bumi bahagia / Glückliche Erde

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Sandmännchen / Bali anders rum

Heute morgen war ich sehr müde, weil ich besonders viel sändelen musste in der Nacht. So viele Leute haben so viele Sorgen. Es tut mir so leid, und ich sändele immer mehr.

Da bin ich auf Bossis Schoss gekrochen und dann freute ich mich, weil Bossi gut aufgelegt war und mir eine gute Geschichte erzählen wollte.

Ich versuche jetzt so zu reden wie Bossi redet, aber ganz so reden kann ich nicht, aber ich denke, das macht nichts.

Er sagte:

Liebs Sandmännli, heute ist mir ein kleiner aber froher Leuchter aufgesetzt worden. Ich arbeitete (wie immer auf dem Boden, Anmerkung der Red.) an meinem neuesten absolut unnützen und mich begeisternden neuen Windrädchen, da kam eine wohlbeleibete Mama mit ihrem auch schon beachtlich körperfesten Söhnchen daher und es ging ein Gespräch los mit Pak Komang, zu welchen sich etwas später Ibu Kadek zugesellte.

Ich lebe in meinem Gehäuse oben, Papa Komang und Mama Ibu Kadek und Kinder Agus und Ninci wohnen im Häuschen unten, auf 9m2, und ein weiteres Minihäuschen, auch 9m2 daneben ist die Laundry, von Mama betrieben.

Ich nahm das Gespräch mit halbem Ohr wahr, war ja bei meinem in Entstehung begriffenen Windrädchen.

Pak Komang horchte der Rede der Wohlbeleibten, und weil sie balinesisch sprachen, verstand ich kein Wort, und aus dem Tonfall schloss ich, dass ein Vorwurf hochgespielt wurde, und des Agus‘ Name kam immer mal vor, so dass ich dachte, die Wohlbeleibte sei hier, um sich über etwas zu beklagen, was Agus getan haben solle.

Voll falsch.

Die wortreiche Mama, die ist meines Ermessens über 17 Schatten gesprungen. Sie kam daher, um zu bekennen und um zu begleichen.

Ihr Junge, das körperfeste Söhnchen, der hatte Agus vor Wochen 50’000, vor Tagen 10’000 Rupiah gestohlen (also per Wexelkursus 4 Euro, entsprechend in Dach kaufwertig approximative 30-40 Euro), aus dessen Jackett, während der Schulpausen, im Schulzimmer, um sich Händi äh zu finanzieren. Agus, der 9 jährige Gentleman par excellence, der liess keinem Menschen gegenüber darüber etwas verlauten.

Wie der Diebstahl dann trotzdem aufflog, das konnte ich mit meinem Bruchindonesisch bislang nicht rauskriegen.

Tatsache ist:

Die Frau beklagte sich hier nicht über Agus oder so, wie ich fälschlicherweise aus dem Tonfall annahm, offenbar war ihr Tonfall geschuldet einer Selbstanklage. Sie überreichte den Eltern von Agus die geklauten 60’000 und bat um Verzeihung. Nebenbei…ich kriegte mit, dass sie zwischenzeitlich heulte, die Frau.

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Warum ich das einstelle.

A  Weil es Bestandteil von bumi bahagia ist. Ein jeder von uns macht mal was, was füglich als Fehler zu bezeichnen ist, da es nicht konstruktiv, sondern destruktiv war. Sich dazu zu bekennen, dagegen wehrt sich eines jeden Menschen Ego gewaltig. Die Frau ist über 19 Schatten gesprungen. Wahr. Zu kommen und einzugestehen, dass Sprössling Scheisse gebaut hat, das ist hierzulande 1001 mal schwieriger als in DACH. Wahr!!! Sie tat es.

B  Weil es widerspricht meinem Haupteindruck hierzulande, wonach Probleme und Vergehen hier sorgsamstens unter den Tisch gewischt werden.

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Essenz? Ein wievieltes Mal? Ich will mich hüten vor Verallgemeinerungen.

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Thom Ram, 21.11.ß7

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Ceterum censeo, pecuniam regnandi esse delendam.

Im Übrigen denke ich, das herrschende Geldsystem sei zu zerstören.

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7 Kommentare

  1. Mujo sagt:

    „Die Frau ist über 19 Schatten gesprungen.“

    Und das bei ihren Gewicht, ich ziehe mein Hut.

    Schöne Geschichte.

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  2. Thom Ram sagt:

    Mujo, köstlicher Esel du, LoL….“und das bei ihrem Gewicht“…..ehrlich, dette nenne ich vernetztes Denken. Nochmal LoL.

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  3. Mujo sagt:

    Tja, es ist nie zu spät eine ehrliche Haut zu werden. Und es zahlt sich immer aus, im doppelten Sinne 😉

    Jetzt ohne Witz von Gewicht und so. lol.

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  4. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  5. Piet sagt:

    Das ist für mich auch bb. Eine Welt, in der die persönliche Verantwortung jedes Einzelnen für die Gemeinschaft oberstes Kulturgut und eine wie immer geartete Gewalt- Monopolstellung eines Staates undenkbar (geworden) ist.

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  6. Kunterbunt sagt:

    Piet am 22/11/2019 um 00:20 – 100% Zustimmung (was Staat auch immer symbolisieren mag)

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  7. Bettina März sagt:

    Der Satanismus geht, laut Catherine Thurner zurück. Es gibt nicht mehr viele, die diesem huldigen. Vielleicht Iran oder Deutschland noch, laut ihrer Aussage.
    Jetzt wird alles gut….
    Freue mich

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