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Plauderplauder / Regengottspielchen

Mittlerweile bin ich es (fast) gewohnt. Wenn ich lange Strecke fahre (Zweirad mit Motor), denke ich „trockenes Fahren“, sehe mich regenfrei blöcheln, und bereits x mal hat das gefunktionieret, vor mir war Regen (nasse Strasse) und hinter mir war schweres Regengewölks, ich im Trockenen.

Letztes Mal foppte mich Jonas (mein Wettergott) mit dreimal den Hahn auf- und zumachen vor meinem Start, den er dann aber meiner Denke gemäss trocken gestaltete:-)

Für heute nun hatte er sich ein weiteres Spielchen mit mir ausgedacht.

Es begann natürlich gestern: Ich dachte mir trockene Fahrt für heute (Java – Bali). Es regnete dann bis nachts um 01:00, dann pennte ich, und um 05:00, als ich erwachte, war kein Regen da.

Ich freute mich, traute der Sache aber nicht so recht. Und hatte recht, dass ich nicht recht traute; um 05:15 drehte Jonas den Hahn auf, und er liess in Stärke7 schütten (Skala 1bis10). Nur Ruhe bewahren, dachte ich und dachte mir, bei sechs Uhren trocken zu starten. Um 05:55 liess der Regen nach, um 06:00 war er weg, und ich fuhr furztrocken.

So weit, so im Westen nichts Neues. Dass ich „danke“ sagte, ist selbstverständlich.

Tja, aber.

Als ich in Bali der Fähre entstieg, was erblickete ich? Massiges Regengewölkes in meiner Fahrtrichtung. Ui. Ob ich das schaffe? Ich fuhr drauf los, mir eine Trockenschneise vorstellend. Bei km 45 war mein Denken zu schwach, es goss unmissverständlich auf mich nieder. Hm, fragte ich mich, was soll das, will Jonas mit mir spielen etwa? Ich wählte diese zweite Ueberzeugung, fuhr im Regen weiter, indes einheimische Mofafahrer sich Unterstände suchten. Erst hielt ich stur an meiner Trockenschneisenvorstellung fest, doch dann fiel mir meine Sturheit auf und es mir fiel genialerweise ein, dass neue Spiele neue Regeln beinhalten, und dass ich mich nach denen richten müsste, um gewinnen zu können und nicht disqualifiziert zu werden. Grübel, Grübel, welches Spiel meint Jonas nun?

Ok, ich fasste Entschluss. Ich schickte den klaren Gedanken: „Ich ergebe mich dem Regen, Jonas, du Lieber Guter du, und ich fahre bis zur gewohnten Raststelle bei km80. Dort werde ich einen heissen Tee trinken und eine Zigi rauchen, und danach ist die Luft trocken.“

Jonas schonte mich, es regnete lediglich Stärken 2 bis 4, trotzdem wurde ich nass, denn mein 20 jähriger Coretex Anzug rünnt wie Papier. Fahrer von zwei Rädern mit Motor wissen, was Regen bedeutet. Fahrbahn rutschig, dadurch bremsen und kurven heikel, dumme Autofahrer haben davon null Ahnung, Glungge (Pfützen) können gefährlich sein, und das Schlimmste ist die eingeschränkte Sicht, wegen schönen Tropfen auf dem Visier. Reduziertes Tempo also, knurr, ich fahre lieber voll, und kam wohlbehalten an, Mofa ans Trockene, Jackett über den Stuhl, es bildete sich e schöni Glungge.

Betont langsam machte ich alles, um Jonas nicht zu bedrängeln. Langsam zum Klo, umständlich Latz auf und Latz zu (halbe Minute geschenkt), Tee bedächtig schlürfen (drei Minuten geschenkt), Zigi gefühlt alle halbe Stunde einen Zug. Und immer schiel schiel, wieviele Tropfen sich auf glatten Flächen zeigten. Die Zigi war fast fertig. Regen Stärke 4. Ich beschloss: Noch zwei Züge, dann mach‘ ich sie aus, also die Zigi, nicht die Regen.

Der Tropfen auf den Fliesen wurden weniger, weeniger, weeeniger und versiegten fast ganz. Alls das geliebte Zweizylinderchen startete, war Ende Tröpfeln.

Ich dachte nach oben; Du alter guter Bengel du, lieber Jonas, ich danke dir, Klassespielchen war das  🙂

Bis nach Hause herrschte Trockenheit, dies bei Grosswetterlage „Regen“, optisch wie auch auf der Wedderkaarde.

Thomchen Ramchen, 21.06.06

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4 Kommentare

  1. chaukeedaar sagt:

    Habs dir ja das letzte Mal gesagt, wieso am Wetter zerren? Annehmen ist der Pfad des Weisen, he, he
    Wenn man lange genug wartet, hörts immer auf, sagt der Skeptiker.
    Ich freue mich auf die nächste Regengeschichte 😀

    Gefällt 2 Personen

  2. thom ram sagt:

    Chaukee

    Schpile isch luschtiger.

    Gefällt 4 Personen

  3. petravonhaldem sagt:

    ich bin begeistert ob der köstlichen Erzähle.
    Danke.

    Ja, die Elementarwesen spielen wirklich gerne,
    aber sie haben auch schon was abgeglotzt vom hiesigen Spiel,
    was da heißt: „Geschäft ist Geschäft“ :).

    Noch weiß ich nicht so ganz genau, ob das d a s Spiel ist,
    das unser guter schillernder Friederich meinte als er schrieb oder sagte (weiß man’s?)

    „Nur da wo der Mensch spielt ist er ganz Mensch…“

    Na gut, wir haben als Kinder stundenlang „Kaufmannsladen“ gespielt……………………………

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  4. rechtobler sagt:

    Das Leben ist doch ein Spiel – also spielen wir es! Nur dürfen wir uns nicht wundern, wenn sich der Mitspieler (egal wer gemeint ist, Jonas oder sonst wer) zwischendurch sein eigenes Spielchen ausdenkt. 😉
    Zitat: „denke ich mir „trockenes fahren“.
    Ok, aber …. was ist im Begriff ‚trocken‘ implementiert? Genau, nämlich ’nicht-trocken’=nass!! 🙂 Also lieber Thom Ram, ein Gratistipp vom töfffahrenden Rechtobler (wahlweise Royal Enfield Bullet GT, Jg. 55 oder BMW F800Gt, Jg. 2013): stelle Dir die Fahrt bei strahlendem Sonnenschein vor und geniesse sie bereits im voraus. Jonas wird’s Dir verzeihen. 😀

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