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ELTERN KIND UND KINDERSTUBE: AN ALLE ELTERN

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Was heißt eigentlich „warum“?

 13. von 144

Von Eckehard

Das kleine Kind hat herausgefunden, dass mit Warum eine längere Antwort zusammenhängt, die etwas erklärt von dem, was ihm draußen in der Welt aufgefallen ist. Auf die Frage: Was ist das? bekommt es in der Regel nur ein Wort entweder „Eier leicht“ oder „Sack schwer“ an den Kopf geschmissen. – Indem auf das Warum eines Kleinkindes mit einer brauchbaren Aussage geantwortet wir, erwacht im Kind die Lust, sich damit zu identifizieren, es auszuprobieren und dadurch diesen Teil seiner Welt hinzuzufügen.

Mit diesem Wort „warum“ hebt ein Kind die Welt aus den Angeln. Ihr hättet schon aus diesem Grund verzichten sollen, Nachkommen zu zeugen, wenn ihr auf die Warumfragen keine erschöpfende Antwort geben könnt und am Ende nur selbst erschöpft seid. Aber gehen wir es gelassen an. Etwas Entscheidendes haben die meisten Eltern übersehen. Ihr auch? Fehlt oben bei unserer Überschrift nach dem „Warum“ nicht ein Fragezeichen? Wenn wir „warum?“ als Fragewort richtig betrachten, dann hätte da ein zweites Fragezeichen hingehört. Und so kommt der Eindruck zustande, den ich bei euch erzeugen wollte: Daß ihr nicht sogleich merkt, daß Warum bei kleinen Kindern kein Fragewort ist.

Kinder, sobald sie Sätze bauen können, fragen auch grammatisch korrekt und bringen euch mit jedem neuen Warum dazu, mehr Wissen preis zu geben. Dadurch erfahren sie etwas über die Einrichtung der Welt. Wenn ihr euch aber dazu hergebt, der Frage „warum?“ eine Begründung im Sinne von Ursache und Wirkung folgen zu lassen, werdet ihr bis zur Verzweiflung gejagt, denn euch fällt sehr rasch kein Grund mehr ein. Das Kind wird auch frustriert, weil es in Wirklichkeit gar keine Frage stellen kann, die eine „kausale“ Beantwortung zuläßt. Die könnte es frühestens so mit zwölf Jahren verstehen, und da hat es die frühkindliche Art der Welteroberung durch das „Warum“ längst umgestellt in ein „Wie funktioniert das?“

Denken wir also gemeinsam nach: Warum fragt ein Kleinkind „warum“? Zunächst weil ihm etwas aufgefallen ist und nun möchte von einem von euch das bestätigt wissen. Es ruft ja auch zuvor: „Mama, kuck mal!“ und fragt: „Was ist das?“ Du sagst zum Beispiel: „Das ist eine Fliege.“ Kind: „Warum ist das eine Fliege?“ Mutter: „Weil sie herum fliegt.“ Kind: „Warum fliegt eine Fliege herum?“ Mutter: „Weil Sie Flügel hat.“ Kind: „Warum hat sie denn Flügel?“ Jetzt müßtet ihr etwas erklären, was mit der Entstehung der Arten zu tun hat. Mutter könnte das christlich oder Vater darwinistisch machen. (oder umgekehrt) Mutter: „Weil Gott sie so geschaffen hat.“ Vater: „Weil das ihre Evolution ist.“ (Kind zur Mutter): „Warum hat Gott sie so geschaffen?“ Kind (zum Vater): „Warum ist das ihre Luzion?“

Spätestens an diesem Punkt ist jede weitere Begründung Spekulation. Deshalb faßt Sie jedes Warum eures Sprößlings als liebenswürdige und intelligente Art von Provokation auf, die euch herausfordert, in eurer Antwort sehr präzise und – weise zu sein. Ihr braucht indessen nur zu charakterisieren, was eurem Kind aufgefallen ist. Setzt in Gedanken statt des Frage- ein Ausrufezeichen! Also nochmals, Kind: „Warum ist das eine Fliege!“ Eltern: „Eine Fliege fliegt.“ Kind: „Warum fliegt eine Fliege!“ Eltern: „Ihr ist wohl dabei.“ Jetzt hat das Kind womöglich schon genug erfahren und sagt: „Mama (oder Papa) ich will auch eine Fliege sein.“ Euer Kind verwandelt sich nun in eine Fliege und stellt befriedigt fest, daß die Welt aus der Sicht einer Fliege Neuigkeiten offenbart. Es fühlt sich dabei eine Weile wohl und beobachtet einen seiner „Artgenossen“ auf dem Tisch und entdeckt die großen Augen, das rasche Heranlaufen an herumliegende Brotkrümel und das ständige sich mit den hintersten Beinchen die Flügel und mit den vordersten den Rüssel zu putzen.

Dieses Kind wird so schnell keiner Fliege etwas zuleide tun. Weil es sich einmal mit ihrer Art identifiziert hatte. Mit seinem Warum wächst euer Kind in jedes Ding der Welt hinein. das ihm aufgefallen ist. Es lernt nicht nur „das Fliegen“, sondern bekommt auch das sich Reinigen zu sehen. Gebt ihm diese Chance! Ihr werdet noch einmal mit ihm mit wachsen.

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8 Kommentare

  1. palina sagt:

    herrlich, Ecky.
    Den Fehler, den die meisten Eltern machen, ist das Kind über den Kopf anzusprechen.
    Und diese Kräfte sind erst nach dem Zahnwechsel vorhanden.

    Wenn meine Enkelin fragt, wieso kann ich das und das nicht anziehen, sage ich:“Weil Oma es sagt.“

    Warum ist die Fliege am Fenster:“Weil sie uns besuchen möchte.“

    Wenn dieses „warum“ nicht mehr aufhört, sage ich nur zu ihr:“Du bist die Frau Warum.“
    Nein ich bin Ida, bekomme ich dann als Antwort.

    Gefällt 2 Personen

  2. Wirklich ein schönes Beispiel Eckehard.

    Das Erfahren der Dinge beinhaltet mehr an Weisheit und Wissen als das reine Erlernen.
    Man geht auch in der Regressionsarbeit damit um.
    Durch das Erleben alter, abgespeicherter Emotionen, sogar Traumata, ist es möglich nach und nach diese aufzulösen, oder zumindest schon mal anders betrachten ( je nach Speicherung ) . Leider klappt es oft nicht sofort und bei schweren Traumata wie Missbrauch klappt es oft nur im Ansatz.
    Auf jeden Fall ist es den Einstieg in diese Variante der Seelenerlösung wert ( zumindest für mich )

    Wie so oft zahlen das nicht die Krankenkassen, ist ihnen wahrscheinlich zu „spirituell“ oder zu „spökenkiekerisch“

    Ich bin mir sicher, daß ein Kind welches wie im obigen Beispiel angegeben heranwächst, nicht mehr die Notwendigkeit dazu braucht, da bei einer wirklich zugewandten Eltern / Kind Beziehung vieles an alten Einprägungen sich auflösen kann….

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  3. Mujo sagt:

    Mei musste ich Lachen. Da sind natürlich Tausend erinnerungen Aufgetaucht um das Thema „warum“. Und noch heute bekomme ich dieses Wort an den Kopf geschmissen, vor allem dann wenn eine Anweisung die ich meinen Kinder gebe nicht in dem Kram passt wie jetzt wird das Kinderzimmer Aufgeräumt. Und manchmal hab ich es auch mit einer gegenfrage beantwortet wenn ich selber die Anwort nicht parat hatte „warum ist die Banane krum ?“. Hab ich bis heute nicht beantwortet aber führte dazu eine kleine Pause einzulegen wenn die vielen warum’s ein den moment überfordern, lach*, wohl wissend weil sie sich um die gestellte Aufgabe drücken möchten.
    Ansonsten sind mir ihre warum’s willkommen weil mich auch ihre warum’s schon oft zum Staunen brachte welche fragen sie denn beschäftigt.

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  4. palina sagt:

    @Mujo
    Kinder sind sehr erfinderisch.
    Bei mir „durften“ sie immer Aufräumen und helfen.

    Warum die Banane krumm ist?
    Weil keiner in den Urwald zog und die Banane gerade bog.

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  5. Thom Ram sagt:

    Von unseren drei Kindern war das „ober-warum-Kind“ das dritte, der nach zwei Mädchen hergeflatterte Junge. Ich erinnere mich lebhaft. Ich kam oft und schnell ins Schwitzen, denn ich fühlte, dass meine Antwort sachlich richtig doch sowas wie kindlich poetisch sein muss, damit der Junge bekam, was er brauchte.

    Also schwitzen tat ich schon, denn der Oli höckelte auf dem Schlitten, ich zog den Schlitten, und es ging nämlich bergauf, hihi. Kam die Frage. „Warum ist der Schnee weiss?“
    Mein wegen Beinanstrengung blutleeres Hirni geriet in Wallung. Ich schindete Zeit und sagte:“Lass mich bitte einen Augenblick überlegen.“

    „Weil er weiss ist.“ Geht nicht. Salopp unfair.

    „Weil der liebe Gott ihn weiss gemacht hat.“ Kommt in Frage, weil wahr. Doch auch unfair, einfach alles und immer auf den armen lieben Gott abzuschieben.

    „Kennst du etwas, was noch weisser ist als Schnee?“ Oberraffinierte Gegenfrage. Kann ablenken, fies.

    „Hm. Ich weiss es nicht.“ Ehrlich aber keine befriedigende Antwort, denn immerhin sollte Papa mehr wissen als ich, der Kleine.

    „Weil da keine Farbe drin ist.“ Hat was. Doch ist es auch wieder nicht wahr, denn weiss beinhalte, so sagt man, alle Farben in sich vereint. Also sachlich falsch. Durchgefallen.

    „Damit unsere Augen eine schöne Abwechslung haben zu den grünen Wiesen und braunen Waldboden. Findest du auch, dass es schön ist, dass wir mal grün und mal weiss haben?“

    Jajaja. Die „Warum-Fragen“ der 5-7 Jährigen, die haben es in sich.

    Das Thema macht ausgesprochen Spass. Warum? Weil wir allesamt in uns auch den 5-7 Jährigen haben, der auch heute jans jenau jleich fragen tut. So wir nicht altersversteinert sind.

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  6. Thom Ram sagt:

    Palina 19:16

    ***Bei mir „durften“ sie immer Aufräumen und helfen.***

    Herrlich ausgedrückt, das „durften“ in Anführungszeichen gesetzt, denn es ging und geht ja darum, dass Müssen, Sollen, Wollen, Wünschen vereint werden.

    Abwasch gemeinsam machen? Kann die Hölle verursachen, wenn falsch eingefädelt. Kann den Himmel verursachen, wenn luftig klug eingefädelt.

    Das Thema zeiget mir einmal mehr, dass Paedagogik schon eines meiner Leibthemen ist i dem Läbe. Es macht mir Spass, als Erwachsener mich herausgefordert zu fühlen dadurch, dass Kind bockt / ein Problem wälzt / sich sogenannt „unziemlich“ verhält.

    Vielleicht bin ich nicht ganz unbejabt. Kinder in meinen nächsten Kreisen hatten so gut wie immer Spass dran, gemeinsam das zu verrichten, was zu verrichten notwendig war/ist. Wie man das anstellt? Uffa. Das Kind wahrnehmen, ernst nehmen, auf Augenhöhe. Ich habe gesagt auf Augenhöhe. Es respektieren in seiner Einmaligkeit. Wenn es denn einmal konsequent sich verweigert, es akzeptieren, doch durchaus dranhängen: Schön, du. Ich sage dir aber Eines jetzo. Hier jetzo willst du nicht gemeinsam arbeiten. Bitte sei dann nicht böse, wenn du morgen etwas von mir willst, und ich sage nö. Nicht bedrohlich gesagt, sondern fragend freundlich.

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  7. eckehardnyk sagt:

    Schöne Komments. Ist euch schon mal aufgefallen, dass man ein „schlechter“ Lehrer (was Disziplin einhalten betrifft), aber dennoch ein „guter“ (mit Einfällen) Pädagoge sein kann? Ist mir jetzt anhand eurer Komments aufgefallen. In meinen Stunden durften Mädchen stricken, was die Kollegen unmöglich fanden. Im übrigen lernten sie, was sie bräuchten.

    Gefällt 4 Personen

  8. palina sagt:

    stricken und überhaupt Handarbeiten, regt die Gehirnzellen an.
    Hatte einmal ein berühmter Mathematiker behauptet.

    Gefällt 2 Personen

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