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Geniale Schachspieler?

Wer könnte mit dieser Überschrift schon gemeint sein…
Eine Schachpartie besteht aus verschiedenen Etappen: Eröffnung, Mittelspiel, Endspiel, dabei kommen verschiedene Zug-Kombinationen zum Einsatz, und sie führen zu manchmal unerwarteten Zwischenständen. Oft kann mit Material-Einbußen ein strategischer Raum- oder Stellungs-Vorteil erlangt werden, bleibt dieser jedoch ungenutzt, kann sich der Figuren-Nachteil dann am Ende doch noch rächen…
Auf einen gewissen polnischen Auswanderer in den VSA geht der Begriff vom „Welt-Schachbrett“ zurück. Wer wohl da in den letzten 20 Jahren am klügsten operierte auf diesem Feld?
© für die Übersetzung aus dem Russischen by Luckyhans, 24. März 0006
Kommentare von mir, Hervorhebungen auch.
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Putins geniale Vielzug-Kombination –
«Гениальная многоходовочка Путина».

Die Erfahrungen aus dem FSB waren nicht umsonst
21. März 2018

held serdju
(das Foto zeigt den seinerzeit vielfach öffentlich gescholtenen ehemaligen russischen Verteidigungsminister Anatolij Serdjukow, Spitzname „Taburetkin“, weil er früher Chef einer Möbelfirma war; die Bildunterschrift lautet: „Ein Held Rußlands! Ein Agent unter Abdeckung! Hat die Nato-Länder in die Irre geführt und Rußland Gelegenheit gegeben, unbemerkt den MIK und die Verteidigungskraft der RF wiederherzustellen.“)

Präsident Putin hatte zum Zeitpunkt seiner „Münchener Rede“ am 10.2.2007 verstanden, daß eine harte Konfrontation mit dem Westen unvermeidbar ist, wußte aber auch, daß die Armee Rußlands dafür noch nicht gerüstet ist.
Gleichzeitig hätte eine offene Vorbereitung auf den bevorstehenden Krieg dem Westen Zeit gegeben, um Rußland eine geopolitische Niederlage beizubringen – zu einem Zeitpunkt, da es noch nicht hinreichend stark war -, oder um sich selbst gut auf den neuen „Kalten Krieg“ vorzubereiten, mit der Perspektive des Hinüberfließens in einen „heißen“.
Und in keinem Falle hätte man Rußland die Chance gegeben, sich zu revanchieren für die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts – die Zerlegung der UdSSR durch die CIA-Agentur.

Was also tun?!
Aber, wie man so sagt, „solche nimmt man nicht in den KGB auf“. Eine solche Viel-Zug-Kombination konnte nur ein Meister für Spezialeinsätze sich ausdenken.

Deren Wesen bestand in der zeitweiligen Tarnung des wahren Entwicklungsvektors Rußlands und der russischen Streitkräfte.
Deshalb wurde als (Präsidenten-)Nachfolger Dimitrij Anatoljewitsch Medwedjew ausgewählt, der sich mit der wenig dankbaren Rolle des wundersamen System-Liberalen einverstanden erklärte.

Und für Anatolij Serdjukow, der am 15. Februar 2007 (unmittelbar nach der „Münchener Rede“!) auf seinen Posten als Verteidigungsminister gestellt wurde, hatten Heimat und Präsident eine noch schwierigere Aufgabe gestellt.
Die Einsetzung eines in militärischen Dingen DEMONSTRATIV inkompetenten Menschen auf den Posten des Verteidigungsministers mußte bei unseren westlichen „Partnern“ den Anschein erwecken, daß die russische Armee ihrem endgültigen Verfall entgegengeht, dem Abriß der Verbindungen mit dem nationalen Militär-Industrie-Komplex und der Umwandlung in eine Struktur, die nur noch zur Durchführung lokaler Anti-Terror-Aktionen befähigt ist.

Zu diesem Zwecke wurden die von der russischen Flotte gar nicht benötigten „Mistral“-Schiffe gekauft, dazu wurden die „Fakes“ über die angeblichen Pläne zum Kauf von gebrauchten deutschen Leopard-Panzern lanciert, von italienischen Hubschraubern, Panzerwagen und Radpanzern…
(die „Mistral“-Schiffe fielen dann den „Sanktionen“ zum Opfer, die Leos waren dann „im Unterhalt zu teuer“, die italienischen Сentauro-Radpanzer wurden nach der Erprobung mit freundlichen Worten bedacht, aber keine bestellt, und von den Iveco-Panzerfahrzeugen 65E19WMLMV, russische Bezeichnung „Rys“ = Luchs, wurden 16 Fahrzeuge gekauft sowie weitere 358 als Bausätze bestellt, wodurch man gleichzeitig die deutsche Technologie einer hochwertigen Keramik-Verbund-Panzerung „erwarb“)
Aber eine militärischen Kompetenz war für Serdjukow auch gar nicht erforderlich – mit den militärischen Fragen befaßten sich andere, speziell ausgebildete Leute, deren Namen noch heute dem Stempel „Geheim“ unterliegen. Von Serdjukow waren andere Talente gefordert, die er auf seinem vorherigen Posten – im Bundes-Steuerdienst – geradezu perfekt demonstriert hatte.
Das war das Können, geheime Finanzvorgänge durchzuführen, das Können, ernsthafte staatliche Ausgaben hinter einem Vorhang von Eintags-Firmen, Rückvergütungen und unberechtigten Mehrwertsteuer-Rückzahlungen zu verstecken.

Der Westen hatte sich soweit von der totalen Korruptheit der russischen Eliten überzeugt, daß er selbst auf seine eigenen Köder hereinfiel und sie verschluckte, was die Spezial-Operation zum Anschluß der Krim dann zeigte.
Die Aufklärung brachte den westlichen Staaten Informationen über die totale Korruption im russischen Verteidigungsministerium, und das war für sie derart wahrheitsnah, das paßte so gut zu deren eigenen Vorstellungen von Rußland und den Russen, daß sie gar nicht auf die Idee kamen, da mal etwas tiefer zu graben.

Und zur gleichen Zeit wurde mit den „gestohlenen“ und „unrationell ausgegebenen“ Geldern in höchstem Tempo und mit der höchsten Geheimhaltungsstufe die russische Armee neu ausgerüstet und für die bevorstehenden Kämpfe vorbereitet, wurden geheime Objekte gebaut, Bunker und Steuerungszentren für die Strategischen Raketen-Streitkräfte und Radarstationen einer neuen Generation.

Man muß sagen, daß die „totale Klauerei“ auf den Olympia-Baustellen genauso ein Ablenkungsmanöver war, das erlaubte, vor dem potentiellen Gegner die drastische Steigerung der Finanzierung der Verteidigungsprogramme zu verschleiern.
Und Serdjukow hatte noch eine Mission zu erfüllen, die kaum einer auch nur erraten hat: er war der Zerstörer, der Rammbock, der die verfaulte korporative Solidarität der Generäle zerbrach, die mit dem Status Quo zufrieden waren und die nichts anderes mehr brauchten als Soldaten für den Bau ihrer Datschas.

Ja, Serdjukow konnte und sollte nicht die Armee neuen Typus aufbauen. Diese Mission war vom Präsidenten dem Sergej Kuzhegetowitsch Schojgu übertragen worden. Aber für den „Erbauer“ Schojgu hat der „Zerstörer“ Serdjukow den Bauplatz vorbereitet, das sollte nicht vergessen werden…

Für die Durchführung dieser Aufgabe hat Anatolij Serdjukow die zuverlässigsten Leute herangezogen, darunter auch Jewgenija Wassiljewa, mit der Serdjukow angeblich eine Romanze hatte.
Im Westen hat man gelacht – „oh, diese notgeilen Russen!“ Aber wer zuletzt lacht, der lacht am besten…

Als Serdjukow seine Mission im Verteidigungsministerium ausgeführt hatte, trat die Spezialoperation in ihr abschließendes Stadium – gegen ihn und seine Helferin wurden Ermittlungs-Strafverfahren eingeleitet, mit dem Ziel, den Zeitpunkt herauszuzögern, an dem unseren „Freunden“ übern Teich die für sie schreckliche Wahrheit klar wird.
Ob sie die bis heute nun begriffen haben, oder ob sie immernoch daran glauben, daß Serdjukow und Wassiljewa sich bereichert haben und Putin sie deckt?
Es wäre nicht verwunderlich, wenn es so wäre – denn die intellektuelle Degradation der westlichen Eliten ist schon sehr weit vorangeschritten, Leute wie Psaki und Obama sind derart primitiv, daß sie nur den Sinn der direktesten Vorgänge verstehen können.

Allerdings sind wir nun Zeugen dessen geworden, daß Rußland „aus dem Nichts“ eine moderne kampfkräftige Armee gezaubert hat, mit der die ganze Welt zu rechnen hat.

Heute, da an den Grenzen der DVR und der LVR eine 90-Tausend-Mann starke Stoßarmee der Ukrainischen Streitkräfte steht, vollgestopft mit amerikanischer Technik und deren „Instrukteuren“, und da im Baltikum eine Stoßgruppierung der Nato aufmarschiert, gibt es keinen Grund mehr, dies zu verheimlichen.
Es ist die Zeit gekommen, die Karten voll aufzudecken.
Und die Einstellung des Strafverfahrens gegen die Wassiljewa ist nur der Abschluß der Spezialoperation, die in die Geschichtsbücher und die Lehrbücher der Geheimdienste eingehen wird.

( Quelle )
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putzi byebye

Ja, angesichts der frappierenden „Paßfähigkeit“ der westlichen Reaktionen, wie der VSA-sanktions“begründeten“ Nichtauslieferung der beiden nach russischen Vorgaben (!) gebauten „Mistral“-Schiffe, die durch den Rubel-Kursverfall für beide Seiten sogar noch ohne Buch-Verluste ablief, und der „zufällige“ baldige Weiterverkauf der Schiffe nach Ägypten, wohin dann Rußland die für die Ausrüstung der Schiffe vorgesehenen K-52-Hubschrauber liefern konnte – ein Milliarden-Export-Deal für Rußlands Hubschrauber-Bauer – (beide Schiffe nehmen zur Zeit an der Militär-Operation gegen den Daesh auf der Sinai-Halbinsel teil), und vieler anderer Sonderbarkeiten, sowohl bei den Iveco-Panzerwagen, von denen keiner genau weiß, wieviele am Ende eigentlich angeliefert und gefertigt wurden und die dann zum überwiegenden Teil in Syrien zum Einsatz kamen, als auch bei den problemlos zurückgenommenen Musterfahrzeugen der Centauro-Radpanzer, deren Erprobung gewiß nicht ganz ohne Einfluß auf die Vorbereitung der Entwicklung der russischen „Bumerang“-Radpanzer-Serie war, die sich heute in der russischen Armee-Erprobung befindet, könnte man leicht die Vermutungen von „gut abgestimmten“ Handlungen auch noch viiiieel „weiterspinnen“…

Aber wir wollen ja keine „Verschwörungen“ dort sehen, wo sie heute noch nicht erwünscht sind, gesehen zu werden.
Sonst wären die Schlußfolgerungen wieder zu eindeutig… 😉


4 Kommentare

  1. Georg sagt:

    Ja..nun gut..ich verstehe.. Schach habe ich letzten Endes nur gegen meine Gegner geführt 😢..gespielt…nun ja.. Jan😯

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  2. mkarazzipuzz sagt:

    Mojens,
    ich habe mit sehr viel Genuss diesen Artikel gelesen.
    Solange Putin aber nicht in der Lage ist, seine „Nationalbank“ der City of London und dem Vatikan zu entreißen, wird er scheitern. So simpel ist das. „Geld regiert die Welt“.
    krazzi

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  3. mikö56 sagt:

    @mkarazzipuzz

    .“..wird er scheitern. So simpel ist das.“ – Ich liebe solche Kommentare: Kurz und klar, dabei irgendwie tiefsinnig und argumentativ auf hohem Niveau.
    Aber so sind wir eben. Wir haben nur die besten Ratschläge für alle Ecken dieser Welt – und Hellsehen können wir auch..

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  4. Lcuykahns sagt:

    zu Krazzi & Mikö
    … wir haben Rat-Schläge für alle – nur sind wir selbst wie die Eunuchen: wir wissen (angeblich) genau, wie’s geht, aber können’s selbst nicht tun – bei uns hier, meine ich… 😉

    Insofern ist mir Putzi ein Riesenvorbild, denn er tut – rund um die Uhr, während wir hier noch ruhen… aber klug sind wir… 😉

    P.S. mein Namen vertippelt… 😉

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