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Klinikaufenthalt / Tagebuch einer Mutter

Gigi Lichtaubergh und ich wurden erst kürzlich, als Kommentatoren, auf einem Blog aufeinander aufmerksam. Wie das unter seelisch Altbekannten leicht geschieht, entwickelten sich unsere Gespräche schnell, und, auf das begleitende Grundvertrauen bauend, bat mich Gigi, das Skript ihres angefangenen Buches zu lesen und zu beurteilen; Bekannte von ihr hätten bei der Lektüre auch nicht mal mit der Wimper gezuckt.
Meine Wimpern, die zuckten dann wohl.
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Ihre tagebuchartige Erzählung wirft ein scharfes Schlaglicht auf den heutigen Umgang mit Kindern. Faustregel: Je länger geschult in Paedagogik, Psychologie, Medizin und Juristik, desto gefährlicher für Kleinkind, Kind und Jugendlichen. Ausnahmen gibt es. Sie bestätigen die Regel.
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Jedoch nicht nur um Zerstörerisches geht es. Andere Kräfte beleuchtend, hätte ich als Titel auch setzen können:
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Der schnelle Leonidas und seine gute Mutter!

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Thom Ram, 13.10.06
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Klinikaufenthalt.

Copyright Gigi Lichtaubergh

 

Am Mittwoch den 6.6.2007 stelle ich die gepackte, blaue Reisetasche und den großen Elefanten aus Plüsch auf die Terrasse unseres Gartens. Es ist passiert. Beinahe ganz hilflos musste ich mich geschlagen geben.

 

Wir hatten mit dem Jugendamt zu tun bekommen und es war eine klamme, unangenehme Sache.

So vieles stand unausgesprochen zwischen uns und dem mächtigen Amt. Niemand kann das Jugendamt leiden und es kursieren viele Geschichten in unserem Land von Ungerechtigkeit und Macht in Zusammenhang mit diesem Amt. Ganz offen werden in unseren Zeitungen über solche „Fälle“ in Familien geschrieben, die Unverständnis und Staunen in uns Lesern hervorrufen.

 

Meine Therapeutin Hertha war die erste und einzige, die sagte: „Das Jugendamt macht auch Gutes. Als ich ein Kind in Pflege nehmen wollte, mit meinem Mann, da half das Jugendamt der Mutter. Diese wohnte in einer fernen Stadt, und wollte nicht, dass ihr Kind so weit weg kommt. Da half ihr das Jugendamt, und ich denke auch, dass es für ein Kind besser ist, wenn es näher bei der Mutter ist. Für mich war es eine Enttäuschung und mein Mann und ich gaben es auf, ein Pflegekind haben zu wollen.“

 

Vor diesem Mittwoch, dem 6.6. gab es immer wieder überraschende Anrufe unserer Diplom-Sozialarbeiterin und ich wurde damit noch schneller, noch überraschender zum Bezirksrichter dirigiert. Bis jetzt hatte ich mich geweigert, meinem Kind Ritalin oder andere chemische „Medikamente“*zu geben. Die Direktorin der Sonderschule hatte mich noch einmal gefragt, ob ich bei dieser, meiner Haltung bliebe, denn dann werde sie die „Sache“ an das Jugendamt weiterleiten.

*Medica Mente = Heilung durch den Geist! Soviel zum Missbrauch unserer Sprache!

„Ritalin kommt nicht in Frage“ , sagte ich, und: „Ja.“ Bei mir dachte ich: ‚Die beim Jugendamt sind doch Menschen, mit denen man reden kann!‘ Noch war nicht zu reden mit ihnen.

 

Bei dem Gespräch mit dem Richter sollte es um einen überraschend freigewordenen Platz für mein Kind in der Klinik gehen, um eine „Abklärung“, die vier Wochen in Anspruch nehmen würde. Mein jüngster Sohn und ich waren bis hierher noch nie getrennt gewesen. Ich war wie vor den Kopf gestoßen und Panik breitete sich in mir aus. Deshalb beriet ich mich mit einer Bekannten, die auch Therapien machte und außerdem Geschäftsfrau war. Meine Panik lähmte mich so sehr, dass mir Frau Hecht einige Sätze eintrichterte, die ich dem Richter sagen sollte. Total verkrampft kam ich am Dienstag den 5.6. beim Gericht an. Die lange Wartezeit vor der Tür des Familienrichters, und die vielen dort Wartenden machten mich nicht ruhiger. Mir wurde kalt, und außerdem schwitzte ich in den Beugen meiner Gelenke. Endlich ging die Tür auf.

 

Der junge Richter machte auf mich einen dynamischen, ordentlichen Eindruck, der ohne viel Federlesens zum Abschluß dieses Gespräches kommen wollte. Trotz meiner Starre versuchte ich ihm unsere Situation zu erklären. Vor allem, dass ich meinen Pflichten als Mutter nachkam und dass es genug an Unterstützung für mein Kind gäbe. Auch fragte ich, warum es unbedingt chemische Mittel sein müssten, die mein Sohn nehmen müsste, und an welche Maßnahmen ich als nächstes gedacht hätte. Etwa, die Essenz des Ritalin auf ein Schwingungsmuster aufzubringen und Wasser damit zu energetisieren.**

**Später gab ich ihm statt Ritalin die „Blaugrüne Alge“. Außerdem therapierten wir die

„Psychosomatische Energetik nach Dr. Banis, Schweiz.“ Unter Anderem……

 

Da ich keine Ruhe gab, und die Zeit verstrich, begann der Richter, mir aus unserer dicken Akte (!) vorzulesen. „Das höre ich ja jetzt zum Ersten Mal!“ rief ich bei einer Passage aus. Mein Eindruck war dann, dass der Richter einlenkte und Verständnis entwickelte. „Das ist doch nur eine Untersuchung!“ rief er, und: „Ich muss dem Landesgericht Bericht erstatten, wie soll ich denn das begründen? Etwa mit Schwingungen?“

 

Dann kam der knallharte Teil. Der Richter sagte, ich solle in die Schule hinübergehen, mein Kind abholen und in die Klinik bringen.

„Nein!“ rief ich, „das tue ich nicht! Das Kind bekommt doch einen Schock und einen Schaden, wenn ich es jetzt so ohne Weiteres von der Schule heraushole. Er weiß doch noch gar nicht Bescheid!“ Lieber wollte ich mich noch mit meiner Bekannten besprechen, ob ich das jetzt unterschreiben soll, gab ich ihm Bescheid. „Wenn Sie nicht unterschreiben,*** dann muss ich Ihre Erziehungsbefähigung untersuchen,“ war seine Antwort. Nach einigem Zaudern gab ich nach. Meine Nerven waren überreizt und auf diese Untersuchung der Erziehungsbefähigung wollte ich es dann doch nicht ankommen lassen. Je mehr Druck entstehen würde, desto weniger würde ich imstande sein, Leonidas**** beizustehen, das war mir klar.

***Heute würde ich sagen, dass er, der Richter selber unterschreiben soll, und damit die Haftung übernehmen. ……

****Sein Wunschname für dieses Skript. ….

 

Ich konnte noch verhandeln, dass Leonidas normal von der Schule heimkommen würde, und dann von mir informiert und vorbereitet, am nächsten Tag von der Sozialarbeiterin und mir gemeinsam in die Klinik gebracht wird.

 

Schweißgebadet saß ich dann im Sozialamt, um das Schultaxi für die nächsten Wochen abzusagen. Mit dem Fahrrad hetzte ich anschließend heim, um noch rechtzeitig vor dem Eintreffen von Leonidas da zu sein.

 

Nach dem Essen nahm ich mein Kind in die Reiche und sagte ihm, dass er in die Klinik müsse. Im gleichen Moment riß sich mein siebenjähriger Junge von mir los, warf sich auf das Bett und schrie, aus Leibeskräften:*****“Das will ich aber nicht! Ich gehe da nicht hin!“ Dabei schlug er mit den Fäusten auf das Bett ein, so sehr er nur konnte, und das ganze Kind sprang und federte förmlich auf dem Bett mit. Minutenlang dauerte diese Szene und währenddessen läutete das Handy. Die Direktorin seiner Schule, Frau Staunton war am Apparat. Sie schien indigniert, scheinbar dachte sie im ersten Moment, ich würde mich eben so gehen lassen. So musste ich der Länge und Breite nach erklären, dass mein Kind diesen Schmerz hatte, den sie ursächlich angestoßen hatte. Leonidas zeige seine Gefühle zum Geschehen und das war die Art, wie er seinen Schmerz auslebe. Immerhin war es ein großer und sehr plötzlicher Schmerz.

*****Das konnte er seeehhhr gut, in allen Tonlagen, auch ganz schrill.

 

Frau Staunton hatte etwas Organisatorisches mit mir zu besprechen und war auffallend unbeeindruckt vom Schmerz meines Kindes. Nichtsdestotrotz wünschte sie ihm und mir alles Gute.

 

Nun stand also die Tasche auf der Terrasse, darauf festgezurrt der große Elefant. Wir nahmen den Zug und das Gepäck würde die Sozialarbeiterin mit dem Auto abholen. In der Stadt würden wir uns treffen. Wir gingen in das Shopping-Center. Dort ließ ich Leonidas in der Tierhandlung einen jungen Hasen streicheln. Trotz eines dahingehenden deutlichen Verbotes dessen auf dem Terrarium.

 

Ich hatte Leonidas soweit beruhigen können, dass er, ohne sich noch mehr zur Wehr zu setzen, mitkam, und versprochen, ihn jeden Tag zu besuchen. Zur vereinbarten Zeit trafen wir die Sozialarbeiterin. So kamen wir in der Klinik an. Was vorher bereitwillig angeboten und von mir angenommen worden war, machte jetzt ein sehr schlechtes Bild. Eine Mutter und ihr Kind – in Begleitung des „Jugendamtes“. Rasch wurde mir dieser Umstand bei den Aufnahmegesprächen vorgeworfen!

 

Diese Aufnahmegespräche nahmen übergebührlich viel Zeit in Anspruch, da ich mich weigerte, die seitenweisen Fragen mit „ja“ oder „nein“ zu beantworten. Bei vielen dieser Fragen gab es eine Geschichte, die ich erzählte, doch danach kreuzte Frau Dr. Müdür die Kästchen nach ihrem Dafürhalten an. Ich konnte mich nicht für eine diffuse Antwort entscheiden. Für Kinder wie Leonidas gibt es kein „Ja,nein“, es gibt kein Raster, nichts in was man einteilen könnte, keine Schublade, in die man ihn oder sein Verhalten stecken könnte. Wenn es eine Beurteilung für ihn gibt, dann ist es die spätere Aussage einer Schulinspektorin, die sagte, „Leonidas ist schnell.“

 

Ja, mein jüngstes Kind ist schnell. Das ist ein Umstand, der Menschen, die mit ihm zu tun haben, irritieren kann. Seine Schnelligkeit kann mannigfache Konflikte auslösen. Ja, so etwas Einfaches, wie Schnelligkeit kann das soziale Zusammenleben erheblich stören. Hätten Lehrpersonen, Nachbarn oder Familienmitglieder darüber Bewusstsein, wie schnell manche Kinder sind, würde weniger oft Chaos ausbrechen. Vor allem bemerkte ich es später, wenn Leonidas mit den Pfadfindern verreiste. Er hatte seine Reisetasche schon gepackt, bevor ich mich umdrehen konnte. Natürlich packte ich sie wieder aus, weil ich ja sehen musste, was er alles eingepackt hatte.

 

Prompt schrie er Protest, und wenn dieser lang genug anhielt, dann schrie auch ich, und wir waren beide schwer zu beruhigen. So ging die Unruhe über den Tag hinweg und kaum beruhigte sich die eine Situation trat hinter meinem Rücken ein neuer Fall zur Unruhe auf, weil Leonidas spielte rege und ununterbrochen und er probierte allerhand aus und machte Sachen, die ein Kind noch nicht allein machen sollte. Die Reisetasche sorgte länger für Unruhe, denn die Überzeugung von mir, dass Leonidas nicht fünf Pullover brauchte, kollidierte heftig mit seiner eigenen Überzeugung, nämlich, dass er sehr wohl fünf Pullover brauchte, basta! Mit dem Fuß aufgestampft und volles Imponiergehabe.

 

Wie kann eine Mutter überhaupt wissen, was in eine Reisetasche gehört? Diese Kinder sind immer gescheiter, als die Eltern, das ist für Eltern viel leichter einzusehen und mit Liebe zu belächeln, als für Lehrer und Lehrerinnen oder gar für Ärzte und Richter! Gar nicht einsichtig scheinen Pharmareferenten zu sein, doch das ist ein anderes Kapitel.

 

So kann ein Kind, ein Lebewesen voller Licht und Freude und voller guter Erwartung an das Leben, ständig seine Umgebung in Stress versetzen, mit der einfachen Begabung, schnell zu sein. Ein Kind, das offensichtlich gefächert denkt, und nicht linear. Ein Kind, das viele Dinge auf einmal tut. Das einzige, das wir dabei tun müssten, wäre, das Kind anzuhalten, diese herrlichen Dinge, die es anfängt, auch zu Ende zu bringen. Die Geduld aufzubringen, das Spiel, die Arbeit gut zu Ende zu bringen. Aber dazu kommt es nicht. Da wir selbst nur linear denken können, macht uns dieses Kind mit seinen ständigen Aktivitäten verrückt. Wir rennen im Kreis, fangen an zu schimpfen und toben. Das Kind rennt ebenfalls. Durch alle Räume, durch unser Leben.

 

Dieses Kind muss krank sein. Es braucht Hilfe. Tabletten. Möglichst viele. Eltern, die nicht dieser Meinung sind, verweigern ihrem Kind die Hilfe! Sind solche Eltern „Erziehungsbefähigt“? So schnell bewegt sich die Inwärtsspirale mit einem Kind, das etwas anders ist. Das Kind ist kein Affe, nein, es sieht auch nicht so aus. Es ist kein Känguru und auch kein Außerirdischer. Es ist ein Menschenjunges, das etwas anders ist. Trotzdem gilt es gleich nach dem Eintritt in die Schule als krank.

 

Natürlich habe ich Fehler gemacht. Das kommt bei den Fragen der Anamnese schrittweise zum Vorschein. Alles kann ich nicht richtig gemacht haben. Die Anamnese ist gut für mich. Die Ärztin macht sie jeden Montag mit mir. Bis zum Ende der vier Wochen Klinikaufenthaltes von Leonidas.

 

Ziemlich rasch wird er am Tag unserer Ankunft von mir weggebracht und ich in langandauernde, peinliche Gespräche eingebunden. Ich fühle mich mies und wie eine totale Versagerin. Von der Ärztin kommt weitere Verunsicherung, da sie ständig neben mir mit der Sozialarbeiterin über mich und Leonidas spricht. Vor allem spricht sie kryptisch über die Dauer des Aufenthaltes und weiterführende Maßnahmen in einer anderen Einrichtung für Kinder.

 

Der 7.6.2007 ist der Fronleichnamstag und somit Feiertag. Ich komme um 1h in der Klinik an . Mein erster Weg führt ins Zimmer meines Kindes. Leonidas liegt auf dem Bett. Er sieht mich und sagt: „Geh weg, ich habe jetzt Mittagsschlaf.“ Ein netter Hammer in meinen Magen zur Begrüßung. So kann ich es jetzt kommentieren, nach vielen Jahren. Der Mittagsschlaf war dann irgedwie aufgehoben, vorbei, abgesagt, und Leonidas zog sich um. In der Gruppe der Klinikkinder und den Schwestern, Pflegern und Pädagogen ging es auf den Fußballplatz des Geländes. Die Sonne schien und ein leichter Wind wehte. Mit gemeinsamen Spielen verging der Nachmittag im Freien. Ein Junge, total weiß im Gesicht, saß apathisch auf der Bank. Eigentlich müsste er in der „Geschlossenen“ bleiben. Dank dem Pflegepersonal für die menschliche „Feier des Tages“ auf der sonnigen Parkbank.

 

Freitag 8.6. . Da Leonidas noch einen Termin bei seinem, in der allgemeinen Hektik und im vorauseilendem Gehorsam engagierten Psychologen Dr. Hartwig hätte, nehme ich diesen praktischer Weise wahr. Es gibt einiges zu besprechen und dieser Mann stärkt mich, und gibt mir wertvolle Tips.Er ist erstaunt über diese Aktion, die Leonidas so schnell in die Klinik gebracht hat. Er ist der Erste, aber nicht der Einzige seiner Zunft, der es für schädlich hält, wie hier mit meinem Kind, mit den Kindern im Allgemeinen, umgegangen wird.

 

Am Abend wasche ich mein Kind in seinem Klinikzimmer. Es stellte sich während der ersten zwei Tage Klinikhaft heraus, dass Leonidas panische Angst vor dem Duschraum hat. Dieser ist weiß gekachelt bis oben hin und hat kein Fenster. Natürlich versuchte ein anderes Kind ständig, die verschlossene ‚Tür des Zimmers aufzumachen, während ich Leonidas wusch. Verstecken und Zusperren geht echt nicht!

 

Schwester Ricarda erklärt mir die Kernspintomographie. Ich unterschreibe mit der Auflage, dass ich dabei sein kann.

 
Am Samstag, den 9.6. Ich komme um 14h in die Klinik. Leonidas sitzt beim Fernseher. Wir gehen hinaus und Leonidas ist ganz anstrengend. Ich spüre, er hat Angst. Er hat einen Zorn auf uns alle. Auf den Richter, auf die Lehrerinnen, auf Dr. Hartwig, auf mich. Ich erkläre ihm, dass er Richter hilft für das Richtige und ich möchte, dass er hier ist, dass es ihm gut geht. Wir reden über die Kernspin-Untersuchung. „Dieses Ding da, und drinnen ist es laut, das mache ich nicht! Ich sterbe vorher!“

 

Wir sind wieder in der Station und Leonidas wirft zweimal einen Apfel auf die Tafel: „Du willst ich nicht mehr haben!“ Er haut die Tür laut zu und sagt mir wieder, welche Wut er auf uns alle hat. „Heimwehzaubersaft schmeckt nach Himbeeren.“

 
Sonntag Mittagessen in der Klinik. Das erste Wochenende muss Leonidas hier bleiben. Leonidas isst grauslich. Schwester und Pfleger erklären ihm, wie man schön isst, und dass zuerst die Suppe, dann Hauptspeise und zuletzt die Nachspeise kommt. Ich sitze dabei und sehe zu. Es wird Leonidas von den beiden vorgehalten, dass er mit seinem Pippi-Langstrumpf-Lied und seinem Ballspiel die großen Kinder aufgeweckt hat. Später Gewitterregen. Leonidas spielt in der Kirche Ball. Ich erkläre ihm, dass es die Gläubigen beleidigt. Er versteht es und erzählt mir von seiner Angst.

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11.6. Für heute wurde mir versprochen, Leonidas darf mich um 11h anrufen. Als kein Anruf kommt, rufe ich an, werde abgewimmelt: „Es geht jetzt nicht.“ Erst um 14:08h werde ich vorgelasssen. Muss meine Tränen zurückhalten und erzählte Leonidas von der Geburt des Kalbes, die ich am Vormittag auf der Wiese gesehen habe. Die Kühe standen alle um das Ereignis herum und waren sehr interessiert. Der Bauer James Harriot kam mit der Scheibtruhe und holte das Kalb in den Stall.

Beim Besuch später erzählt Leonidas, dass das Pflegepersonal mit den Kindern bis 14h gekämpft hat, mein Kind in der Mitte. Leonidas‘ Brille ist weg.

 

Das Mädchen Lilly verkauft mir eine Schülerzeitung, an der sie mitgearbeitet hat. Sie ist ein Kind aus einem Kriegsgebiet. Die Unruhen dieses Vormittags hängen noch in der Luft. Lilly sagt: „Es ist nicht gut für mich hier. Die Pfleger sind arg.“ Sie hat eine Kriegsverletzung und die Pflegeeltern kommen mit ihr nicht zurecht. Deshalb scheint sie in der Klinik zu sein.

 

Die Pädagogin Sybille zitiert Leonidas: „Zu Hause ist es so schön.“ Sie lobt doch die guten Bemühungen an Leonidas. Am Abend im Park Brunnenspiel und Jause. Dann Zähneputzen im Zimmer und festhalten. Marco, der Zimmerkollege von Leonidas möchte mit mir sprechen. Er hatte einen Schrecken bekommen, da Leon des Tages einmal laut geworden war und heftig. Leonidas hatte „durchgedreht“. Deshalb schläft Marco heute in einem anderen Zimmer und Leonidas hat das Zimmer für sich. Er schläft jede Nacht auf seinem Elefanten, der fast die Arme um ihn legt. Später am Bahnhof, Anruf von Leonidas. Er ist jetzt gelöst und fragt, wo ich bin. Ich erzähle ihm, wie der Zug kommt, die Leute aussteigen, ich einsteige, und wir fahren. Er ist ganz glücklich. Ich sage: „Siehst du, jetzt hast Du doch noch bekommen, was du den ganzen Tag wolltest.“Er sagt mir, dass er noch einmal die Zähne geputzt hat und wie lieb er mich hat, und ob ich froh bin, dass ich so ein liebes Kind habe. Ich sage ihm, wie froh ich bin, dass ich so ein liebes Kind habe.

 

Heute engagiert meine bekannte Geschäftsfrau Marika Hecht die Juristin Patricia Plünüsl für uns. 500,- aus dem letzten Vortrag liegen bereit.

Die Brille ist wieder da. Beruhigung. Der neue Pädagoge Rudi spielt wild mit den Jungs. Mein Besuch ist von 17-19h. Ich habe im Park, während unsere Kinder mitsammen spielen, ein Gespräch mit der Mutter. Ihr Junge ist essgestört. Will nicht essen. Er wird in der Klinik mit dem Versprechen zum Essen gebracht, dass er dann wieder heim darf. Er lag am Tropf, als er hier eingeliefert wurde. Ein weiterer Gewitterregen vertreibt uns aus dieser Situation und Leonidas isst unreife Felsenbirnen. Wir gehen wieder in die Kirche, doch da Leonidas nass wurde, gleich wieder ins Klinikgebäude.

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Danach erstes Treffen mit Fr. Dr. Patricia Plünüsl. Wir treffen uns an einem kleinen Bahnhof auf meiner Strecke. Ich übergebe ihr dabei einige Unterlagen und Atteste.

Frau Renate fährt mit ihrem Pudel und mir in ihrem roten Auto zur Klinik. Leon hatte sich so gewünscht, den Hund zu sehen. Den großen Hund ließ Renate zu Hause. Als Renate heimfährt, bleibe ich noch, es ist heiß. Der Gewitterregen kommt prompt und heftig, wie ich vom Zug aussteige und ich werde patschnass.

Anruf von Papa, Anruf von Leonidas und Anruf von Fr. Hecht, Sie kommt am Nachmittag in den Park mit dem Brunnen zu uns. Sie ist dominant und redet viel. Ich bin ihr dankbar, dass sie sich um Leonidas um mich sorgt. Dabei scheint sie selbst emotional befasst zu sein, sie kann eigene Tränen kaum zurückhalten.

Als wir Leonidas in sein Zimmer gebracht hatten, fahren wir zu dem bekannten Weiher und sie lädt mich ein, einen Happen zu essen. Ich stochere im Chinakohlsalat und meine Blicke schweifen auf den Weiher. Unaufmerksam höre ich ihr zu. Ihre Erzählungen haben nichts interessantes zum Inhalt. Selbst die Enten auf dem Wasser des Weihers sind irgendwie nur grau und öd. Mir geht mein lebhaftes Kind ab, das im Nu alle Blicke auf sich zieht und jeden Augenblick zum ganz großen Kino macht!

 
Heute darf Leonidas zum Ersten Mal nach Hause fahren, für ein ganzes Wochenende. Ich warte um 9h in der Klinik auf Dr. Müdür, höre Leonidas schreien, er muss zum Blutabnehmen. (Vampirismus… ? ) Dr. Fishbone, ein Mr., keine Mrs., trägt Leonidas an mir vorbei ins Schwesternzimmer.

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Daraufhin ist das Gespräch mit Fr. Dr. Müdür und Fr. Stadtbauer, der Pädagogin in der Klinikschule. Es gibt großes BLA BLA wegen der Waldorfschule, dieser ganz bekannten und sehr subventionierten in unserem Bezirk. Sie sind irritiert, von meiner neuen, gelassenen Ausstrahlung. Frau Hecht hatte mich vor diesem Gespräch angerufen, und mir gesagt, dass die Lernwerkstatt im Süden zugesagt hätte. Eine Privatschule nach Jean Piaget und Rebecca Wild. Außerdem sind die

Tage jetzt ruhiger, da ich zwar traurig bin über die Situation, jedoch mehr Ruhe und Zeit habe, bei allem, was ich tue.

 

Fr. Dr. Müdür fragt mich im Gespräch: „Warum haben sie jetzt so eine gute Einstellung?“ Ich sage: „Wir haben viel Unterstützung und einen guten Schulplatz.“ Ich lasse sie glauben, ich würde von der Waldorfschule sprechen. Am Ende des Gespräches frage ich Fr. Dr. Müdür, ob ich Leonidas schon zu Mittag mitnehmen könnte. Zögernd kommt ein langgezogenes „Jaaaaa“ . Es folgt ein weiteres Gespräch mit Christine F. , sie hat Tests mit Leonidas gemacht. Die Belohnung für gute Mitarbeit bei diesen Tests sind ganze Packungen Gummibärchen! Leonidas‘ Zahnfleisch ist entzündet und tut weh. Die Leute, die vorgeben, unseren Kindern helfen zu wollen, wissen nicht, wie sehr das Süße den Kindern schadet. Sie können dadurch auch nicht ruhig werden, da den Zellen das Wasser entzogen wird. Sie könnten das nachprüfen mit einer Waage, die das Zellwasser anzeigt. Doch das machen sie nicht. Das täte nicht weh, kein Stechen, kein in die Röhre stecken, usw. usf, . Ich fahre dann mit dem Bus zur Apotheke und kaufe auch einen Karottensaft.

 

Ich setze mich an den Fluß, da spaziert eine ehemalige Nachbarin herbei und wir unterhalten uns gut. Zurück in der Klinik ist Leonidas unruhig und ich habe doch Mühe, schnell mit ihm aus dem Gebäude zu kommen. Wir fahren mit dem Bus, dann dem Zug, dann mit dem Fahrrad in den heimatlichen Garten und Leonidas will bald in die Badewanne. Er genießt sein Bad lange und das Erste, das er isst, sind Früchte aus dem Garten mit Kapuzinerkresse. Dazu Karottensaft mit Öl und Essig. Wir machen noch eine kleine Spazierfahrt mit dem Rad am Fluß. Dann mäht Leonidas den Rasen im Garten imaginär mit seinem Spielzeugunimog. Wieder lässt Regen den Tag ausklingen.

 
>Wir schlafen lange, dann gibt es Bratäpfel und Bratbananen zum Frühstück. Leonidas brät sie zu viel. Einkauf im Laden. Leonidas spielt kurz mit zwei Brüdern aus der Nachbarschaft im Garten. Sie sind ganz vernarrt in den Unimog. Zu Mittag gibt es Suppe, Fisch und Salat. Nach dem Rasten geht es um 15h los mit den Rädern. Wir nehmen sie im Zug mit, Richtung Norden.. Nach der Zugfahrt geht es mit den Rädern weiter bis zum großen Schloß. Wir füttern die Fische und Enten im Teich und sehen uns die Parkanlagen und das Schloß an. Es gibt ein Eis, und während wir es auf einer Bank im Park essen, beobachten wir ein Eichkätzchen. Es gibt noch Kinderspiel auf der großen Wiese.

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Mit dem Rad geht es dann im großen Bogen am Fluß entlang wieder Richtung Süden. Der Regen kommt uns entgegen und wir sind beide nass. Muschelessen. Wunderbarer Schlaf.

 
Sonntag. Wieder Bratfrühstück. Leonidas ist lustig, dann Computerschreiben. Am Nachmittag Rast, dann Ausfahrt zu meiner Freundin Sieglinde, sie hat kleine Hasen und schon große Gänse.

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Extrem starke Belastungen. Zuerst Klinik mit Leonidas. Die Schwestern sind aufgeputscht und laufen uns hinterher: „Heute ist Kernspin-Untersuchung, wissen Sie das?“ Ich verneine. Die Schwestern gackern weiter: „Da brauchen wir die Mama ja nicht,“ und: „was ist denn?“ Ich deute Leonidas mit meiner Mimik vom Kasten her zu, er soll still sein. Zu den Schwestern sage ich: „Das bespreche ich dann mit der Frau Doktor.“ Ich gehe dann gleich zur Kirche hinüber und telefoniere mit Frau Hecht, Fr. Dr. Plünüsl und versuche auch, Dr. Hartwig zu erreichen. Frau Hecht spricht von Licht und Liebe und sagt mir vor: „Was sind die Symptome? Er ist jetzt ohnehin so oben, so aufgeregt und angestrengt von den Ereignissen, das wäre nicht gut, auch noch diese Untersuchung zu machen.“

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Dr. Plünüsl sagt, dass sie jede halbe Stunde versucht, den Richter zu erreichen. Als diese Telefonate erledigt sind, gehe ich zurück in das Klinikgebäude und esse in Leonidas‘ Zimmer eine Banane und dann gehe ich noch aufs Klo. Wieder im Flur kommt Fr. Dr. Müdür über die Stiege und sucht mich schon. „Ah, daaa sind Sie, guten Morgen!“ Damit gibt sie mir die Hand. „Ich habe Sie schon gesucht, Sie haben sich gut versteckt!“ Dann bittet sie mich in ihr Büro. „Heute ist die Untersuchung, Sie wissen das?“ nimmt sie den Faden wieder auf. Ich kontere: „Nein, Sie haben gesagt, Sie rufen mich eine Woche vorher an.“ Das war die Abmachung gewesen. Sie scheint es vergessen zu haben. Als ich auch noch meinen vorhin am Handy eingelernten Text herausquetsche, lenkt sie ein und kommt mir entgegen. „Denken Sie, dass es heute nicht günstig ist, weil Leonidas ohnedies schon so strapaziert und verkrampft ist?“ Ich rede weiter, und erkläre noch einiges, da greift sie zum Telefon und sagt den Untersuchungstermin ab.

 

Währenddessen läutet mein Handy und Dr. Plünüsl ruft an. Sie redet und redet und Dr. Müdür verlässt inzwischen den Raum. Dr. Plünüsl sagt, rechtlich gesehen könnte ich Leonidas jederzeit wieder mitnehmen, und dass ich jetzt nur zuzuhören bräuchte, und nichts sagen müsse. Sie erklärt mir dann einige rechtliche Tatsachen, die ich für mich und Leonidas nutzen könne, doch davon möchte ich zum Zeitpunkt noch nicht Gebrauch machen. Mir sitzt die Drohung des Richters noch im Nacken, er würde weitere Untersuchungen oder Schritte im Hintergrund haben, wenn ich meinem Kind nicht „helfen“ würde. Diese Situation, in der ich mich eben befinde, ist eine, die ich lenken kann. Der Untersuchungstermin ist abgesagt, und das ist gut.

 

Dr. Müdür kommt wieder und dann zieht sie die Pädagogin Sybille hinzu, und diese erklärt, was Leonidas gut macht, und wo er sich in Gefahr bringt. Kinder werden ganz schnell einsam. Es geht um das Verhalten von Leonidas in der Gruppe. Immer wieder hatte er in dieser ersten Woche Kinder geärgert, war frech gewesen, hatte sich vorgedrängt und damit provoziert, sodass er geschlagen wurde, oder zumindest „nicht gemocht“. Ich versichere den beiden Fachleuten, dass ich alles tue, damit mein Kind ruhig wird, eine schöne Schulzeit und eine schöne Kindheit hat. Dann werfe ich ein, dass ich noch einen Termin habe. „Wann?“ kommt sogleich die Frage. Ich sage 10:15h, obwohl der Termin offen ist, wann ich eben wegkomme.

 

Das Gespräch dauert an, ist peinlich und es wird mir vorgehalten, was Leonidas alles falsch macht. „Wenn es notwendig ist, bringe ich mein Kind dazu, dass es ihm gut geht.“Hören mir die beiden zu? Das denke ich immer wieder. Wahrscheinlich könnte ich jetzt das Blaue vom Himmel herunter reden, ich bin keine Mutter mehr, ich habe keine Rechte mehr…… Was haben diese Leute vor, und wie wird das Alles weitergehen?

 

Dann der Termin bei Dr. Plünüsl. Ich muss mit dem Bus quer durch die Stadt und es ist heiß. Endlich finde ich das Gebäude und sie ruft mir tatsächlich vom Fenster aus zu, dass sie mich nun sieht. Es ist ein langes Gespräch, über das ich später denken werde, dass es reine Theorie war, was die weitere Schulzeit meines Kindes betraf und allerhand juristische Möglichkeiten. Dr. Plünüsl schien selbst auf der Suche nach Fehlern bei mir zu sein und wollte sich selbst nicht zu sehr in Verantwortung bringen.

 

Zu Hause fülle ich eine Menge an Fragebögen aus, ohne die keine „Diagnose“ gemacht werden kann, weil ADHS ist nicht körperlich feststellbar. Also es gibt kein Hormon, keine Stelle am Kopf oder Körper, keinen Hinweis im Gehirn oder an anderer Stelle, woran diese „Krankheit“ festgemacht werden kann. Später fahre ich in die Klinik, denn ich hatte ja versprochen, jeden Tag zu kommen, Leonidas ist ruhig. Einige neue Kinder sind da, sie sind ebenfalls ruhig. Flavio ist in der Waldorfschule schnuppern. Am Abend bin ich sehr müde.

 
Anruf von Fr. Hecht, ich soll morgen kommen, ‚Lichtarbeit‘. Zu Mittag Einkäufe und am Abend Klinik.
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Ich treffe um 8:30h im Geschäft von Fr. Hecht ein. Dr. Plünüsl ist da und beruhigt und beschwichtigt. Ich helfe etwas im Geschäft mit und Fr. Hecht macht mit mir eine therapeutische Übung. Die Ladenhilfe fährt mich zum Zug. Während der Fahrt bin ich desorientiert, und dann steht der Zug länger in der Kleinstadt, wo Leonidas regulär zur Schule geht. Dann sehe ich die Gruppe mit Kindern im Bahnhof.

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Ich m u s s aussteigen. Es ist die Klasse von Leonidas. Seine beiden Lehrerinnen und die kleinwüchsige Kiras, die ruhigen, behinderten, die mit Tabletten beeinflussten Kinder. Ich bin berührt über das Erscheinungsbild der Gruppe. Ich laufe ihnen nach. Zuerst erschrecken die Lehrerinnen, dann erkundigen sie sich nach Leonidas. Ich bändige mein geschundenes Herz und würge die Tränen hinunter, so gut es geht. Ich erzähle von den Anfangsschwierigkeiten, Heimweh, mein Gespräch mit dem Richter. Die kleine Kiras freut sich, sie strahlt immer, wenn sie mich sieht.

Sie ist so lieb wie ein Sonnenstrahl. Ich gehe in die Hocke und sie kommt in meine Reiche. Ein Zug fährt vorbei und sie hält sich strahlend die Augen zu. Das Gespräch mit den Lehrerinnen dauert an, und danach kommt dieses zarte, und durchsichtig wirkende Wesen Kiras noch einmal zu mir und gibt mir ein Küsschen!

 
Donnerstag, Wochenmarkt.Ich stehe an Sylvias Stand und Katharina wird unruhig und laut, sie meint mich: „De konn i ned o’schaun! Schau, wos de do hot, siagst du des?“ , sagt sie immer wieder zu Sylvia. Diese sagt nicht viel, schaut nur dorthin, wo Katharina hindeutet. Diese legt mir Steine in die Hand, sagt, ich solle auf jedem Finger „Jesus“ sagen. Wieder fängt sie an: „Do is oana, der is groß, raucht der? Schau in des Grüne eini, denk dir, ich verzeihe dir, und an die hellblaue Farbe.“ Ich tue, was sie mir sagt, und das Gespräch am Stand geht weiter. Michel ist da. Auch bei ihm sieht sie etwas am Fuß. Sie redet weiter wie aufgezogen und später sagt sie zu mir: „Jetzt ist der Wuzl weg, do ummi verziat a si.“ Sie zeigt auf den Gehsteig. Zu mir sagt sie: „Host du leicht des bet‘?“

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Später um 13:30h, ich bin wieder daheim, kommt der Anruf von Leonidas. Mitten im Gespräch sagt er plötzlich: „Da liegt eine Spritze. Ich sofort: „Ist eine Nadel drauf?“ Er: „Ja.“ Ich: „Greif ja nicht hin!“ Er redet weiter: „Ich sag es jemand, ich sag es Sybille.“ Ich höre Bewegung und wie er sagt: „Da liegt eine Spritze, schau, auf der Couch.“ Dann redet er mit mir weiter, ich solle auch am Vormittag zu ihm kommen, und ich höre, wie Sybille zu ihm sagt: „Am Vormittag ist keine Besuchszeit.“ Ich sage zu ihm, dass es OK ist, wenn sich Sybille einmischt. Er quengelt weiter: „Glaube mir, es war eine Mutter da!“ Ich beruhige ihn: „Ja, ich glaube Dir.“

 
Freitag. Ich treffe mich um 10:00h mit Dr. Plünüsl am Eingang der Klinik. Wir gehen zum Brunnen im Park und besprechen uns. Sie beruhigt mich. Dann warten wir auf Dr. Müdür, sie lässt meine Begleitung für das Gespräch zu. Dr. Plünüsl hatte sich als Mitglied des Kindervereines „Kristalline Kinderaugen“ vorgestellt, den Fr. Hecht kurzfristig gegründet hatte. Erst während des Gespräches lässt sie die Katze aus dem Sack und sagt, sie ist Juristin. Dr. Müdür legt einen Gang zu, auf diese Eröffnung: „Nein, Juristin bin ich nicht!“ Dann verlässt sie fluchtartig den Raum, um etwas zu holen. Es dauert längere Zeit, bis sie wiederkommt. Hatte sie telefoniert, und sich ihrerseits beraten lassen? Die Sprache kommt auf die Spritze, ich hatte Dr. Plünüsl in der Wartezeit extra noch einmal gebeten, die Ärztin darauf anzusprechen. Diese verspricht, die Sache aufzuklären. Dr. Plünüsl weist darauf hin, dass freie Basis herrsche von Seiten des Richters. Was bedeuten würde, dass dieser Aufenthalt von Leonidas hier freiwillig ist, jederzeit abgebrochen werden kann. Diese Aussage ändert die gesamte Lage und Dr. Müdür wird am Ende richtig umgänglich und persönlich. Sie legt die Hand auf mein linkes Reich.

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Um 12:30h bin ich dann im Zimmer von Leonidas. Habe eine Jause von der Station geholt und sitze hier und esse etwas. Leonidas hat Zimmerarrest und liegt unter den Stühlen, auf deren einem ich sitze. Er möchte mit dem Auto mitfahren. Dr. Plünüsl ist aber schon weg. Leon wird laut, irgendjemand hat etwas getauscht. Dann dreht Flavio durch.

 

Er ist ganz unruhig und dann sitzt er im Flur am Boden und stößt heisere Schreie aus. „Ich will aber nach Hause!“ Er schreit und schreit. Die Schwester sitzt bei ihm und redet auf ihn ein. „Du darfst ja nach Hause, die Mama kommt bald.“ Immer wieder sagt sie das Gleiche. Flavio ist nicht zu beruhigen. Mir steigt Schweiß hoch und ich möchte so schnell wie möglich mit Leonidas weg. Doch es dauert eine Weile, bis wir alles beisammen haben. Leonidas läuft immer wieder aus dem Zimmer. Er sagt, er hätte Dr. Fishbone sagen gehört: „Wenn er das noch zwei Mal macht, kommt er in die Geschlossene.“ Jetzt hören wir Flavio im benachbarten Zimmer schreien und schreien: „Mama, Mama!“ Er stößt dabei mit dem Fuß gegen die Wand. Es scheint niemand bei ihm zu sein. Ich habe zu tun, dass wir fertig werden und die Klinik verlassen, komme mir hilflos und deplatziert vor.

 

Endlich verlassen wir das Gebäude. Die Luft ist klar und hilfreich. Die Linden im Klinikbereich, entlang der Zufahrtsstraßen blühen und verströmen ihren süßen Duft. Wut steigt in mir hoch. Warum hatte die Schwester Flavio nicht in die Reiche genommen? Ihm Nähe geschenkt? Immer wieder hatte ich in der Schule zu hören bekommen, ich dürfe nur für mein Kind sprechen. Der Richter hatte mir Vorbehalte gemacht, was ich der Sozialarbeiterin alles erzählt hätte. Über die kalkweißen Gesichter der Kinder in dieser Klinik. Das war mir aufgefallen bei einem Termin in diesem Gebäude. Einem Termin, wo alles Mögliche schief gelaufen war.

 

Wir sind jetzt selbst in einer derart kritischen Lage, dass ich mich nicht mehr getraute, etwas zu sagen. Der Mutter von Flavio erzählte ich diesen Vorfall. Sie war erstaunt: „Davon haben die mir gar nichts gesagt!“

.

.

*Medica Mente = Heilung durch den Geist! Soviel zum Missbrauch unserer Sprache!

**Später gab ich ihm statt Ritalin die „Blaugrüne Alge“. Außerdem therapierten wir die

„Psychosomatische Energetik nach Dr. Banis, Schweiz.“ Unter Anderem……

***Heute würde ich sagen, dass er, der Richter selber unterschreiben soll, und damit die Haftung

übernehmen. ……

****Sein Wunschname für dieses Skript. ….

*****Das konnte er seeehhhr gut, in allen Tonlagen, auch ganz schrill.

.

.

 


28 Kommentare

  1. angi351 sagt:

    Ach du meine Güte…. ja, mit dem Jugendamt zu tun bekommen. Wir haben 2000 das Ritalin einfach abgesetzt, es wurde vorher wie Bonbons von der Mutter des Jungen gegeben. Es war ein langer Kampf, ein Jahr wenn ich mich Recht erinner, bis er das aus seinem körperlichen und seelischen Zustand herausbekam. Von den Wutattacken die er hatte ganz zu schweigen. Zum Glück war das in Berlin und das Jugendamt war total überfordert.

    Anders war es nach meinem Schlaganfall. Ich hatte 3 Monate nach Geburt der Zwillinge einen Schlaganfall, das waren die Kinder 8 und 9. Mein Mann bat das Jugendamt um Hilfe. Da wohnten wir in einem 500 Seelen Dorf und das Jugendamt hatte nichts zu tun. Die Hilfe bekam er, aber anders als gedacht.

    Ich würde gerne das ganze Buch lesen wenn es fertig ist, das was da passiert ist wirklich nicht zu fassen.

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  2. haluise sagt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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  3. Ich habe eine Freundin, die musste ihr Kind weggeben und auf Ritalin setzen lassen, da esnicht anders ging.
    Ich kenne das Kind, einen liebenswerten, hyperaktiven Menschen, hochintelligent, sehr sozial und dennoch verwuselt bis zum Gehtnichtmehr.

    Ich hoffe er findet den richtigen Weg für sich auch ohne Ritalin.

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  4. @mariettalucia

    danke für Deinen Kommentar.
    Ich habe die Frage an Dich: Wurde es mit der Einnahme des Ritalin besser mit dem Jungen?

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  5. Hilke sagt:

    Vielleicht hat das nicht direkt mit Ritalin und co zu tun, aber mit dem Gefühl vieler Eltern, immer irgendwie etwas falsch zu machen. Bei solch einem Vorgehen wie hier vom Ju(stiz-äh gend)amd wird es offenbarer, was schwelt. Auf einer Seite „mamarevolution“ las ich des mal vor längerer Zeit, daß Mütter das Gefühl haben, daß ihnen Schuldgefühle schon mit in die Wiege „ihres“ Kindes gelegt wurden.
    Ein Gedicht, zur Erinnerung:

    Eure Kinder sind nicht eure Kinder
    sie sind Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
    Sie kommen durch euch, aber nicht von euch.
    Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
    Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen, denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
    Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen. Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.

    (Khalil Gibran)

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  6. Hilke sagt:

    Bei diesem Bericht können einem die Tränen kommen. Ich habe letztens mal gedacht, daß es vor 2000 Jahren die Babys waren die getötet wurden um einen Jesus zu erwischen. Heute ist es ein Großangriff auf alle Kinder, mit xfach-Impfungen u. Bevormundungen der Eltern bis hin zu diesem abgrundtief menschenverachtenden Geschehen was oben beschrieben wurde.
    Der Mutter und ihrem Kind sowie ALLEN Eltern u. Kindern ALL-ES erdenklich Beste! Stay strong: https://youtu.be/pNFGKfBhtUk

    Hier mal wieder ein kleines Leuchtfeuer:
    https://www.horizonworld.de/diese-schule-fokussiert-sich-aufs-gluecklichsein-nicht-auf-mathe/
    Zitat daraus: „„Ich denke, dass man aus einem westlichen Kontext heraus dazu tendiert, dass die Umgebung kontrolliert, wie glücklich du bist.“, sagt Mitbegründern Kiran Reddy. „Also versuchst du, deine Umgebung zu kontrollieren. In einer östlichen Philosophie, tendierst du dazu zu glauben, dass du dein Glück durch deinen Geist kontrollieren kannst – wie du die Dinge wahrnimmst, damit du die Umgebung von deinem Glück trennen kannst. Idealerweise ist es genau das, was wir den Kindern beibringen wollen.“

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  7. @Gigi Lichtaubergh

    Bedingt Gigi, sehr bedingt……
    Er war hyperaktiv, war streitlustig, war unersättlich in seinem Agieren.
    Da konnte es schon mal passieren, dass er mitten in der Nacht wenn alle schliefen, er die spontane Idee hatte der Mutter eine Freude machen zu wollen und einen Kuchen zu backen……das tat er dann auch.
    Dann wirkten seine Medi’s und er wurde müde.
    Mutter kam morgens in die Küche und es traf sie der Schlag, denn die Küche sah aus als ob eine Bombe eingeschlagen hatte.
    Auch konnte es passieren, dass die für Notzeiten eingelagerten Lebensmittel ( die Familie musste sich über Hartz 4 versorgen) innerhalb einer Nacht fast komplett aufgefuttert waren……danach gab es dann Stress, nicht zu wenig.
    Wenn es einmal geschieht, okay, das kann mal passieren.
    Doch wenn es immer wieder vorkommt und man nicht weiss ob man bis zum Monatsende mit der Knete hinkommt, macht es keine Freude.
    Der Junge selbst lebte schon seit einigen Jahren in einem Heim, da die Versorgung zu Hause nicht mehr möglich war.

    Er machte eine Ausbildung dort…..und hat sie auch geschafft.

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  8. @Hilke

    Danke für Dein Engagement. Habe den Kurzfilm mit dem entzückenden Kind gesehen.
    Die Tiere auf ihren Beinen sehen zu wollen, das ist sooooo toll formuliert. Die Mutter
    geht vollkommen auf das Kind ein, lässt sich berühren.

    Ich bin überzeugt, dass unsere Fehler, die Fehler im System, die Kinder heißlaufen
    lassen, im wahrsten Sinne des Wortes. LG. Gigi

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  9. @mariettalucia

    Danke für Deine Aufklärung. Das ist auch für mich neu, solche Umtriebigkeit.
    Auf Bauernhöfen gibt es statistisch gesehen keine hyperaktiven Kinder, weil
    diese kleine Aufgaben haben und die Natur und die Tiere für Stabilität sorgen.
    Ich denke, dieses Verhalten des Jungen, wie es von Dir beschrieben wurde,
    ist ein gutes Beispiel, wie ein Kind stellvertretend aufmerksam macht, die
    Gesellschaft aufmerksam macht: „Hallo, wir haben ein Problem hier, wie
    wollen auch mitmachen bei Euch.“ Das ist meine Ansicht dazu.

    Der Mensch ist von Grund auf dazu geschaffen, im Clan zu leben.
    Unsere Lebensweise, die uns abtrennt von den Emotionen der Sippe und
    dem gemeinsamen Säen und Ernten, der Achtung der Altvorderen und
    deren Weisheit, lässt uns zu dem verkümmern, was wir sind.

    Abhängig vom „Staat“, der unpersönlich und kalt agiert
    und von den installierten Einrichtungen, insgesamt künstliche Matrix genannt.

    Ich denke, dass diese unsere Kinder Abgesandte sind, Abgesandte von
    uns selbst im ursprünglichen Sinne, um uns wach zu leben, wach zu lieben,
    um uns zu erinnern, an uns selbst, um die Erinnerung wieder zu bringen
    an das echte Leben. Genau deshalb werden sie mit chemischen Keulen
    niedergeknüppelt.

    Bequem sind sie nicht, diese Kinder, das sage ich nicht.
    Ich bin auch nicht stolz darauf, ein Indigo-Kind zu haben,
    oder ADHS Kind, wie auch immer sie genannt werden,
    oder genannt werden wollen.

    Aber ich weiß ganz genau, dass es ein irrer Verlust für meine eigene
    Reifung wäre, gewesen wäre, kein solches Kind gehabt zu haben.
    Danke an Dich und an alle, die daran Teil nehmen, die mitbeobachten,
    die selbst voll im Einsatz sind, jeden Tag, und das alles versuchen
    zu verstehen, zu bearbeiten und damit fertig zu werden.

    Danke auch an alle Kinder, die sich hier durch den dicken Filz
    arbeiten, viele Ängste haben, weil es aus ihrer Sicht beängstigend ist,
    was sie hier erleben. Ich drücke Euch alle innig, Gigi

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  10. Hilke sagt:

    Ja, Gigi, was du sagst, das sehe ich auch so. Diese Kinder sind gekommen, um uns aufzumischen, auf daß wir endlich anfangen, das System mitsamt allen unseren Programmierungen zu hinterfragen.
    Ich selbst habe schon als Teenie beschlossen: Keine Kinder will ich haben!!! Ich wollte lieber schaffen, selbst heil zu werden, was in meinem Falle hieß, nicht das weiterzugeben was ich selbst erfahren hatte. Wie ich damals las, schaffen das nur ganz wenige von denen die gesagt hatten „wir machen es anders als unsere Eltern“. Nach vielen Jahren mußten sie zugeben daß sie es genauso machten.

    Deshalb mein ganz besonderes DANKE an alle Mütter, die es wagen.
    Da dir der kleine Film wie du sagts gefallen hat, hier noch mein anderes ganz besonderes Highlight:

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  11. Danke Hilke, ich musste sooo lachen jetzt.
    Es passt genau in meine Situation.
    Das ist das Gute, das uns alle oben hält.

    Du hast wirklich viel geschafft, wenn du glücklich bist,
    mit dem Ergebnis. Wer kann von sich sagen: „Ich bin glücklich“ ?

    Keine Kinder haben zu wollen ist sehr OK jetzt.
    Ich denke mir heute, ob ich verrückt war, doch sehe es so,
    dass ich eben dreien geholfen habe, sich zu inkarnieren.
    Ihre Erfahrungen zu machen. Gemeinsam mit mir und all
    den anderen. Jetzt sind ganz ungewöhnliche Erfahrungen
    zu machen, die es sonst vermutlich nicht so leicht zu
    machen gibt. Die „Zeit“ rast und unaufhörlich tauchen neue
    Möglichkeiten auf. So schnell. Unglaublich.

    Freunde in aller Welt, obwohl selbst zu Hause.
    Das ist toll. Gerald Hüther mag ich sehr gern, auch Robert Betz.
    Alles aus dem Netz. Viel günstiger, als Bücher kaufen….
    Was sagst Du?

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  12. @ angi351
    15/10/2018 UM 12:48

    Jetzt muss ich Dir auch noch ein paar Zeilen widmen. Ich habe mich sooo gefreut über
    diesen, den ersten Kommentar. Leider habe ich Hemmschwellen, es ist ein Striptease,
    alles so genau auszubreiten vor aller Welt. Vielleicht ist es auch eine Vorbereitung auf
    die Zeit, wo wir Gedanken lesen werden, ohne zu sprechen. Dann weiß ohnehin jede –
    jeder a l l e s , und es ist nicht mehr notwendig, irgendetwas zu verbergen.

    Du hast auch einiges abbekommen, und Deine Familie, das spüre ich aus Deinen Zeilen.
    Danke auch Dir für Dein Engagement und Dein Interesse. Liebe Grüße, Gigi

    Gefällt mir

  13. OK, mir geht der Junge nicht mehr aus dem Kopf, der nachts die „Küche“ leer aß. Es kann doch nicht sein,
    dass ein Kind oder eine Familie nicht genug zu Essen hat. Wegen der Streitlust des Jungen oder anderer
    Kinder, da gibt es doch auch Aggressionstraining, das ja für Erwachsene bereits im Angebot ist. Das kann
    ja auch für Kinder installiert werden. .

    Der Satz: „Es ging nicht anders.“, gemeint in Bezug darauf, dass Kinder unter Ritalin gesetzt werden,
    und aus dem natürlichen, sozialen Umfeld gerissen werden, zeugt von unserer Indoktrination.
    Wie lange wurde denn gewartet, bis es so schlimm bis unerträglich war?

    Ich kann mich daran erinnern, dass ich sehr früh zum Kinderarzt sagte, Leonidas sei so unruhig.
    Er fragte nur: „Wie ist es denn, wenn er im Kindergarten ist, da geht es Ihnen ja besser, oder?“
    Ich war so baff über diese Frage, dass ich Tage darüber nachdenken musste, was das eigentlich
    für eine blöde Frage war?

    Die Unruhe von Leonidas machte ja auch der Kindergarten nicht weg. Doch dieses frühe Stadium
    der Unruhe, da hätte bereits Hilfe einsetzen müssen, in Form von Gesprächen mit Fachleuten.
    Die es ja nicht gibt. Bewusst nicht gibt, die nicht zugelassen werden, die nicht beworben werden,
    wie die 100. Zahnpasten-Version, die neue Farbe von Porsche und ich weiß nicht, was noch,
    weil ich verweigere mittlerweile jeden Fernsehkonsum. Etwas von mir selbst, das ureigene Wesen
    von mir und meine eigenen Gedanken, soll ja auch noch für mich übrig bleiben, oder?

    Echte Hilfe für jede Familie, die so ein Problem hat, sieht völlig anders aus, Doch das ist es, was wir brauchen.

    Ich denke, ich brauche auch dringend Aggressionstraining, doch ganz entgegengesetzt, nämlich, dass ich
    echt aggressiv werde, auf die Urheber dieser Gehirnwäsche, was angeblich „nicht anders gehen soll“ mit
    unseren Kindern und uns.

    Ich fing dann an, die Schule nachzuahmen, alles was Leonidas mir erzählte aufzuschreiben, weil ich ja
    ständig damit konfrontiert wurde, was dieser gesagt, oder getan hatte. Leonidas konnte gut erzählen,
    was er erlebt hatte. Das war ein Vorteil, weil viele Mütter erzählten mir, dass ihr Kind daheim nichts
    erzählt. Ich ging mit diesen selbst angefertigten Berichten an die Öffentlichkeit. Das waren unsere
    alternativen Therapeuten, Nachbarn, der Leiter der Pfadfinder, eine Mutter mit einem Impfgeschädigten
    Kind, diese alle riefen dann beim Jugendamt an und es fanden Gespräche statt, wovon die Sozialarbeiterin
    dann sagte: „Das habe ich noch nie erlebt, Frau Lichtaubergh!“

    Dadurch wurde für die Schule und das Amt der Radius eingeengt, sie wurden vorsichtiger.
    Es kommt auch auf die Argumentation an, die im Umgang mit den Ämtern eingesetzt wird.
    Mehr als ein Mal ging dann die Sozialarbeiterin des Jugendamtes mit mir in die Schule und
    forderte für uns Schulmaterial heraus, das vorenthalten wurde. Es ging ja bei Leonidas 9 Pflicht-
    Schuljahre beinahe NONSTOP so weiter!!!!!!!!

    Nehmen wir den Fall an, dass eine Frau von ihrem Mann geschlagen wird. Wir werden geschlossen
    der Meinung sein, dass sie sich wehren muss. Zur Polizei gehen, auch wg. späterer Beweisbarkeit,
    für ev. Scheidung, etc. . Sie muss den Schläger aus der Whg. weisen, sie muss umziehen, dass er
    sie nicht findet. Nehmen wir auch an, sie tut das alles nicht, sondern hält still, setzt brav draußen die
    Sonnenbrille auf, wegen der „blauen“ Augen….

    Was denken wir über diese Frau?
    Das denken wir über uns selbst. Weil WIR, wir machen das Gleiche.
    Wir überlassen unsere Kinder, ja WEM eigentlich, die Lehrer, die Sozialarbeiterinnen, die Ärzte,
    die machen ja alles nur nach Vorschrift!!!!! Irgendwann hatte ich keinen Respekt mehr für unsere
    Schul – Inspektorin! WARUM? Weil sie auf einem Sessel sitzt, der einseitig mit Macht gefüllt ist.
    Sie übt Macht aus, nach Vorschrift. Doch sobald sie selbst zu denken anfängt, dann ist die gute
    Frau weg!!!! Wie der Volkslehrer!

    Wir Eltern haben keine Gewerkschaft, wir interessieren uns nicht, an unserem Zusammenschluss.
    Doch gemeinsam sind wir stark, was dieser Einzelne kann, der Volkslehrer, das können wir
    gemeinsam allemal.

    Öffentlichkeit schaffen. Sich nicht schämen, wenn zu wenig zu Essen da ist. JEDER Mensch
    muss Essen haben, vor allem die Kinder!!!!!!!!!!!!!!! Ritalin statt Essen? Ach ja, der Appetit wird
    teilweise extrem weniger mit Ritalin, also Essen eigespart! Wie mich das ekelt!

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  14. Bitte lieber Ram, mach ein „n“ ins fünftletzte Wort vom letzten Kommentar, geht das jetzt noch? Danke.

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  15. Thom Ram sagt:

    Gigi 18:23

    Gut gebrüllt, Löwin!!!

    Und wer so schreibt, dem sieht man einen fehlenden n nach, bah, man registriert ihn kaum, denn da kommt Rede von Herz und Seele, und dann noch mit Energie geboostet, dass es kracht.

    DU brauchst Aggressionstraining? Mir scheint, du hast gesunde Angriffslust bereits freigebaggert.

    Aggression ist ein Teil eines Jeden. Sie klug einzusetzen, nämlich FUER und nicht GEGEN, das ist dann die Kunst. Könnte sagen: Aggression ist Pflicht, sie konstruktiv einsetzen ist KUER.

    Falsch eingesetzt ist Herz abgeschnitten und Kopf lodert.
    Konstruktiv eingesetzt ist Kopf kühl und Herz pocht ruhig kräftig warm.

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  16. Thom Ram sagt:

    Hilke

    Du sagst, viele schaffen es nicht, „es“ besser zu machen als die Eltern.
    Du sagst, viele wollen keine Kinder, weil sie befürchten, den gleichen Seich anzustellen wie Eltern es praktiziert hatten.

    Du hast Deinen Lebensplan, den anzurühren wäre komplett übergriffig. Du machst alles richtig.

    Allgemein aber sage ich, und das klar und klar: Wer verstanden hat, was seine Eltern nicht gut gemacht haben, der hat es in der Hand, es besser zu machen.

    Ich wurde von Papa geschlagen. Einige meiner ich – typischen Eigenheiten durfte konnte ich als Kind (und haha in der Ehe, ich besorgte es mir logisch) nicht leben, musste ich kröpfen.

    Ich schlug meine Kinder nie (eine einzige Ausnahme, ich habe es mir, heute, mit 70, immer noch nicht verzeihen können wahrlich), und unsere Kinder durften so sein, wie sie waren und sind.

    Und sollte ich das einzige so tolle Vatereksemplaar sein? Kwatsch. Da gibt es noch andere.

    Bei euch Deutschen kommt etwas Zusätzliches ins Spiel. Die Traumatisierung durch Krieg.
    Las.
    Der geliebte und ersehnte Papa kam von der Front nach Hause. Erste Massnahme. Er entledigte sich seines Gurtes, nahm mich übers Knie und prügelte mich. (Bei Alice Miller: Am Anfang war Erziehung. Sehr lesenswertes Buch. Sie durchleuchtet die „schwarze Paedagogik“, deren letzte Ausläufer auch heute noch wirken…zum Beispiel „der Säugling muss lernen, alleine zu schlafen, wenn er schreit, dann würde es ihn „verziehen“, würde man ihn zu sich nehmen)

    Die Wunden von damals machen euch auch heute noch so Einiges schwer.

    Warum so einige Schweizer, die kriegerisch Unbefleckten, gleichen Seich machen? Bei denen läuft es umbeckeert. Sie wurden verzogen durch wohlst Stand, sie sagen, jaja, scho forchtbar schlimm alles, aber esoooo schlimm isch es au wider need – weil sie nicht mal zum Himmel schauen, und wenn, dann Trail von Dampf nicht unterscheiden WOLLEN.

    Ein Kind zu zeugen ist ein kosmisch heiliger Vorgang.
    Kluge Menschen erwägen genau, ob es gut ist, eine Seele herbeizuziehen in ein Menschenleben.
    Immer noch ist es eine Minderheit, welche genau und klug erwägt.

    In DACH sagt man: „In diese fürchterliche Welt setze ich kein Kind. Punkt.“ Das ist gescheit. Klug ist es nicht.
    Hier sagt man gar nichts. Hier vögele die Paare, und Kinder purzeln. Das ist weder gescheit noch klug. Das ist unbedacht. Hat was Schönes an sich, zieht aber Probleme nach sich – heute, in der heutigen Situation hier.

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  17. Hilke sagt:

    Ja Thom,
    das IST ein heiliger Vorgang, ganz sicher, Respekt.
    Bei mir war es „zufällig“ so, daß ich als Teenie einen bericht darüber gelesen hatte, es war eine Studie, die Paare und deren Kinder wurden viele Jahre begleitet u. es war Fakt, daß die allermeisten (selbst) zu diesem Schluß kamen, es nicht anders gemcht zu haben als ihre Eltern.
    Da ich meine Kindheit zum damaligen Zeitpunkt u. lange danach als etwas ansah, was ich keinem gönne, milde gesagt, UND der Ansicht war, daß ich es mir nicht zutrauen würde, wenn diese Paare es alle schon nicht gebacken bekamen, dann rechnete ich mir meine Chancen als niedrig aus, denn ich wußte ja, wie ich mich innerlich fühlte u. das war alles andere als stabil. Außerdem hatte ich lange im Sinn, daß ich gar nicht erst so alt werden würde.
    Heute denke ich, daß ich dies gelesen hatte, war kein Zufall, sondern eher wie du ansprichst, mein Lebensplan, der sah Kinder nicht vor, das fühle ich deutlich. Der hatte u. hat eine oberste Priorität, die damit nicht im Einklang ist.
    Ich weiß, daß viele das sagen, was du ansprichst in DACH, ich hatte aber meine ganz eigenen Gründe, nehme nicht in Anspruch, daß dies klug od. sonstwas war.
    Mein Partner hat seinen Sohn allein aufgezogen u. auch aus seinen Erzählungen sehe ich, was das heiß(t)en kann, er hatte auch mit dem Ju-amt zu tun, hatte aber freundliche Sachbearbeiter damals, Gottseidank.
    Deswegen schrieb ich: Mein Respekt vor jenen die mutig genug waren u. sind, Kinder zu bekommen. Chapeau Chapeau u. knicks

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  18. Thom Ram sagt:

    Hilke 20:17

    …klingt in meinen Ohren harmonisch.
    Schön. Gut so.

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  19. Danke Ram, kommt zwischenzeitlich gut, dass Du hier alles ganz penibel zurechtrückst.
    Tut mir sehr gut, ich gebe was darauf, wie Du darüber denkst.
    Sich selbst in den Rücken zu sehen ist das Unmögliche, sozusagen. Kicher.

    Ich fühle mich oft schon ziemlich lahm und lasch, deshalb „geboostet, dass es kracht“.

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  20. Liebe Hilke, hier ev. was für Dich…..wahrscheinlich für uns alle….

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  21. Hilke sagt:

    Ach Gigi,
    was hab ich schon alles gemacht, i Kind war alles dabei, Robert Betz ist sicher ganz gut, ich für meinen Teil habe seinen Newsletter abbestellt. Und weißt du, an welchem Punkt (hallo Thom)? Als er nach der Wahl von Trump darob herzog u. das auch noch im Namen eines Channelings, neee, das geht gar nicht FÜR MICH.
    Was ich aus eigener Erfahrung empfehlen kann ist „mind walking“ mit Ulrich Kramer in Middeldütschland, saugut! Methode hat er selbst entwickelt, als Psychologe UND Zen-practizierer. Oder:
    Mein lieber Bruder macht in Süddütschland sehr Ähnliches, nennt es Intensiv-coaching. Bei beiden Methoden wird u.a. der galvanische Hautwiderstand gemassen WÄHREND der Sitzungen, da kommt schnell raus, bei Welchem noch Spannung drauf ist u. wo se wech is.
    Mir wars bei U.Kramer ein echtes Highlight, habe mich nochmals nach ca 10 Jahren (vor kurzem) bei ihm bedankt, ein wunderbarer mensch.

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  22. Danke Hilke, weiß ich beides nicht,
    lasse mich gerne weiterführen.
    Hoffe, ich finde Ulrich Kramer im Netz. 🙂

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  23. Hilke sagt:

    Gigi, habs für dich rausgesucht:
    https://mindwalking.de/
    Und das Video mit dem Aufwecker während der HeuchelMinute ist super!

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  24. Hilke, Du bist soooo lieb, danke, das ist ein Quantensprung für meine Familie!
    Es gibt noch andere Baustellen. Das ist ein seehhr guter Weg, der gefällt mir.
    Damit machst Du mir neuen Mut, wo Stillstand eingetreten ist.

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  25. Hilke sagt:

    Viel Erfolg, Löwenmutter!

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  26. makieken sagt:

    Weil kleine Kinder oftmals so viel stärker sind, als wir großen Kinder:

    P.S.: Habe diese Welt auch um ein Kind bereichert. Und mache es anders, als meine Eltern damals. Es ist also möglich.

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  27. Aus hundertfach gegebenem Anlass allein in meinem Bezirk, hier mal die Info, was Ritalin ist und wie es entstand.
    Also eher aus einer Laune heraus, und Dr. Panizzon gab dem „Medikament“ dem für mich „höllischen Zeug“ gleich den
    Spitznamen seiner Frau „Rita“ mit auf die unheilvolle Reise: Ritalin. Also „kleines Ritachen“. Pervers!

    Dieses kleine Ritachen richtet irren Schaden an. Inzwischen bewiesen.

    Zuerst einmal die Entstehung und „Wirkung“ – eher mit „Vernichtung“ die Wahrheit treffend:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Methylphenidat

    Dann hier gleich noch ein Horrorbericht, von einem, der klug genug ist, Dr. Hüther zu kontaktieren:

    https://www.zeit.de/campus/2009/02/ritalin

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  28. Danke makieken, Du hast es geschafft, das macht Mut.

    Leider sind wir nicht ausreichend informiert, deshalb hier noch mal die Wirkungen
    und „Nebenwirkungen“* von Ritalin zum Vergleich mit Blaugrüne Alge.

    Zuerst Ritalin:

    http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/SUCHT/Ritalin.shtml

    Hier Blaugrüne Alge:

    https://www.zentrum-der-gesundheit.de/blaugruene-uralgen.html

    https://www.zentrum-der-gesundheit.de/pdf/naehrstofftabelle-akfa-algen.pdf

    Leider darf bei einem Naturprodukt die Wirkung nicht angegeben werden.
    Leonidas nahm diese Blaugrüne Alge viele Jahre lang. Bis ein Therapeut
    sagte, er solle eine Pause machen, sonst kommt es zu Allergie-Reaktion.
    Es gibt keine Nebenwirkungen, außer dieser Möglichkeit der Allergie-
    Reaktion, bei ständiger Einnahme. Wie jedoch auch bei Lebensmittel
    im Allgemeinen.

    Blaugrüne Alge ist in der Apotheke erhältlich und kostet ein bisschen
    mehr als 30 Euro, Ausreichend für einen Monat. Im Jahr also rund
    400 Euro. Doch wenn sich jemand das nicht leisten kann, ich habe
    immer wieder bei der Caritas versucht, Unterstützung zu bekommen,
    bei verschiedenen christlichen Kirchen, in der Gemeinde, in Vereinen.

    Das hat geklappt. Ein ganz wichtiger Punkt ist, diese Hemmschwelle
    zu überwinden und das Schamgefühl abzubauen. Jedes Kind hat das
    gleiche Recht für einen guten Start ins Leben. Mit dieser Haltung
    ist es leichter, diese Hemmungen, Schamgefühle und Ängste zu
    überwinden. Öffentlichkeit ist ALLES. Viele Menschen haben Verständnis
    und wollen helfen. Doch viel zu oft wurde Hilfe missbraucht, ausgenutzt
    für „Fässer ohne Böden“, deshalb sind viele schon vorsichtig geworden.

    Einzeln werden einige der Eltern mit Indigo oder ADHS – Kindern
    untergehen, vor allem die alleinerziehenden Mütter, weil wenig Zeit
    bleibt, durch die Aktionen der Kinder. Für Gespräche, für Suche
    im Netz, für „Zur Ruhe kommen“. Ich war jahrelang oft so „halb“ angezogen,
    in der Hektik, ein zerknittertes Halstuch etwa, oder nicht zusammenpassende
    Farben …

    Also viel Hilfe von Außen hat dieses gute Ergebnis für Leonidas ermöglicht.
    Keiner kann alles selbst machen und wie Thom Ram so schön schrieb,
    braucht es ein Dorf, um ein Kind gesund großzuziehen.

    Ein Satz noch von Pestalozzi: Da erzieh ich und erzieh ich , und dann
    machen die Kinder doch wieder alles nach. ……

    „Nebenwirkungen“ = Schäden, irreversible Schäden – nicht selten …

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