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Eltern, Kind und Kinderstube – 63. von 144 – Was hältst du von Erpressung?

In allem, was ist!

Eckehardnyk

1

Wohin du schaust, überall auf der Welt findet sich Not, die gelindert, „gewendet“ werden muß. Das Dasein ist von Beginn an von Notwendigkeiten diktiert. Kaum ist der Mensch geboren, muß er sich wärmen, ernähren, reinigen, ausruhen und am Leben erhalten. Nichts scheint hier freiwillig geschehen zu können. Alles unter der Prämisse: Wenn du nicht A machst, dann passiert B, wenn du nicht essen willst, mußt du verhungern, wenn du dich nicht reinigst, wirst du an Schmarotzern zugrunde gehen, wenn du nicht genug schläfst, wirst du in tödliche Fallen geraten. Du sagt es deinem Kind weiter und es antwortet: Das ist Erpressung!

2

Das ist so auf der Welt, und nicht ohne Grund heißt es im christlichen Evangelium: In der Welt habt ihr Angst. – Das Ich aber habe die Welt überwunden, steht schon als Nächstes dabei, zu hören, für die, welche Ohren haben zu hören. Hast du Ohren für dein Ich?

3

Als Kinder Begleitende hast du Ohren und Augen für deine Kinder. Du hörst den ganzen Tag das mehr oder weniger fröhliche Geschrei und siehst das Chaos um sie herum. „Wenn das nicht aufhört, gibt es kein Fernsehen, kein Taschengeld, wird das Fahrrad weggeschlossen, darf kein Freund mehr kommen“, herrscht Ausgehverbot bis zum Sankt Nimmerleinstag, und so weiter.[1] In dieser Art: Alles Erpressung, Nötigung, Vergewaltigung – such dir eins aus. Wie auch immer, du fühlst dich erschöpft, ausgebrannt und leer, wenn du am Abend versuchst, zu dir zu kommen. Nein, da geht noch Mal die Tür auf und euer Moritz oder eure Susanne müssen noch mal aufs Klo, was trinken, den Hund streicheln, das Licht im Flur an- oder ausmachen oder einfach nur gucken, was die Eltern sehen.

4

Es nutzt dir ja wenig, wenn die Buddhisten Welt als Täuschung erklären. Du täuschst dich da nicht: Es ist euer Kind, das da schon wieder etwas will und dich nicht stille sitzen läßt. Was willst du, was wollt ihr machen? Verzweifeln? Laut schreien? Meistens geschieht irgend etwas in dieser Art und Weise. Manche nennen es „in Weißglut geraten“, andere „Ausrasten“. Wie auch immer: Ist es so weit gekommen, erzielt einer von euch plötzlich einen Erfolg. Das Kind hört verwundert hin und zieht sich zurück. – Muß es immer erst so weit kommen? – frägst du dich mit einem Unterton von Despression und Wut. – Manche hassen ihre Kinder, weil sie von ihnen nur Mißerfolg ernten. Es kommt dann zu schweren Entgleisungen, mit denen dann Kriminalisten oder Sonderpädagogen sich beschäftigen müssten.

5

Wir werden uns ab 133. von 144[2] noch ausführlich mit „Strafe“ beschäftigen. Hier nur schon mal vorab, daß das Strafen immer dabei ist, solange der Mensch in der Welt leben muß. Man sagt etwas weniger moralisierend „Strafreize“ dazu und bezeichnet damit in der Verhaltensforschung Reaktionen, die ein unerwünschtes Verhalten – in der Kinderstube würden wir sagen: schlechtes Benehmen – „löschen“, also abklingen lassen; erinnert euch an das Beispiel mit der Jugendakne[3] und dem Weglassen von Spiegeln? Da wurde kein einziges „strafendes Wort“ eingesetzt, das zu irgendeinem Protest oder Erpressungsvorwurf hätte verwandt werden können. Der Spiegelentzug war trotzdem ein Strafreiz und erreichte, was die Mutter mit Therapie nie bekommen hätte.

6

Wenn du dir dessen bewußt bist, was Strafreize sind, und wann du solche bisher ausgesandt hast, dann kannst du in Zukunft unmittelbar davon mit Bewußtsein profitieren. Du wirst künftig an solchen Stellen nur mit einem „Reiz“ auskommen können, wo du früher ein Bataillon eingesetzt hast. Nur wohin willst du greifen? Wenn dir doch mal die Hand ausrutscht, dann sollte das nämlich im ersten Drittel einer Sekunde danach geschehen sein.[4]

© (eah) 20. Dezember 1998 und 1. August 2020


[1] Welche „Eltern“ haben uns das denn gerade jetzt gütigst eingebrockt (Lockdowne ohne Ende)?

[2] Was bedeutet „Strafe“? Unklare Herkunft (des Wortes). In der Verlagsausgabe von Abenteuer Erziehung (www.eahilf.de) Kapitel 19 ab Seite 341 Strafe – warum und wozu? Kindliche Macht.

[3]  23. von 144 Wie sieht man sich selbst, in Abenteuer Erziehung S.58 Selbstgestaltung.

[4] Nach verhaltenstechnischem Verständnis würde sonst die angezielte Wirkung ausbleiben. Die „erzieherische Maßnahme“ selber wäre aber geschehen und bekäme dann den wie immer beklagenswerten Charakter einer Demütigung mit dem schwer kontrollierbaren Ausmaß von Erniedrigung.


6 Kommentare

  1. Bettina März sagt:

    Wir geben immer das weiter, was wir selber erfahren haben. So ähnlich, wie eben unsere Erziehung war. Manchmal lernen wir daraus, und erkennen, was damals falsch gelaufen ist, und wir als Kinder darunter litten, und vermeiden Erpressung. Aber vieles passiert im Unterbewußtsein unseres Seins. Wie wir handeln und dieses auch im Nachhinein bereuen.

    Ich weiß nicht mehr, wo und wann ich folgendes gelesen habe. Es handelte sich um unsere Ahnen und das was sie erfahren haben, geben sie weiter. Und Völker, die Krieg miterlebten, geben das in ihren Genen auch weiter. Die Angst, die Ohnmacht usw.. nicht nur positive sondern auch negative Erfahrungen, die sich dann in uns spiegeln. Und wenn wir, und da nehme ich jetzt das deutsche Volk, weil ich dem angehöre, uns überlegen, was unsere Vorfahren erlebt haben, und was sie uns weitergaben, wir Nachfahren das auch an unsere Kinder weitergeben.
    Vielleicht ist das alles schon mal, was ich gerade schreibe, aufgegriffen worden. Ich weiß es nicht, weil ich auch nicht die Zeit habe, alle Artikel zu lesen.

    Fazit: Deswegen ist für die Menschheit Frieden, Freiheit, Wahrheit und natürlich die Liebe, die an erster Stelle steht, und viele gute Dinge mehr, so überaus wichtig für unser Seelenheil.

    Warum ist mir diese Erkenntnis erst im Alter beschieden? Ich bedauere, daß ich als junge Frau und Mutter, diese Gedanken nicht schon früher anwenden konnte. Zum Wohle meiner Kinder und Enkel.

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  2. eckehardnyk sagt:

    Wir können „das Böse“ in uns und um uns nur meiden, überwinden und heilen ( in dieser Reihenfolge). Und über allem schwebend, lächelnd und wissend der Weltenhumor, der vergibt, denn und wenn – man selbst eungeschlossen – sie nicht wissen, was sie tun. Danke für dein Beispiel.

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  3. Bettina März sagt:

    Danke Dir

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  4. muktananda13 sagt:

    Die Buddhisten haben Recht. Obwohl sie an der Institution der Religion festklammern.
    Ungeachtet dessen, dass die Welt eine heiße Platte von Aktion und Kettenreaktion ist, bleibt sie nur ein Film. Illusion. Projektion.

    Die Individualität ist hier nur ein vorübergehender und linearer Wanderpunkt.
    Doch Lebenspanne nach der Lebensspanne fühlt sich die wandernde Individualität als real, obwohl sie kurz nach ihrer Auslöschung immer wieder, in anderer Form innerhalb von Zeitraum erscheint, doch danach erneut auslöschend.

    Der ganze Kosmos und alle Lebensformen sind nichts anderes als vorübergehende,manifestierte Gedanken innerhalb eines Geistesblitzes des Bewusstseinfeldes. Alle Ereignisse, Wesen und Welten, glücklich oder unglücklich, sind holografische Augenblicke.

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  5. muktananda13 sagt:

    Das Ego ist eine Chimäre, der Verstand nur ein Pappbecher- und beide wollen den Ozean messen. Und darauf stützt sich die ganze irdische Wissenschaft, Gesetzgebung, Philosophie und Ethik, welche zusammen die Gesellschaft ausmachen.

    Wenn der Geist nicht von der Seele heraus leuchtet, so ist im ganzen Haus dunkel.

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  6. eckehardnyk sagt:

    Auch Buddhisten reinster Sorte werden Anteil an ihren Kindern nehmen und heraushören, was ihnen fehlt, Illusion hin oder her. Es geht hier um Wahrheit. In dieser Serie wird es einen Abschnitt geben (81. von144), worin uns die Frage beschäftigt: Was weint ein Kind? Auch wenn die Wahrheit viele Gescihter hat, wie jedes Haus mehrere Fassaden – in ihm beziehungsweise in der Wahrheit zu wohnen ist die höchste Form sittlich zu sein und auf diese Weise wird der Mensch frei. Und noch ein unbescheidener Satz dazu: Im ganzen Kosmos findet ihr keinen besseren Platz dazu als hier, im sogenannten Jammertal. Möge er der Menschheit erhalten bleiben!

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