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Perestrojka made in U.S.A.-1

Manchmal ist es ganz interessant, einen älteren Artikel wieder hervorzuholen und zu schauen, in wieweit damals schon „richtig“ vorausgedacht wurde…
nachfolgend also etwas von Mitte Dezember 2016.
Luckyhans, 3. April 2017
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Viele verbinden mit dem neugewählten VSA-Präsidenten etwas blauäugig große (für uns positive) Veränderungen. Ob dies begründet ist, prüfen wir aus mehreren Blickwinkeln –
nach dem Finanzfachmann Wolff soll heute der russische Politologe und Historiker Andrej Fursow zu Wort kommen.
Zur Erinnerung:
Perestrojka“ bedeutet „Umbau“

© für die nachfolgende Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 15.12.2016

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Andrej Fursow: Ein amerikanischer Soziologe sagte mir: ‚Unsere Perestrojka wird blutiger‘

business-gazeta.ru – 8.12.2016

Der bekannte Historiker spricht über Trump als letzte Chance für die sterbende Weiße Rasse und die Archen für die Flucht der amerikanischen Elite

Die Zeitschrift „Time“ hat am Vorabend Donald Trump als „Mann des Jahres“ verkündet. Dabei hat er nach wie vor Grund, um sein Leben zu fürchten, meint der bekannte Historiker und Philosoph Andrej Iljitsch Fursow. Im Vorfeld der Abstimmung der Wahlmänner, welche Trump bestätigen müssen, hat Fursow bei Business Online erzählt, warum in den VSA eine eigene „Perestrojka“ heranreift, wie die amerikanische Elite Archen-Städte baut, um von dort vor der Krise zu fliehen, und wie bei den Europäern der Prozeß der Hirnverkleinerung verläuft, infolgedessen des Finale der EU ein tragisches werden kann.


Andrej Fursow: „Das Weltsystem der Steuerung ist viel komplexer als die Kombination „die Rothschilds – die Rockefellers“ – Foto: Archiv Business Online

Der Rothschild-Cluster ist nicht daran interessiert, daß
die amerikanischen Banken und Konzerne Westeuropa verschlingen“

Andrej Iljitsch, wessen Interessen vertritt der gewählte Präsident der VSA Donald Trump? Bis zur Amtseinführung ist es praktisch noch ein Monat, bis zur Abstimmung der Wahlmänner nur wenige Tage, und für viele ist der „Exzentrische Milliardär“, der an die „Spitze der Welt“ geklettert ist, nach wie vor ein „Dunkles Pferdchen“.

Es gibt mehrere Linien. Man kann sie in der Statistik der Abstimmung in den VSA verfolgen. Gemäß der Statistischen Daten stimmten für Donald Trump (den ersten Präsidenten der VSA, der vorher niemals im Staatsdienst gestanden hat und nie professionell Politik betrieben hat – Anmerkung d. Red.) hauptsächlich die weiße Bevölkerung im Alter über 40 Jahre. Die farbige Bevölkerung hat natürlich für Clinton gestimmt, die Minderheiten – sowohl nationale als auch sexuelle – haben auch für Clinton gestimmt, aber zur Statistik der Wahlen kommen wir später zurück – erstmal stellen wir fest, daß – egal wie – Mr. Trump gewonnen hat.

In Amerika gibt es ein sehr spezifisches und sehr undemokratisches Abstimmungsverfahren: es stimmt nicht das Volk ab, sondern Wahlmänner. Am 19. Dezember werden, wie bekannt sich diese 538 Mann zusammenfinden, um endgültig für den künftigen Hausherrn des Weißen Hauses abzustimmen.
Wer jedoch denkt, daß deren Stimme das entscheidende ist, der irrt, denn auch hinter den Wahlmännern stehen bestimmte mächtige Kräfte, und das Schicksal der Präsidentschaft der VSA, wie auch das des Premierministers Englands und Frankreichs, wird nicht vom Volk bestimmt, sondern von den Plutokraten. (Plutokratie, von πλοῦτος plútos ‚Reichtum‘ und κρατεῖν krateín ‚beherrschen‘ – d.Ü.)
Innerhalb dieser Plutokratien existiert ebenfalls eine Vielzahl von Gruppen, welche manchmal Kompromisse miteinander suchen, und manchmal sich nicht mal mit dieser Suche belasten und einen offenen Kampf führen.
In diesem Kontext ist die Situation natürlich verblüffend: Clinton hatte (offiziell) fünfmal mehr Geld zur Verfügung, hinter ihr stand das Bankster-Heer, und sie hat verloren!
Das bedeutet, daß die Unterstützung für Trump sehr sehr mächtig war, und die Trümpfe des Trumpfs (trump = engl. Trumpf – Anm. d.Red.) waren stichhaltiger, und er selbst wurde der Joker in dem Blatt von jemandem sehr ernsthaftem.

Im Prinzip erinnert das ganze Schema des Sieges des Donald Trump, wie wir es jetzt uns vorstellen können, sehr an den Brexit. Am Vorabend des Sommerreferendums über das Ausscheiden des Vereinigten Königreiches aus der EU haben alle geschrieen, daß dies nicht möglich ist, daß die Sozial-Umfragen zugunsten der Anhänger eines einigen Europas wären, und geendet hat das alles damit, daß die Mehrheit für einen Ausstieg Britanniens aus der EU gestimmt hat. (dazu bitte hier nachlesen)

Dasselbe Modell ist mit Trump gelaufen. Und das bringt uns auf die Idee, daß wir es nicht mit einem Zufall zu tun haben, sondern mit einer sehr schlauen Strategie, in welcher der Gegner zuerst an Schläge von links gewöhnt wird, und dann schlägt man unerwartet von rechts zu – und siegt!
Zwar war der Sieg kein K.O.-Sieg, sondern nach Punkten und nur mit wenig Vorteil. Aber ungeachtet dessen ist das Ergebnis eines: ein Sieg.

Im Rahmen dieser Strategie, von der ich spreche, tritt eine hinreichend elegante Vierzug-Kombination hervor: Krim – Migrationskrise in Europa – Brexit – und schließlich der Trump-Sieg.
Klar daß dies für jenen bestimmten Teil der Weltspitze gut ist, der keine Finanz-Globalisierung will, und der nicht will, daß die VSA Westeuropa fressen.
Und in Amerika selbst gibt es einen bestimmten Teil der herrschenden Schicht, der nicht zu einem Isolationismus als solchem strebt (für eine Großmacht, die sich zu den Welt-Führern zählt, ist das auch gar nicht möglich), sondern zu einer Atempause. Die VSA haben sich überanstrengt und sie brauchen wieder Luft, diese Atempause.

Diese Atempause ist für einen bestimmten Teil der Weltspitze und der amerikanischen Spitze, die zu diesem Teil gehört, von dem wir reden. Die Interessen des genannten Sektors der Weltelite und die Interessen der weißen Mittelschicht, über der jeden Augenblick die Wellen des globalen Finanzprogresses zusammenschlagen sollen, sind in diesem Punkt zusammengefallen, und das Ergebnis ist der Sieg Trumps geworden.

Aber da sind die Rothschilds tätig, soweit ich das verstehe? Warum ist denen Trump von Vorteil?

Überhaupt ist das Weltschema der Führung viel komplizierter als die Kombination „die Rothschilds – die Rockefellers“. Die Sache ist die, daß die Rothschild selbst im 19. Jahrhundert schon nur noch die Top-Manager eines sehr großen Clusters waren, zu dem auch die Readings, die Samuels, die Flemings, teilweise die Barings gehörten – insgesamt etwa 40 – 50 Familien.
Daß nach einem langen Schweigen bei uns über die Rothschilds und Rockefellers begonnen wurde zu schreiben, ist zwar gut, aber es gibt auch eine Kehrseite der Medaille: das Anführen von immer nur zwei Familien, deren Namen schon lange zu Gattungsbegriffen geworden sind, verdeckt die reale Struktur der herrschenden Weltklasse.
Zum Beispiel schreibt bei uns niemand über die Gebrüder Koch in Amerika, welche die Rechten unterstützen (die Milliardäre Charles und David Koch gelten als Gegner Obamas und des Kurses, für den er steht – Anm.d.Red.).

Keiner ist bei uns zu faul, über den Bilderberger Klub zu schreiben, und noch fröhlich zu ergänzen, daß dies die Weltregierung sei, aber über die Klubs „Circle“ und „Siecle“ wird nichts geschrieben, obwohl das sehr wichtige Strukturen sind.

Was die Rothschilds betrifft… Tatsächlich ist der Cluster, den sie vertreten, nicht daran interessiert, daß die amerikanischen Banken und Corporations Westeuropa fressen und mit ihm dasselbe machen, wie Westeuropa in den 1990er Jahren mit Osteuropa gemacht hat, und darin sind die Windsors mit ihnen solidarisch (nicht zufällig ist die britische Königin für den Ausstieg Britanniens aus der EU eingetreten), und viele europäische Aristokratien, besonders die Welfen-Familien (die Welfen, im Unterschied zu den Ghibellinis, haben sich immer am Papst orientiert – Anm.d.Red.) aus Süddeutschland und Norditalien, und der Vatikan.
Das heißt, ein ganz mächtiger Cluster von Interessen will nicht dieses Verspeisen Westeuropas. Sie haben es viel besser, wenn Amerika sich mit seinen eigenen Angelegenheiten beschäftigt. Im Ergebnis entsteht hier so ein zumindest taktischer Verbund zwischen einem bestimmten Teil des amerikanischen Establishments und einem Teil der westeuropäischen Eliten.

Журнал Time признал Дональда Трампа человеком года
Die Zeitschrift „Time“ hat Donald Trump zum Mann des Jahres ernennt

Sogar der Zusammenbruch der Sowjetunion hat sich nur
als zeitweilige Rettung für die VSA ergeben“

Aber wird es nicht so kommen, daß Trump nach seiner Inauguration für die westliche Welt ein noch populärerer konservativer Führer wird als Putin? Bis jetzt hatte gerade der russische Präsident in der internationale Arena die Rolle des klassischen „weißen Mannes christlicher Zivilisation“ gespielt und aktiv die Nostalgie genutzt, die sich bei den Europäern zu diesem Vorbild angesammelt hat. Allerdings müssen nun Putin und Trump auf demselben Feld spielen. Zieht sich Putin nicht in den Schatten zurück, denn die Position des Chefs des Weißen Hauses gibt doch ein viel breiteres Spektrum an Möglichkeiten als die Position des Kreml-Chefs?

Ich denke, daß dies nicht geschehen wird, da in Rußland die Macht einen personalisierten Charakter hat. In unserem Land ist der Erste Mann, besonders ein populärer Erster Mann, genauso gewichtig wie das gesamte Establishment zusammengenommen. Und in den VSA liegt das sogar nicht mal am Zwei-Parteien.System, dort gibt es viele verschiedene Interessengruppen. Und man muß sich dabei daran erinnern, daß ein bedeutender Teil der Wahlmänner und mehr als die Hälfte der Wähler (etwa 1 – 2 Millionen Stimmen mehr, nach den letzten Daten) für Hillary Clinton und die Demokraten gestimmt haben. (diese Information ist inzwischen überholt, denn es konnte nachgewiesen werden, daß es durch das Clinton-Team Wahlfälschungen in ungeheurem Ausmaß gegeben hat – d.Ü.) Deshalb wird dort eher ein Gleichgewicht sein, oder man wird danach streben, ein solches zu erreichen.
Eine andere Sache ist, daß ein solches Gleichgewicht ganz scharfe Konflikte auf einer Rassen- und Klassen-Grundlage mit sich bringen kann, die bei unvorteilhaftem Verlauf den Zusammenhalt der VSA in Frage stellen können.

Ich denke nicht, daß es Trump gelingt, viel von dem zu machen, wovon er gesprochen hat. Zum Beispiel ruft schon Aufmerksamkeit hervor, daß er während seines Triumphes in der Nacht zum 9. November nicht sehr fröhlich war, als er dank des Übergewichts bei den Wahlmännern zum Sieger erklärt wurde.
Mancher erklärt das damit, daß er selbst einen solche Ausgang nicht erwartet hatte, obwohl zu dem Zeitpunkt, als auf der Fassade des Empire-State-Buildings in New York die Punkte der Kandidaten aufleuchteten, alles schon verständlich war.
Man kann natürlich auch annehmen, daß Mister Trump einfach so müde geworden war, daß er keine Emotionen mehr zeigte.
Aber ich denke anders: mich erinnert diese Situation an das Jahr 1968, als Richard Nixon Präsident der VSA wurde. Die Sache ist die, daß Nixon bei den Rockefellers nicht sehr beliebt war, aber diese verstanden, daß sie nur auf ihn setzen konnten, und er brauchte ihre Unterstützung. Und deshalb haben sie Nixon mit einer solchen Menge von Forderungen und Bedingungen eingedeckt, daß er nicht sehr froh war, seine erste Präsidentschaft zu gewinnen (1968 – 1972).

Ich denke, daß besonders in den letzten Tagen des Wahlkampfes, als klar wurde, daß Trump gewinnt, auch er mit Forderungen konfrontiert wurde, das war ein sehr passender Zeitpunkt. Und den Sieg von Trump konnte man vorhersehen, ungeachtet der negativen Prognosen für ihn von Seiten der New York Times und anderer dem Milliardär nicht besonders zugetaner Blätter.
Für mich waren zum Beispiel zwei Umstände ganz wichtige Signale: das war die FBI-Veröffentlichung des email-Schriftverkehrs der Clinton (weil solche Dinge werden nicht einfach so gemacht) und der Artikel der amerikanischen Ökonomen Jeffrey Sachs im „Boston Globe“ darüber, daß wenn die Politik von Barak Obama fortgesetzt wird (das heißt, wenn Clinton die Wahl gewinnt), dann mit Amerika in 4 – 5 Jahren dasselbe passieren kann wie mit der Sowjetunion im Jahre 1991.

Das heißt, die VSA überheben sich an „internationaler Hilfe“, wie weiland die UdSSR?

Nur mit der Präzisierung, daß die UdSSR nicht vom Wettrüsten und nicht durch wirtschaftliche Probleme zerstört wurde. Die RF ist wirtschaftlich unvergleichlich schwächer als die UdSSR, aber sie existiert schon ein Vierteljahrhundert. Aber das ist ein getrenntes Thema.
Ich denke, daß jene Kräfte, die Trump unterstützt haben und besonders jene, die zu einem bestimmten Zeitpunkt kapiert haben, daß er siegen kann, ihm ihre Bedingungen diktiert haben. Vergessen wir bitte nicht, daß Trump im Wesen revolutionäre Veränderungen des amerikanischen politischen Systems beantragt hat.
Eine andere Sache ist, daß es zweifellos reif ist für solche Veränderungen, weil Amerika im 21. Jahrhundert lebt.
Und das bedeutet, daß eine ganze Epoche zu Ende gegangen ist, sogar zwei Epochen: die erste ab 1945 bis 1991, und nun vollendet sich die zweite Epoche, die 1991 begonnen hat.

Damals haben die VSA tatsächlich gemacht, was sie wollten: sie haben das ehemalige sozialistische Lager ausgeraubt und so die Großkrise verschoben, der die Amerikaner sich Ende der 80er Jahre stark genähert hatten. Reagan hatte mit seinen Reaganomics Amerika in einen Krisenzustand hineinmanövriert, und sogar der Zerfall der Sowjetunion war da nur eine zeitweilige Rettung.

Dann folgte die Wirtschafts-Krise von 2008. Auch wenn einige Ökonomen sagen, daß das nur die erste Welle war, und die zweite käme bald – in Wirklichkeit setzt sich die erste Welle fort. Es ist nur eine zeitweilige Besserung eingetreten, und jetzt muß sich Amerika erneut für die Krise rüsten.
Und eines der Hautprobleme der VSA in diesem Zusammenhang ist: sie müssen den Verbrauch einschränken. Aber den Verbrauch einschränken kann man nur auf Kosten der unteren Hälfte der sozialen Pyramide. Niemand wird seinen Verbrauch einschränken im oberen Teil, konkreter: von der Mitte an nach oben.
Dieser untere Teil ist hauptsächlich die nichtweiße Bevölkerung. Und hier könnte Trump genau der Mensch sein, der diese nicht einfache und sehr gefährliche Aufgaben zu lösen beginnt.

Heutzutage stellt die weiße Rasse noch 8% der Weltbevölkerung,
und ihr Anteil schwindet“

Sie hatten ein Epoche angesprochen, die 1945 zu Ende gegangen ist. Aber im Jahre 1945 hatte, wie bekannt, Hitler mit seiner Idee der Überlegenheit der arischen Rasse verloren.
Heute ruft Trump, der die weiße Bevölkerung Amerikas verteidigt, bei einigen nachdrücklichen Beobachtern Assoziationen hervor mit dem, der den Kult der „Weißen Bestie“ geschaffen hatte. Bedeutet das, daß im Westen eine Art Rehabilitierung gewisser Elemente der Ideologie vor sich geht, welche unter den Trümmern des Reichstages begraben wurde?

Eine Rehabilitierung geht teilweise vor sich, um so mehr, als die Zielrichtung eines einflußreichen Teils der westlichen Elite der nazistischen verwandt ist, allerdings ist Trump aus einer anderen Oper.
Außerdem haben wir sehr unterschiedliche Situationen – in den 1930er bis Anfang 40er Jahren und heute. Die Sache ist die, daß heutzutage die weiße Rasse nur noch 8% der Weltbevölkerung ausmacht und ihr Anteil sich weiter verringert.
Die einzige Rasse, die schmilzt, ist die weiße Rasse. In Amerika geht die Veränderung der Rassenzusammensetzung besonders anschaulich vor sich. Wobei das Wachstum nicht nur bei der schwarzen Bevölkerung, sondern auch bei den spanischsprachigen liegt.
Besonders zielstrebig geht dieser Prozeß in den sozialen Unterschichten vor sich. So hat in einigen Staaten und einigen Städten, wie zum Beispiel in Los Angeles, die spanischsprachige Verbrecherwelt die schwarzen Verbrecher praktisch völlig verdrängt.

Zur Mitte des 21. Jahrhunderts hin werden die Weißen aufhören, die Mehrheit in den Vereinigten Staaten zu haben. Sie werden eine Minderheit mit allen daraus folgenden Konsequenzen werden.
(hierzu kann man geteilter Meinung sein, denn auch heute gelingt es Minderheiten sehr gut, Mehrheiten zu beherrschen – die heute sehr verbreitete „Dämonkratie“ ist ein deutliches Beispiel dafür; auch sind die Weißen in den VSA schon seit vielen Jahren in der Minderheit, ohne daß dies bisher zu deutlichen Veränderungen geführt hätte – d.Ü.)

Dergestalt ist Trump faktisch der Selbstschutz der weißen Rasse, vielleicht deren letzte Chance?

Nicht der weißen Rasse insgesamt, weil zu den Weißen gehören ja auch jene, die man in Amerika „white trash“ nennt – weißer Müll. Die Position Trumps hat sich als passend zu den Interessen und Ängsten der weißen Mittelschicht erwiesen, deren Lage sich im Vergleich mit den 60er und 70er Jahren wesentlich verschlechtert hat.

Wenn ich sage, daß der Sieg Trumps vor allem ein Sieg eines bestimmten Teils der Weltspitze und besonders der amerikanischen Spitze ist – der Korporatokratie des industriellen Sektors und jenes Teils des Finanzkapitals, das mit diesem Sektor verbunden ist – dann ist das richtig und das wichtigste.
Aber wichtig sind auch andere inneramerikanische Massenkomponenten – die der Klassen, der Rassen und des Alters.
Für Trump haben 58% der Weißen gestimmt (für Clinton 37%) und mehr als 50% der Leute im Alter von 45 bis 65 und älter (für Clinton mehr als 50% derjenigen, die zwischen 18 und 29 Jahren sind).
Für Clinton haben natürlich auch die Lesben/Homos etc. gestimmt (ganze 78%) und die Schwarzen (88%). Mit den Asiaten und Latinos ist es schwieriger – nur 60%, d.h. ein Drittel der beiden hat für Trump gestimmt.
(diese ganzen Betrachtungen sind natürlich sehr mit Vorsicht zu genießen – wir wissen ja alle, wie solche auf „Umfragen“ und „Einschätzungen“ beruhenden Aussagen stets so „hingedreht“ werden, daß sie dem Wunsch des zahlenden Auftraggebers entsprechen, z.B. durch „modifizierte“ und interpretierbare Fragestellungen, unzulässige Zusammenfassung von Meinungen usw. – falls überhaupt „befragt“ wird… – d.Ü.)

Für Clinton haben auch die Armen und Mittellosen gestimmt, in der Hoffnung auf die für die Demokraten typischen Geschenke, dagegen für Trump die Mittelschicht und die Reichen.
Es ist zu bemerken, daß für Clinton in größerem Maße die Amerikaner mit mittlerer und hoher Bildung gestimmt haben, und für Trump die weniger Gebildeten. Dies darf uns nicht beirren. (doch, darf es schon, denn diese Aussage widerspricht eklatant dem unmittelbar davor Gesagten – d.Ü.)
Man muß wissen, wie diese amerikanische mittlere und höhere Massen-Bildung aussieht. Das ist nicht mehr als eine Dressur im politisch-korrekten und klassen(kampf)-zahnlosen Sinne, das ist eine Form der versteckten Arbeitslosigkeit und der Sozialisierung der Erwachsenen in einem für das System benötigten Sinne.
Der amerikanische Bildungsbürger kann ein etwas mehr als mittelmäßiger Fachmann in seinem „nützlichen Beruf“ sein, dafür hat man ihm aber fest eingehämmert, daß Homo-Ehen und Multikulti „gut“ sind, und daß man nicht daran zweifeln darf, was „gut“ ist – das ist „schlecht“; für solche „unprogressive“ Haltung kann man eine Menge Probleme auf Arbeit bekommen oder diese überhaupt verlieren.
Ich habe mir diese „Progressiven“ auf den Campus‘ der amerikanischen Universitäten zur Genüge angeschaut. Da erinnert man sich an Michail Nozhkin mit seinem Lied „Gebildete haben es einfach geschafft“.
Und dagegen haben die einfachen Leute aus den amerikanischen ländlichen Gegenden – auch das kann ich aus eigener Erfahrung bezeugen – viel mehr gesunden Menschenverstand behalten und, das das wichtigste ist, soziale Gesundheit – sie schauen voller Haß auf diese ganze liberastische Hollywood-Schickeria, die für Clinton so werbewirksam auftrat.
Und letztendlich haben die Arbeiter des industriellen Amerikas für Trump gestimmt, und zwar entscheidend – in den 5 Staaten des sogenannten „Rostgürtels“. (dort wo die amerikanische Stahlindustrie bzw. deren Reste zu Hause sind – d.Ü.)

«За Клинтон, естественно, голосовали ЛГБТ (аж 78%), черные (88%), а вот с азиатами и латинос сложнее — только 60%» Фото: ©Алексей Филиппов, РИА «Новости»

Eingedampft: für Trump hat das Amerika der Weißen, die Industrie, die Arbeiter, die Mittelschicht und die ländliche Gegend gestimmt. Das heißt all jene, die im letzten Vierteljahrhundert nicht nur nichts abbekommen haben, sondern deren Lage (verringerte Einkommen, hohe Steuern, wachsende Arbeitslosigkeit) sich verschlechtert hat: die Rede ist von den amerikanischen Opfern der Globalisierung, der Welle des „Progresses“, die über ihnen zusammenschlagen sollten.
Der bemerkenswerte amerikanische Soziologe Barrington Moor hat mal gesagt, daß Revolutionen nicht aus dem siegreichen Schrei der aufstrebenden Klassen geboren werden, sondern aus dem Todesschrei jener Klassen, über denen die Wellen des Fortschritts eben zusammenschlagen.
(hier wieder schön zu erkennen, daß Herr Fursow nach wie vor marxistischen Positionen anhängt – wir wissen inzwischen aus mehreren Dokumentationen auf der Duröhre, daß Revolutionen „gemacht“ werden, mit viel Geld, Ausbildung und Organisationen, und nicht etwa „Volksbewegungen“ sind – d.Ü.)

Natürlich ist der Trump-Sieg keine soziale Revolution, aber die Analogie stimmt: seine Unterstützung war der Protest jener in Amerika, die endgültig in der Globalisierung ertränkt werden sollten.
Genauer so: das Programm Trumps und die Interessen jenes Teils der amerikanischen und Weltspitze, welcher einen Teil der Einkünfte und politischen Positionen im Ergebnis der Realisierung der onkologischen Finanzglobalisierung der Bankster verliert, sind zusammengefallen mit den Lebensinteressen jener Schichten in den VSA, die im Ergebnis einer solchen Globalisierung alles oder fast alles verlieren. Die Rede ist vor allem von der weißen Mittelschicht.
(na gut, lassen wir Herrn Fursow diese klugen Betrachtungen – in dem eigenen Wissen, daß sowohl Wahlen wie auch das gesamte ständige Politschauspiel nichts weiter sind als ein riesiges Marionettentheater für die Massen, das zusammen mit den gleichgeschalteten Medien nach einem vorgeschriebenen Drehbuch „gespielt wird“, und das die Massen genau dahin „bringen“ soll, wo die schmale Führungsspitze aus wenigen Hundert Wesen sie hinhaben will – d.Ü.)

Eigentlich muß man sagen,. daß nicht nur in den VSA, sondern auf der ganzen Welt das Glück der Mittelschicht nur ein sehr sehr kurzes war. Ernest Hemingway (ein Deutschenhasser und Gewissenloser per excellence – d.Ü.) hat eine Erzählung geschrieben „Das kurze glückliche Leben des Francis Maccomber“. Hier Hemingway umformulierend, kann man sagen, daß die Mittelschicht eine kurzes glückliches Leben hatte, und zwar bedingt in den Jahren von 1955 bis 1985, also in diesen 30 Jahren.
Wobei dieses glückliche Leben hauptsächlich entgegen der Logik des Kapitalismus als System abgelaufen ist, denn die sozialen Wohltaten, und genauer der sog. Sozialstaat, hat aus mehreren Gründen einfach diese Mittelschicht gefüttert und herangezogen.

Was sind das für Gründe?
Zum ersten mußte man eine Nachfrage nach Waren gewährleisten.
Zum zweiten war der Prozeß der Nachkriegs-Rekonstruktion im Gange.
Und drittens, und das war das wichtigste, existierte die Sowjetunion und man mußte seiner Mittelschicht und der Spitze der Arbeiterschaft unbedingt beweisen, daß der Kapitalismus besser ist als der Sozialismus.
Und es war übrigens genau dieses Bild vom Kapitalismus, welches die Perestrojka-Leute und die Nach-Perestrojka-Pfuscher in den 1990er Jahren benutzt haben, um uns zu erzählen, wie gut der Kapitalismus ist – genau jenes Bild des sozialisierten Kapitalismus der 1950er-60er-70er Jahre, welcher dank der Existenz der Sowjetunion entstanden war.
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Ja, soweit der erste Teil von Andrej Fursow mit seinen aktuellen Gedanken.
Wie schon mehrfach angemerkt, muß man nicht mit allem einverstanden sein, was er darlegt – dennoch gibt er sehr interessante Anregungen zum Nachsinnen und zu eigenen Recherchen.

Und wir sehen, daß vieles an Hintergrundwissen der russischen Bevölkerung noch nicht „zugemutet“ wird, möglicherweise sind auch seine eigenen Erkenntnisse noch nicht soweit fortgeschritten – jedenfalls muß dort noch der Stolz auf den damals real existierenden Sozialismus hoch gehalten werden, bis zurück zum Sieg über Hitler – und noch weiter, bis zum Aufbau der Sowjetunion als modernes Industrieland durch das Volk, unter Führung Stalins, und teilweise sogar bis zurück zur „Großen Revolution“.

All das ist ganz offensichtlich notwendig, um den erforderlichen Widerstandswillen gegen die Umtriebe der Globalisten am Leben zu erhalten, damit diesen bis zum Zusammenbruch von deren Ponzi-Schema des Zins-Schein-Kredit-Geldes noch Widerstand entgegengesetzt werden kann.
Denn würde dieser russische Widerstand fehlen: wir alle wären schon längst im Sumpf der Volldiktatur im Stile echter Bananenrepubliken versunken…

Es zeigt sich erneut, daß ohne stabile historische Grundlagen weder die Gegenwart noch die Zukunft eine Basis haben, auf der sie geschehen können.
Und genau diese historische Grundlage wird uns hier im „Westen“ gegenwärtig auf vielfältige Weise genommen – am einen Pol durch die sehr aktiv 7/24 betriebene offizielle Geschichtsklitterung, am anderen Pol durch das Eso-Geschwätz vom „nur im Hier-und-Jetzt leben“.

LH

(Fortsetzung folgt)


1 Kommentar

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

    Gefällt mir

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