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Sandmännchen / Dem Bossi seine Erpel

Lieber Mensch. Vor ungefähr einem Jahr hat ein Gast vom Bossi ein Entchen gebracht. Bossi sagte, es heisst Susi. Es war klein und hatte gelben Flaum. Es ist dann gewachsen und bekam schöne weisse Federn. Bossi machte dem Entchen einen kleinen Schwimmteich. Aber als das Susi noch grösser wurde, da fing es an, tag und nacht ganz laut zu quaken. Da hat Bossi angefangen, etwas zu denken. Und ihm ist in den Sinn gekommen, dass Susi einen Mann braucht. Und da hat Bossi der lieben Suri gesagt, sie soll einen Mann bringen, man sagt dem Erpel.

Da quakte Susi nicht mehr, und weil der Erpel, welcher Somak hiess, fleissig auf die Susi hockte, legte Susi fast jeden Tag schöne weisse Eier, und Bossi isst die gerne.

Aber Bossi war nicht froh, weil nämlich der Somak Bossi immer von hinten angriff und ins Bein beissen wollte. Und Bossi wurde so böse, dass er dem Zusek sagte, er solle Somak zum Entenbraten machen. Das hat Zusek dann gemacht, und Bossi hat den bösen Somak gegessen und Suri besorgte einen neuen Erpel. Der heisst Tono.

Der hockt ein bisschen weniger gut auf die liebe gute Susi, aber Susi macht trotzdem immer viele schöne gute Eier.

Und schon wieder getraut sich Bossi nur noch mit dem Besen in der Hand in die grosse Ecke, welche die Enten bewohnen, weil nämlich der neue Ehemann von der Susi, also der Tono noch schlimmer ist, als Somak schlimm war. Der Tono greift Bossilein sogar von vorne an, und Bossi hat das nicht gern. Wenn Bossi um die Ecke herumgeht, wo die Enten wohnen, dann rennt der Somak hinter dem kleinen Zaun immer mit, tapp tapp tappel, ganz schnell, und streckt seinen Schnabel raus, weil er Bossi beissen will.

Bossi sagt, Erpel sind dumm. Sie merken nicht, dass er ihnen zu fressen gibt. Sie wollen einfach der grössere Mann sein und greifen an, wenn ein Mann kommt. So meint Bossi. Also ich weiss nicht.

Einwurf.

Immer mal wird mir gesagt, der Erpel realisiere, dass wir die Eier seiner Gemahlin klauen, und würden wir das nicht tun, wäre er friedlich. Ich kann das nicht glauben. Wir lassen immer ein oder zwei Eier liegen, und ich gehe davon aus, dass er nicht zählen kann. Doch wer weiss?

Andere Stimmen sagen, Erpel seien immer so.

Ist hier ein Entenkenner?

Sorry, lieb Sandmännchen, dass ich dir in die Tasten gefummelt habe.

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Macht nichts, lieber Bossi, du bist hier der Bossi.

Lieber Mensch, ich wünsche dir alles Gute, und wenn du nicht schlafen kannst, dann rufe mich, ich komme so schnell ich kann.

Dein Sandmännchen.

08.06.NZ8

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Susi

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Nachtrag, kaum zwei Stunden später.

Legte die vierte Beethoven auf, auf meiner Primitivanlage. Sie war meine Leibmusik im Alter von etwa 10.

Kam dann nach kurzer Zeit Pak Komang, Papa von Agus und Nince, rauf und sagte etwas, was ich mit meinem Scheissindonesisch nicht verstand. Pak Komang ist hingerissen von dem, was man primitiverweise vereinfachend Klassik nennt, also von Mozart bis Wagner. Also er kam rauf, und weil ich Nixe verstand, wies er meinen Blick nach unten.

Standen dort zwei Stühle und der Tisch auf der kleinen hübschen Rasenfläche, also Stuhl und Tisch, welche normalerweise vor der Laundry hausen. Garniert mit Francipaniblumen, wunderschön garniert. Er lud mich ein. Dort der Musik zu lauschen.

Ich, damals Orgelist und Musiklehrer, ich werde hier auf Bali von einem Balinesen eingeladen, dem diese Musik neu ist, dieser Musik zu lauschen. Damit ich gemeinsam mit ihm der Musik lausche, trug er die zwei sauschweren Stühle und den Tisch dort hin, wo die Musik im Garten gut vernehmbar ist. Er sagte, ich solle einen Schlucki bringen, gemeint ist ein Gläschen Arak(Schaps).

Sassen wir und lauschten. Kamen dann die Kinder, Agus 10 und Nince 5. Schauspiel für gute Götter. Ich kredenzte ihnen Hohnigwasser, welches Agus natürlich per Auftrag selber in meiner Küche mixen musste, sodann…hätte es filmen müssen. Agus übt die Krähe(Yogastellung), macht den Spagat,  Nince bewegt sich tänzerisch als frohe Weiblichkeit, ein Pflänzchen schwingend, dankt der Schöpfung in balinesischer Körpersprache, um vier Beispiele zu nennen, was abging…und Papa sagte Dank mir ein wievieltes Mal, dass wir hier so froh zusammenleben können.

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Parallelwelten.

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5 Kommentare

  1. Thom Ram sagt:

    Nachtrag, kaum zwei Stunden später.

    Legte die vierte Beethoven auf, auf meiner Primitivanlage. Sie war meine Leibmusik im Alter von etwa 10.

    Kam dann nach kurzer Zeit Pak Komang, Papa von Agus und Nince, rauf und sagte etwas, was ich mit meinem Scheissindonesisch nicht verstand. Pak Komang ist hingerissen von dem, was man primitiverweise vereinfachend Klassik nennt, also von Mozart bis Wagner. Also er kam rauf, und weil ich Nixe verstand, wies er meinen Blick nach unten.

    Standen dort zwei Stühle und der Tisch auf der kleinen hübschen Rasenfläche, also Stuhl und Tisch, welche normalerweise vor der Laundry hausen. Garniert mit Francipaniblumen, wunderschön garniert. Er lud mich ein. Dort der Musik zu lauschen.

    Ich, damals Orgelist und Musiklehrer, ich werde hier auf Bali von einem Balinesen eingeladen, dem diese Musik neu ist, dieser Musik zu lauschen. Damit ich gemeinsam mit ihm der Musik lausche, hatte er die zwei sauschweren Stühle und den Tisch dort hin, wo die Musik im Garten gut vernehmbar ist geschleppt. Er sagte, ich möge doch bitte einen Schlucki bringen, gemeint ist ein Gläschen Arak(Schaps).

    Sassen wir und lauschten. Kamen dann die Kinder, Agus 10 und Nince 5. Schauspiel für gute Götter. Ich kredenzte ihnen Hohnigwasser, welches Agus natürlich per Auftrag selber in meiner Küche mixen musste, sodann…hätte es filmen müssen. Agus übt die Krähe(Yogastellung), macht den Spagat,  Nince bewegt sich tänzerisch als frohe Weiblichkeit, ein Pflänzchen schwingend, dankt der Schöpfung in balinesischer Körpersprache, um vier Beispiele zu nennen, was abging…und Papa sagte Dank mir ein wievieltes Mal, dass wir hier so froh zusammenleben können.

    .

    Parallelwelten.

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  2. Bettina März sagt:

    Schöne Geschichte und tolle Bilder
    Gut für die Seele.
    Bin alleine im Haus meiner Eltern. Beide sind im Krankenhaus. Papa schafft es wohl nicht.

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  3. Löwenzahn sagt:

    Och Bettina, das tut mir sehr leid. Ging mir vor Kurzem ähnlich…
    Sind in letzter Zeit einige vorausgegangen. Das hat mich sehr traurig gemacht.
    Herzliche Grüße an Dich.

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  4. Vollidiot sagt:

    „Bossi sagt, Erpel sind dumm. “

    Wie kann man nur sein Geschlecht auf diese schäbige Art verraten…………..
    Jetzt wird hier auch schon gedschendert.

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  5. Thom Ram sagt:

    Liebes Idioti,

    sei nicht böse mit dem Bossi. Weisst, der Bossi redet manchmal nicht nett, wenn er Angst hat. Weisst, ich sehe, wenn Menschen Angst haben. Und viele machen das so. Wenn sie Angst haben, dann reden sie nicht nett, viele reden dann fest böse. Es macht mich dann traurig, und manchmal möchte ich weggehen. Aber ich muss hier leben. Ich muss den Menschen helfen, dass sie in der Nacht gut schlafen können, damit sie am nächsten Tag gut wach sind.

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