bumi bahagia / Glückliche Erde

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Hebe deine Augen auf / Gesegnete Momente / Zack, hin zu heute

Hebe deine Augen auf zu den Bergen,
von welchen dir Hilfe kommt.
Deine Hilfe kommt vom Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Er wird deinen Fuss nicht gleiten lassen,
und der dich behütet, schläft nicht.

.

Ich stiess soeben in der Kosmischen Tagesschau darauf und wurde, stracks, in helle Erinnerungen geworfen.

Wir sangen das damals auch.

Von der ersten Klasse bis rauf zum Schulabschluss mit Lehrerpatent gab es sich, dass ich immer in der besten Singklasse der jeweiligen Schule mich fand.

Ich hatte bislang nie bewusst darüber nachgedacht. Heute fällt es mir ein. So einfach war das.

Und Dankbarkeit erfüllt mich, spät, mit 68,5 Jahren.

Für mich war singen Selbstverständlichkeit. Dass wir in der Primarschule dreistimmig sangen, wir 52 (zweiundfünfzig) Schüler in einer Klasse, es war mir einfach selbstverständlich. Sonntags beim Abwasch mit meinen Schwestern sangen wir Mozart Zauberflöte und Don Giovanni, mehrstimmig, versteht sich.

Es ist die Wahrheit. Wenn wir eine Schule verliessen, verdrückte der Musiklehrer eine Träne.

Als Seminaristen sangen wir es als Klasse, oder wir drei Besten im Terzett. Wo wir hinkamen. Im Amphitheater, in Kirchen, durchaus auch mal auf dem Bahnhofplatz.

Gesegnete Momente.

Ich danke dem Schöpfer.

thom ram, 31.05.05 NZ

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Hebe deine Augen auf zu den Bergen,
von welchen dir Hilfe kommt.
Deine Hilfe kommt vom Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Er wird deinen Fuss nicht gleiten lassen,
und der dich behütet, schläft nicht.

.

.

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Und hier, als Wermuthstropfen, eine etwas weniger beseelte, aber klanglich sehr schöne Wiedergabe. Ich stelle sie ein, um zu zeigen, was Gutes man in diesem Gebäude an Stelle von Affentheater machen könnte. Erstaunlich, dass keine Zwischenrufe waren. Ich habe Grund zu vermuten, dass sich die paar Lamentarier während dieser sie vermutlich irritierenden zwei Minuten sich an Lokus oder Händigeem klammerten, um ihre verriegelten inneren Türen dicht zu halten.

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Das will ich unbedingt nachtragen. Ich habe, wieder neu auf diese sagenhafte Musik eingestimmt, weiteren Interpretationen nachgespürt, habe dabei gestaunt, wie viele Chöre ordentlich schön singen, obschon der Dirigent die Musik offensichtlich (die Körpersprache zeigt es) nix verstanden hat, und bin dabei nun auf eine in meinen Ohren Top – Interpretation gestossen. Klanglich so schön wie Tölzer und Wiener und Engelländer Sängerknaben. Wunderbarer Fluss, die Agogik schwingt. Ach, Geschwätz, sie singen so, dass die Botschaft zu Akustik wird, und dass die Akustik wieder zur Botschaft wird.

Danke, Sänger, danke Dirigent!

.

Das Folgende wird Wenige interessieren, einfach locker weiterklicken, lieber Leser, gelle. Ich denke nur laut Weltnichtbewegendes.

Dieses kleine grosse Musikwerk, in mir neu erklungen, es ruft den Musiker in mir aufs Tapet. Mein Magen windet sich, dass viele Dirigenten vor der Reprise einen fast ganz oder ganzen Schlag Pause machen lassen. Oben in den Versionen 1-3 allesamt. Wie ist sowas nur möglich. Es ist, wie wenn die Musik stürbe in dem Moment, und alles bisher Gesagte verliert die Wirkung. Die Glaubwürdigkeit geht flöten. So in meinen Ohren.

Das Stück ist in von mir geliebten Alla breve, das heisst, der Grundschlag, der Herzschlag also, der ist ruhig. Bei 52 Schlägen/Minute. Es ist der Herzschlag eines gesunden Menschen, wenn er sitzt und bedächtig ist.

Wie kommen Dirigenten (in hier nicht aufgeführen Interpretationen) dazu, die natürlich auch vorhandenen 104 Schläge/Minute zu fuchteln? Und wie ist es möglich, dass die Chöre trotzdem akzeptabel Schwingendes bringen? Weil die Sänger d Musig besser verschtande händ als ihre Schefs.

Alla breve! Eine solch wunderschöne Sache! Entspricht mir Löwe/Schütze. Grosse Bögen, welche jedoch nur leben können, wenn die kleinen Bögen die grossen Bögen im Auge halten und sie nicht statisch, sondern lebendig dynamisch gestalten (für mich nicht verständlich in Wort zu giessen, sorri). Alle vier Aufnahmen haben viel davon drin! Aufnahme drei mit den Knaben, deren Klang ich so sehr liebe, am wenigsten, Aufnahme vier am Meisten. Whuää. Aufnahme vier ist sowas von begeisternd.

Schluss mit Gelaber. Zubette geh, alt Mann.

Jaja, geh ja schon.

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4 Kommentare

  1. Vollidiot sagt:

    Und wieder dieses Externalisieren.
    Der Mensch delegiert sein Heil an einen Grändpa hinter canis mayor.
    Er WILL nicht begreifen, daß externalisieren nichts hilft.
    Intrinsisch muß es werden und sein.
    Dann darf er das auch singen – und versteht es besser.
    Nach dem Spruch: wessen Herz voll ist dessen Mund läuft über.

    Gefällt mir

  2. thom ram sagt:

    Volli 20:40

    Nein.

    Wer das singt, externalisiert möglicherweise, ja. Doch nicht jeder. Man kann das singen in höherem Bewusstsein. Dieses höhere Bewusstsein ist dem Tagesbewusstsein verschlossen. Wir haben das gesungen ohne zu externalisieren. Wir wussten, dass es so ist, wie wir es singend ausdrückten. Und vielen Sängern attestiere ich, dass sie Dasselbige tun.

    Gefällt 2 Personen

  3. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

    Gefällt mir

  4. thom ram sagt:

    Das will ich nachtragen. Ich habe, wieder neu auf diese sagenhafte Musik eingestimmt, weiteren Interpretationen nachgespürt, habe dabei gestaunt, wie viele Chöre ordentlich schön singen, obschon der Dirigent die Musik offensichtlich (die Körpersprache zeigt es) nix verstanden hat, und bin dabei nun auf eine in meinen Ohren Top – Interpretation gestossen. Klanglich so schön wie Tölzer und Wiener und Engelländer Sängerknaben. Wunderbarer Fluss, die Agogik schwingt. Ach, Geschwätz, sie singen so, dass die Botschaft zu Akustik wird, und dass die Akustik wieder zur Botschaft wird.

    Danke, Sänger, danke Dirigent!

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