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Der Tod und die Angst

von Angela 15.07.2019

Pressemeldung von heute,  04.08.2019:

„Bei einem Erdbeben auf der indonesischen Insel Java sind fünf Menschen ums Leben gekommen und einige weitere verletzt worden. Wie der Katastrophenschutz am Samstag mitteilte, erlitten am Freitag aus Angst vor dem Beben der Stärke 6,9 mehrere Menschen tödliche Herzanfälle. Drei Menschen seien wegen des Erdbebens an Herzanfällen gestorben, sagte ein Katastrophenschutz-Sprecher. ein weiterer Mensch stürzte demnach auf der Flucht aus seinem Haus in den Tod. Das fünfte Opfer habe eine tödliche Panikattacke erlitten.“ .

Das erinnerte mich entfernt an eine alte , märchenhafte Geschichte:

( Der größte Feind in Extremsituationen ist die Panik.

Und es zeigt in Ergänzung zu meinem vorigen Artikel, https://bumibahagia.com/2019/08/03/wenn-das-jahrtausend-beginnt-das-nach-dem-jahrtausend-kommt/

wie wichtig eine mentale Vorbereitung auf gefährliche Situationen ist  )

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Vor einer großen Stadt gab es ein Kloster, in dem viele weise Mönche meditierten. Einer versenkte sich besonders tief in sein Inneres und war imstande, jeden Wanderer sogleich als das, was er darstellte, zu erkennen.

So saß er wieder einmal unter seinem Lieblingsbaum, als der Tod vorbeikam. Der Tod hatte gar nichts Befremdliches, nichts Bedrohliches an sich, vergnügt ging er seines Weges mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen.

Der Mönch sprach ihn an, lud ihn ein, ein wenig neben ihm auszuruhen und fragte ihn nach seinen Absichten.

Das sprach der Wanderer: “ Es wird dich vielleicht nicht erfreuen, aber ich bin unterwegs, um 100 Menschen in dieser Stadt zu töten. Ihre Seelen verlangen danach, ihr Erdenweg ist vollendet. Sie werden nicht leiden, denn die Seuche, die ich mitbringe, wird ihnen einen schnellen Tod und kein langes Siechtum  bescheren.

Damit verabschiedete sich der Tod und ging seines Weges.

Einige Zeit verging.  Der Tod  in Gestalt des Wanderers kam in dem Moment wieder zurück, als der Mönch erneut an seinem Baum saß und gerade beginnen wollte, zu meditieren.  Er erkannte ihn sogleich und lud ihn abermals ein, sich neben ihn zu setzen.

Dann stellte er seine Frage: „Wanderer,  Du sagstest mir, dass du die Absicht hättest, hundert Menschen zu töten. Reisende haben mir aber erzählt, dass Zehntausende an der Seuche, die Du mitgebracht hast, gestorben sind. Wie kann das sein?“

 Da lächelte der Tod geheimnisvoll und meinte. ICH habe nur 100 getötet, den Rest hat ihre eigene Angst umgebracht.

Eine alte Zen-Geschichte, neu erzählt von Angela

 


12 Kommentare

  1. Hawey sagt:

    Ja so iss es…… Angst frisst Leben

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  2. webmax sagt:

    Unsinnig und überdies sehr bezweifelbar.
    Wer will hier so unmittelbar nach dem starken Beben zweifelsfrei „Herzattacke“ als Todesursache festgestellt haben? Wie war der körperliche Zustand vorher? Wo ist der Unterschied zur Panikattacke?

    Obwohl mangelnde Bildung durchaus tödlich sein kann:
    Ein Freund von mir, vor Jahren als Ingenieur für einen amerikanischen Straßenbaukonzern in Afrika tätig, sollte von der Westküste in die Hauptstadt zur Zentrale fliegen; mit der firmeneigenen viersitzigen Piper, der Nichte des Diktators und zwei Novizen an Bord kam das Flugzeug nach dem Start von einer Mission, wo es auch gewartet wurde, auf 800 Fuß Höhe, als plötzlich die Scheiben schwarz würden und der Motor ausfiel.
    In der plötzlichen Stille, während er damit beschäftigt war, das Flugzeug abzufangen, sprangen hinten die beiden Neger aus dem Flieger; auch die Nichte neben ihm macht solche Anstalten, bis er sie bewusstlos schlug.
    Der Versuch, auf dem langen, schmalen Sandstrand zu landen, ging beinahe gut, bis sich eine tief wachsende Palme in den Weg stellte.
    Er, im Gurt über Kopf aus der Kanzel hängend und die bewußtslose Frau auf dem Strand wurden nach drei Stunden geborgen – einheimische Fischer hatten den Unfall gesehen und die Mission verständigt. Von den beiden Missionarsschülern wurde nach Tagen nur einer, haizerfressen angespült.
    Mit einem dauerdefekten Knie und einem Rückenleiden hat mein Freund und die Frau überlebt. Eine Öldruckleitung am Motor war nicht fest verschraubt worden.

    .

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  3. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  4. Sehr schön dargestellt, was Angst mit uns macht. Danke für den gelungenen Artikel, liebe Angela.

    Gefällt 1 Person

  5. Thom Ram sagt:

    Die Geschichte trifft ins Schwarze.

    Es kommt vor, dass Maulwürfe auf geteerten Strassen tot aufgefunden werden, welche nicht überfahren worden waren.
    Herzuntersuchungen haben ergeben: Herzinfarkt.
    Interpretation: Panik, dass weit und breit kein Boden ist, da sich der Maulwurf einbuddeln kann.

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  6. Thom Ram sagt:

    Webmax

    „Unsinnig und überdies sehr bezweifelbar“

    Jeder darf alles als bezweifelbar oder als unsinnig bezeichnen. Doch erklären sollte er sein Urteil schon. Ich für meinen Teil verstehe den Zusammenhang zwischen deinem Urteil und der dramatischen, traurigen Geschichte nicht.

    Hinweis, nein, Frage: Es scheint also vorzukommen, dass du Unsinniges bezweifelst?

    Gefällt 2 Personen

  7. webmax sagt:

    Hi thom,
    etwas unglücklich ausgedrückt, gebe ich zu.
    Den Paniktod bestätige ich mal – die Neger haben sich wohl ähnlich gefühlt wie die Maulwüfe- obwohl er im Gegensatz zu meiner Geschichte vielleicht mehr auf unumkehbar getroffenen Fehlentscheidungen oder auch sehr anstrengenden Fluchtbemühungen beruhen könnte.

    Das Unsinnige sehe ich nach meinen Asienerfahrungen in der Schnelldiagnose bei den Toten vor Ort. Aber da hast du als Ansässiger sicher mehr Erfahrung.

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  8. katja sagt:

    Also wenn Angela oder sogar mehrere hier wirklich in der Lage sind ihren Herzrhythmus oder andere (für Normalsterbliche unfreiwillige) Körperfunktionen willentlich zu verändern (das ist Yoga für wahrlich Fortgeschrittene), dann würden mich schon die Handbücher zu diesem Können interessieren! Tolle & Co. traue ich das nicht zu. Wenn ich einen Guru treffen würde, der mir Tee einschenkt und nicht damit aufhört, obwohl ich mehrmals „danke“ und dann „stop!!“ sage, bis die Kanne leer und der Boden nass ist, dann würde ich mich nur ärgern und das als Besserwisserei empfinden.

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  9. Pieter sagt:

    katja
    05/08/2019 um 14:50
    katja, auch mir gelingt es Herzschlag und Atmung zu beeinflussen. Ich hatte keinen speziellen Lehrer, keine schlauen Bücher.
    Es passierte eines Tages ganz von selbst während einer wirklich tiefen ungestörten Meditation. Einfach nichts denken nichts fühlen nichts hören, das war das Ziel, nicht etwas Atmung verlangsamen oder den Herzschlag. Es war die bisher längste Meditation die mir gelang, erst in der wieder bewusst werden Phase bemerkte ich verlangsamte Herzschlag und Atmung.
    Ich versuche es immer wieder, nicht mit einem bestimmten Ziel, einfach nur eine tiefe Meditation. Es gelingt immer öfter.

    Gefällt 1 Person

  10. Mujo sagt:

    @Angela

    Schöne Geschichte, und nachvollziehbar.

    Es ist der extreme Stress in Angstsituationen der zu sowas führt. Vor allem bei älteren deren Herz ohnehin Starken Belastungen nicht mehr so gewappnet ist kann ich mich es gut vorstellen.
    Kulturbedingt in Indonesien wo der Glaube eine sehr Starke Rolle spielt, sind ja Naturkatastrophen eine von Gott gewollte Bestraffung für Menschliches Fehlverhalten. Wer daran fest glaubt, ist dem Ausgeliefert.

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  11. Vollidiot sagt:

    Mit Autogenem Trainihg kann man Pülsken und Atemfrekwenz gut beeinflussen.
    Wenn ick de Beene kann wärmen, dann kann ick ooch Luftholen und Herzschlag runterdimmen.
    Sag ich doch normal: Herz und Atem sind ganz ruhig und gleichmäßig.
    Anjeraten is aba, keenen Sprint danach zumachen.
    Darum zumachen und net zu machen!!
    Es sind natürlich auch Affirmationen der Art „Ich bin frei und frei von Angst“ möglich……………………

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  12. Vollidiot sagt:

    Mujo

    „sind ja Naturkatastrophen eine von Gott gewollte Bestraffung für Menschliches Fehlverhalten“

    Ist sowas Blödigkeit oder ist’s ein Rest überlieferten Wissens (mit unklarer Wirkmächtigkeit) aus der Zeit, in denen die Menschen noch näher „am Geiste“ waren?
    Ich denke, daß Du mit „Bestraffung“ net gänzlich fehl gehst, denn Straffung tut allen gut.

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