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Weltbewegendes / Kinder / Räume

Was ich als Lehrer und Papa über viele Jahre erfahren, das erfahre ich hier als sowas wie Pflege-Opa. Seit zwei Jahren macht Agus alles, was nur irgendwie geht, mit mir gemeinsam, und in zunehmendem Masse ent-wickelt er Kreativität, dass es eine Freude ist, macht und schafft, aus eigenem Antrieb, wie aus heiterem Himmel, dies und das und noch etwas – ohne dass er mich dabei um Hilfe bitten würde.

Ich habe schon mal ein Schlaglicht darauf geworfen, hier.

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Neulich habe ich ihm einen grossen Block mit gutem Papier gekauft. Er nahm es zur Kenntnis, versorgte den Block. Vor vier Tagen begann er zu zeichnen – dann war es genug, und er versorgte den Block. Gestern, unvermittelt, lag er wieder am Boden und zeichnete weiter.

Ob nun fertig oder nicht, wen kümmert es. Solch Werk ist immer fertig und ist nie fertig. Ich erinnere an Picasso, der legte etwas hin, genial, dann, zack, fuhr er manche Male über die ganze Chose und machte etwas Anderes draus.

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In meinem Auge ist das, was der Siebenjährige in der linken Hälfte zeichnet, reich inspiriert – ich betrachte es gerne und lange.

Wenn er mich fragend anschaut, dann sage ich die einfache Wahrheit: „Mir gefällt es gut.“

Ich sehe einen Drachen, doch stelle ich selten die blöde Frage, was „das denn sein soll“, so auch hier nicht.

Wenn schon, dann würde ich es genau andersrum machen und einfach feststellen, dass ich einen Drachen sehe. Das wäre dann entweder Bestätigung für das Kind, wenn es denn einen Drachen gedacht hatte, oder es wäre belustigend für das Kind, dass ich so dämlich bin, nicht zu sehen, was die Zeichnung in Wirklichkeit darstellt.

Die Fotos lassen sich vergrössern.

Räucherstäbchenhalter ist notwendig, wir haben starken Ostmonsun. Die Blickrichtung zeigt ziemlich genau ge’n Norden, hihi.

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Wie komme ich dazu, auf bb, da wir weltbewegende Themen – schwerschwanger gehen, eine Kinderzeichnung rauszuhängen?

A) Weil sie eine der vielen Bestätigungen dessen ist, was ich oben sagte. „Schaffe dem Kinde die Räume, die es braucht, und es entwickelt sich gemäss seinen Anlagen.“ In jedem Kinde schlummern deren Viele.

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War mal ein Gast auf bb, der sagte gefühlt 100 mal, dass Kindern keine Grenzen gesetzt werden sollen müssen dürfen. Das ist für mich lebensfremd und lebensverneinend.

Beispiel: Hier werden alle Kinder, genau so wie in Europa, konstant in Versuchung gebracht, Gesundheitsschädigendes zu fressen und zu saufen, alles schön verpackt, alles schön gezuckert oder mit giftigen Geschmacksverstärkern drin. Da haben wir eine einfache Regel aufgesetzt und durchgezogen: Sonntags sind Süssigkeiten und so Zeugs ok, Montag bis Samstag nicht, null nicht. Nach nur drei Wochen Anlauf war das integriert. Kein tägliches Genörze und Gezwängel und Bitteln und Betteln nach dem Zeugs. Sonntags lachenden Auges das im Munde so Gute geniessen…interessanterweise will das Kind nicht viel, ein paar Kekse oder mal ein Fanta oder so. 

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B) Was ich im Grunde sagen will:

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Um eine bessere Welt zu schaffen, stehen zwei Hauptaufgaben an: 

Ich durchlüfte und durchlichte mein Inneres.

Ich sorge dafür, dass Kindern in meinem Kreise die Gelegenheit zu Entfaltung geschaffen wird.

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thom ram, 18.07.05, Beginn des Neuen Zeitalters, da Kinder so sein dürfen, wie sie sind.

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9 Kommentare

  1. Schöne Zeichnung, ich sehe auch einen feuerspeienden Drachen hinter dem Berg.
    Drachen sind eine schöne kraftvolle Symbolik, gerade für Kinder, aber auch für Erwachsene 😉

    Auch bei uns gab es Essensregeln, zum Beispiel sich nur so viel auf den Teller zu tun, was man auch essen konnte.
    Es sollte möglichst wenig weggeworfen werden.
    Auch gab es die Regel zu fragen, ob jemand aus der Familie auch Interesse hatte, wenn auf dem Weihnachtsteller besondere Süssigkeiten lagen, die teurer waren und die aber von allen favorisiert wurden; hatten noch andere Jeeper drauf, wurde oft die Süssigkeit geteilt.
    Solche Regeln finde ich sehr sinnvoll. .

    Was die Grenzenlosigkeit in der Kindererziehung angeht, da habe ich ein gutes Beispiel aus eigener Familie.
    Der Mann meiner Schwester hatte ein Buch gelesen über den Yamomami Stamm, deren Kinder in völliger Freiheit aufwachsen dürfen.
    Dieses versuchte er bei seinem ersten Kind zu praktizieren.
    Dabei kamen dann schon so eigenartige Geschehen vor, wie in einem offenen Baumhaus zu sitzen, ohne Umrandungsbegrenzung, und sich keine Gedanken zu machen, dass das Kind herunterfallen könnte. Er begründete es mit der Aussage, dass das Kind die Gefahr ahnen würde.
    Das Kind war da gerade mal eineinhalb Jahre alt.

    Beispiel zwei, selbiger Junge.
    Wir wollten spazierengehen im Park, mussten dafür einige grosse Kreuzungen überqueren und auch ca. 10 Minuten an Hauptverkehrsstrassen entlanggehen. Der Junge war mittlerweile 2 1/2 Jahre alt, ein sehr lebendiges Kind, welches ungestüm durch die Welt raste.
    Irgendwann riss er sich los von der Hand der Mutter und raste los, Berg runter, auf die Kreuzung zu.
    Vater ganz unberührt meinte nur „lass ihn, er weiss schon wann er aufhören muss“
    Mutter starb derweil tausend Tode, ich auch….
    Kind hörte nicht auf zu laufen, so dass wir irgendwann doch hinterherliefen und das Kind gerade noch retten konnten, bevor es auf die Kreuzung lief.

    Das Kind hatte Tobsuchtsattacken, Schreiphasen, war unhaltbar in seinem Verhalten, überhaupt nicht fähig sich in soziale Gemeinschaften einzufügen.
    Irgendwann beschloss meine Schwester die Haltetherapie nach Irina Prekop anzuwenden, da ihr Kind „grenzenlos“ andere Kinder malträtierte im Kindergarten.
    Es war grauslig für sie, für das Kind, als auch für uns Zusehenden, es ging an die Substanz von allen, war kräftezehrend.

    Der Durchbruch kam irgendwann, während einer fast dreistündigen Halteaktion.
    Das Kind in ihren Armen schrie, strampelte, beschimpfte sie auf das Übelste, schrie immer „lass mich los“
    Die Mutter antwortete immer denselben Satz „mein Kind ich liebe dich, aber es wichtig dass ich dich jetzt festhalte“
    Irgendwann kam die Antwort des Kindes, ich möchte fast sagen, die Antwort der Seele…..

    Und immer wenn ich dieses schreibe oder erzähle, merke ich wie berührt ich bin, es treibt mir die Tränen in die Augen, weil es so wahr ist.

    Mitten im Schreiwahn rief er auf einmal ganz laut „ich will dass Du mich festhältst !!!!“

    Da wusste meine Schwester, dass sie das Richtige getan hatte; danach gab es nur einmal noch eine kleine Schreiattacke, dann waren sie durch mit dem Thema.

    Eine weitere Bestätigung kam einige Monate später, wo zwei Freunde des Sohnes bei ihnen übernachten sollten.
    Der kleine Knirps, nun fast schon 4 Jahre, erklärte seinen Freunden was sie spielen wollte und sagte mittendrin ganz stolz“ ach ja, und nur dass ihr es wisst: es gibt bei uns Regeln“

    Regeln waren nichts Böses für ihn, sondern ein wichtiges Medium im Miteinander, damit das Leben mit anderen auch möglich war.

    Aus diesem Jungen ist ein kritischer, musikalischer und vielseitiger junger Mann geworden, der zwar immer noch Regeln nicht immer für passend hält, aber ein sehr selbstbestimmtes Leben führt, sich die Nischen wählt wo er in einer gewisen Freiheit leben kann.

    So, das wurde jetzt etwas länger, fand es aber wichtig aufzuzeigen, dass man die gegebenheiten eines archaischen Stammes nicht auf unsere Welt
    1 : 1 umsetzen kann, so wie es mein Schwager versucht hatte.
    Grenzen sind wichtig aufzuzeigen und mir haben diese Grenzen nicht geschadet.
    Uns wurde gezeigt dass man nicht auf eine Herdplatte fasst, die angeschaltet ist, hatten zuvor Gas und Ofen, da war Feuer sichtbar gewesen.
    Wir wurden auch auf die Besonderheiten unseres Flusses hingewiesen, dass man da nicht überall baden durfte, da zu gefährlich.
    Auch was Überqueren von Strassenkreuzungen angeht (und das war bei uns auf einem kleinen Dorf) gab es gewisse Verhaltensregeln.

    Gefällt 1 Person

  2. thom ram sagt:

    Marietta 17:29

    Deine Beschreibungen decken sich mit meinen gesamten Erfahrungen, deine Schlussfolgerungen sind die meinen.

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  3. Sehr gut Thom, denn meine Schwester und ich mussten uns heftigste Vorwürfe gefallenlassen von ihrem Männe, wie sehr wir doch das Kind in eine Form zwingen würden mit unserem Gedankenansatz.
    Schön dass die Kinderseele die Wahrheit dann ausgesprochen hatte.

    Danke für deine Erfahrungsbestätigung.

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  4. DerDeutsche sagt:

    Irgendetwas sagt mir, daß ich in diesem Leben kein Vater sein werde. Sollte sich mein Verstand irren bzw. meine Seele einen anderen Lebensplan haben, dann ist Eines sicher:

    Mein Kind wird niemals eine System-Schule betreten. Dort wird nicht dafür gesorgt, daß die Kinder sich nach ihren Anlagen frei entfalten können, sondern es werden in diesen Umerziehungslagern gehorsame, emphatielose, nichts hinterfragende (und im Fall der BRD: vom Selbsthass zerfressene) Konsum- und Arbeits-Sklaven aus ihnen gemacht.

    So sehr kann ein Bewußt gewordener Mensch sein eigen Fleisch und Blut nicht hassen, um ihm solch eine seelische Folter anzutun. Schlimm genug, daß 99,9 % der BRD-Sklaven-Eltern der Ansicht sind, das aktuelle Schulsystem sei gut und „alternativlos“.

    Nach dem altbekannten Motto: „Die erbittertsten Feinde der Freiheit sind die Sklaven, die nicht wissen, dass sie welche sind.“

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  5. thom ram sagt:

    Marietta 17:58

    Ich will es erläutern.

    Ich hatte in meiner Lehrerzeit viele viele Kollegen. Jeder Lehrer hat seinen Stil, seine eigene Art im Umgange mit Kindern. Ganz früh konnte ich eine Lehrerin beobachten, bei welcher die Kinder sehr sehr sehr glücklich waren. Sie wurde dann meine Ehefrau, nebenbei angemerkt.
    Sie hat besondere Gaben: Sehr schnell weiss sie von Kindern das Wichtigste von deren Herkunft, von deren Umfeld. Sehr schnell erkennt sie die Stärken und Schwierigkeiten von Kindern, nicht nur kognitiv. Sie gibt klipp klare Regeln, ohne Drohfinger oder gar Gehässigkeit, sondern einfach so, damit Kommunikation, damit Konzentration, damit eine frohe, ruhige Grundstimmung vorherrscht. Diese Regeln wären der Graus für jeden Regelablehner. Bei Frontalunterricht, da war es einfach mucksmäuschenstill. Sprechen tat ein Mensch, entweder der Lehrer oder ein Schüler.
    Oh Graus?
    Die Kinder legten hervorragende Fortschritte in den Schulfächern hin. Das war aber nur das Eine. Noch eindrücklicher eben gerade die Kreativität, welche diese Schüler entwickelten. Beim endgültigen Abschied von Frau Lehrerin boten diese Viert- und Fünftklässler Kurzansprachen, Lieder, Kurztheater, sie brachten Geschenke und….viele heulten, weil Frau Lehrerin, die geliebte, ging.

    Ein Sekundarschullehrer mit einer Klasse von 30 13 – 15 Jährigen, der unterrichtete ausnahmslos immer mit offener Schulzimmertür. Jedermann durfte jederzeit reingucken oder sich darinne umsehen und umhören. Diese Schüler arbeiteten noch in den Lektionen 15-17 Uhr still, heiter, konzentriert. Man hörte mal den Lehrer was sagen, mal einen Schüler. Schüler, welche etwas zu fragen / zu zeigen hatten, warteten am Pult, in perfekter Schlange, gelassen geduldig. Heitere Gesichter mit offenem Blick.
    Ja zum Donnerwetter, wie hat der Lehrer das fertiggebracht? Durch Zuschauen, wenn Kinder den Unterrichtsfluss zu stören begannen, wohl? Nö. Klare Regeln, zum Schaffen von Räumen, aus Respekt vor den Kindern und deren tatsächlichen Möglichkeiten.

    Lehrer und Lehrerinnen dieser Gattung habe ich mehrere erleben dürfen. Die grosse Mehrzahl der Schüler besuchten und besuchen die Schule bei ihrem Vorbild Lehrer oder Lehrerin sehr gerne!

    Aber gell, Vorbild sei scheise, und Regeln seien Gefängnisse. Quark. Regeln ermöglichen Räume. Räume zeichnen sich dadurch aus, dass sie endlich sind, dass sie Begrenzungen aufweisen.

    Nicht zum Prahlen, als Hinweis gedacht:

    Meinen eigenen Kindern liess ich stets grösstmöglichen Freiraum – eben auch innerhalb von Grenzen. Das Interessante war dann die berüchtigte Pubertät. War da eine Auflehnung gegen uns, gegen Mama und Papa? Nö. Nix die Bohne. Als die 13 Jährige mit dem 20 Jährigen Lover sich es bitzeli doch zu nah einliess, wie wir fanden, dann sprachen wir eben mit dem grossen Kinde, erwogen, was wie weiter, fanden Lösungen.
    Aber nicht das ist der Punkt. Der Punkt ist: Wenn Kinder von klein auf Liebe und Vertrauen entgegengebracht wird, haben sie keinen Anlass, im tumultösen Alter der Pubertät frech oder und aufsässig oder und „ungehorsam“ zu werden.

    Gefällt 2 Personen

  6. berührt mich sehr Thom…..doch trifft es genau den Punkt, den ich gerne nochmal wiederolen möchte

    Der Punkt ist: Wenn Kinder von klein auf Liebe und Vertrauen entgegengebracht wird, haben sie keinen Anlass, im tumultösen Alter der Pubertät frech oder und aufsässig oder und „ungehorsam“ zu werden.

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  7. Elisa sagt:

    Bin ganz bei Euch, THOM und MARIETTA. Danke.

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  8. thom ram sagt:

    Marietta und Elisa,

    eure Texte lassen mich weiter erinnern und weiter denken.

    Ich werde jedesmal wütend, wenn Kindern geholfen wird, wenn sie eine vor einer bewältigbaren Herausforderung stehen. Das 18 Monatige, welches eine 20cm Stufe erklimmen will. Ich sehe es, es wird es schaffen. Mama aber rennt und verhindert dem Kind die Entwicklung; vermittelt dem Kind nämlich, dass sich Entwickeln Scheisse sei, indem sie das Kind von der Stufe entfernt, oder indem sie das Kind rauflüpft.

    Ich Pflegegrosspapi habe hier mit dem vifen Agus auch fast Täglich dies Thema. Er will etwas tun, es erweist sich als schwierig, ich weiss aber, dass er es schaffen kann. Tja, was mache ich? Ich sage: „Blödi du, du schaffst das.“ Und er schafft es in 80% der Fälle und erfährt, dass er fähig ist. Wenn er es nicht schafft, gebe ich ihm einen Tipp – und dann schafft er es. Das Resultat für sein gesundes Selbstbewusstsein ist dasselbe.

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  9. chaukeedaar sagt:

    Bin auch bei euch, meine Lieben. Ich habe auch den Genuss, die Resultate von antiautorititti Erziehung von aussen beobachten zu können. Diese Mutter verhält sich bei ALLEM so passiv, was ihre Kinder machen (man will ja WOHL nicht beinflussen…), dass die armen Kids von Klein auf einzig und alleine auf Aufmerksamkeit aus sind. Man tut dem Kind echt keinen Gefallen, lässt man es mit allen Erfahrungen alleine im Regen stehen… Wie Thom gesagt hat, erstmal selber versuchen lassen, ein Tip oder eine Erklärung im Nachhinein steht dem Fratz aber zu, sonst bräuchte es ja von Anfang an keine Eltern. Ist auch nicht besonders fair, wenn ich die Kleinen immer offenen Auges ins Messer laufen lasse, nur damit sie ihre eigenen Erfahrungen machen dürfen. Balance ist wie überall das halbe Leben. Weshalb die Natur auch zwei Eltern vorgesehen hat, das erhöht die Chance von Balance schon mal erheblich.

    Augus‘ Bild spricht aus dem Göttlichen. Freue mich.

    Herzlichst, der Chaukee

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