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Der Brotdieb / Der ihn verurteilende Richter

Ich will, dass in bb zunehmend Solches eingestellt wird. Ich fordere es von dir, guter Kommentator, ich fordere es von Co-Autoren. Ich fordere es von mir.

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Stahl ein Hungernder einen Laib Brot und landete, dieweil angeklagt, vor Gericht. Indes andere in Menschengestalt Bomben schmeissen lassen und Bomben schmeissen, dadurch das Aequivalent von 1000000 Brotlaibern zerstören, dadurch, heutzutage muss darauf hingewiesen werden, verletzen, zerfetzen und töten, grässlich Leid verursachen, ohne (heute noch) vor Gericht erscheinen zu müssen. 

Eine verd schöne, eine exemplarisch schöne Geschichte. Bestrafung der Anwesenden durch Eintreibung von Obolus von 50 Cent/Mönsch. Genial, der Mann. Den möchte ich kennenlernen, wahrlich.

Eingereicht von Palina.

Thom Ram, 16.12.06

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Sonntagsgeschichte: „Ein schöner Einfall“ – oder: Ein weiser Richter

In den Zeiten wachsender Armut der unteren Bevölkerungsschichten und vor allem vieler Rentner spielen sich oft uns alle im Grunde beschämende Szenen ab. Alte Männer oder Frauen, die ein Leben lang gearbeitet haben, müssen Müllcontainer oder Abfallkörbe nach Essbarem oder nach Pfandflaschen durchsuchen, weil Ihre kleinen Renten nicht ausreichen. Manche werden angezeigt – wegen Diebstahl oder Hausfriedensbruch. Und man hört von merkwürdigen Richtern, die „Im Namen des Volkes“ Recht sprechen, aber den inneren Zusammenhang mit dem gesunden Gerechtigkeitsempfinden des Volkes längst verloren haben. Ganz anders ein weiser, souveräner Richter, von dem Sigismund von Radecki erzählt:

Von dem ehemaligen New Yorker Bürgermeister Fiorello Enrico „Henry“ LaGuardia (1882-1947) erzählt man sich folgende großartige Geschichte:

Eines Tages fungierte er, wie er es zuweilen tat, als Polizeirichter. Es war ein eiskalter Wintertag, und man führte ihm einen alten, zitternden Mann vor. Anklage: Entwendung eines Laibes Brot aus einer Bäckerei.
Der Angeklagte entschuldigte sich damit, dass seine Familie am Verhungern sei.

„Ich muss Sie bestrafen“, erklärte LaGuardia. „Das Gesetz duldet keine Ausnahme. Ich kann nichts tun, als Sie zu zehn Dollars zu verurteilen.“
Dann aber griff er in die Tasche und setzte hinzu: „Well, hier sind die zehn Dollars, um Ihre Strafe zu bezahlen. –Damit ist die Sache geregelt.“
Hierbei warf La Guardia die Zehndollarnote in des Brotlaibdiebes grauen Filzhut. –

„Und nun“, setzte er mit erhobener Stimme fort, „bestrafe ich jeden Anwesenden in diesem Gerichtssaal mit einer Buße von fünfzig Cent – und zwar dafür, dass er in einer Stadt lebt, wo ein Mensch Brot stehlen muss, um essen zu können! – Herr Gerichtsdiener, kassieren sie die Geldstrafen sogleich ein und übergeben Sie sie dem Angeklagten.“

Der Hut machte die Runde. Und ein noch halb ungläubiger alter Mann verließ den Gerichtssaal mit siebenundvierzig Dollars fünfzig Cent in der Tasche.

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Wie üblich wollte ich die Quelle nennen per Link. Gelingt mir nicht. Daher, optisch wenig ansprechend: 

https://fassadenkratzer.wordpress.com/2018/12/16/sonntagsgeschichte-ein-schoener-einfall-oder-ein-weiser-richter/

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2 Kommentare

  1. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  2. ganz feine Geschichte, gefällt mir gut…..

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