dazu, denn sie liess meine eh täglich gepflegte Demut grösser werden als wie üblich. Ich weigerte mich, für mich gut Wetter zu machen. Ich war einfach dankbar, dass nichts Schlimmeres passiert war. 

Und…der Wetterclou:

Für heute Sonntag hatten die Wetterfrösche Dauerregen angesagt. Muslime haben heute ein hohes Fest. Muslimische Weissmagier hatten für heute einen Tag mit leichten, freundlichen Wolken eingegeben. Und? So war es morgens während der Fahrt, und so ist es auch jetzt. Leicht bewölkt, sehr freundliches Wetter. 

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Ceterum censeo, pecuniam regnandi esse delendam.

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10 Kommentare

  1. Angela sagt:

    Lieber ThomRam!

    Zitate: ………………..“ meine auf mein Inneres gelenkte Achtsamkeit das Geschehen im Aussen drastisch beeinflusst, mein eigenes Verhalten, wie auch das Verhalten der Anderen………………..“und „….Die Angst verlor sich in…ich weiss nicht…in Nichts. Es kam der Moment, da sass ich da, neutral, ich bei mir, ich in mir, und Angst war keine da…..“

    Wundervoll, genauso verändert man seine Welt…. Die Angst zulassen und fühlen, intensiv fühlen…. dann weicht sie von einem. 😀

    Ich hatte früher auch Schwierigkeiten, Ego-Angst und Vorahnungen auseinanderzuhalten. Manchmal ist das gar nicht so einfach.

    Da hilft nur Vertrauen ( vielleicht in eine freudliches Universum) ,es lässt sich mit dem Verstand nicht erklären. Vertrauen sehe ich als die höchste Form der Liebe, das tiefste Wesen der Liebe, an. Es hat nichts mit Glauben oder Überzeugung, – wie manche meinen, – zu tun. Vertrauen hilft einem, die Wahrheit auf dem eigenen Weg zu erfahren . Und die Wahrheit kann einen nur befreien, wenn es die eigene, und nicht die von irgend jemand anderem ist. Dazu gehört unbedingt „Wachheit“ , ein hellwaches Bewusstsein.

    Weil das Fahren so automatisch vonstatten geht, bleibt die Wachheit meist irgendwann auf der Strecke. Ich bin in früheren Zeiten manchmal meinen ganzen Heimweg mit dem Fahrrad gefahren, völlig in Gedanken versunken und NICHTS bewusst wahrnehmend! Plötzlich war ich da ! Und darauf war ich damals sogar noch stolz !!! Nix gut!

    Du bist BEWUSST gefahren, und deswegen meine, ich, ist Dir auch nichts passiert.

    Also hast Du, lieber ThomRam alles „richtig“ gemacht und diese Erfahrung wird Dich bei ähnlichen Vorkommnissen stärken.

    LG von A n g e l a

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  2. Thom Ram sagt:

    Angela

    Ego-Angst und Vorahnung auseinanderhalten. Danke für den Hinweis.

    Ich denke, wir sollten beide uns dieses Thema nochnäher ansehen.
    Ich auf jeden Fall, denn spontan dämmert mir, dass die beiden nicht durch Schotten getrennt sind.

    Und danke für deinen freundlichen Zuspruch.

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  3. Johann sagt:

    Kann dem nur euch beiden bestätigen, das ist auch meine Erfahrung wenn man im bewusstsein agiert. Toller Bericht, toller Kommentar dazu.

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  4. chaukeedaar sagt:

    Möglicherweise ist Mopedfahren eben grad eine gute Schule für diese Art der Intuition. Ken Jebsen sagt ja auch, sein Motorrad sei für ihn sein Joga.
    Grad wenn man rennsportmässig unterwegs war wie ich, ist man häufig im Sein, und nicht im Denken. Hab das Gleichische erlebt wie Thom: Zügig auf meiner nicht ganz legalen „Trainingsstrecke“ unterwegs, Eingebung „Traktor hinter der Kurve“, Realität hinter dem Hügel: Traktor biegt grad vom Hof auf die Hauptstrasse. Hat grad gereicht. Oder als hinter der Kurve eine Kuhherde mir entgegenkam.
    Wir sind übersinnliche Wesen, die jenseits der Matrix Sind, auch jenseits von Zeit. Das Leben wird zauberhaft, wenn man sich dem mit Demut und Bescheidenheit öffnet.
    Herzlichst, der Chaukee

    Gefällt 3 Personen

  5. jpr65 sagt:

    Intuition ist sehr wichtig. Verbindung mit dem Inneren. Denn dann können dein Schutzgeist und die vorauseilenden (in Raum und Zeit!) Läufer dir eine Warnung zukommen lassen.

    Sodaß du intutiv spürst, daß jetzt gleich Probleme kommen werden, und du z.B. abbremst, aus einem inneren Impuls heraus. Passiert mir auch öfter mal.

    Als ich mehr egoistisch unterwegs war (mit Rad und Auto), da schickte man mir erst einige Beinahe-Unfälle, und dann zwei Unfälle. Der ein glimpflich (für mich) und der andere mit angebrochener Rippe (später doch noch gebrochen).

    Und meine Frau durfte zwei schwere Autounfälle verursachen, mit verschuldet durch ihre Arroganz. Der Abstand zwischen diesen beiden Unfällen auf den Tag genau 10 Jahre. Wer da an Zufall denkt…

    Ich kann sogar die Radarfallen so erfühlen. Aber nur, wenn ich in meiner Mitte bin. Sonst blitzt es doch, ab und an.

    Und vor einem Jahr, auf der Fahrt in den Urlaub nach Dänemark, da war ich so übermüdet, da hätte ich ohne Schutzengel bald 10 größere Verkehrsunfälle gehabt/verursacht. Ging aber alles gut. Denn es war nicht vorgesehen, daß wir verunfallen sollten, auf dieser Fahrt.

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  6. Bumi Bahagia Behagliche Erde…

    Der Angst entgegen gesetzt

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  7. Angela sagt:

    Wunder-wunder-wunderschön…… Danke, Gigi
    ( Auch die anderen Videos , besonders das mit der See sind großartig, dazu diese sanften Melodien )

    LG von A n g e l a

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  8. @ Angela

    danke, hier noch eines, passend zur Jahreszeit

    Gefällt 2 Personen

  9. rechtobler sagt:

    Es geht schlichtweg nichts über die Intuition. Ich habe dies für mich ca. 95 ’spürbar‘ gemacht auf meinen Töfftouren quer durch Europa. Genau wie jpr65 (3.12.18/20:55) schreibt: die Läufer vorausgesandt zwecks Warnung und dann „allez hopp“. Funktioniert heute noch bestens und immer besser = permanent auf die ‚inneren‘ Impulse achten. Funktioniert auch in Bezug auf „Gasthof/Hotel fällig“ wenn man ohne festen Plan unterwegs ist. Den Auftrag erteilen und sich führen lassen unter dem Motto ‚die Anforderungen sind bekannt…‘. Ich kann mich noch sehr gut erinnern an meine damalige Partnerin & Sozia wie sie ihren Kolleginnen berichtet hat wie wir auf unseren Touren Gasthöfe oder Hotels angefahren sind welche genau dem entsprochen haben was wir uns leisten wollten/konnten. Da gibt’s nur Eines gegenüber der geistigen Welt : „Danke, danke, danke!“

    Gefällt 4 Personen

  10. Dein Bericht Thom und vor allem dein Vertrauen in die Dinge, daß sie gut geschehen mögen, finde ich sehr angenehm und inspirierend.
    Ich hätte gerne bei Dir und einigen anderen ein „gefällt“ gedrückt, aber leider spinnt ein Programm…..entweder unseres hier oder irgendwo in der WP Leitung. Es konnte nix angenommen werden an gefällt mir’s……

    Ich gehe in der letzten Zeit immer mit der Mutter Meera in Kontakt, die eine gute Anbindung zur geistigen Welt hat.
    Ich fühle sie dann wie eine Schwester im Geiste neben mir, was sehr schön ist.

    Auch meine eigene, schon lange verstorbene Mutter ist zur Zeit sehr präsent und schaut mal wieder vorbei was ihre Mädels so machen.
    Mir selbst hat sie gerade vor 2 Tagen einen unterstützenden großartigen Dienst geleistet ( möchte aber jetzt nicht näher darauf eingehen )

    Wunderschön eure Berichte zu lesen und zu fühlen.

    Gefällt 1 Person

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