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Über den Kampf Licht gegen Finsternis-2

Heute die erste Fortsetzung unserer Lewaschow-Übersetzung zum Kampf Licht gegen Finsternis – Teil 1 hier.
© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 16. März 0006 –
Kommentare von mir, Hervorhebungen ebenfalls.
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Nikolaj Lewaschow – Vom Kampf Licht gegen Finsternis

Bald nachdem die Jagd der „freien Schützen“ auf Swetlana und mich begonnen hatte, kam sie eines Tages von einem Treffen mit dem Unbekannten mit der Information zurück, daß David nicht auf Anrufe antwortet und selbst auch nicht anruft.
Swetlana und ich wußten, daß er zu dieser Zeit im Nahen Osten geschäftlich unterwegs war. Aber ein Gefahrensignal von ihm war nicht gekommen, scheinbar gab es keine direkte Gefahr für sein Leben. Aber nach dem Eintreffen des Alarmzeichens vom Unbekannten machten Swetlana und ich uns an die Arbeit, d.h. wir begannen ihn zu suchen.

Und mit unseren Methoden hatten wir ihn bald gefunden. Wir entdeckten David ohne Besinnung im Keller des Palastes ebenjenes arabischen Scheichs, mit dem er Geschäfte im Nahen Osten machte.
Das Gebäude des Palastes war rechteckig, innerhalb befand sich ein riesiger innerer Garten, wie das im Osten so üblich ist, und es gab nur einen Eingang-Ausgang aus diesem Palast. Im Hof selbst, im Innenhof gab es jede Menge bewaffneter Bediensteter des Scheichs. Natürlich hätten wir Davis Aufenthaltsort dem Unbekannten mitteilen können, aber… ungeachtet der Möglichkeiten unseres Freundes war uns klar, daß dies David nur wenig helfen könnte. Und eher würde eine offizielle Aufregung, ohne die es in einem solchen Falle unmöglich abgehen würde, entweder dazu führen, daß man Davids an einen anderen Ort verbracht hätte, oder man würde ihn einfach verschwinden lassen.
Für uns war die eine wie die andere Variante nicht annehmbar, und deshalb fanden wir eine Dritte, genauer: ich versuchte diese dritte, meine eigene Variante umzusetzen.

Wir hatten gleich herausgefunden, daß man David eine hohe Dosis Drogen gespritzt und ihn dann schon in bewußtlosem Zustand in eine der Zellen im Kellergefängnis beim Palast des Scheichs gesperrt hatte .
Die Wachleute waren derart überzeugt davon, daß mit einer solchen Dosis in seinem Körper David nicht nur nicht weglaufen kann, sondern sich nicht mal rühren kann, so daß sie seine Zelle nicht abgeschlossen hatten. Man hatte ihn einfach wie ein Stück Holz dort hingezerrt und auf den Boden der Zelle fallen lassen, sogar ohne ihn zu durchsuchen und ihm Ausweis und Autoschlüssel abzunehmen.
Durchaus möglich, daß man ihnen einfach nicht den Befehl dazu erteilt hatte, und die Leute des Scheichs hatten nicht gewagt, da Eigeninitiative zu zeigen. Offenbar wurde solche „Eigenständigkeit“ vom Scheich nicht sonderlich belohnt.

Wie auch immer, David lag bewußtlos auf dem Zellenboden. Das erste, was ich beschloß zu tun, war die Drogen, die man ihm gespritzt hatte, zu zerlegen und ihn in den Normalzustand zurückzurufen. Die beschleunigte Zerlegung der Drogen in seinem Körper war sehr schmerzhaft, aber ich hatte keine andere Wahl. Nach einiger Zeit kam David zu sich und ich konnte mit ihm telepathisch Verbindung aufnehmen.
Nachdem ich ihn aus dem Drogenschock herausgeholt hatte, mußte ich noch seine Regeneration fortsetzen, denn er bekam so etwas wie Entzugserscheinungen. Und obwohl der Prozeß der Regeneration schnell vor sich ging, war das Ganze für David bei dieser Beschleunigung durchaus kein Zuckerschlecken!

Bald war er schon bei vollem Bewußtsein, im Stande sich selbständig zu bewegen und es tauchte das nächste gewohnte Problem auf: was weiter tun? Und obwohl die Zellentür sich als nicht abgeschlossen erwies, war der ganze Innenhof des Scheich-Palastes voll von dessen bewaffneten Leuten – abgesehen von den Bediensteten, Gästen, Verwandten usw.
Es war natürlich schön, daß er jetzt frei war, aber was mit dieser Freiheit anfangen?
Denn er steckte ja immernoch in der Kellerzelle! Und hier kam mir eine Idee in den Kopf!

Als Student hatte ich einen Umstand festgestellt, der mit mir zusammenhing. Es kam vor, daß ich so vor mich hin ging und … mir entgegen kam ein Mensch, der wenn er dich sieht, mir unbedingt ein Gespräch von mindestens einer Stunde aufdrängt, und ich hatte dazu weder die Zeit noch den Wunsch für solch Geschwätz.
Wobei ich mich nirgendwohin verdrücken konnte, und da… ich erinnere mich, daß ich einmal ganz stark wollte, daß dieser Mensch mich einfach nicht bemerken sollte! Ich ging also weiter meines Weges und erwartete jeden Augenblick, daß er mich anspricht. Und siehe da, stellt euch vor, dieser Mensch geht direkt auf mich zu, seine Augen streichen über mich hinweg und … nichts, er geht einfach vorbei und bemerkt mich nicht!
Als das das erste Mal geklappt hatte, dachte ich, daß mein Bekannter einfach in Gedanken gewesen war und aus diesem Grunde mich nicht beachtet hatte. Aber später erfuhr ich von ihm selbst, daß er mich gerade an jenem Tage gesucht hatte und losgegangen war, um mich auf meinem Heimweg abzufangen. Dies konnte auch noch ein Zufall gewesen sein, aber… ich beschloß, das zu überprüfen, und konzentrierte mich manchmal speziell darauf, daß meine Bekannten mich nicht bemerken sollten, und … sie bemerkten mich auch nicht.

Wenn ich das beim ersten Mal noch ganz intuitiv gemacht hatte, so schuf ich bei den anderen Fällen schon ganz bewußt die Bedingungen, daß die Leute mich nicht sehen sollten. Wenn das Gehirn des Menschen durch sein Auge nicht mein Bild bekommt, dann kann mich der Mensch nicht sehen, und dazu mußte ich es nur so anstellen, daß mein sichtbares Bild auf dem Wege vom Augengrund bis zu den optischen Zonen der Großhirnrinde des Menschen verschwand.
Später habe ich viele Experimente gemacht, um diesen Prozeß detailliert zu erforschen., und habe das Gewünschte erreicht.

Daran erinnert, schlug ich David vor, ihn unsichtbar zu machen! Er fragte mich, was ich damit meinte, mit den Worten „unsichtbar machen“, und ich erklärte ihm meine Idee. Früher habe ich das allerdings nie in solchen sehr kritischen Situationen getan und vor allem nicht mit anderen Menschen, aber es gab keine andere Wahl, alle Handlungen des Scheichs deuteten darauf hin, daß er David nicht lebend entkommen lassen würde.

Also machte ich mich an die Arbeit. Ich schuf ein maximales Niveau von Unsichtbarkeit rund um David, wir wünschten ihm viel Glück und … er trat aus der Zelle in den unterirdischen Korridor. Swetlana und ich ließen ihn für keinen Augenblick allein, und für alle Fälle war ich bereit, auch anders einzuwirken, falls man David bemerken würde.
Er ging ruhig, aber jedes Mal, wenn Wächter oder einfach Bedienstete des Scheichs an ihm vorbeigingen, sahen und spürten wir, wie er sich anspannte.
Aber niemand nahm ihn wahr, und er ging gemächlich durch den ganzen Innenhof, genauso ruhig lief er an der bewaffneten Wächtern am Tor vorbei und … ging zu seinem Auto, das nach wie vor auf dem Parkplatz vor dem Palast stand, und die Schlüssel hatte er ja immernoch in der Hosentasche seines eleganten Anzugs von einem bekannten Coutourier.
David setzte sich in sein Auto und verließ schleunigst die „gastfreundliche“ Oase, in welcher der Palast des Scheichs sich befand. In allen Etappen seiner sehr ungewöhnlichen Flucht aus der Gefangenschaft hatte ihn niemand beachtet, sogar dann, als er mit seinem Auto vom Parkplatz vor dem Palast weggefahren war.
David konnte mit seinem Auto ungehindert zum Flugplatz gelangen und das Land verlassen. Wie er später erzählte, ging David und erwartete buchstäblich jeden Moment, daß ihn jemand sieht und alles auffliegt, aber … dies, so erstaunlich das für ihn auch war, geschah eben nicht!

Wie sich später zeigte, wollte niemand ihm das Vorgefallene glauben, nicht mal seine Freunde, die ihn gut kannten – so unwahrscheinlich war seine Erzählung von der Flucht aus der Gefangenschaft des arabischen Scheichs. Aber es war die Wahrheit.
Einer seiner Freunde, Edward, der ihm nicht glauben wollte, erhielt eine Bestätigung von der Wahrheitsnähe von Davis Erzählung durch seine eigene Erfahrung. Edward wurde später unser Freund.
Aber eines nach dem anderen!

Einige Zeit später nach diesen für die meisten so unwahrscheinlichen Ereignissen wandte sich David an uns mit der Bitte, seinen Freund Edward zu suchen, der spurlos verschwunden war. Durch seine eigene sehr ungewöhnliche Erfahrung der Rettung vermutete er, daß besser als wir ihm wohl kaum jemand würde helfen können.
Er teilte uns Daten von Edward mit, und von seinem Aussehen, und wir machten uns an die Arbeit. Edward war von der sizilianischen Mafia entführt worden und wurde in einer von deren Villen bewacht. Die Situation wiederholte sich also, nur mit dem Unterschied, daß Edward eingeschlossen war und nicht mit Drogen vollgepumpt.
Ich befahl dem Wächter, die Tür zu dem Zimmer zu öffnen, in dem Edward festgehalten wurde, den Gefangenen rauszulassen und sogleich alles wieder zu vergessen; und Edward machte ich für alle anderen unsichtbar, und so konnte er in Ruhe den Ort seiner Einkerkerung verlassen.
Die Mafia-Villa befand sich in einer Stadt und Edward verschwand bald, nachdem er die unheilbringende Villa verlassen hatte, im Gewühl der Menge auf der Straße. So wurde Edward Augenzeuge des Effektes der Unsichtbarkeit im Verlauf seiner eigenen Befreiung aus der Haft und zweifelte danach schon nie mehr an der Richtigkeit von Davids Erzählung.

Nachfolgend wurde auch Edward unser Freund, aber leider wurde er etwa ein Jahr nach seiner ungewöhnlichen Rettung ermordet… Er war einer der ersten von unseren Freunden, der im unbekannten Krieg gegen die Parasiten starb. Leider war er nicht der letzte umgebrachte Freund.
Für mich war es immer schwer, Freunde und Mitkämpfer zu verlieren, und wenn so etwas geschah, dann fühlte ich mich stets unwohl, weil ich lebte und mein Freund starb.
Das war ein sehr schwerer Seelenzustand, das könnt ihr mir aufs Wort glauben. Aber auch wenn ich mich bemühte, ich schaffte es nicht, alle zu beschützen.
Ein Krieg bleibt freilich immer ein Krieg, aber wenn die Besten der besten ihr Leben hingeben, dann bewegen stets Traurigkeit und Schwermut die Seele, weil solche Menschen ihr Leben opfern und diejenigen, für die sie das tun, nicht mal den kleinen Finger rühren und die Philosophie vorziehen „Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts!“

(Fortsetzung folgt)

Quelle: Nikolaj Lewaschow. Der Spiegel meiner Seele. Band 2 S. 320/334


4 Kommentare

  1. jpr65 sagt:

    Nikolaj Lewaschow – der Jedi

    Für viele kaum zu glauben, dass das möglich ist. Aber ich erlebe einiges davon täglich selbst…

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  2. thom ram sagt:

    Es zu glauben wird mir erleichtert durch zweimaliges Erleben.

    Als aktiver Organist, der fleissig übte, besuchte ich ziemlich regelmässig das Restaurant neben der Kirche und genehmigte mir nach zwei Stunden der Arbeit einen Kaffee. Alle Bediensteten kannten mich. Mir waren alle Bedienstete bekannt.

    Zwei Male, da war ich beim Kaffee trinken wollen ganz klein. Ich fühlte mich so, ich war nicht gut drauf, ich war müde, ich dachte nichts, sass da, im Restaurant, am Tisch, auf Stuhl, leer, klein. Die einzige Erwartung, die ich hatte, war, das die Bedienstete mich fragen werde, ob ich meinen üblichen Kaffee wolle.
    Die aber fragte mich nicht. Die ging an mir vorbei. Sie sah mich nicht. Als sie zweimal an mir vorbeigegangen war, ohne mich zu beachten, rief ich sie, nun doch ein bisschen äh verärgert. Sie bekam Kartoffelaugen. Sie staunte. Sie sagte, sie habe mich nicht gesehen.
    Bitteschön. Das Restaurant war ziemlich gross, und da, morgens um 10 und nachmittags um 3, da waren zwei oder sechs Gäste. Sie hatte mich nicht gesehen.

    Dass solch Zustand des Unsichtbarseins möglich ist, ist für mich somit Empirie, ich hatte es zweimal dortens erlebt.
    Diesen Zustand herbeizuführen, ist eine erlernbare Kunst, so meine ich.

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  3. Wolf sagt:

    thom ram
    17/03/2018 um 00:00

    „Unsichtbar“ machen

    Auf der Infanterieschule wurde mir während der Jägerausbildung beigebracht, wie man sich der Aufmerksamkeit des gegenüberliegenden Jägers entzieht. Das Prinzip funktioniert verblüffend oft auch im menschlichen Alltag und in der „freien“ Natur gegenüber anderen Tieren. Du hast Deine Anwesenheit im Restaurant unbewußt auf ein Minimum reduziert. Diesen Zustand herbeizuführen, ist tatsächlich eine erlernbare Kunst – ähnlich wie Yoga.

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  4. Wolf sagt:

    zu Wolf um 00:54

    Die Zeit als Jäger war für mich die freieste Zeit meines Lebens. Nicht wegen der (von mir bewußt und gewollt ungenutzten) Möglichkeit zu töten, sondern wegen der persönlichen Freiheit des Seins. Als ich zum Jäger wurde, konnten meine Augen plötzlich schärfer sehen! Heute sehen meine Augen viel schlechter. Ich denke, die Natur hat dafür gesorgt, daß Schafe nicht gut sehen können, was mit ihnen passiert. Meine Augen werden bald wieder schärfer sehen können.

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