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Mythos „U.S.Army“-3

Für viele Menschen in diesem Land waren die VSA lange Jahre die Schutzmacht schlechthin – ohne sie war ein Vorstellung von Sicherheit in der BRvD und in EUropa kaum denkbar.
Wenn wir uns diesem Thema weiter kritisch nähern, dann vor allem deshalb, weil nichts schädlicher ist als auf falschen Vorstellungen beruhende Einstellungen, denn diese führen oft zu Handlungen, die völlig fehlgehen und gravierende Folgen haben können.
Luckyhans, 14.11.004
——————————

Weiter geht es mit einigen Auszügen aus dem Artikel des russischen Militär-Schriftstellers zum Thema, wobei wir dessen Aussagen und Zahlenangaben ebenfalls einer kritischen Betrachtung unterziehen.
Der Artikel stammt aus dem Jahre -003 der neuen Zeitrechnung: Die Amerikanische Armee – der größte Mythos des 20. Jahrhunderts – 11.03.2009 – Autor Konstantin Kolontajew – © für die Teil-Übersetzung aus dem Russischen Luckyhans, 12.11.04:

„Aber die im Verlaufe des ersten Irak-Krieges erlittenen Verluste und das Nichterfüllen der gestellten Aufgaben haben erneut nicht zu irgendwelchen ernsthaften Reformen der amerikanischen Streitkräfte und der Ausbildung von deren Mannschaften geführt

Die einzige Schlußfolgerung, welche die amerikanische Führungselite aus dem erneuten Zeugnis der Unfähigkeit ihrer Streitkräfte, mit einem starken Gegner Krieg zu führen, zog, war der Wunsch, diesen Gegner zu kaufen, damit er kapituliere und ein weiteres Mal die „amerikanische Militärmacht“ demonstriert würde. D.h. zu versuchen, das mit Rommel während der Landung der amerikanischen Truppen in Frankreich am 6. Juni 1944 gespielte Szenario zu wiederholen.
Genau selbiges Szenario ist in der ersten Phase des zweiten Irak-Krieges der VSA – in der Zeit vom 19. März bis 9. April 2003 – angewendet worden. Und entgegen der verbreiteten Version war dies nicht durch die primitive Bestechung eines Dutzends irakischer Generäle erfolgt.

Es war so, daß das irakische Regime nicht so totalitär war, wie es nach außen hin aussah. Die Konten in ausländischen Banken und ein ganzes Gewirr anderer Verbindungen mit dem Westen hatten bei der regierenden Elite des Irak eine Bereitschaft zur Kapitulation hervorgerufen. (ähnlich der 5. Kolonne in Rußland – d.Ü.)
Und die irakischen Generäle haben nur die Kapitulationsbefehle der politischen Führung zur Führung eines Operetten-Krieges ausgeführt, währenddessen der Widerstand der irakischen Armee und der ausländischen Freiwilligen als Argument im Handel um günstigere Kapitulationsbedingungen benutzt wurde.

Und die Figur des „großen und schrecklichen“ Saddam Hussein erfüllte die Rolle des Sündenbocks.
Real wurde der Irak von anderen Leuten gesteuert. Einer davon war zum Beispiel Tariq Aziz, der nach der Kapitulation des Irak nach England umzog und dort von keinem Gericht verurteilt wurde. (dies ist inzwischen doch geschehen – man hat diesen unangenehmen Mitwisser der wahren Ereignisse dann still und leise kaltgestellt – siehe obiger Link – d.Ü.)

Wenn die irakische Armee ganz nach Befehl einen Operetten-Krieg geführt hat, so sind die Verluste der Amerikaner in diesem Krieg durchaus nicht operettenhaft. Vor allem betrifft das die amerikanischen Luftstreitkräfte – die Hauptschlagkraft der amerikanischen Armee.

Im Unterschied zu den anderen irakischen Waffengattungen hat die Luftabwehr wirklich gekämpft. Dies wurde hervorgerufen durch die sehr begründeten Befürchtungen der irakischen Eliten, daß die Amerikaner, wenn sie einmal die Luftherrschaft erringen, versuchen könnten, diese Eliten loszuwerden, um sich nicht durch verschiedenste Abmachungen und vor allem Geldausgaben zu binden.
So war die irakische Luftabwehr die am besten vorbereitete und ausgerüstete Waffengattung und führte den Kampf gegen die amerikanischen Luftstreitkräfte mit vollem Ernst, bis wenige Tage vor dem Eintreffen der amerikanischen Streitkräfte in Bagdad.

Im Ergebnis war das Verhältnis der amerikanischen Verluste an Kampftechnik in diesem Krieg sehr ungewöhnlich: 400 Panzer und etwa 600 Kampfflugzeuge – während im ersten Irakkrieg 250 Flugzeuge und 600 Panzer verloren wurden.
In der Epoche der Düsenjäger ist in großen Kriegen die Zahl der vernichteten Kampfflugzeuge (gewöhnlich) um einige Male geringer als die Zahl der vernichteten Panzer.

Die gigantischen Verluste der amerikanischen Luftwaffe über Bagdad und dessen Umgebung begannen buchstäblich mit der ersten Kriegsstunde. Die Nachrichtenagenturen teilten mit, daß zum ersten Luftangriff auf Bagdad 20 leichte Stealth-Bomber von Typ F-117A losgeflogen seien.
Später kamen Meldungen, daß unmittelbar auf Objekte in Bagdad zwei F-117A ihre Bomben abgeworfen hätten. Fragt sich: wohin verschwanden die restlichen 18 Stealth von den nach Bagdad losgeflogenen 20?
Die Antwort ist einfach: diese 18 Maschinen wurden von der irakischen Luftabwehr während des Anfluges auf Bagdad abgeschossen.

So verlor in der ersten Kriegsstunde die VSA-Luftwaffe nur über Bagdad nicht weniger als 18 F-117A – von 45 dieses Typs, die insgesamt bei der VSA-Luftwaffe vorhanden waren.
Und nicht zufällig verschwanden zwei Tage nach Beginn des Krieges jegliche Mitteilungen über den Einsatz der „unsichtbaren“ strategischen Bomber „B-1“ bei den Kampfhandlungen.

Die sehr hohe Effektivität der irakischen Luftabwehr erklärt sich einmal durch die zehnjährige Kampf-Erfahrung, als von 1992 bis 2002 fast täglich Kämpfe mit amerikanischen und britischen Flugzeugen in den sogenannten „Flugverbotszonen“ nördlich und südlich von Bagdad stattfanden, im Verlaufe derer jährlich zwischen 30 und 50 amerikanischen und 10 – 12 britische Kampfflugzeuge abgeschossen wurden.

Ende der 90er Jahre ersetzten die Iraker mit Hilfe chinesischer Ingenieure ihre früheren elektrischen Verbindungskabel (zwischen den Einheiten und Stäben der Luftverteidigung – d.Ü.) durch Lichtwellenleiter, welche keine elektromagnetische Ausstrahlung haben.
Danach, im Jahre 2000, haben die Iraker illegal aus der Ukraine vier Radarstationen passiver Beobachtung vom Typ „Koltschuga“ aus sowjetischer Produktion gekauft.
Das hat endgültig die amerikanisch-britische Luftmacht ihrer Herrschaft im irakischen Himmel beraubt.

Die prinzipielle Bedeutung der „Koltschugas“ für die Luftabwehr der Irak bestand darin, daß diese keine Radarstationen im herkömmlichen Sinne sind – dies sind höchstempfindliche Radarsuchstationen. Sie senden selbst keine Radarstrahlen aus und können daher auch nicht lokalisiert (und bekämpft – d.Ü.) werden.
Aber sie sind in der Lage, Luftziele anhand ihrer relativ schwachen Strahlung der Bordelektronik und -elektrik aufzufinden.

Der einzige Mangel der „Koltschugas“ ist: diese Stationen können allein ein Ziel nicht lokalisieren – sie könne nur die Richtung feststellen, woher das Ziel kommt. Daher braucht man zur vollständigen Lokalisierung eines Ziel drei Stationen gleichzeitig, die ein sog. „trianguläres Koordinatensystem“ bilden. Dann erhält man die vollständigen Zielkoordinaten (Entfernung, Höhe, Richtung, Geschwindigkeit).
Der Irak hatte vier Stationen gekauft, damit im Falle des Ausfalls einer davon mit Hilfe der vierten schnell das Dreieck wiederhergestellt werden kann.

Gemeinsam mit der Lichtwellenleiterverbindung machten die „Koltschugas“ die irakische Luftverteidigung praktisch unangreifbar für Luftangriffe.
Die Sicherheit des neuen Systems der irakischen Luftabwehr zeigte der Mißerfolg der amerikanisch-britischen Luftangriffe in der Zeit vom August 2002 bis 18 März 2003, in dessen Verlauf sie gleichzeitig von 200 Flugzeugen angegriffen wurde. …

Im Verlaufe der siebeneinhalbmonatigen Luftangriffe verloren die VSA und England etwa 300 Flugzeuge, davon 50 britische. …

Nach den Daten der veröffentlichten Militärangaben verfügte die britische Luftwaffe im Jahre 2001 über ca. 300 Flugzeuge. Aber zu Beginn des März 2003 waren es nur noch 110 Kampfflugzeuge. …

In der Zeit vom 19. März bis 4. April 2003, als die Luftabwehr Bagdads zentralisiert gelenkt wurde, wurden nach Mitteilungen verschiedener Informationsagenturen nur über dieser Stadt von 3 bis 5 amerikanische Flugzeuge abgeschossen.
Da die ausländischen Journalisten in Bagdad sich nur sehr einschränkt bewegen konnten, wurden wohl real über Bagdad und Umgebung täglich 10 – 12 amerikanische Flugzeuge abgeschossen. D.h. nur in dieser Zeit und nur dort waren es ca. 200 Flugzeuge.

Es wurden aber auch Kirkuk, Mossul, Tikrit und eine Reihe anderer Großstädte angegriffen, und auch dort gab es Verluste.
Die irakische Truppen-Luftabwehr hatte einige Hundert mobile Raketensysteme der Typen „Osa“, „Quadrat“, „Kub“, „Strela“, „Roland“, einige Tausend tragbarer Raketensysteme „Igla“ und „Strela“ (das sind Stinger-Analoge – d.Ü.) und etwa 4000 Fla-Geschütze. Diese waren auch nicht untätig.
Im Ergebnis wurden nur an amerikanischen Kampfhubschraubern im Verlaufe mancher Tage einige Dutzend abgeschossen. So berichteten Agenturen über 30 Apaches, die angeblich in einem Sandsturm verschollen waren. …

Nicht viel besser stand es in der ersten Phase des (zweiten) Irakkrieges auch mit der amerikanischen Panzertechnik. Die in den letzten 20 Jahren stark beworbenen amerikanischen Panzer M-1 „Abrams“ wurden im Verlaufe der Kampfhandlungen von allen Typen der sowjetischen Anti-Tank-Missiles vernichtet, darunter auch der ersten „Maljutka“-Muster aus dem 60er Jahren; und auch von allen Arten sowjetischer Granatwerfer und rückstoßfreien Geschütze aus den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. …

Eines der Ergebnisse von einer Salve eines 16-Rohr-140-mm-Reaktivwerfers „RPU-14“ aus dem Jahre 1956 (die Jahreszahl ist stets der Beginn der Serienfertigung – d.Ü.) gegen eine Kolonne leichter amerikanischer Panzertechnik der Marineinfanterie haben viele ausländische und russische Fernsehstationen gezeigt. Etwa ein halbes Hundert Schützenpanzerwagen und gepanzerte „Hummer“ sowie einfache LKWs waren nicht nur verbrannt, sondern schrecklich zerlegt. …
Die Amerikaner haben wie üblich sogleich angefangen zu lügen, daß die Kolonne unter „friendly fire“ gekommen sei und man ca. 50 Verletzte hätte.
Aber bei der Betrachtung der Berge von Schrott war klar, daß hier nicht weniger als 100 Mann getötet worden waren.

Aber was, wenn die Iraker ernsthaft gekämpft und die irakische Armee mal die 200 vorhandenen 40-Rohr-Werfer vom Typ „Grad“ aus dem Jahre 1964 eingesetzt hätten – dann hätte die amerikanische Armee im Irak innerhalb weniger Tage aufgehört zu existieren.
So kann man die 14 Tausend toten Amerikaner und die 2 Tausend toten Briten aus der ersten Phase vom 19.3. – 15.4.2003 noch unter „mit einem blauen Auge davongekommen“ verbuchen.

Für diese Verluste an Menschen und Technik – trotz des Operettencharakters der ersten Kriegsphase! – gibt es nur ein Erklärung: das ist das (nett gesagt) sehr niedrige intellektuelle Niveau der Soldaten, Offiziere und Generäle der amerikanischen Armee und das damit verbundene vollständige Fehlen dessen, was man im Westen als Berufsethos und in Rußland als Dienstpflicht bezeichnet. …“

(Fortsetzung folgt – mit der genauen Betrachtung der Verluste während der offiziellen Besatzung des Irak)


13 Kommentare

  1. […] über Mythos „U.S.Army“-3 — bumi bahagia / Glückliche Erde […]

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  2. Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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  3. Texmex sagt:

    Interessant im Zusammenhang mit dem 2. Waffengang im Irak ist, dass Saddam grosse Teile der Museeumsexponate vor allem aus Babylon in der Wueste vergraben lies und diese von der sog. Koalition der Willigen wochenlang nach den eigentlichen Kriegshandlungen bombardiert wurden. DIES war eines der Hauptkriegsziele, wenn nicht gar DAS! Die Auftraggeber des Krieges fuerchten eine geistige Auseinandersetzung – mit ihren Wurzeln!

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  4. luckyhans sagt:

    an Texmex um 01:58:
    „Die Auftraggeber des Krieges fuerchten eine geistige Auseinandersetzung – mit ihren Wurzeln!“ –
    wohl eher fürchten „sie“ wirklich eine breite Kenntnis der Menschheit betreffs ihrer eigenen „Wurzeln“. 😉
    Denn moralische Kriterien sind „denen“ doch völlig fremd – „die“ kennen „ihre“ Wurzeln recht genau…

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  5. Peter S. sagt:

    Ich danke dir, Luckyhans, für die Übersetzungs- und sonstige Arbeit, es ist wirklich interessant und ich bin ehrlich gespannt wie das „(…) wobei wir dessen Aussagen und Zahlenangaben ebenfalls einer kritischen Betrachtung unterziehen“ aussehen wird.

    Ich kann mich aber des Gefühls nicht erwehren das vom Autor zwischen den Zeilen eigentlich nur ausgesagt wird „Amis? Pff!“ und erinnert mich frappierend an die Wortwahl mit welcher uns, im Brustton der Überzeugung vorgetragen, die – überspitzt formuliert – (quasi) Unbesiegbarkeit unserer Leo 1A5 nähergebracht wurde.
    Der Sinn des ganzen ist natürlich der Glaube an die eigene Überlegenheit damit sich überhaupt jemand in die Dinger hockt und blöd genug ist sich damit in einen echten Kampf zu wagen, das ist also normal und bekannt.

    Du schreibst „(…)Auszügen aus dem Artikel des russischen Militär-Schriftstellers(…)“ erwähnst aber nicht (oder ich habs überlesen) wo der Artikel publiziert wurde – ich würde ja mal aufgrund der Wortwahl tippen das es eine Soldatenzeitung (oder was man im weiteren Sinn als solche bezeichnen könnte) war.

    Wenn ich mit dem Publikationsmedium ungefähr richtig liege:
    Das Ziel scheint also zu sein die Moral bzw. das Selbstbewußtsein der Angehörigen der russischen Streitkräfte gegenüber dem potenziellen Feind zu stärken. (in 2003 ^^)
    Aber, selbst wenn die Zahlen stimmen (was nicht auszuschließen ist), wird der Artikel durch die verwendete Wortwahl zu schnöder Propaganda, zumindest in meinen Augen, und hinterlässt einen ziemlich unnötigen schlechten Beigeschmack, leider.

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  6. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  7. luckyhans sagt:

    an Peter S.:
    Die Quelle ist jeweils zu Beginn jedes Teils verlinkt – es ist die russische Seite http://www.warandpeace.ru – dort ist dieser Artikel Anfang 2009 erschienen.
    Du hast recht, die Wortwahl ist nicht die eines seriösen Geschichteprofessors, das ist aber von Anfang an auch nie behauptet worden.

    Es geht hier auch nicht darum, möglichst detailliert und dokumentiert (dazu fehlen wohl absichtlich die Links zu den Quellen) etwas darzulegen und nachzuweisen, sondern es geht darum, einen Mythos aufzuklären.
    Einen Mythos, der mit den Mitteln der allseitigen Propaganda, der massiven Lüge und des regelmäßigen Verschweigens „unangenehmer“ Tatsachen hergestellt wurde und der bis heute in den Köpfen vieler Menschen dieses Landes ein ungutes Wirken hat – mit entsprechenden Folgen.

    Diesen Mythos zu erschüttern ist der (wie in jeder Überschrift genannt) russische Militärschriftsteller angetreten.
    Und selbst aus den von mir ausgewählten Auszügen sollten hinreichend viele Denkstupser resultieren, sich mit der einen oder anderen dargelegten Problematik mal selbst recherchierend und kritisch zu befassen.
    Denn bekanntlich kann man niemanden von etwas überzeugen – es kann sich immer nur jeder selbst davon überzeugen, was für ihn „richtig“ oder „falsch“ ist.

    Und sollte sich auch nur ein einziger Sachverhalt hinreichend umfassend als richtig erweisen, sollte das für jeden BRDenier ein Anlaß sein, sein Verhältnis zur U.S.Army, zur Nahtod und zu den Einsätzen unserer BW-Soldaten zu überdenken.
    Von den russischen Lesern kamen übrigens ähnliche Antworten auf der genannten Seite zu diesem Artikel – die Grundtendenz war jedoch, daß man auch ein wenig „propagandistisch“ gegen solche Mythen vorgehen muß (zu zeigen: „der Teufel ist nicht so schlimm, wie man ihn uns ausmalt“) – man muß ja nicht gleich massiv lügen und verschweigen wie die Fabrikanten des Mythos… 😉

    Wenn dir das „schnöde“ vorkommt, so scheint mir das ein Ausdruck von Doppelmoral und etwas verschobenen Maßstäben zu sein – die einen „dürfen“ über Jahrzehnte hinweg lügen, daß die Schwarte kracht, und die anderen müssen brav und ordentlich „sich eines objektiven, sachlichen Tones befleißigen“… oder habe ich dich da falsch verstanden? 😉

    P.S. die „kritische Betrachtung“ ist in meinen Anmerkungen enthalten – und vor allem in der Auswahl der Auszüge, da bitte ich um Vertrauen in meine fachliche Kompetenz.

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  8. Peter S. sagt:

    Nein, weißt du, ich bin der Meinung das es unnötig ist Argumente (Fakten/Zahlen) mit dem erniedrigen anderer Menschen (gleich welcher Nationalität oder sonstiger Unterscheidungsmerkmale) zu verstärken.

    Das entkräftet Fakten zwar nicht aber macht sie für die eigentliche, auch von dir erwähnte, Zielgruppe mMn unverdaulich – denn wer hier oder sonstwo über diesen oder andere, im weitesten Sinne ähnliche Artikel oder Vids stolpert und noch nie auf die Idee gekommen ist unsere allgegenwärtige Natopropaganda zu hinterfragen den stößt, so glaube ich, dieses ständige verweisen auf die Unfähigkeit, Dummheit und den niedrigen Bildungsstandart der VSA-Bürger ab und er wird selbst die offensichtlichsten Natolügen ignorieren.

    Natürlich ist es Legitim darauf hinzuweisen da es eine durchaus plausible Ursache darstellt.
    (Der niedrige Bildungsstandart (gerade bei den Soldaten der VSA) ist schließlich auch ein unbestrittener Fakt.)
    Allerdings ist die Häufung und die abwertende Formulierung schlicht und einfach kontraproduktiv und kann (möglicherweise) dazu führen das so mancher genau gegenläufig reagiert, da er ja die Bestätigung vor Augen hat das von den Russen eh nur Propaganda kommt – wie ja ständig (seit Jahrzehnten) im Westen behauptet wird.

    Zur Doppelmoral:
    Den Vorwurf den du mir da machst halte ich für recht Unfair :p
    Und ob der Unfairness könnte ich selbiges als Totschlagargument werten… will ich aber nicht, denn ich glaube das wir Brüder im Geiste sind 😉

    Warum unfair?
    Es war nie an mir Nato- oder westl. „Werte“-Propaganda zu erlauben oder nicht, auch habe ich nirgends „verlangt“ das die andere Seite gefälligst auf rationaler und sachlicher Ebene agieren MÜSSE – ich fände es nur angenehmer und der Sache dienlicher (denn Fakten sprechen doch schließlich für sich selbst) – was ich versuchte mit diesen abschließenden Worten: „unnötigen schlechten Beigeschmack, leider.“ zu verdeutlichen.
    Besonderer Fokus wäre dabei auf „unnötigen“ und „leider“ zu legen gewesen … dann hättest du mit Sicherheit auch erkannt das ich keineswegs noch irgendetwas positives in der Nato (und damit im VSA-Establishment) sehe.

    Ich versuche möglichst oft das was mir so „zufällt“ auch aus einer Perspektive zu betrachten die neutral bis gegenläufig ist, z.B. um herauszufinden ob das was ich da betrachte geeignet wäre um jemanden in eine Position zu stupsen die ihn dazu bringt dies und anderes hinterfragen zu wollen … denn wie du schon so richtig erwähntest: jeder muß sich letztlich „selbst“ überzeugen.
    Diesen Artikel, so interessant (ganz ohne Ironie!) ich persönlich ihn auch finde, würde ich nicht auswählen als „Stupswerkzeug“.
    Aber das bedeutet natürlich längst nicht das ich richtig liege, denn schließlich kann es durchaus sein das andere deutlich besser auf provokante Äußerungen anspringen und z.B. zwecks Widerlegung anfangen zu recherchieren – womit das Ziel, zumindest für den Anfang, teilweise erreicht wäre.

    Aber was weiß ich schon?
    Da mein Maßstab ich bin, nur ich sein kann: fast nichts.

    Zum Abschluß:
    Ich würde mich natürlich freuen wenn meine Argumente für dich navollziehbar und einleuchtend wären aber das ist mir deutlich weniger wichtig als dass du dich nicht beirren lässt und weitermachst mit dem was du tust denn das ist das wirklich wichtige in Zeiten wie diesen!

    In diesem Sinne: Danke!

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  9. luckyhans sagt:

    Lieber Peter,
    ich weiß nicht, ob du die täglichen „Nach-richten“ genauso spitzfindig betrachtest… aber ich gebe gern zu (und das ist sicherlich an meinen „eigenen“ Artikeln auch abzulesen): mein Stil ist das auch nicht – Propaganda…
    Aber wenn die eine Seite das 7/24 seit Jahrzehnten auf allen Kanälen tut, dann billige ich der anderen Seite dasselbe Recht darauf zu. Und bringe auch mal ein paar Auszüge daraus…
    Wie das der eine oder andere dann auffaßt, ist doch dessen Sache – und das ist für mich kein Grund, auf Gegenwirkung zu verzichten, oder? 😉

    Und: klar kann ich deine Argumente verstehen und respektiere deine Meinung – wie auch die eines jeden anderen, denn jeder hat eine andere eigene Meinung, und das ist auch ganz natürlich (siehe dazu mein bb-Artikel „Meine Welt“).
    Und besten Dank für die Aufmunterung. 😉

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  10. Peter S. sagt:

    Hey luckyhans 🙂

    Danke für die offene und freundliche Antwort welche mir auch (endlich) klargemacht hat was genau du mit „Doppelmoral“ versuchtest auszudrücken …

    Du hattest damit sogar Recht (mehr als ich zu sehen im Stande war) denn, obwohl „gleiches Recht für alle“ auch einer meiner Grundsätze ist habe ich diesen Aspekt vollkommen außer Acht gelassen und den Fokus nur auf die Dienlichkeit als „Mittel zum Zweck“ gelegt.

    —–
    Dazu möchte ich gerne noch etwas, psychologisch angehauchtes, anmerken:
    Die Krux ist das allgegenwärtige Propaganda unsichtbar ist (wie strukturelle Gewalt) wenn man damit aufwächst und nicht gerade kritische Eltern oder „um die Ecke denkende Hinterfrager“ im persönlichen Umfeld hat.
    Das einzige was man in der Lage ist zu erkennen ist die „feindliche Propaganda“ auf welche die eigene „Seite“ ja auch ständig (pauschal) hinweist.
    Jeder brauch erstmal seinen großen, meist bitteren, Aufwachmoment der so weit über das persönliche „Heile Welt“-Bild (aka „Komfortzone“) ausschlägt das es zu einer Art „Trauma“ führt – vereinfacht formuliert …

    (Fast?) Jeder von uns hatte so einen Moment und ebenso kann sich jeder noch genau daran erinnern was genau sein pers. „Trauma“ ausgelöst hat. …
    ——
    Gut das führt jetzt zu weit weg – das jedenfalls ist die (mich zu dem Zeitpunkt nur unterbewußt treibende) Motivation gewesen die dann zur obigen Kritik führte.

    Jetzt da ich mich, nach meinen Maßstäben ( 😀 ) , ausreichend erklärt habe bleibt mir nurnoch mich entweder für meine Blindheit (sprich: Fehler) zu schämen oder aus selbigem zu lernen.

    Ich entscheide mich fürs lernen und danke dir für deine Hilfestellung diesbezüglich 🙂

    PS: Was mich nicht von kritischen Kommentaren abhalten wird zukünftig. ;p *g*

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  11. Peter S. sagt:

    Achso, zum Nachrichtenkonsum:

    Ich schaue weder Nachrichten bzw. allgemein TV, noch frequentiere ich regelmäßig irgendwelche, wie auch immer geartete Nachrichtenportale weil ich Probleme damit habe meine Aufmerksamkeit durch die Masse an äh… Stoffwechsel-Endprodukten zerfasern zu lassen.

    Das zieht mich seelisch runter und macht mich auch irgendwie … lethargisch – was damals, nachdem ich das an mir beobachtet hatte, auch der Grund war die Glotze rauszuschmeißen.

    Das heist ich habe bei fast allem (außer der „Zufall“ will es anders) einen gewissen Nachlauf.
    Ich „stolpere“ quasi ziellos durchs Netz und folge willkürlich meinen Interessensgebieten und/oder meiner Neugier – tatsächlich Recherche betreibe ich nur bei Themen die mich gerade „gefesselt“ haben.

    Man könnte also zusammengefasst sagen das ich einfach meinem Unterbewußtsein folge und es ist erstaunlich was einem auf dem Weg „zufällig“ vor die Füße fällt.
    Z.B.: Mit der Wahl bei den Amis habe ich mich kein bisschen mehr beschäftigt, habe da ganz bewußt einen Bogen drumherum gemacht – bis jemand in meiner Hörweite am Telefon sowas sagte wie „Ja, Trump ist es geworden …“ – erst dann habe ich aufgehört dem Thema auszuweichen und stieß überall auf, für mich nicht nachvollziehbare, Freude – meine Gedanken dazu kann man hier ja dann auch bei euch lesen.

    Das mag alles ziemlich schräg klingen aber hat sich für mich persönlich als überaus effektiv herausgestellt weil ich auf dem Weg der Masse der sublimen Propaganda ausweiche und mir jede Menge „brüten über ungelegten Eiern“ (speziell auf die Ami-Wahl bezogen) erspare.

    Ich hör mal auf weil das vermutlich eh keinen interessiert. ^^

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  12. luckyhans sagt:

    an Peter S.
    Wahrscheinlich sind es recht viele Leute, die auf diese Weise „durch das Netz stolpern“ – aber du kennst ja die 4 Indianischen Grundregeln (wer noch am alten hängt, kann auch gern „Gesetze“ sagen) der Spiritualität:
    “Die Person, die Dir begegnet, ist die Richtige”
    “Das was passiert, ist das Einzige, was passieren konnte”
    “Jeder Moment in dem etwas beginnt, ist der richtige Moment”
    “Was zu Ende ist, ist zu Ende”
    😉

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  13. Peter S. sagt:

    Über die Grundregeln, die ich im übrigen noch nicht kannte (und ich bin mir sicher das hast du geahnt ;D), muß ich mir erstmal Gedanken machen da ich sie nicht verstehe – also im Sinne von „für mich annehmen“.
    Mal schauen wohin mich das führt – falls es mich wohin führt …

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