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99.von 144 – ELTERN, KIND UND KINDERSTUBE – Dem Glücklichen schlägt keine Stunde

Geld oder Glück – was ist die Zeit unserer Kinder1

Eckehardnyk 9. Mai NZ9

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Time is money, Zeit ist Geld! – Kennst du den Satz? Er kommt auch „von drüben“, du weißt schon. Wenn wir alles so machen, wie sie, werden wir reich und glücklich sein. – Manche glaubten diesen Satz und sind reich geworden. Geld, sagt man auch, mache nicht glücklich, aber es beruhige die Nerven. Das glaube nun, wer will, ich bestimmt nicht.

Beruhigend wirken andere Fakten, die man unter Umständen mit Geld herbei zaubern kann. Die Ruhe, die vom Bewußtsein, Geld zu besitzen, ausgeht, ist in Wirklichkeit eine Sorge, die man nach Kräften unterdrückt oder in gut Verwaltung verdrängt. Wird das Geld einmal zuende gehen? Oder: Wie bekomme ich mehr davon?

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Im Zusammenhang mit Geld steht immer Bedürftigkeit, egal wie viel man besitzt. Und diesen ständigen Bedarf hat es mit der Zeit gemeinsam. Auch an ihr besteht immer Mangel, solange man auf sie angewiesen ist.2 Oder anders gewendet: Wer mit Geld nicht glücklicher zu machen ist, weil er keinen Mangel spürt, der hat auch immer genug an Zeit. Nur was fängt der Mensch mit ihr an? Nichts, wofür Zeitgenauigkeit eine Rolle spielt. Also rührt er auch Geld nicht an. Nur so kann er in der Natur überleben. Als Sammler, als Jäger und als Höhlenmaler; nicht mal Feldbau und Viehzucht sind möglich.

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Kinder haben zu Zeit und Geld ein eigentümliches Verhältnis. Mir wollte mein Vater, ein Forstmann, nie sagen, wie viel er verdiene.3 Ich war deshalb auf Spekulationen angewiesen und dachte: Sechzig Mark , das wäre schon viel. Aber fünfunddreißig erschienen mir noch weit mehr, wahrscheinlich weil das Wort länger war. Das war 1949, vor Bekanntwerden mit dem in der Schule gelernten Rechnen. Als ich darüber mit einem Kameraden der ersten Klasse ins Reden kam, lachte der mich aus. Sein Vater war „Maschineningenieur“ und verdiene „zwanzig tausend“. Das war für mich keinesfalls mehr, es klang nur ganz anders, wahrscheinlich angeberisch. Meine Mutter sagte bei solchen Fragen immer: Wir haben kein Geld! Das war ihr Credo und wirkte auf mich ähnlich abstrakt, wie wenn heute jemand mit etwas im Guinness-Buch der Rekorde steht oder einen uralten Adelsbrief aufbewahrt.

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Fragen Sie mal Kinder, bevor sie in die Schule gehen, wie ihre Eltern aussehen. Die werden Ihnen überraschend antworten. Aus einem kleinen, kurz geschorenen Vater wird da ein langhaariger Mann von vier Metern Höhe, der dreizehn Jahre alt ist. So zeigte es „Candid Camera“, die erste versteckte Kamera der Fernsehgeschichte. Aber gerade dieses phantastische über die Wirklichkeit Hinausgreifen und der Wahrnehmung überhöhte oder untertriebene Begriffe beizugesellen, läßt dein Kind mit Lässigkeit mit dem fertig werden, was wir „das Zeitliche“ nennen,4 dessen Ende absehbar und dann schließlich „gesegnet“ sein wird. Ende absehbar? Für jedermann, der dein Kind von außen betrachtet, meinetwegen; aber für dein Kind selbst? Das Leben endet nie. Leute sterben, das weiß doch jeder – aber Leben: Das ist grenzenlos. Weiß doch jedes Kind.

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Der Reiz dieser letzten Sätze liegt in ihrer Kühnheit, mit der sie behauptet werden. Jedes gesunde Kind ist, aber in seinem Innern zutiefst von ewigem Leben überzeugt. Sterben und Tod werden mit etwas anderem verbunden. Was ist dieses Andere? Das Endliche, das Zeitliche und eben auch das Geldliche, das für Geld Käufliche. Es ist etwas, das als Unendliches nur den Tod bedeuten würde, wie der unendliche Raum im All.5

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Das Leben kann sich im Raum nur erhalten, wenn es Formen annimmt. Die Form bestimmt die Zeit, in der das Leben abläuft oder sich zum Ausdruck bringt. Lebensform ist mit Sinnesorgan, Empfindung und Aussicht auf Gefühle verbunden. Sie „geben“ dem Bewußtsein „ein Zuhause“. Es wäre interessant zu erfahren, wer diese „Häuser“ baut, finanziert und verwaltet. Gewiß keine LBS (Landesbausparkasse), von der dieser Werbespruch stammte (statt „Bewusstsein“ hieß es damals „Ihrer Zukunft“). Aber doch ein Schöpfer, der uns näher ist, als wir glauben. Durch den sogenannten „Glauben“ vertreiben wir freilich „den Schöpfer“ aus unserer eigenen Sphäre in ein Wolkenkuckucksheim, wo nun wieder gar nichts Greifbares existiert, und lassen „Ihn“ unergründlich werden. Dabei sind wir selbst so unergründlich, daß wir uns nur durch den Eintritt in eine zeitliche Form vorübergehend ertragen. Mit ihr dürfen wir, weil sie unser Erden-Anzug ist, werkzeugmäßig umgehen, aber nicht uns für ewig identifizieren, weil wir sonst damit unendlich untergehen.

© eah 9. Februar 1999 und 9. Mai 2021


1 So die Überschrift zu dem entsprechenden Kapitel von „Abenteuer Erziehung“ (www.eahilf.de) Seite 252

2 Tiere sind auf ihr Habitat angewiesen, Kinder und Alte auf dies und auf geistigen Austausch, aber alle leiden sie weder an Zeit- noch an Geldmangel

3 Als ich Jahre später mitbekam, dass er in seiner Einkommensteuererklärung dem Finanzamt anzugeben hatte, was er verdiente, war ich über diese erzwungene und zugestandene Einblicknahme empört

4 Deshalb fürchtet sich in diesem Alter oder auf dieser Bewusstseinsstufe niemand vor dem Tod

5 Was ein Widerspruch wäre, denn Raum ist per se endlcih, aber ungewiss wo, wie Zeit begrenzt ist, aber ungewiss, wann. Nur Raum im Weltall ist für den Menschen tödlich außerhalb irdischer Bedingungen, und Zeit wäre es analog dazu auch. Die ganze Weltraumrüstung auf den Mars zu dürfte schon an diesem Problem scheitern, weil die Zeitverhältnisse auf dem Mars andere sein werden als auf der Erde und man lange brauchen wird Menschen von solcher Flexibilität zu finden, die das Zeitsystem Mars annehmen können und es wieder ablegen können. Das Jetlag auf Erden ist da nur eine Minivariante


4 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

    Gefällt 1 Person

  2. mkarazzipuzz sagt:

    Ich habe hier einfach mal rein gedrückt, was Thom gern auf BB hätte, hat mit dem Thema nix zu tun, sorry….

    Gefällt 1 Person

  3. Eckehard Arnold Hilf sagt:

    Lieber Krazzi, du kratzt die Kurve? Der Janich hat mit fast allem Recht, sogar bei der Ansteckung, nur weiß er da viel zu wenig. Denn natürlich können Viren anstecken, aber nur wenn es ihnen erlaubt wird. (deshalb müssten sie Erlaubtwiren heißen). Warum erröten wir? Warum lachen, warum weinen wir? Ales Viren, die das transportieren. Und wir lassen es zu. LACHEN UND WEINEN SIND ANSTECKEND! Erröten heut weniger, dafür – da lacht die ganze Karona. Warum lacht sie? Weil einer sie dazu gebracht hat.
    Ich habe das Glück, das zu wissen, weil ich auch obigen Artikel schreiben konnte. Er sollte ansteckend wirken und Glückspilze per Ansteckung aus dem Waldboden hervorrufen. Aber momentan ist „man“ dagegen immun wie mit Corona gegen Grippe oder TBC oder womöglich gegen Krebse? Alle sowas von bisi, angelockt vom Circus Coronensis.

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