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Raus aus der „Unendlichen Geschichte“

von Angela, 31.01.2020

Vor kurzem wurde hier von mehreren Kommentatoren das wundervolle Buch von Michael Ende, „Die unendliche Geschichte“ erwähnt.  Viel Weisheit und eine große Symbolik zeichnen es aus.

„Bastian Balthasar Bux entdeckt in einer Buchhandlung ein geheimnisvolles Buch, „Die unendliche Geschichte“. Begeistert liest er von den Abenteuern des Helden Atréju und seinem gefährlichen Auftrag: Phantásien und seine Herrscherin, die Kindliche Kaiserin, zu retten. Zunächst nur Zuschauer, findet er sich unversehens selbst in Phantásien wieder. TU WAS DU WILLST lautet die Inschrift auf dem Symbol der unumschränkten Herrschaftsgewalt. Doch was dieser Satz in Wirklichkeit bedeutet, erfährt Bastian erst nach einer langen Suche. Denn seine wahre Aufgabe ist es nicht, Phantásien zu beherrschen, sondern wieder herauszufinden. Wie aber verlässt man ein Reich, das keine Grenzen hat? “ ( Einführungstext von Amazon)

Der Held in Michael Endes Buch , Bastian“ bekommt mit dem Amulett „Auryn“, das Zeichen absoluter Macht für das fiktive Land „Phantasien“ geschenkt.

Die Inschrift auf der Rückseite lautet: „Tu, was du willst“. Bastian versteht diese Worte als Aufforderung, zu tun, wozu er Lust hat. Rücksicht auf andere meint er nicht nehmen zu müssen. Schließlich erreicht er die absolute Macht über das Land.  Weshalb sollte er da Rücksicht nehmen?

Und so nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Er wünscht sich, wonach ihm gerade ist, ohne auch nur an irgendwelche Folgen zu denken.  Frei , unabhängig , stark und machtvoll glaubt er zu sein und tut was er will,  aber nur zu seinem eigenen Wohle. Dabei entgeht ihm, was die vier Worte eigentlich meinen: „Verwirkliche dich selbst, dringe zum Kern deines Wesens vor, lege ihn frei und erfülle ihn mit Freude. “

Der Preis seines Handelns ist grausam. Da er den kleinsten Wunsch prompt erfüllt bekommt, ( In Phantasien erfüllt sich jeder Wunsch sofort, bei uns dauert es meist ein bisschen länger),  verliert er zur gleichen Zeit eine Erinnerung , nämlich eine Erinnerung, wer er eigentlich ist, er vergisst sein eigentliches Wesen, seinen inneren Kern, seine Aufgabe als Mensch in der großen Menschenfamilie.  Am Ende sind seine Erinnerungen fast aufgebraucht. Er ist nahe daran , sich selbst zu vergessen und  lebt ein Leben, wie es den Forderungen Anderer entspricht.

Analog zu den vielen Menschen, die das auch tun , die abhängig sind von Medien, von Beeinflussungen, gesellschaftlichen Vorgaben,  Meinungen, konditionierten Ansichten, Religionen ,-  und die damit vergessen,  herauszufinden, wovon schon das Orakel von Delphi spricht: ERKENNE  DICH  SELBST .

Die zweite Falle besteht für Bastian darin, in anderen Wesen GEGNER = FEINDE zu sehen und anzufangen, sie zu bekämpfen. Wer „Gegner“ bekämpft, macht sie nur noch stärker und das kostet auf jeden Fall Energie. So beginnt der Wettlauf des gegenseitigen Aufrüstens, den wir in unserer Welt so gut beobachten können. Ein Kämpfer, der einen anderen Kämpfer besiegt, erniedrigt ihn. Doch wer jemanden erniedrigen muss, um sich selbst zu erhöhen, macht sich vom genau demjenigen abhängig und ist nicht frei. „Feinde“ zu erschaffen und zu bekämpfen heißt, dem oder den anderen zu schaden und am Ende haben alle verloren.

Bei jedem Kampf gegen imaginäre Gegner geht es hauptsächlich um die Gewinnung von Energie, die sich der „Sieger“ vom Besiegten holt. Die Kunst besteht  darin, zu tun, was man wirklich will, jedoch OHNE in die Falle des Kämpfens zu geraten. Mit jedem Kampf schwindet die Erinnerung an den eigenen Wesenskern, an Freude, inneren Frieden, Liebe und Dankbarkeit.

Wer die Entscheidung trifft, ein Leben zu leben, das ihm selbst voll und ganz entspricht, braucht Bastians Umweg nicht zu gehen. Nur wer sich den Forderungen anderer unterwirft , gerät in eine ähnliche Gefahr. Er fühlt sich ständig unterdrückt, begehrt auf und muss sich demzufolge verteidigen.

Wer selbstbestimmt, aber freundlich zum Wohle Aller handelt, wird bald die segensreichen Auswirkungen seines Handelns  verspüren. Früher oder später merken es die Anderen und erkennen, dass sie ihre eigenen Interessen verraten – , wenn sie einen  solchen  Menschen nicht unterstützen würden.

Das ist der Weg des Weisen, konsequent zu tun, was dem eigentlichen Wesen entspricht, ohne Aggression, einfach aus einer inneren Notwendigkeit heraus, doch dabei niemandem zu  schaden , Wohlwollen und Freundlichkeit  ausstrahlen und demzufolge  frei zu sein.

Angela

 


6 Kommentare

  1. Mujo sagt:

    Sehr gelungen Angela, trifft den Kern der Geschichte.

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  2. Drusius sagt:

    Die polaren Entwicklungsmöglichkeiten sind immer die sofort sichtbaren und wir werden darauf konditioniert dort einzusteigen.

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  3. Drusius sagt:

    Kein Wunder, wir sind Geist und Materie, wie sollten wir da aus der Polarität herauskommen, wenn es nicht die Trinität gebe.

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  4. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  5. arnomakari sagt:

    @ Angela gut formuliert, ich habe das Buch auch gelesen, das war sehr gut geschrieben, von den Film war ich sehr entteuscht,

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