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Hüthers Vorschlag-1

Den meisten ist Prof. em. Gerald Hüther bekannt. Ebenso wie sein Kollege Prof. Manfred Spitzer hat er sich in den vergangenen Jahren um die Propagierung der neuesten Erkenntnisse der Hirnforschung verdient gemacht. Die Vorträge beider Profs auf der Duröhre sind in jedem Falle sehr zu empfehlen, ebenso Spitzers Buch „Digitale Demenz“ und die vielen meist etwas dünneren Bücher Hüthers.

Im folgenden soll nun der Vorschlag des Hn. Hüther zur Umgestaltung unserer Gesellschaft nachgezeichnet und anschließend durchdacht werden.
Grundlage bilden zwei Interviews, die mit Hn. Hüther im Frühjahr dieses Jahren aufgezeichnet wurden:
Bewusstsein schafft Lebenssinn – Gerald Hüther im Gespräch mit Jens Lehrich“ und „Die sanfte (R)evolution – Veit Lindau im Gespräch mit Gerald Hüther“ – beide auf der Duröhre zu finden.

Diese Niederschriften habe ich deshalb angefertigt, weil bei solchen Gesprächen so manches akustisch vorbei- und durchrauscht, und kaum jemand sich die Zeit nimmt, das Ganze nochmal in Ruhe und abschnittsweise anzuhören und darüber nachzusinnen.
Luckyhans, 8. Juni 2017
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Beginnen wollen wir mit der Aufzeichnung der Kernsätze der Aussagen Hüthers aus den genannten Gesprächen.

I. Bewusstsein schafft Lebenssinn – Gerald Hüther im Gespräch mit Jens Lehrich – auf der Duröhre seit Februar 2017

Der Mensch kann sein ganzes Leben lang hinzulernen. Das ist wissenschaftlich nachgewiesen.

Da sich ständig das Umfeld ändert, ist auch das eigentlich auf Energieeffizienz („Ruhe“) zielende Gehirn ständig gezwungen, sich zu verändern.
So wird der „innere Schweinehund“ überwunden.

Um die eigenen Potentiale kennenzulernen, muß man Neues ausprobieren – dagegen stehen Lehrsätze wie: „mach nur das, was du kannst“.
Es gehört also ein Wille dazu, die Veränderungen anzunehmen – als Chance, sich weiterzuentwickeln.

Um diesen Willen zu entwickeln, muß man ein über den täglichen Kleinkram hinausgehenden übergeordnetes Ziel haben. (auf der Meta-Ebene)
Dies kann auch ein sehr konkretes Ziel sein – dann hat man aber mit Zielerreichung ein Sinnproblem – man braucht ein neues „Ziel“.

Wichtig ist dabei, sich als Gestalter des eigenen Lebens, als Subjekt, zu erkennen und zu bewegen.
Das ist nicht ganz einfach, weil unsere heutige Gesellschaft darauf angewiesen ist, den Menschen zum Objekt zu machen, wo jeder versucht, sich auf Kosten der anderen „durchzusetzen“. Der andere wird nicht als Partner für einen Austausch anerkannt, sondern als „Mittel zum Zweck“, als „untergeordnet“, als Auszunutzender.

Daher sagen die Asiaten: „mach den Weg zum Ziel“…

Es gibt da wohl nur 2 Möglichkeiten:

1.
man sucht sich einen Sinn im Leben, der größer ist als das, was das eigene kleine Ego ausmacht – das nennt man Sinngebung des eigenen Lebens

Das können individuell die unterschiedlichsten Dinge sein: die Welt ein Stück besser machen, ein Kind auf seinem Weg durchs Leben begleiten, usw.

Dadurch hat man immer wieder einen Ansporn, den „Energiesparmodus“ zu verlassen und sich weiterzuentwickeln.
Der Mensch braucht immer einen Grund zu handeln. Und dieser kann nicht darin bestehen, daß man „zur Arbeit muß“ oder „Geld verdienen muß“ – dann muß ich auch immer das machen, was mir andere erzählen – man lebt dann in einer endlosen Kette von „ich muß“ und wird zum Objekt von Bestrebungen anderer, zum Zahnrädchen im Wirtschaftsgetriebe usw. – das kann keine Motivation sein.

Man müßte wissen, warum/wofür man lebt.

Das ist eines der Hauptprobleme der „modernen Menschen“: WEIL er nicht weiß, wozu er hier ist und was er hier machen soll, läuft er den Versprechungen des jetzigen Wirtschaftssystems nach, das nur dann funktioniert, wenn es genügend bereitwillige Kunden gibt. Nur diesen Menschen kann man auch gut etwas verkaufen.

Wenn der Mensch also ein langfristiges Ziel hat, dann ist er in Harmonie mit sich selbst und der Welt, in Kohärenz mit den anderen – es paßt dann alles zusammen.
Ich bin dann glücklicher.

2.
man kann auch überlegen, ob das, was man tut, mit dem vereinbar ist, was ich für meine Würde halte.
Also sich fragen, WER man sein will.

Und dann sind bestimmte Dinge unvereinbar mit dieser Vorstellung.
Beispiel: man kann sich als Mensch dafür entscheiden, nicht auf Kosten von Tieren zu leben. Dies führt zu bestimmten Verhaltensweisen, die nicht immer nur angenehm sein müssen.
Aber:

Der Mensch ist auch bereit, etwas Unbill in Kauf zu nehmen, DAMIT er sich abends in den Spiegel schauen und sagen kann: „ich habe diesen Tag so verbracht, daß ich meine Würde nicht verletzt habe, mit dem was ich getan habe“.
Das gibt ein richtig gutes Gefühl, und man kann ganz glücklich sein.

Wenn das nicht der Fall ist, dann entsteht sehr viel Inkohärenz im Gehirn, und ein Weg, das auszuhalten, ist: keine Würde für sich definieren.
Das ist die Verführung der heutigen Gesellschaft, bis hin zu philosophischen Theorien, die alles als sinnlos postulieren.

Deshalb ist die Sinnfrage ein Tabu, und auch die Würde ist tabu.
Die Würde ist auch im Grundgesetz nicht definiert – es ist wischiwaschi.

Menschen hoffen, durch den Besitz von Konsumgütern, bedeutsam zu werden.
Es geht um Bedeutung und Ansehen.
Warum?
Muß ein Mensch bedeutsam sein?

Im Tierreich gibt es kein einziges Tierhirn, das danach strebt, bedeutsam zu sein – am Hirn kann es also nicht liegen. Das Imponiergehabe findet im Paarungsaritual statt, das sind angeborene Instinkte.

Menschen brauchen (und haben) ein offenes Hirn, das nicht programmgemäß abspult, was naturgemäß vorgesehen ist, sondern sich flexibel an die vorhandenen Bedingungen anpaßt.
Das nennt man Freiheit. Und die hat man bis ans Ende seines Lebens.

Aber man wird nur das tun, was zum Sinn oder Ziel des Lebens paßt. Oder was man als erforderlich erkannt hat, damit man in seiner Würde bleiben kann.

Auf der ersten Metaebene gibt es Handlungsmuster, die aus Erfahrung und Gewohnheit gesteuert werden – darüber liegen weitere Metaebenen, z.B. für das Verhalten.
Und das Verhalten seinerseits wird bestimmt von der Haltung, und diese hat man erworben, die ist nicht angeboren – z.B. rücksichtsvoll/achtsam oder rücksichtslos – das Verhalten ist völlig verschieden.

Und auf der obersten Ebene steuert uns das Selbstbild – wer will ich sein – das fordert Entscheidungen; oder die Frage: wozu will ich hier sein, warum will ich jeden Morgen aufstehen.
Das gibt mir eine Richtschnur, eine Orientierung.

Wenn Menschen in einem System groß werden, in dem das nicht gewünscht ist oder nicht reinpaßt, dann haben sie keine übergeordnete Orientierung, und dann laufen sie rum und wissen nicht, wer sie sind. („Wer bin ich, und wenn ja, wieviele“)
Dann sind sie auch überall was anderes.
Für den Menschen ungünstig, aber gut für den Konsum: die laufen dann auch immer dorthin, wo grad einer ruft – ein Wichtigtuer/Verkäufer/Nach-richter.
Das ist enorm energieaufwendig und wird nicht mehr lange aufrecht erhalten werden können – es geht an sich selbst zugrunde.

Wenn eine übergeordnete Orientierung fehlt, dann läuft alles ungeordnet ab, also sehr energieaufwendig.
In der Natur ist es so, daß dann immanente Regelkreise zur Wirkung kommen, durch die vielfältigen gegenseitigen Vernetzungen und Abhängigkeiten – es entsteht ein Ökosystem, das alles lenkt – natürliche Gleichgewichte.

Der Mensch lebt nicht mehr in den natürlichen Bezügen, wir haben es geschafft, uns soweit zu emanzipieren, daß wir unser Leben selbst gestalten können.
Unsere gesamte Lebenswelt ist heute von uns selbst gestaltet.
Und dort bestimmen wir auch, was da geschieht und was nicht geschieht.

Und wenn wir uns da irren – vielleicht sogar ein-zwei Generationen lang, und in die falsche Richtung gehen, etwas Falsches für wichtig halten, dann kann das dazu führen, daß wir uns das Fundament zerstören, auf dem wir selbst gewachsen sind.
Und dann wird eine andere Gesellschaft kommen – aus Afrika oder Asien – die an unserem Scheitern gelernt haben wird, wie es richtig geht.
Wäre es aber nicht sinnvoller, hinzuschauen und zu fragen, was wir hier im Augenblick treiben? Vielleicht kann man ja etwas früher als vor der eigenen Selbstvernichtung feststellen, daß man auch was ändern könnte.

Urmenschlich ist, daß jeder Mensch glücklich werden will.
Und wir Menschen zeichnen uns gegenüber den Tieren dadurch aus, daß wir nicht genau wissen, wie das geht.

Die Tiere folgen ihren (natürlichen) Programmen, und offenbar geht das ganz gut.

Wir Menschen haben ein offenes Hirn, das in der Lage ist, vorausschauend zu denken, und mit dem wir uns in unserem eigenen Handeln beobachten können.
Das versetzt uns in die Lage, fehlerhafte Entwicklungen zu erkennen und zu korrigieren.

Auch diesen Mechanismus kann man verlieren, wenn man in einer Welt groß wird, in der es nicht erforderlich ist, langfristig vorauszudenken (100 Jahre – Nachhaltigkeit).
Unsere heutige Wirtschaft „denkt“ in Millisekunden – „nach mir die Sinflut“. Das ist selbstmörderisch – für alle.

Und dann kann das Gefühl auftauchen, daß man nicht mitgezogen werden möchte, sondern irgendwie sein eigenes Leben wieder in die eigenen Hände nehmen möchte. Man braucht dazu sehr viele Fähigkeiten.
Aber Ausgangspunkt ist immer die Frage, wohin man denn nun will in diesem Leben und was für einer das sein soll, der dies Leben führt.

Wen man als Gemeinschaft („westliche Konsumgesellschaft“) sich verrannt hat, dann kann man nicht hoffen, daß die Anführer dieser Gemeinschaft, die das Ganze in Gang gesetzt haben, daß die das lösen.
Also bleibt gar nichts anderes übrig, als daß unten welche aufwachen und sagen: „ich komm nicht mehr mit“.

Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin.“
Oder: „Stell dir vor, die machen Konsum, und keiner kauft das.“

Das ist auch die tatsächliche Erklärung für das, was wir als „Wende“ in der DDR beobachtet haben.
Menschen hatten sich als Subjekt emanzipiert. Sie haben kleine Gemeinschaften gebildet und gesagt: wir lassen uns nicht mehr führen.
Selbstbefreiung geht aber kaum allein – besser mit anderen zusammen.

Kollektive Bewußtseinsveränderung?
Was soll das sein? Wer soll das machen?
Es ändert sich etwas, wenn sich Menschen auf den Weg machen und ihr Leben anders gestalten als bisher.

(Es folgt ein interessanter Exkurs über die Gleichschaltung von Wissenschaftlergehirnen, die über die Mechanismen des Marktes erfolgt, angeblich ohne daß dies „jemand tut“ – und das gelte für alle anderen Bereiche auch, und das erzeugt einen ungeheuren Gleichförmigkeitsdruck in allen Bereichen dieser Gesellschaft – „aber das organisiert sich von allein“)

Was ist Information?
Eine Information ist eine Mitteilung erst dann, wenn sie etwas bewirkt.

Wenn man früher immer nach einem gesucht hat, der etwas tut, dann sollen wir jetzt lernen, daß sich das alles ganz alleine organisiert.
Beispiel Trump: die Menschen in den VSA wünschen sich offenbar einen, der es für sie richtet.
Es gibt also Rahmenbedingungen, die automatisch dazu führen, daß etwas hervorgebracht wird. (Selbstorganisation = „das System produziert Lösungen“)
So arbeitet auch unser Hirn: mit möglichst wenig Energieaufwand seine Struktur aufrecht zu erhalten.

Und das macht auch die Gesellschaft – oder sie lernt immer besser, wie sie anderen Menschen die Energie klaut.
Wir haben uns eine Lebenswelt gebaut und ein gesellschaftliches System geschaffen, in dem immer wieder Leute hervorgebracht werden, die andere ausnutzen, abhängig machen usw.
Siehe die Filme von Wagenhofer: „We feed the world“, „Let’s make money“, „Alphabet“

Es hat sich alles umgekehrt: die Menschen haben eine Wirtschaft aufgebaut, um ihre Bedürfnisse zu stillen – heute ist der Mensch ein Anhängsel dieser Wirtschaft.
Die Realwirtschaft hat sich früher eine Finanzwirtschaft geleistet, um Kredite zu bekommen – heute macht die Finanzwirtschaft, was sie will, und hält nicht nur Wirtschaft, sondern auch noch die Politik an ihrem Gängelband.

Was sind das für Leute, die das alles „machen“? Hochstudiert und hochgebildet…
Was ist das für eine Bildung, wenn hinten solche Verbrecher herauskommen?
Schule ist das falsche Instrument… auflösen. Kinder werden für die Objektrolle vorbereitet: über Bewertungen, Belehrungen, Maßnahmen, Anordnungen…

Was wäre, wenn Schule die jungen Menschen nicht so zu Objekten machen würde,
daß sie am Ende sogar bereit sind, sich selber zum „optimierten“ Objekt zu machen?

Was wäre, wenn Schule so wäre, daß da lauter selbstbewußte junge Menschen rauskämen, die ihr Leben gestalten wollen, Verantwortung für diesen Planeten übernehmen wollen, die eine Vorstellung davon hätten, wer sie sein wollen und wie und wofür sie leben wollen?
Wenn das so wäre, könnten wir morgen unsere ganzen Einkaufsstraßen zumachen, unsere Internetstores genauso, und da bräuchte auch keiner mehr Facebook und all diese sog. ’social media‘, auf denen man doch zum größten Teil Ersatzbefriedigung betreibt.

98% der Kinder kommen hochbegabt zur Welt – nach der Schule sind es noch 2%.“
Die Schule betreibt Kanalisierung des Denkens = Einschränkung des normalen Möglichkeitsspielraums – muß das auch sein? Sind bestimmte Spezialisierungen nicht sinnvoll?
Klar büßt man dabei auch manches ein, das man auch hätte entwickeln können… und das ist vielleicht auch der Preis dafür, aber: es dürfte nur dann geschehen, wenn ich mit anderen Menschen, die sich anders spezialisiert haben, so eng verbunden bin, daß wir uns ständig austauschen können.

Heute jagen wir Menschen in Spezialisierungen, aber wir sorgen nicht dafür, daß diese spezialisierten Menschen miteinander in Verbindung bleiben. Sondern das isoliert sich alle: ein neues „Fachgebiet“ nach dem anderen, und überall will sich jemand profilieren – sie konkurrieren alle um „Kunden“.
Sie spezialisieren sich also nicht, um sich in die Gemeinschaft einzubringen, sondern um sich in dieser Gemeinschaft hervorzuheben. (Bedeutsamkeit)

Das spricht dafür, daß Menschen nicht das Gefühl haben, aus sich selbst heraus, also einfach weil sie DA SIND, schon bedeutsam zu sein.

Liebe für Leistung“? Konditionierung, Abrichtung, Dressur, Objektbehandlung der eigenen Kinder
Warum? Seine „Bedeutsamkeit“ über die Kinder zeigen.

Warum braucht das der Mensch?
Weil er nie das Gefühl hatte, um seiner selbst willen, einfach nur weil er da war, angenommen und geliebt worden zu sein.

Wenn man immer nur zum Objekt gemacht wird, gibt es nur 2 Möglichkeiten:
1. wie du mir, so ich dir, d.h. die Kinder machen die Eltern auch zum Objekt („blöder Papa“), das sind auch diejenigen, die dann später in die Führungspositionen gelangen, weil sie besonders gut gelernt haben, andere Menschen für ihre Zwecke zu benutzen, denn angeboren ist das nicht;

Oder:
2. na gut, dann bin ich eben zu blöd – man macht sich selbst zum Objekt der eigenen Bewertung – dann kann man sich selbst aber meist nicht mehr leiden – man will nicht mehr der sein, der man ist usw. …

Was tun?
Andere Menschen einladen – ermutigen – inspirieren, sich Gedanken zu machen über den Weg, den sie gehen wollen – möglichst einen anderen, als sie bisher beschritten haben.
– – – –

Schulpflicht abschaffen?
Man kann Menschen nur das an Möglichkeiten bieten, was sie auch ergreifen können.

Ohne Schulpflicht: Kinder gehen nicht mehr hin – ggf. 2 – 3 Jahre, bis sie wieder Sehnsucht bekommen und wieder was lernen wollen.
Nach 2 Jahren würden sich Lerngruppen bilden, die selbst ihren Lernprozeß gestalten (Subjekte). „Lehrer“ würden Berater, um zu helfen, Lösungen zu finden.
Ein ganz anderes Schulsystem…

Bedingungsloses Grundeinkommen?
90% gehen nicht mehr zur Arbeit… es müßten inden Unternehmen Bedingungen geschaffen werden, daß da jeder gerne hinkommt zum Arbeiten.

Zinsen abschaffen?
Illusion, das abschaffen zu wollen = Bequemlichkeit des Denkens: „ich kann ja nichts machen“
Wenn ich die Welt verändern will, dann muß ich mir etwas heraussuchen, wie ich von heute an anders unterwegs bin, in dieser Welt.
Ich muß anfangen, darüber nachzudenken, WARUM ich dieses Leben so führe, wie es es führe, warum ich das alles mache. (Bewußtsein? was ist das? Kaugummi…)

Wenn du weißt, was du machst, und du dir darüber im Klaren bist, was du da treibst, und du es immernoch nicht anders machen willst, dann mach so weiter.
Wenn du aber verstanden hast, was du da für ein Scheißleben führst, dann erwarte ich, daß du das änderst.
Jeden Augenblick in diesem furchtbaren Leben hast du die Chance, das zu ändern.
Du kannst ab sofort anders leben.

Da muß man nicht das Bewußtsein ändern, sondern einfach handeln – lächeln, gestalten – innerhalb des Zwanges etwas finden, wo ich Subjekt sein kann.

Akademie für Potentialentfaltung in der Gemeinschaft?
Versuch, Gemeinschaften herauszubilden, in der kein Mitglied dieser Gemeinschaft kein anderes Mitglied zum Objekt macht.
Nicht nur sich gegenseitig respektieren, sondern sich gegenseitig in den Hintern treten, damit sie vorankommen.

Keine Führungskräfte mehr benötigt, denn es gibt keine Hierarchien mehr.
Sich selbst entfaltende Potentiale – Talente erkennen und helfen, diese zu entfalten.
Alle sollen in ihre Kraft kommen – das kennen wir von Gemeinschaft bisher nicht.
Momentan suchen wir Gemeinschaften zum Schutz, damit es uns gut geht, zu Zwecken, gegen Angst, für Besitzstandswahrung usw.

Den undifferenzierten Prozeß so lange wie möglich aufrechterhalten.
Verlangsamung der Entwicklung = komplexe Strukturen herausbilden.
Spielen wäre die effektivste Lernmaßnahme.
Spielerisch probieren was geht… sonst muß alles trainiert und geübt werden – aber da kann man dann nur bestimmte Dinge.

Hüther-Buch „Rettet das Spiel“

Spiritualität?
was ist das? Ich hätt es nicht gern, wenn „da oben“ einer stünde.

Daß alles auf der Welt und auch im Kosmos miteinander verbunden ist – ja.
Daß es Prinzipien gibt, die sich da verwirklichen – auch.
Daß ich diese Prinzipien in allem wiederfinde, was ich mir genau anschaue, solange es lebendig ist, davon bin ich überzeugt.

Religion? Ethik? Würde? Moral? Wiedergeburt?
was soll da wiedergeboren werden? es muß etwas sterben, damit sich Neues entfalten kann.
Seele?
was ist das? … die Moleküle von mir bleiben auf dieser Welt…

Angst vor dem Tod?
eher Angst vor dem Prozeß des Sterbens – aber viele sterben schon, obwohl sie noch täglich zur Arbeit gehen…
warum sagt man nicht: die größte Angst, die wir Menschen haben, ist die Angst vor einem ungelebten Leben?
Das würde uns zwingen, unser Leben lebendig zu machen

Hüther-Buch „Biologie der Angst“

– – – – – – – – – –

(Fortsetzung)


4 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

    Gefällt mir

  2. thom ram sagt:

    Vielen Dank, Lücki, für die grosse Schreibarbeit!

    In der Regel ist mir geschriebener Text viel lieber als ein Vortrag, da ich beim geschriebenen Text mein Tempo selber wählen kann, etwas nur überfliegen kann, was ich schon gewusst habe und etwas dreimal lesen, was mich besonders fasziniert.

    Ganz selten kommt es vor, dass ein Vortragender so spricht, dass es für mich ist, wie wenn ich lesen würde: Stets in dem mir adaequaten Tempo. Eine Ausnahme hatte ich grad gestern, als ich den Vortrag des fabelhaften Mannes Erwin Thoma mir anhörte.
    https://bumibahagia.com/2017/06/08/erwin-thoma-wald-holz-haus-lebensweisheit-ii/
    Der hat nebst sagenhaftem Wissen, herrlicher Tatkraft und wunderbarer Ausstrahlung die Gabe, Inhalte in (jedenfalls für mich) sinnvollen Rhythmus zu bringen.

    Gefällt mir

  3. Renate Schönig sagt:

    LH:“Was wäre, wenn Schule die jungen Menschen nicht so zu Objekten machen würde,
    daß sie am Ende sogar bereit sind, sich selber zum „optimierten“ Objekt zu machen?

    Was wäre, wenn Schule so wäre, daß da lauter selbstbewußte junge Menschen rauskämen, die ihr Leben gestalten wollen, Verantwortung für diesen Planeten übernehmen wollen, die eine Vorstellung davon hätten, wer sie sein wollen und wie und wofür sie leben wollen?“

    —————————————————————–

    Diese Beispiele (link) sollten „Schule machen“ : Natur erleben – lernen – Welt verändern

    Schule im Wald®
    bietet Vor- und Grundschulkindern kontinuierlich ein Jahr lang jeden Monat für mehrere Stunden die Möglichkeit, sich den Wald als Lern-, Spiel- und Rückzugsraum zu erobern.

    Zitat einer Schülerin (3.Klasse): „Eigentlich brauchen wir die Schule gar nicht, wir können doch alles im Wald lernen.“

    Grüne Schule
    Mit dem Jahresbeginn 2012 startete dieses Kooperationsprojekt mit der Gustav-Meyer-Schule in Berlin Kreuberg:
    Kinder verschiedener Klassenstufen mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen kommen in Kleingruppen von 6-8 Kids zusammen und nehmen an der Schulgarten- und Naturforscher- AG teil.

    http://www.schreberjugend.berlin/de/projekte/gruene_schule

    —————————————————————

    Und warum nicht schon bei den „Kleineren“ ein anderes Konzept starten ?

    Idee und Konzept der Waldkindergärten

    Der wesentliche Unterschied der Waldkindergärten gegenüber normalen Kindergärten ist, dass sich „Waldkinder“ weit überwiegend in der Natur aufhalten und vorwiegend mit den Dingen spielen, die sie im Wald oder auf dem Feld vorfinden. Nur bei besonders schlechten Wetter bieten Zelte, Bauwägen oder Hütten Unterschlupf zum Geschichten Erzählen, Malen, Basteln und Frühstücken.

    http://www.kindergartenpaedagogik.de/1216.html

    =====================================

    Meist ist es SO, wie Martin R. Textor es beschreibt:

    „In vielen Kindertageseinrichtungen wird der Tag weitgehend in den Innenräumen zugebracht, da sonst das in den Bildungsplänen der Bundesländer vorgesehene Bildungsprogramm nach Meinung der Erzieher/innen (und Eltern) nicht abgearbeitet werden kann.“

    Und genau DA sollte ein UMdenken stattfinden….denn tatsächlich ist unten Beschriebenes „FAKT“ :

    Zitat M.R.Textor:
    „Über Jahrtausende hinweg waren Wälder, Bäche, Felder, Wiesen, Gärten und andere natürliche Flächen der ausschließliche außerhäusliche Lebensraum von Kindern. Dort spielten sie mit Naturmaterialien wie Erde, Wasser, Steinen und Stöcken, mit Hunden, Katzen und anderen Tieren. Die Kinder wuchsen somit weitgehend in der Natur auf.

    Selbst in den 1960er und 1970er Jahren hielten sich Kinder noch viel draußen auf, spielten im Wald und auf der Wiese und erlebten so die Natur mit allen Sinnen. Heute verbringen Kinder hingegen die weitaus meiste Zeit in Gebäuden: in der elterlichen Wohnung, in der Kindertagesstätte oder in der (Ganztags-) Schule. Nur noch wenige Kinder kommen zu Fuß in die Kita bzw. Schule – beim Transport im elterlichen PKW oder im Bus wird jedoch kaum noch das „Draußen“ wahrgenommen.“

    http://ww.kindergartenpaedagogik.de/2314.html
    (ein „w“ dazufügen)

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  4. Luckyhans sagt:

    zu Re-ig um 13:13
    Ja, es gibt letztlich – außer der uns aufgedrängten Angst – keinen tatsächlichen Grund, warum die Kinder heutzutage (zumindest in Kleinstädten, wo das Leben noch einigermaßen funktioniert) nicht zu Fuß oder per Rad in die Schule kommen sollten – die türkischen Kinder bei uns am Ort tun das auch. Die deutschen Kinder werden zumeist per PKW gebracht und abgeholt – völlig sinnlos, es sei denn, sie kommen aus umliegenden Dörfern, aber auch von dort gibt es Schulbusse. Statusdenken der Eltern?
    Auch „draußen“ spielen war „früher“ ganz normal – gibt es heute kaum noch: entweder die Kinder sind zu Hause oder bei der Freundin/dem Freund oder in der Schule (Zirkel usw.) oder im Verein (Sport) – viele haben schon ein tägliches Programm wie Erwachsene – Streß pur.
    Das nennt sich dann „glückliche Kindheit“…

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