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Plauderplauder / Begegnungen

Eigentlich ist das nicht Plauderplauder, sondern lebenswichtig. Wie begegnen wir uns untereinander.

Bin grad in einem 6000 Seelendorf auf den Philippinen. Date: Reinfall. „Zufallsbegegnung“: Wunderbar. Soweit das Intime.

Latsche da rum. Zweimal geschah Dasselbe. Kam mir ein Pärchen entgegen, beide unter 20, ich lächle sie und ihn leise an, sie lächelt zurück, er strahlt mich an.

Mach dette ma in DACH.

Sitze auf meinem hier niedrigen Hochsitz. Ja, des Abends natürlich. Allgemein: Alkohol: Null. Rauchen: Null. Letzteres wohl der drakonischen Strafandrohung geschuldet: Rauchen in der Oeffentlichkeit wird gebüsst mit bis zu 5000 Pesos (rund 100 Franken, ein Vermögen hier, vergleichsweise eine Busse von 1000 in DACH).

Hier, der Ort heisst Naval, ist täglich Hochbetrieb von Minigewerbe. Alles ist in Bewegung. Es ist reinlicher als in Indonesien. Auf den Strassen: Auto zu Moped 1:30,

Moped zu Dreiradtaxi mit Motor 1:2,

Dreiradtaxi zu Dreiradtaxi per Muskelkraft 1:3.

Kleine Geschäfte, alles organisch ablaufend.

Wo war ich? Aha. Begegnungen.

Ich also auf meinem Niedersitz, kommt ein Velozipeddreirad, angetrieben von Knaben. Ich frage ihn: How old are you, 15? Er bestätigt, greift in die aufgehängte kleine Tasche, greift etwas Geld und geht in den Laden, was zu essen. 15 Jähriger fährt Dreiradtaxi, indes 15 Jährige in DACH Schule schwänzen um für eine Kirrlehre zu hüpfen.

Danach setzte er sich in sein Gefährt und sinnierte ruhig, eine Stunde lang. Ein 6Jähriger kam, wir machten militärischen Gruss, lächelten, und er turnte auf dem Veloziped rum.

 

Kommen Menschen zwischen 5 und 70. Ein jeder, der meine kleine Aufmerksamkeit erhascht, lächelt zurück. Mach dette ma in DACH. Lächle ein Kind an. Was passiert? Lächle einen smarten Jungen an. Was passiert? Lächle eine schöne Frau an. Was passiert? Kannsde froh sein, wenn sie dir nicht die Handtasche um die Ohren haut.

Das war nun pessimistisch.

Kommt einer. Ich: „Ich bin Tom. Wie heissest du?“ Der 12 Jährige winkt ab. Bedeutet klar: „Nicht verstanden.“ Danach machen wir, auf Distanz von 5m Augen- und Handspiele, Faxen, Männergetue. Der Junge bewundert den alten Mann. Ich geniesse seine jugendliche Schönheit.  Mach dette ma in DACH. Schwule Sau odea wadd?

Am Strand, in ner Minibude, ich saufe n Nestlekaffee, verfluche mich dabei, aber es gibt nur Nestle. Als ich gehe, sage ich danke und tippe der jungen Chefin dabei leise auf die Schulter, was sie mit Strahlen quittiert. Mach dette ma in DACH.

.

Vor 20 Jahren war Walsh, der Autor der „Gespräche mit Gott“ – Bücher in Zürich, und ich horchte zusammen mit meiner Bestfreundin seiner Rede. Sie dauerte zwei Mal eine Stunde. Der Mann ist göttlich. Selbstdarsteller mit Machogehabe, aber hallo, einfach nur köstlich, weil nämlich mit Humor gesegnet, der Mann. Dabei lässt sich der Inhalt seiner zwei Stunden in  wenigen Sätzen zusammenfassen.

Immer wieder hatte er sich gefragt, wenn er feststellte, welche Gräuel auf Erden passieren:“What the hell can I do?“

Ich erinnere mich, wie wenn es gestern gewesen wäre, wie ich beeindruckt war, wie er die Antwort auf zwei Stunden ausdehnte, ohne dass es mir dabei auch nur eine Sekunde lang langweilig geworden wäre.

Es sind drei Schritte.

Wenn du einem begegnest, dann tue etwas Ungewöhnliches. Schaue ihm in die Augen kurz.

Wenn du einem begegnest, dann tue etwas ganz und gar Ungewöhnliches. Schaue ihm in die Augen kurz, schenke ihm ein Lächeln.

Wenn du einem begegnest, dann tue etwas nicht nur Ungewöhnliches, sondern schier Verbotenes: Schaue ihm in die Augen kurz, schenke ihm ein Lächeln und tippe ihm leise auf die Schulter.

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Meine Damen und Herren, ist das etwa unnützer Kleinkram? Angesichts unserer Weltprobleme?

Bitteschön. Ich erinnere daran. Ein Ameisenstaat umfasst 10 Millionen Ameisen (schätz ich mal so). Er funktioniert, weil jede einzelne Ameise das tut, was dem Staate dient.

Ich bin einer von 7 Milliarden. Weil ich mich für mich und für alle verantwortlich fühle, tue ich das, was ich kann.

Zu wenig oder gar nichts nütze?

Quark.

Stelle dir vor. Du gehst durch deine Stadt. Keiner beachtet dich. Sollte dich doch der Blick eines „Menschen“ streifen, so ist der Blick entweder leer oder abweisend.

Oder.

Du gehst durch deine Stadt. Da ist ein Karfunkel von freundlich neugierigen Augen und so manches kleine Lächeln des sich Erkennens wird dir zu Teil.

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Es macht keine Mühe mir. Wenn ich Menschen, sie kurz erkennend, anlächele, so tut mir das gut, und wenn etwas zurückkommt, und es kommt zurück, so ist das göttlich erheiternd.

Àähh, schon klaa, wa? Es geht hier nicht um das Freundlichkeit Vortäuschen, was mir i de Schwiiz immer mal so auf den Sack geht. Es geht wirklich darum, präsent zu sein; Ich nehme mich wahr, ich nehme dich, Passant, für einen Augenblick wahr, und ich zeige es dir.

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Leises Lächeln in die Runde,

Thom Ram, 07.08.07

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.

 

 


13 Kommentare

  1. Angela sagt:

    Schöner Artikel! Es ist wundervoll, wenn einen jemand unverhofft anlächelt! Besonders kleinere Kinder haben da noch gar keine Scheu. Das strahlende Lächeln begleitet einen den ganzen Tag.

    Lg A n g e l a

    Gefällt 1 Person

  2. Pieter sagt:

    🙂 🙂 🙂

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  3. Schöner Artikel Thom, spricht mir aus der Seele.

    In den letzten Tagen Begegnungen unterschiedlicher Natur sie nicht sein können.
    Das Beispiel von der Arbeit mit dem Sozialdemokraten, darüber hatte ich in einem Beitrag ja schon berichtet.

    Nächstes Erlebnis eine Jüdin, auch auf der Arbeit.
    Habe all die Konditionierungen ( ja, auch diejenigen die das Dahinter hinter allem kennen, haben Konditionierungen, nur halt andersrum als die Linken ),
    mal alles zur Seite gestellt, habe sie wahrgenommen als Mensch, der halt jüdischen Glauben hat, grad in Tel Aviv war und jetzt sich dicken Infekt eingehandelt hat. Habe sie erzählen lassen von Tel Aviv, ihrer Kindheit, ihrer Krankheit. Kam von Höckschen nach Stöckschen, kam zur Gesundheitsvorsorge und Fürsorge , auf Handy an oder aus, auf Stress den sie hat usw……sie war dankbar für alles was ich ihr an Gesundheitstipps gegeben hab, was alternativer Art war……eine schöne, echte Begegnung.

    Eben einkaufen gewesen, 2 Mormonenfrauen getroffen. Anmerkung: ich sitze mitten in einem Mormonennest, denn hier neben meinem Gebäude ist die Zentrale für Deutschland. Die beiden Mädels sprachen mich an, wollten mit mir reden…..ich hatte Zeit und Lust mit ihnen zu plaudern.
    Es wurde ein sehr anregendes Gespräch und ich denke, auch für die beiden Mädels waren viele Erkenntnisse darunter, von denen sie noch nichts gehört hatten. Natürlich versuchten sie immer wieder mich in ihren Gottesdienst zu locken, sprachen diverse Einladungen aus.
    Und ich spürte ihren Druck, doch irgendwann mal eine neue Seele für ihre Gemeinde einholen zu können, denn sie fragten mich ob ich jemanden kennen würde, der sich für Gott interessiert. Ich hatte das Gefühl, daß sie gar nicht nachvollziehen können, daß man Gott nahe sein kann auch ohne Kirche und Kirchenstrukturen.

    Früher hätte ich mich in solchen Gesprächen über das Missionieren aufgeregt, diesmal kamen auch da die Konditionierungen bei mir zur Seite und vor mir standen einfach zwei Mädels die von ihrer Beziehung zu Gott und Jesus berichten wollten.

    In die Augen schauen ist wichtig, aber nicht nur schauen , sondern Mensch und Seele erschauen…….so weit es uns möglich ist und das Gegenüber es auch zulassen kann, daß er gesehen wird.

    Man denke an die Szene vom Avatar , wo sich beide gegenüberstehen und sich anschauen, sagend „ICH SEHE DICH“

    Gefällt 2 Personen

  4. jpr65 sagt:

    Das geht auch in DACH!

    Auf der Fahrt zur Arbeit, morgens, mit dem Rad, grüße ich alle, die mir in die Augen sehen.

    Viele grüßen zurück.

    Wer nicht grüßt oder wegguckt, egal.

    Und das in einer Stadt mit ca. 80.000 Einwohnern.

    Vor einigen Jahren viele Unterhaltungen mit anderen Pendlern, als ich noch Zug gefahren bin.

    Geht auch. Wer nicht reagiert, den lasse ich in Ruhe.

    Wobei da allerdings große Unterschiede waren, in den Zügen von Düsseldorf nach Dortmund/Ruhrgebiet oder über Oberhausen nach Wesel.

    Wer morgens in Wesel schon im Zug saß, der hat mich meistens ignoriert. Bis auf wenige Ausnahmen.

    Gefällt 1 Person

  5. Hawey sagt:

    Nun Leute, was ist denn die Rede in vielen meiner Kommentare wie oft habe ich es beschrieben und wie ich es entdeckt habe. Für mich ist das nichts besonderes für mich gehört das schon lange zum Leben. Seltsam und jetzt beschreibt Thom das auch. Na ich bin gespannt ob sie ihm mehr glauben als mir.

    Schenke der Welt Dein Lächeln und sie lächelt zurück 🙂 Garantiert!!! Thom ich Gratuliere Dir für Deine Entdeckung Du wirst viele Wunder damit erleben. Garantiert…. Selbst in Deinem beschriebenen Ort. Wenn das lächeln aus Deinem Herzen kommt kann sich dem kaum jemand entziehen…Denke aber daran was Du ganz kurz vorher über die Person denkst denn es kann sein das Dein Nonverbaler Gedanke schneller ist als Dein Lächeln und dann sieht die Person es nicht mehr. Na ja, ich denke Du verstehst was ich meine…..

    LG Hawey

    Gefällt 1 Person

  6. Mujo sagt:

    Schöne Erlebnisse. Und wenn man sie nicht immer vergleicht wie es wo anders ist/sein könnte oder hat, ist es noch schöner das erlebte.

    Denn jedes Lächeln ist einzigartig, wie der moment einzigartig ist. Der kommt nie wieder bis zum nächsten moment, der wiederum einzigartig ist.
    Eine Folge von Unentlicher einzigartigkeit folgt aufs nächste.
    Und dann tritt irgendwann die Zeitlosigkeit ein, und dann die Alterslosigkeit. Und dann hört das altern auf und bleibt auf ewig Jung.

    Jesus sagte einmal:
    „Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommen.“

    Es haben nur viele Falsch verstanden, bis heute. Sie glaubten es wäre irgendwo da oben. Das Himmelreich ist hier unter uns wenn wir das beherzigen
    was Kinder haben und machen. Freude Erfahren in Zeitlosigkeit.

    Gefällt 3 Personen

  7. Thom Ram sagt:

    Ach, Hawey,

    wenn eine Ansage nicht stürmisch bejubelt wird, heisst das nicht, dass sie nicht angekommen wäre.
    Vor etlichen Jahren hast du in bb beschrieben, wieviel Lichtlein du hast anzünden können, als Buschauffeur, denkst du denn wirklich, das habe bei niemandem Widerhall gefunden? Hat. Garantie.

    In einem Punkte irrst du. Die beschriebenen Situationen sind mir grundsätzlich nicht neu. Ich übe und praktiziere Solches seit 20 Jahren.

    Gefällt 2 Personen

  8. eckehardnyk sagt:

    Die Selbstverständlichkeit des Hiersein bleibt uns unbenommen. Bin ich einmal hier, bist du auch willkommen. Lächelst du zurück, macht es mich beklommen? Lächel ich voraus, freut es dich vollkommen?
    Da wechseln wir die Blicke und tauschen unser Glück. Für eine kurze Strecke, ist Ewigkeit entzückt.

    Gefällt 4 Personen

  9. Hawey sagt:

    @Thom Ram

    hallo Thom es ist leider so dass ich selten Feedbacks sehe und die wären hier schon wichtig denn nur so kann ich das richtig auswerten, um dann eine Stufe weiterzugehen. Es freut mich wirklich außerordentlich das Du Dich noch meinen Beschreibungen erinnerst denn da bin ich mir nie so sicher ob sich der eine oder andere daran erinnert, das alles was ich beschreibe von den Anfängen meines sich an die Öffentlichkeit gerichteten Schreibens bis heute ergibt ein Gesamtbild und zeigt auch den Fortschritt den ich mache in meiner Haltung zur mir den Menschen und der Welt und je klarer mir das wird umso entspannter kann ich die Welt betrachten und umso größer wird mein Lächeln und auch die Welt fängt an mich mit dieser Freundlichkeit wahrzunehmen.

    Vielleicht verlange ich zu viel aber aus meinen Erkenntnissen die ich mit und durch Menschen gesammelt habe bin ich zu 100% davon überzeugt das Feedbacks ein ganz wichtiges Werkzeug sind und es ungemein erleichtert durch den Alltag zu kommen. Du beschreibst es ja sehr schön in Deinem Artikel wie die Wirkung auf Dich ist, wenn das Lächeln zurückkommt oder wenn die Menschen anfangen mit Dir zu reden. Diesen Moment der Übereinstimmung im gemeinsamen lächeln ist das Elixier wie für einen Schauspieler der Beifall das uns Energie gibt uns Dinge erkennen lässt die wir im normalen von Stress durchsetztem Alltag immer wieder übersehen. Die uns den Weg erleichtert durch diese im Moment wahnsinnig gewordene Welt einigermaßen unverletzt zu gehen. Danke für Deine Aufmerksamkeit und für Deine Schilderung.

    LG Hawey

    Gefällt 2 Personen

  10. Thom Ram sagt:

    Hawey 15:56

    Wenn ich schreibe, erwarte ich keine Rückmeldungen.
    Ich empfehle dir, es auch so zu halten.

    Gefällt 4 Personen

  11. Bettina März sagt:

    Ich bewunderte das auch immer im Ausland.

    Die Menschen lächelten, schienen fröhlicher, freier, unkomplizierter, einfach anders und gut.
    Nur dem BRDler, Bunzel- r Reichsbürger oder egal -Deutschen fällt es einfach schwer, unbeschwert und frei und fröhlich zu sein. Liegt wahrscheinlich daran, daß wir die Erbschuld haben. Wir müssen büßen und schuld sein bis in alle Ewigkeit. Das ziehen wir uns schon seit Kindertagen rein, im Reli-Unterricht, Schule usw. usw. es hört nicht auf bis zum *Jahr 2099. Dann haben wir alle Schuld gebüßt, den 1. und 2. WK bzw. den 30 jährigen immer fort – vorher und nachher – dauernden Krieg, 9/11, Alexander-der-Große-Krieg, Asterix- und die Römer-Krieg, Russenkrieg, Vietnam-Krieg, Korea-Krieg, Alien-Krieg, usw. usf. , Klimakrieg, Dieselkrieg, Fleischkrieg, Rassistenkrieg, Moslemrassistenkrieg, anderen Rassenkrieg, Archontenkrieg, Bratzenkrieg, wir, im BRD-Land geborenen habe alle Schuld der Welt seit mindestens 250 000 Jahren auf uns geladen. Egal was wir tun, egal wie toll, wie gut, alles spenden, kein Geld mehr haben, Tod sind. Nie sind wir frei von Schuld.
    Freuen wir uns über jeden BRDler, Deutschen, Nazis, Reichsbürger, AFDler, Rechtsextremisten, IB-Nazis, Glatzen mit Neonazistiefeln, Alf, die Simpsons, usw. usf. oder ähnlichen Erbschuldner und Erbsünder, wenn er mal lächelt. Danke

    Die Kabale gewinnt trotzdem nicht und wir werden wieder lachen und lächeln. Und genauso fröhlich und unbeschwert sein, wie die anderen Völker in dieser Welt und wie es uns zusteht. Das weiß ich und ich bin mir sicher.

    *Häme und Sarkasmus muß sein, sonst hält man/frau es nicht mehr aus.

    Gefällt 1 Person

  12. Thom Ram sagt:

    Ecky 15:14

    ***Für eine kurze Strecke ist Ewigkeit entzückt.***

    Schön ausgedrückt exakt das, was mir bei solchen Sekundenbegegnungen gelegentlich widerfährt.

    Gefällt 1 Person

  13. eckehardnyk sagt:

    Es ist mir eine Ehre!

    Liken

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