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Bali / Vulkan / Weltinfo / Tourismus

Die Zahlen, die ich bekomme, bewegen sich im Bereich von 70 bis 90 Prozent. Damit ist der Einbruch des Tourismus gemeint.

Massgebliche Leute Indonesiens haben Bali die Rolle der Touristeninsel gegeben. Für Bali wird als Ort für Touristen geworben. Es klappt zwischen gut und gar nicht so gut, und zurzeit klappt gar nichts.

Gut:

Es gibt Hotels mit Auslastungen im Schnitt von 80%, das ist meine Schätzung auf Grund von Gesprächen mit Menschen, welche partiellen Einblick haben.

Nicht so gut:

Es gibt Hotels, Gaststätten, Appartementvermieter, die stehen konstant am Rande des Schliessenmüssens.

Gar nicht so gut:

Ich kenne Angestellte, also Menschen aus der Gruppe der 80 oder 90 Prozent derer, welche hier ihr Brot im Gastgewerbe verdienen, welche die Gäste lächelnd bewirten um einen Lohn, der für Reis und Wellblechdach reicht, nicht aber für Schulgeld der Kinder, nicht für einen besonderen Anlass, der Kohle erfordert.

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Aktuell meldet sich der Gunung Agung. Einheimische im Umkreis mit Radius 10 – 30km sind unmittelbar betroffen, je nach Himmelsrichtung, sie müssen ihre Wohnstätten wiederholt verlassen.  Und sich in Auffangsstellen vergnügen – womit?

Die Not ist nicht so extrem, wie sie in Nordeuropa heute wäre, kalt ist es nie. Aber nur rumhocken, wirklich nur rumhocken, das ist auch für einen lange gerne nur rumhockenden Indonesier nicht so lustig, an fremdem Ort, der Zukunft ungewiss.

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Weil der Gunung Agung sich seit Wochen als unberechenbar zeigt, wird international gemeldet, dass es zurzeit gefährlich sei, sich in Bali aufzuhalten.

Was würdest du tun? Du hast Bali gebucht. Würdest du hinreisen, zusammen mit deinen Liebsten?

Du hattest Bali im Auge, hörst, dass es dort nicht sonderlich geheuer sei, was würdest du tun? Na, dann doch lieber Thailand oder die Philippinen. Oder etwa nicht?

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In den 70 ern waren in Zürich die Studentenkrawalle. Ich machte, mit meiner Familie, Urlaub im Graubünden, in Tarasp, wer es genauer wissen möchte. War da ein junger Oesterreicher, ein flotter Student. Im Laufe eines Gespräches beim Warten am Skilift kriegte er mit, dass ich zwei Tage die Woche in Zürich verbringe, als Musik Studierender. Ich sehe ihn noch heute, Kartoffelauge und Kiefer irgendwo in Region Brustbein. Sinngemäss fragte er: „Und du lebst noch?“

Ich hatte in den Zeiten ein eingeschlagenes Schaufenster gesehen. Unruhen sind mir nicht aufgefallen. Doch auf Grund der Grossklopapier –  Meldungen „Zürcher Krawalle“ meinte ein aufgeklärter Oesterreicher, jeglicher Aufenthalt z Züri sei lebensgefährlich. 

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Und so ist es mit Bali. Wie könnte ein Chinese oder ein Pariser beurteilen, was hier heute wie aussieht, wenn er Meldung bekommt: „Bali, Alarmstufe rot.“ ?

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Ich rede nun nicht von auch und jederzeit möglichem Grossausbruch des Vulkans. Sollte der grosse Geist Agung sich dazu entschliessen, seine todbringende Macht voll auszuspielen, dann hätte nicht nur Bali ein Problem.

Bei einem Menschen, der nicht weiss, dass ihm der Himmel jederzeit auf den Kopf fallen kann, ist eh Hopfen und Malz verloren. Er wiegt sich in falscher Sicherheit. Solch Mensch will nicht sehen, dass er morgen, ausschlipfend, eine Querschnittslähmung einfangen wird, so er sie für seine geistig – seelische Entwickelung braucht. 

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Die Berichterstattungen sind nicht seriös. Korrekte Berichterstattung müsste lauten so:

„Im Umkreis mit Radius von 10 bis 40 km (mit Angaben von Touristenorten) ist der Aufenthalt in Bali zurzeit gefährlich und darum gesperrt.

Alle übrigen Gebiete von Bali (mit Angabe von bekannten Touristenorten) sind von den Tätigkeiten des Vulkanes Gunung Agung in keiner Weise betroffen, und der Aufenthalt dort ist mit keiner Gefahr verbunden.“

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Doch auflagesteigernder sicherer ist es, ins Horn zu blasen: „Bali, Alarmstufe rot.“

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Abertausende von Angestellten im Gastgewerbe haben was? Keine Arbeit und keinen Lohn. Sie müssen schon gar nicht mehr kommen, sind entlassen.

Haha, der Europäer denkt vielleicht, da sei sowas wie eine Versicherung. Das ist einer der Punkte, da wiehere ich, denn ich kenne beide Felder: Das Feld des rundumsimsalabimbum Versicherten Euro pä ers, insbesondere des sehr sehr versichert sein wollenden Schwiiizers, anderseits die Welt hier. Versicherung?? Arbeitslosengeld oder so waddd? Gibt es nicht für die 99,999%. Die 99,999% sind innert 50 oder etwas mehr Jahren katapultiert worden aus „traditionellem Dasein“ in das Leben, was da heisst: „Kohle brauche ich.“, doch diese Kohle in nützlichem Umfange zu ergattern ist, äh, nicht versichert.

Detail Versicherung.

Ich bin hier in 7 Jahren 100’000km Motorrad gefahren. Versicherung? Null. Damit bin ich im Felde der 99,999% der Normalos. 

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Ich denke, dass ich mich heute in Syrien in den allermeisten Städten in all ihren Winkeln sicherer bewegen kann als heute auf dem Alex Berlin. Dabei sei es in Syrien so gefährlich. Noch gefährlicher wäre es gewiss in Russlands Ortschaften, denn dort leben Russen, zweifelsfrei, und dass die gefährlich sind, das ist grossklopapierlich und TV chorsängerisch gegeben, erwiesen, nicht widerlegbar. Darum muss Russland in die Schranken gewiesen werden.

Bah, nun bin ich vom Thema abgekommen. Ich verzeihe es mir.

Thom Ram, 08.10. im Jahre 5 des beginnenden Neuen Zeitalters, da die alten Machthaber Schlangen, Ratten, Trompeten und Posaunen vorschoben, um zu retten, was sie doch nicht mehr retten konnten.

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23 Kommentare

  1. jpr65 sagt:

    Man könnte auch auf die Idee kommen, dass es momentan nicht erwünscht ist, wenn Touristen nach Bali kommen.
    Auf jeden Fall muss mit solchen Berichten die Angst geschürt werden.

    In Neapel (Italien, Vesuv) ist es deutlich gefährlicher. Und wie wird berichtet? Sehr zögerlich:

    https://www.derwesten.de/panorama/supervulkan-bei-neapel-koennte-bald-aktiv-werden-mit-verheerenden-folgen-fuer-europa-id210617181.html

    Gut versteckt.

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  2. no one sagt:

    „Bali, Alarmstufe rot.“

    Das sind die üblichen spektakulären Titel-S c h l a g zeilen, die sich mit Wirkung verkaufen lassen, kurz und knapp leicht ins linkshirnige Hirn bäm bäm ballernd um alle Alarmglocken läuten zu lassen. Und nuh bloß nicht mal, nur einmal, nach konkreter Information fragen/suchen… kostet ja Zeit und Mühe, weil Angst gezielt geschürt.
    Würde ich eine Reise nach Bali planen, hätte mir der faktische Zweizeiler von Thom:

    „Im Umkreis mit Radius von 10 bis 40 km (mit Angaben von Touristenorten) ist der Aufenthalt in Bali zurzeit gefährlich und darum gesperrt.

    Alle übrigen Gebiete von Bali (mit Angabe von bekannten Touristenorten) sind von den Tätigkeiten des Vulkanes Gunung Agung in keiner Weise betroffen, und der Aufenthalt dort ist mit keiner Gefahr verbunden.“

    …völlig genügt um los zu düsen.

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  3. Ja jpr65, der Vesuv ist wirklich nicht ohne…..
    Ein alter Doc von unserer Station ist jedes Jahr zwei bis dreimal an den Vesuv gefahren, da er dort eine nette kleine Pension hatte, sozusagen schon fast Familienanschluss. Allein in den 10 Jahren wo ich ihn kannte, musste er zweimal seinen Urlaub abbrechen, da der Vesuv ordentlich qualmte und auch ein bissl Feuer spuckte.
    Da wir nicht wissen, wo genau die kleine Mikrofeldversuche unterirdischer Explosionsvarianten von gewissen Individuen geplant und durchgeführt werden, sind natürlich solch Vulkangebiete ein willkommenes Mittel zur Manipulation.
    Soweit ich in Erinnerung habe sind die Vlkane auch meist an den Schnittstellen der tektonischen Platten ????
    Bin mir aber nicht sicher deshalb…..

    @ Thom
    Mutter Erde bewegt sich, kann all das nicht mehr ertragen was man mit ihr macht.Was ich allerdings auch mir vorstellen kann ist, dass die Menschen die früher gern gen INdonesie und Thailand gereist sind, gar nicht mehr die Knete dazu haben……mir zum Beispiel fehlt das Geld dazu und stelle zudem fest, dass so weite Reisen mir nicht guttun. Hatte allein damals mit Südindien erhebliche Probleme gehabt, nicht vom Jetlag, sondern mit den Beinen und dem vielen Sitzen.
    Und ich sehe den Ausrichtung dahin, wieder in der eigenen Region zu Urlauben um damit den heimischen Betrieben wieder Unterstützung zu geben.

    Finde es schön, dass Du die Menschen mit deinem Bericht hier unterstützst, denn Vielen von uns ist gar nicht klar, wie sehr Menschen und soziale Systeme von dem Tourismus abhängen, wenn ausschliesslich darauf gebaut wurde.
    Kann man auch an Ägypten, Tunesien usw. sehen…..durch Krieg und Unruhen ziehen sich die Menschen zurück.
    Übrigens lässt auch bei uns der Tourismus nach, was die Menschen von anderen Ländern angeht…..auch da werden Warnungen ausgesprochen nicht Deutschland zu bereisen, da es zu gefährlich wäre.
    Ich denke mir, es ist weltweit damit Manipulation im Gange um die Wirtschaft aller Länder zu schwächen…..danach dann Übernahme dieser Länder und Aufdrücken eigener Währungskonstrukte.

    Alles läuft nach deren Plan……

    Hab aber selbst keinen Plan wie Autarkie für indonesische Bewohner aussehen könnte……

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  4. mkarazzipuzz sagt:

    Mojens Ram,
    jaja, ich kenne den Zirkus. Das Einzige, was mich bislang an einer Reise nach Bali abgehalten hat, sind die elend langen Stunden in der Holzklasse. Der Gunung Agung sicherlich nicht.
    Ich kann zwar behaupten, dass es mir nicht schlecht geht, aber ein Flug in der Business Class oder gar erster Klasse würde mein Budget um Einiges übersteigen.
    Fernost war daher noch nicht wirklich im Radar. Obwohl ich gern einmal würde. Ich kenne den Ruf der Menschen dort als besonders freundlich und ich mag solche Kulturen.
    Aber der Flug…… denkdenk.
    Krazzi

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  5. thom ram sagt:

    Marietta 21:52

    *Hab aber selbst keinen Plan wie Autarkie für indonesische Bewohner aussehen könnte……*

    Wie könntest du ihn haben. Du bist insofern entschludigt.

    Ich habe hier gestaunt. Da hatten Nachbarn Land. Sie sind normal gute Leute, dörflich gesehen obere Mittelklasse, so schätze ich. Und dumm keineswegs.
    Also was machten sie auf diesem Land? Sie machten nichts. Mit kitzekleinem Aufwand nur hätten sie Bäume ziehen können, Banane, Mango, Papaya, auch die hier irre begehrten, entsprechend teuren Chili. Nix. Statt dessen den Abfall all überall hingeschmissen, Batterien und so incloudet.
    Sie haben es nun verkauft, sind, da wir in Küstennähe sind, Millionäre. Wie lange? Sie sind nicht dumm, sie haben investiert in Appartements. Und nun? Gunung Agung spuckt, Presse sagt Alarm, und rein kommt nix, da Appartement leer. Sie waren dumm. Sie haben die Scholle weder geehrt noch gepflegt. Noch haben sie Kohl, wohl auf der Bank, doch jeder weiss: Kohl ist schnell gefressen und danach vergessen.

    Autarkie, he, Marietta, mit wem spreche ich da gerade, läuft über die Scholle unserer gütigen Mutter Erde. Die Leute hätten ihre halbe Hektare hegen und pflegen sollen, hier nicht leicht, weil Humus 15 cm stark, doch machbar, so wie in unseren 6 Aren, die wir nun eeeendlich auf einem Stand haben, dass gewünschte Pflanzen wachsen können. Musst halt Kuhmist holen gehen. Habe ich gemacht, Einheimische nicht. Musst halt mulchen, haben wir gemacht – Einheimische wischen sauber und geben kostbares Biogut inn Müll.

    Aufklärung, oh Mann, ich frage mich, was an den Schulen an Aufklärung betrieben wird. Wenn ich die Lehrer ansehe, mit ihnen spreche, na ja, ich verstehe nicht die Hälfte, da ich…Gehör…Sprachidiot…du weisst schon.

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  6. thom ram sagt:

    Krazzi 22:03

    Mein Hintern ist empfindelich, daher kann ich bezeugen: Holzklasse ist nicht. Alled jepolster, auch bei den jewöhnlichen Flugjästen.

    12 oder, je nach Richtung, 13 Stunden in der Aluröhre habe ich erlebt zwischen endlos, schier klaustrophobisch (einmal), über normal sehr lang, aber überlebbar (etwa 10 mal) bis zu „kaum eingestiegen schon da, war das ein Vergnügen“ (etwa 3 mal). Grob überschlagen.

    Wie es dir ergehen würde, können wir nicht voraussagen.

    Bisnisklass habe ich auch schon erwogen. Aber ein Vier faches zu bezahlen für ein paar Drinks mehr, für fast Bett, für Auswahl an Menüs, dies während 15 Stunden, das übersteigt auch meine Verrücktheit, meine pekuniäre Potenz sowieso. Und ich habe gehört, dass auch in der Bisnisklass die Stiuwardessen zicken, wenn Mann etwas Näheres wolle.

    Grunz.

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  7. Besucherin sagt:

    Hm, das hier

    https://www.bali-tours.de/wirtschaft-und-industrie.html

    hört sich für mich eher gemütlich an. Sind die Leute insgesamt zufrieden, oder eher nicht?

    „Wellblechdach“
    Gibt es auch eine traditionelle Bauweise, ohne Wellblech?

    Irgendwo habe ich gelesen, dass die Balinesen meinen, der Berg wurde von Touristen entweiht – sind sie vielleicht gar nicht so unglücklich, wenn mal keine kommen?
    Wie ist das mit der Schulpflicht und dem Schulgeld, bleiben die Kinder dann zuhaus? (Das Projekt „Hole in the wall“ kommt mir da in den Sinn)

    Schildere doch ein wenig, wie die Einheimischen so sind, und wo deiner Meinung nach der Wurm drin ist.

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  8. Wolf sagt:

    Ich weiß nicht recht. Für die dortigen vom Tourismus abhängigen Leute ist dies eine schlimme Situation. Gleichzeitig sehe ich Ähnlichkeiten zu Meldungen, die berichten, daß Arbeitnehmer auf der Straße stünden, weil die Geschäfte des Waffenherstellers XY schlecht gingen. Ich erkenne wenig Segenvolles am Phänomen Massenferntourismus. Vorgestern fuhr eine Straßenbahn an mir vorbei mit aufgesprühten Fotos von traumhaft schönen Landschaften, kunstvollen Fischerhütten und exotischen lächelnden Frauen neben dem Schriftzug „Wonderful Indonesia“. Man lockt die Leute zu Hundertausenden dorthin. Obendrein meinen die Nutznießer, die Touristenzahlen müssten ständig weiter in den Himmel wachsen.

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  9. ALTRUIST sagt:

    Wenn man Deinen Bericht liest , dann schliesst man daraus ,das Du gar nicht weg gehen wirst .

    Es gibt medial aktuell fast jede Woche ein Weltuntergangsszenarium .

    Das Wissen der Einheimischen wird Dir sicherlich helfen , dass zu tun , was notwendig ist .

    Aber was schreibe ich da , dass weisst Du selbst .

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  10. webmax sagt:

    Gut hier davon zu lesen. Die Menschen haben unser Mitgefühl verdient. Aber: Sind wir zuständig für sie, für ihre Entscheidung dort in der bekannten, aber selten auftretenden Gefahr zu leben, für ihre Schwäche, sich eine vernünftige, vorausschauende und vorsorgendeVerwaltung zu geben? Ich meine Neun.
    Fliegt man von Europa nach BKK, kann man über Pakistan die alljährlich Überhschwemmungsnot gut beobachten. Dir Mensch sitzen auf Bäumen, mit den Ratten, und warten, nach sinkendem Wassrepegel wieder Reis anbauen zu können.Das sedimentreiche Hochwasser erspart ihnen das Düngen. Aber eine Verwaltung, die mit einpaar Sack Zement jeweils ein einstöckiges großes Reislager und Nothaus errichten könnte, und das mit finanzieller Hilfe der Weltgeminschaft, das kriegen sie nicht auf die Reihe (Allah gibts, Allah hats genommen, so die Einstellung auch der Hindus etc.). Korruption geht eben vor.
    Was sagte Konfuzius: Wenn ein Armer hungert, gib ihm nicht täglich Fisch zu essen: „Lehre ihn das Angeln!“

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  11. Security Scout sagt:

    webmax
    09/12/2017 um 00:35

    Ja, das Problem kenne ich auch.
    Diese Menschen sind EXTREM passiv.

    Sie leben nur von der Hand in den Mund und denken nicht an Morgen.

    Darum haben sie Probleme.

    Sorry!!!!!!!!

    Ich habe da kein Mitleid mit!!

    Das sage ich nach ca. 20 Jahren wo ich in Asien gelebt habe.
    Die Menschen sind selbst schuld an ihrem Leid.

    Ausnahmen bestätigen NUR die Regel.

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  12. Besucherin sagt:

    SecSco 01.41

    „Sie leben nur von der Hand in den Mund und denken nicht an Morgen.“

    Das ist mMn klimatisch bedingt. Ich betreue grad ein Bienenprojekt in Westafrika, ein dt. Aussteiger, der dort eine Farm hat.
    Bienenhaltung wie bei uns ist dort unbekannt, die Bienen bauen ihre Waben irgendwo auf einem Ast, und von da schlägt man sie irgendwie runter.
    Nachdem mein Schützling nun seine erste Feuertaufe bestanden hat, bewahrheitete sich meine Vermutung: da ist nichts drin an Honig.
    Da es das ganze Jahr über Tracht gibt, wozu Vorräte anlegen? Das lockt bloß Räuber an, Verteidigung ist ohne feste Behausung auch schwierig.
    Die Unterschiede zu unseren Bienen ist so eklatant wie auch aus den verschiedenen Notwendigkeiten erklärbar, und bei den Menschen ist es nicht anders. Die Vermehrungsrate mit entsprechenden Verlusten übrigens auch.

    Wir sind grad am Grübeln, wie wir den Bienen das beibringen, dass sie Vorrat anlegen, den man dann klauen kann.;-)

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  13. gabrielbali sagt:

    Seit mehr als 20 Jahren permanent in Bali lebend (ein paar hundert Meter von Thom entfernt wohnend), gehe ich mit Thom’s Ausfuehrungen in vielen Bereichen konform. Mit den schrecklich unterbezahlten und definitiv ausgebeuteten Bediensteten in der Tourismusbranche fuehle ich selbstverstaendlich mit, mit Mitleid habe ich allerdings nichts am Hut. Wer sein Dorf und damit seine Scholle verlaesst und seine Alten mit den zu bearbeitenden Reisfeldern alleine laesst, um als Barkeeper oder was auch immer sonst im Tourismus Karriere zu machen, hat sich verirrt. Ich warnte immer schon davor, den Gott des Tourismus anzubeten und empfahl bei der Scholle zu bleiben, meine Warnungen und Empfehlungen wurden jedoch nur selten gehoert.

    Ich bete zum Geist unseres, die Insel Bali beschuetzenden Vulkan Gunung Agung, er moege seine Erregung soweit in Grenzen halten, dass den – meist armen – Menschen, die in seinem naeheren Umkreis leben, ein sicheres und gutes Leben auch weiterhin moeglich ist. Gleichzeitig bete ich, dass der Vulkan auch weiterhin und permanent Asche, aber in solch geringer Menge hochpusten moege, die der Landwirtschaft die Fruchtbarkeit bringt, aber den Flugverkehr doch erheblich behindert.

    Eine mindestens sechsmonatige Sperre des Flughafens in Bali waere fuer Bali ideal. Dies wuerde den laengst schrecklich ausgeuferten Tourismus in Bali endlich um mehr als 90% reduzieren und Bali selbst wieder die Lebensqualitaet zurueckbringen, die in den letzten Jahrzehnten sukzessive und dazu noch dramatisch abgesunken ist. Selbstverstaendlich muessten all jene Indonesier, deren meist ohnedies nur laecherliches Einkommen aus dem Tourismus kommt, fuer ein paar Jahre ihren Guertel etwas enger schnallen. Da jedoch die hiesigen Familienstrukturen stark und meist auch noch baeuerlich sind, koennen viele der dann arbeitslos gewordenen Balinesen, in ihre Doerfer zurueckkehren und dort bescheiden aber doch einigermassen gut ueberleben.

    Vom Massentourismus zurueck, zu einem stark reduzierten Individual-Tourismus, waere ein wahrer Segen fuer alle auf der Insel Bali lebenden Menschen. Die Lebensqualitaet wuerde in kuerzester Zeit bereits um ein Mehrfaches steigen, auch wenn – oder gerade wenn – man den Fokus von der verfuehrerischen monetaeren Quantitaet, die der Tourismus unweigerlich mit sich bringt, wegnehmen und die Ausrichtung endlich wieder auf die Lebens-QUALITAET lenken wuerde.

    Bali, als wunderbarer spiritueller Platz, der Bali ja immer noch ist, wuerde – sind die dunklen Wolken des Massentourismus einmal abgezogen – bald wieder in hellem Licht der Spiritualitaet erstrahlen. Die, zum groessten Teil vom Tourismus verursachten Muellberge wuerden ebenfalls erheblich schrumpfen, was fuer Bali auch ein grosser Segen waere.

    Insgesamt, und auf laengere Sicht gesehen, wuerde die Insel Bali von einer starken Reduktion des Tourismus enorm profitieren. Die, im Tourismus fischenden, sich da grossen materiellen Reichtum erhoffenden Investoren, muessten ihre Hoffnungen allerdings begraben. Auch da haelt sich mein Mitgefuehl in engen Grenzen, freundlich ausgedrueckt…
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  14. thom ram sagt:

    Was Gabriel 09:44 sagt, ist eine hervorragende Ergänzung zu meinem Gesenfe. Dicke Unterschrift meinerseits.
    Ich bekräftige.

    Indiviualtourismus so, wie er wohl vor 60 oder 80 Jahren war, wäre gegenseitige Bereicherung.

    Das Land ist mehrheitlich sehr fruchtbar, Banane, Kokos, Papaya, Manga und viele andere Fruchtbäume gedeihen üppig. In höheren Lagen (weniger heiss) ist Gemüseanbau wunderbar machbar, verschiedene Ubi – Wurzeln wachsen wie von selber, sie sind nahrhaft, gesund.

    Der Müllberg, den Gabriel eingestellt hat, dürfte der Berg bei Sanur sein, 20km von hier, die Zierde der Küste dort – jedenfalls sieht der Müllberg in Sanur genau so aus.

    Plastikfreies Einkaufen von Lebensmitteln ist möglich, doch muss man wissen, wo, und ausnahmslos jeder Händlerin muss man verbieten, die Ware in Plastiktüte rüberzureichen. Das kommt ihnen so selten oder gar nie vor, dass ich es dreimal sagen muss, und ungläubig werde ich angeschaut. Jedesmal verweise ich auf den oben gezeigten Müllberg und schärfe nach, dass der ein äusserst gefährlicher Gifthaufen sei, dass ich darum keinen Plastik wolle, der dann dort landen würde.

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  15. thom ram sagt:

    Besucherin

    Hm, das hier

    https://www.bali-tours.de/wirtschaft-und-industrie.html

    hört sich für mich eher gemütlich an. Sind die Leute insgesamt zufrieden, oder eher nicht?

    Vergiss diese Beschreibung Balis, sie ist etwa zur Hälfte voll daneben.

    „Wellblechdach“
    Gibt es auch eine traditionelle Bauweise, ohne Wellblech?

    Tradition ist: Grossfamilie. Mehrere Gebäude U-förmig angeordnet. Küche separat. WC separat, die gehören nicht ins Haus. Haustempel an der Ostecke absolutes Muss. Dach: Früher wunderbar hitzeabweisende atmende Schilfgrasdächer, heute gebrannte Ziegeldächer. Reiche Leute lassen die Fronten in (ich nenne ihn) Bali – Barock verschönern.

    Irgendwo habe ich gelesen, dass die Balinesen meinen, der Berg wurde von Touristen entweiht – sind sie vielleicht gar nicht so unglücklich, wenn mal keine kommen?

    Balinesen, welche auf den Zug gejumpt sind: TV, Händi, Mofa, viel viel viel lieber Auto, und das ist die mittlere und junge Generation zu 90%, die würden die Touristen missen, denn der Tourismus bringt Geld nach Bali, sonst nichts. Ausfuhr von Kokosnüssen zum beispiel oben im Prospekt, das ist Unsinn. Bali importiert Kokosnüsse von Java wie wild.
    Bali wird versaut, der Konsumwahn überrollt die Insel.

    Wie ist das mit der Schulpflicht und dem Schulgeld, bleiben die Kinder dann zuhaus? (Das Projekt „Hole in the wall“ kommt mir da in den Sinn)

    Es ist Schulpflicht. Offiziell ist die Schule gratis. Das ist gelogen. Die Eltern müssen Bücher, Uniformen, Schuhe, Immatrikulation, Zeugnisse zahlen. 1.-6. Klasse sind das alle 6 Monate je 100 bis 200 Euro, das bedeutet, ganz grob gesagt, jeweils einen Monatslohn.
    Eine Familie hat drei Kinder. Rechne!
    Immatrikulation an die Uni kostet glatt 1500 Euro.
    Monatslohn 100 Euro. Rechne!

    Schildere doch ein wenig, wie die Einheimischen so sind, und wo deiner Meinung nach der Wurm drin ist.

    Liebe Besucherin, komm nach Bali. Jede Schilderung ist Abglanz vom eigenen Erfühlen. Ich geniesse es, weil mir Menschen begegnen, welche mich erkennen und welche aufleuchten, wenn ich sie erkenne. Das gilt auch für die nichtbalinesischen Indonesier hier. Es hat viele. Ich schätze, 40% der hier Wohnenden sind von andern indonesischen Inseln.

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  16. thom ram sagt:

    Altruist 00:25

    Uebergeordnet gilt für mich:
    Was ich morgen denken und entscheiden werde, überlasse ich dem nächsten Tag.

    Praktisch heute:
    Es gibt nichts, was mich zu vertreiben droht. Und froh lebe ich hier.

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  17. Gabriel Bali sagt:

    Ja, Thom, das von mir oben eingestellte Bild zeigt das einzigartige “Schmuckstueck” von Bali, den inzwischen auf 20 Meter Hoehe angewachsenen, eine riesige Flaeche einnehmenden und erbaermlich stinkenden Muellberg, auf dem auch nahezu der gesamte Luxusmuell aus den Hotels, Villas und Resorts landet. Wer schon einmal realisiert hat, welche Verschwendung gerade im Five-Star-Hotelbereich praktiziert wird, kann ahnen, was fuer ein Wahnsinn hier sichtbar wird.

    Der Bali-Muellberg liegt hinter dem Hafen, in Strandnaehe in Serangan, zwischen Kuta und Sanur. Bei guenstigen Winden kann man den Gestank dieses Schandmals sogar im etwa 10 Kilometer entfernten Nusa Dua riechen, wo mehr als 30 Five-Star-Schmuckkaesten stehen, die, hoffentlich bald vergeblich, auf zahlungskraeftige Gaeste warten. Hilft der Geist des Windes mit, der den Gestank immer oefter in die Gestade der Luxushotels weht, dann sehe ich auch den Geist des Vulkans gluecklich laecheln, der seine Arbeit auch erfolgreich erledigt.

    Das ist der heilige Vulkan, der Gunung Agung, vor etwa 1 Woche…

    https://cdn2-img.pressreader.com/pressdisplay/docserver/getimage.aspx?regionKey=GjMA98yPAQdFRVxljStDLw%3D%3D&scale=100

    Ich schlage vor, jeden neu ankommenden Gast in Bali, noch vor dem Check-In im Hotel, direkt vom Flughafen zum nahe gelegenen Muellberg zu bringen, wo er mitten im Gestank feierlich einen Vertrag unterschreiben darf, der ihn verpflichtet seinen persoenlichen Muell zur Gaenze wieder in sein Heimatland mitzunehmen. Wer bei der Abreise seinen Muell nicht vorzeigen kann, bekommt am Airport einen verschweissten 10kg-Sack mit frischem Muell vom Bali-Muellberg zur Entsorgung in seiner Heimat mit.

    Wer meine Idee gut findet, unterstuetze meine (irgendwann durchaus moegliche) Wahl zum Gouverneur von Bali… Hahaha…

    Was Arnold Schwarzenegger in Kalifornien konnte, kann ich wohl auch. Immerhin komme ich auch aus der Heimatstadt von Arnold, aus dem steirischen Graz… 😀
    .
    https://l.facebook.com/l.php?u=http%3A%2F%2Fwww.couriermail.com.au%2Fnews%2Fworld%2Fbalis-public-services-crippled-under-weight-of-huge-rubbish-dump-in-kuta%2Fnews-story%2F0ac4c936189be823eb76cc13d9816241%3Fnk%3D978a1ec537040710f71054aaad791673-1512660795&h=ATPz0Mm9ikNIO8NYiVDDwztNyEVr0uEPSqnLK7Nh2lv0LWROHzVeB5WvKchTsh_U-DfadMsA0S_oBszpEMv9SQUlALf4CQYvEthVhrtbwxEuAgOF5wyxtlamimzRJs1cDiEn4V85

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  18. thom ram sagt:

    Gabriel 15:03

    Deine Idee ist bestechend. Ich kaufe einen neuen Fotoapparat.
    Wozu?
    Ich zeige Gesichtsausdrücke der 5 Stern Gäste, wenn sie vor dem Müllhaufen aus dem Bus gekippt werden.

    Anderseits mache ich Reportagen über kleine feine Einheimischenrestaurants, welche für wirklich scharf berechneten Preis, also moderaten Preis, lecker kochen, glugamatfrei sowieso.

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  19. Ishani Diana sagt:

    Lieber Thom

    Ich kann dein Verhalten, was den Gurung Agung betrifft, sehr gut verstehen. Du bist dir der Macht des Berges Bewusst und gehst respektvoll mit ihm um. Durch dein Verhalten, wirst du Beschützt sein.

    Wir in Basel haben zwar keinen aktiven Vulkan, dafür jedoch den Rheingraben, welcher sich täglich, für mich Spürbar, meldet. Noch sind es leichte Entspannungsstösse. Die Bauherren die, die Erdwärme nutzen und damit die Wohnungen heizen, haben bereits damit begonnen die Ventile zu öffnen, damit der Erd-Druck nicht zu hoch wird.
    Bei uns werden die meisten Leute vergessen habe , dass hier auch in einem kurzen Moment, alles vernichtet werden kann durch Mutter Erde.
    Dazu kommt das wir hier die chemische Industrie beheimaten, und noch mehrere AKW`s uns umkreisen.
    Also sitzen wir auch auf einem „Pulverfass“, dass enormen Schaden anrichten kann.
    Im Pantoffelkino wird uns Mitgeteiltes unsere Wirtschaft wächst…
    Redet man mit den Beizern, stöhnen die Klein-Gastbetriebe, das ihnen bald der Athem ausgeht und sie Schliessen müssen.
    Also auch hier steht alles auf wackligem Untergrund, und ich habe für alle die ihren Weg erst jetzt Beschreiten, ganz viel Mitgefühl.
    Ich bin da völlig Angstfrei und werde immer im Moment des Geschehens entscheiden was zu Tun ist.
    Haha…. und Versicherungen habe ich auch keine, ausser mein Gewahr-Sein dass ich Beschützt bin.
    So Sehe ich das auch bei euch hochschwingenden, Balibewohnern.
    Lichtvolle Grüsse für euch und eurem Vulkan
    Ishani Diana

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  20. Ishani Diana sagt:

    Gabriel Bali

    Super Idee…. So sollte man es überall auf der Welt machen. Denn Gäste benehmen sich auch sehr oft daneben. Leider….
    Ishani Diana

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  21. Besucherin sagt:

    Gabriel Bali
    https://www.geo.de/reisen/reiseziele/17845-rtkl-indonesien-wie-zwei-teenager-ein-plastiktueten-verbot-auf-bali

    Einen Bericht über die beiden Schwestern gabs hier in vielen Zeitungen.
    Ein komplettes Verbot von Plastik hat meines Wissens als einziges Land Eritrea durchgesetzt bisher.

    Liebe Grüße aus Niederösterreich!

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  22. Besucherin sagt:

    Ideen, aus der Not geboren

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-wie-abu-kassem-plastik-in-benzin-verwandelt-a-1147398.html
    „Pro Tag verbrennen die Arbeiter zwischen 800 und 1000 Kilogramm Plastik. Sie holen den Rohstoff aus zerstörten Häusern oder suchen ihn im Müll. Aus hundert Kilogramm gewinnen sie ungefähr 85 Liter Treibstoff. Die Schwarzmarktpreise sind horrend. Ein Liter des selbst gemachten Benzins kostet um die 2000 Syrische Pfund – umgerechnet mehr als 4 Euro.“

    Die simple Idee hinter dem Plastik
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-56240622.html
    „deren chemische Logik letztlich immer auf ein simples Verfahrensprinzip hinausläuft: die Verwandlung von Öl in Geld.
    Und hier schlägt der Kunststoff den Kraftstoff um ein Vielfaches: „Für Ethylen und Propylen“, sagt Virag, „liegen die Erträge bei bis zu 250 Euro pro Tonne, bei Benzin sind es nur noch 20 Euro.“

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  23. thom ram sagt:

    Ich frage mich bei Einheimischen täglich durch, also bei Balinesen, hinduistisch. Stereotyp bekomme ich die Antwort, der Agung sei böse, weil Touristinnen ihn besteigen, wenn sie Mens haben.

    Ich lasse das unwidersprochen stehen, kann will hier nicht gegenreden, doch glaube ich das nicht.
    Hingegen frage ich meine Gesprächspartner, was sie von meiner Idee halten. Meine Idee:

    Der Gunung fühlt sich nervös angeheizt, weil zu viele Menschen hier zu viel denken und tun, was nicht im Einklang mit der Natur ist, was Natur und Mensch schadet. Ich sage dann die einfachen Beispiele: Diebe. Betrüger. Leute, welche einen zweiten Flughafen im Norden des Landes projektieren, was meines Erachtens mittelfristig das Aus für die guten Geister hier bedeuten würde.

    Ich habe weiss Gott nichts gegen Chinesen. Doch fliegen sie als Gesellschaft her, fahren als Gesellschaft ins *****Hotel, fahren täglich im Bus an die berühmten Orte, fotografiener dort fleissig. Sie werden in Vertragspartner – Geschäften abgestellt, stürmen diese Läden, kaufen teure Nahrung Bauchfüller, steigen wieder ein.

    Solch Tourist ist für die Insel langfristig nur Belastung. Warum? Weil kein Austausch stattfindet! Zudem muss Bali für solch Touristen Lebensmittel importieren, für Deutsche Kasseler, für Chinesen Ente, für Schweizer Aepfel und Birnen und so weiter. Und – wie gehabt – Plastik wird verbraucht, dass es kracht, und wo der landet haben wir oben gesehen.

    Wenn ich schon dran bin…mein erster Satz „Glüh“birnen waren die famosen Sparlampen. Wohin soll ich mit denen? Die gehen flöten. Ich habe nur eine Möglichkeit, ihr Gift nicht in die Natur entweichen zu lassen:
    Genau das, was Gabriel vorschlägt: Wenn ich DACH fliege, mitnehmen. Ich werde genau das machen.

    Zurück zum Agung.

    Zweifelsfrei gibt es noch andere Ursachen für seine Nervosität als die, welche ich zu orten imstande bin. Ich bin auch nur ein Frosch, was meine Einsichtsfähigkeiten ins Weltgeschehen betrifft.
    Doch das, was ich sagte, von dem bin ich überzeugt. Mindestens eine Ursache ist das Verhalten der Menschen hier.

    Ich erinnere:
    Ums Jahr 1995 rum, da kamen hier, hierher der liebe Sohn des lieben Herrn Su hart o, zusammen mit dem obersten Chef der M Aff ja. Zusammen mit lieben ziemlich gut Bewaffneten.

    „Guter Mann, sie besitzen doch dieses Land da?“
    „Ja, meine Familie ist der Besitzer.“
    – Oh, schön, sehr schön, ganz gut. Ach wissen Sie was, ich würde das Land gerne kaufen wollen.
    -Oh, oh, oh, guter Herr, ich bitte tief um Verzeihung, doch wir möchten das Land ganz sicher nicht verkaufen.
    – Aber aber, mein Lieber, sicher doch werden Sie verkaufen wollen!
    – Tausend Verzeihung, guter Herr, nein.
    – Ach, das ist etwas schwierig. Kommen Sie bitte mit, wir werden dem Problem im Büro auf den Grund gehen.
    Und abgeführt wurde Verkaufsunwilliger.
    Alle verkauften.
    Es gab alte Männer, die blieben standhaft. Sie wurden um gebracht.

    Auf diesen Grundstücken entstehen *****Hotels. Jetzt. Hier. Architektonisch schön, sehr schön. Der Küstensand wird gehegt und gepflegt. Damit hat sich die schöne Seite aber auch schon. Einheimische, welche bislang mit Meeresgemüse gut Geld gemacht hatten, stellen nun Sonnenschirme auf für Hungerlohn. Die Zufahrten zur Küste sind hier, in Nusa Dua und Sawangan mittlerweile zahlungspflichtig. Halbeinheimische wie ich kennen noch einige wenige Gratiszugänge. Doch darum geht es nicht. Der Zugang ist zwischen 15 und 25 Cent pro Nase, das spürt mein hinten rechts nicht. Aber alle zahlen, auch Einheimische, und 25 Cent, das ist eine halbe Mahlzeit beim einheimischen Essladen Warung.
    Und überhaupt: Die Küste ist nicht mehr Allgemeingut, darum geht es.

    Noch schlimmer für Einheimische: Bei den *****Hotels wird ihnen das Betreten des Strandes verboten. Kleinhändler, die Schmuck, Flugdrachen u.Ae. anbieten, ja klar, sie sind für die ruhesuchenden gestressten Gäste eine Belästigung.

    Ja, so läuft das hier. Erinner mich an Italien, wo die Strände auch nur von Hotelgästen betreten werden dürfen. Im Vergleich zur Privatisierung von Trinkwasser ist das hier Besprochene ein Klacks, doch ist es ein Klacks, der die allgemeine Tendenz zeigt:

    Wer Kohle hat, ruht am schönen Strand und trinkt Importbier. Einheimische können kucken, wie sie zu Trinkwasser kommen (es wird in 20l Flaschen gekauft), und mal mit der Familie an den Strand am Wochenende, das kostet bei fünf Nasen grad mal ein Kilo Reis.

    Ich bin jedesmal glücklich, wenn der Verkehr so richtig staut. Warum? Weil mit ziemlich grosser Wahrscheinlichkeit ein grosser hinduistischer „Umzug“ stattfindet. Der hat absolute Priorität. Da gibt es nichts, da könnte auch düda mit Schwarzlimusine kommen, Ritual ist Ritual. Du müsstest die Menschen sehen. Normale Balinesen, aber da ist jedesmal eine Riesenpower! Es ist ein Stück unzerstörbarer Zusammenhalt, ein gemeinsamer Wille, eine gemeinsame Ueberzeugung.

    Hier werden die Körper Verstorbener nicht zack möglichst schnell entsorgt. Sie werden aufbewahrt und nach Massgabe vom Lauf der Gestirne an ganz bestimmten Tagen in einem grossen Ritual auf Naturfeuer verbrannt. Einfach nur gut, so finde ich.

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